Chemie · Klasse 12 · Kapitel
Kunststoffe – problematische Alleskönner
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich teile Kunststoffe nach Struktur und Eigenschaften in Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere ein.
MerkenKunststoffklassen
Thermoplaste erweichen in der Wärme, Duroplaste bleiben hart, Elastomere federn zurück.
Der Grund ist die Vernetzung der Ketten.
BeispielThermoplaste, Duroplaste und Elastomere
Schritt für Schritt
- Frage nach dem Verhalten beim Erwärmen und Dehnen.
- Daraus folgt, wie stark die Ketten vernetzt sind.
- Das ist ein Thermoplast.
- Frage nach dem Verhalten beim Erwärmen und Dehnen.
- Daraus folgt, wie stark die Ketten vernetzt sind.
- Das ist ein Thermoplast.
AchtungThermoplast und Duroplast vertauscht
Duroplaste erweichen beim Erwärmen, Thermoplaste bleiben hart.
Thermoplaste erweichen beim Erwärmen und lassen sich neu formen. Duroplaste sind eng vernetzt und bleiben hart, bis sie sich zersetzen.
Zeichne eine unvernetzte und eine eng vernetzte Kette und beschreibe, was beim Erwärmen mit jeder geschieht.
ÜbenJetzt du
- ○1Wie lässt sich Silikonkautschuk in einer ausgehärteten Dichtungsmasse einordnen?So fängst du an:Frage nach dem Verhalten beim Erwärmen und Dehnen.
Lösung zeigen
- Frage nach dem Verhalten beim Erwärmen und Dehnen.
- Daraus folgt, wie stark die Ketten vernetzt sind.
- Das ist ein Elastomer.
Ergebnis:Elastomer, weitmaschig vernetzt, federt wieder zurück - ●2Wie lässt sich Polypropylen in einem Joghurtbecher einordnen?
Lösung zeigen
- Frage nach dem Verhalten beim Erwärmen und Dehnen.
- Daraus folgt, wie stark die Ketten vernetzt sind.
- Das ist ein Thermoplast.
Ergebnis:Thermoplast, kaum vernetzt, erweicht in der Wärme - ★3Warum erweicht ein Thermoplast nicht bei einer einzigen festen Temperatur wie ein Reinstoff?
Lösung zeigen
- Ein Thermoplast ist ein Gemisch aus vielen Kettenlängen.
- Kurze Ketten werden früher beweglich als lange.
- Deshalb erweicht er langsam über einen Temperaturbereich.
Ergebnis:Die Kettenlängen sind verschieden, daher erweicht er in einem Bereich
2Ich unterscheide Addition und Substitution und erkläre die elektrophile Addition.
MerkenAddition und Substitution
Addition öffnet eine Mehrfachbindung, Substitution ersetzt ein Atom.
Bei der elektrophilen Addition greift ein Elektrophil die elektronenreiche Bindung an.
BeispielAddition, Substitution und elektrophile Addition
Schritt für Schritt
- Vergleiche Edukte und Produkte.
- Eine Mehrfachbindung ist verschwunden, Teilchen wurden angelagert.
- Das ist eine Addition.
- Vergleiche Edukte und Produkte.
- Eine Mehrfachbindung ist verschwunden, Teilchen wurden angelagert.
- Das ist eine Addition.
AchtungAddition, Substitution und Elimination verwechselt
Bei der Reaktion von Ethen mit Brom wird ein Wasserstoff-Atom durch Brom ersetzt.
Bei der Addition öffnet sich die Doppelbindung und beide Brom-Atome lagern sich an. Bei der Substitution wird ein Atom ersetzt.
Vergleiche die Edukte und Produkte: Ist eine Mehrfachbindung verschwunden, oder wurde ein Atom getauscht?
ÜbenJetzt du
- ○4Propin reagiert mit Chlorwasserstoff zu 2-Chlorpropen. Welcher Reaktionstyp liegt vor?So fängst du an:Vergleiche Edukte und Produkte.
Lösung zeigen
- Vergleiche Edukte und Produkte.
- Eine Mehrfachbindung ist verschwunden, Teilchen wurden angelagert.
- Das ist eine Addition.
Ergebnis:Addition, die Mehrfachbindung öffnet sich - ●5Ethen reagiert mit Wasser unter Säurekatalyse zu Ethanol. Welcher Reaktionstyp liegt vor?
Lösung zeigen
- Vergleiche Edukte und Produkte.
- Eine Mehrfachbindung ist verschwunden, Teilchen wurden angelagert.
- Das ist eine Addition.
Ergebnis:Addition, die Mehrfachbindung öffnet sich - ★6But-1-en reagiert mit Chlorwasserstoff zu 2-Chlorbutan. Welcher Reaktionstyp liegt vor?
Lösung zeigen
- Vergleiche Edukte und Produkte.
- Eine Mehrfachbindung ist verschwunden, Teilchen wurden angelagert.
- Das ist eine Addition.
Ergebnis:Addition, die Mehrfachbindung öffnet sich
3Ich stelle Kunststoffe durch Polymerisation her und formuliere Repetiereinheiten.
MerkenPolymerisation
Bei der Polymerisation öffnen sich Doppelbindungen, ein Nebenprodukt entsteht nicht.
Die Repetiereinheit von Polyvinylchlorid ist –CH₂–CHCl–.
BeispielPolymerisation und Repetiereinheiten
Schritt für Schritt
- Bei der Polymerisation bleibt jedes Atom erhalten.
- M = n · M(Monomer) = 2000 · 100 g/mol.
- M = 200.000 g/mol
- Bei der Polymerisation bleibt jedes Atom erhalten.
- M = n · M(Monomer) = 2000 · 100 g/mol.
- M = 200.000 g/mol
AchtungPolymerisationsgrad addiert statt multipliziert
1000 Ethen-Einheiten haben eine Masse von 1000 g/mol + 28 g/mol = 1028 g/mol.
Die Masse ist das Produkt: M = n · M(Monomer) = 1000 · 28 g/mol = 28.000 g/mol.
Schreib die Rechnung als wiederholte Addition auf und fasse sie dann zu einem Produkt zusammen.
ÜbenJetzt du
- ○7Eine Kette aus 200 Einheiten Ethen entsteht durch Polymerisation. Bestimme: Welche molare Masse hat das Makromolekül? M(Ethen) = 28 g/mol.So fängst du an:Bei der Polymerisation bleibt jedes Atom erhalten.
Lösung zeigen
- Bei der Polymerisation bleibt jedes Atom erhalten.
- M = n · M(Monomer) = 200 · 28 g/mol.
- M = 5600 g/mol
Ergebnis:5600 g/mol - ●8Eine Kette aus 2000 Einheiten Styrol entsteht durch Polymerisation. Welche molare Masse hat das Makromolekül? M(Styrol) = 104 g/mol.
Lösung zeigen
- Bei der Polymerisation bleibt jedes Atom erhalten.
- M = n · M(Monomer) = 2000 · 104 g/mol.
- M = 208.000 g/mol
Ergebnis:208.000 g/mol - ★9Polypropylen entsteht aus Propen CH₂=CH–CH₃. Welche Repetiereinheit ist richtig?
Lösung zeigen
- Die Doppelbindung öffnet sich.
- Die Hauptkette besteht aus –CH₂–CH–.
- Die Methylgruppe sitzt als Seitengruppe am zweiten Kohlenstoff-Atom.
Ergebnis:–CH₂–CH(CH₃)–
4Ich stelle Polyester durch Polykondensation her und erkläre die Vernetzung.
MerkenPolykondensation
Bei der Polykondensation wird mit jeder Estergruppe ein Wassermolekül frei.
Monomere mit drei Gruppen vernetzen die Ketten.
BeispielPolykondensation zum Polyester
Schritt für Schritt
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 166 g/mol + 90 g/mol − 36 g/mol = 220 g/mol
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 166 g/mol + 90 g/mol − 36 g/mol = 220 g/mol
AchtungWasser je Monomer statt je Bindung gezählt
Aus Säure und Diol entstehen ein Polyester und ein Wassermolekül.
Mit jeder neuen Estergruppe wird ein Wassermolekül frei. Die Repetiereinheit aus einer Säure und einem Diol hat zwei Estergruppen, also zwei Wassermoleküle.
Zeichne die Repetiereinheit mit ihren Estergruppen und markiere an jeder Bindung das abgegangene Wasser.
ÜbenJetzt du
- ○10Bernsteinsäure (M = 118 g/mol) und Butan-1,4-diol (M = 90 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyesters. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?So fängst du an:Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
Lösung zeigen
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 118 g/mol + 90 g/mol − 36 g/mol = 172 g/mol
Ergebnis:172 g/mol - ●11Glutarsäure (M = 132 g/mol) und Ethan-1,2-diol (M = 62 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyesters. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?
Lösung zeigen
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 132 g/mol + 62 g/mol − 36 g/mol = 158 g/mol
Ergebnis:158 g/mol - ★12Aus je zehn Molekülen einer Dicarbonsäure und eines Diols entsteht eine einzige Kette. Wie viele Wassermoleküle werden insgesamt abgespalten?
Lösung zeigen
- In der Kette sind 20 Bausteine verknüpft.
- Zwischen 20 Bausteinen liegen 19 Bindungen.
- Jede Estergruppe setzt ein Wassermolekül frei.
Ergebnis:Neunzehn, eines je Estergruppe
5Ich beschreibe zwei Verfahren, Thermoplaste zu verarbeiten.
MerkenVerarbeitung
Thermoplaste werden in der Schmelze geformt.
Extrudieren liefert Profile, Spritzgießen feste Teile, Blasformen Hohlkörper und Tiefziehen Becher.
BeispielVerfahren zur Verarbeitung von Thermoplasten
Schritt für Schritt
- Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
- Dazu gehört genau ein Verfahren.
- Hier passt Blasformen.
- Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
- Dazu gehört genau ein Verfahren.
- Hier passt Blasformen.
AchtungVerarbeitungsverfahren vertauscht
Ein Abwasserrohr wird durch Spritzgießen in eine geschlossene Form hergestellt.
Rohre und Profile entstehen durch Extrudieren: Die Schmelze wird durch eine Düse gepresst. Spritzgießen formt feste Einzelteile in einer geschlossenen Form.
Frag dich: Hat das Teil überall denselben Querschnitt, ist es hohl oder ist es ein festes Einzelteil?
ÜbenJetzt du
- ○13Welches Verfahren eignet sich zur Herstellung von die Blisterverpackung für Tabletten?So fängst du an:Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
Lösung zeigen
- Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
- Dazu gehört genau ein Verfahren.
- Hier passt Tiefziehen.
Ergebnis:Tiefziehen: Eine erwärmte Folie wird sofort eingesaugt - ●14Welches Verfahren eignet sich zur Herstellung von ein Spielzeugbaustein?
Lösung zeigen
- Frage nach der Form: Profil, Hohlkörper, Folie oder festes Teil?
- Dazu gehört genau ein Verfahren.
- Hier passt Spritzgießen.
Ergebnis:Spritzgießen: Die Schmelze füllt eine geschlossene Form - ★15Warum lassen sich ausgehärtete Duroplaste nicht durch Spritzgießen aus Granulat neu formen?
Lösung zeigen
- Duroplaste sind engmaschig vernetzt.
- Die Ketten können beim Erhitzen nicht gegeneinander gleiten.
- Das Material wird nicht fließfähig und lässt sich nicht neu formen.
Ergebnis:Das engmaschige Netz erweicht nicht und schmilzt nicht
6Ich unterscheide werkstoffliche, rohstoffliche und thermische Verwertung.
MerkenVerwertung
Werkstofflich: Das Material bleibt erhalten.
Rohstofflich: Pyrolyse oder Hydrolyse liefert Monomere, Öle oder Gase. Thermisch: Verbrennung liefert Energie.
BeispielWerkstoffliche, rohstoffliche und thermische Verwertung
Schritt für Schritt
- Frage, was am Ende erhalten bleibt.
- Der Kunststoff bleibt als Werkstoff erhalten.
- Das ist die werkstoffliche Verwertung.
- Frage, was am Ende erhalten bleibt.
- Der Kunststoff bleibt als Werkstoff erhalten.
- Das ist die werkstoffliche Verwertung.
AchtungKunststoff verschwindet bei Verbrennung oder im Meer
Beim Verbrennen ist der Kunststoff weg, im Meer löst er sich auf.
Beim Verbrennen entstehen Kohlenstoffdioxid und Wasser, die Masse bleibt erhalten. Im Meer zerfällt Kunststoff zu Mikroplastik, ohne sich zu lösen.
Suche die Atome des Kunststoffs und nenne, wo sie nach dem Verbrennen oder Zerfallen sind.
ÜbenJetzt du
- ○16Aus Flaschen wird Granulat geschmolzen und zu Fasern für Fleecepullover gesponnen. Welche Art der Verwertung ist das?So fängst du an:Frage, was am Ende erhalten bleibt.
Lösung zeigen
- Frage, was am Ende erhalten bleibt.
- Der Kunststoff bleibt als Werkstoff erhalten.
- Das ist die werkstoffliche Verwertung.
Ergebnis:Werkstofflich, das Material bleibt erhalten - ●17Sortenrein gesammelte Getränkeflaschen werden zerkleinert, gewaschen und zu Granulat geschmolzen. Welche Verwertung ist das?
Lösung zeigen
- Die Flaschen werden nur zerkleinert und geschmolzen.
- Die Kettenmoleküle bleiben dabei erhalten.
- Das Material wird wiederverwendet: werkstoffliche Verwertung.
Ergebnis:Werkstofflich, das Material bleibt als Kunststoff erhalten - ★18Polyethylenterephthalat wird mit Wasser in Terephthalsäure und Ethan-1,2-diol gespalten. Welche Art der Verwertung ist das?
Lösung zeigen
- Frage, was am Ende erhalten bleibt.
- Die Ketten werden zu Monomeren, Ölen oder Gasen.
- Das ist die rohstoffliche Verwertung.
Ergebnis:Rohstofflich, die Ketten werden gespalten
7Ich bewerte die Umweltproblematik und eine nachhaltige Alternative zu klassischen Kunststoffen.
MerkenUmwelt
Kunststoffe sind kaum abbaubar und zerfallen zu Mikroplastik.
Biobasiert beschreibt den Rohstoff, abbaubar das Verhalten: beides ist getrennt zu prüfen. Vermeiden und mehrfach nutzen kommt vor dem Recycling.
BeispielUmweltproblematik und nachhaltige Alternativen
Schritt für Schritt
- Kunststoffe werden von Mikroorganismen kaum abgebaut.
- Sonne und Wellen zerteilen sie in immer kleinere Stücke.
- Das Mikroplastik gelangt in Nahrungsketten.
- Kunststoffe werden von Mikroorganismen kaum abgebaut.
- Sonne und Wellen zerteilen sie in immer kleinere Stücke.
- Das Mikroplastik gelangt in Nahrungsketten.
AchtungBiobasiert heißt abbaubar
Ein biobasierter Kunststoff verrottet in der Natur von selbst.
Biobasiert beschreibt den Rohstoff, abbaubar beschreibt das Verhalten. Bio-Polyethylen aus Zuckerrohr ist biobasiert und nicht abbaubar, ein Kunststoff aus Erdöl wie Polybutylenadipat-terephthalat ist abbaubar.
Nenne nacheinander zwei Angaben: Woher kommt der Rohstoff, und ist der Kunststoff abbaubar?
ÜbenJetzt du
- ○19Wie lässt sich Cellulosehydrat (Zellglas) aus Holzzellstoff nach Rohstoffquelle und Abbaubarkeit einordnen?So fängst du an:Erste Frage: Stammt der Rohstoff aus Erdöl oder aus Pflanzen und Organismen?
Lösung zeigen
- Erste Frage: Stammt der Rohstoff aus Erdöl oder aus Pflanzen und Organismen?
- Zweite Frage: Ist der Kunststoff biologisch abbaubar?
- Ergebnis: biobasiert und auch biologisch abbaubar.
Ergebnis:Biobasiert und auch biologisch abbaubar - ●20Wie lässt sich Polyethylenterephthalat aus Erdöl in Flaschen nach Rohstoffquelle und Abbaubarkeit einordnen?
Lösung zeigen
- Erste Frage: Stammt der Rohstoff aus Erdöl oder aus Pflanzen und Organismen?
- Zweite Frage: Ist der Kunststoff biologisch abbaubar?
- Ergebnis: erdölbasiert und nicht biologisch abbaubar.
Ergebnis:Erdölbasiert und nicht biologisch abbaubar - ★21Welche Frage ist für den Vergleich von Polymilchsäure und Polyethylenterephthalat aus ökologischer Sicht am wichtigsten?
Lösung zeigen
- Ein Vergleich braucht mehrere Gesichtspunkte.
- Dazu zählen Rohstoff, Herstellung, Nutzung und Entsorgung.
- Erst die Bilanz über den ganzen Lebensweg erlaubt ein Urteil.
Ergebnis:Die Bilanz über den gesamten Lebensweg von Rohstoff bis Entsorgung
8Ich beschreibe den Mechanismus der radikalischen Polymerisation (Leistungskurs).
MerkenRadikalische Polymerisation
Start: Ein Starter zerfällt homolytisch in Radikale.
Wachstum: Das Kettenradikal addiert Monomere. Abbruch: Zwei Radikale vereinigen sich.
BeispielRadikalische Polymerisation (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Zähle die Radikale vor und nach dem Schritt.
- Aus einem Molekül entstehen zwei Radikale: Initiation.
- Der Schritt heißt Initiation.
- Zähle die Radikale vor und nach dem Schritt.
- Aus einem Molekül entstehen zwei Radikale: Initiation.
- Der Schritt heißt Initiation.
AchtungSchritte der Radikalkette vertauscht
Wenn ein Radikal auf ein Monomer trifft, endet die Kette.
Start: Ein Starter liefert Radikale. Wachstum: Das Kettenradikal addiert Monomere. Abbruch: Zwei Radikale vereinigen sich.
Zähle nach jedem Schritt die Radikale: Bleibt eines übrig, geht die Kette weiter.
ÜbenJetzt du
- ○22Welcher Teilschritt der radikalischen Polymerisation wird beschrieben: Ein Startradikal greift ein Methylmethacrylat-Molekül an, es entsteht ein Monomer-Radikal?So fängst du an:Zähle die Radikale vor und nach dem Schritt.
Lösung zeigen
- Zähle die Radikale vor und nach dem Schritt.
- Ein Radikal reagiert mit einem Monomer und bleibt Radikal: Kettenstart.
- Der Schritt heißt Kettenstart.
Ergebnis:Kettenstart, Radikal trifft Monomer - ●23Welcher Teilschritt der radikalischen Polymerisation wird beschrieben: Azobis(isobutyronitril) zerfällt in der Wärme homolytisch in zwei Startradikale?
Lösung zeigen
- Zähle die Radikale vor und nach dem Schritt.
- Aus einem Molekül entstehen zwei Radikale: Initiation.
- Der Schritt heißt Initiation.
Ergebnis:Initiation, Zerfall des Starters - ★24Wodurch endet das Wachstum einer Kette bei der radikalischen Polymerisation?
Lösung zeigen
- Ein Kettenradikal bleibt reaktiv.
- Trifft es auf ein zweites Kettenradikal, paaren sich die Elektronen.
- Es entsteht eine Bindung und die Radikale sind verbraucht.
Ergebnis:Zwei Kettenradikale treffen aufeinander und bilden eine Bindung
9Ich erkläre die nucleophile Substitution als Weg zu Monomeren für Polyester (Leistungskurs).
MerkenNucleophile Substitution
Das Nucleophil greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
Die Abgangsgruppe verlässt das Molekül als Ion, aus einem Dihalogenalkan entsteht ein Diol.
BeispielNucleophile Substitution (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Das Hydroxid-Ion greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
- Beide Halogen-Atome verlassen das Molekül als Bromid-Ionen.
- Es entsteht Propan-1,3-diol.
- Das Hydroxid-Ion greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
- Beide Halogen-Atome verlassen das Molekül als Bromid-Ionen.
- Es entsteht Propan-1,3-diol.
AchtungNur eine Abgangsgruppe ersetzt
Aus 1,2-Dibromethan und Hydroxid-Ionen entsteht 2-Bromethanol.
Beide Brom-Atome werden ersetzt, wenn genug Hydroxid-Ionen da sind: Es entsteht Ethan-1,2-diol.
Zähle die Brom-Atome im Edukt und schreib auf, wie viele Hydroxid-Ionen für eine vollständige Substitution nötig sind.
ÜbenJetzt du
- ○25Aus 1,2-Dichlorethan soll durch nucleophile Substitution mit Hydroxid-Ionen ein Diol für Polyester entstehen. Wie heißt das Diol, und welches Ion verlässt das Molekül?So fängst du an:Das Hydroxid-Ion greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
Lösung zeigen
- Das Hydroxid-Ion greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
- Beide Halogen-Atome verlassen das Molekül als Chlorid-Ionen.
- Es entsteht Ethan-1,2-diol.
Ergebnis:Ethan-1,2-diol, Chlorid-Ionen - ●26Aus 1,4-Dichlorbutan soll durch nucleophile Substitution mit Hydroxid-Ionen ein Diol für Polyester entstehen. Wie heißt das Diol, und welches Ion verlässt das Molekül?
Lösung zeigen
- Das Hydroxid-Ion greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
- Beide Halogen-Atome verlassen das Molekül als Chlorid-Ionen.
- Es entsteht Butan-1,4-diol.
Ergebnis:Butan-1,4-diol, Chlorid-Ionen - ★27Aus 1,2-Dibromethan soll durch nucleophile Substitution mit Hydroxid-Ionen ein Diol für Polyester entstehen. Wie heißt das Diol, und welches Ion verlässt das Molekül?
Lösung zeigen
- Das Hydroxid-Ion greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
- Beide Halogen-Atome verlassen das Molekül als Bromid-Ionen.
- Es entsteht Ethan-1,2-diol.
Ergebnis:Ethan-1,2-diol, Bromid-Ionen
10Ich stelle Polyamide und Copolymere her (Leistungskurs).
MerkenPolyamide und Copolymere
Diamin und Dicarbonsäure bilden unter Wasserabspaltung ein Polyamid.
Seine Gruppe ist –CO–NH–, ein Copolymer enthält zwei Monomerarten in einer Kette.
BeispielPolyamide und Copolymere (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Je Amidgruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Ein Diamin und eine Disäure bilden zwei Amidgruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 116 g/mol + 174 g/mol − 36 g/mol = 254 g/mol
- Je Amidgruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Ein Diamin und eine Disäure bilden zwei Amidgruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 116 g/mol + 174 g/mol − 36 g/mol = 254 g/mol
AchtungPolymerisation und Polykondensation vermengt
Bei der Polymerisation wird zwischen den Monomeren Wasser abgespalten.
Bei der Polymerisation öffnen sich Doppelbindungen, es entsteht kein Nebenprodukt. Wasser wird bei der Polykondensation frei.
Schreib die Atome des Monomers und des Polymers nebeneinander und prüfe, ob etwas fehlt.
ÜbenJetzt du
- ○28Pentan-1,5-diamin (M = 102 g/mol) und Decandisäure (M = 202 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyamids. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?So fängst du an:Je Amidgruppe geht ein Wassermolekül ab.
Lösung zeigen
- Je Amidgruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Ein Diamin und eine Disäure bilden zwei Amidgruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 102 g/mol + 202 g/mol − 36 g/mol = 268 g/mol
Ergebnis:268 g/mol - ●29Pentan-1,5-diamin (M = 102 g/mol) und Octandisäure (M = 174 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyamids. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?
Lösung zeigen
- Je Amidgruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Ein Diamin und eine Disäure bilden zwei Amidgruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 102 g/mol + 174 g/mol − 36 g/mol = 240 g/mol
Ergebnis:240 g/mol - ★30Ein Copolymer entsteht aus Styrol und Acrylnitril. Wie ist es aufgebaut?
Lösung zeigen
- Beide Monomere haben eine Doppelbindung und reagieren miteinander.
- Sie werden abwechselnd oder zufällig in dieselbe Kette eingebaut.
- Das ist ein Copolymer.
Ergebnis:Eine Kette, in der beide Monomerarten verknüpft sind
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●31Eine Kette aus 500 Einheiten Vinylacetat entsteht durch Polymerisation. Welche molare Masse hat das Makromolekül? M(Vinylacetat) = 86 g/mol.
Lösung zeigen
- Bei der Polymerisation bleibt jedes Atom erhalten.
- M = n · M(Monomer) = 500 · 86 g/mol.
- M = 43.000 g/mol
Ergebnis:43.000 g/mol - ●32Bromethan reagiert mit Hydroxid-Ionen zu Ethanol und Bromid-Ionen. Welcher Reaktionstyp liegt vor?
Lösung zeigen
- Vergleiche Edukte und Produkte.
- Ein Atom wurde gegen ein anderes getauscht, die Bindungszahl blieb gleich.
- Das ist eine Substitution.
Ergebnis:Substitution, ein Atom wird ausgetauscht - ●33Adipinsäure (M = 146 g/mol) und Butan-1,4-diol (M = 90 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyesters. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?
Lösung zeigen
- Je Estergruppe geht ein Wassermolekül ab.
- Eine Säure und ein Diol bilden zwei Estergruppen: 2 · 18 g/mol = 36 g/mol.
- M = 146 g/mol + 90 g/mol − 36 g/mol = 200 g/mol
Ergebnis:200 g/mol - ●34Wie wird ein Joghurtbecher aus einer Kunststofffolie geformt?
Lösung zeigen
- Der Ausgangsstoff ist eine Folie.
- Die Folie wird erwärmt und weich.
- Sie wird in die Form gesaugt: Tiefziehen.
Ergebnis:Tiefziehen: Die erwärmte Folie wird in eine Form gesaugt - ●35Alte Fischernetze aus Polyamid werden in ihre Monomere zerlegt. Welche Art der Verwertung ist das?
Lösung zeigen
- Frage, was am Ende erhalten bleibt.
- Die Ketten werden zu Monomeren, Ölen oder Gasen.
- Das ist die rohstoffliche Verwertung.
Ergebnis:Rohstofflich, die Ketten werden gespalten - ●36Wie lässt sich thermoplastische Stärke aus Kartoffeln nach Rohstoffquelle und Abbaubarkeit einordnen?
Lösung zeigen
- Erste Frage: Stammt der Rohstoff aus Erdöl oder aus Pflanzen und Organismen?
- Zweite Frage: Ist der Kunststoff biologisch abbaubar?
- Ergebnis: biobasiert und auch biologisch abbaubar.
Ergebnis:Biobasiert und auch biologisch abbaubar
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Kunststoffklassen
- Thermoplaste erweichen in der Wärme, Duroplaste bleiben hart, Elastomere federn zurück.
- Addition und Substitution
- Addition öffnet eine Mehrfachbindung, Substitution ersetzt ein Atom.
- Polymerisation
- Bei der Polymerisation öffnen sich Doppelbindungen, ein Nebenprodukt entsteht nicht.
- Polykondensation
- Bei der Polykondensation wird mit jeder Estergruppe ein Wassermolekül frei.
- Verarbeitung
- Thermoplaste werden in der Schmelze geformt.
- Verwertung
- Werkstofflich: Das Material bleibt erhalten.
- Umwelt
- Kunststoffe sind kaum abbaubar und zerfallen zu Mikroplastik.
- Radikalische Polymerisation
- Start: Ein Starter zerfällt homolytisch in Radikale.
- Nucleophile Substitution
- Das Nucleophil greift das Kohlenstoff-Atom mit positiver Teilladung an.
- Polyamide und Copolymere
- Diamin und Dicarbonsäure bilden unter Wasserabspaltung ein Polyamid.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich teile Kunststoffe nach Struktur und Eigenschaften in Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere ein.
37Wie lässt sich vulkanisierter Kautschuk in einem Fahrradschlauch einordnen?Lösung zeigen
Ergebnis:Elastomer, weitmaschig vernetzt, federt wieder zurückIch unterscheide Addition und Substitution und erkläre die elektrophile Addition.
38Wie verläuft der erste Schritt bei der Bildung von Vinylchlorid aus Ethin und Chlorwasserstoff?Lösung zeigen
Ergebnis:Das Proton aus HCl greift als Elektrophil die Dreifachbindung anIch stelle Kunststoffe durch Polymerisation her und formuliere Repetiereinheiten.
39Eine Kette aus 2000 Einheiten Ethen entsteht durch Polymerisation. Welche molare Masse hat das Makromolekül? M(Ethen) = 28 g/mol.Lösung zeigen
Ergebnis:56.000 g/molIch stelle Polyester durch Polykondensation her und erkläre die Vernetzung.
40Adipinsäure (M = 146 g/mol) und Hexan-1,6-diol (M = 118 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyesters. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?Lösung zeigen
Ergebnis:228 g/molIch beschreibe zwei Verfahren, Thermoplaste zu verarbeiten.
41Welches Verfahren eignet sich zur Herstellung von eine Eierverpackung?Lösung zeigen
Ergebnis:Tiefziehen: Eine erwärmte Folie wird sofort eingesaugtIch unterscheide werkstoffliche, rohstoffliche und thermische Verwertung.
42Kunststoffreste ersetzen im Zementwerk einen Teil der Kohle. Welche Art der Verwertung ist das?Lösung zeigen
Ergebnis:Thermisch, der Kunststoff liefert nur WärmeIch bewerte die Umweltproblematik und eine nachhaltige Alternative zu klassischen Kunststoffen.
43Wie lässt sich Polyethylen aus Erdöl in Tüten nach Rohstoffquelle und Abbaubarkeit einordnen?Lösung zeigen
Ergebnis:Erdölbasiert und nicht biologisch abbaubarIch beschreibe den Mechanismus der radikalischen Polymerisation (Leistungskurs).
44Welche Teilchen entstehen bei der homolytischen Spaltung einer Elektronenpaarbindung?Lösung zeigen
Ergebnis:Zwei Radikale mit je einem ungepaarten ElektronIch erkläre die nucleophile Substitution als Weg zu Monomeren für Polyester (Leistungskurs).
45Aus 1,5-Dichlorpentan soll durch nucleophile Substitution mit Hydroxid-Ionen ein Diol für Polyester entstehen. Wie heißt das Diol, und welches Ion verlässt das Molekül?Lösung zeigen
Ergebnis:Pentan-1,5-diol, Chlorid-IonenIch stelle Polyamide und Copolymere her (Leistungskurs).
46Hexan-1,6-diamin (M = 116 g/mol) und Hexandisäure (M = 146 g/mol) bilden die Repetiereinheit eines Polyamids. Bestimme: Welche molare Masse hat die Einheit?Lösung zeigen
Ergebnis:226 g/mol
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Teiler
- eine Zahl, durch die es ohne Rest aufgeht
Lösungen
- Elastomer, weitmaschig vernetzt, federt wieder zurück
- Thermoplast, kaum vernetzt, erweicht in der Wärme
- Die Kettenlängen sind verschieden, daher erweicht er in einem Bereich
- Addition, die Mehrfachbindung öffnet sich
- Addition, die Mehrfachbindung öffnet sich
- Addition, die Mehrfachbindung öffnet sich
- 5600 g/mol
- 208.000 g/mol
- –CH₂–CH(CH₃)–
- 172 g/mol
- 158 g/mol
- Neunzehn, eines je Estergruppe
- Tiefziehen: Eine erwärmte Folie wird sofort eingesaugt
- Spritzgießen: Die Schmelze füllt eine geschlossene Form
- Das engmaschige Netz erweicht nicht und schmilzt nicht
- Werkstofflich, das Material bleibt erhalten
- Werkstofflich, das Material bleibt als Kunststoff erhalten
- Rohstofflich, die Ketten werden gespalten
- Biobasiert und auch biologisch abbaubar
- Erdölbasiert und nicht biologisch abbaubar
- Die Bilanz über den gesamten Lebensweg von Rohstoff bis Entsorgung
- Kettenstart, Radikal trifft Monomer
- Initiation, Zerfall des Starters
- Zwei Kettenradikale treffen aufeinander und bilden eine Bindung
- Ethan-1,2-diol, Chlorid-Ionen
- Butan-1,4-diol, Chlorid-Ionen
- Ethan-1,2-diol, Bromid-Ionen
- 268 g/mol
- 240 g/mol
- Eine Kette, in der beide Monomerarten verknüpft sind
- 43.000 g/mol
- Substitution, ein Atom wird ausgetauscht
- 200 g/mol
- Tiefziehen: Die erwärmte Folie wird in eine Form gesaugt
- Rohstofflich, die Ketten werden gespalten
- Biobasiert und auch biologisch abbaubar
- Elastomer, weitmaschig vernetzt, federt wieder zurück
- Das Proton aus HCl greift als Elektrophil die Dreifachbindung an
- 56.000 g/mol
- 228 g/mol
- Tiefziehen: Eine erwärmte Folie wird sofort eingesaugt
- Thermisch, der Kunststoff liefert nur Wärme
- Erdölbasiert und nicht biologisch abbaubar
- Zwei Radikale mit je einem ungepaarten Elektron
- Pentan-1,5-diol, Chlorid-Ionen
- 226 g/mol