Biologie · Klasse 9 und 10 · Kapitel
Nervensystem und Gehirn
EntdeckenDie Frage zum Kapitel
Wie lange braucht ein Reiz vom großen Zeh bis ins Gehirn?
Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Für die Lehrkraft: Schnelle Nervenfasern leiten mit bis zu 120 Metern in der Sekunde. Bei etwa 1,8 Metern Weg dauert es also nur rund 15 bis 20 Tausendstel Sekunden. Langsame Schmerzfasern brauchen viel länger. Quelle: Lehrbuchwissen: Leitungsgeschwindigkeit von Nervenfasern (zum Beispiel Schmidt, Lang und Heckmann, Physiologie des Menschen).
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich kann den Weg vom Reiz zur Reaktion beschreiben und Sinnesorgan, Nerv und Gehirn zuordnen.
EntdeckenFrage
Wie lange braucht ein Reiz vom großen Zeh bis ins Gehirn?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Schnelle Nervenfasern leiten mit bis zu 120 Metern in der Sekunde. Bei etwa 1,8 Metern Weg dauert es also nur rund 15 bis 20 Tausendstel Sekunden. Langsame Schmerzfasern brauchen viel länger.
MerkenVom Reiz zur Reaktion
Ein Reiz trifft eine Sinneszelle, sie bildet daraus elektrische Signale.
Nerven leiten sie zum Gehirn, dort entsteht die Wahrnehmung. Ein Nerv leitet den Befehl zum Muskel.
BeispielVom Reiz zur Reaktion
Schritt für Schritt
- Der Reiz kommt zuerst.
- Dann geht das Signal ins Gehirn.
- Vom Gehirn geht der Befehl zum Muskel.
- Der Reiz kommt zuerst.
- Dann geht das Signal ins Gehirn.
- Vom Gehirn geht der Befehl zum Muskel.
AchtungStationen von Reiz und Reaktion vertauscht
Reiz, Muskel, Nerv, Gehirn, Reaktion.
Reiz, Sinneszelle, sensorischer Nerv, Gehirn, motorischer Nerv, Muskel, Reaktion.
Gehe den Weg der Signale: Sinneszelle nimmt auf, Nerv leitet zum Gehirn, ein zweiter Nerv leitet zum Muskel.
ÜbenJetzt du
- ○1Jemand hört hinter sich ein Auto hupen und springt zur Seite. Womit beginnt die Kette? Begründe die Wahl.So fängst du an:Am Anfang steht immer der Reiz.
Lösung zeigen
- Am Anfang steht immer der Reiz.
- Dann folgen Sinneszellen und Nerv.
- Der Muskel arbeitet erst am Ende.
Ergebnis:mit dem Schall als Reiz, den Sinneszellen im Ohr aufnehmen - ●2Was ist ein Reiz? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Reize sind zum Beispiel Licht, Schall oder Druck.
- Sinneszellen reagieren darauf.
Ergebnis:eine Veränderung der Umwelt oder des Körpers, die eine Sinneszelle auslösen kann - ★3Warum entsteht bei einem Schlag aufs Auge der Eindruck von Lichtblitzen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Sehzellen senden Signale.
- Das Gehirn deutet sie immer als Licht.
- Der Reiz kann also auch Druck sein.
Ergebnis:Das Gehirn deutet jedes Signal der Sehzellen als Licht, auch wenn der Reiz Druck war.
2Ich kann Gehirn, Rückenmark und Nerven als Zentrales und Peripheres Nervensystem ordnen und die Aufgaben der Gehirnteile nennen.
EntdeckenFrage
Wie viele Nervenzellen hat das menschliche Gehirn?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Etwa 86 Milliarden. Dazu kommen ungefähr ebenso viele Stütz- und Hilfszellen. Jede Nervenzelle ist mit Tausenden anderen verbunden.
MerkenZentrales und peripheres Nervensystem
Gehirn und Rückenmark bilden das Zentrale Nervensystem.
Die Nerven außerhalb sind das Periphere Nervensystem. Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm haben verschiedene Aufgaben und arbeiten zusammen.
BeispielZentrales und peripheres Nervensystem
Schritt für Schritt
- Der Nerv liegt außerhalb von Gehirn und Rückenmark.
- Das ist der periphere Teil.
- Der Nerv liegt außerhalb von Gehirn und Rückenmark.
- Das ist der periphere Teil.
AchtungZentrales und peripheres Nervensystem verwechselt
Das Rückenmark gehört zum peripheren Nervensystem.
Gehirn und Rückenmark bilden das Zentrale Nervensystem. Alle Nerven außerhalb sind das Periphere Nervensystem.
Zentral sind Gehirn und Rückenmark. Peripher sind die Nerven, die zu Organen und Muskeln laufen.
ÜbenJetzt du
- ○4Was gehört zum Zentralen Nervensystem, was zum Peripheren? Begründe die Wahl.So fängst du an:Zentral sind Gehirn und Rückenmark.
Lösung zeigen
- Zentral sind Gehirn und Rückenmark.
- Peripher sind die Nerven, die davon abgehen.
Ergebnis:Gehirn und Rückenmark zentral, alle Nerven außerhalb peripher - ●5Welche Aufgabe hat der Hirnstamm? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Der Hirnstamm verbindet Gehirn und Rückenmark.
- Er steuert, was ohne Nachdenken lebenswichtig ist.
Ergebnis:lebenswichtige Vorgänge wie Atmung und Herzschlag steuern - ★6Warum wird das Nervensystem als System bezeichnet? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Ein System besteht aus zusammenwirkenden Teilen.
- Gehirn, Rückenmark und Nerven sind verbunden.
Ergebnis:Viele Teile mit eigenen Aufgaben arbeiten zusammen und tauschen Signale aus.
3Ich kann den Bau einer Nervenzelle beschreiben und die Leitungszeit berechnen.
EntdeckenFrage
Warum zählt ein Start in der Leichtathletik als Fehlstart, wenn er weniger als eine Zehntelsekunde nach dem Startschuss erfolgt?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Die Wettkampfregeln gehen davon aus, dass Hören, Weiterleiten, Entscheiden und Anspannen der Muskeln mindestens etwa 0,1 Sekunden dauern. Wer schneller losläuft, hat vorher gestartet.
MerkenBau und Leitung der Nervenzelle
Dendriten nehmen Signale auf, der Zellkörper verarbeitet sie, das Axon leitet sie weiter.
Markscheiden beschleunigen die Leitung auf bis zu 120 Meter in der Sekunde. Zeit = Strecke : Geschwindigkeit.
BeispielBau und Leitung der Nervenzelle
Schritt für Schritt
- Azevedo und andere zählten 2009 etwa 86 Milliarden.
- Milliarde ist tausend Millionen.
- Azevedo und andere zählten 2009 etwa 86 Milliarden.
- Milliarde ist tausend Millionen.
AchtungNerv als Stromkabel gedacht
Nerven leiten Strom wie ein Kabel, und die Signale sind so schnell wie Licht.
Nerven leiten elektrische Impulse, die sich als Welle am Axon entlang fortpflanzen. Sie sind viel langsamer als Strom im Kabel: höchstens 120 Meter in der Sekunde.
Die Signale in Nerven sind Wellen am Axon, kein Strom im Draht. Sie sind etwa zehn Millionen Mal langsamer als Licht.
ÜbenJetzt du
- ○7Ein Impuls kommt am Dendrit an. Wohin läuft er danach? Begründe die Wahl.So fängst du an:Dendriten empfangen.
Lösung zeigen
- Dendriten empfangen.
- Der Zellkörper verarbeitet.
- Das Axon leitet weiter.
Ergebnis:zum Zellkörper und dann durch das Axon - ●8Wie leiten Nerven Signale weiter? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Es sind Impulse, die entlang der Zellmembran laufen.
- Sie sind viel langsamer als Strom im Kabel.
Ergebnis:als elektrische Impulse, die sich am Axon entlang fortpflanzen - ★9Welche Aufgabe hat das Axon? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Das Axon ist die Leitung.
- Am Ende sitzen die Endknöpfchen.
Ergebnis:Es leitet das Signal vom Zellkörper zu den Endknöpfchen.
4Ich kann die Übertragung an der Synapse erklären und die Wirkung von Giften und Drogen darauf beziehen.
EntdeckenFrage
Warum macht Kaffee wach?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Koffein blockiert die Empfänger für den Botenstoff Adenosin an den Synapsen. Adenosin sammelt sich tagsüber an und macht müde. Ist es blockiert, fühlt man sich wacher, bis das Koffein abgebaut ist.
MerkenDie Synapse
An der Synapse springt kein Strom über.
Die Endknöpfchen geben Botenstoffe in den Spalt ab, die an Rezeptoren der nächsten Zelle andocken. Gifte und Drogen stören diese Übertragung.
BeispielSynapse und Botenstoffe
Schritt für Schritt
- Im Spalt fließt kein Strom.
- Chemische Stoffe tragen das Signal.
- Im Spalt fließt kein Strom.
- Chemische Stoffe tragen das Signal.
AchtungSynapse als Direktverbindung gedacht
An der Synapse geht der Strom einfach in die nächste Zelle über.
Zwischen den Zellen liegt der synaptische Spalt. Die Erregung wird dort durch Botenstoffe (Transmitter) übertragen.
Es gibt einen Spalt. Er wird durch Botenstoffe überbrückt, die in die nächste Zelle einen neuen Impuls auslösen.
ÜbenJetzt du
- ○10Wie passen Botenstoff und Rezeptor zusammen? Begründe die Wahl.So fängst du an:Nur passende Stoffe docken an.
Lösung zeigen
- Nur passende Stoffe docken an.
- Das erklärt, warum Stoffe gezielt wirken.
Ergebnis:wie Schlüssel und Schloss - ●11Was liegt zwischen dem Endknöpfchen und der nächsten Zelle? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- An der Synapse berühren sich die Zellen nicht.
- Zwischen ihnen liegt ein winziger Spalt.
Ergebnis:der synaptische Spalt - ★12Ein Medikament füllt den Botenstoff schneller nach. Was ändert sich an der Synapse? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Mehr Botenstoff heißt mehr Rezeptoren besetzt.
- Das Signal wird stärker.
Ergebnis:Mehr Botenstoff im Spalt, die Übertragung wird verstärkt.
5Ich kann Bau und Funktion des Auges erklären und die Anpassung an Nähe und Ferne begründen.
EntdeckenFrage
Warum sieht man im Dunkeln keine Farben?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Die Netzhaut hat zwei Arten von Sinneszellen. Zapfen sehen Farben und brauchen viel Licht. Stäbchen sind sehr lichtempfindlich, unterscheiden aber keine Farben. Bei wenig Licht arbeiten fast nur Stäbchen.
MerkenDas Auge
Licht fällt durch die Linse auf die Netzhaut.
Dort steht das Bild kopf, das Gehirn dreht es um. Für Nahes wird die Linse dicker, für Fernes dünner.
BeispielBau und Funktion des Auges
Schritt für Schritt
- Zapfen sehen Farben bei Licht.
- Stäbchen sehen in Grautönen bei wenig Licht.
- Zapfen sehen Farben bei Licht.
- Stäbchen sehen in Grautönen bei wenig Licht.
AchtungBild im Auge für das Gesehene gehalten
Das Bild auf der Netzhaut steht auf dem Kopf, also sehen wir die Welt verkehrt.
Das Netzhautbild steht auf dem Kopf. Das Gehirn dreht es um, deshalb sehen wir die Welt aufrecht.
Auf der Netzhaut ist das Bild umgekehrt. Das Gehirn setzt daraus die Wahrnehmung zusammen.
ÜbenJetzt du
- ○13Was geschieht beim Blick in die Ferne? Begründe die Wahl.So fängst du an:Paralleles Licht aus der Ferne braucht wenig Brechung.
Lösung zeigen
- Paralleles Licht aus der Ferne braucht wenig Brechung.
- Die Linse wird flach.
Ergebnis:Der Ziliarmuskel entspannt sich, die Linse wird flach. - ●14Wie erklärt sich der blinde Fleck? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Der Sehnerv besteht aus Nervenfasern.
- An der Austrittsstelle fehlen Sehzellen.
- Das Gehirn füllt die Lücke auf.
Ergebnis:An der Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt, gibt es keine Sehzellen. - ★15Eine Person ist kurzsichtig. Das Auge ist zu lang gebaut. Wo liegt das Bild bei Blick in die Ferne? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Ein zu langes Auge sammelt das Licht zu früh.
- Eine Zerstreuungslinse korrigiert das.
Ergebnis:vor der Netzhaut, deshalb ist es unscharf
6Ich kann Reflexe von willkürlichen Handlungen unterscheiden und den Reflexbogen beschreiben.
EntdeckenFrage
Warum zieht man die Hand von der heißen Herdplatte weg, bevor man den Schmerz spürt?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Der Reflex läuft über das Rückenmark und nicht über das Gehirn. Die Antwort ist dadurch schneller. Der Schmerz erreicht das Bewusstsein erst, wenn die Hand schon weg ist.
MerkenReflex und willkürliche Handlung
Ein Reflex läuft über das Rückenmark und nicht über das Gehirn.
Der Weg ist Reiz, Sinneszelle, Nerv, Rückenmark, Nerv, Muskel. Willkürliche Handlungen steuert das Gehirn.
BeispielReflex und willkürliche Handlung
Schritt für Schritt
- Der Bogen führt über das Rückenmark.
- Das Gehirn wird erst später informiert.
- Der Bogen führt über das Rückenmark.
- Das Gehirn wird erst später informiert.
AchtungReflex und willkürliche Handlung verwechselt
Das Zurückziehen der Hand von der heißen Platte ist eine willkürliche Handlung.
Das schnelle Zurückziehen ist ein Reflex, ein angeborener, schneller Ablauf über das Rückenmark.
Ein Reflex ist schnell, angeboren und läuft ohne Nachdenken ab. Eine willkürliche Handlung entscheidet das Gehirn.
ÜbenJetzt du
- ○16Welche Handlung ist ein Reflex? Begründe die Wahl.So fängst du an:Das Zurückziehen geschieht, bevor der Schmerz bewusst wird.
Lösung zeigen
- Das Zurückziehen geschieht, bevor der Schmerz bewusst wird.
- Klavierspiel und Schreiben sind erlernt und willkürlich.
Ergebnis:Zucken der Hand beim Berühren einer heißen Platte - ●17Welche Rolle hat der Muskel im Reflexbogen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Der Muskel steht am Ende des Reflexbogens.
- Er erhält den Befehl über den motorischen Nerv.
Ergebnis:Er führt die Reaktion aus und zieht sich zusammen. - ★18Warum ist der Reflexbogen schneller als eine bewusste Reaktion? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Weniger Stationen bedeuten weniger Zeit.
- Jede Synapse braucht etwa eine Millisekunde.
Ergebnis:Der Weg ist kürzer, weil das Gehirn nicht beteiligt ist und weniger Synapsen durchlaufen werden.
7Ich kann Lernen und Gedächtnis erklären und Neuromythen prüfen.
EntdeckenFrage
Nutzt ein Mensch wirklich nur zehn Prozent seines Gehirns?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Nein, das ist ein Neuromythos. Bildgebende Verfahren zeigen, dass im Lauf eines Tages alle Bereiche aktiv sind. Schon ein kleiner Schaden kann zu Ausfällen führen.
MerkenLernen verändert das Gehirn
Beim Lernen werden genutzte Verbindungen zwischen Nervenzellen stärker.
Wiederholung, Abruf und Schlaf festigen das Gelernte. Lerntypen sind nicht belegt, die Zehn-Prozent-Zahl ist ein Mythos.
BeispielLernen, Gedächtnis und Neuromythen
Schritt für Schritt
- Abrufen festigt Wissen.
- Verteiltes Üben schlägt Büffeln.
- Abrufen festigt Wissen.
- Verteiltes Üben schlägt Büffeln.
AchtungLernen als Ablegen auf einer Festplatte
Das Gehirn speichert Gelerntes wie eine Festplatte, jedes Wort an einem festen Ort.
Lernen verändert die Verbindungen zwischen Nervenzellen. Erinnerungen entstehen aus Mustern vieler Zellen und werden beim Abrufen neu zusammengesetzt.
Das Gehirn legt nichts ab. Es verstärkt Verbindungen, die oft genutzt werden.
ÜbenJetzt du
- ○19Ein Kind sagt: „Ich bin ein auditiver Lerntyp, ich lerne nur durch Hören.“ Wie lässt sich das prüfen? Begründe die Wahl.So fängst du an:Eine Selbsteinschätzung ist kein Beleg.
Lösung zeigen
- Eine Selbsteinschätzung ist kein Beleg.
- Studien zeigen keinen Vorteil für Lerntypen.
Ergebnis:Es gibt keinen Beleg für Lerntypen, besser wirkt Abfragen in verschiedenen Formen. - ●20Sind Lerntypen wie der visuelle oder auditive Typ wissenschaftlich belegt? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Pashler und andere prüften 2008 die Studienlage.
- Sie fanden keine Belege.
- Wirksam sind Abruf und verteiltes Lernen.
Ergebnis:Nein, Studien finden keinen Vorteil für Unterricht nach Lerntypen. - ★21Eine Schule führt Lerntypentests ein und teilt Kinder nach Ergebnis ein. Was ist dazu fachlich zu sagen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Die Studienlage ist eindeutig.
- Besser sind Wiederholung und Abruf für alle.
- Festlegungen können schaden.
Ergebnis:Lerntypen sind nicht belegt, die Einteilung bringt keinen Lernvorteil und kann Kinder festlegen.
8Ich kann die Wirkung von Stress, Schlaf und Hormonen auf Nervensystem und Körper beschreiben.
EntdeckenFrage
Warum merkt man sich Gelerntes besser nach einer Nacht Schlaf?
Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.
Auflösung
Im Schlaf spielt das Gehirn Erlebtes wieder ab und festigt Verbindungen zwischen Nervenzellen. Wer nach dem Lernen schläft, behält im Mittel mehr als jemand, der wach bleibt.
MerkenStress, Schlaf und Hormone
Bei Stress schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus.
Kurzer Stress macht leistungsbereit, Dauerstress macht krank. Im Schlaf festigt das Gehirn Gelerntes, Jugendliche brauchen acht bis zehn Stunden.
BeispielStress, Schlaf und Hormone
Schritt für Schritt
- Erholung senkt die Stresshormone.
- Schlaf ist besonders wichtig.
- Erholung senkt die Stresshormone.
- Schlaf ist besonders wichtig.
AchtungStress als nur schädlich gedacht
Stress ist immer schädlich und muss vermieden werden.
Kurzer Stress macht leistungsbereit. Dauerstress ohne Erholung macht krank.
Stress kann helfen und schaden. Entscheidend sind Dauer und Erholung.
ÜbenJetzt du
- ○22Ist eine kleine Portion Aufregung vor einem Test immer schlecht? Begründe die Wahl.So fängst du an:Kurzer Stress aktiviert.
Lösung zeigen
- Kurzer Stress aktiviert.
- Dauerstress ohne Erholung schadet.
Ergebnis:Nein, sie kann leistungsbereit machen, solange sie nicht dauerhaft ist. - ●23Ist Stress immer schädlich? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Entscheidend sind Dauer und Erholung.
- Kurzzeitig kann Stress helfen.
Ergebnis:Nein, kurzer Stress macht leistungsbereit. Dauerstress ohne Erholung macht krank. - ★24Warum werden Nerven- und Hormonsystem oft als Zusammenspiel beschrieben? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Nerven senden Impulse in Millisekunden.
- Hormone gelangen über das Blut und wirken länger.
- Beide steuern den Körper gemeinsam.
Ergebnis:Nerven wirken schnell und gezielt, Hormone langsam und breit; Stress löst beides aus.
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●25Was leisten Sinneszellen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Sinneszellen nehmen den Reiz auf.
- Sie erzeugen Signale.
- Wahrnehmung entsteht erst im Gehirn.
Ergebnis:Sie wandeln Reize in elektrische Signale um. - ●26Wie unterscheiden sich die Aufgaben von Großhirn und Kleinhirn? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Groß und klein sagt nichts über Wichtigkeit.
- Jeder Teil hat eigene Aufgaben.
Ergebnis:Das Großhirn denkt und plant, das Kleinhirn koordiniert Bewegungen. - ●27Ein Signal läuft durch eine Schmerzfaser ohne Markscheide mit 2 Metern in der Sekunde vom Fuß zum Rückenmark. Die Strecke beträgt 1 m. Wie lange dauert die Leitung?
Lösung zeigen
- Zeit = Strecke : Geschwindigkeit.
- 1 m : 2 m/s = 0,5 s.
- Das sind 500 ms.
Ergebnis:500 ms - ●28Wie unterscheiden sich kreative und logische Menschen im Gehirn? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Aufgaben nutzen beide Hälften.
- Rechts-links-Typen sind ein Mythos.
Ergebnis:Es gibt keinen solchen Typ, beide Hälften arbeiten zusammen. - ●29Wie arbeiten Nerven- und Hormonsystem bei einer Gefahr zusammen? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Nerven wirken in Sekundenbruchteilen.
- Hormone wirken länger und breiter.
Ergebnis:Das Nervensystem meldet schnell, Hormone wie Adrenalin wirken danach im ganzen Körper. - ★30Warum reagiert jemand auf einen lauten Knall manchmal erst, wenn er erschrocken ist? Begründe die Wahl.
Lösung zeigen
- Jede Station kostet Zeit.
- Die Reaktion kommt erst nach den Signalwegen.
- Das nennt man Reaktionszeit.
Ergebnis:Das Signal braucht Zeit durch Sinneszellen, Nerven und Gehirn, bevor die Reaktion beginnt.
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Vom Reiz zur Reaktion
- Ein Reiz trifft eine Sinneszelle, sie bildet daraus elektrische Signale.
- Zentrales und peripheres Nervensystem
- Gehirn und Rückenmark bilden das Zentrale Nervensystem.
- Bau und Leitung der Nervenzelle
- Dendriten nehmen Signale auf, der Zellkörper verarbeitet sie, das Axon leitet sie weiter.
- Die Synapse
- An der Synapse springt kein Strom über.
- Das Auge
- Licht fällt durch die Linse auf die Netzhaut.
- Reflex und willkürliche Handlung
- Ein Reflex läuft über das Rückenmark und nicht über das Gehirn.
- Lernen verändert das Gehirn
- Beim Lernen werden genutzte Verbindungen zwischen Nervenzellen stärker.
- Stress, Schlaf und Hormone
- Bei Stress schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus.
AchtungWahrnehmung im Sinnesorgan gedacht
Das Auge sieht, das Ohr hört.
Das Auge nimmt Licht auf. Gesehen wird im Gehirn, das die Signale zu einem Bild zusammensetzt.
Das Sinnesorgan nimmt den Reiz auf. Die Wahrnehmung entsteht erst im Gehirn.
AchtungAufgaben der Gehirnteile verwechselt
Das Kleinhirn denkt und plant, das Großhirn steuert den Herzschlag.
Das Großhirn steuert Denken, Wahrnehmung und willkürliche Bewegung. Das Kleinhirn koordiniert Bewegungen und Gleichgewicht, der Hirnstamm Atmung und Herzschlag.
Ordne zu: Großhirn denkt und plant, Kleinhirn koordiniert, Hirnstamm hält die lebenswichtigen Dinge am Laufen.
AchtungRichtung der Erregung im Neuron verwechselt
Das Axon nimmt die Signale auf, die Dendriten leiten sie weiter.
Dendriten nehmen Signale auf, das Axon leitet sie zum Endknöpfchen und zur Synapse.
Merk dir die Richtung: Dendriten empfangen, Zellkörper verarbeitet, Axon leitet weiter.
AchtungZeit beim Nervenimpuls falsch gerechnet
Zeit = Strecke · Geschwindigkeit, also 1 m · 100 m/s = 100 s.
Zeit = Strecke : Geschwindigkeit = 1 m : 100 m/s = 0,01 s.
Teile die Strecke durch die Geschwindigkeit. Prüfe mit der Einheit: Meter geteilt durch Meter pro Sekunde ergibt Sekunden.
AchtungBeim Fallstab die Wurzel vergessen
Fallstrecke 20 cm: t = 2 · 0,2 : 9,81 = 0,04 s.
t = √(2 · 0,2 : 9,81) = 0,20 s.
Der Fall ist beschleunigt: s = ½ · g · t². Löse nach t auf und ziehe die Wurzel.
AchtungWirkung der Botenstoffe falsch gedeutet
Ein Gift an der Synapse zerstört immer das ganze Axon.
Gifte und Drogen docken an Rezeptoren an, blockieren oder verstärken die Übertragung. Das Axon bleibt zunächst erhalten.
Frag: Was macht der Stoff an der Synapse? Er blockiert, ersetzt oder verlängert den Botenstoff, er zerstört nicht den ganzen Nerv.
AchtungLinse beim Nahsehen falsch eingestellt
Beim Blick auf ein Buch wird die Linse dünner.
Beim Nahsehen zieht sich der Ziliarmuskel zusammen, die Linse wird dicker und bricht das Licht stärker.
Nah sehen heißt: Die Linse wird dick und rund. Fern sehen heißt: Sie wird flach.
AchtungReflex läuft ohne Nerven oder ohne Rückenmark
Bei einem Reflex ist das Nervensystem gar nicht beteiligt.
Auch Reflexe laufen über Nerven. Die Verschaltung liegt im Rückenmark, das Gehirn bekommt die Meldung erst danach.
Der Reflexbogen führt über sensorischen Nerv, Rückenmark und motorischen Nerv. Das Gehirn erfährt es später.
AchtungGrößenordnung der Nervenzellen falsch geschätzt
Das Gehirn hat nur einige Millionen Nervenzellen.
Das Gehirn hat etwa 86 Milliarden Nervenzellen. Eine Milliarde ist tausend Millionen.
Prüfe die Einheit: Milliarde ist tausendmal so viel wie Million. Das Gehirn hat Milliarden Nervenzellen.
AchtungNur zehn Prozent des Gehirns werden genutzt
Wir nutzen nur zehn Prozent unseres Gehirns.
Bildgebende Verfahren zeigen: Über den Tag werden alle Teile des Gehirns genutzt, auch im Schlaf sind viele aktiv.
Der Satz ist ein Mythos. Alle Gehirnbereiche haben Aufgaben, und Schäden in jedem Bereich haben Folgen.
AchtungLerntypen nicht als Mythos erkannt
Ich bin ein visueller Lerntyp und lerne nur mit Bildern gut.
Studien finden keinen Vorteil, wenn man Unterricht nach angeblichen Lerntypen ausrichtet. Wirksam sind Wiederholung, Abruf und Verteilen des Lernens.
Lerntypen sind nicht belegt. Wirksam sind Abruf, verteiltes Üben und Schlaf (Pashler und andere 2008).
AchtungRechts-links-Typen als Persönlichkeit gedacht
Kreative Menschen sind rechtshirnig, logische linkshirnig.
Die Hälften haben Schwerpunkte, arbeiten aber bei fast jeder Aufgabe zusammen. Persönlichkeitstypen lassen sich daraus nicht ableiten.
Beide Hälften arbeiten zusammen. Der Rechts-links-Typ ist ein Mythos.
AchtungSchlaf als Abschalten gedacht
Im Schlaf ruht das Gehirn und tut nichts.
Im Schlaf ordnet das Gehirn Erlebtes und festigt Gelerntes. Jugendliche brauchen acht bis zehn Stunden.
Schlaf ist aktive Arbeit des Gehirns. Er festigt Gedächtnis und hilft beim Lernen.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann den Weg vom Reiz zur Reaktion beschreiben und Sinnesorgan, Nerv und Gehirn zuordnen.
31Warum spürt man bei einem Stoß gegen den Ellenbogen ein Kribbeln bis in die Finger? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Das Gehirn ordnet die Signale des Nervs den Fingern zu, die er versorgt.Ich kann Gehirn, Rückenmark und Nerven als Zentrales und Peripheres Nervensystem ordnen und die Aufgaben der Gehirnteile nennen.
32Aus welchen Teilen besteht das Zentrale Nervensystem? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:aus Gehirn und RückenmarkIch kann den Bau einer Nervenzelle beschreiben und die Leitungszeit berechnen.
33Welcher Teil der Nervenzelle enthält den Zellkern? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:der ZellkörperIch kann die Übertragung an der Synapse erklären und die Wirkung von Giften und Drogen darauf beziehen.
34Was ist ein Unterschied zwischen einer Synapse und einem Draht? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:An der Synapse überträgt ein Botenstoff, im Draht fließt Strom durchgehend.Ich kann Bau und Funktion des Auges erklären und die Anpassung an Nähe und Ferne begründen.
35Was geschieht mit der Linse, wenn jemand ein Buch aus kurzer Entfernung liest? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Sie wird dicker und bricht das Licht stärker.Ich kann Reflexe von willkürlichen Handlungen unterscheiden und den Reflexbogen beschreiben.
36Wo liegt das Schaltzentrum beim Kniesehnenreflex? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:im RückenmarkIch kann Lernen und Gedächtnis erklären und Neuromythen prüfen.
37Warum sagt man, das Gehirn sei „plastisch“? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Es verändert seine Verbindungen durch Erfahrung und Übung.Ich kann die Wirkung von Stress, Schlaf und Hormonen auf Nervensystem und Körper beschreiben.
38Warum fühlt man sich nach zu wenig Schlaf schlecht konzentriert? Begründe die Wahl.Lösung zeigen
Ergebnis:Im Schlaf erholt sich das Gehirn, ohne Schlaf arbeitet es weniger gut.
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Die Frage vom Anfang
EntdeckenRückschau
Wie lange braucht ein Reiz vom großen Zeh bis ins Gehirn?
Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?
Auflösung
Schnelle Nervenfasern leiten mit bis zu 120 Metern in der Sekunde. Bei etwa 1,8 Metern Weg dauert es also nur rund 15 bis 20 Tausendstel Sekunden. Langsame Schmerzfasern brauchen viel länger.
Wörter
- Funktion
- eine Regel, die aus einer Zahl eine andere macht
- Prozentsatz
- wie viel Prozent es sind
- Prozentwert
- der Teil, um den es geht
Lösungen
- mit dem Schall als Reiz, den Sinneszellen im Ohr aufnehmen
- eine Veränderung der Umwelt oder des Körpers, die eine Sinneszelle auslösen kann
- Das Gehirn deutet jedes Signal der Sehzellen als Licht, auch wenn der Reiz Druck war.
- Gehirn und Rückenmark zentral, alle Nerven außerhalb peripher
- lebenswichtige Vorgänge wie Atmung und Herzschlag steuern
- Viele Teile mit eigenen Aufgaben arbeiten zusammen und tauschen Signale aus.
- zum Zellkörper und dann durch das Axon
- als elektrische Impulse, die sich am Axon entlang fortpflanzen
- Es leitet das Signal vom Zellkörper zu den Endknöpfchen.
- wie Schlüssel und Schloss
- der synaptische Spalt
- Mehr Botenstoff im Spalt, die Übertragung wird verstärkt.
- Der Ziliarmuskel entspannt sich, die Linse wird flach.
- An der Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt, gibt es keine Sehzellen.
- vor der Netzhaut, deshalb ist es unscharf
- Zucken der Hand beim Berühren einer heißen Platte
- Er führt die Reaktion aus und zieht sich zusammen.
- Der Weg ist kürzer, weil das Gehirn nicht beteiligt ist und weniger Synapsen durchlaufen werden.
- Es gibt keinen Beleg für Lerntypen, besser wirkt Abfragen in verschiedenen Formen.
- Nein, Studien finden keinen Vorteil für Unterricht nach Lerntypen.
- Lerntypen sind nicht belegt, die Einteilung bringt keinen Lernvorteil und kann Kinder festlegen.
- Nein, sie kann leistungsbereit machen, solange sie nicht dauerhaft ist.
- Nein, kurzer Stress macht leistungsbereit. Dauerstress ohne Erholung macht krank.
- Nerven wirken schnell und gezielt, Hormone langsam und breit; Stress löst beides aus.
- Sie wandeln Reize in elektrische Signale um.
- Das Großhirn denkt und plant, das Kleinhirn koordiniert Bewegungen.
- 500 ms
- Es gibt keinen solchen Typ, beide Hälften arbeiten zusammen.
- Das Nervensystem meldet schnell, Hormone wie Adrenalin wirken danach im ganzen Körper.
- Das Signal braucht Zeit durch Sinneszellen, Nerven und Gehirn, bevor die Reaktion beginnt.
- Das Gehirn ordnet die Signale des Nervs den Fingern zu, die er versorgt.
- aus Gehirn und Rückenmark
- der Zellkörper
- An der Synapse überträgt ein Botenstoff, im Draht fließt Strom durchgehend.
- Sie wird dicker und bricht das Licht stärker.
- im Rückenmark
- Es verändert seine Verbindungen durch Erfahrung und Übung.
- Im Schlaf erholt sich das Gehirn, ohne Schlaf arbeitet es weniger gut.