Chemie · Klasse 12 · Kapitel
Kunststoffe – problematische Alleskönner
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich teile Kunststoffe nach Struktur und Eigenschaften in Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere ein.
MerkenKunststoffklassen
Thermoplaste erweichen in der Wärme, Duroplaste bleiben hart, Elastomere federn zurück.
Der Grund ist die Vernetzung der Ketten.
BeispielThermoplaste, Duroplaste und Elastomere
Schritt für Schritt
- Frage nach dem Verhalten beim Erwärmen und Dehnen.
- Daraus folgt, wie stark die Ketten vernetzt sind.
- Das ist ein Elastomer.
- Frage nach dem Verhalten beim Erwärmen und Dehnen.
- Daraus folgt, wie stark die Ketten vernetzt sind.
- Das ist ein Elastomer.
AchtungThermoplast und Duroplast vertauscht
Duroplaste erweichen beim Erwärmen, Thermoplaste bleiben hart.
Thermoplaste erweichen beim Erwärmen und lassen sich neu formen. Duroplaste sind eng vernetzt und bleiben hart, bis sie sich zersetzen.
Zeichne eine unvernetzte und eine eng vernetzte Kette und beschreibe, was beim Erwärmen mit jeder geschieht.
ÜbenJetzt du
- ○1Wie lässt sich Polypropylen in einem Joghurtbecher einordnen?So fängst du an:Frage nach dem Verhalten beim Erwärmen und Dehnen.
Lösung zeigen
- Frage nach dem Verhalten beim Erwärmen und Dehnen.
- Daraus folgt, wie stark die Ketten vernetzt sind.
- Das ist ein Thermoplast.
Ergebnis:Thermoplast, kaum vernetzt, erweicht in der Wärme - ●2Eine Verpackungsfolie wird beim Erwärmen weich und lässt sich neu formen. Zu welcher Klasse gehört sie?
Lösung zeigen
- Ein Stoff, der beim Erwärmen weich wird, hat bewegliche Ketten.
- Das passt zu kaum vernetzten Ketten.
- Solche Kunststoffe heißen Thermoplaste.
Ergebnis:Zu den Thermoplasten, die Ketten sind kaum vernetzt - ★3Warum erweicht ein Thermoplast nicht bei einer einzigen festen Temperatur wie ein Reinstoff?
Lösung zeigen
- Ein Thermoplast ist ein Gemisch aus vielen Kettenlängen.
- Kurze Ketten werden früher beweglich als lange.
- Deshalb erweicht er langsam über einen Temperaturbereich.
Ergebnis:Die Kettenlängen sind verschieden, daher erweicht er in einem Bereich
2Ich unterscheide Addition und Substitution und erkläre die elektrophile Addition.
MerkenAddition und Substitution
Addition öffnet eine Mehrfachbindung, Substitution ersetzt ein Atom.
Bei der elektrophilen Addition greift ein Elektrophil die elektronenreiche Bindung an.
BeispielAddition, Substitution und elektrophile Addition
Schritt für Schritt
- Vergleiche Edukte und Produkte.
- Eine Mehrfachbindung ist verschwunden, Teilchen wurden angelagert.
- Das ist eine Addition.
- Vergleiche Edukte und Produkte.
- Eine Mehrfachbindung ist verschwunden, Teilchen wurden angelagert.
- Das ist eine Addition.
AchtungAddition, Substitution und Elimination verwechselt
Bei der Reaktion von Ethen mit Brom wird ein Wasserstoff-Atom durch Brom ersetzt.
Bei der Addition öffnet sich die Doppelbindung und beide Brom-Atome lagern sich an. Bei der Substitution wird ein Atom ersetzt.
Vergleiche die Edukte und Produkte: Ist eine Mehrfachbindung verschwunden, oder wurde ein Atom getauscht?
ÜbenJetzt du
- ○4Bromethan reagiert mit Hydroxid-Ionen zu Ethanol und Bromid-Ionen. Welcher Reaktionstyp liegt vor?So fängst du an:Vergleiche Edukte und Produkte.
Lösung zeigen
- Vergleiche Edukte und Produkte.
- Ein Atom wurde gegen ein anderes getauscht, die Bindungszahl blieb gleich.
- Das ist eine Substitution.
Ergebnis:Substitution, ein Atom wird ausgetauscht - ●5But-1-en reagiert mit Chlorwasserstoff zu 2-Chlorbutan. Welcher Reaktionstyp liegt vor?
Lösung zeigen
- Vergleiche Edukte und Produkte.
- Eine Mehrfachbindung ist verschwunden, Teilchen wurden angelagert.
- Das ist eine Addition.
Ergebnis:Addition, die Mehrfachbindung öffnet sich - ★6Warum greift bei der Addition von Chlorwasserstoff an Ethin zuerst das Proton und nicht das Chlorid-Ion an?
Lösung zeigen
- Die Dreifachbindung besitzt viele Elektronen.
- Ein Elektrophil wie das Proton sucht Elektronen.
- Das Chlorid-Ion ist negativ und wird abgestoßen.
Ergebnis:Die Dreifachbindung ist elektronenreich und zieht das Proton an
3Ich stelle Kunststoffe durch Polymerisation her und formuliere Repetiereinheiten.
MerkenPolymerisation
Bei der Polymerisation öffnen sich Doppelbindungen, ein Nebenprodukt entsteht nicht.
Die Repetiereinheit von Polyvinylchlorid ist –CH₂–CHCl–.
BeispielPolymerisation und Repetiereinheiten
Schritt für Schritt
- Beim Polymerisat öffnen sich Doppelbindungen.
- Alle Atome der Monomere bleiben in der Kette.
- Beim Polykondensat wird dagegen ein kleines Molekül abgespalten.
- Beim Polymerisat öffnen sich Doppelbindungen.
- Alle Atome der Monomere bleiben in der Kette.
- Beim Polykondensat wird dagegen ein kleines Molekül abgespalten.
AchtungPolymerisation und Polykondensation vermengt
Bei der Polymerisation wird zwischen den Monomeren Wasser abgespalten.
Bei der Polymerisation öffnen sich Doppelbindungen, es entsteht kein Nebenprodukt. Wasser wird bei der Polykondensation frei.
Schreib die Atome des Monomers und des Polymers nebeneinander und prüfe, ob etwas fehlt.
ÜbenJetzt du
- ○7Welche Repetiereinheit entsteht bei der Polymerisation von Acrylsäure (CH₂=CH–COOH)?So fängst du an:Bei der Polymerisation öffnet sich die Doppelbindung.
Lösung zeigen
- Bei der Polymerisation öffnet sich die Doppelbindung.
- Alle Atome des Monomers bleiben in der Einheit.
- Die Repetiereinheit ist –CH₂–CH(COOH)–.
Ergebnis:–CH₂–CH(COOH)– - ●8Eine Kette aus 500 Einheiten Ethen entsteht durch Polymerisation. Welche molare Masse hat das Makromolekül? M(Ethen) = 28 g/mol.
Lösung zeigen
- Bei der Polymerisation bleibt jedes Atom erhalten.
- M = n · M(Monomer) = 500 · 28 g/mol.
- M = 14.000 g/mol
Ergebnis:14.000 g/mol - ★9Polypropylen entsteht aus Propen CH₂=CH–CH₃. Welche Repetiereinheit ist richtig?
Lösung zeigen
- Die Doppelbindung öffnet sich.
- Die Hauptkette besteht aus –CH₂–CH–.
- Die Methylgruppe sitzt als Seitengruppe am zweiten Kohlenstoff-Atom.
Ergebnis:–CH₂–CH(CH₃)–
4Ich stelle Polyester durch Polykondensation her und erkläre die Vernetzung.
MerkenPolykondensation
Bei der Polykondensation wird mit jeder Estergruppe ein Wassermolekül frei.
Monomere mit drei Gruppen vernetzen die Ketten.
BeispielPolykondensation zum Polyester
Schritt für Schritt
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 146 g/mol + 90 g/mol − 36 g/mol = 200 g/mol
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 146 g/mol + 90 g/mol − 36 g/mol = 200 g/mol
AchtungWasser je Monomer statt je Bindung gezählt
Aus Säure und Diol entstehen ein Polyester und ein Wassermolekül.
Mit jeder neuen Estergruppe wird ein Wassermolekül frei. Die Repetiereinheit aus einer Säure und einem Diol hat zwei Estergruppen, also zwei Wassermoleküle.
Zeichne die Repetiereinheit mit ihren Estergruppen und markiere an jeder Bindung das abgegangene Wasser.
ÜbenJetzt du
- ○10Adipinsäure (M = 146 g/mol) und Hexan-1,6-diol (M = 118 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyesters. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?So fängst du an:Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
Lösung zeigen
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 146 g/mol + 118 g/mol − 36 g/mol = 228 g/mol
Ergebnis:228 g/mol - ●11Sebacinsäure (M = 202 g/mol) und Butan-1,4-diol (M = 90 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyesters. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?
Lösung zeigen
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 202 g/mol + 90 g/mol − 36 g/mol = 256 g/mol
Ergebnis:256 g/mol - ★12Sebacinsäure (M = 202 g/mol) und Hexan-1,6-diol (M = 118 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyesters. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?
Lösung zeigen
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 202 g/mol + 118 g/mol − 36 g/mol = 284 g/mol
Ergebnis:284 g/mol
5Ich beschreibe zwei Verfahren, Thermoplaste zu verarbeiten.
MerkenVerarbeitung
Thermoplaste werden in der Schmelze geformt.
Extrudieren liefert Profile, Spritzgießen feste Teile, Blasformen Hohlkörper und Tiefziehen Becher.
BeispielVerfahren zur Verarbeitung von Thermoplasten
Schritt für Schritt
- Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
- Dazu gehört genau ein Verfahren.
- Hier passt Tiefziehen.
- Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
- Dazu gehört genau ein Verfahren.
- Hier passt Tiefziehen.
AchtungVerarbeitungsverfahren vertauscht
Ein Abwasserrohr wird durch Spritzgießen in eine geschlossene Form hergestellt.
Rohre und Profile entstehen durch Extrudieren: Die Schmelze wird durch eine Düse gepresst. Spritzgießen formt feste Einzelteile in einer geschlossenen Form.
Frag dich: Hat das Teil überall denselben Querschnitt, ist es hohl oder ist es ein festes Einzelteil?
ÜbenJetzt du
- ○13Welches Verfahren eignet sich zur Herstellung von ein Kanister?So fängst du an:Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
Lösung zeigen
- Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
- Dazu gehört genau ein Verfahren.
- Hier passt Blasformen.
Ergebnis:Blasformen: Ein warmer Schlauch wird sofort aufgeblasen - ●14Welches Verfahren eignet sich zur Herstellung von ein Flaschenverschluss?
Lösung zeigen
- Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
- Dazu gehört genau ein Verfahren.
- Hier passt Spritzgießen.
Ergebnis:Spritzgießen: Die Schmelze füllt eine geschlossene Form - ★15Welches Verfahren eignet sich zur Herstellung von eine Getränkeflasche?
Lösung zeigen
- Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
- Dazu gehört genau ein Verfahren.
- Hier passt Blasformen.
Ergebnis:Blasformen: Ein warmer Schlauch wird sofort aufgeblasen
6Ich unterscheide werkstoffliche, rohstoffliche und thermische Verwertung.
MerkenVerwertung
Werkstofflich: Das Material bleibt erhalten.
Rohstofflich: Pyrolyse oder Hydrolyse liefert Monomere, Öle oder Gase. Thermisch: Verbrennung liefert Energie.
BeispielWerkstoffliche, rohstoffliche und thermische Verwertung
Schritt für Schritt
- Frage, was am Ende erhalten bleibt.
- Die Ketten werden zu Monomeren, Ölen oder Gasen.
- Das ist die rohstoffliche Verwertung.
- Frage, was am Ende erhalten bleibt.
- Die Ketten werden zu Monomeren, Ölen oder Gasen.
- Das ist die rohstoffliche Verwertung.
AchtungJeder Kunststoff lässt sich einschmelzen und neu formen
Auch Duroplaste kann man einschmelzen und zu neuen Teilen gießen.
Nur Thermoplaste lassen sich einschmelzen. Duroplaste und Elastomere sind vernetzt und zersetzen sich bei Hitze.
Prüfe, ob der Kunststoff vernetzt ist, und entscheide danach, ob werkstoffliches Recycling möglich ist.
ÜbenJetzt du
- ○16Aus Flaschen wird Granulat geschmolzen und zu Fasern für Fleecepullover gesponnen. Welche Art der Verwertung ist das?So fängst du an:Frage, was am Ende erhalten bleibt.
Lösung zeigen
- Frage, was am Ende erhalten bleibt.
- Der Kunststoff bleibt als Werkstoff erhalten.
- Das ist die werkstoffliche Verwertung.
Ergebnis:Werkstofflich, das Material bleibt erhalten - ●17In einem Müllheizkraftwerk wird Kunststoff verbrannt. Welche Aussage über die Energie trifft zu?
Lösung zeigen
- Kunststoffe enthalten viel chemische Energie.
- Beim Verbrennen reagieren sie mit Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid und Wasser.
- Die frei werdende Wärme wird genutzt.
Ergebnis:Die im Kunststoff gebundene chemische Energie wird als Wärme frei - ★18Bei der rohstofflichen Verwertung von Polyethylenterephthalat wird die Esterbindung durch Wasser gespalten. Wie heißt die Reaktion, und was entsteht?
Lösung zeigen
- Die Esterbindung wird mit Wasser gespalten.
- Das ist die Umkehrung der Polykondensation: Hydrolyse.
- Die Monomere Terephthalsäure und Ethan-1,2-diol entstehen zurück.
Ergebnis:Hydrolyse, es entstehen Terephthalsäure und Ethan-1,2-diol
7Ich bewerte die Umweltproblematik und eine nachhaltige Alternative zu klassischen Kunststoffen.
MerkenUmwelt
Kunststoffe sind kaum abbaubar und zerfallen zu Mikroplastik.
Biobasiert beschreibt den Rohstoff, abbaubar das Verhalten: beides ist getrennt zu prüfen. Vermeiden und mehrfach nutzen kommt vor dem Recycling.
BeispielUmweltproblematik und nachhaltige Alternativen
Schritt für Schritt
- Erste Frage: Stammt der Rohstoff aus Erdöl oder aus Pflanzen und Organismen?
- Zweite Frage: Ist der Kunststoff biologisch abbaubar?
- Ergebnis: biobasiert und auch biologisch abbaubar.
- Erste Frage: Stammt der Rohstoff aus Erdöl oder aus Pflanzen und Organismen?
- Zweite Frage: Ist der Kunststoff biologisch abbaubar?
- Ergebnis: biobasiert und auch biologisch abbaubar.
AchtungBiobasiert heißt abbaubar
Ein biobasierter Kunststoff verrottet in der Natur von selbst.
Biobasiert beschreibt den Rohstoff, abbaubar beschreibt das Verhalten. Bio-Polyethylen aus Zuckerrohr ist biobasiert und nicht abbaubar, ein Kunststoff aus Erdöl wie Polybutylenadipat-terephthalat ist abbaubar.
Nenne nacheinander zwei Angaben: Woher kommt der Rohstoff, und ist der Kunststoff abbaubar?
ÜbenJetzt du
- ○19Wie lässt sich Polybutylenadipat-terephthalat für Kompostbeutel, hergestellt aus Erdöl nach Rohstoffquelle und Abbaubarkeit einordnen?So fängst du an:Erste Frage: Stammt der Rohstoff aus Erdöl oder aus Pflanzen und Organismen?
Lösung zeigen
- Erste Frage: Stammt der Rohstoff aus Erdöl oder aus Pflanzen und Organismen?
- Zweite Frage: Ist der Kunststoff biologisch abbaubar?
- Ergebnis: erdölbasiert, aber biologisch abbaubar.
Ergebnis:Erdölbasiert, aber biologisch abbaubar - ●20Ein Becher trägt die Aufschrift „biobasiert“. Was sagt das über den Becher aus?
Lösung zeigen
- Das Wort biobasiert beschreibt die Herkunft des Rohstoffs.
- Der Rohstoff ist hier pflanzlich.
- Über die Abbaubarkeit sagt es nichts.
Ergebnis:Der Rohstoff stammt aus nachwachsenden Pflanzen - ★21Welche Frage ist für den Vergleich von Polymilchsäure und Polyethylenterephthalat aus ökologischer Sicht am wichtigsten?
Lösung zeigen
- Ein Vergleich braucht mehrere Gesichtspunkte.
- Dazu zählen Rohstoff, Herstellung, Nutzung und Entsorgung.
- Erst die Bilanz über den ganzen Lebensweg erlaubt ein Urteil.
Ergebnis:Die Bilanz über den gesamten Lebensweg von Rohstoff bis Entsorgung
8Ich beschreibe den Mechanismus der radikalischen Polymerisation (Leistungskurs).
MerkenRadikalische Polymerisation
Start: Ein Starter zerfällt homolytisch in Radikale.
Wachstum: Das Kettenradikal addiert Monomere. Abbruch: Zwei Radikale vereinigen sich.
BeispielRadikalische Polymerisation (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Zähle die Radikale vor und nach dem Schritt.
- Das Kettenradikal bleibt nach der Addition ein Radikal: Kettenwachstum.
- Der Schritt heißt Kettenwachstum.
- Zähle die Radikale vor und nach dem Schritt.
- Das Kettenradikal bleibt nach der Addition ein Radikal: Kettenwachstum.
- Der Schritt heißt Kettenwachstum.
AchtungSchritte der Radikalkette vertauscht
Wenn ein Radikal auf ein Monomer trifft, endet die Kette.
Start: Ein Starter liefert Radikale. Wachstum: Das Kettenradikal addiert Monomere. Abbruch: Zwei Radikale vereinigen sich.
Zähle nach jedem Schritt die Radikale: Bleibt eines übrig, geht die Kette weiter.
ÜbenJetzt du
- ○22Welcher Teilschritt der radikalischen Polymerisation wird beschrieben: Ein Kettenradikal aus vielen Methylmethacrylat-Einheiten addiert ein weiteres Methylmethacrylat-Molekül?So fängst du an:Zähle die Radikale vor und nach dem Schritt.
Lösung zeigen
- Zähle die Radikale vor und nach dem Schritt.
- Das Kettenradikal bleibt nach der Addition ein Radikal: Kettenwachstum.
- Der Schritt heißt Kettenwachstum.
Ergebnis:Kettenwachstum, Monomer wird angelagert - ●23Welcher Teilschritt der radikalischen Polymerisation wird beschrieben: Ein Kettenradikal aus vielen Styrol-Einheiten addiert ein weiteres Styrol-Molekül?
Lösung zeigen
- Zähle die Radikale vor und nach dem Schritt.
- Das Kettenradikal bleibt nach der Addition ein Radikal: Kettenwachstum.
- Der Schritt heißt Kettenwachstum.
Ergebnis:Kettenwachstum, Monomer wird angelagert - ★24Wodurch endet das Wachstum einer Kette bei der radikalischen Polymerisation?
Lösung zeigen
- Ein Kettenradikal bleibt reaktiv.
- Trifft es auf ein zweites Kettenradikal, paaren sich die Elektronen.
- Es entsteht eine Bindung und die Radikale sind verbraucht.
Ergebnis:Zwei Kettenradikale treffen aufeinander und bilden eine Bindung
9Ich erkläre die nucleophile Substitution als Weg zu Monomeren für Polyester (Leistungskurs).
MerkenNucleophile Substitution
Das Nucleophil greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
Die Abgangsgruppe verlässt das Molekül als Ion, aus einem Dihalogenalkan entsteht ein Diol.
BeispielNucleophile Substitution (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Das Hydroxid-Ion bildet eine neue Bindung zum Kohlenstoff-Atom.
- Dafür muss die Bindung zum Brom-Atom aufbrechen.
- Das Brom-Atom verlässt das Molekül als Bromid-Ion.
- Das Hydroxid-Ion bildet eine neue Bindung zum Kohlenstoff-Atom.
- Dafür muss die Bindung zum Brom-Atom aufbrechen.
- Das Brom-Atom verlässt das Molekül als Bromid-Ion.
AchtungHomolytische Spaltung führt zu Ionen
Bei der homolytischen Spaltung entstehen ein Kation und ein Anion.
Bei der homolytischen Spaltung erhält jedes Atom ein Elektron, es entstehen zwei Radikale. Bei der heterolytischen Spaltung bekommt ein Atom beide Elektronen, es entstehen Ionen.
Zeichne die Bindung als Strich mit Elektronenpaar und teile das Paar auf: einmal gleichmäßig und einmal ungleich.
ÜbenJetzt du
- ○25Aus 1,3-Dichlorpropan soll durch nucleophile Substitution mit Hydroxid-Ionen ein Diol für Polyester entstehen. Wie heißt das Diol, und welches Ion verlässt das Molekül?So fängst du an:Das Hydroxid-Ion greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
Lösung zeigen
- Das Hydroxid-Ion greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
- Beide Halogen-Atome verlassen das Molekül als Chlorid-Ionen.
- Es entsteht Propan-1,3-diol.
Ergebnis:Propan-1,3-diol, Chlorid-Ionen - ●26Aus 1,6-Dibromhexan soll durch nucleophile Substitution mit Hydroxid-Ionen ein Diol für Polyester entstehen. Wie heißt das Diol, und welches Ion verlässt das Molekül?
Lösung zeigen
- Das Hydroxid-Ion greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
- Beide Halogen-Atome verlassen das Molekül als Bromid-Ionen.
- Es entsteht Hexan-1,6-diol.
Ergebnis:Hexan-1,6-diol, Bromid-Ionen - ★27Aus 1,2-Dichlorethan soll durch nucleophile Substitution mit Hydroxid-Ionen ein Diol für Polyester entstehen. Wie heißt das Diol, und welches Ion verlässt das Molekül?
Lösung zeigen
- Das Hydroxid-Ion greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
- Beide Halogen-Atome verlassen das Molekül als Chlorid-Ionen.
- Es entsteht Ethan-1,2-diol.
Ergebnis:Ethan-1,2-diol, Chlorid-Ionen
10Ich stelle Polyamide und Copolymere her (Leistungskurs).
MerkenPolyamide und Copolymere
Diamin und Dicarbonsäure bilden unter Wasserabspaltung ein Polyamid.
Seine Gruppe ist –CO–NH–, ein Copolymer enthält zwei Monomerarten in einer Kette.
BeispielPolyamide und Copolymere (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Die Amidgruppe leitet sich von einer Carbonsäure ab.
- An der Carbonylgruppe sitzt ein Stickstoff-Atom.
- Die Gruppe lautet –CO–NH–.
- Die Amidgruppe leitet sich von einer Carbonsäure ab.
- An der Carbonylgruppe sitzt ein Stickstoff-Atom.
- Die Gruppe lautet –CO–NH–.
AchtungAmid und Ester verwechselt
Die Amidgruppe ist –CO–O–, wie bei Estern.
Die Amidgruppe ist –CO–NH–. –CO–O– ist die Estergruppe.
Zeichne beide Gruppen untereinander und markiere das Atom, das an die Carbonylgruppe gebunden ist.
ÜbenJetzt du
- ○28Hexan-1,6-diamin (M = 116 g/mol) und Dodecandisäure (M = 230 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyamids. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?So fängst du an:Je Amidgruppe geht ein Wassermolekül ab.
Lösung zeigen
- Je Amidgruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Ein Diamin und eine Disäure bilden zwei Amidgruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 116 g/mol + 230 g/mol − 36 g/mol = 310 g/mol
Ergebnis:310 g/mol - ●29Hexan-1,6-diamin (M = 116 g/mol) und Hexandisäure (M = 146 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyamids. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?
Lösung zeigen
- Je Amidgruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Ein Diamin und eine Disäure bilden zwei Amidgruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 116 g/mol + 146 g/mol − 36 g/mol = 226 g/mol
Ergebnis:226 g/mol - ★30Ein Copolymer entsteht aus Styrol und Acrylnitril. Wie ist es aufgebaut?
Lösung zeigen
- Beide Monomere haben eine Doppelbindung und reagieren miteinander.
- Sie werden abwechselnd oder zufällig in dieselbe Kette eingebaut.
- Das ist ein Copolymer.
Ergebnis:Eine Kette, in der beide Monomerarten verknüpft sind
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●31Wie lässt sich Polyethylen in einer Folientüte einordnen?
Lösung zeigen
- Frage nach dem Verhalten beim Erwärmen und Dehnen.
- Daraus folgt, wie stark die Ketten vernetzt sind.
- Das ist ein Thermoplast.
Ergebnis:Thermoplast, kaum vernetzt, erweicht in der Wärme - ●32Eine Kette aus 500 Einheiten Acrylsäure entsteht durch Polymerisation. Welche molare Masse hat das Makromolekül? M(Acrylsäure) = 72 g/mol.
Lösung zeigen
- Bei der Polymerisation bleibt jedes Atom erhalten.
- M = n · M(Monomer) = 500 · 72 g/mol.
- M = 36.000 g/mol
Ergebnis:36.000 g/mol - ●33Beim Anlagern eines Protons an Ethin entsteht ein Carbenium-Ion. Welche Ladung trägt das Kohlenstoff-Atom mit der Elektronenlücke?
Lösung zeigen
- Das Proton nimmt ein Elektronenpaar der Dreifachbindung auf.
- Dem Kohlenstoff-Atom fehlt danach ein Bindungselektronenpaar.
- Es ist positiv geladen: ein Carbenium-Ion.
Ergebnis:Positiv, ihm fehlt ein Bindungselektronenpaar - ●34Bernsteinsäure (M = 118 g/mol) und Propan-1,3-diol (M = 76 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyesters. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?
Lösung zeigen
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 118 g/mol + 76 g/mol − 36 g/mol = 158 g/mol
Ergebnis:158 g/mol - ●35Welches Verfahren eignet sich zur Herstellung von ein Wasserrohr?
Lösung zeigen
- Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
- Dazu gehört genau ein Verfahren.
- Hier passt Extrudieren.
Ergebnis:Extrudieren: Die Schmelze wird durch eine Düse gepresst - ●36Bei der Pyrolyse wird Kunststoffabfall unter Luftabschluss erhitzt. Was entsteht?
Lösung zeigen
- Unter Luftabschluss verbrennt der Kunststoff nicht.
- Die Hitze spaltet die langen Ketten in kleinere Moleküle.
- Es entstehen Gase und Öle, die als Rohstoffe dienen.
Ergebnis:Ein Gemisch aus Gasen und Ölen, das als Rohstoff dient
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Kunststoffklassen
- Thermoplaste erweichen in der Wärme, Duroplaste bleiben hart, Elastomere federn zurück.
- Addition und Substitution
- Addition öffnet eine Mehrfachbindung, Substitution ersetzt ein Atom.
- Polymerisation
- Bei der Polymerisation öffnen sich Doppelbindungen, ein Nebenprodukt entsteht nicht.
- Polykondensation
- Bei der Polykondensation wird mit jeder Estergruppe ein Wassermolekül frei.
- Verarbeitung
- Thermoplaste werden in der Schmelze geformt.
- Verwertung
- Werkstofflich: Das Material bleibt erhalten.
- Umwelt
- Kunststoffe sind kaum abbaubar und zerfallen zu Mikroplastik.
- Radikalische Polymerisation
- Start: Ein Starter zerfällt homolytisch in Radikale.
- Nucleophile Substitution
- Das Nucleophil greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
- Polyamide und Copolymere
- Diamin und Dicarbonsäure bilden unter Wasserabspaltung ein Polyamid.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich teile Kunststoffe nach Struktur und Eigenschaften in Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere ein.
37Wie lässt sich Melaminharz in einer Küchenarbeitsplatte einordnen?Lösung zeigen
Ergebnis:Duroplast, engmaschig vernetzt, bleibt auch heiß hartIch unterscheide Addition und Substitution und erkläre die elektrophile Addition.
38Ethen reagiert mit Brom zu 1,2-Dibromethan. Welcher Reaktionstyp liegt vor?Lösung zeigen
Ergebnis:Addition, die Mehrfachbindung öffnet sichIch stelle Kunststoffe durch Polymerisation her und formuliere Repetiereinheiten.
39Welche Repetiereinheit entsteht bei der Polymerisation von Vinylacetat (CH₂=CH–O–CO–CH₃)?Lösung zeigen
Ergebnis:–CH₂–CH(OCOCH₃)–Ich stelle Polyester durch Polykondensation her und erkläre die Vernetzung.
40Terephthalsäure (M = 166 g/mol) und Butan-1,4-diol (M = 90 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyesters. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?Lösung zeigen
Ergebnis:220 g/molIch beschreibe zwei Verfahren, Thermoplaste zu verarbeiten.
41Welches Verfahren eignet sich zur Herstellung von ein Spielzeugbaustein?Lösung zeigen
Ergebnis:Spritzgießen: Die Schmelze füllt eine geschlossene FormIch unterscheide werkstoffliche, rohstoffliche und thermische Verwertung.
42Aus Flaschen wird Granulat geschmolzen und zu Fasern für Fleecepullover gesponnen. Welche Art der Verwertung ist das?Lösung zeigen
Ergebnis:Werkstofflich, das Material bleibt erhaltenIch bewerte die Umweltproblematik und eine nachhaltige Alternative zu klassischen Kunststoffen.
43Wie lässt sich thermoplastische Stärke aus Kartoffeln nach Rohstoffquelle und Abbaubarkeit einordnen?Lösung zeigen
Ergebnis:Biobasiert und auch biologisch abbaubarIch beschreibe den Mechanismus der radikalischen Polymerisation (Leistungskurs).
44Welcher Teilschritt der radikalischen Polymerisation wird beschrieben: Ein Kettenradikal aus vielen Methylmethacrylat-Einheiten addiert ein weiteres Methylmethacrylat-Molekül?Lösung zeigen
Ergebnis:Kettenwachstum, Monomer wird angelagertIch erkläre die nucleophile Substitution als Weg zu Monomeren für Polyester (Leistungskurs).
45Aus 1,4-Dibrombutan soll durch nucleophile Substitution mit Hydroxid-Ionen ein Diol für Polyester entstehen. Wie heißt das Diol, und welches Ion verlässt das Molekül?Lösung zeigen
Ergebnis:Butan-1,4-diol, Bromid-IonenIch stelle Polyamide und Copolymere her (Leistungskurs).
46Welche Atomgruppe ist die Amidgruppe?Lösung zeigen
Ergebnis:–CO–NH–, die Carbonylgruppe ist an Stickstoff gebunden
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Teiler
- eine Zahl, durch die es ohne Rest aufgeht
Lösungen
- Thermoplast, kaum vernetzt, erweicht in der Wärme
- Zu den Thermoplasten, die Ketten sind kaum vernetzt
- Die Kettenlängen sind verschieden, daher erweicht er in einem Bereich
- Substitution, ein Atom wird ausgetauscht
- Addition, die Mehrfachbindung öffnet sich
- Die Dreifachbindung ist elektronenreich und zieht das Proton an
- –CH₂–CH(COOH)–
- 14.000 g/mol
- –CH₂–CH(CH₃)–
- 228 g/mol
- 256 g/mol
- 284 g/mol
- Blasformen: Ein warmer Schlauch wird sofort aufgeblasen
- Spritzgießen: Die Schmelze füllt eine geschlossene Form
- Blasformen: Ein warmer Schlauch wird sofort aufgeblasen
- Werkstofflich, das Material bleibt erhalten
- Die im Kunststoff gebundene chemische Energie wird als Wärme frei
- Hydrolyse, es entstehen Terephthalsäure und Ethan-1,2-diol
- Erdölbasiert, aber biologisch abbaubar
- Der Rohstoff stammt aus nachwachsenden Pflanzen
- Die Bilanz über den gesamten Lebensweg von Rohstoff bis Entsorgung
- Kettenwachstum, Monomer wird angelagert
- Kettenwachstum, Monomer wird angelagert
- Zwei Kettenradikale treffen aufeinander und bilden eine Bindung
- Propan-1,3-diol, Chlorid-Ionen
- Hexan-1,6-diol, Bromid-Ionen
- Ethan-1,2-diol, Chlorid-Ionen
- 310 g/mol
- 226 g/mol
- Eine Kette, in der beide Monomerarten verknüpft sind
- Thermoplast, kaum vernetzt, erweicht in der Wärme
- 36.000 g/mol
- Positiv, ihm fehlt ein Bindungselektronenpaar
- 158 g/mol
- Extrudieren: Die Schmelze wird durch eine Düse gepresst
- Ein Gemisch aus Gasen und Ölen, das als Rohstoff dient
- Duroplast, engmaschig vernetzt, bleibt auch heiß hart
- Addition, die Mehrfachbindung öffnet sich
- –CH₂–CH(OCOCH₃)–
- 220 g/mol
- Spritzgießen: Die Schmelze füllt eine geschlossene Form
- Werkstofflich, das Material bleibt erhalten
- Biobasiert und auch biologisch abbaubar
- Kettenwachstum, Monomer wird angelagert
- Butan-1,4-diol, Bromid-Ionen
- –CO–NH–, die Carbonylgruppe ist an Stickstoff gebunden