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Biologie · Klasse 7 und 8 · Kapitel

Sexualität, Fortpflanzung und Entwicklung

EntdeckenDie Frage zum Kapitel

Warum beginnt die Pubertät heute im Mittel früher als vor 150 Jahren?

Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Für die Lehrkraft: Das Alter der ersten Regelblutung sank in Europa von 16 bis 17 Jahren Mitte des 19. Jahrhunderts auf etwa 12 bis 13 Jahre heute. Gründe sind bessere Ernährung und Gesundheit. Das Muster heißt säkulare Akzeleration. Quelle: Tanner 1973, Trend towards earlier menarche, Nature 243.

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

1Ich kann die Pubertät als hormonell gesteuerte Entwicklung beschreiben und erklären, warum der Beginn so verschieden ist.

EntdeckenFrage

Warum beginnt die Pubertät heute im Mittel früher als vor 150 Jahren?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Das Alter der ersten Regelblutung sank in Europa von 16 bis 17 Jahren Mitte des 19. Jahrhunderts auf etwa 12 bis 13 Jahre heute. Gründe sind bessere Ernährung und Gesundheit. Das Muster heißt säkulare Akzeleration.

MerkenPubertät

Das Gehirn schüttet Hormone aus, die die Keimdrüsen anregen.

Beginn und Tempo sind von Mensch zu Mensch sehr verschieden und alle sind normal.

BeispielPubertät und Hormone

Was sind Hormone? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Hormone steuern Wachstum, Zyklus und Stimmung.
  2. Sie sind Teil der normalen Entwicklung.
  1. Hormone steuern Wachstum, Zyklus und Stimmung.
  2. Sie sind Teil der normalen Entwicklung.
Ergebnis:
Botenstoffe, die über das Blut Signale an Organe weitergeben

AchtungDer eigene Zeitpunkt als Fehler gedeutet

So nicht
Wer früher oder später in die Pubertät kommt, ist nicht normal.
So richtig
Der Beginn liegt bei Mädchen meist zwischen 8 und 13 und bei Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Alle Zeitpunkte in dieser Spanne sind normal.

Die Pubertät hat keinen festen Beginn. Frühe und späte Entwicklung sind beide normal.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Welches Geschlechtshormon bilden die Hoden vor allem? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Die Hoden sind die Keimdrüsen der Jungen.
    Lösung zeigen
    1. Die Hoden sind die Keimdrüsen der Jungen.
    2. Testosteron lässt Körper und Stimme sich verändern.
    Ergebnis:
    Testosteron
  2. ●2
    Was ist der Stimmbruch? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Der Stimmbruch gehört zur Pubertät.
    2. Bei Jungen wird er meist stärker bemerkt.
    Ergebnis:
    Der Kehlkopf wächst, die Stimme wird tiefer.
  3. ★3
    Wie arbeiten Hirnanhangdrüse und Keimdrüsen zusammen? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Das ist ein Regelkreis.
    2. Das Gehirn gibt das Startsignal.
    Ergebnis:
    Die Hirnanhangdrüse sendet Hormone, die die Keimdrüsen zur Bildung von Geschlechtshormonen anregen.

2Ich kann Bau und Aufgaben der Geschlechtsorgane benennen.

EntdeckenFrage

Wie viele Eizellen reifen im Leben einer Frau?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Ein Mädchen wird mit etwa einer Million Eizellanlagen geboren. Nur etwa 400 reifen im Lauf des Lebens heran. Männer bilden dagegen ständig neue Spermien, in jedem Samenerguss Millionen.

MerkenGeschlechtsorgane

Bei der Frau reifen Eizellen in den Eierstöcken.

Beim Mann bilden die Hoden Spermien. Beide sind Keimzellen mit halbem Chromosomensatz.

BeispielGeschlechtsorgane und Keimzellen

Welche Aufgabe hat der Eileiter? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Der Eileiter ist der Weg.
  2. Dort findet oft die Befruchtung statt.
  1. Der Eileiter ist der Weg.
  2. Dort findet oft die Befruchtung statt.
Ergebnis:
Er leitet die Eizelle vom Eierstock zur Gebärmutter.

AchtungOrgane und Aufgaben verwechselt

So nicht
Die Hoden bilden Eizellen, die Eierstöcke Spermien.
So richtig
Eierstöcke bilden Eizellen, Hoden bilden Spermien.

Ordne zuerst die Keimzelle zu: Eizelle zum Eierstock, Spermium zum Hoden.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Wie viele Eierstöcke hat eine Frau? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Rechts und links liegt je ein Eierstock.
    Lösung zeigen
    1. Rechts und links liegt je ein Eierstock.
    2. Jeder ist mit einem Eileiter verbunden.
    Ergebnis:
    zwei
  2. ●5
    Wie viele Chromosomen hat eine Eizelle oder ein Spermium? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Keimzellen entstehen durch Meiose.
    2. Bei der Befruchtung entstehen wieder 46.
    Ergebnis:
    23, also den halben Satz
  3. ★6
    Wie unterscheidet sich die Bildung von Spermien und Eizellen zeitlich? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Eizellanlagen entstehen vor der Geburt.
    2. Spermien entstehen laufend.
    Ergebnis:
    Spermien werden ab der Pubertät laufend neu gebildet; die Eizellen sind schon bei der Geburt angelegt und reifen nacheinander.

3Ich kann den Zyklus der Frau beschreiben und Tage im Zyklus berechnen.

EntdeckenFrage

Wie lang ist ein Zyklus wirklich?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Eine Auswertung von über 600 000 Zyklen ergab einen Mittelwert von 29 Tagen, aber eine große Streuung. Nur ein kleiner Teil der Zyklen dauerte genau 28 Tage.

MerkenDer Zyklus

Im Zyklus reift eine Eizelle, dann folgt der Eisprung.

Ohne Befruchtung wird die Schleimhaut mit der Blutung abgebaut. Die Länge ist verschieden.

BeispielDer Zyklus und Tage berechnen

Wie lang ist ein Zyklus? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. 28 Tage sind ein Mittelwert.
  2. Die Länge ist verschieden.
  1. 28 Tage sind ein Mittelwert.
  2. Die Länge ist verschieden.
Ergebnis:
meist zwischen 24 und 35 Tagen und schwankt von Zyklus zu Zyklus

AchtungEisprung immer am 14. Tag

So nicht
Der Eisprung findet immer am 14. Tag nach der Blutung statt.
So richtig
Der Eisprung liegt etwa 14 Tage vor der nächsten Blutung. Bei einem Zyklus von 32 Tagen ist das etwa der 18. Tag.

Rechne rückwärts vom Zyklusende: Eisprung etwa 14 Tage vor der nächsten Blutung.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Was geschieht, wenn keine Eizelle befruchtet wird? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Die Blutung beendet den Zyklus.
    Lösung zeigen
    1. Die Blutung beendet den Zyklus.
    2. Danach beginnt der nächste.
    Ergebnis:
    Die aufgebaute Schleimhaut der Gebärmutter wird mit der Blutung abgebaut.
  2. ●8
    Was passiert beim Eisprung? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Der Eisprung ist Mitte des Zyklus.
    2. Die Eizelle lebt nur kurz.
    Ergebnis:
    Eine reife Eizelle verlässt den Eierstock und gelangt in den Eileiter.
  3. ★9
    Ein Zyklus ist 32 Tage lang. Tag 1 ist der erste Tag der Blutung. Am Tag 18 ist der Eisprung. Wie viele Tage nach dem Eisprung beginnt die nächste Blutung?
    Lösung zeigen
    1. Zyklus: 32 Tage, Eisprung am Tag 18.
    2. 32 minus 18 sind 14.
    3. Zwischen Eisprung und nächster Blutung liegen immer etwa 14 Tage.
    Ergebnis:
    14 Tage

4Ich kann Befruchtung, Einnistung, Entwicklung und Geburt in der Reihenfolge beschreiben und Wochen der Schwangerschaft berechnen.

EntdeckenFrage

Kommt ein Kind genau am errechneten Termin?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Nur selten. Die Dauer natürlicher Schwangerschaften streut um mehrere Wochen. Der errechnete Termin ist ein Mittelwert, kein Versprechen.

MerkenVon der Befruchtung zur Geburt

Eine Samenzelle verschmilzt mit der Eizelle.

Die befruchtete Eizelle teilt sich und nistet sich in der Gebärmutter ein. Etwa 38 Wochen später folgt die Geburt.

BeispielSchwangerschaft und Wochen berechnen

Eine Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung gezählt. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später. Wie viele Wochen nach der Befruchtung ist die 30. Schwangerschaftswoche?
Schritt für Schritt
  1. Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
  2. 30 minus 2 sind 28.
  3. Das Kind ist etwa 28 Wochen alt.
  1. Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
  2. 30 minus 2 sind 28.
  3. Das Kind ist etwa 28 Wochen alt.
Ergebnis:
28 Wochen

AchtungBefruchtung als Ereignis im Bauch

So nicht
Eine Befruchtung findet in der Gebärmutter statt.
So richtig
Die Befruchtung findet meist im Eileiter statt. Die befruchtete Eizelle wandert dann zur Gebärmutter.

Der Weg: Eierstock, Eileiter, Gebärmutter. Verschmelzung im Eileiter, Einnistung in der Gebärmutter.

ÜbenJetzt du

  1. ○10
    Warum vermischt sich das Blut von Mutter und Kind nicht? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Nährstoffe und Sauerstoff gehen über.
    Lösung zeigen
    1. Nährstoffe und Sauerstoff gehen über.
    2. Das Blut selbst bleibt getrennt.
    Ergebnis:
    Die Plazenta trennt beide Kreisläufe, Stoffe wandern nur durch dünne Wände.
  2. ●11
    Eine Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung gezählt. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später. Wie viele Wochen nach der Befruchtung ist die 20. Schwangerschaftswoche?
    Lösung zeigen
    1. Die Zählung beginnt vor der Befruchtung.
    2. 20 minus 2 sind 18.
    3. Das Kind ist etwa 18 Wochen alt.
    Ergebnis:
    18 Wochen
  3. ★12
    Wer bestimmt das Geschlecht des Kindes? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Die Eizelle trägt immer X.
    2. Das Spermium trägt X oder Y.
    Ergebnis:
    das Spermium, das ein X- oder ein Y-Chromosom trägt

5Ich kann Verhütungsmethoden nach Wirkweise und Sicherheit vergleichen.

EntdeckenFrage

Wer erfand den Pearl-Index, mit dem man die Sicherheit von Verhütungsmitteln misst?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Der amerikanische Biologe Raymond Pearl führte ihn 1932 ein. Er zählt, wie viele von 100 Frauen in einem Jahr trotz Anwendung einer Methode schwanger werden. Je kleiner der Wert, desto sicherer die Methode.

MerkenVerhütung

Verhütungsmittel verhindern die Befruchtung oder die Einnistung.

Wie sicher sie sind, hängt von der richtigen Anwendung ab. Kondome schützen zusätzlich vor Infektionen.

BeispielVerhütung vergleichen

Wann sollte verhütet werden, wenn eine Schwangerschaft nicht gewollt ist? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Eine Schwangerschaft ist an vielen Tagen möglich.
  2. Der Eisprung ist nicht sicher vorhersagbar.
  1. Eine Schwangerschaft ist an vielen Tagen möglich.
  2. Der Eisprung ist nicht sicher vorhersagbar.
Ergebnis:
bei jedem Geschlechtsverkehr

AchtungBeim ersten Mal kann nichts passieren

So nicht
Beim ersten Mal wird man nicht schwanger.
So richtig
Eine Schwangerschaft ist bei jedem Geschlechtsverkehr möglich, auch beim ersten Mal.

Eine Schwangerschaft hängt vom Zeitpunkt im Zyklus ab, nicht davon, ob es das erste Mal war.

ÜbenJetzt du

  1. ○13
    Was ist der Unterschied zwischen hormoneller Verhütung und dem Kondom? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Hormone greifen in den Zyklus ein.
    Lösung zeigen
    1. Hormone greifen in den Zyklus ein.
    2. Das Kondom ist eine Barriere.
    Ergebnis:
    Hormone verhindern den Eisprung, das Kondom hält die Spermien zurück und schützt auch vor Infektionen.
  2. ●14
    Ist das Rausziehen eine sichere Verhütung? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Spermien gelangen schon früher heraus.
    2. Die Methode ist unsicher.
    Ergebnis:
    Nein, schon vorher können Spermien austreten.
  3. ★15
    Warum ist die Anwendung wichtig für die Sicherheit? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Zwischen perfekter und typischer Anwendung liegt ein Unterschied.
    2. Auf die Gebrauchsanweisung achten.
    Ergebnis:
    Auch sichere Methoden versagen, wenn sie falsch oder unregelmäßig genutzt werden.

6Ich kann sexuell übertragbare Infektionen und Schutzmöglichkeiten nennen.

EntdeckenFrage

Seit wann wird die Impfung gegen HPV auch für Jungen empfohlen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Seit 2018. Für Mädchen empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung seit 2007. Die Viren können bei beiden Geschlechtern Krebs und Genitalwarzen auslösen. Die Impfung wird für 9 bis 14 Jahre empfohlen.

MerkenSchutz vor Infektionen

Einige Infektionen werden beim Sex übertragen.

Kondome schützen vor vielen davon. Gegen manche gibt es Impfungen, viele Infektionen lassen sich behandeln.

BeispielSexuell übertragbare Infektionen

Wie wird HIV übertragen? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Es braucht Kontakt mit bestimmten Körperflüssigkeiten.
  2. Alltag überträgt HIV nicht.
  1. Es braucht Kontakt mit bestimmten Körperflüssigkeiten.
  2. Alltag überträgt HIV nicht.
Ergebnis:
über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch

AchtungInfektionen nur bei bestimmten Gruppen

So nicht
Sexuell übertragbare Infektionen betreffen nur bestimmte Gruppen.
So richtig
Jeder Mensch mit Sexualkontakt kann sich anstecken. Entscheidend ist das Verhalten, nicht die Gruppe.

Das Risiko hängt davon ab, was geschieht, und nicht davon, wer jemand ist.

ÜbenJetzt du

  1. ○16
    Was ist zu tun, wenn ein Verdacht auf eine Infektion besteht? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Früh erkannt lässt sich viel behandeln.
    Lösung zeigen
    1. Früh erkannt lässt sich viel behandeln.
    2. Manche Infektionen bleiben unbemerkt.
    Ergebnis:
    ärztlichen Rat holen und sich testen lassen; viele Infektionen sind gut behandelbar
  2. ●17
    Wer sollte sich über sexuell übertragbare Infektionen informieren? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Jeder kann sich anstecken.
    2. Wissen schützt.
    Ergebnis:
    alle Jugendlichen und Erwachsenen
  3. ★18
    Warum bleibt eine Infektion mit Chlamydien oft unentdeckt, und warum ist das gefährlich? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Ohne Beschwerden bleibt sie unentdeckt.
    2. Ein Test hilft, eine Behandlung ist einfach.
    Ergebnis:
    Es gibt oft keine Beschwerden; unbehandelt kann sie zur Unfruchtbarkeit führen.

7Ich kann Vielfalt von Geschlecht, sexueller Orientierung und Familienformen sachlich beschreiben und respektvoll bewerten.

EntdeckenFrage

Seit wann gibt es im deutschen Recht die Angabe „divers“?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Das Bundesverfassungsgericht entschied 2017, dass das Personenstandsrecht neben männlich und weiblich eine weitere Möglichkeit zulassen muss. Seit Ende 2018 ist die Angabe divers möglich.

MerkenVielfalt

Menschen lieben verschieden, und Familien sehen verschieden aus.

Eine sachliche Aussage lässt sich prüfen, eine Wertung braucht Gründe. Respekt gilt für alle.

BeispielVielfalt und Respekt

Welche Aussage ist eine Sachaussage? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Ein Gesetz lässt sich nachlesen.
  2. Wertungen sind keine Sachaussagen.
  1. Ein Gesetz lässt sich nachlesen.
  2. Wertungen sind keine Sachaussagen.
Ergebnis:
Seit 2018 kann im deutschen Personenstand auch die Angabe divers gewählt werden.

AchtungOrientierung als Krankheit oder Wahl

So nicht
Homosexualität ist eine Krankheit oder eine Entscheidung.
So richtig
Sexuelle Orientierung ist weder Krankheit noch freie Wahl. Die Weltgesundheitsorganisation führt Homosexualität seit 1990 nicht mehr als Krankheit.

Eine Orientierung wird nicht gewählt und nicht behandelt. Sie ist eine Variante menschlichen Lebens.

ÜbenJetzt du

  1. ○19
    Wann hat die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität aus der Liste der Krankheiten gestrichen? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Es ist keine Krankheit.
    Lösung zeigen
    1. Es ist keine Krankheit.
    2. Seit 1990 steht sie nicht mehr in der Liste.
    Ergebnis:
    1990
  2. ●20
    Was ist eine Regenbogenfamilie? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Familie besteht aus Menschen, die füreinander sorgen.
    2. Die Form kann verschieden sein.
    Ergebnis:
    eine Familie mit zwei Müttern oder zwei Vätern oder mit einem trans Elternteil
  3. ★21
    Was ist der Unterschied zwischen Sachaussage und Wertung? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Sachaussagen kann man belegen.
    2. Wertungen brauchen Begründungen.
    Ergebnis:
    Eine Sachaussage lässt sich prüfen, eine Wertung drückt aus, was jemand für richtig hält.

8Ich kann Grenzen, Einverständnis und Hilfsangebote kennen.

EntdeckenFrage

Muss man bei der Nummer gegen Kummer seinen Namen sagen?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Nein. Das Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111 ist kostenlos und anonym. Es gilt für alle Fragen, auch zu Körper, Freundschaft, Streit und Sorgen. Wer Hilfe holt, handelt richtig.

MerkenGrenzen und Hilfe

Jeder Mensch bestimmt über den eigenen Körper.

Ohne Einverständnis darf nichts geschehen. Wer Hilfe braucht, bekommt sie kostenlos und ohne Angabe des Namens.

BeispielGrenzen, Einverständnis und Hilfe

Wer trägt die Verantwortung, wenn Grenzen verletzt werden? Begründe die Wahl.
Schritt für Schritt
  1. Betroffene sind nie schuld.
  2. Wer Hilfe holt, handelt richtig.
  1. Betroffene sind nie schuld.
  2. Wer Hilfe holt, handelt richtig.
Ergebnis:
die Person, die die Grenze überschreitet

AchtungEinverständnis als gegeben angenommen

So nicht
Wer nicht Nein sagt, will es auch.
So richtig
Einverständnis heißt ein deutliches Ja. Schweigen, Zögern oder Angst sind kein Ja.

Nur ein freies Ja gilt. Schweigen ist kein Einverständnis.

ÜbenJetzt du

  1. ○22
    Eine Freundin vertraut an, dass sie sich bedrängt fühlt. Was hilft? Begründe die Wahl.
    So fängst du an:
    Zuhören hilft.
    Lösung zeigen
    1. Zuhören hilft.
    2. Schlechte Geheimnisse darf man weitergeben.
    Ergebnis:
    zuhören, ernst nehmen und gemeinsam Hilfe holen
  2. ●23
    Jemand fordert online dazu auf, Nacktbilder zu schicken. Was ist ein guter Weg? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Niemand darf Druck machen.
    2. Hilfe bekommt man ohne Vorwürfe.
    Ergebnis:
    Nein sagen, nichts schicken und Vertrauenspersonen oder eine Beratungsstelle einbeziehen
  3. ★24
    Warum ist das Wort „Nein“ auch in Beziehungen gültig? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Das Recht auf den eigenen Körper gilt immer.
    2. Ein Ja kann man zurücknehmen.
    Ergebnis:
    Jeder Mensch bestimmt jederzeit selbst über den eigenen Körper, auch in einer Beziehung.

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●25
    Wo werden Spermien gebildet? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Hoden bilden Spermien.
    2. Sie liegen im Hodensack.
    Ergebnis:
    in den Hoden
  2. ●26
    Wie viele Eizellen reifen in einem Zyklus meist heran? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Meist springt eine Eizelle.
    2. Mehrere ergeben Mehrlinge.
    Ergebnis:
    eine
  3. ●27
    Wohin wandert die befruchtete Eizelle? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Auf dem Weg teilt sie sich.
    2. In der Gebärmutter nistet sie sich ein.
    Ergebnis:
    vom Eileiter in die Gebärmutter, wo sie sich einnistet
  4. ●28
    Welche Methode ist nur dann sicher, wenn man sie jedes Mal richtig anwendet? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Die richtige Anwendung ist wichtig.
    2. Sie schützt auch vor Infektionen.
    Ergebnis:
    das Kondom
  5. ●29
    Was ist AIDS? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. HIV ist das Virus.
    2. AIDS ist das späte Stadium.
    Ergebnis:
    die Erkrankung, die bei einer unbehandelten HIV-Infektion durch den Verlust der Abwehr entstehen kann
  6. ●30
    Wie viele Geschlechter erkennt das deutsche Personenstandsrecht an? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    1. Seit 2018 gibt es die Option divers.
    2. Das Bundesverfassungsgericht verlangte sie.
    Ergebnis:
    männlich, weiblich, divers und die Möglichkeit, keine Angabe zu machen

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Pubertät
Das Gehirn schüttet Hormone aus, die die Keimdrüsen anregen.
Geschlechtsorgane
Bei der Frau reifen Eizellen in den Eierstöcken.
Der Zyklus
Im Zyklus reift eine Eizelle, dann folgt der Eisprung.
Von der Befruchtung zur Geburt
Eine Samenzelle verschmilzt mit der Eizelle.
Verhütung
Verhütungsmittel verhindern die Befruchtung oder die Einnistung.
Schutz vor Infektionen
Einige Infektionen werden beim Sex übertragen.
Vielfalt
Menschen lieben verschieden, und Familien sehen verschieden aus.
Grenzen und Hilfe
Jeder Mensch bestimmt über den eigenen Körper.

AchtungHormone als Störung gedeutet

So nicht
In der Pubertät spielen die Hormone verrückt.
So richtig
Hormone steuern die Entwicklung planmäßig. Stimmungen schwanken, weil sich Körper und Gehirn umbauen.

Hormone sind Botenstoffe. Sie steuern den Umbau und sind kein Fehler.

AchtungZyklus als immer gleich lang

So nicht
Ein Zyklus dauert immer genau 28 Tage.
So richtig
28 Tage sind nur ein Mittelwert. Die Länge liegt oft zwischen 24 und 35 Tagen und schwankt von Zyklus zu Zyklus.

28 Tage ist ein Mittelwert. Einzelne Zyklen sind kürzer oder länger.

AchtungSchwangerschaftswoche falsch gezählt

So nicht
Eine Schwangerschaft dauert 40 Wochen ab Befruchtung.
So richtig
Gezählt wird ab dem ersten Tag der letzten Blutung, also 40 Wochen. Die Befruchtung liegt etwa 2 Wochen später, ab der Befruchtung sind es etwa 38 Wochen.

Ziehe 2 Wochen ab, wenn du die Zeit seit der Befruchtung suchst.

AchtungRausziehen als sichere Verhütung

So nicht
Wenn der Mann rechtzeitig rauszieht, kann nichts passieren.
So richtig
Schon vorher können Spermien austreten. Die Methode ist unsicher.

Verlässlich sind Methoden, die vor dem Geschlechtsverkehr wirken. Rausziehen gehört nicht dazu.

AchtungPille schützt auch vor Infektionen

So nicht
Wer die Pille nimmt, ist auch vor Infektionen geschützt.
So richtig
Die Pille verhütet eine Schwangerschaft, aber nicht Infektionen. Dafür schützt nur das Kondom.

Frage getrennt: Schutz vor Schwangerschaft und Schutz vor Infektionen. Nur das Kondom leistet beides.

AchtungHIV im Alltag übertragbar

So nicht
HIV kann man durch Umarmen oder gemeinsames Trinken bekommen.
So richtig
HIV wird über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch übertragen, nicht im Alltag. Bei wirksamer Behandlung ist die Übertragung beim Sex nicht möglich.

Frage nach dem Übertragungsweg. Berührung und gemeinsames Essen übertragen HIV nicht.

AchtungGeschlecht als nur zwei Möglichkeiten

So nicht
Es gibt biologisch und rechtlich nur Mann und Frau.
So richtig
Die Natur kennt Übergänge. Seit 2018 ist im Personenstand in Deutschland auch die Angabe divers möglich.

Körperliche Merkmale und rechtliche Angaben sind beide vielfältiger als zwei Gruppen.

AchtungFamilienform als Maßstab für das Kindeswohl

So nicht
Kinder wachsen nur bei Mutter und Vater gut auf.
So richtig
Entscheidend sind Zuwendung und Stabilität. Studien finden bei Regenbogenfamilien keine schlechtere Entwicklung der Kinder.

Das Wohl von Kindern hängt von Zuwendung und Sicherheit ab, nicht von der Form der Familie.

AchtungSchuld beim Opfer gesucht

So nicht
Wer belästigt wird, hat etwas falsch gemacht.
So richtig
Die Verantwortung liegt immer bei der Person, die Grenzen verletzt. Wer Hilfe holt, handelt richtig.

Schuld trägt die Person, die die Grenze überschreitet, nie die betroffene Person.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann die Pubertät als hormonell gesteuerte Entwicklung beschreiben und erklären, warum der Beginn so verschieden ist.

    31
    Was löst die Pubertät aus? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Hormone aus dem Gehirn regen die Keimdrüsen an.
  2. Ich kann Bau und Aufgaben der Geschlechtsorgane benennen.

    32
    Was ist die Aufgabe der Gebärmutterschleimhaut? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Sie baut sich auf, damit sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann.
  3. Ich kann den Zyklus der Frau beschreiben und Tage im Zyklus berechnen.

    33
    Ein Zyklus dauert 26 Tage. Tag 1 ist der erste Tag der Blutung. An welchem Tag findet der Eisprung ungefähr statt?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Tag 12
  4. Ich kann Befruchtung, Einnistung, Entwicklung und Geburt in der Reihenfolge beschreiben und Wochen der Schwangerschaft berechnen.

    34
    Wie lange dauert eine Schwangerschaft, wenn man ab dem ersten Tag der letzten Blutung rechnet? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    etwa 40 Wochen
  5. Ich kann Verhütungsmethoden nach Wirkweise und Sicherheit vergleichen.

    35
    Schützt die Pille vor einer Ansteckung? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Nein, sie verhütet nur eine Schwangerschaft.
  6. Ich kann sexuell übertragbare Infektionen und Schutzmöglichkeiten nennen.

    36
    Was bedeutet es, wenn HIV unter Behandlung nicht mehr nachweisbar ist? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Das Virus wird beim Sex nicht mehr übertragen.
  7. Ich kann Vielfalt von Geschlecht, sexueller Orientierung und Familienformen sachlich beschreiben und respektvoll bewerten.

    37
    Wovon hängt es nicht ab, ob ein Kind sich geborgen fühlt? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    vom Geschlecht der Eltern
  8. Ich kann Grenzen, Einverständnis und Hilfsangebote kennen.

    38
    Wie lässt sich ein Nein deutlich machen? Begründe die Wahl.
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    mit klaren Worten und fester Stimme, notfalls indem man weggeht und Hilfe holt

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Die Frage vom Anfang

EntdeckenRückschau

Warum beginnt die Pubertät heute im Mittel früher als vor 150 Jahren?

Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?

Auflösung

Das Alter der ersten Regelblutung sank in Europa von 16 bis 17 Jahren Mitte des 19. Jahrhunderts auf etwa 12 bis 13 Jahre heute. Gründe sind bessere Ernährung und Gesundheit. Das Muster heißt säkulare Akzeleration.

Lösungen

  1. Testosteron
  2. Der Kehlkopf wächst, die Stimme wird tiefer.
  3. Die Hirnanhangdrüse sendet Hormone, die die Keimdrüsen zur Bildung von Geschlechtshormonen anregen.
  4. zwei
  5. 23, also den halben Satz
  6. Spermien werden ab der Pubertät laufend neu gebildet; die Eizellen sind schon bei der Geburt angelegt und reifen nacheinander.
  7. Die aufgebaute Schleimhaut der Gebärmutter wird mit der Blutung abgebaut.
  8. Eine reife Eizelle verlässt den Eierstock und gelangt in den Eileiter.
  9. 14 Tage
  10. Die Plazenta trennt beide Kreisläufe, Stoffe wandern nur durch dünne Wände.
  11. 18 Wochen
  12. das Spermium, das ein X- oder ein Y-Chromosom trägt
  13. Hormone verhindern den Eisprung, das Kondom hält die Spermien zurück und schützt auch vor Infektionen.
  14. Nein, schon vorher können Spermien austreten.
  15. Auch sichere Methoden versagen, wenn sie falsch oder unregelmäßig genutzt werden.
  16. ärztlichen Rat holen und sich testen lassen; viele Infektionen sind gut behandelbar
  17. alle Jugendlichen und Erwachsenen
  18. Es gibt oft keine Beschwerden; unbehandelt kann sie zur Unfruchtbarkeit führen.
  19. 1990
  20. eine Familie mit zwei Müttern oder zwei Vätern oder mit einem trans Elternteil
  21. Eine Sachaussage lässt sich prüfen, eine Wertung drückt aus, was jemand für richtig hält.
  22. zuhören, ernst nehmen und gemeinsam Hilfe holen
  23. Nein sagen, nichts schicken und Vertrauenspersonen oder eine Beratungsstelle einbeziehen
  24. Jeder Mensch bestimmt jederzeit selbst über den eigenen Körper, auch in einer Beziehung.
  25. in den Hoden
  26. eine
  27. vom Eileiter in die Gebärmutter, wo sie sich einnistet
  28. das Kondom
  29. die Erkrankung, die bei einer unbehandelten HIV-Infektion durch den Verlust der Abwehr entstehen kann
  30. männlich, weiblich, divers und die Möglichkeit, keine Angabe zu machen
  31. Hormone aus dem Gehirn regen die Keimdrüsen an.
  32. Sie baut sich auf, damit sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann.
  33. Tag 12
  34. etwa 40 Wochen
  35. Nein, sie verhütet nur eine Schwangerschaft.
  36. Das Virus wird beim Sex nicht mehr übertragen.
  37. vom Geschlecht der Eltern
  38. mit klaren Worten und fester Stimme, notfalls indem man weggeht und Hilfe holt