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Biologie · Klasse 7 und 8 · Kapitel

Sexualität, Fortpflanzung und Entwicklung

EntdeckenDie Frage zum Kapitel

Warum beginnt die Pubertät heute im Mittel früher als vor 150 Jahren?

Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Für die Lehrkraft: Das Alter der ersten Regelblutung sank in Europa von 16 bis 17 Jahren Mitte des 19. Jahrhunderts auf etwa 12 bis 13 Jahre heute. Gründe sind bessere Ernährung und Gesundheit. Das Muster heißt säkulare Akzeleration. Quelle: Tanner 1973, Trend towards earlier menarche, Nature 243.

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

1Ich kann die Pubertät als hormonell gesteuerte Entwicklung beschreiben und erklären, warum der Beginn so verschieden ist.

EntdeckenFrage

Warum beginnt die Pubertät heute im Mittel früher als vor 150 Jahren?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Das Alter der ersten Regelblutung sank in Europa von 16 bis 17 Jahren Mitte des 19. Jahrhunderts auf etwa 12 bis 13 Jahre heute. Gründe sind bessere Ernährung und Gesundheit. Das Muster heißt säkulare Akzeleration.

MerkenPubertät

Das Gehirn schüttet Hormone aus, die die Keimdrüsen anregen.

Beginn und Tempo sind von Mensch zu Mensch sehr verschieden und alle sind normal.

BeispielPubertät und Hormone

Wie wirken Hormone im Körper? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Hormone sind Botenstoffe.
  2. Nur passende Zielzellen reagieren.
  1. Hormone sind Botenstoffe.
  2. Nur passende Zielzellen reagieren.
Ergebnis:
Sie gelangen über das Blut zu Zellen, die darauf reagieren.

AchtungDer eigene Zeitpunkt als Fehler gedeutet

So nicht
Wer früher oder später in die Pubertät kommt, ist nicht normal.
So richtig
Der Beginn liegt bei Mädchen meist zwischen 8 und 13 und bei Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Alle Zeitpunkte in dieser Spanne sind normal.

Die Pubertät hat keinen festen Beginn. Frühe und späte Entwicklung sind beide normal.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Welche Drüse im Kopf steuert die Pubertät mit? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Die Hirnanhangdrüse gibt Hormone ab.
    Lösung zeigen
    1. Die Hirnanhangdrüse gibt Hormone ab.
    2. Sie regen die Keimdrüsen an.
    Ergebnis:
    die Hirnanhangdrüse
  2. ●2
    Warum ist es normal, dass nicht alle in der Klasse gleich weit entwickelt sind? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Der Beginn schwankt um mehrere Jahre.
    2. Das ist ganz natürlich.
    Ergebnis:
    Die Pubertät beginnt bei jedem Menschen zu einer anderen Zeit.
  3. ★3
    Wie arbeiten Hirnanhangdrüse und Keimdrüsen zusammen? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Das ist ein Regelkreis.
    2. Das Gehirn gibt das Startsignal.
    Ergebnis:
    Die Hirnanhangdrüse sendet Hormone, die die Keimdrüsen zur Bildung von Geschlechtshormonen anregen.

2Ich kann Bau und Aufgaben der Geschlechtsorgane benennen.

EntdeckenFrage

Wie viele Eizellen reifen im Leben einer Frau?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Ein Mädchen wird mit etwa einer Million Eizellanlagen geboren. Nur etwa 400 reifen im Lauf des Lebens heran. Männer bilden dagegen ständig neue Spermien, in jedem Samenerguss Millionen.

MerkenGeschlechtsorgane

Bei der Frau reifen Eizellen in den Eierstöcken.

Beim Mann bilden die Hoden Spermien. Beide sind Keimzellen mit halbem Chromosomensatz.

BeispielGeschlechtsorgane und Keimzellen

Wo werden Spermien gebildet? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Hoden bilden Spermien.
  2. Sie liegen im Hodensack.
  1. Hoden bilden Spermien.
  2. Sie liegen im Hodensack.
Ergebnis:
in den Hoden

AchtungOrgane und Aufgaben verwechselt

So nicht
Die Hoden bilden Eizellen, die Eierstöcke Spermien.
So richtig
Eierstöcke bilden Eizellen, Hoden bilden Spermien.

Ordne zuerst die Keimzelle zu: Eizelle zum Eierstock, Spermium zum Hoden.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Wo wächst ein Kind vor der Geburt? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Die Gebärmutter ist ein muskulöses Hohlorgan.
    Lösung zeigen
    1. Die Gebärmutter ist ein muskulöses Hohlorgan.
    2. Sie wächst mit.
    Ergebnis:
    in der Gebärmutter
  2. ●5
    Welche Aufgabe hat der Eileiter? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Der Eileiter ist der Weg.
    2. Dort findet oft die Befruchtung statt.
    Ergebnis:
    Er leitet die Eizelle vom Eierstock zur Gebärmutter.
  3. ★6
    Welche Aufgabe hat der Hodensack? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Spermien bilden sich bei etwas weniger als Körpertemperatur.
    2. Der Hodensack reguliert das.
    Ergebnis:
    Er hält die Hoden etwas kühler als der Körper, das fördert die Spermienbildung.

3Ich kann den Zyklus der Frau beschreiben und Tage im Zyklus berechnen.

EntdeckenFrage

Wie lang ist ein Zyklus wirklich?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Eine Auswertung von über 600 000 Zyklen ergab einen Mittelwert von 29 Tagen, aber eine große Streuung. Nur ein kleiner Teil der Zyklen dauerte genau 28 Tage.

MerkenDer Zyklus

Im Zyklus reift eine Eizelle, dann folgt der Eisprung.

Ohne Befruchtung wird die Schleimhaut mit der Blutung abgebaut. Die Länge ist verschieden.

BeispielDer Zyklus und Tage berechnen

Warum schwankt die Zykluslänge besonders in den ersten Jahren? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Der Regelkreis braucht Zeit.
  2. Bei Beschwerden hilft die Frauenärztin.
  1. Der Regelkreis braucht Zeit.
  2. Bei Beschwerden hilft die Frauenärztin.
Ergebnis:
Der Hormonkreislauf stellt sich erst ein; Unregelmäßigkeit ist am Anfang normal.

AchtungEisprung immer am 14. Tag

So nicht
Der Eisprung findet immer am 14. Tag nach der Blutung statt.
So richtig
Der Eisprung liegt etwa 14 Tage vor der nächsten Blutung. Bei einem Zyklus von 32 Tagen ist das etwa der 18. Tag.

Rechne rückwärts vom Zyklusende: Eisprung etwa 14 Tage vor der nächsten Blutung.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Wie viele Eizellen reifen in einem Zyklus meist heran? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Meist springt eine Eizelle.
    Lösung zeigen
    1. Meist springt eine Eizelle.
    2. Mehrere ergeben Mehrlinge.
    Ergebnis:
    eine
  2. ●8
    Ein Zyklus dauert 28 Tage. Tag 1 ist der erste Tag der Blutung. An welchem Tag findet der Eisprung ungefähr statt?
    Lösung zeigen
    1. Der Eisprung liegt etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Blutung.
    2. 28 minus 14 sind 14.
    3. Der Eisprung ist etwa an Tag 14.
    Ergebnis:
    Tag 14
  3. ★9
    Welcher Tag des Zyklus ist der erste? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Die Blutung markiert den Beginn.
    2. Von dort zählt man bis zur nächsten Blutung.
    Ergebnis:
    der erste Tag der Regelblutung

4Ich kann Befruchtung, Einnistung, Entwicklung und Geburt in der Reihenfolge beschreiben und Wochen der Schwangerschaft berechnen.

EntdeckenFrage

Kommt ein Kind genau am errechneten Termin?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Nur selten. Die Dauer natürlicher Schwangerschaften streut um mehrere Wochen. Der errechnete Termin ist ein Mittelwert, kein Versprechen.

MerkenVon der Befruchtung zur Geburt

Eine Samenzelle verschmilzt mit der Eizelle.

Die befruchtete Eizelle teilt sich und nistet sich in der Gebärmutter ein. Etwa 38 Wochen später folgt die Geburt.

BeispielSchwangerschaft und Wochen berechnen

Eine Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung gezählt. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später. Wie viele Wochen nach der Befruchtung ist die 20. Schwangerschaftswoche?
Schritt für Schritt
  1. Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
  2. 20 minus 2 sind 18.
  3. Das Kind ist etwa 18 Wochen alt.
  1. Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
  2. 20 minus 2 sind 18.
  3. Das Kind ist etwa 18 Wochen alt.
Ergebnis:
18 Wochen

AchtungBefruchtung als Ereignis im Bauch

So nicht
Eine Befruchtung findet in der Gebärmutter statt.
So richtig
Die Befruchtung findet meist im Eileiter statt. Die befruchtete Eizelle wandert dann zur Gebärmutter.

Der Weg: Eierstock, Eileiter, Gebärmutter. Verschmelzung im Eileiter, Einnistung in der Gebärmutter.

ÜbenJetzt du

  1. ○10
    Wohin wandert die befruchtete Eizelle? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Auf dem Weg teilt sie sich.
    Lösung zeigen
    1. Auf dem Weg teilt sie sich.
    2. In der Gebärmutter nistet sie sich ein.
    Ergebnis:
    vom Eileiter in die Gebärmutter, wo sie sich einnistet
  2. ●11
    Was versorgt das Kind in der Gebärmutter? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Das Blut von Mutter und Kind vermischt sich nicht.
    2. Stoffe gehen durch die Wand der Plazenta.
    Ergebnis:
    die Plazenta, über die Nährstoffe und Sauerstoff aus dem Blut der Mutter übergehen
  3. ★12
    Wie kommt es zu eineiigen Zwillingen? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Eineiige Zwillinge haben dieselben Erbanlagen.
    2. Zweieiige sind zwei Befruchtungen.
    Ergebnis:
    Eine befruchtete Eizelle teilt sich früh in zwei, die sich getrennt entwickeln.

5Ich kann Verhütungsmethoden nach Wirkweise und Sicherheit vergleichen.

EntdeckenFrage

Wer erfand den Pearl-Index, mit dem man die Sicherheit von Verhütungsmitteln misst?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Der amerikanische Biologe Raymond Pearl führte ihn 1932 ein. Er zählt, wie viele von 100 Frauen in einem Jahr trotz Anwendung einer Methode schwanger werden. Je kleiner der Wert, desto sicherer die Methode.

MerkenVerhütung

Verhütungsmittel verhindern die Befruchtung oder die Einnistung.

Wie sicher sie sind, hängt von der richtigen Anwendung ab. Kondome schützen zusätzlich vor Infektionen.

BeispielVerhütung vergleichen

Kann man beim ersten Mal schwanger werden? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Das Risiko hängt vom Zeitpunkt im Zyklus ab.
  2. Das erste Mal macht keinen Unterschied.
  1. Das Risiko hängt vom Zeitpunkt im Zyklus ab.
  2. Das erste Mal macht keinen Unterschied.
Ergebnis:
Ja, bei jedem Geschlechtsverkehr kann eine Schwangerschaft entstehen.

AchtungBeim ersten Mal kann nichts passieren

So nicht
Beim ersten Mal wird man nicht schwanger.
So richtig
Eine Schwangerschaft ist bei jedem Geschlechtsverkehr möglich, auch beim ersten Mal.

Eine Schwangerschaft hängt vom Zeitpunkt im Zyklus ab, nicht davon, ob es das erste Mal war.

ÜbenJetzt du

  1. ○13
    Was heißt „Pille danach“? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Sie wirkt am besten schnell.
    Lösung zeigen
    1. Sie wirkt am besten schnell.
    2. Sie ersetzt keine Verhütung.
    Ergebnis:
    Ein Notfallmittel, das nach ungeschütztem Verkehr den Eisprung verschieben kann; es ist keine regelmäßige Verhütung.
  2. ●14
    Eine Methode hat den Pearl-Index 1. Was bedeutet das? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Der Index zählt Schwangerschaften je 100 Frauen im Jahr.
    2. Kleine Zahl heißt sicherer.
    Ergebnis:
    Von 100 Frauen wird in einem Jahr trotz Anwendung etwa eine schwanger.
  3. ★15
    Warum ist die Anwendung wichtig für die Sicherheit? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Zwischen perfekter und typischer Anwendung liegt ein Unterschied.
    2. Auf die Gebrauchsanweisung achten.
    Ergebnis:
    Auch sichere Methoden versagen, wenn sie falsch oder unregelmäßig genutzt werden.

6Ich kann sexuell übertragbare Infektionen und Schutzmöglichkeiten nennen.

EntdeckenFrage

Seit wann wird die Impfung gegen HPV auch für Jungen empfohlen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Seit 2018. Für Mädchen empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung seit 2007. Die Viren können bei beiden Geschlechtern Krebs und Genitalwarzen auslösen. Die Impfung wird für 9 bis 14 Jahre empfohlen.

MerkenSchutz vor Infektionen

Einige Infektionen werden beim Sex übertragen.

Kondome schützen vor vielen davon. Gegen manche gibt es Impfungen, viele Infektionen lassen sich behandeln.

BeispielSexuell übertragbare Infektionen

Wer kann sich mit sexuell übertragbaren Infektionen anstecken? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Das Verhalten entscheidet.
  2. Ein Kondom senkt das Risiko für alle.
  1. Das Verhalten entscheidet.
  2. Ein Kondom senkt das Risiko für alle.
Ergebnis:
jeder Mensch mit Sexualkontakt, unabhängig von Gruppe oder Herkunft

AchtungInfektionen nur bei bestimmten Gruppen

So nicht
Sexuell übertragbare Infektionen betreffen nur bestimmte Gruppen.
So richtig
Jeder Mensch mit Sexualkontakt kann sich anstecken. Entscheidend ist das Verhalten, nicht die Gruppe.

Das Risiko hängt davon ab, was geschieht, und nicht davon, wer jemand ist.

ÜbenJetzt du

  1. ○16
    Was ist zu tun, wenn ein Verdacht auf eine Infektion besteht? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Früh erkannt lässt sich viel behandeln.
    Lösung zeigen
    1. Früh erkannt lässt sich viel behandeln.
    2. Manche Infektionen bleiben unbemerkt.
    Ergebnis:
    ärztlichen Rat holen und sich testen lassen; viele Infektionen sind gut behandelbar
  2. ●17
    Welche Infektion wird häufig beim Geschlechtsverkehr übertragen und oft nicht bemerkt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Chlamydien machen oft keine Beschwerden.
    2. Sie lassen sich mit Antibiotika behandeln.
    Ergebnis:
    Chlamydien
  3. ★18
    Warum bleibt eine Infektion mit Chlamydien oft unentdeckt, und warum ist das gefährlich? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Ohne Beschwerden bleibt sie unentdeckt.
    2. Ein Test hilft, eine Behandlung ist einfach.
    Ergebnis:
    Es gibt oft keine Beschwerden; unbehandelt kann sie zur Unfruchtbarkeit führen.

7Ich kann Vielfalt von Geschlecht, sexueller Orientierung und Familienformen sachlich beschreiben und respektvoll bewerten.

EntdeckenFrage

Seit wann gibt es im deutschen Recht die Angabe „divers“?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Das Bundesverfassungsgericht entschied 2017, dass das Personenstandsrecht neben männlich und weiblich eine weitere Möglichkeit zulassen muss. Seit Ende 2018 ist die Angabe divers möglich.

MerkenVielfalt

Menschen lieben verschieden, und Familien sehen verschieden aus.

Eine sachliche Aussage lässt sich prüfen, eine Wertung braucht Gründe. Respekt gilt für alle.

BeispielVielfalt und Respekt

Wann hat die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität aus der Liste der Krankheiten gestrichen? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Es ist keine Krankheit.
  2. Seit 1990 steht sie nicht mehr in der Liste.
  1. Es ist keine Krankheit.
  2. Seit 1990 steht sie nicht mehr in der Liste.
Ergebnis:
1990

AchtungOrientierung als Krankheit oder Wahl

So nicht
Homosexualität ist eine Krankheit oder eine Entscheidung.
So richtig
Sexuelle Orientierung ist weder Krankheit noch freie Wahl. Die Weltgesundheitsorganisation führt Homosexualität seit 1990 nicht mehr als Krankheit.

Eine Orientierung wird nicht gewählt und nicht behandelt. Sie ist eine Variante menschlichen Lebens.

ÜbenJetzt du

  1. ○19
    Welche Aussage ist eine Sachaussage? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Ein Gesetz lässt sich nachlesen.
    Lösung zeigen
    1. Ein Gesetz lässt sich nachlesen.
    2. Wertungen sind keine Sachaussagen.
    Ergebnis:
    Seit 2018 kann im deutschen Personenstand auch die Angabe divers gewählt werden.
  2. ●20
    Was bedeutet der Satz „Alle Menschen sind in ihrer Würde gleich“ für den Umgang mit Vielfalt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Artikel 1 Grundgesetz schützt die Würde.
    2. Das gilt für alle.
    Ergebnis:
    Alle haben Anspruch auf Respekt, unabhängig von Orientierung oder Familie.
  3. ★21
    Was ist der Unterschied zwischen Sachaussage und Wertung? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Sachaussagen kann man belegen.
    2. Wertungen brauchen Begründungen.
    Ergebnis:
    Eine Sachaussage lässt sich prüfen, eine Wertung drückt aus, was jemand für richtig hält.

8Ich kann Grenzen, Einverständnis und Hilfsangebote kennen.

EntdeckenFrage

Muss man bei der Nummer gegen Kummer seinen Namen sagen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Nein. Das Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111 ist kostenlos und anonym. Es gilt für alle Fragen, auch zu Körper, Freundschaft, Streit und Sorgen. Wer Hilfe holt, handelt richtig.

MerkenGrenzen und Hilfe

Jeder Mensch bestimmt über den eigenen Körper.

Ohne Einverständnis darf nichts geschehen. Wer Hilfe braucht, bekommt sie kostenlos und ohne Angabe des Namens.

BeispielGrenzen, Einverständnis und Hilfe

Was ist sexualisierte Gewalt? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Gewalt beginnt bei der Grenzverletzung.
  2. Auch Worte und Bilder können dazugehören.
  1. Gewalt beginnt bei der Grenzverletzung.
  2. Auch Worte und Bilder können dazugehören.
Ergebnis:
Handlungen mit sexuellem Bezug gegen den Willen einer Person

AchtungEinverständnis als gegeben angenommen

So nicht
Wer nicht Nein sagt, will es auch.
So richtig
Einverständnis heißt ein deutliches Ja. Schweigen, Zögern oder Angst sind kein Ja.

Nur ein freies Ja gilt. Schweigen ist kein Einverständnis.

ÜbenJetzt du

  1. ○22
    Wer ist schuld, wenn jemand belästigt wird? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Verantwortung liegt bei dem, der Grenzen verletzt.
    Lösung zeigen
    1. Verantwortung liegt bei dem, der Grenzen verletzt.
    2. Betroffene tragen keine Schuld.
    Ergebnis:
    die Person, die belästigt, nie die betroffene Person
  2. ●23
    Jemand fordert online dazu auf, Nacktbilder zu schicken. Was ist ein guter Weg? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Niemand darf Druck machen.
    2. Hilfe bekommt man ohne Vorwürfe.
    Ergebnis:
    Nein sagen, nichts schicken und Vertrauenspersonen oder eine Beratungsstelle einbeziehen
  3. ★24
    Wohin können sich Betroffene wenden, wenn sie Missbrauch erlebt haben? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Es gibt Beratung ohne Namen.
    2. Das Telefon ist kostenlos.
    Ergebnis:
    an das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch unter 0800 22 55 530, kostenlos und anonym

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●25
    Bei einem Mädchen beginnt die Pubertät mit 8, bei einem anderen mit 13 Jahren. Was gilt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Der Bereich ist breit.
    2. Beginn und Tempo sind verschieden.
    Ergebnis:
    Beides liegt im normalen Bereich.
  2. ●26
    Wie lang bleibt ein Spermium im Körper der Frau ungefähr befruchtungsfähig? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Spermien überleben im Schleim des Gebärmutterhalses.
    2. Die Eizelle ist nur etwa einen Tag befruchtbar.
    Ergebnis:
    bis zu etwa fünf Tage
  3. ●27
    Eine Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung gezählt. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später. Wie viele Wochen nach der Befruchtung ist die 10. Schwangerschaftswoche?
    Lösung zeigen
    1. Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
    2. 10 minus 2 sind 8.
    3. Das Kind ist etwa 8 Wochen alt.
    Ergebnis:
    8 Wochen
  4. ●28
    Was bewirkt die Antibabypille? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Hormone halten den Eisprung zurück.
    2. Ohne Eizelle keine Befruchtung.
    Ergebnis:
    Sie verhindert den Eisprung.
  5. ●29
    Was unterscheidet Geschlechtsidentität und Orientierung? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Zwei verschiedene Fragen.
    2. Sie hängen nicht zusammen.
    Ergebnis:
    Identität ist, als wer man sich fühlt; Orientierung ist, zu wem man sich hingezogen fühlt.
  6. ●30
    Eine Freundin vertraut an, dass sie sich bedrängt fühlt. Was hilft? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Zuhören hilft.
    2. Schlechte Geheimnisse darf man weitergeben.
    Ergebnis:
    zuhören, ernst nehmen und gemeinsam Hilfe holen

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Pubertät
Das Gehirn schüttet Hormone aus, die die Keimdrüsen anregen.
Geschlechtsorgane
Bei der Frau reifen Eizellen in den Eierstöcken.
Der Zyklus
Im Zyklus reift eine Eizelle, dann folgt der Eisprung.
Von der Befruchtung zur Geburt
Eine Samenzelle verschmilzt mit der Eizelle.
Verhütung
Verhütungsmittel verhindern die Befruchtung oder die Einnistung.
Schutz vor Infektionen
Einige Infektionen werden beim Sex übertragen.
Vielfalt
Menschen lieben verschieden, und Familien sehen verschieden aus.
Grenzen und Hilfe
Jeder Mensch bestimmt über den eigenen Körper.

AchtungHormone als Störung gedeutet

So nicht
In der Pubertät spielen die Hormone verrückt.
So richtig
Hormone steuern die Entwicklung planmäßig. Stimmungen schwanken, weil sich Körper und Gehirn umbauen.

Hormone sind Botenstoffe. Sie steuern den Umbau und sind kein Fehler.

AchtungZyklus als immer gleich lang

So nicht
Ein Zyklus dauert immer genau 28 Tage.
So richtig
28 Tage sind nur ein Mittelwert. Die Länge liegt oft zwischen 24 und 35 Tagen und schwankt von Zyklus zu Zyklus.

28 Tage ist ein Mittelwert. Einzelne Zyklen sind kürzer oder länger.

AchtungSchwangerschaftswoche falsch gezählt

So nicht
Eine Schwangerschaft dauert 40 Wochen ab Befruchtung.
So richtig
Gezählt wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung, also 40 Wochen. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später, ab der Befruchtung sind es etwa 38 Wochen.

Ziehe 2 Wochen ab, wenn du die Zeit seit der Befruchtung suchst.

AchtungRausziehen als sichere Verhütung

So nicht
Wenn der Mann rechtzeitig rauszieht, kann nichts passieren.
So richtig
Schon vorher können Spermien austreten. Die Methode ist unsicher.

Verlässlich sind Methoden, die vor dem Geschlechtsverkehr wirken. Rausziehen gehört nicht dazu.

AchtungPille schützt auch vor Infektionen

So nicht
Wer die Pille nimmt, ist auch vor Infektionen geschützt.
So richtig
Die Pille verhütet eine Schwangerschaft, aber nicht Infektionen. Dafür schützt nur das Kondom.

Frage getrennt: Schutz vor Schwangerschaft und Schutz vor Infektionen. Nur das Kondom leistet beides.

AchtungHIV im Alltag übertragbar

So nicht
HIV kann man durch Umarmen oder gemeinsames Trinken bekommen.
So richtig
HIV wird über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch übertragen, nicht im Alltag. Bei wirksamer Behandlung ist die Übertragung beim Sex nicht möglich.

Frage nach dem Übertragungsweg. Berührung und gemeinsames Essen übertragen HIV nicht.

AchtungGeschlecht als nur zwei Möglichkeiten

So nicht
Es gibt biologisch und rechtlich nur Mann und Frau.
So richtig
Die Natur kennt Übergänge. Seit 2018 ist im Personenstand in Deutschland auch die Angabe divers möglich.

Körperliche Merkmale und rechtliche Angaben sind beide vielfältiger als zwei Gruppen.

AchtungFamilienform als Maßstab für das Kindeswohl

So nicht
Kinder wachsen nur bei Mutter und Vater gut auf.
So richtig
Entscheidend sind Zuwendung und Stabilität. Studien finden bei Regenbogenfamilien keine schlechtere Entwicklung der Kinder.

Das Wohl von Kindern hängt von Zuwendung und Sicherheit ab, nicht von der Form der Familie.

AchtungSchuld beim Opfer gesucht

So nicht
Wer belästigt wird, hat etwas falsch gemacht.
So richtig
Die Verantwortung liegt immer bei der Person, die Grenzen verletzt. Wer Hilfe holt, handelt richtig.

Schuld trägt die Person, die die Grenze überschreitet, nie die betroffene Person.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann die Pubertät als hormonell gesteuerte Entwicklung beschreiben und erklären, warum der Beginn so verschieden ist.

    31
    Warum ist es normal, dass nicht alle in der Klasse gleich weit entwickelt sind? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Die Pubertät beginnt bei jedem Menschen zu einer anderen Zeit.
  2. Ich kann Bau und Aufgaben der Geschlechtsorgane benennen.

    32
    Wo findet die Befruchtung meist statt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    im Eileiter
  3. Ich kann den Zyklus der Frau beschreiben und Tage im Zyklus berechnen.

    33
    Ein Zyklus dauert 28 Tage. Tag 1 ist der erste Tag der Blutung. An welchem Tag findet der Eisprung ungefähr statt?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Tag 14
  4. Ich kann Befruchtung, Einnistung, Entwicklung und Geburt in der Reihenfolge beschreiben und Wochen der Schwangerschaft berechnen.

    34
    Eine Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung gezählt. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später. Wie viele Wochen nach der Befruchtung ist die 30. Schwangerschaftswoche?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    28 Wochen
  5. Ich kann Verhütungsmethoden nach Wirkweise und Sicherheit vergleichen.

    35
    Welche Methode ist nur dann sicher, wenn man sie jedes Mal richtig anwendet? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    das Kondom
  6. Ich kann sexuell übertragbare Infektionen und Schutzmöglichkeiten nennen.

    36
    Wer kann sich mit sexuell übertragbaren Infektionen anstecken? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    jeder Mensch mit Sexualkontakt, unabhängig von Gruppe oder Herkunft
  7. Ich kann Vielfalt von Geschlecht, sexueller Orientierung und Familienformen sachlich beschreiben und respektvoll bewerten.

    37
    Was ist eine Regenbogenfamilie? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    eine Familie mit zwei Müttern oder zwei Vätern oder mit einem trans Elternteil
  8. Ich kann Grenzen, Einverständnis und Hilfsangebote kennen.

    38
    Wohin können sich Kinder und Jugendliche anonym und kostenlos wenden? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    an die Nummer gegen Kummer unter 116 111

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Die Frage vom Anfang

EntdeckenRückschau

Warum beginnt die Pubertät heute im Mittel früher als vor 150 Jahren?

Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?

Auflösung

Das Alter der ersten Regelblutung sank in Europa von 16 bis 17 Jahren Mitte des 19. Jahrhunderts auf etwa 12 bis 13 Jahre heute. Gründe sind bessere Ernährung und Gesundheit. Das Muster heißt säkulare Akzeleration.

Lösungen

  1. die Hirnanhangdrüse
  2. Die Pubertät beginnt bei jedem Menschen zu einer anderen Zeit.
  3. Die Hirnanhangdrüse sendet Hormone, die die Keimdrüsen zur Bildung von Geschlechtshormonen anregen.
  4. in der Gebärmutter
  5. Er leitet die Eizelle vom Eierstock zur Gebärmutter.
  6. Er hält die Hoden etwas kühler als der Körper, das fördert die Spermienbildung.
  7. eine
  8. Tag 14
  9. der erste Tag der Regelblutung
  10. vom Eileiter in die Gebärmutter, wo sie sich einnistet
  11. die Plazenta, über die Nährstoffe und Sauerstoff aus dem Blut der Mutter übergehen
  12. Eine befruchtete Eizelle teilt sich früh in zwei, die sich getrennt entwickeln.
  13. Ein Notfallmittel, das nach ungeschütztem Verkehr den Eisprung verschieben kann; es ist keine regelmäßige Verhütung.
  14. Von 100 Frauen wird in einem Jahr trotz Anwendung etwa eine schwanger.
  15. Auch sichere Methoden versagen, wenn sie falsch oder unregelmäßig genutzt werden.
  16. ärztlichen Rat holen und sich testen lassen; viele Infektionen sind gut behandelbar
  17. Chlamydien
  18. Es gibt oft keine Beschwerden; unbehandelt kann sie zur Unfruchtbarkeit führen.
  19. Seit 2018 kann im deutschen Personenstand auch die Angabe divers gewählt werden.
  20. Alle haben Anspruch auf Respekt, unabhängig von Orientierung oder Familie.
  21. Eine Sachaussage lässt sich prüfen, eine Wertung drückt aus, was jemand für richtig hält.
  22. die Person, die belästigt, nie die betroffene Person
  23. Nein sagen, nichts schicken und Vertrauenspersonen oder eine Beratungsstelle einbeziehen
  24. an das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch unter 0800 22 55 530, kostenlos und anonym
  25. Beides liegt im normalen Bereich.
  26. bis zu etwa fünf Tage
  27. 8 Wochen
  28. Sie verhindert den Eisprung.
  29. Identität ist, als wer man sich fühlt; Orientierung ist, zu wem man sich hingezogen fühlt.
  30. zuhören, ernst nehmen und gemeinsam Hilfe holen
  31. Die Pubertät beginnt bei jedem Menschen zu einer anderen Zeit.
  32. im Eileiter
  33. Tag 14
  34. 28 Wochen
  35. das Kondom
  36. jeder Mensch mit Sexualkontakt, unabhängig von Gruppe oder Herkunft
  37. eine Familie mit zwei Müttern oder zwei Vätern oder mit einem trans Elternteil
  38. an die Nummer gegen Kummer unter 116 111