Biologie · Klasse 9 und 10 · Kapitel
Evolution
EntdeckenDie Frage zum Kapitel
Wie schnell kann sich eine Population verändern?
Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Für die Lehrkraft: Auf der Galápagosinsel Daphne Major starb 1977 bei einer Dürre ein großer Teil der Finken. Überlebt haben vor allem Vögel mit tieferem Schnabel, weil sie harte Samen knacken konnten. Schon die Nachkommen hatten im Mittel einen tieferen Schnabel. Quelle: Boag und Grant 1981, Intense natural selection in a population of Darwin's finches, Science 214.
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich kann Evolution als Veränderung von Populationen über viele Generationen beschreiben und von der Entwicklung eines Einzelwesens unterscheiden.
EntdeckenFrage
Wie schnell kann sich eine Population verändern?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Auf der Galápagosinsel Daphne Major starb 1977 bei einer Dürre ein großer Teil der Finken. Überlebt haben vor allem Vögel mit tieferem Schnabel, weil sie harte Samen knacken konnten. Schon die Nachkommen hatten im Mittel einen tieferen Schnabel.
MerkenPopulationen verändern sich
Ein einzelnes Lebewesen verändert seine Erbanlagen nicht.
Eine Population verändert sich, weil sich über viele Generationen die Anteile der Erbanlagen verschieben.
BeispielPopulation und Evolution
Schritt für Schritt
- Ein Falter behält seine Farbe.
- Der Anteil dunkler Falter wuchs, weil sie häufiger überlebten.
- Ein Falter behält seine Farbe.
- Der Anteil dunkler Falter wuchs, weil sie häufiger überlebten.
AchtungEinzelne passen sich an
Jeder einzelne Falter hat sich an den dunklen Baum angepasst.
Ein Falter ändert seine Farbe nicht. Dunkle Falter überlebten häufiger, und ihr Anteil in der Population wuchs.
Frage, ob sich ein einzelnes Tier verändert oder ob sich die Anteile in der ganzen Gruppe verschieben. Evolution geschieht in Populationen.
ÜbenJetzt du
- ○1Eine Giraffe streckt den Hals nach hohen Blättern. Wird der Hals ihrer Kinder deshalb länger? Begründe die Wahl.So fängst du an:Streckung verändert nicht die Keimzellen.
Lösung zeigen
- Streckung verändert nicht die Keimzellen.
- Vererbt wird, was in den Genen liegt.
Ergebnis:Nein, erworbene Merkmale werden nicht vererbt. - ●2Was ist der Genpool einer Population? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Der Genpool umfasst alle Allele.
- Er ändert sich von Generation zu Generation.
Ergebnis:die Gesamtheit aller Allele der Population - ★3Warum ist „Der Mensch entwickelt sich weiter“ in der Evolution missverständlich? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Entwicklung betrifft ein Lebewesen.
- Evolution betrifft viele Generationen.
Ergebnis:Entwicklung eines Einzelwesens und Evolution einer Population sind zwei verschiedene Vorgänge.
2Ich kann Variation und Selektion als Ursachen der Evolution erklären.
EntdeckenFrage
Warum haben Mäuse an weißen Stränden in Florida helles Fell?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Hellere Mäuse wurden auf hellem Sand seltener von Raubvögeln gefressen. Im Versuch mit Tonmodellen wurden auffällige Modelle häufiger angegriffen. Die Auslese wirkte auf erbliche Unterschiede der Fellfarbe.
MerkenVariation und Selektion
Nachkommen unterscheiden sich erblich.
Wer in seiner Umwelt besser zurechtkommt, hat im Mittel mehr Nachkommen. So nimmt der Anteil seiner Erbanlagen zu.
BeispielVariation und Selektion
Schritt für Schritt
- Nachkommen unterscheiden sich erblich.
- Nicht alle kommen durch, weil Nahrung und Raum begrenzt sind.
- Nachkommen unterscheiden sich erblich.
- Nicht alle kommen durch, weil Nahrung und Raum begrenzt sind.
AchtungMerkmal entsteht, um zu nützen
Der Eisbär hat weißes Fell, um sich im Schnee zu tarnen.
Weißes Fell entstand zufällig. Weiße Bären hatten im Schnee mehr Jagderfolg und mehr Nachkommen.
Streiche in Gedanken „um zu“ und „damit“. Sage stattdessen: weil, und danach, wer mehr Nachkommen hatte.
ÜbenJetzt du
- ○4Hellere Mäuse werden auf dunklem Boden häufiger gefressen. Was ändert sich im Laufe der Zeit? Begründe die Wahl.So fängst du an:Dunkle Mäuse überleben häufiger.
Lösung zeigen
- Dunkle Mäuse überleben häufiger.
- Sie haben mehr Nachkommen.
Ergebnis:Der Anteil dunkler Mäuse nimmt zu. - ●5Warum gibt es unter Löwenzahn auf einer oft gemähten Wiese mehr flach wachsende Pflanzen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Selektion wirkt auf erbliche Unterschiede.
- Flach wachsen ist erblich.
Ergebnis:Flache Pflanzen wurden seltener abgeschnitten und hatten mehr Samen. - ★6Natürliche Selektion wirkt nicht nur auf Körperbau. Welches Beispiel passt ebenfalls? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Alles Erbliche kann Fortpflanzungserfolg beeinflussen.
- Dazu gehört auch Verhalten.
Ergebnis:Verhalten, das erblich ist, etwa Warnrufe oder Balzverhalten
3Ich kann Angepasstheit ohne Absicht erklären.
EntdeckenFrage
Warum haben manche Höhlenfische keine Augen?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
In völliger Dunkelheit nützt ein Auge nichts, und es kostet Energie. Fische ohne Augen sparen sie. Erbliche Veränderungen, die das Auge verkleinern, wurden nicht mehr ausgemerzt. Vorfahren der Höhlenfische hatten noch Augen.
MerkenAngepasstheit entsteht ohne Ziel
Merkmale entstehen nicht, weil das Lebewesen sie braucht.
Zufällige Veränderungen der Erbanlagen sind schon da. Die Umwelt entscheidet, welche sich ausbreiten.
BeispielAngepasstheit erklären
Schritt für Schritt
- Mutationen sind ungerichtet.
- Nur vorhandene Variation wird ausgelesen.
- Mutationen sind ungerichtet.
- Nur vorhandene Variation wird ausgelesen.
AchtungErworbenes wird vererbt
Die Giraffe hat sich gestreckt, und ihre Jungen hatten längere Hälse.
Streckt sich ein Tier, ändert das seine Erbanlagen nicht. Giraffen mit erblich längerem Hals hatten mehr Nachkommen.
Was ein Lebewesen im Leben erwirbt, wie Muskeln oder Narben, steht nicht in den Keimzellen. Vererbt wird nur, was in den Erbanlagen steht.
ÜbenJetzt du
- ○7Warum ist ein Merkmal in einer neuen Umwelt manchmal nachteilig? Begründe die Wahl.So fängst du an:Selektion wirkt in einer bestimmten Umwelt.
Lösung zeigen
- Selektion wirkt in einer bestimmten Umwelt.
- Ändert sich die Umwelt, kann der Vorteil verschwinden.
Ergebnis:Angepasstheit gilt nur für die Umwelt, in der selektiert wurde. - ●8Der Blinddarm des Menschen ist klein. Was ist die beste Erklärung? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Nicht der Gebrauch verändert die Erbanlagen.
- Selektion und Zufall verändern die Anteile.
Ergebnis:Bei Vorfahren war er größer; ohne Vorteil durch Größe wurde er über Generationen kleiner. - ★9Warum ist „Der Hase ist schnell, um dem Fuchs zu entkommen“ biologisch ungenau? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- „Um zu“ unterstellt eine Absicht.
- Selektion wirkt rückblickend.
Ergebnis:Schnelle Hasen entkamen häufiger und hatten mehr Nachkommen; das Ziel kam nicht vorher.
4Ich kann Fossilien, Übergangsformen und Embryonalentwicklung als Belege für Evolution deuten.
EntdeckenFrage
Wo und wann fand man das Fossil Tiktaalik?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Auf der Ellesmere-Insel im Norden Kanadas, im Jahr 2004. Das Tier lebte vor etwa 375 Millionen Jahren. Es hatte Kiemen und Flossen wie ein Fisch, aber Handgelenkknochen und einen beweglichen Hals wie ein Landwirbeltier.
MerkenBelege für Evolution
Fossilien zeigen früheres Leben und Übergangsformen.
Ähnlichkeiten im Körperbau und im Erbgut zeigen Verwandtschaft. Mehrere unabhängige Belege weisen auf dasselbe Ergebnis.
BeispielBelege für Evolution
Schritt für Schritt
- Gene der Vorfahren können noch vorhanden sein.
- Sie werden selten ausgeprägt.
- Gene der Vorfahren können noch vorhanden sein.
- Sie werden selten ausgeprägt.
AchtungEvolution hat ein Ziel
Die Evolution führt von einfachen Tieren zum Menschen als Ziel.
Evolution hat kein Ziel. Der Stammbaum verzweigt sich, und der Mensch ist ein Ast neben vielen anderen.
Zeichne einen Stammbaum als Busch mit vielen Ästen und nicht als Leiter. Kein heutiges Lebewesen ist höher oder fertiger.
ÜbenJetzt du
- ○10Warum sind die Fossilfunde des Pferdes ein guter Beleg? Begründe die Wahl.So fängst du an:Reihen aus aufeinanderfolgenden Schichten zeigen Übergänge.
Lösung zeigen
- Reihen aus aufeinanderfolgenden Schichten zeigen Übergänge.
- Aus Eohippus wurde Equus.
Ergebnis:Sie zeigen eine Abfolge von Formen mit immer größerer Größe und weniger Zehen. - ●11Warum haben Menschen und Schimpansen sehr ähnliche DNA? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Ähnliches Erbgut zeigt nahe Verwandtschaft.
- Die Linien trennten sich vor etwa sechs bis sieben Millionen Jahren.
Ergebnis:Weil sie gemeinsame Vorfahren haben, deren Erbgut über die Linien weitergegeben wurde. - ★12Warum gibt es Lücken im Fossilbericht? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Fossilbildung ist selten.
- Trotzdem gibt es viele Übergangsformen.
Ergebnis:Weil nur sehr selten Lebewesen zu Fossilien werden und viele Gesteine abgetragen sind.
5Ich kann Homologie und Analogie unterscheiden und daraus Verwandtschaft ableiten.
EntdeckenFrage
Haben Giraffen mehr Halswirbel als Menschen?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Nein, beide haben sieben. Fast alle Säugetiere haben sieben Halswirbel, die Giraffe hat nur sehr viel längere. Das zeigt gemeinsamen Grundbau trotz sehr verschiedener Körperform.
MerkenHomologie und Analogie
Homologe Organe haben denselben Grundbau und stammen von gemeinsamen Vorfahren.
Analoge Organe erfüllen dieselbe Aufgabe, haben aber verschiedene Herkunft.
BeispielHomologie und Analogie
Schritt für Schritt
- Homologie zeigt Verwandtschaft.
- Funktion und Aussehen können verschieden sein.
- Homologie zeigt Verwandtschaft.
- Funktion und Aussehen können verschieden sein.
AchtungÄhnlichkeit als Verwandtschaft
Fledermaus und Vogel haben Flügel, also sind sie nah verwandt.
Beide Flügel haben verschiedenen Bau und verschiedene Herkunft. Gleiche Aufgabe, verschiedene Herkunft: Das ist Analogie.
Prüfe, ob der Grundbau gleich ist. Gleicher Bau spricht für Verwandtschaft, gleiche Aufgabe allein nicht.
ÜbenJetzt du
- ○13Welches Beispiel ist homolog zum Arm des Menschen? Begründe die Wahl.So fängst du an:Wirbeltiere haben denselben Gliedmaßenbauplan.
Lösung zeigen
- Wirbeltiere haben denselben Gliedmaßenbauplan.
- Insekten und Spinnen haben andere.
Ergebnis:die Brustflosse eines Wals - ●14Warum sind Haie und Delfine trotz ähnlicher Form nicht eng verwandt? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Delfine sind Säugetiere.
- Haie sind Knorpelfische.
Ergebnis:Die ähnliche Form entstand unabhängig durch ähnliche Umwelt, es ist eine Konvergenz. - ★15Die Flügel von Schmetterling und Fledermaus: Was sind sie? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Der Schmetterling hat Flügel aus Ausstülpungen der Körperwand.
- Die Fledermaus hat umgebaute Vordergliedmaßen.
Ergebnis:analoge Organe, gleiche Funktion bei verschiedener Herkunft
6Ich kann die Entstehung neuer Arten durch Isolation erklären.
EntdeckenFrage
Wie viele Fischarten entstanden im Viktoriasee?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Mehrere Hundert Arten von Buntbarschen. Der See trocknete nach heutigem Wissen vor etwa 12 000 Jahren aus und füllte sich dann wieder. In dieser kurzen Zeit entstanden viele Arten aus wenigen Vorfahren.
MerkenArtbildung
Wird eine Population getrennt, tauschen die Teile keine Erbanlagen mehr aus.
Beide verändern sich unabhängig. Sind sie nach langer Zeit nicht mehr kreuzbar, sind es neue Arten.
BeispielArtbildung und Isolation
Schritt für Schritt
- Auch ohne Trennung kann Fortpflanzung scheitern.
- Unfruchtbarkeit ist ein Beispiel.
- Auch ohne Trennung kann Fortpflanzung scheitern.
- Unfruchtbarkeit ist ein Beispiel.
AchtungArtbildung ohne Trennung
Neue Arten entstehen, wenn sich Tiere einfach an etwas Neues gewöhnen.
Neue Arten entstehen meist, wenn Teilpopulationen getrennt sind und sich unabhängig verändern, bis sie nicht mehr kreuzbar sind.
Frage, ob die Teile der Population noch Erbanlagen austauschen. Ohne Austausch verändern sie sich getrennt weiter.
ÜbenJetzt du
- ○16Was bezeichnet man als Art? Begründe die Wahl.So fängst du an:Fortpflanzungsgemeinschaft ist das Kriterium.
Lösung zeigen
- Fortpflanzungsgemeinschaft ist das Kriterium.
- Aussehen kann täuschen.
Ergebnis:Lebewesen, die sich untereinander fortpflanzen und fruchtbare Nachkommen haben - ●17Was geschieht, wenn eine Population durch einen neuen Fluss in zwei Teile getrennt wird? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Räumliche Trennung ist der Beginn.
- Genaustausch fehlt.
Ergebnis:Beide Teile verändern sich getrennt und können mit der Zeit zu neuen Arten werden. - ★18Warum sind Artgrenzen bei Bakterien schwierig? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Ohne Fortpflanzungsgemeinschaft greift die Definition nicht.
- Man nutzt Erbgut und Merkmale.
Ergebnis:Bakterien vermehren sich ungeschlechtlich; das Kriterium der Kreuzbarkeit passt nicht.
7Ich kann Resistenzbildung und Züchtung als Selektion deuten und Wachstum von Bakterien berechnen.
EntdeckenFrage
Wann tauchten die ersten Bakterien auf, die Penicillin zerstören?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Schon 1940, vor der ersten Behandlung von Patienten. Forscher fanden bei Bakterien ein Enzym, das Penicillin abbaut. Resistente Bakterien gab es also schon vor dem Gebrauch des Mittels.
MerkenResistenz und Züchtung
Ein Antibiotikum tötet empfindliche Bakterien.
Zufällig resistente überleben und vermehren sich. Der Mensch löst keine Anpassung aus, er wählt aus.
BeispielResistenz, Züchtung und Bakterienwachstum
Schritt für Schritt
- Viren haben keinen Stoffwechsel, den das Mittel stört.
- Unnötiger Einsatz begünstigt Resistenzen.
- Viren haben keinen Stoffwechsel, den das Mittel stört.
- Unnötiger Einsatz begünstigt Resistenzen.
AchtungBakterien gewöhnen sich ans Mittel
Bakterien lernen das Antibiotikum kennen und werden dadurch resistent.
Resistente Bakterien gab es zufällig schon. Das Mittel tötet die empfindlichen, die resistenten vermehren sich.
Das Mittel erzeugt keine Resistenz, es wählt sie aus. Frage, welche Bakterien nach der Behandlung noch leben.
ÜbenJetzt du
- ○19Warum wirkt ein Antibiotikum nach häufigem Gebrauch oft schlechter? Begründe die Wahl.So fängst du an:Resistente gab es schon vorher.
Lösung zeigen
- Resistente gab es schon vorher.
- Das Mittel wählt sie aus.
Ergebnis:Resistente Bakterien überleben und vermehren sich, ihr Anteil in der Population steigt. - ●20Aus einem einzigen Kolibakterium entstehen durch 4 Teilungen Nachkommen. Wie viele Zellen sind es danach?
Lösung zeigen
- Nach 1 Teilung sind es 2, nach 2 Teilungen 4.
- Nach 4 Teilungen sind es 2 hoch 4.
- 2 hoch 4 ist 16.
Ergebnis:16 - ★21Ein Landwirt spritzt jedes Jahr dasselbe Mittel gegen Unkraut. Nach Jahren wirkt es kaum noch. Warum? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Das Mittel selektiert.
- Wechsel der Mittel verzögert Resistenz.
Ergebnis:Zufällig unempfindliche Pflanzen überlebten, bildeten Samen und gaben die Eigenschaft weiter.
8Ich kann die Stammesgeschichte des Menschen einordnen und Alter mit der Halbwertszeit bestimmen.
EntdeckenFrage
Tragen Menschen außerhalb Afrikas Erbgut der Neandertaler in sich?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Ja, etwa ein bis zwei Prozent. Moderne Menschen und Neandertaler haben sich vor Zehntausenden Jahren gepaart. Das zeigt der Vergleich ihres Erbguts. Der Mensch stammt aber nicht vom Neandertaler ab.
MerkenDer Mensch in der Stammesgeschichte
Mensch und Schimpanse haben gemeinsame Vorfahren vor sechs bis sieben Millionen Jahren.
Der Mensch stammt nicht vom heutigen Schimpansen ab.
BeispielStammesgeschichte und Halbwertszeit
Schritt für Schritt
- Neandertaler und moderner Mensch lebten gleichzeitig.
- Evolution verzweigt sich.
- Neandertaler und moderner Mensch lebten gleichzeitig.
- Evolution verzweigt sich.
AchtungMensch stammt vom heutigen Affen ab
Der Mensch stammt vom Schimpansen ab.
Mensch und Schimpanse haben gemeinsame Vorfahren, die weder Mensch noch Schimpanse waren. Beide Linien haben sich seit etwa sechs bis sieben Millionen Jahren getrennt entwickelt.
Zeichne die Gabelung. Beide Linien gehen von einem gemeinsamen Vorfahren aus, keine führt über die andere.
ÜbenJetzt du
- ○22Der Mensch stammt von welchem Vorfahren ab? Begründe die Wahl.So fängst du an:Beide Linien haben sich getrennt weiterentwickelt.
Lösung zeigen
- Beide Linien haben sich getrennt weiterentwickelt.
- Neandertaler sind eine Schwesterlinie.
Ergebnis:von gemeinsamen Vorfahren mit den Schimpansen, die weder Mensch noch Schimpanse waren - ●23Wann trennten sich nach heutigem Wissen die Linien zu Mensch und Schimpanse? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Mensch und Schimpanse haben gemeinsame Vorfahren.
- Die Trennung liegt Millionen Jahre zurück.
Ergebnis:vor etwa sechs bis sieben Millionen Jahren - ★24In einem Knochen aus einer Höhle ist nur noch ein Viertel des ursprünglichen Kohlenstoffs 14 vorhanden. Die Halbwertszeit beträgt 5730 Jahre. Wie alt ist der Fund?
Lösung zeigen
- Halbiere schrittweise bis ein Viertel: Das sind 2 Halbierungen.
- 2 Halbwertszeiten mit je 5730 Jahren.
- 2 mal 5730 sind 11460.
Ergebnis:11.460 Jahre
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●25Menschen sind heute im Mittel größer als vor 150 Jahren. Welche Erklärung ist zuerst zu prüfen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Körpergröße hängt auch von der Umwelt ab.
- Aus der Mittelwertsänderung allein folgt keine Evolution.
Ergebnis:bessere Ernährung und Gesundheit, nicht unbedingt eine Veränderung der Erbanlagen - ●26Wovon hängt es ab, wie viele Nachkommen ein Lebewesen hat? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Fitness ist nicht Stärke.
- Entscheidend ist, wer mehr Nachkommen hat.
Ergebnis:von seinen erblichen Merkmalen im Zusammenspiel mit der Umwelt - ●27Warum ist Evolution mehr als „nur eine Theorie“? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Eine wissenschaftliche Theorie ist gut geprüft.
- Fossilien, Gene und Anatomie passen zusammen.
Ergebnis:Sie wird durch viele unabhängige Belege gestützt und erklärt Beobachtungen. - ●28Wie nennt man die Entstehung ähnlicher Merkmale bei nicht verwandten Arten durch gleiche Umweltanforderungen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Konvergenz heißt Annäherung.
- Sie erzeugt analoge Organe.
Ergebnis:Konvergenz - ●29Zwei lange getrennte Teilpopulationen treffen wieder zusammen und kreuzen sich nicht mehr. Was ist geschehen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Fruchtbare Nachkommen entscheiden über die Art.
- Fehlen sie, sind es zwei Arten.
Ergebnis:Sie sind zwei Arten geworden. - ●30In einem Holzstück aus einem Pfahlbau ist nur noch ein Viertel des ursprünglichen Kohlenstoffs 14 vorhanden. Die Halbwertszeit beträgt 5730 Jahre. Wie alt ist der Fund?
Lösung zeigen
- Halbiere schrittweise bis ein Viertel: Das sind 2 Halbierungen.
- 2 Halbwertszeiten mit je 5730 Jahren.
- 2 mal 5730 sind 11460.
Ergebnis:11.460 Jahre
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Populationen verändern sich
- Ein einzelnes Lebewesen verändert seine Erbanlagen nicht.
- Variation und Selektion
- Nachkommen unterscheiden sich erblich.
- Angepasstheit entsteht ohne Ziel
- Merkmale entstehen nicht, weil das Lebewesen sie braucht.
- Belege für Evolution
- Fossilien zeigen früheres Leben und Übergangsformen.
- Homologie und Analogie
- Homologe Organe haben denselben Grundbau und stammen von gemeinsamen Vorfahren.
- Artbildung
- Wird eine Population getrennt, tauschen die Teile keine Erbanlagen mehr aus.
- Resistenz und Züchtung
- Ein Antibiotikum tötet empfindliche Bakterien.
- Der Mensch in der Stammesgeschichte
- Mensch und Schimpanse haben gemeinsame Vorfahren vor sechs bis sieben Millionen Jahren.
AchtungÜberleben des Stärksten
Selektion bedeutet, dass der Stärkste überlebt.
Entscheidend ist die Zahl der Nachkommen, die selbst Nachkommen haben. Das kann der Unauffälligste, der Kleinste oder der Bestgetarnte sein.
Stärke ist nur ein Weg. Zähle, wer in der Umwelt die meisten fortpflanzungsfähigen Nachkommen hat.
AchtungTheorie als bloße Vermutung
Evolution ist nur eine Theorie, also nicht bewiesen.
In der Wissenschaft ist eine Theorie ein gut geprüftes System von Erklärungen, das viele Beobachtungen zusammenhält.
In der Alltagssprache heißt Theorie Vermutung. In der Wissenschaft ist es eine Erklärung, die vielfach geprüft wurde.
AchtungHomologie und Analogie verwechselt
Flügel von Insekt und Vogel erfüllen dieselbe Aufgabe, also sind sie homolog.
Homolog heißt gleicher Grundbau bei verschiedener Aufgabe. Gleiche Aufgabe bei verschiedenem Bau heißt analog.
Frage zwei Dinge getrennt: Ist der Grundbau gleich? Ist die Aufgabe gleich? Gleicher Bau ist homolog, gleiche Aufgabe allein ist analog.
AchtungFehlende Fossilien als Widerlegung
Es gibt Lücken im Fossilbericht, also ist die Evolution nicht belegt.
Fossilien entstehen selten. Lücken sind zu erwarten, und viele Übergangsformen sind trotzdem gefunden.
Frage, wie selten ein Tier zum Fossil wird. Dann suche die Übergangsformen, die es gibt, etwa Tiktaalik.
AchtungArt am Aussehen bestimmt
Zwei Tiere sehen ähnlich aus, also sind sie dieselbe Art.
Eine Art ist eine Gruppe von Lebewesen, die sich untereinander fortpflanzen und fruchtbare Nachkommen haben.
Prüfe, ob die Tiere sich kreuzen können und fruchtbare Nachkommen haben. Aussehen allein sagt es nicht.
AchtungVerdopplung als Addition gerechnet
Bei 6 Teilungen entstehen 1 plus 6 Bakterien.
Bei jeder Teilung verdoppelt sich die Zahl. Nach 6 Teilungen sind es 2 hoch 6, also 64 Bakterien aus einem.
Verdopple bei jeder Teilung. Rechne 2 hoch Zahl der Teilungen, dann mal Startzahl.
AchtungHalbwertszeit falsch angewendet
Ein Achtel ist noch da, also sind es 8 Halbwertszeiten.
Nach jeder Halbwertszeit halbiert sich der Rest. Ein Achtel, also 1 von 8 Teilen, ist die Hälfte der Hälfte der Hälfte: 3 Halbwertszeiten, nicht 8.
Halbiere Schritt für Schritt: 1, dann ein Halb, ein Viertel, ein Achtel. Zähle die Schritte.
AchtungGrößenordnung der Zeit falsch geschätzt
Der moderne Mensch ist fast so alt wie die Dinosaurier.
Dinosaurier starben vor 66 Millionen Jahren aus. Der moderne Mensch gibt es seit etwa 300 000 Jahren, also nur einen winzigen Zeitabschnitt.
Rechne in Millionen Jahren und vergleiche die Zahlen. 0,3 Millionen sind sehr wenig gegen 66 Millionen.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann Evolution als Veränderung von Populationen über viele Generationen beschreiben und von der Entwicklung eines Einzelwesens unterscheiden.
31Eine Läuferin trainiert und hat starke Beine. Ihr Kind hat deshalb ebenfalls starke Beine. Warum ist diese Begründung falsch? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Trainierte Muskeln werden nicht über die Keimzellen vererbt.Ich kann Variation und Selektion als Ursachen der Evolution erklären.
32Welche Rolle spielt der Zufall in der Evolution? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Mutationen und Neukombination sind zufällig, die Selektion ist es nicht.Ich kann Angepasstheit ohne Absicht erklären.
33Kakteen speichern Wasser im Stamm. Wie entstand das Merkmal? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Pflanzen mit dickerem, wasserspeicherndem Stamm überlebten in Trockenheit besser und hatten mehr Nachkommen.Ich kann Fossilien, Übergangsformen und Embryonalentwicklung als Belege für Evolution deuten.
34Warum zeigen Wirbeltierembryonen früh ähnliche Merkmale wie Schlundtaschen? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Weil sie einen gemeinsamen Vorfahren haben, dessen Entwicklungsgene sie geerbt haben.Ich kann Homologie und Analogie unterscheiden und daraus Verwandtschaft ableiten.
35Die Flügel von Schmetterling und Fledermaus: Was sind sie? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:analoge Organe, gleiche Funktion bei verschiedener HerkunftIch kann die Entstehung neuer Arten durch Isolation erklären.
36Was ist ein Beispiel für räumliche Isolation? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Ein Fluss, ein Gebirge oder ein Meeresarm trennt zwei Teile einer Population.Ich kann Resistenzbildung und Züchtung als Selektion deuten und Wachstum von Bakterien berechnen.
37Aus einem einzigen Salmonelle entstehen durch 4 Teilungen Nachkommen. Wie viele Zellen sind es danach?Lösung zeigen
Ergebnis:16Ich kann die Stammesgeschichte des Menschen einordnen und Alter mit der Halbwertszeit bestimmen.
38In einem Stück Holzkohle aus einer Feuerstelle ist nur noch ein Achtel des ursprünglichen Kohlenstoffs 14 vorhanden. Die Halbwertszeit beträgt 5730 Jahre. Wie alt ist der Fund?Lösung zeigen
Ergebnis:17.190 Jahre
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Die Frage vom Anfang
EntdeckenRückschau
Wie schnell kann sich eine Population verändern?
Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?
Auflösung
Auf der Galápagosinsel Daphne Major starb 1977 bei einer Dürre ein großer Teil der Finken. Überlebt haben vor allem Vögel mit tieferem Schnabel, weil sie harte Samen knacken konnten. Schon die Nachkommen hatten im Mittel einen tieferen Schnabel.
Wörter
- Ähnlich
- gleiche Form, andere Größe
- Anteil
- wie viel von einem Ganzen
- Teiler
- eine Zahl, durch die es ohne Rest aufgeht
Lösungen
- Nein, erworbene Merkmale werden nicht vererbt.
- die Gesamtheit aller Allele der Population
- Entwicklung eines Einzelwesens und Evolution einer Population sind zwei verschiedene Vorgänge.
- Der Anteil dunkler Mäuse nimmt zu.
- Flache Pflanzen wurden seltener abgeschnitten und hatten mehr Samen.
- Verhalten, das erblich ist, etwa Warnrufe oder Balzverhalten
- Angepasstheit gilt nur für die Umwelt, in der selektiert wurde.
- Bei Vorfahren war er größer; ohne Vorteil durch Größe wurde er über Generationen kleiner.
- Schnelle Hasen entkamen häufiger und hatten mehr Nachkommen; das Ziel kam nicht vorher.
- Sie zeigen eine Abfolge von Formen mit immer größerer Größe und weniger Zehen.
- Weil sie gemeinsame Vorfahren haben, deren Erbgut über die Linien weitergegeben wurde.
- Weil nur sehr selten Lebewesen zu Fossilien werden und viele Gesteine abgetragen sind.
- die Brustflosse eines Wals
- Die ähnliche Form entstand unabhängig durch ähnliche Umwelt, es ist eine Konvergenz.
- analoge Organe, gleiche Funktion bei verschiedener Herkunft
- Lebewesen, die sich untereinander fortpflanzen und fruchtbare Nachkommen haben
- Beide Teile verändern sich getrennt und können mit der Zeit zu neuen Arten werden.
- Bakterien vermehren sich ungeschlechtlich; das Kriterium der Kreuzbarkeit passt nicht.
- Resistente Bakterien überleben und vermehren sich, ihr Anteil in der Population steigt.
- 16
- Zufällig unempfindliche Pflanzen überlebten, bildeten Samen und gaben die Eigenschaft weiter.
- von gemeinsamen Vorfahren mit den Schimpansen, die weder Mensch noch Schimpanse waren
- vor etwa sechs bis sieben Millionen Jahren
- 11.460 Jahre
- bessere Ernährung und Gesundheit, nicht unbedingt eine Veränderung der Erbanlagen
- von seinen erblichen Merkmalen im Zusammenspiel mit der Umwelt
- Sie wird durch viele unabhängige Belege gestützt und erklärt Beobachtungen.
- Konvergenz
- Sie sind zwei Arten geworden.
- 11.460 Jahre
- Trainierte Muskeln werden nicht über die Keimzellen vererbt.
- Mutationen und Neukombination sind zufällig, die Selektion ist es nicht.
- Pflanzen mit dickerem, wasserspeicherndem Stamm überlebten in Trockenheit besser und hatten mehr Nachkommen.
- Weil sie einen gemeinsamen Vorfahren haben, dessen Entwicklungsgene sie geerbt haben.
- analoge Organe, gleiche Funktion bei verschiedener Herkunft
- Ein Fluss, ein Gebirge oder ein Meeresarm trennt zwei Teile einer Population.
- 16
- 17.190 Jahre