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Biologie · Klasse 9 und 10 · Kapitel

Genetik und Vererbung

EntdeckenDie Frage zum Kapitel

Wer fand die Form der DNA heraus?

Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Für die Lehrkraft: James Watson und Francis Crick beschrieben 1953 die Doppelhelix. Ein wichtiger Hinweis kam von einer Röntgenaufnahme, die Rosalind Franklin und Raymond Gosling gemacht hatten. Die Aufnahme zeigte die Spiralform. Quelle: Watson und Crick 1953, Nature 171; Franklin und Gosling 1953, Nature 171.

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

1Ich kann DNA, Gen, Chromosom und Allel unterscheiden und den Bau der DNA beschreiben.

EntdeckenFrage

Wer fand die Form der DNA heraus?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

James Watson und Francis Crick beschrieben 1953 die Doppelhelix. Ein wichtiger Hinweis kam von einer Röntgenaufnahme, die Rosalind Franklin und Raymond Gosling gemacht hatten. Die Aufnahme zeigte die Spiralform.

MerkenVon der DNA zum Chromosom

Die DNA ist ein langer Faden aus vier Bausteinen.

Ein Gen ist ein Abschnitt davon, Chromosomen bestehen aus DNA und Eiweißen. Allele sind Varianten desselben Gens.

BeispielDNA, Gen, Chromosom und Allel

Welche Base paart sich in der DNA mit Adenin? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Adenin und Thymin gehören zusammen.
  2. Guanin und Cytosin bilden das zweite Paar.
  1. Adenin und Thymin gehören zusammen.
  2. Guanin und Cytosin bilden das zweite Paar.
Ergebnis:
Thymin

AchtungGen und Chromosom gleichgesetzt

So nicht
Ein Gen ist ein Chromosom.
So richtig
Ein Chromosom enthält sehr viele Gene. Ein Gen ist ein Abschnitt der DNA mit dem Bauplan für ein Protein.

Die Ebenen sind verschachtelt: Base, Gen, DNA, Chromosom, Zelle. Ein Gen ist viel kleiner als ein Chromosom.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Wie verhält sich ein Gen zu einem Chromosom? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Ein Chromosom ist groß, ein Gen ein kleiner Abschnitt.
    Lösung zeigen
    1. Ein Chromosom ist groß, ein Gen ein kleiner Abschnitt.
    2. Der Mensch hat etwa 20.000 Gene.
    Ergebnis:
    Ein Chromosom enthält sehr viele Gene hintereinander.
  2. ●2
    Was bedeutet heterozygot? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Hetero heißt verschieden.
    2. Aa ist heterozygot.
    Ergebnis:
    Die beiden Allele eines Gens sind verschieden.
  3. ★3
    Wozu wird die DNA in der Zelle aufgewickelt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Zwei Meter in einem Kern von wenigen Mikrometern.
    2. Chromosomen entstehen durch Aufwickeln.
    Ergebnis:
    Sie passt so in den Zellkern und lässt sich bei der Zellteilung gut verteilen.

2Ich kann Mitose und Meiose unterscheiden und Chromosomenzahlen bestimmen.

EntdeckenFrage

Wie viele Chromosomen haben andere Lebewesen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Der Mensch hat 46, der Schimpanse 48, der Hund 78, die Erbse 14 und die Fruchtfliege 8. Die Zahl sagt nichts über die Größe oder Klugheit eines Lebewesens.

MerkenMitose und Meiose

Die Mitose erzeugt erbgleiche Körperzellen mit 2n Chromosomen.

Die Meiose halbiert die Zahl: Es entstehen Keimzellen mit n Chromosomen.

BeispielMitose und Meiose

Eine menschliche Körperzelle hat 46 Chromosomen. Wie viele hat jede Keimzelle? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Die Meiose halbiert den Satz.
  2. n = 23.
  1. Die Meiose halbiert den Satz.
  2. n = 23.
Ergebnis:
23

AchtungMitose und Meiose verwechselt

So nicht
Bei der Mitose entstehen Keimzellen mit halbem Chromosomensatz.
So richtig
Die Mitose erzeugt erbgleiche Körperzellen mit vollem Satz. Die Meiose halbiert den Satz und bildet Keimzellen.

Mitose heißt Körperzellen, gleiche Chromosomenzahl. Meiose heißt Keimzellen, halbe Chromosomenzahl.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Was geschieht vor der Mitose in der S-Phase? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Erst wird die DNA kopiert.
    Lösung zeigen
    1. Erst wird die DNA kopiert.
    2. Danach hat jedes Chromosom zwei Chromatiden.
    3. Die Mitose verteilt sie.
    Ergebnis:
    Die DNA wird verdoppelt.
  2. ●5
    Was entsteht bei der Mitose? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Mitose dient dem Wachstum und der Erneuerung.
    2. Tochterzellen gleichen der Mutterzelle.
    Ergebnis:
    zwei erbgleiche Körperzellen mit dem vollen Chromosomensatz
  3. ★6
    Krebsmittel hemmen oft die Zellteilung. Warum leiden dann auch Haarwurzeln und Schleimhäute? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Mittel wirken auf alle sich teilenden Zellen.
    2. Haarwurzeln und Schleimhäute teilen sich oft.
    Ergebnis:
    Auch diese Zellen teilen sich ständig durch Mitose.

3Ich kann Meiose und Befruchtung als Quellen genetischer Vielfalt erklären.

EntdeckenFrage

Wie viele verschiedene Kinder könnten zwei Eltern theoretisch bekommen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Jede Person kann durch die Verteilung der Chromosomen etwa 8 Millionen verschiedene Keimzellen bilden, genau 2 hoch 23. Zwei Eltern ergeben 2 hoch 46, das sind mehr als 70 Billionen Kombinationen. Der Austausch von Stücken macht die Zahl noch größer.

MerkenNeukombination

Bei der Meiose werden Chromosomen zufällig verteilt und Stücke getauscht.

Bei der Befruchtung verschmelzen zwei Keimzellen. Jedes Kind ist genetisch einzigartig.

BeispielNeukombination und Befruchtung

Was geschieht bei der Befruchtung? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Jede Keimzelle bringt n Chromosomen mit.
  2. n plus n ergibt 2n.
  1. Jede Keimzelle bringt n Chromosomen mit.
  2. n plus n ergibt 2n.
Ergebnis:
Eizelle und Spermium verschmelzen, die Zygote hat wieder den vollen Satz.

AchtungChromosomen und Chromatiden falsch gezählt

So nicht
Nach der Verdopplung hat die Zelle 92 Chromosomen statt 46.
So richtig
Nach der Verdopplung hat jedes der 46 Chromosomen zwei Chromatiden. Gezählt wird am Centromer: 46.

Zähle die Chromosomen am Centromer. Zwei Chromatiden sind ein Chromosom mit verdoppelter DNA.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Was ist die Aufgabe der Befruchtung für die Chromosomenzahl? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Zwei Keimzellen mit je 23 verschmelzen.
    Lösung zeigen
    1. Zwei Keimzellen mit je 23 verschmelzen.
    2. Die Zygote hat 46.
    Ergebnis:
    Sie stellt den vollen Satz von 46 Chromosomen wieder her.
  2. ●8
    Wie ist das Geschlecht eines Kindes festgelegt, wenn ein Spermium mit Y-Chromosom die Eizelle befruchtet? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. XY ergibt männlich.
    2. Das Y kommt vom Vater.
    Ergebnis:
    Das Kind ist ein Junge (XY).
  3. ★9
    Warum gibt es mehr als 8 Millionen mögliche Keimzellen, wenn man Crossing-over berücksichtigt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Die 2²³ gelten ohne Austausch.
    2. Mit Austausch wird die Zahl praktisch unbegrenzt.
    Ergebnis:
    Durch den Austausch von Stücken entstehen zusätzlich neue Kombinationen innerhalb der Chromosomen.

4Ich kann die Mendelschen Regeln anwenden und Kreuzungen mit dem Kreuzungsquadrat berechnen.

EntdeckenFrage

Wie genau stimmten Mendels Zahlen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Mendel zählte bei der Form der Erbsensamen 5474 runde und 1850 runzelige Samen. Das Verhältnis ist 2,96 zu 1, also sehr nahe an 3 zu 1. Er schloss daraus auf Erbfaktoren, die sich nicht mischen.

MerkenMendelsche Regeln

Dominante Allele setzen sich gegen rezessive durch.

Aus Aa mal Aa entstehen im Mittel 25 Prozent AA, 50 Prozent Aa und 25 Prozent aa, also 75 Prozent mit dem dominanten Merkmal.

BeispielKreuzungen nach Mendel berechnen

Bei Erbsen zeigt sich gelbe Samen dominant gegenüber grüne Samen. Es werden zwei Eltern mit den Genotypen aa und aa gekreuzt. Welcher Anteil der Nachkommen hat gelbe Samen?
Schritt für Schritt
  1. Keimzellen von aa: a und a. Keimzellen von aa: a und a.
  2. Im Kreuzungsquadrat gibt es vier Felder, davon 4 mit aa.
  3. gelbe Samen: 0 % der Nachkommen.
  1. Keimzellen von aa: a und a. Keimzellen von aa: a und a.
  2. Im Kreuzungsquadrat gibt es vier Felder, davon 4 mit aa.
  3. gelbe Samen: 0 % der Nachkommen.
Ergebnis:
0 %

AchtungDominant als häufig oder besser gedacht

So nicht
Dominant heißt, dass das Merkmal häufiger oder stärker ist.
So richtig
Dominant heißt nur: Es zeigt sich im Phänotyp, wenn ein Allel vorhanden ist. Häufigkeit und Wert sagt das nicht.

Dominant ist eine Aussage über den Phänotyp bei Aa, nicht über Häufigkeit oder Güte.

ÜbenJetzt du

  1. ○10
    Bei Mais zeigt sich gelbe Körner dominant gegenüber weiße Körner. Es werden zwei Eltern mit den Genotypen AA und Aa gekreuzt. Welcher Anteil der Nachkommen hat gelbe Körner?
    So fängst du an:
    Keimzellen von AA: A und A. Keimzellen von Aa: A und a.
    Lösung zeigen
    1. Keimzellen von AA: A und A. Keimzellen von Aa: A und a.
    2. Im Kreuzungsquadrat gibt es vier Felder, davon 0 mit aa.
    3. gelbe Körner: 100 % der Nachkommen.
    Ergebnis:
    100 %
  2. ●11
    Bei Erbsen zeigt sich runde Samen dominant gegenüber runzelige Samen. Es werden zwei Eltern mit den Genotypen AA und Aa gekreuzt. Welcher Anteil der Nachkommen hat runzelige Samen?
    Lösung zeigen
    1. Keimzellen von AA: A und A. Keimzellen von Aa: A und a.
    2. Im Kreuzungsquadrat gibt es vier Felder, davon 0 mit aa.
    3. runzelige Samen: 0 % der Nachkommen.
    Ergebnis:
    0 %
  3. ★12
    Bei Erbsen zeigt sich runde Samen dominant gegenüber runzelige Samen. Zwei Pflanzen oder Tiere mit dem Genotyp Aa werden gekreuzt. Wie viele von 400 Nachkommen mit runzelige Samen sind im Mittel zu erwarten?
    Lösung zeigen
    1. Bei Aa mal Aa haben 25 Prozent der Nachkommen den Genotyp aa.
    2. 25 Prozent von 400 sind 100.
    3. Im Mittel sind 100 Nachkommen mit runzelige Samen zu erwarten.
    Ergebnis:
    100

5Ich kann intermediäre und kodominante Erbgänge sowie die Vererbung der Blutgruppen erklären.

EntdeckenFrage

Wer entdeckte, warum manche Bluttransfusionen tödlich enden?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Karl Landsteiner fand 1901 die Blutgruppen A, B und 0. Mischte er Blut verschiedener Personen, verklumpte es manchmal. Die Gruppe AB wurde 1902 ergänzt. Für diese Entdeckung bekam er 1930 den Nobelpreis.

MerkenNicht jeder Erbgang ist dominant-rezessiv

Intermediär heißt: Mischmerkmal, aber getrennte Allele.

Bei Kodominanz zeigen sich beide Allele, wie bei Blutgruppe AB.

BeispielIntermediär, kodominant und Blutgruppen

Was bedeutet es, wenn ein Merkmal dominant ist? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Dominant beschreibt das Verhältnis der Allele.
  2. Mit Häufigkeit hat es nichts zu tun.
  1. Dominant beschreibt das Verhältnis der Allele.
  2. Mit Häufigkeit hat es nichts zu tun.
Ergebnis:
Es zeigt sich schon, wenn nur ein Allel dafür vorhanden ist.

AchtungErbanlagen mischen sich wie Farben

So nicht
Rot und Weiß vermischen sich bei den Eltern zu Rosa und sind danach nicht mehr trennbar.
So richtig
Bei intermediärer Vererbung entsteht ein Mischmerkmal, aber die Allele bleiben unverändert. In der nächsten Generation treten Rot, Rosa und Weiß wieder auf.

Die Allele mischen sich nicht. Sie werden weitergegeben und zeigen sich in neuen Kombinationen.

ÜbenJetzt du

  1. ○13
    Rotblühende Wunderblumen mit RR werden mit weißblühenden WW gekreuzt. Welche Farbe haben alle Nachkommen? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Bei intermediärer Vererbung zeigen Heterozygote ein Mischmerkmal.
    Lösung zeigen
    1. Bei intermediärer Vererbung zeigen Heterozygote ein Mischmerkmal.
    2. Rosa Blüten haben RW.
    Ergebnis:
    rosa, weil der Erbgang intermediär ist
  2. ●14
    Was kennzeichnet einen intermediären Erbgang? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Rosa aus Rot und Weiß ist ein Beispiel.
    2. In der F2 treten alle drei Farben wieder auf.
    Ergebnis:
    Heterozygote zeigen ein Merkmal zwischen den Eltern, die Allele bleiben unverändert.
  3. ★15
    Warum beweist die Blutgruppe allein keine Vaterschaft? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Blutgruppen sind häufig.
    2. Sie können eine Vaterschaft nur ausschließen.
    Ergebnis:
    Mehrere Männer können dieselbe Blutgruppe haben und dieselben Allele weitergeben.

6Ich kann einen Stammbaum auswerten und den Erbgang bestimmen.

EntdeckenFrage

Wie viele Menschen in Deutschland tragen das Allel für Mukoviszidose, ohne selbst krank zu sein?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Etwa jeder 25. Mensch. Krank wird nur, wer von beiden Eltern das Allel erbt. Zwei Träger bekommen mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent ein krankes Kind.

MerkenStammbäume lesen

Haben gesunde Eltern ein krankes Kind, ist die Krankheit rezessiv.

Bei rezessivem Erbgang sind die Eltern Träger, sie zeigen die Krankheit nicht, geben das Allel aber weiter.

BeispielStammbäume auswerten

Ein Elternteil mit einer dominanten Krankheit hat den Genotyp Aa. Der andere ist gesund (aa). Wie viele Kinder sind im Mittel krank? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Aa mal aa ergibt 50 Prozent Aa und 50 Prozent aa.
  2. Aa ist krank.
  1. Aa mal aa ergibt 50 Prozent Aa und 50 Prozent aa.
  2. Aa ist krank.
Ergebnis:
die Hälfte

AchtungSpaltungsverhältnis falsch bestimmt

So nicht
Aa mal Aa ergibt je zur Hälfte dominant und rezessiv.
So richtig
Aa mal Aa ergibt 25 Prozent AA, 50 Prozent Aa, 25 Prozent aa, also 75 Prozent dominant und 25 Prozent rezessiv.

Zeichne das Kreuzungsquadrat. Jede Zelle hat dieselbe Wahrscheinlichkeit. Zähle die Zellen nach Phänotyp.

ÜbenJetzt du

  1. ○16
    Wer ist eine Trägerin einer rezessiven Krankheit? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Träger sind heterozygot.
    Lösung zeigen
    1. Träger sind heterozygot.
    2. Sie zeigen die Krankheit nicht.
    Ergebnis:
    eine gesunde Frau mit einem gesunden und einem Krankheitsallel
  2. ●17
    Zwei Träger einer rezessiven Krankheit bekommen Kinder. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für ein krankes Kind? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Aa mal Aa: 25 Prozent aa.
    2. Das gilt für jedes Kind neu.
    Ergebnis:
    25 Prozent
  3. ★18
    Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Kind zweier Träger weder krank noch Träger ist? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Aa mal Aa: 25 Prozent AA.
    2. AA ist gesund und trägt das Allel nicht.
    Ergebnis:
    25 Prozent

7Ich kann den Weg vom Gen zum Merkmal beschreiben und Mutationen einordnen.

EntdeckenFrage

Wie kann ein einziger Buchstabe der DNA eine schwere Krankheit auslösen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Bei der Sichelzellanämie ist eine einzige Base verändert. Dadurch sitzt eine falsche Aminosäure im Blutfarbstoff Hämoglobin. Die roten Blutzellen verformen sich zur Sichel und verstopfen kleine Gefäße.

MerkenVom Gen zum Protein

Ein Gen enthält den Bauplan für ein Protein.

Die Basenfolge wird abgelesen und in eine Aminosäurefolge übersetzt. Eine Mutation verändert die Basenfolge und kann das Protein verändern.

BeispielVom Gen zum Protein, Mutationen

Was ist eine Punktmutation? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Punktmutationen verändern eine Base.
  2. Manche ändern die Aminosäure, andere nicht.
  1. Punktmutationen verändern eine Base.
  2. Manche ändern die Aminosäure, andere nicht.
Ergebnis:
der Austausch einer einzelnen Base in der DNA

AchtungGene bestimmen alles

So nicht
Wer ein bestimmtes Allel hat, bekommt sicher die zugehörige Krankheit.
So richtig
Gene legen eine Veranlagung fest. Umwelt und Lebensweise wirken mit; bei vielen Krankheiten erhöhen Allele nur das Risiko.

Ein Gen ist ein Bauplan, kein Schicksal. Umwelt und Zufall entscheiden mit.

ÜbenJetzt du

  1. ○19
    Bei der Sichelzellanämie ist eine Base im Gen für das Hämoglobin verändert. Was folgt? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Aus Glutaminsäure wird Valin.
    Lösung zeigen
    1. Aus Glutaminsäure wird Valin.
    2. Das Protein faltet sich anders.
    3. Die Zellen werden sichelförmig.
    Ergebnis:
    Eine Aminosäure ändert sich, das Hämoglobin verformt die roten Blutzellen.
  2. ●20
    Wie viele Basen kodieren eine Aminosäure? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Der genetische Code arbeitet in Dreiergruppen.
    2. Jedes Triplett steht für eine Aminosäure.
    Ergebnis:
    drei, ein Basentriplett
  3. ★21
    Warum kann eine Veränderung in einer einzelnen Base ohne Folge bleiben? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Der genetische Code ist redundant.
    2. Eine stille Mutation ändert das Protein nicht.
    Ergebnis:
    Mehrere Basentripletts können dieselbe Aminosäure codieren, die Aminosäure bleibt dann gleich.

8Ich kann Chancen und Risiken von Gentests und Gentechnik nach Sachaussage und Werturteil bewerten.

EntdeckenFrage

Woher kommt das Insulin für Menschen mit Diabetes?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Seit 1982 wird Humaninsulin gentechnisch hergestellt. Das menschliche Gen wird in Bakterien oder Hefe eingebaut, und diese bilden das Hormon. Vorher musste man Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen und Rindern gewinnen.

MerkenGentechnik bewerten

Gentests zeigen Wahrscheinlichkeiten, keine sicheren Schicksale.

Ob man etwas tun darf, ist ein Werturteil. Es braucht Sachwissen und eine begründete Wertung.

BeispielGentechnik bewerten

Was ist bei einer Bewertung wichtig, nachdem Sachaussagen gesammelt wurden? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Fakten sagen nicht, was gut ist.
  2. Werte müssen benannt werden.
  1. Fakten sagen nicht, was gut ist.
  2. Werte müssen benannt werden.
Ergebnis:
Die Werte benennen, nach denen man abwägt, zum Beispiel Gesundheit und Umwelt.

AchtungGentechnik und Gentest falsch eingeschätzt

So nicht
Ein Gentest sagt sicher voraus, ob man erkrankt.
So richtig
Ein Gentest zeigt Allele und Wahrscheinlichkeiten. Bei den meisten Krankheiten ist das Ergebnis keine sichere Vorhersage.

Ein Test zeigt, welche Allele vorliegen. Was daraus für das Leben folgt, ist meist unsicher.

ÜbenJetzt du

  1. ○22
    Was tut ein Gentechniker, wenn er ein Insulin-Gen in Bakterien einbaut? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Der genetische Code ist universell.
    Lösung zeigen
    1. Der genetische Code ist universell.
    2. Bakterien lesen das menschliche Gen.
    Ergebnis:
    Die Bakterien stellen dann menschliches Insulin her.
  2. ●23
    Wieso sind Fragen wie „Soll man Embryonen auf Erbkrankheiten testen?“ nicht allein mit Biologie zu beantworten? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Biologie sagt, was möglich ist.
    2. Ethik fragt, was man tun soll.
    Ergebnis:
    Sie enthalten Wertentscheidungen, für die man Argumente und Werte abwägt.
  3. ★24
    Warum ist die Aussage „Gene sind unser Schicksal“ fachlich falsch? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Zwillingsstudien zeigen Einfluss beider Seiten.
    2. Die meisten Merkmale entstehen aus Zusammenspiel.
    Ergebnis:
    Gene legen Veranlagungen fest, Umwelt und Zufall beeinflussen, was sich zeigt.

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●25
    Wie viele Chromosomen hat eine menschliche Körperzelle? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Der doppelte Satz heißt 2n = 46.
    2. Keimzellen haben nur 23.
    Ergebnis:
    46, also 23 Paare
  2. ●26
    Wie viele Zellen entstehen aus einer Zelle bei einer vollständigen Meiose? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Die Meiose besteht aus zwei Teilungen.
    2. Aus einer Zelle werden vier.
    Ergebnis:
    vier
  3. ●27
    Bei Meerschweinchen zeigt sich schwarzes Fell dominant gegenüber braunes Fell. Es werden zwei Eltern mit den Genotypen Aa und aa gekreuzt. Welcher Anteil der Nachkommen hat braunes Fell?
    Lösung zeigen
    1. Keimzellen von Aa: A und a. Keimzellen von aa: a und a.
    2. Im Kreuzungsquadrat gibt es vier Felder, davon 2 mit aa.
    3. braunes Fell: 50 % der Nachkommen.
    Ergebnis:
    50 %
  4. ●28
    Wie hoch ist das Risiko, dass das Kind einer Trägerin (Aa) und eines gesunden Mannes (AA) erkrankt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. AA gibt nur A.
    2. Das Kind kann höchstens Träger sein.
    Ergebnis:
    0 Prozent
  5. ●29
    Wer darf nach dem Gendiagnostikgesetz über einen genetischen Test entscheiden? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Das Gesetz schützt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.
    2. Arbeitgeber und Versicherer dürfen keine Tests verlangen.
    Ergebnis:
    die getestete Person selbst
  6. ●30
    Wo liegt die DNA einer menschlichen Körperzelle hauptsächlich? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Die Erbinformation steckt im Zellkern.
    2. Ein kleiner Teil liegt in den Mitochondrien.
    Ergebnis:
    im Zellkern, verpackt in Chromosomen

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Von der DNA zum Chromosom
Die DNA ist ein langer Faden aus vier Bausteinen.
Mitose und Meiose
Die Mitose erzeugt erbgleiche Körperzellen mit 2n Chromosomen.
Neukombination
Bei der Meiose werden Chromosomen zufällig verteilt und Stücke getauscht.
Mendelsche Regeln
Dominante Allele setzen sich gegen rezessive durch.
Nicht jeder Erbgang ist dominant-rezessiv
Intermediär heißt: Mischmerkmal, aber getrennte Allele.
Stammbäume lesen
Haben gesunde Eltern ein krankes Kind, ist die Krankheit rezessiv.
Vom Gen zum Protein
Ein Gen enthält den Bauplan für ein Protein.
Gentechnik bewerten
Gentests zeigen Wahrscheinlichkeiten, keine sicheren Schicksale.

AchtungGen und Allel verwechselt

So nicht
Aa ist ein Gen mit zwei Merkmalen.
So richtig
Aa sind zwei Allele desselben Gens. Allele sind Varianten, das Gen ist die Stelle auf dem Chromosom.

Gen heißt die Stelle, Allel die Variante. Von jedem Gen hat man zwei Allele, eines von jedem Elternteil.

AchtungAlle Keimzellen eines Menschen sind gleich

So nicht
Geschwister haben dieselben Erbanlagen, weil sie dieselben Eltern haben.
So richtig
Jede Keimzelle erhält eine andere Auswahl und Mischung der Chromosomen. Geschwister (außer eineiigen Zwillingen) sind genetisch verschieden.

Die Meiose verteilt die Chromosomen zufällig und tauscht Stücke aus. Keine zwei Keimzellen sind gleich.

AchtungGeschlecht des Kindes der Mutter zugeschrieben

So nicht
Die Mutter bestimmt, ob es ein Junge oder Mädchen wird.
So richtig
Alle Eizellen tragen ein X-Chromosom. Das Spermium trägt X oder Y und bestimmt das Geschlecht.

Die Eizelle hat immer X. Ob X oder Y von der Spermienzelle kommt, entscheidet über das Geschlecht.

AchtungVererbung der Blutgruppen falsch bestimmt

So nicht
Eltern mit A und B bekommen nur Kinder mit AB.
So richtig
A und B sind kodominant, 0 ist rezessiv. Eltern mit Genotyp A0 und B0 können Kinder mit A, B, AB und 0 haben.

Schreibe die Genotypen der Eltern auf. A und B sind dominant über 0 und kodominant zueinander.

AchtungErbgang aus dem Stammbaum falsch abgeleitet

So nicht
Zwei gesunde Eltern haben ein krankes Kind, also ist die Krankheit dominant.
So richtig
Bei einem dominanten Erbgang wäre ein Elternteil krank. Gesunde Eltern mit krankem Kind weisen auf einen rezessiven Erbgang.

Suche zuerst gesunde Eltern mit krankem Kind. Das zeigt sofort: rezessiv.

AchtungTräger als krank gedacht

So nicht
Wer ein rezessives Krankheitsallel hat, ist krank.
So richtig
Träger haben ein Krankheitsallel, aber auch ein gesundes. Sie sind gesund und geben das Allel mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit weiter.

Träger sind gesund und haben ein Allel von jeder Sorte. Krank sind nur Personen mit zwei Krankheitsallelen.

AchtungMutationen falsch eingeordnet

So nicht
Mutationen sind immer schädlich und entstehen, weil das Lebewesen sie braucht.
So richtig
Mutationen entstehen zufällig. Die meisten sind ohne Folge, einige schaden, wenige nützen.

Mutationen sind zufällige Veränderungen der DNA. Ob sie schaden, nützen oder nichts bewirken, hängt von der Umwelt ab.

AchtungWerturteil als Sachaussage behandelt

So nicht
Man darf Embryonen testen, das ist einfach wissenschaftlich richtig.
So richtig
Was technisch geht, ist eine Sachaussage. Ob man es tun soll, ist ein Werturteil und braucht Gründe.

Trenne: Was ist möglich und belegt (Sache)? Was soll geschehen (Wert)? Beides gehört in eine Bewertung.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann DNA, Gen, Chromosom und Allel unterscheiden und den Bau der DNA beschreiben.

    31
    Welche Form hat die DNA? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    eine Doppelhelix aus zwei verdrillten Strängen
  2. Ich kann Mitose und Meiose unterscheiden und Chromosomenzahlen bestimmen.

    32
    Was geschieht vor der Mitose in der S-Phase? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Die DNA wird verdoppelt.
  3. Ich kann Meiose und Befruchtung als Quellen genetischer Vielfalt erklären.

    33
    Wodurch unterscheiden sich eineiige Zwillinge von zweieiigen? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Eineiige entstehen aus einer befruchteten Eizelle und sind erbgleich, zweieiige aus zwei Eizellen und sind genetisch verschieden wie Geschwister.
  4. Ich kann die Mendelschen Regeln anwenden und Kreuzungen mit dem Kreuzungsquadrat berechnen.

    34
    Bei Erbsen zeigt sich hohe Pflanzen dominant gegenüber Zwergpflanzen. Es werden zwei Eltern mit den Genotypen aa und aa gekreuzt. Welcher Anteil der Nachkommen hat Zwergpflanzen?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    100 %
  5. Ich kann intermediäre und kodominante Erbgänge sowie die Vererbung der Blutgruppen erklären.

    35
    Welche Blutgruppe haben Kinder, wenn ein Elternteil AA und das andere BB hat? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    alle AB
  6. Ich kann einen Stammbaum auswerten und den Erbgang bestimmen.

    36
    Wer ist eine Trägerin einer rezessiven Krankheit? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    eine gesunde Frau mit einem gesunden und einem Krankheitsallel
  7. Ich kann den Weg vom Gen zum Merkmal beschreiben und Mutationen einordnen.

    37
    Was ist eine Punktmutation? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    der Austausch einer einzelnen Base in der DNA
  8. Ich kann Chancen und Risiken von Gentests und Gentechnik nach Sachaussage und Werturteil bewerten.

    38
    Wer darf nach dem Gendiagnostikgesetz über einen genetischen Test entscheiden? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    die getestete Person selbst

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Die Frage vom Anfang

EntdeckenRückschau

Wer fand die Form der DNA heraus?

Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?

Auflösung

James Watson und Francis Crick beschrieben 1953 die Doppelhelix. Ein wichtiger Hinweis kam von einer Röntgenaufnahme, die Rosalind Franklin und Raymond Gosling gemacht hatten. Die Aufnahme zeigte die Spiralform.

Wörter

Prozentsatz
wie viel Prozent es sind
Prozentwert
der Teil, um den es geht
Wahrscheinlichkeit
wie sicher etwas passiert

Lösungen

  1. Ein Chromosom enthält sehr viele Gene hintereinander.
  2. Die beiden Allele eines Gens sind verschieden.
  3. Sie passt so in den Zellkern und lässt sich bei der Zellteilung gut verteilen.
  4. Die DNA wird verdoppelt.
  5. zwei erbgleiche Körperzellen mit dem vollen Chromosomensatz
  6. Auch diese Zellen teilen sich ständig durch Mitose.
  7. Sie stellt den vollen Satz von 46 Chromosomen wieder her.
  8. Das Kind ist ein Junge (XY).
  9. Durch den Austausch von Stücken entstehen zusätzlich neue Kombinationen innerhalb der Chromosomen.
  10. 100 %
  11. 0 %
  12. 100
  13. rosa, weil der Erbgang intermediär ist
  14. Heterozygote zeigen ein Merkmal zwischen den Eltern, die Allele bleiben unverändert.
  15. Mehrere Männer können dieselbe Blutgruppe haben und dieselben Allele weitergeben.
  16. eine gesunde Frau mit einem gesunden und einem Krankheitsallel
  17. 25 Prozent
  18. 25 Prozent
  19. Eine Aminosäure ändert sich, das Hämoglobin verformt die roten Blutzellen.
  20. drei, ein Basentriplett
  21. Mehrere Basentripletts können dieselbe Aminosäure codieren, die Aminosäure bleibt dann gleich.
  22. Die Bakterien stellen dann menschliches Insulin her.
  23. Sie enthalten Wertentscheidungen, für die man Argumente und Werte abwägt.
  24. Gene legen Veranlagungen fest, Umwelt und Zufall beeinflussen, was sich zeigt.
  25. 46, also 23 Paare
  26. vier
  27. 50 %
  28. 0 Prozent
  29. die getestete Person selbst
  30. im Zellkern, verpackt in Chromosomen
  31. eine Doppelhelix aus zwei verdrillten Strängen
  32. Die DNA wird verdoppelt.
  33. Eineiige entstehen aus einer befruchteten Eizelle und sind erbgleich, zweieiige aus zwei Eizellen und sind genetisch verschieden wie Geschwister.
  34. 100 %
  35. alle AB
  36. eine gesunde Frau mit einem gesunden und einem Krankheitsallel
  37. der Austausch einer einzelnen Base in der DNA
  38. die getestete Person selbst