Zum Inhalt springen
Anmelden

Biologie · Klasse 7 und 8 · Kapitel

Sexualität, Fortpflanzung und Entwicklung

EntdeckenDie Frage zum Kapitel

Warum beginnt die Pubertät heute im Mittel früher als vor 150 Jahren?

Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Für die Lehrkraft: Das Alter der ersten Regelblutung sank in Europa von 16 bis 17 Jahren Mitte des 19. Jahrhunderts auf etwa 12 bis 13 Jahre heute. Gründe sind bessere Ernährung und Gesundheit. Das Muster heißt säkulare Akzeleration. Quelle: Tanner 1973, Trend towards earlier menarche, Nature 243.

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

1Ich kann die Pubertät als hormonell gesteuerte Entwicklung beschreiben und erklären, warum der Beginn so verschieden ist.

EntdeckenFrage

Warum beginnt die Pubertät heute im Mittel früher als vor 150 Jahren?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Das Alter der ersten Regelblutung sank in Europa von 16 bis 17 Jahren Mitte des 19. Jahrhunderts auf etwa 12 bis 13 Jahre heute. Gründe sind bessere Ernährung und Gesundheit. Das Muster heißt säkulare Akzeleration.

MerkenPubertät

Das Gehirn schüttet Hormone aus, die die Keimdrüsen anregen.

Beginn und Tempo sind von Mensch zu Mensch sehr verschieden und alle sind normal.

BeispielPubertät und Hormone

Ein Mädchen und ein Junge sind gleich alt. Das Mädchen kommt früher in die Pubertät. Was sagt das über die Jungen? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Beginn und Tempo unterscheiden sich im Mittel.
  2. Am Ende gleicht sich vieles aus.
  1. Beginn und Tempo unterscheiden sich im Mittel.
  2. Am Ende gleicht sich vieles aus.
Ergebnis:
Bei Jungen beginnt die Pubertät im Mittel etwa ein Jahr später; auch das ist normal.

AchtungDer eigene Zeitpunkt als Fehler gedeutet

So nicht
Wer früher oder später in die Pubertät kommt, ist nicht normal.
So richtig
Der Beginn liegt bei Mädchen meist zwischen 8 und 13 und bei Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Alle Zeitpunkte in dieser Spanne sind normal.

Die Pubertät hat keinen festen Beginn. Frühe und späte Entwicklung sind beide normal.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Warum ist es normal, dass nicht alle in der Klasse gleich weit entwickelt sind? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Der Beginn schwankt um mehrere Jahre.
    Lösung zeigen
    1. Der Beginn schwankt um mehrere Jahre.
    2. Das ist ganz natürlich.
    Ergebnis:
    Die Pubertät beginnt bei jedem Menschen zu einer anderen Zeit.
  2. ●2
    Welche Drüse im Kopf steuert die Pubertät mit? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Die Hirnanhangdrüse gibt Hormone ab.
    2. Sie regen die Keimdrüsen an.
    Ergebnis:
    die Hirnanhangdrüse
  3. ★3
    Ein Junge in der Klasse ist schon einen Kopf größer als die anderen. Ein anderer ist noch klein. Was lässt sich sagen? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Wachstumsschübe kommen zu verschiedenen Zeiten.
    2. Der Unterschied sagt nichts über Gesundheit.
    Ergebnis:
    Die Entwicklung beginnt zu verschiedenen Zeiten; später gleichen sich viele Unterschiede aus.

2Ich kann Bau und Aufgaben der Geschlechtsorgane benennen.

EntdeckenFrage

Wie viele Eizellen reifen im Leben einer Frau?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Ein Mädchen wird mit etwa einer Million Eizellanlagen geboren. Nur etwa 400 reifen im Lauf des Lebens heran. Männer bilden dagegen ständig neue Spermien, in jedem Samenerguss Millionen.

MerkenGeschlechtsorgane

Bei der Frau reifen Eizellen in den Eierstöcken.

Beim Mann bilden die Hoden Spermien. Beide sind Keimzellen mit halbem Chromosomensatz.

BeispielGeschlechtsorgane und Keimzellen

Was ist die Aufgabe der Gebärmutterschleimhaut? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Sie wird in jedem Zyklus neu aufgebaut.
  2. Ohne Befruchtung wird sie abgebaut.
  1. Sie wird in jedem Zyklus neu aufgebaut.
  2. Ohne Befruchtung wird sie abgebaut.
Ergebnis:
Sie baut sich auf, damit sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann.

AchtungOrgane und Aufgaben verwechselt

So nicht
Die Hoden bilden Eizellen, die Eierstöcke Spermien.
So richtig
Eierstöcke bilden Eizellen, Hoden bilden Spermien.

Ordne zuerst die Keimzelle zu: Eizelle zum Eierstock, Spermium zum Hoden.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Welche Aufgabe haben die Eierstöcke außer der Eizellbildung? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Östrogen und Gelbkörperhormon entstehen dort.
    Lösung zeigen
    1. Östrogen und Gelbkörperhormon entstehen dort.
    2. Sie steuern den Zyklus.
    Ergebnis:
    Sie bilden Geschlechtshormone.
  2. ●5
    Wo werden Spermien gebildet? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Hoden bilden Spermien.
    2. Sie liegen im Hodensack.
    Ergebnis:
    in den Hoden
  3. ★6
    Wo findet die Befruchtung meist statt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Die Eizelle wandert durch den Eileiter.
    2. Dort trifft sie Spermien.
    Ergebnis:
    im Eileiter

3Ich kann den Zyklus der Frau beschreiben und Tage im Zyklus berechnen.

EntdeckenFrage

Wie lang ist ein Zyklus wirklich?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Eine Auswertung von über 600 000 Zyklen ergab einen Mittelwert von 29 Tagen, aber eine große Streuung. Nur ein kleiner Teil der Zyklen dauerte genau 28 Tage.

MerkenDer Zyklus

Im Zyklus reift eine Eizelle, dann folgt der Eisprung.

Ohne Befruchtung wird die Schleimhaut mit der Blutung abgebaut. Die Länge ist verschieden.

BeispielDer Zyklus und Tage berechnen

Wann findet der Eisprung bei einem Zyklus von 32 Tagen ungefähr statt? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Der Eisprung liegt etwa 14 Tage vor der nächsten Blutung.
  2. Bei 32 Tagen also um Tag 18.
  1. Der Eisprung liegt etwa 14 Tage vor der nächsten Blutung.
  2. Bei 32 Tagen also um Tag 18.
Ergebnis:
etwa am 18. Tag, 14 Tage vor der nächsten Blutung

AchtungEisprung immer am 14. Tag

So nicht
Der Eisprung findet immer am 14. Tag nach der Blutung statt.
So richtig
Der Eisprung liegt etwa 14 Tage vor der nächsten Blutung. Bei einem Zyklus von 32 Tagen ist das etwa der 18. Tag.

Rechne rückwärts vom Zyklusende: Eisprung etwa 14 Tage vor der nächsten Blutung.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Ein Zyklus dauert 30 Tage. Tag 1 ist der erste Tag der Blutung. An welchem Tag findet der Eisprung ungefähr statt?
    So fängst du an:
    Der Eisprung liegt etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Blutung.
    Lösung zeigen
    1. Der Eisprung liegt etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Blutung.
    2. 30 minus 14 sind 16.
    3. Der Eisprung ist etwa an Tag 16.
    Ergebnis:
    Tag 16
  2. ●8
    Ein Zyklus dauert 28 Tage. Tag 1 ist der erste Tag der Blutung. An welchem Tag findet der Eisprung ungefähr statt?
    Lösung zeigen
    1. Der Eisprung liegt etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Blutung.
    2. 28 minus 14 sind 14.
    3. Der Eisprung ist etwa an Tag 14.
    Ergebnis:
    Tag 14
  3. ★9
    Wann ist die fruchtbare Zeit im Zyklus ungefähr? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Spermien überleben einige Tage.
    2. Das Zeitfenster ist größer als ein Tag.
    Ergebnis:
    um den Eisprung herum, etwa fünf Tage davor bis einen Tag danach

4Ich kann Befruchtung, Einnistung, Entwicklung und Geburt in der Reihenfolge beschreiben und Wochen der Schwangerschaft berechnen.

EntdeckenFrage

Kommt ein Kind genau am errechneten Termin?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Nur selten. Die Dauer natürlicher Schwangerschaften streut um mehrere Wochen. Der errechnete Termin ist ein Mittelwert, kein Versprechen.

MerkenVon der Befruchtung zur Geburt

Eine Samenzelle verschmilzt mit der Eizelle.

Die befruchtete Eizelle teilt sich und nistet sich in der Gebärmutter ein. Etwa 38 Wochen später folgt die Geburt.

BeispielSchwangerschaft und Wochen berechnen

Eine Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung gezählt. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später. Wie viele Wochen nach der Befruchtung ist die 10. Schwangerschaftswoche?
Schritt für Schritt
  1. Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
  2. 10 minus 2 sind 8.
  3. Das Kind ist etwa 8 Wochen alt.
  1. Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
  2. 10 minus 2 sind 8.
  3. Das Kind ist etwa 8 Wochen alt.
Ergebnis:
8 Wochen

AchtungSchwangerschaftswoche falsch gezählt

So nicht
Eine Schwangerschaft dauert 40 Wochen ab Befruchtung.
So richtig
Gezählt wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung, also 40 Wochen. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später, ab der Befruchtung sind es etwa 38 Wochen.

Ziehe 2 Wochen ab, wenn du die Zeit seit der Befruchtung suchst.

ÜbenJetzt du

  1. ○10
    Eine Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung gezählt. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später. Wie viele Wochen nach der Befruchtung ist die 30. Schwangerschaftswoche?
    So fängst du an:
    Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
    Lösung zeigen
    1. Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
    2. 30 minus 2 sind 28.
    3. Das Kind ist etwa 28 Wochen alt.
    Ergebnis:
    28 Wochen
  2. ●11
    Warum vermischt sich das Blut von Mutter und Kind nicht? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Nährstoffe und Sauerstoff gehen über.
    2. Das Blut selbst bleibt getrennt.
    Ergebnis:
    Die Plazenta trennt beide Kreisläufe, Stoffe wandern nur durch dünne Wände.
  3. ★12
    Eine Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung gezählt. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später. Wie viele Wochen nach der Befruchtung ist die 32. Schwangerschaftswoche?
    Lösung zeigen
    1. Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
    2. 32 minus 2 sind 30.
    3. Das Kind ist etwa 30 Wochen alt.
    Ergebnis:
    30 Wochen

5Ich kann Verhütungsmethoden nach Wirkweise und Sicherheit vergleichen.

EntdeckenFrage

Wer erfand den Pearl-Index, mit dem man die Sicherheit von Verhütungsmitteln misst?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Der amerikanische Biologe Raymond Pearl führte ihn 1932 ein. Er zählt, wie viele von 100 Frauen in einem Jahr trotz Anwendung einer Methode schwanger werden. Je kleiner der Wert, desto sicherer die Methode.

MerkenVerhütung

Verhütungsmittel verhindern die Befruchtung oder die Einnistung.

Wie sicher sie sind, hängt von der richtigen Anwendung ab. Kondome schützen zusätzlich vor Infektionen.

BeispielVerhütung vergleichen

Was misst der Pearl-Index? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Je kleiner der Wert, desto sicherer.
  2. Er unterscheidet perfekte und typische Anwendung.
  1. Je kleiner der Wert, desto sicherer.
  2. Er unterscheidet perfekte und typische Anwendung.
Ergebnis:
wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung der Methode schwanger werden

AchtungRausziehen als sichere Verhütung

So nicht
Wenn der Mann rechtzeitig rauszieht, kann nichts passieren.
So richtig
Schon vorher können Spermien austreten. Die Methode ist unsicher.

Verlässlich sind Methoden, die vor dem Geschlechtsverkehr wirken. Rausziehen gehört nicht dazu.

ÜbenJetzt du

  1. ○13
    Was heißt „Pille danach“? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Sie wirkt am besten schnell.
    Lösung zeigen
    1. Sie wirkt am besten schnell.
    2. Sie ersetzt keine Verhütung.
    Ergebnis:
    Ein Notfallmittel, das nach ungeschütztem Verkehr den Eisprung verschieben kann; es ist keine regelmäßige Verhütung.
  2. ●14
    Eine Methode hat den Pearl-Index 1. Was bedeutet das? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Der Index zählt Schwangerschaften je 100 Frauen im Jahr.
    2. Kleine Zahl heißt sicherer.
    Ergebnis:
    Von 100 Frauen wird in einem Jahr trotz Anwendung etwa eine schwanger.
  3. ★15
    Warum ist die Anwendung wichtig für die Sicherheit? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Zwischen perfekter und typischer Anwendung liegt ein Unterschied.
    2. Auf die Gebrauchsanweisung achten.
    Ergebnis:
    Auch sichere Methoden versagen, wenn sie falsch oder unregelmäßig genutzt werden.

6Ich kann sexuell übertragbare Infektionen und Schutzmöglichkeiten nennen.

EntdeckenFrage

Seit wann wird die Impfung gegen HPV auch für Jungen empfohlen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Seit 2018. Für Mädchen empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung seit 2007. Die Viren können bei beiden Geschlechtern Krebs und Genitalwarzen auslösen. Die Impfung wird für 9 bis 14 Jahre empfohlen.

MerkenSchutz vor Infektionen

Einige Infektionen werden beim Sex übertragen.

Kondome schützen vor vielen davon. Gegen manche gibt es Impfungen, viele Infektionen lassen sich behandeln.

BeispielSexuell übertragbare Infektionen

Was bedeutet es, wenn HIV unter Behandlung nicht mehr nachweisbar ist? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Das Mittel hält die Virenzahl sehr niedrig.
  2. Es muss weiter genommen werden (Rodger und andere 2016).
  1. Das Mittel hält die Virenzahl sehr niedrig.
  2. Es muss weiter genommen werden (Rodger und andere 2016).
Ergebnis:
Das Virus wird beim Sex nicht mehr übertragen.

AchtungInfektionen nur bei bestimmten Gruppen

So nicht
Sexuell übertragbare Infektionen betreffen nur bestimmte Gruppen.
So richtig
Jeder Mensch mit Sexualkontakt kann sich anstecken. Entscheidend ist das Verhalten, nicht die Gruppe.

Das Risiko hängt davon ab, was geschieht, und nicht davon, wer jemand ist.

ÜbenJetzt du

  1. ○16
    Wogegen schützt ein Kondom neben einer Schwangerschaft? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Es verhindert den Kontakt mit Körperflüssigkeiten.
    Lösung zeigen
    1. Es verhindert den Kontakt mit Körperflüssigkeiten.
    2. Nicht alle Erreger sitzen dort.
    Ergebnis:
    gegen viele sexuell übertragbare Infektionen
  2. ●17
    Wer kann sich mit sexuell übertragbaren Infektionen anstecken? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Das Verhalten entscheidet.
    2. Ein Kondom senkt das Risiko für alle.
    Ergebnis:
    jeder Mensch mit Sexualkontakt, unabhängig von Gruppe oder Herkunft
  3. ★18
    Wo kann man sich auf Infektionen testen lassen? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Gesundheitsämter bieten Beratung.
    2. Tests können anonym sein.
    Ergebnis:
    bei Hausärzten, Gesundheitsämtern und Beratungsstellen, oft anonym

7Ich kann Vielfalt von Geschlecht, sexueller Orientierung und Familienformen sachlich beschreiben und respektvoll bewerten.

EntdeckenFrage

Seit wann gibt es im deutschen Recht die Angabe „divers“?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Das Bundesverfassungsgericht entschied 2017, dass das Personenstandsrecht neben männlich und weiblich eine weitere Möglichkeit zulassen muss. Seit Ende 2018 ist die Angabe divers möglich.

MerkenVielfalt

Menschen lieben verschieden, und Familien sehen verschieden aus.

Eine sachliche Aussage lässt sich prüfen, eine Wertung braucht Gründe. Respekt gilt für alle.

BeispielVielfalt und Respekt

Welche Aussage ist eine Sachaussage? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Ein Gesetz lässt sich nachlesen.
  2. Wertungen sind keine Sachaussagen.
  1. Ein Gesetz lässt sich nachlesen.
  2. Wertungen sind keine Sachaussagen.
Ergebnis:
Seit 2018 kann im deutschen Personenstand auch die Angabe divers gewählt werden.

AchtungOrientierung als Krankheit oder Wahl

So nicht
Homosexualität ist eine Krankheit oder eine Entscheidung.
So richtig
Sexuelle Orientierung ist weder Krankheit noch freie Wahl. Die Weltgesundheitsorganisation führt Homosexualität seit 1990 nicht mehr als Krankheit.

Eine Orientierung wird nicht gewählt und nicht behandelt. Sie ist eine Variante menschlichen Lebens.

ÜbenJetzt du

  1. ○19
    Welche Familienformen gibt es? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Familien sind verschieden.
    Lösung zeigen
    1. Familien sind verschieden.
    2. Zusammenhalt macht eine Familie.
    Ergebnis:
    Kernfamilien, Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien, Pflege- und Adoptivfamilien
  2. ●20
    Wie viele Geschlechter erkennt das deutsche Personenstandsrecht an? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Seit 2018 gibt es die Option divers.
    2. Das Bundesverfassungsgericht verlangte sie.
    Ergebnis:
    männlich, weiblich, divers und die Möglichkeit, keine Angabe zu machen
  3. ★21
    Was ist der Unterschied zwischen Sachaussage und Wertung? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Sachaussagen kann man belegen.
    2. Wertungen brauchen Begründungen.
    Ergebnis:
    Eine Sachaussage lässt sich prüfen, eine Wertung drückt aus, was jemand für richtig hält.

8Ich kann Grenzen, Einverständnis und Hilfsangebote kennen.

EntdeckenFrage

Muss man bei der Nummer gegen Kummer seinen Namen sagen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Nein. Das Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111 ist kostenlos und anonym. Es gilt für alle Fragen, auch zu Körper, Freundschaft, Streit und Sorgen. Wer Hilfe holt, handelt richtig.

MerkenGrenzen und Hilfe

Jeder Mensch bestimmt über den eigenen Körper.

Ohne Einverständnis darf nichts geschehen. Wer Hilfe braucht, bekommt sie kostenlos und ohne Angabe des Namens.

BeispielGrenzen, Einverständnis und Hilfe

Wohin können sich Kinder und Jugendliche anonym und kostenlos wenden? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Die Nummer ist kostenlos.
  2. Die Beratung ist anonym.
  1. Die Nummer ist kostenlos.
  2. Die Beratung ist anonym.
Ergebnis:
an die Nummer gegen Kummer unter 116 111

AchtungEinverständnis als gegeben angenommen

So nicht
Wer nicht Nein sagt, will es auch.
So richtig
Einverständnis heißt ein deutliches Ja. Schweigen, Zögern oder Angst sind kein Ja.

Nur ein freies Ja gilt. Schweigen ist kein Einverständnis.

ÜbenJetzt du

  1. ○22
    Wer ist schuld, wenn jemand belästigt wird? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Verantwortung liegt bei dem, der Grenzen verletzt.
    Lösung zeigen
    1. Verantwortung liegt bei dem, der Grenzen verletzt.
    2. Betroffene tragen keine Schuld.
    Ergebnis:
    die Person, die belästigt, nie die betroffene Person
  2. ●23
    Darf man ein Einverständnis später zurücknehmen? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Einverständnis kann sich ändern.
    2. Ein Nein muss gelten.
    Ergebnis:
    Ja, jederzeit, auch mitten in einer Situation.
  3. ★24
    Warum ist das Wort „Nein“ auch in Beziehungen gültig? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Das Recht auf den eigenen Körper gilt immer.
    2. Ein Ja kann man zurücknehmen.
    Ergebnis:
    Jeder Mensch bestimmt jederzeit selbst über den eigenen Körper, auch in einer Beziehung.

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●25
    Wie nennt man den Muskel, der das Kind bei der Geburt hinausschiebt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Die Gebärmutter besteht aus kräftiger Muskulatur.
    2. Sie zieht sich bei den Wehen zusammen.
    Ergebnis:
    die Gebärmuttermuskulatur
  2. ●26
    Ein Zyklus dauert 32 Tage. Tag 1 ist der erste Tag der Blutung. An welchem Tag findet der Eisprung ungefähr statt?
    Lösung zeigen
    1. Der Eisprung liegt etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Blutung.
    2. 32 minus 14 sind 18.
    3. Der Eisprung ist etwa an Tag 18.
    Ergebnis:
    Tag 18
  3. ●27
    Wie viele Chromosomen hat die befruchtete Eizelle? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Eizelle und Spermium bringen je 23 mit.
    2. Zusammen sind es 46.
    Ergebnis:
    46
  4. ●28
    Was ist der Unterschied zwischen hormoneller Verhütung und dem Kondom? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Hormone greifen in den Zyklus ein.
    2. Das Kondom ist eine Barriere.
    Ergebnis:
    Hormone verhindern den Eisprung, das Kondom hält die Spermien zurück und schützt auch vor Infektionen.
  5. ●29
    Welche Infektion wird häufig beim Geschlechtsverkehr übertragen und oft nicht bemerkt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Chlamydien machen oft keine Beschwerden.
    2. Sie lassen sich mit Antibiotika behandeln.
    Ergebnis:
    Chlamydien
  6. ●30
    Ist Homosexualität eine Krankheit? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Die Weltgesundheitsorganisation hat sie 1990 gestrichen.
    2. Medizinische Versuche, sie zu ändern, schaden.
    Ergebnis:
    Nein, sie ist eine Form der sexuellen Orientierung.

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Pubertät
Das Gehirn schüttet Hormone aus, die die Keimdrüsen anregen.
Geschlechtsorgane
Bei der Frau reifen Eizellen in den Eierstöcken.
Der Zyklus
Im Zyklus reift eine Eizelle, dann folgt der Eisprung.
Von der Befruchtung zur Geburt
Eine Samenzelle verschmilzt mit der Eizelle.
Verhütung
Verhütungsmittel verhindern die Befruchtung oder die Einnistung.
Schutz vor Infektionen
Einige Infektionen werden beim Sex übertragen.
Vielfalt
Menschen lieben verschieden, und Familien sehen verschieden aus.
Grenzen und Hilfe
Jeder Mensch bestimmt über den eigenen Körper.

AchtungHormone als Störung gedeutet

So nicht
In der Pubertät spielen die Hormone verrückt.
So richtig
Hormone steuern die Entwicklung planmäßig. Stimmungen schwanken, weil sich Körper und Gehirn umbauen.

Hormone sind Botenstoffe. Sie steuern den Umbau und sind kein Fehler.

AchtungZyklus als immer gleich lang

So nicht
Ein Zyklus dauert immer genau 28 Tage.
So richtig
28 Tage sind nur ein Mittelwert. Die Länge liegt oft zwischen 24 und 35 Tagen und schwankt von Zyklus zu Zyklus.

28 Tage ist ein Mittelwert. Einzelne Zyklen sind kürzer oder länger.

AchtungBefruchtung als Ereignis im Bauch

So nicht
Eine Befruchtung findet in der Gebärmutter statt.
So richtig
Die Befruchtung findet meist im Eileiter statt. Die befruchtete Eizelle wandert dann zur Gebärmutter.

Der Weg: Eierstock, Eileiter, Gebärmutter. Verschmelzung im Eileiter, Einnistung in der Gebärmutter.

AchtungBeim ersten Mal kann nichts passieren

So nicht
Beim ersten Mal wird man nicht schwanger.
So richtig
Eine Schwangerschaft ist bei jedem Geschlechtsverkehr möglich, auch beim ersten Mal.

Eine Schwangerschaft hängt vom Zeitpunkt im Zyklus ab, nicht davon, ob es das erste Mal war.

AchtungPille schützt auch vor Infektionen

So nicht
Wer die Pille nimmt, ist auch vor Infektionen geschützt.
So richtig
Die Pille verhütet eine Schwangerschaft, aber nicht Infektionen. Dafür schützt nur das Kondom.

Frage getrennt: Schutz vor Schwangerschaft und Schutz vor Infektionen. Nur das Kondom leistet beides.

AchtungHIV im Alltag übertragbar

So nicht
HIV kann man durch Umarmen oder gemeinsames Trinken bekommen.
So richtig
HIV wird über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch übertragen, nicht im Alltag. Bei wirksamer Behandlung ist die Übertragung beim Sex nicht möglich.

Frage nach dem Übertragungsweg. Berührung und gemeinsames Essen übertragen HIV nicht.

AchtungGeschlecht als nur zwei Möglichkeiten

So nicht
Es gibt biologisch und rechtlich nur Mann und Frau.
So richtig
Die Natur kennt Übergänge. Seit 2018 ist im Personenstand in Deutschland auch die Angabe divers möglich.

Körperliche Merkmale und rechtliche Angaben sind beide vielfältiger als zwei Gruppen.

AchtungFamilienform als Maßstab für das Kindeswohl

So nicht
Kinder wachsen nur bei Mutter und Vater gut auf.
So richtig
Entscheidend sind Zuwendung und Stabilität. Studien finden bei Regenbogenfamilien keine schlechtere Entwicklung der Kinder.

Das Wohl von Kindern hängt von Zuwendung und Sicherheit ab, nicht von der Form der Familie.

AchtungSchuld beim Opfer gesucht

So nicht
Wer belästigt wird, hat etwas falsch gemacht.
So richtig
Die Verantwortung liegt immer bei der Person, die Grenzen verletzt. Wer Hilfe holt, handelt richtig.

Schuld trägt die Person, die die Grenze überschreitet, nie die betroffene Person.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann die Pubertät als hormonell gesteuerte Entwicklung beschreiben und erklären, warum der Beginn so verschieden ist.

    31
    Was sind Hormone? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Botenstoffe, die über das Blut Signale an Organe weitergeben
  2. Ich kann Bau und Aufgaben der Geschlechtsorgane benennen.

    32
    Wo werden Eizellen gebildet? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    in den Eierstöcken
  3. Ich kann den Zyklus der Frau beschreiben und Tage im Zyklus berechnen.

    33
    Wie lange kann eine Eizelle nach dem Eisprung befruchtet werden? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    etwa einen Tag
  4. Ich kann Befruchtung, Einnistung, Entwicklung und Geburt in der Reihenfolge beschreiben und Wochen der Schwangerschaft berechnen.

    34
    Was versorgt das Kind in der Gebärmutter? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    die Plazenta, über die Nährstoffe und Sauerstoff aus dem Blut der Mutter übergehen
  5. Ich kann Verhütungsmethoden nach Wirkweise und Sicherheit vergleichen.

    35
    Was ist der Unterschied zwischen hormoneller Verhütung und dem Kondom? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Hormone verhindern den Eisprung, das Kondom hält die Spermien zurück und schützt auch vor Infektionen.
  6. Ich kann sexuell übertragbare Infektionen und Schutzmöglichkeiten nennen.

    36
    Was ist zu tun, wenn ein Verdacht auf eine Infektion besteht? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    ärztlichen Rat holen und sich testen lassen; viele Infektionen sind gut behandelbar
  7. Ich kann Vielfalt von Geschlecht, sexueller Orientierung und Familienformen sachlich beschreiben und respektvoll bewerten.

    37
    Was bedeutet der Satz „Alle Menschen sind in ihrer Würde gleich“ für den Umgang mit Vielfalt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Alle haben Anspruch auf Respekt, unabhängig von Orientierung oder Familie.
  8. Ich kann Grenzen, Einverständnis und Hilfsangebote kennen.

    38
    Was ist ein schlechtes Geheimnis? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Ein Geheimnis, das Angst, Scham oder Druck macht; solche Geheimnisse darf man erzählen.

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Die Frage vom Anfang

EntdeckenRückschau

Warum beginnt die Pubertät heute im Mittel früher als vor 150 Jahren?

Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?

Auflösung

Das Alter der ersten Regelblutung sank in Europa von 16 bis 17 Jahren Mitte des 19. Jahrhunderts auf etwa 12 bis 13 Jahre heute. Gründe sind bessere Ernährung und Gesundheit. Das Muster heißt säkulare Akzeleration.

Lösungen

  1. Die Pubertät beginnt bei jedem Menschen zu einer anderen Zeit.
  2. die Hirnanhangdrüse
  3. Die Entwicklung beginnt zu verschiedenen Zeiten; später gleichen sich viele Unterschiede aus.
  4. Sie bilden Geschlechtshormone.
  5. in den Hoden
  6. im Eileiter
  7. Tag 16
  8. Tag 14
  9. um den Eisprung herum, etwa fünf Tage davor bis einen Tag danach
  10. 28 Wochen
  11. Die Plazenta trennt beide Kreisläufe, Stoffe wandern nur durch dünne Wände.
  12. 30 Wochen
  13. Ein Notfallmittel, das nach ungeschütztem Verkehr den Eisprung verschieben kann; es ist keine regelmäßige Verhütung.
  14. Von 100 Frauen wird in einem Jahr trotz Anwendung etwa eine schwanger.
  15. Auch sichere Methoden versagen, wenn sie falsch oder unregelmäßig genutzt werden.
  16. gegen viele sexuell übertragbare Infektionen
  17. jeder Mensch mit Sexualkontakt, unabhängig von Gruppe oder Herkunft
  18. bei Hausärzten, Gesundheitsämtern und Beratungsstellen, oft anonym
  19. Kernfamilien, Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien, Pflege- und Adoptivfamilien
  20. männlich, weiblich, divers und die Möglichkeit, keine Angabe zu machen
  21. Eine Sachaussage lässt sich prüfen, eine Wertung drückt aus, was jemand für richtig hält.
  22. die Person, die belästigt, nie die betroffene Person
  23. Ja, jederzeit, auch mitten in einer Situation.
  24. Jeder Mensch bestimmt jederzeit selbst über den eigenen Körper, auch in einer Beziehung.
  25. die Gebärmuttermuskulatur
  26. Tag 18
  27. 46
  28. Hormone verhindern den Eisprung, das Kondom hält die Spermien zurück und schützt auch vor Infektionen.
  29. Chlamydien
  30. Nein, sie ist eine Form der sexuellen Orientierung.
  31. Botenstoffe, die über das Blut Signale an Organe weitergeben
  32. in den Eierstöcken
  33. etwa einen Tag
  34. die Plazenta, über die Nährstoffe und Sauerstoff aus dem Blut der Mutter übergehen
  35. Hormone verhindern den Eisprung, das Kondom hält die Spermien zurück und schützt auch vor Infektionen.
  36. ärztlichen Rat holen und sich testen lassen; viele Infektionen sind gut behandelbar
  37. Alle haben Anspruch auf Respekt, unabhängig von Orientierung oder Familie.
  38. Ein Geheimnis, das Angst, Scham oder Druck macht; solche Geheimnisse darf man erzählen.