Biologie · Klasse 9 und 10 · Kapitel
Gesundheit und Immunsystem
EntdeckenDie Frage zum Kapitel
Warum sank die Zahl der Todesfälle im Wochenbett in Wien, nachdem sich die Ärzte die Hände mit Chlorkalk wuschen?
Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Für die Lehrkraft: Der Arzt Ignaz Semmelweis erkannte 1847: Ärzte trugen von der Leichenöffnung etwas an den Händen zu den Gebärenden. Nach dem Händewaschen mit Chlorkalklösung sank die Sterblichkeit in seiner Abteilung auf einen Bruchteil. Erreger kannte man noch nicht. Quelle: Best und Neuhauser 2004, Ignaz Semmelweis and the birth of infection control, Quality and Safety in Health Care 13.
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich kann Gesundheit und Krankheit unterscheiden und Risikofaktoren einschätzen.
EntdeckenFrage
Warum sank die Zahl der Todesfälle im Wochenbett in Wien, nachdem sich die Ärzte die Hände mit Chlorkalk wuschen?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Der Arzt Ignaz Semmelweis erkannte 1847: Ärzte trugen von der Leichenöffnung etwas an den Händen zu den Gebärenden. Nach dem Händewaschen mit Chlorkalklösung sank die Sterblichkeit in seiner Abteilung auf einen Bruchteil. Erreger kannte man noch nicht.
MerkenGesundheit ist mehr als nicht krank
Gesundheit umfasst körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden.
Ein Risikofaktor erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Krankheit, er macht sie nicht sicher.
BeispielGesundheit, Krankheit und Risiko
Schritt für Schritt
- Ein Risikofaktor erhöht die Wahrscheinlichkeit.
- Er macht eine Krankheit nicht sicher.
- Aussagen über Risiken brauchen viele Fälle, nicht einen.
- Ein Risikofaktor erhöht die Wahrscheinlichkeit.
- Er macht eine Krankheit nicht sicher.
- Aussagen über Risiken brauchen viele Fälle, nicht einen.
AchtungGesund heißt nur: nicht krank
Wer keine Diagnose hat, ist gesund.
Gesundheit umfasst auch seelisches und soziales Wohlbefinden. Auch ohne Diagnose kann jemand leiden.
Gesundheit ist mehr als keine Krankheit zu haben. Sie hat drei Seiten: körperlich, seelisch und sozial.
ÜbenJetzt du
- ○1Wie unterscheidet sich eine Ursache von einem Risikofaktor? Begründe die Wahl.So fängst du an:Der Erreger ist Ursache der Infektion.
Lösung zeigen
- Der Erreger ist Ursache der Infektion.
- Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor.
Ergebnis:Eine Ursache löst die Krankheit aus, ein Risikofaktor erhöht nur die Wahrscheinlichkeit. - ●2Wie beschreibt die Satzung der Weltgesundheitsorganisation von 1946 Gesundheit? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Die Satzung nennt drei Seiten: körperlich, seelisch und sozial.
- Gesundheit ist also mehr als Krankheit auszuschließen.
Ergebnis:als Zustand körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens - ★3Was gehört nach der Weltgesundheitsorganisation zur Gesundheit außer dem Körper? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Die Satzung von 1946 nennt drei Bereiche.
- Körper, Seele und soziales Leben.
Ergebnis:das seelische und soziale Wohlbefinden
2Ich kann Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten vergleichen und Infektionswege nennen.
EntdeckenFrage
Wie viel kleiner ist ein Grippevirus als ein Bakterium?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Ein Grippevirus misst etwa 100 Nanometer, ein typisches Bakterium ein bis zwei Mikrometer. Das Bakterium ist also etwa zehn bis zwanzig Mal so lang. Viren haben keine Zellen und vermehren sich nur in fremden Zellen.
MerkenErreger und Infektionswege
Bakterien sind Zellen mit eigenem Stoffwechsel.
Viren haben keinen Stoffwechsel und vermehren sich nur in fremden Zellen. Infiziert ist, wer Erreger aufgenommen hat; krank ist, wer Beschwerden hat.
BeispielErreger und Infektionswege
Schritt für Schritt
- Grippeviren sitzen in den Atemwegen.
- Beim Husten und Niesen gelangen sie in die Luft.
- Grippeviren sitzen in den Atemwegen.
- Beim Husten und Niesen gelangen sie in die Luft.
AchtungViren und Bakterien verwechselt
Viren sind sehr kleine Bakterien.
Bakterien sind Zellen. Viren sind keine Zellen, sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und vermehren sich nur in Wirtszellen.
Ein Bakterium ist eine Zelle und lebt allein. Ein Virus braucht eine fremde Zelle zum Vermehren.
ÜbenJetzt du
- ○4Wie werden Salmonellen vor allem übertragen? Begründe die Wahl.So fängst du an:Salmonellen sind Bakterien im Darm.
Lösung zeigen
- Salmonellen sind Bakterien im Darm.
- Sie gelangen mit rohem Fleisch oder Ei in den Körper.
Ergebnis:über verunreinigte Lebensmittel - ●5Wo vermehren sich Viren? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Viren nutzen die Zelle, um sich zu vermehren.
- Allein können sie das nicht.
Ergebnis:in Zellen eines Wirts - ★6Warum kann man Zecken-Borreliose behandeln, die Tollwut nach dem Ausbruch aber kaum? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Borrelien sind Bakterien.
- Gegen Bakterien wirken Antibiotika.
- Gegen Tollwutviren gibt es nach Ausbruch keine solche Behandlung, deshalb impft man vorbeugend.
Ergebnis:Borreliose wird durch Bakterien verursacht, die Antibiotika treffen. Tollwut wird durch ein Virus verursacht.
3Ich kann die unspezifische Abwehr beschreiben: Barrieren, Fresszellen, Entzündung und Fieber.
EntdeckenFrage
Soll man jedes Fieber sofort senken?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Nicht unbedingt. Eine höhere Körpertemperatur hemmt viele Erreger und fördert die Abwehr. Bei hohem Fieber, bei Kleinkindern und bei Vorerkrankungen gehört es in ärztliche Hände.
MerkenDie erste Abwehr
Haut und Schleimhäute halten Erreger ab.
Gelangen sie hinein, fressen Fresszellen sie. Entzündung und Fieber sind Teil der Abwehr und keine eigene Krankheit.
BeispielUnspezifische Abwehr
Schritt für Schritt
- Mehr Blut bringt Abwehrzellen.
- Rötung und Wärme zeigen, dass die Abwehr arbeitet.
- Mehr Blut bringt Abwehrzellen.
- Rötung und Wärme zeigen, dass die Abwehr arbeitet.
AchtungFieber als Krankheit gedacht
Fieber ist die Krankheit und muss sofort gesenkt werden.
Fieber ist ein Teil der Abwehr: Bei höherer Temperatur arbeiten Abwehrzellen besser und manche Erreger vermehren sich schlechter.
Fieber zeigt, dass die Abwehr arbeitet. Der Körper stellt seine Temperatur absichtlich höher ein.
ÜbenJetzt du
- ○7Was ist eine Fresszelle? Begründe die Wahl.So fängst du an:Fresszellen umschließen Erreger.
Lösung zeigen
- Fresszellen umschließen Erreger.
- Sie bauen sie dann ab.
Ergebnis:eine Abwehrzelle, die Erreger aufnimmt und abbaut - ●8Was tun Fresszellen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Fresszellen umschließen Erreger.
- Dann verdauen sie diese.
- Antikörper bilden andere Zellen.
Ergebnis:Sie nehmen Erreger auf und verdauen sie. - ★9Warum ist es ungünstig, bei jedem leichten Fieber sofort ein fiebersenkendes Mittel zu geben? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Fieber ist ein Teil der Abwehr.
- Bei hohem Fieber oder Vorerkrankungen entscheidet die ärztliche Beratung.
Ergebnis:Das Fieber hilft der Abwehr. Man senkt es erst, wenn es sehr hoch ist oder stark belastet.
4Ich kann die spezifische Immunantwort mit Antigen, Antikörper, B- und T-Zellen und Gedächtniszellen erklären.
EntdeckenFrage
Wie viele verschiedene Antikörper kann ein Mensch bilden?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Weit über eine Milliarde verschiedene Formen. Jede B-Zelle trägt nur eine einzige Form. Trifft ein Erreger auf die passende B-Zelle, vermehrt sich genau diese Zelle.
MerkenAntikörper passen zu Antigenen
Jeder Antikörper passt zu genau einem Antigen.
Plasmazellen bilden ihn, Gedächtniszellen merken sich den Erreger. Beim zweiten Kontakt ist die Antwort schneller und stärker.
BeispielAntigen, Antikörper und Gedächtnis
Schritt für Schritt
- Die Abwehr lernt am Antigen.
- Der Impfstoff ist ein Training.
- Die Abwehr lernt am Antigen.
- Der Impfstoff ist ein Training.
AchtungInfektion und Krankheit gleichgesetzt
Wer Erreger im Körper hat, ist krank. Wer sich gut fühlt, hat keine Erreger.
Man kann infiziert sein und nichts merken. Krank ist man erst mit Beschwerden.
Infiziert heißt: Erreger sind im Körper. Krank heißt: Es gibt Beschwerden. Beides ist nicht dasselbe.
ÜbenJetzt du
- ○10Was erkennen T-Killerzellen? Begründe die Wahl.So fängst du an:Befallene Zellen zeigen Virusteile auf ihrer Oberfläche.
Lösung zeigen
- Befallene Zellen zeigen Virusteile auf ihrer Oberfläche.
- T-Killerzellen erkennen sie und töten sie.
Ergebnis:Körperzellen, die von Viren befallen sind, und töten sie ab. - ●11Wie lange dauert die erste Antikörperantwort ungefähr? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Die passende B-Zelle muss erst gefunden werden.
- Dann vermehrt sie sich.
Ergebnis:mehrere Tage - ★12Eine Person hatte Masern und bekommt später nach Kontakt keine Beschwerden. Wie erklärt sich das im Blut? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Nach der Krankheit bleiben Gedächtniszellen jahrzehntelang.
- Beim Kontakt startet die Antwort sofort.
Ergebnis:Gedächtniszellen und noch vorhandene Antikörper bekämpfen den Erreger sofort.
5Ich kann aktive und passive Immunisierung unterscheiden und die Wirkung einer Impfung erklären.
EntdeckenFrage
Welche Krankheit hat die Impfung weltweit ausgerottet?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Die Pocken. Der letzte natürliche Fall trat 1977 in Somalia auf, 1980 erklärte die Weltgesundheitsorganisation die Welt für pockenfrei. Die Pocken konnten verschwinden, weil der Erreger nur den Menschen befällt und die Impfung zuverlässig schützt.
MerkenImpfen trainiert die Abwehr
Eine aktive Impfung zeigt dem Körper ungefährliche Teile eines Erregers.
Er bildet selbst Antikörper und Gedächtniszellen. Eine passive Impfung liefert fertige Antikörper, der Schutz hält nur kurz.
BeispielAktive und passive Immunisierung
Schritt für Schritt
- Impfstoffe enthalten keine voll wirksamen Erreger.
- Kurze Rötung oder Müdigkeit sind Zeichen der Abwehr, nicht der Krankheit.
- Impfstoffe enthalten keine voll wirksamen Erreger.
- Kurze Rötung oder Müdigkeit sind Zeichen der Abwehr, nicht der Krankheit.
AchtungImpfung als kleine Krankheit gedacht
Bei einer Impfung bekommt man den Erreger und wird ein bisschen krank.
Ein Impfstoff enthält abgeschwächte oder abgetötete Erreger oder nur Teile davon. Er löst die Abwehr aus, ohne die Krankheit auszulösen.
Impfstoffe trainieren die Abwehr mit ungefährlichen Teilen. Die Krankheit selbst entsteht dabei nicht.
ÜbenJetzt du
- ○13Was geschieht bei einer passiven Impfung? Begründe die Wahl.So fängst du an:Passiv heißt: Der Körper bekommt etwas.
Lösung zeigen
- Passiv heißt: Der Körper bekommt etwas.
- Die Antikörper werden mit der Zeit abgebaut.
- Es entstehen keine Gedächtniszellen.
Ergebnis:Fertige Antikörper werden gegeben, der Schutz hält nur kurz. - ●14Warum erhält ein Kind mit Tetanus-Verdacht beide Impfungen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Fertige Antikörper wirken sofort.
- Die aktive Impfung braucht Tage.
Ergebnis:Passiv gibt sofort Schutz, aktiv baut den eigenen Schutz auf. - ★15Warum muss man die Impfung gegen Tetanus alle zehn Jahre auffrischen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Antikörper werden abgebaut.
- Gedächtniszellen verblassen.
- Eine Auffrischung erinnert die Abwehr.
Ergebnis:Der Schutz lässt nach, die Auffrischung stärkt die Gedächtniszellen neu.
6Ich kann Herdenschutz berechnen und Impfentscheidungen nach Sachaussage und Werturteil bewerten.
EntdeckenFrage
Wie viele Menschen müssen gegen Masern immun sein, damit sich die Krankheit nicht ausbreitet?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Etwa 95 von 100. Masern sind so ansteckend, dass ein Erkrankter bis zu 18 Menschen ansteckt. Ist die Schwelle erreicht, schützt die Gruppe auch Babys und Menschen, die nicht geimpft werden können.
MerkenHerdenschutz
Sind genug Menschen immun, breitet sich ein Erreger kaum aus.
Die nötige Quote ist 1 − 1 : R₀. Impfen bewertet man mit Sachaussagen und Werten.
BeispielHerdenschutz berechnen und bewerten
Schritt für Schritt
- Quote = 1 − 1 : R₀ = 1 − 1 : 8.
- 1 : 8 = 0,125.
- 1 − 0,125 = 0,875, also 87,5 %.
- Quote = 1 − 1 : R₀ = 1 − 1 : 8.
- 1 : 8 = 0,125.
- 1 − 0,125 = 0,875, also 87,5 %.
AchtungSchwelle des Herdenschutzes falsch gerechnet
Bei R₀ = 5 reichen 1 : 5 = 20 Prozent Immune.
Die Schwelle ist 1 − 1 : R₀ = 1 − 1 : 5 = 80 Prozent.
Rechne erst 1 : R₀ und ziehe das Ergebnis dann von 1 ab. So erhältst du den Anteil der Immunen, der nötig ist.
ÜbenJetzt du
- ○16Ein Erreger mit der Ansteckungszahl R₀ = 3. Wie hoch muss der Anteil der Immunen mindestens sein, damit der Erreger sich kaum ausbreitet?So fängst du an:Quote = 1 − 1 : R₀ = 1 − 1 : 3.
Lösung zeigen
- Quote = 1 − 1 : R₀ = 1 − 1 : 3.
- 1 : 3 = 0,333.
- 1 − 0,333 = 0,667, also 66,7 %.
Ergebnis:66,7 % - ●17Eine sehr ansteckende Krankheit mit R₀ = 20. Wie hoch muss der Anteil der Immunen mindestens sein, damit der Erreger sich kaum ausbreitet?
Lösung zeigen
- Quote = 1 − 1 : R₀ = 1 − 1 : 20.
- 1 : 20 = 0,05.
- 1 − 0,05 = 0,95, also 95 %.
Ergebnis:95 % - ★18Eine sehr ansteckende Krankheit mit R₀ = 20. In einer Schule mit 1000 Personen: Wie viele müssen mindestens immun sein, damit sich der Erreger kaum ausbreitet?
Lösung zeigen
- Schwelle: 1 − 1 : 20 = 95 %.
- 95 % von 1000 ergibt 950.
- Aufgerundet: mindestens 950 Personen.
Ergebnis:950 Personen
7Ich kann Wirkung und Grenzen von Antibiotika erklären und die Entstehung von Resistenz begründen.
EntdeckenFrage
Wie wurde das erste Antibiotikum entdeckt?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Alexander Fleming sah 1928 auf einer Platte mit Bakterien, dass rund um einen Schimmelpilz keine Bakterien wuchsen. Der Pilz Penicillium bildet einen Stoff, der Bakterien tötet. Der Fund wurde erst über zehn Jahre später zum Medikament.
MerkenAntibiotika und Resistenz
Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren.
Resistent werden die Bakterien, nicht der Mensch: Überlebende vermehren sich weiter.
BeispielAntibiotika und Resistenz
Schritt für Schritt
- Der bakterienfreie Hof zeigt eine Wirkung.
- Der Stoff wirkt auf Bakterien.
- Penicillin wurde später gereinigt und als Arzneimittel genutzt.
- Der bakterienfreie Hof zeigt eine Wirkung.
- Der Stoff wirkt auf Bakterien.
- Penicillin wurde später gereinigt und als Arzneimittel genutzt.
AchtungAntibiotika gegen Viren gedacht
Bei einer Grippe hilft ein Antibiotikum.
Antibiotika töten Bakterien oder hemmen sie. Grippe wird durch Viren verursacht, dagegen wirken sie nicht.
Antibiotika richten sich gegen Bakterienzellen. Viren haben keine solche Zelle und bleiben unberührt.
ÜbenJetzt du
- ○19Wie entstehen resistente Bakterien? Begründe die Wahl.So fängst du an:In einer Menge Bakterien sind zufällig einige resistent.
Lösung zeigen
- In einer Menge Bakterien sind zufällig einige resistent.
- Das Antibiotikum tötet die anderen.
- Die Resistenten vermehren sich, und ihre Nachkommen sind ebenfalls resistent.
Ergebnis:Einzelne Bakterien mit Resistenzgenen überleben das Antibiotikum und vermehren sich. - ●20Wie können Bakterien Resistenz an andere Bakterien weitergeben? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Bakterien tauschen kleine DNA-Ringe aus.
- So breitet sich Resistenz schnell aus.
Ergebnis:durch Austausch von Erbinformation, etwa in Plasmiden - ★21Ein Arzt verschreibt bei einer Mandelentzündung durch Viren kein Antibiotikum. Wie ist das fachlich zu begründen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Erst den Erreger klären.
- Viren werden nicht getroffen.
- Jeder unnötige Einsatz gibt Resistenzen eine Chance.
Ergebnis:Gegen Viren wirken Antibiotika nicht, unnötiger Einsatz fördert nur Resistenzen.
8Ich kann die Wirkung von Suchtmitteln auf das Belohnungssystem beschreiben und Hilfen nennen.
EntdeckenFrage
Warum fällt es so schwer, mit dem Rauchen aufzuhören?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Nikotin dockt an Empfängern im Gehirn an und setzt den Botenstoff Dopamin frei. Das Belohnungssystem gewöhnt sich daran. Fehlt Nikotin, entstehen Unruhe und Verlangen. Das hat mit Willensstärke wenig zu tun.
MerkenSucht ist eine Krankheit
Suchtmittel verändern das Belohnungssystem im Gehirn.
Mit der Zeit braucht der Körper mehr davon. Sucht ist keine Willensschwäche, es gibt Beratung und Behandlung.
BeispielSucht und Belohnungssystem
Schritt für Schritt
- Sucht ist eine Krankheit.
- Hilfe von außen erhöht die Chance.
- Sucht ist eine Krankheit.
- Hilfe von außen erhöht die Chance.
AchtungSucht als Willensschwäche gedacht
Wer süchtig ist, hat einfach zu wenig Willen.
Suchtmittel verändern das Belohnungssystem im Gehirn. Aufhören ist schwer, weil sich der Körper angepasst hat. Beratung hilft.
Sucht verändert das Gehirn. Das ist eine Krankheit, keine Charakterschwäche. Es gibt Hilfe.
ÜbenJetzt du
- ○22Warum braucht ein Mensch bei Gewöhnung immer mehr vom Suchtmittel? Begründe die Wahl.So fängst du an:Das Belohnungssystem regelt sich herunter.
Lösung zeigen
- Das Belohnungssystem regelt sich herunter.
- Dasselbe Maß bringt weniger.
- Daher steigt die Dosis.
Ergebnis:Das Gehirn gleicht die starke Wirkung aus. Die gleiche Menge wirkt dann schwächer. - ●23Ist Sucht eine Willensschwäche? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Suchtmittel verändern Nervenzellen.
- Das ist kein Charakterfehler.
- Hilfe gibt es bei Beratungsstellen.
Ergebnis:Nein, Sucht ist eine Krankheit, die das Gehirn verändert; Behandlung und Beratung helfen. - ★24Warum ist Alkohol für das Gehirn von Jugendlichen besonders schädlich? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Das Gehirn baut in der Jugend Verbindungen um.
- Alkohol stört dieses Umbauen.
- Gedächtnis und Lernen können leiden.
Ergebnis:Das Gehirn reift bis etwa 25 Jahre und reagiert empfindlicher auf Nervengifte.
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●25Welche Maßnahme gehört zur Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Vorbeugung setzt vor der Krankheit an.
- Bewegung, Ernährung und Rauchverzicht senken das Risiko.
Ergebnis:regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und Verzicht auf Rauchen - ●26Welche Krankheit wird durch Viren verursacht? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Grippe verursachen Influenzaviren.
- Salmonellen sind Bakterien, Fußpilz wird durch Pilze verursacht.
Ergebnis:Grippe - ●27Der Magen ist sauer. Welche Rolle spielt das für die Abwehr? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Der Magensaft hat einen niedrigen pH-Wert.
- Viele Erreger überleben das nicht.
Ergebnis:Die Säure tötet viele Erreger ab, die mit der Nahrung kommen. - ●28Wozu sind Gedächtniszellen da? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Nach einer Infektion bleiben Gedächtniszellen.
- Sie starten beim zweiten Kontakt die Antwort sofort.
Ergebnis:Sie merken sich den Erreger. Beim zweiten Kontakt ist die Antwort schneller und stärker. - ●29Nach einer Verletzung hat eine Person keinen Tetanusschutz. Der Arzt gibt sofort fertige Antikörper. Welche Immunisierung ist das? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Fertige Antikörper kommen von außen.
- Das ist passiv.
- Gleichzeitig kann man aktiv impfen, damit der Körper selbst Schutz aufbaut.
Ergebnis:passive Immunisierung - ●30Was bedeutet Herdenschutz?
Lösung zeigen
- Ein Erreger braucht Menschen zum Weitergeben.
- Sind viele immun, versiegen die Ketten.
Ergebnis:Wenn genug Menschen immun sind, kann sich ein Erreger kaum noch ausbreiten.
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Gesundheit ist mehr als nicht krank
- Gesundheit umfasst körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden.
- Erreger und Infektionswege
- Bakterien sind Zellen mit eigenem Stoffwechsel.
- Die erste Abwehr
- Haut und Schleimhäute halten Erreger ab.
- Antikörper passen zu Antigenen
- Jeder Antikörper passt zu genau einem Antigen.
- Impfen trainiert die Abwehr
- Eine aktive Impfung zeigt dem Körper ungefährliche Teile eines Erregers.
- Herdenschutz
- Sind genug Menschen immun, breitet sich ein Erreger kaum aus.
- Antibiotika und Resistenz
- Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren.
- Sucht ist eine Krankheit
- Suchtmittel verändern das Belohnungssystem im Gehirn.
AchtungRisikofaktor als sichere Ursache gedacht
Mein Onkel raucht und ist gesund, also ist Rauchen nicht gefährlich.
Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit für viele Krankheiten stark. Ein einzelner Fall zeigt nur, dass es nicht jeden trifft.
Ein Risikofaktor macht eine Krankheit wahrscheinlicher, nicht sicher. Ein Gegenbeispiel widerlegt ihn nicht.
AchtungKrankheit dem falschen Erreger zugeordnet
Malaria wird durch Bakterien verursacht, Fußpilz durch Viren.
Malaria verursacht ein einzelliger Parasit, Fußpilz ein Pilz. Grippe verursachen Viren, Salmonellose Bakterien.
Ordne zuerst die Krankheit ihrem Erreger zu. Dann fällt die Gruppe: Bakterium, Virus, Pilz oder Parasit.
AchtungFresszellen erkennen nur einen Erreger
Fresszellen werden erst nach der Impfung gebildet und gelten nur für diesen einen Erreger.
Fresszellen sind immer da und fressen viele Arten von Erregern. Sie sind die erste, unspezifische Abwehr.
Fresszellen sind immer bereit und fressen vieles. Erst die spezifische Abwehr passt zu einem einzigen Erreger.
AchtungEin Antikörper für alle Erreger gedacht
Antikörper wirken gegen jeden Erreger.
Jeder Antikörper passt wie ein Schlüssel nur zu einem Antigen. Gegen Grippe hilft kein Masern-Antikörper.
Antikörper sind wie Schlüssel: Jeder passt nur zu einem Schloss, dem Antigen.
AchtungAntikörper als Fresser gedacht
Antikörper fressen die Erreger auf.
Antikörper heften sich an Erreger, machen sie unschädlich und markieren sie. Fressen tun Fresszellen.
Antikörper binden und markieren. Gefressen werden die Erreger danach von den Fresszellen.
AchtungAktive und passive Impfung verwechselt
Bei der passiven Impfung bildet der Körper selbst Antikörper, die Wirkung hält lange.
Bei der passiven Impfung kommen fertige Antikörper von außen, der Schutz hält nur Wochen. Bei der aktiven bildet der Körper sie selbst.
Frag: Wer bildet die Antikörper? Der Körper selbst heißt aktiv. Fertige Antikörper von außen heißt passiv.
AchtungNur der Geimpfte selbst ist geschützt
Ob andere sich impfen lassen, betrifft mich nicht.
Je mehr Menschen immun sind, desto seltener trifft ein Erreger auf Ungeschützte. So schützt man auch Babys und Menschen, die nicht geimpft werden können.
Impfen schützt die geimpfte Person und gibt den anderen Schutz mit: Der Erreger findet weniger Wege.
AchtungWirksamkeit des Impfstoffs vergessen
Die nötige Quote ist 80 Prozent, also müssen 80 Prozent geimpft sein.
Schützt der Impfstoff nur 90 von 100 Geimpften, braucht man 80 : 0,9 ≈ 89 Prozent Geimpfte.
Immun wird nur, wen der Impfstoff auch schützt. Teile die nötige Quote durch die Wirksamkeit.
AchtungWerturteil als Tatsache behandelt
Impfen ist richtig, das ist einfach eine Tatsache.
„Impfen senkt die Zahl der Erkrankungen“ ist eine Sachaussage. „Alle sollten sich impfen lassen“ ist ein Werturteil, das man begründet.
Frag: Kann man es messen oder nachlesen? Dann ist es eine Sachaussage. Sagt der Satz, was sein soll, ist es ein Werturteil.
AchtungDer Körper wird resistent
Wer oft Antibiotika nimmt, dessen Körper gewöhnt sich daran und wird resistent.
Bakterien werden resistent: Überlebende mit Resistenzgenen vermehren sich weiter. Der Körper des Menschen wird nicht resistent.
Resistent sind die Bakterien. Wer sie nicht ganz abtötet, lässt die widerstandsfähigen übrig, und die vermehren sich.
AchtungLegal heißt ungefährlich
Alkohol und Zigaretten sind erlaubt, also sind sie nicht gefährlich.
Ob etwas erlaubt ist, sagt nichts über seine Wirkung. Alkohol und Nikotin gehören zu den Stoffen, die in Deutschland die meisten Todesfälle verursachen.
Das Gesetz regelt den Verkauf, nicht die Wirkung. Gefährlich ist ein Stoff durch das, was er im Körper tut.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann Gesundheit und Krankheit unterscheiden und Risikofaktoren einschätzen.
31Was ist mit Prävention gemeint? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Maßnahmen, die Krankheiten vorbeugen, bevor sie entstehenIch kann Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten vergleichen und Infektionswege nennen.
32Warum helfen Händewaschen und Husten in die Ellenbogenbeuge gegen Infektionen? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Sie unterbrechen den Weg der Erreger von einer Person zur nächsten.Ich kann die unspezifische Abwehr beschreiben: Barrieren, Fresszellen, Entzündung und Fieber.
33Der Tränen- und Speichelsaft enthält ein Enzym, das Bakterienwände zerstört. Zu welcher Abwehr gehört das? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:zur unspezifischen Abwehr, denn es wirkt gegen viele Bakterien gleichermaßenIch kann die spezifische Immunantwort mit Antigen, Antikörper, B- und T-Zellen und Gedächtniszellen erklären.
34Warum antwortet der Körper beim zweiten Kontakt mit demselben Erreger schneller? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Gedächtniszellen sind schon da und erkennen ihn sofort.Ich kann aktive und passive Immunisierung unterscheiden und die Wirkung einer Impfung erklären.
35Warum erhält ein Kind mit Tetanus-Verdacht beide Impfungen? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Passiv gibt sofort Schutz, aktiv baut den eigenen Schutz auf.Ich kann Herdenschutz berechnen und Impfentscheidungen nach Sachaussage und Werturteil bewerten.
36Ein Erreger mit der Ansteckungszahl R₀ = 3. Wie hoch muss der Anteil der Immunen mindestens sein, damit der Erreger sich kaum ausbreitet?Lösung zeigen
Ergebnis:66,7 %Ich kann Wirkung und Grenzen von Antibiotika erklären und die Entstehung von Resistenz begründen.
37Warum ist ein Antibiogramm im Labor sinnvoll? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Es zeigt, welches Antibiotikum gegen die Bakterien einer Probe wirkt.Ich kann die Wirkung von Suchtmitteln auf das Belohnungssystem beschreiben und Hilfen nennen.
38Was bedeutet Toleranzentwicklung bei einem Suchtmittel? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Die gleiche Menge wirkt schwächer, deshalb wird mehr verlangt.
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Die Frage vom Anfang
EntdeckenRückschau
Warum sank die Zahl der Todesfälle im Wochenbett in Wien, nachdem sich die Ärzte die Hände mit Chlorkalk wuschen?
Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?
Auflösung
Der Arzt Ignaz Semmelweis erkannte 1847: Ärzte trugen von der Leichenöffnung etwas an den Händen zu den Gebärenden. Nach dem Händewaschen mit Chlorkalklösung sank die Sterblichkeit in seiner Abteilung auf einen Bruchteil. Erreger kannte man noch nicht.
Wörter
- Teiler
- eine Zahl, durch die es ohne Rest aufgeht
- Wahrscheinlichkeit
- wie sicher etwas passiert
Lösungen
- Eine Ursache löst die Krankheit aus, ein Risikofaktor erhöht nur die Wahrscheinlichkeit.
- als Zustand körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens
- das seelische und soziale Wohlbefinden
- über verunreinigte Lebensmittel
- in Zellen eines Wirts
- Borreliose wird durch Bakterien verursacht, die Antibiotika treffen. Tollwut wird durch ein Virus verursacht.
- eine Abwehrzelle, die Erreger aufnimmt und abbaut
- Sie nehmen Erreger auf und verdauen sie.
- Das Fieber hilft der Abwehr. Man senkt es erst, wenn es sehr hoch ist oder stark belastet.
- Körperzellen, die von Viren befallen sind, und töten sie ab.
- mehrere Tage
- Gedächtniszellen und noch vorhandene Antikörper bekämpfen den Erreger sofort.
- Fertige Antikörper werden gegeben, der Schutz hält nur kurz.
- Passiv gibt sofort Schutz, aktiv baut den eigenen Schutz auf.
- Der Schutz lässt nach, die Auffrischung stärkt die Gedächtniszellen neu.
- 66,7 %
- 95 %
- 950 Personen
- Einzelne Bakterien mit Resistenzgenen überleben das Antibiotikum und vermehren sich.
- durch Austausch von Erbinformation, etwa in Plasmiden
- Gegen Viren wirken Antibiotika nicht, unnötiger Einsatz fördert nur Resistenzen.
- Das Gehirn gleicht die starke Wirkung aus. Die gleiche Menge wirkt dann schwächer.
- Nein, Sucht ist eine Krankheit, die das Gehirn verändert; Behandlung und Beratung helfen.
- Das Gehirn reift bis etwa 25 Jahre und reagiert empfindlicher auf Nervengifte.
- regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und Verzicht auf Rauchen
- Grippe
- Die Säure tötet viele Erreger ab, die mit der Nahrung kommen.
- Sie merken sich den Erreger. Beim zweiten Kontakt ist die Antwort schneller und stärker.
- passive Immunisierung
- Wenn genug Menschen immun sind, kann sich ein Erreger kaum noch ausbreiten.
- Maßnahmen, die Krankheiten vorbeugen, bevor sie entstehen
- Sie unterbrechen den Weg der Erreger von einer Person zur nächsten.
- zur unspezifischen Abwehr, denn es wirkt gegen viele Bakterien gleichermaßen
- Gedächtniszellen sind schon da und erkennen ihn sofort.
- Passiv gibt sofort Schutz, aktiv baut den eigenen Schutz auf.
- 66,7 %
- Es zeigt, welches Antibiotikum gegen die Bakterien einer Probe wirkt.
- Die gleiche Menge wirkt schwächer, deshalb wird mehr verlangt.