Deutsch 1 bis 10 – Lesen, Schreiben, Rechtschreiben mit Beleg
Zwei der drei Basiskompetenzen des Startchancen-Programms sind Deutsch. Hier steht je Kompetenzbereich, was die Fachdidaktik sagt, was das Chancenbudget finanziert, was andere Länder anders machen – und ehrlich, was Tuttuno davon schon hat. Reihenfolge des Baus unten.
Was eine Startchancen-Schule belegen kann
Heute: Leseverstehen: Lesereihe 3 bis 6 mit Messung vorher und nachher, Quote je Verstehensebene für Klasse und Jahrgang (23.09.2026) · Schreiben: Kriterienraster je Textsorte und Jahrgang, Zahl der überarbeiteten Texte je Klasse (23.09.2026) · Leseflüssigkeit je Kind (WpM) mit Leseleiter und Tandem – die eine Kennzahl, die schon läuft · Leseflüssigkeit fertig gemessen (23.09.2026): drei Messfenster im Jahr am ungeübten Messtext, Band je Jahrgang und Tag mit Quelle, Genauigkeit, nächster Schritt je Zone, Kurve je Nummer; im Wirkungsbericht Median, Anteil unter 100 und Anteil unter dem 25. Perzentil der Bezugswerte, Herbst gegen Frühjahr – ab zwei Klassen, ohne Kind und ohne Lehrkraft
Ziel:
- Leseflüssigkeit als Kurve je Kind und Jahrgangsbild (Kreislauf 5, wie Mathe)
- Leseverstehen: Quiz vor und nach jedem Text, Strategie-Ritual, Jahrgangsquote
- Rechtschreiben: Grundwortschatz-Stand je Kind, Fehlertypen, Wochenwortschatz
- Schreiben: Kriterienraster je Textsorte, Anzahl überarbeiteter Texte
- Alles im Wirkungsbericht auf Jahrgangsebene (lib/wirkungsbericht.ts), ohne Lehrkraft, ohne Kind
Reihenfolge:
- Leseflüssigkeit fertig messen (Kurve, Normwerte) – gebaut 23.09.2026, offen: deutsche Norm statt Übertragung
- Lesestunden mit Strategie-Ritual und Quiz (3 bis 8)
- Rechtschreiben mit Grundwortschatz und Diktat am Handy
- Schreiben mit Planen, Schreiben, Überarbeiten
- Schulanfangsphase: Buchstaben-Laut-Pfad und Lesecheck 1
- Literatur, Sprechen, Grammatik am Text
Lesen- und Schreibenlernen (1/2)
Chancenbudget: Basiskompetenz Lesen, Zielkatalog: Lesegeschwindigkeit und -genauigkeit in der Schulanfangsphase – finanzierbar.
| Befund | Quelle | Folgerung |
|---|---|---|
| Systematische, synthetische Phonik (Laut-Buchstaben-Beziehungen in fester Reihenfolge, früh zum Wort verbunden) ist die wirksamste Methode des Leselernens – für alle Kinder, besonders für Kinder mit wenig Vorwissen. | National Reading Panel 2000; Rose Review 2006 (England); Ehri u. a. 2001 (Meta-Analyse) | Ein fester Buchstaben-Laut-Pfad mit Silbenbögen; keine freie Anlauttabelle als Hauptweg. |
| „Lesen durch Schreiben“ (Reichen) führt zu deutlich schlechterer Rechtschreibung als ein systematischer Fibelansatz – gemessen mit der Hamburger Schreib-Probe bis Klasse 4. Die Lesefähigkeit wurde nicht getestet; die Lese- und Schreibmotivation unterschied sich nicht. | Kuhl & Röhr-Sendlmeier 2018, Universität Bonn (Posterbeitrag zum Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie; 3 084 Kinder aus 12 Schulen in NRW, davon 284 im Längsschnitt) | Von Anfang an richtig schreiben; die Anlauttabelle nur als Werkzeug, nicht als Methode. |
| Die Silbe ist im Deutschen die Einheit, an der sich Rechtschreibung und Leseflüssigkeit festmachen (Silbenkern, offene und geschlossene Silbe). | Röber 2009 (silbenanalytische Methode); Bredel 2010 | Silbenbögen, Silbenschwingen, Wortbausteine – die Grundschulstunde hat ein festes Silbenritual. |
Anderswo:
- England: Phonics Screening Check am Ende von Year 1 (40 Wörter, davon Pseudowörter); Lehrwerke müssen dem „Reading Framework“ folgen; Ergebnisse stiegen von 58 % (2012) auf 80 % bestanden. Nachbauen: Ja: ein Buchstaben-Laut-Check in Klasse 1 als Handy-Messung mit Pseudowörtern – ohne Note, mit nächstem Schritt.
- Hamburg: Leseband seit 2019 in allen Grundschulen: täglich 20 Minuten lautes Lesen in Tandems – im IQB-Bildungstrend 2021 als einziges Land ohne Absturz im Lesen. Nachbauen: Haben wir (lib/leseband.ts); für Klasse 1/2 fehlt das Blitzlesen mit Silben und Wörtern.
Wow-Stunde: Das erste selbst gelesene Wort an der Wand – jedes Kind schreibt es auf, die Klasse liest es im Chor. Und die Geheimschrift: eine Nachricht, die nur lesen kann, wer die Buchstaben der Woche kennt.
Gebaut: Buchstaben-Laut-Pfad in 40 Schritten mit geprüfter Reihenfolge, Stunde je Schritt, Blatt zum Drucken (lib/schulanfang-pfad.ts, /schulanfang, 23.09.2026) · Anfangscheck alle fünf bis sechs Wochen mit erfundenen Wörtern und Zeitmessung, Förderhinweis je Kürzel (lib/schulanfang-check.ts, /schulanfang/check) · Tablet-Übung mit Vorlesen ohne Konto (/schulanfang/ueben) · Blitzkarten und 40-Wörter-Lesecheck (/lesen/anfang) · Leseband mit Tandems, WpM-Messung und Leseleiter (lib/leseband.ts, lib/lautlesen.ts) · Sprache für Grundschulkinder in den Mathe-Aufgaben (Wortgrenzen je Jahrgang)
Fehlt noch:
- Tempo-Grenzen des Anfangschecks (unter 20 langsam, ab 40 flüssig) an deutschen Kindern prüfen
- Kein Blitzlesen mit Silben und Wörtern im Leseband
Leseflüssigkeit (2 bis 8)
Chancenbudget: Basiskompetenz Lesen, Zielkatalog: Leseflüssigkeit (Wörter je Minute bei bekanntem Text) – die Kennzahl, die jede Schule berichten kann. Finanzierbar.
| Befund | Quelle | Folgerung |
|---|---|---|
| Flüssigkeit ist die Brücke zwischen Entziffern und Verstehen: Unter etwa 100 Wörtern je Minute bleibt keine Aufmerksamkeit für den Sinn. | Rosebrock & Nix 2008; Rosebrock, Nix, Rieckmann & Gold 2011 | Erst Flüssigkeit messen und sichern, dann Strategien. |
| Lautleseverfahren (wiederholtes, begleitetes lautes Lesen) wirken auf Flüssigkeit UND Verstehen – Vielleseverfahren (stilles Lesen) wirken nur, wenn die Flüssigkeit schon da ist. | National Reading Panel 2000; Rieckmann 2010 (Lautlesetandems, 8 Wochen); SWK 2022, Gutachten Grundschule, S. 58 (trainingsförmige Flüssigkeitsübungen idealerweise täglich 15 bis 20 Minuten) | Tandem für Stufe 1 bis 3 der Leseleiter, stilles Vielleseverfahren ab Stufe 4. |
| Lernverlaufsdiagnostik (kurze Messung alle ein bis zwei Wochen, als Kurve) verbessert die Förderentscheidung – die Kurve, nicht der Einzelwert. | Fuchs & Fuchs 1986 (CBM); Souvignier u. a. 2014 (quop); Gebhardt u. a. (Levumi); SWK 2022, Gutachten Grundschule, Empfehlung 6 (standardisierte Diagnose mit mehreren Erhebungszeitpunkten je Schuljahr) | Die WpM-Messung wird zur Kurve je Kind, mit Trend und nächstem Schritt. |
Anderswo:
- USA: Oral Reading Fluency als Standardmessung (DIBELS): eine Minute lauten Lesens, Wörter richtig je Minute, Normwerte je Jahrgang, dreimal im Jahr für alle. Nachbauen: Gebaut (23.09.2026): drei Messfenster, eigene Messtexte, Bezugswerte je Jahrgang und Fenster mit Quelle, Kurve mit Band – die Übertragung ins Deutsche bleibt eine gekennzeichnete Annahme.
- Berlin: Leseband seit 2024/25 an Startchancen-Grundschulen (Handreichung SenBJF, Methodenkarten LIBRA, Textpakete LIBRA). Nachbauen: Nicht nachbauen – andocken: Texte und Methoden von dort, Messung und Paarbildung von uns.
Wow-Stunde: Lesetheater: Die Klasse liest ein Hörspiel mit verteilten Rollen, nimmt es am Handy auf und hört sich selbst – wiederholtes Lesen, ohne dass es jemand Üben nennt.
Gebaut: Leseband-Stunde mit Tandembildung nach Rangfolge (lib/leseband.ts) · Lautlese-Protokoll am Handy (lib/lautlesen.ts) · Leseleiter mit nächstem Schritt · Lesecheck vor Sachaufgaben (lib/leseverstehen.ts) · Lesekurve je Kind mit Trend, Normband je Jahrgang und Schwelle 100 (lib/lesekurve.ts, 21.09.2026) · Klassenbild ohne Nummern in den Wirkungsbericht, Jahrgangsbild ab zwei Klassen (lesebildMelden, 22.09.2026) · Blitzstunde für Klasse 1 bis 4 und Lesetheater-Probe als Bandformen (lib/leseband.ts, 22.09.2026) · Bezugswerte je Jahrgang 1 bis 8 und Messfenster (Herbst, Winter, Frühjahr) aus Hasbrouck und Tindal 2017 (Klasse 1 bis 6) und 2006 (7 und 8), unverändert mit Quelle gespeichert und mit einer ausdrücklich als Annahme gekennzeichneten Übertragung ins Deutsche (mal 0,9); Band je Tag statt eines Jahresbandes; Perzentilband statt Scheingenauigkeit; Risikogrenze unter dem 25., deutlich darunter unter dem 10. Perzentil; Genauigkeit (Betts 1946, Rasinski 2004) geht vor Tempo; je Zone ein nächster Schritt mit Beleg (lib/lesenorm.ts, 23.09.2026) · Drei Messfenster im Jahr mit 21 eigenen Messtexten (CC0), drei gleich schwere je Jahrgang 2 bis 8, Lesbarkeit mit LIX (Björnsson 1968) und Wiener Sachtextformel (Bamberger und Vanecek 1984) dokumentiert und im Test gehalten; Protokollbogen mit Wortzahl am Zeilenende; Lesemessung unter /lesen/messung (lib/messtexte.ts, 23.09.2026) · Lesekurve je Nummer mit mitwanderndem Band und Messfenster-Punkten als Quadrat; Klassenbild mit Anteil unter dem 25. Perzentil in den Wirkungsbericht, Jahrgangsanteil nur, wenn alle Klassen im Fenster gemessen haben, mit Vergleich zum ersten Fenster (lib/lesekurve.ts, lib/wirkungsbericht.ts, 23.09.2026) · Erinnerung an das Messfenster als dritte Quelle der Merkliste, erledigt sich selbst, sobald das Klassenbild da ist (lib/merkliste.ts, lib/lesenorm.ts fenstererinnerungen, 23.09.2026)
Fehlt noch:
- Lesen zu Hause zurück in die Kurve: „Wir haben heute gelesen“ auf der Abendkarte der Eltern (Haken am Gerät, keine Messung)
- Blitzlese-Karten als Druckseite je Jahrgang (Silben, häufige Wörter aus dem Grundwortschatz)
- Keine deutsche Norm für Wörter je Minute am Text: Die Bezugswerte sind übertragene amerikanische Werte. Ersetzen, sobald eine frei zitierbare deutsche Normierung vorliegt – oder nach dem ersten Schuljahr mit mehreren Schulen eigene Perzentile je Jahrgang und Fenster aus den Klassenbildern rechnen (nur Jahrgangsebene)
- Die Messtexte sind nicht an Kindern auf gleiche Schwierigkeit geprüft, nur mit Lesbarkeitsformeln – nach dem ersten Durchgang die Mediane je Text vergleichen und ausreißende Texte ersetzen
- Klasse 9 und 10 ohne Bezugswerte und ohne Messtext
Leseverstehen und Lesestrategien (3 bis 10)
Chancenbudget: Basiskompetenz Lesen, Zielkatalog: Leseverstehen (VERA 3 und VERA 8, Niveaustufen) – finanzierbar.
| Befund | Quelle | Folgerung |
|---|---|---|
| Explizit vermittelte Strategien – Vorhersagen, Fragen stellen, Klären, Zusammenfassen – in wechselnder Rolle (reziprokes Lehren) verbessern das Verstehen deutlich, gerade bei schwachen Lesern. | Palincsar & Brown 1984; Rosenshine & Meister 1994 (Meta-Analyse); Hattie 2009 (d ≈ 0,74) | Vier Strategien als festes Ritual, die Klasse übernimmt die Lehrerrolle im Wechsel. |
| Wortschatz ist der stärkste Einzelprädiktor des Verstehens ab Klasse 4; Fachwortschatz entscheidet über Sachtexte. | Stanovich 1986 (Matthäus-Effekt); Beck, McKeown & Kucan 2002 (Tier-2-Wörter) | Je Text fünf Wörter vorher klären, mit Bild und Beispielsatz – wie im Basiswissen der Mathe-Themen. |
| Sprachsensibler Fachunterricht: Verstehen scheitert oft an der Sprache, nicht am Fach – Sprachhandlungen müssen eingefordert und aufgebaut werden. | Prediger 2013; BiSS-Transfer 2020–2025 (Schule am Schloss) | Die Lesehilfe „Erst lesen, dann rechnen“ gilt für jedes Fach; Deutsch liefert die Strategie, die anderen Fächer wenden sie an. |
Anderswo:
- England: „Reading for pleasure“ als Ziel im Lehrplan, tägliche Vorlesezeit bis Year 6, Bibliotheksstunde; Oak National Academy liefert vollständige Deutsch-Äquivalente (English) mit Quiz vor und nach der Stunde. Nachbauen: Ja: Vorlesezeit als Baustein der Stunde, Quiz vor und nach dem Text.
- Finnland: Leseverstehen über Bibliotheken und Lesekultur; Lehrkräfte mit Master, hohe Autonomie – kein nachbaubares Programm, sondern Kultur. Nachbauen: Nein – aber die Bibliotheksstunde als fester Termin lässt sich planen.
Wow-Stunde: Der Text, der lügt: Ein Sachtext mit drei eingebauten falschen Behauptungen – wer sie findet, hat verstanden. Und die Detektivfrage: Was steht NICHT im Text, obwohl alle es glauben?
Gebaut: Lesestrategie bei Sachaufgaben (lib/lesestrategie.ts) · Lesecheck (Sprache oder Mathematik?) in der Strecke · Lesestunde 3 bis 8 mit Strategie-Ritual in vier Rollen, Frage vorher, drei Fragen danach auf drei Ebenen, Rollenkarten (lib/lesestunde.ts, /lesen/stunde, 22.09.2026) · 24 eigene Sachtexte (CC0) zu zwölf Interessenfeldern, je 150 bis 210 Wörter, mindestens sechs je Jahrgang von 3 bis 10 – 15 davon mit einer Lüge für die Wow-Stunde (lib/lesetexte.ts, 23.09.2026) · Quiz danach am Handy statt Karten A, B, C: drei Fragen auf drei Ebenen, Rückmeldung nennt die Ebene, nicht eine Note (lib/lesequiz.ts, /lesen/quiz) · Textpool: sechs eigene Sachtexte unter CC0 mit fünf Wörtern je Text (lib/lesetexte.ts) · Wow-Stunde „Der Text, der lügt“ mit ersetztem Satz und drei Prüfungen · Lesereihe 3 bis 6: je acht Stunden mit Ritual vor, während, nach dem Lesen, Messung in Stunde 1 und 8 mit gleich schweren Texten, vier Werkzeuge vorgemacht und schrittweise abgegeben, 32 eigene Texte (CC0) mit gemessenem LIX, 120 Fragen auf drei Ebenen, jede falsche Antwort mit benannter Fehlvorstellung; Auswertung je Ebene für Klasse und Jahrgang ab zwei Klassen von zwei Lehrkräften (lib/lesestunde.ts buildReihenstunde, lib/lesetexte-verstehen.ts, lib/lesequiz.ts, /lesen/quiz/reihe, 23.09.2026)
Fehlt noch:
- Die Lesestunde im Jahresplan einer Deutsch-Klasse (heute ohne Klasse)
- Lesereihen 7 und 8
Rechtschreiben (1 bis 10)
Chancenbudget: Basiskompetenz Schreiben, Zielkatalog: Rechtschreibleistung (Grundwortschatz, Strategien) – finanzierbar.
| Befund | Quelle | Folgerung |
|---|---|---|
| Rechtschreiben lernt man über Strategien (Silbe schwingen, Verlängern, Ableiten, Merkwörter) und einen begrenzten Grundwortschatz – nicht über Abschreiben beliebiger Texte. | Naumann 2008 (Grundwortschatz); Berliner Basiswortschatz (SenBJF); FRESCH (Brezing, Maisenbacher, Renk, Rinderle & Wehrle 2018; frühere Ausgaben herausgegeben von Michel 2001 und 2008; ein Praxishandbuch, keine Wirksamkeitsstudie) | Der Berliner Grundwortschatz als Vorrat, jede Übung mit der passenden Strategie. |
| Verteiltes Üben mit Abruf (Wort aus dem Gedächtnis schreiben, dann prüfen) schlägt Abschreiben um ein Vielfaches. | Roediger & Karpicke 2006; Cepeda u. a. 2006 | Diktat am Handy: Wort hören, tippen, sofort prüfen, falsche Wörter kommen in drei Tagen wieder – wie die Strecke. |
| Fehleranalyse nach Fehlertyp (lautgetreu, Regel, Merkwort) sagt, welche Strategie fehlt – der Fehler ist die Diagnose. | May 2002 (HSP – Hamburger Schreib-Probe); Thomé | Jede Falschschreibung wird nach Typ eingeordnet, wie die Fehlerarten in Mathe. |
Anderswo:
- Hamburg: HSP (Hamburger Schreib-Probe) als standardisierte Diagnose mit Strategieprofil. Nachbauen: Nicht die HSP (geschützt), aber ihr Prinzip: Fehlerprofil nach Strategie.
- England: Wöchentlicher Spelling-Test mit festen Wortlisten je Jahrgang (statutory word lists). Nachbauen: Ja, als Wochenwortschatz aus dem Berliner Grundwortschatz mit Abrufübung.
Wow-Stunde: Das Wort, das sich versteckt: Ein Wort, in dem drei Rechtschreibfallen stecken (Fahrrad) – wer alle drei erklärt, darf der Klasse ein neues stellen.
Gebaut: Rechtschreibdiagnose 2 bis 6 zu drei Zeitpunkten (lib/rechtschreibdiagnose.ts, /rechtschreiben/diagnose, 23.09.2026): Prinzip der HSP ohne HSP – Lupenstellen nach FRESCH-Strategie, drei Parallelformen mit gleich vielen Stellen je Strategie, 228 feste Wörter, Großprobe in eigenen Sätzen; Profil, Schwerpunkt nach der ersten Lücke, Wochenwortschatz und Förderkarte je Kind mit Code fürs Handy, Klassenbild mit Zuwachs – alles auf dem Gerät der Lehrkraft · Rechtschreiben 7 bis 10 (lib/rechtschreibsek.ts): Diagnose Groß und klein, Komma, das oder dass mit einer Entscheidung je Aufgabe, Übungsweg je Regel mit Probe und Übungssätzen · Rechtschreibjahr 2 bis 10 (lib/rechtschreibreihe.ts, /rechtschreiben/reihe): Einheiten mit festem Ablauf Einführen, Üben (Abschreiben nach Methode), Anwenden im eigenen Text; drei Diagnosen im Jahr · Grundwortschatz-Auswahl: über 100 Wörter je Phänomen mit Strategie (lib/grundwortschatz.ts, 22.09.2026) · Diktat am Handy: hören, tippen, Fehlertyp mit Strategie, Wiederholung mit Abstand auf dem Gerät (lib/diktat.ts, /rechtschreiben) · Strategie-Tipps (Schwingen, Verlängern, Ableiten, Merken, Großprobe) je Phänomen · Rechtschreibbild der Klasse und Jahrgangsbild im Wirkungsbericht – Zähler, keine Kennung (lib/diktat.ts rsJahrgang, /s/[token]/diktat) · Wochenwortschatz als Druckblatt mit Partnerdiktat (/rechtschreiben/blatt) · Großschreibung im Satz: 40 Sätze mit Fallen, Erweiterungsprobe statt Dingwort-Regel, angehängt an jedes Diktat (lib/satzdiktat.ts, 23.09.2026) · Rechtschreibstunde 2 bis 10 (lib/rechtschreibstunde.ts, /rechtschreiben/stunde, 23.09.2026): zwölf Phänomene, jedes mit Kontrastsortierung, laut vorgemachtem Handgriff, Partnerdiktat im Abruf, Rechtschreibgespräch und einem ungeübten Transferwort; Blatt zum Drucken. Damit hat Rechtschreiben endlich Unterricht und nicht nur Übung (Graham und Santangelo 2014; Words Their Way; Rosenshine 2012). Keine Falschschreibung an der Wand (Brown 1988; Scheerer-Neumann 2018)
Fehlt noch:
- Die amtliche Grundwortschatzliste des Landes als Datensatz (Marco gibt die Quelle frei)
- Die Rechtschreibstunde im Jahresplan einer Deutsch-Klasse – heute wählt die Lehrkraft das Phänomen selbst, statt dass das Fehlerprofil der Klasse es vorschlägt
- s, ss, ß als eigenes Phänomen für Jahrgang 5 und 6
- Jahrgangsbild der Rechtschreibdiagnose im Wirkungsbericht (braucht ein Zählerfeld an der Klasse)
Texte schreiben (2 bis 10)
Chancenbudget: Basiskompetenz Schreiben, Zielkatalog: Textproduktion (Aufbau, Kohärenz, Sprachrichtigkeit) – finanzierbar.
| Befund | Quelle | Folgerung |
|---|---|---|
| Prozessorientiertes Schreiben mit expliziten Strategien (Planen, Schreiben, Überarbeiten) und Schreibkonferenzen wirkt am stärksten – deutlich vor freiem Schreiben oder Grammatikunterricht. | Graham & Perin 2007 (Writing Next, Meta-Analyse); Graham 2019 | Jede Schreibaufgabe hat drei Phasen und ein Feedback-Ritual; Überarbeiten ist Pflicht, nicht Kür. |
| Textprozeduren (feste Bausteine wie „Zuerst … danach …“, „Ich finde, dass …, weil …“) machen Textsorten lernbar; Muster vor Freiheit. | Feilke 2012, 2014 (Textprozeduren); Bachmann & Becker-Mrotzek 2010 | Jede Textsorte kommt mit Bausteinen und einem Musterabsatz – wie das Lösungsbeispiel in Mathe. |
| Rückmeldung auf Texte wirkt, wenn sie konkret und auf den nächsten Schritt gerichtet ist; Noten ohne Kommentar wirken nicht. | Hattie & Timperley 2007; Black & Wiliam 1998 | Feedback mit Kriterienraster und einem nächsten Schritt – ein Sprachmodell nur als Entwurf, den die Lehrkraft prüft (Grundregel 8). |
Anderswo:
- USA: Self-Regulated Strategy Development (SRSD): Strategien plus Selbststeuerung, Effektstärke über 1. Nachbauen: Ja: Planungskarte und Selbstcheck je Textsorte.
- England: Schreiben täglich („daily writing“), Musteranalyse vor dem eigenen Text (Talk for Writing). Nachbauen: Ja: erst Muster lesen und zerlegen, dann schreiben.
Wow-Stunde: Der Brief an das Zukunfts-Ich, versiegelt bis Klasse 10. Die Klassenzeitung aus echten Nachrichten der Woche. Der Text, der in 30 Wörtern eine ganze Geschichte erzählt.
Gebaut: Schreibregeln für alle Texte an Kinder und Eltern (lib/schreibregeln.ts) · Erklär-Satz am Ende der Strecke („Erklär das Thema einem Freund“) · Modelltexte je Kriterium (lib/modelltexte.ts, 23.09.2026): 35 Absätze – zu jedem Kriterium jeder Textsorte ein Modellabsatz, ein Gegenabsatz mit demselben Inhalt und der Satz, woran man den Unterschied sieht; zugeklappt an der Überarbeitungsphase, damit das Muster nicht vor dem eigenen Entwurf liegt und abgeschrieben wird (Feilke 2012/2014; Bachmann und Becker-Mrotzek 2010; Corbett und Strong 2011; Kontrastprinzip nach Marton und Booth 1997) · Schreiben im Wirkungsbericht: gehaltene Stunden, entstandene und überarbeitete Texte je Jahrgang, mit der Grenze im selben Satz – gezählter Unterricht, kein Kompetenzzuwachs (lib/schreibbild.ts, lib/wirkungsbericht.ts, 23.09.2026) · Sätze verbinden: 30 Satzpaare mit zehn Bindewörtern nach dem Verhältnis, das sie zeigen (Grund, Folge, Gegensatz, Ziel, Zeit, Bedingung), in der Überarbeitungsphase und auf dem Blatt (lib/saetzeverbinden.ts, 23.09.2026; Graham und Perin 2007, d 0,50) · Schreibstunde 2 bis 10 (lib/schreibstunde.ts, /schreiben, 22.09.2026): sieben Textsorten mit Produktziel, Raster in Kindersprache, Schreibplan mit vier Fragen, Bausteinen, Themen je Stufe; Ablauf Ziel, Schreibstart (Grundschule), Plan, Schreiben, Schreibkonferenz in vier Rollen (Spitta, Textlupe), ein Kriterium überarbeiten, Exit-Ticket; Blatt zum Drucken · Schreibreihen 3 bis 6 (lib/schreibreihen.ts, lib/schreibraster.ts, /schreiben/reihe, 23.09.2026): 16 Reihen – je Jahrgang Erzählen, Berichten, Beschreiben, Argumentieren – zu je sechs Stunden nach SRSD (Modelltext untersuchen, Vormachen und Merken, Planen und Formulieren, Schreiben, Überarbeiten mit Textlupe, Endfassung mit Selbsteinschätzung); eigene Modelltexte mit markierter Stelle je Kriterium, Kriterienraster je Textsorte und Jahrgang, RLP-Standard wörtlich je Reihe; Mappe und Raster zum Drucken (Harris und Graham 1996; Glaser und Brunstein 2007; Philipp 2014; Becker-Mrotzek und Böttcher 2006). Seit 01.10.2026 auch Jahrgang 2 mit zwei Reihen (Geschichte mit Anfang, Mitte und Ende; Wunsch mit Grund im Brief) nach Niveaustufe B (Harris, Graham und Mason 2006: SRSD in Klasse 2) · Meldung der überarbeiteten Texte an die Klasse nach Reihe oder Schreibstunde – zwei Zahlen, kein Text (app/schreiben/aktionen.ts, lib/schreibbild.ts)
Fehlt noch:
- Schreibreihen für Jahrgang 2 und 7 bis 10 (dort bisher nur die Einzelstunde)
- Die Schreibreihe im Jahresplan einer Deutsch-Klasse
Sprechen und Zuhören (1 bis 10)
Chancenbudget: Nicht direkt im Zielkatalog – aber Voraussetzung für Lesen und Schreiben (mündlicher Wortschatz).
| Befund | Quelle | Folgerung |
|---|---|---|
| Mündliche Sprachfähigkeit in Klasse 1 sagt das Leseverstehen in Klasse 4 voraus; Vorlesen und Gespräch über Texte bauen sie auf. | Gough & Tunmer 1986; Hoover & Gough 1990 (Simple View of Reading); Lesestudie „Vorlesen“ (Stiftung Lesen) | Vorlesen und Textgespräch sind Bausteine der Grundschulstunde, nicht Pausenfüller. |
| Gesprächsregeln und Sprechanlässe mit Struktur (Think-Pair-Share, Erzählkreis mit Auftrag) erhöhen den Redeanteil aller, nicht nur der drei Schnellen. | Lyman 1981; Mercer 2000 (exploratory talk) | Jede Stunde hat einen Sprechanlass mit Partnerphase – wie in Mathe. |
Anderswo:
- England: „Oracy“ als eigener Bildungsauftrag (Voice 21): Sprechen wird gelehrt und bewertet wie Schreiben. Nachbauen: Teilweise: Sprechaufträge mit Satzanfängen.
Wow-Stunde: Die Ein-Minuten-Rede: ein Kind, ein Gegenstand aus der Tasche, sechzig Sekunden – und die Klasse stellt drei Fragen, die der Redner beantworten muss.
Gebaut: Think-Pair-Share und Sozialformen in jeder Stunde (lib/stunde.ts) · Sprechen und Zuhören 5 bis 10: fünf Formate mit Hörauftrag, Raster und Auswegen (lib/sprechenzuhoeren.ts, /methoden) · Sprechen und Zuhören 1 bis 4: Vorlesen mit Hörauftrag, Erzählkreis mit Gerüst, Zeigen und erzählen, Meinungsrunde mit weil, Gesprächsregeln (lib/deutsch-sprechen-gs.ts, /methoden, 27.09.2026) · Sprachen vergleichen, ein Baustein je Doppeljahrgang (lib/deutsch-sprachvergleich.ts, Rahmenlehrplan 2.13, 27.09.2026)
Fehlt noch:
- Keine Deutsch-Stunden mit Vorlesezeit und Textgespräch als eigene Stunde (nur als Format)
- Kein Präsentationsbaustein für die Präsentationsprüfung in 10
- Digital kommunizieren (Rahmenlehrplan 2.1) fehlt ganz
Sprache und Sprachgebrauch untersuchen (2 bis 10)
Chancenbudget: Nicht im Zielkatalog – Grammatik nur, soweit sie Rechtschreiben und Schreiben trägt.
| Befund | Quelle | Folgerung |
|---|---|---|
| Isolierter Grammatikunterricht verbessert weder Schreiben noch Rechtschreiben; integrierte, funktionale Grammatik (was leistet die Form im Text?) tut es. | Graham & Perin 2007 (Grammatik als einzige Maßnahme mit negativem Effekt); Andrews u. a. 2006 | Grammatik nur am Text und für einen Zweck – Satzglieder, um Sätze umzustellen; Wortarten, um Großschreibung zu sichern. |
Anderswo:
- England: Grammar, Punctuation and Spelling Test (Year 6) – umstritten, weil er isolierte Grammatik prüft. Nachbauen: Nein.
Gebaut: Grammatik am Satz in der Übungsstrecke 2 bis 10: Wortarten mit Proben, Zeitformen, Fälle, Satzglieder mit Umstell-, Ersatz- und Weglassprobe, Attribute, Gliedsätze, Aktiv und Passiv, Konjunktiv (lib/deutsch-uebung/*) · Mehrzahl, Verbklammer mit trennbaren Verben, Präposition und Fall (lib/deutsch-uebung/wortformen.ts, 27.09.2026)
Fehlt noch:
- Konjunktionen in Klasse 5 und 6 und die Personalform in Klasse 1 und 2 ohne eigene Übung
Literatur und Medien (3 bis 10)
Chancenbudget: Nicht im Zielkatalog – aber der Grund, warum Kinder lesen wollen.
| Befund | Quelle | Folgerung |
|---|---|---|
| Lesemotivation und Lesemenge hängen zusammen; Wahlfreiheit beim Buch und Lesezeit in der Schule erhöhen beides. | Guthrie & Wigfield 2000; PISA 2018 (Lesefreude) | Freie Lesezeit mit eigenem Buch als fester Baustein; das Buch wählt das Kind. |
| Man versteht einen literarischen Text, indem man etwas mit ihm macht – weiterschreiben, umschreiben, vortragen, eine Leerstelle füllen –, nicht indem man ihn zergliedert. | Haas, Menzel und Spinner 1994 (Praxis Deutsch 123) | Die Erarbeitungsphase der Literaturstunde ist ein Auftrag und keine Analyse. |
| Literarisches Lernen hat elf Aspekte; die Unabschließbarkeit des Sinnbildungsprozesses ist der, an dem Literaturunterricht in beide Richtungen scheitert – als Beliebigkeit und als eine einzige gültige Deutung. | Spinner 2006 (Praxis Deutsch 200) | Die dritte Frage wird nicht aufgelöst. Jede Deutung gilt, wenn sie am Text belegt ist, und keine gilt ohne Zeile. |
Anderswo:
- USA: Accelerated Reader: Quiz nach jedem Buch, Punkte – wirkt auf Menge, nicht sicher auf Verstehen. Nachbauen: Nein (Punkte fürs Lesen; Spiel-Entscheidungen).
Wow-Stunde: Das Buch, das die Klasse schreibt: jedes Kind ein Kapitel, die Figur wandert – am Ende als Heft gedruckt.
Gebaut: Zehn gemeinfreie literarische Texte, Jahrgang 5 bis 10, vier Gattungen – jeder Wortlaut aus zwei Quellen gegengeprüft, mit Todesjahr, Ausgabe und Gegenprobe (lib/literaturtexte.ts, 23.09.2026) · Literaturstunde 5 bis 10 (lib/literaturstunde.ts, /lesen/literatur): produktiver Auftrag statt Analyse, drei Fragen auf drei Ebenen, die dritte ohne Auflösung, Blatt mit Quellenzeile zum Drucken; Wow-Stunde „Zwei Stimmen, ein Text“ mit einer dritten Vortragsweise, die der Text nicht hergibt
Fehlt noch:
- Kein Lesetagebuch, keine freie Lesezeit als Stundenbaustein
- Keine Ganzschrift-Reihen mit Lizenz
- Keine Reihe über mehrere Stunden am selben Text – die Literaturstunde ist heute eine Einzelstunde
Kinder mit anderer Familiensprache (1 bis 10)
An Berliner Integrierten Sekundarschulen hat fast jedes zweite Kind eine andere Familiensprache. Wer im Alltag flüssig Deutsch spricht, kann trotzdem an einer Arbeitsanweisung scheitern – dann misst die Übung die Anweisung und nicht das Können.
| Befund | Quelle | Folgerung |
|---|---|---|
| Schulerfolg hängt an der Bildungssprache – dem Register der Schule mit Fachwörtern, Nominalisierungen und verdichteten Sätzen –, nicht an der Alltagssprache. Kinder mit anderer Familiensprache sprechen im Alltag oft flüssig Deutsch und scheitern an Arbeitsanweisungen. | Gogolin und Lange 2011 (Bildungssprache und durchgängige Sprachbildung, in: Fürstenau und Gomolla, Migration und schulischer Wandel: Mehrsprachigkeit); Cummins 1979 (Alltagssprache und Schulsprache) | Arbeitsanweisungen immer gleich und kurz formulieren, vorlesen lassen, und in der Familiensprache als Brücke daneben – nie die Aufgabe oder die Lösung übersetzen. |
| Die deutsche Satzstellung wird in festen Stufen erworben: finites Verb, Satzklammer, Verb vor dem Subjekt, Verb am Ende des Nebensatzes – mit Deutsch als Zweitsprache in derselben Reihenfolge wie einsprachig, nur später. | Grießhaber 2013 (Profilanalyse, Universität Duisburg-Essen); Tracy 2007 (Wie Kinder Sprachen lernen, Francke) | Übungen zur Verbzweitstellung und zur Verbklammer mit ganzen Sätzen; die Rückmeldung nennt die Stelle des Verbs, nicht nur „falsch“. |
| Genus und Artikel, der Fall nach Präpositionen, die Mehrzahl und die trennbaren Verben sind die Stolpersteine, die am längsten bleiben: Sie lassen sich kaum aus Regeln ableiten und sind in vielen Familiensprachen anders gelöst – Türkisch, Russisch, Ukrainisch und Polnisch haben keinen Artikel, Arabisch zwei Genera statt drei. | Rösch 2011 (Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, Akademie Verlag); Wegener 1995 (Nominalflexion im Zweitspracherwerb) | Jedes Nomen mit Artikel und Mehrzahl zeigen (der Hund, die Hunde); Übungen zu Artikel, Präposition und Fall, Mehrzahl und Verbklammer in der Strecke – mit Fehlerart und kleinstem Schritt. |
| Die Schriftsprache der Familiensprache überträgt sich auf das Deutsche; wer die Familiensprache wertschätzt und nutzt, stärkt das Lernen, ein Verbot hilft nicht. | Cummins 2000 (Language, Power and Pedagogy, Multilingual Matters); Rahmenlehrplan Berlin-Brandenburg, Teil C Deutsch 2024, Standard 2.13 „Mehrsprachigkeit reflektieren und nutzen“ | Sprachen vergleichen als Baustein im Deutschunterricht; die Familiensprache darf an der Anweisung stehen. |
| Sprachbildung wirkt, wenn sie durchgängig in allen Fächern geschieht und Diagnose, Förderung und Unterricht verbindet. | BiSS – Bildung durch Sprache und Schrift, Bund-Länder-Initiative 2013 bis 2019 und BiSS-Transfer 2020 bis 2025; Rahmenlehrplan Teil B, Basiscurriculum Sprachbildung 2017 | Fehlerart statt Fehlerzahl als Diagnose, einfache Sprache und Vorlesen an jeder Aufgabe. |
Anderswo:
- Schweden: Studienhilfe in der Muttersprache („studiehandledning på modersmål“): Eine Person erklärt die Aufgabe in der Familiensprache, der Unterricht bleibt schwedisch. Nachbauen: Teilweise: Die Anweisung steht in der Familiensprache daneben, die Aufgabe bleibt deutsch – ohne zusätzliche Person.
- Kanada (Ontario): Stufen des Zweitspracherwerbs als Raster für die Lehrkraft (Steps to English Proficiency) und Aufgaben in einfacher Sprache. Nachbauen: Ja, als Fehlerbilder in der Diagnose statt als Stufenurteil über das Kind.
Willkommensklasse und Sprachförderung: In Berlin lernen neu zugewanderte Kinder und Jugendliche oft zuerst in einer Willkommensklasse und wechseln dann in die Regelklasse. Für die ersten Wochen dort: Buchstaben-Weg (auch für Ältere), Anweisungen in der Familiensprache, Nomen mit Artikel, und die Übungen der Klassen 2 bis 4 zu Mehrzahl und Verbklammer – auch in Klasse 7. Das ersetzt keine Sprachförderung durch die Schule, es entlastet sie. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: Sprachförderung und Sprachbildung (Willkommensklassen, Basiscurriculum Sprachbildung, Deutsches Sprachdiplom) (abgerufen am 27.09.2026).
Gebaut: Arbeitsanweisungen der Deutsch-Übung in sechs Familiensprachen (Türkisch, Arabisch, Russisch, Ukrainisch, Polnisch, Englisch), gewählt auf dem Gerät, nur die Anweisung, mit Vorlesen durch eine Gerätestimme; unsichere Sätze werden nicht gezeigt (lib/deutsch-anweisung.ts, lib/deutsch-anweisung-sprachen.ts) · Artikel und Mehrzahl an jedem Nomen der Wortlisten – im Diktat, auf dem Wochenwortschatz-Blatt, in der Fehlerkartei und beim Buchstaben-Weg (lib/deutsch-artikel.ts) · Übungen zu Mehrzahl, Verbklammer mit trennbaren Verben, Präposition und Fall – mit eigener Fehlerart (mehrzahl, verbklammer, praeposition in lib/fehleranalyse.ts), kleinstem Schritt und freier Eingabe (lib/deutsch-uebung/wortformen.ts) · Buchstaben-Weg bis Klasse 10 wählbar, als „Buchstaben lernen (neu in Deutsch)“ (lib/buchstaben.ts, /ueben) · Vorlesen jeder Deutsch-Aufgabe mit der Gerätestimme, die Lücke heißt „Lücke“ (lib/aufgabe-vorlesen.ts)
Fehlt noch:
- Die Übersetzungen hat ein Sprachmodell geschrieben; eine Person mit der jeweiligen Familiensprache muss sie gegenlesen. Sätze mit unsicherer Fachsprache sind bis dahin ausgeblendet.
- Kein Test der Sprachstände (keine Profilanalyse, kein C-Test) – die Einstufung der Sprache bleibt bei der Lehrkraft.
- Weitere Familiensprachen (Farsi, Kurdisch, Vietnamesisch, Bulgarisch, Rumänisch) nur bei den Elternnachrichten, noch nicht an den Anweisungen.