Chemie · Klasse 12 · Kapitel
Umkehrbare Reaktionen – Hin- und Rückreaktion
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich beschreibe die Umkehrbarkeit von Reaktionen und die Merkmale des dynamischen Gleichgewichts.
MerkenDynamisches Gleichgewicht
Im Gleichgewicht laufen Hin- und Rückreaktion gleich schnell weiter.
Die Konzentrationen sind konstant, aber nicht gleich.
BeispielUmkehrbarkeit und dynamisches Gleichgewicht
Schritt für Schritt
- Konstante Konzentrationen zeigen gleiche Geschwindigkeiten an.
- Beide Reaktionen laufen weiter.
- Es wird gleich viel gebildet wie zerlegt.
- Konstante Konzentrationen zeigen gleiche Geschwindigkeiten an.
- Beide Reaktionen laufen weiter.
- Es wird gleich viel gebildet wie zerlegt.
AchtungIm Gleichgewicht ruht die Reaktion
Im Gleichgewicht haben beide Reaktionen aufgehört.
Hin- und Rückreaktion laufen weiter und gleich schnell. Nur die Konzentrationen ändern sich nicht mehr.
Beschreibe auf der Teilchenebene, was im Gleichgewicht weiter geschieht. Nenne beide Richtungen.
ÜbenJetzt du
- ○1Für A ⇌ B sind im Gleichgewicht die Konzentrationen beider Stoffe konstant. Was folgt?So fängst du an:Gleichgewicht bedeutet gleiche Geschwindigkeit beider Reaktionen.
Lösung zeigen
- Gleichgewicht bedeutet gleiche Geschwindigkeit beider Reaktionen.
- Die Konzentrationen hängen vom Verhältnis der Geschwindigkeitskonstanten ab.
- Sie bleiben konstant, ohne gleich zu sein.
Ergebnis:Sie sind konstant, aber nicht unbedingt gleich groß - ●2In einem geschlossenen Gefäß stellt sich das Gleichgewicht 2 SO₂ + O₂ ⇌ 2 SO₃ ein. Was geschieht, nachdem die Konzentrationen konstant geworden sind?
Lösung zeigen
- Konstante Konzentrationen zeigen gleiche Geschwindigkeiten an.
- Beide Reaktionen laufen weiter.
- Es wird gleich viel gebildet wie zerlegt.
Ergebnis:Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich - ★3Im Wassermodell werden zwei Messzylinder mit verschieden dicken Röhrchen abwechselnd gefüllt, bis die Pegel konstant sind. Was zeigt das Modell?
Lösung zeigen
- Das dicke Röhrchen überträgt mehr je Runde.
- Der Pegel stabilisiert sich, wenn je Runde gleich viel hin und zurück fließt.
- Die Pegel bleiben konstant, aber verschieden.
Ergebnis:Es fließt weiter in beide Richtungen gleich viel
2Ich formuliere das Massenwirkungsgesetz und deute die Gleichgewichtskonstante K.
MerkenMassenwirkungsgesetz
K = Produkte durch Edukte, Koeffizienten als Exponenten.
K größer als 1: Produkte überwiegen. K sagt nichts über die Geschwindigkeit.
BeispielMassenwirkungsgesetz und Gleichgewichtskonstante
Schritt für Schritt
- K = c(H₂) · c(I₂) : c²(HI).
- Einsetzen: c(HI) = 0,30, c(H₂) = 0,40, c(I₂) = 0,40.
- K = 1,78
- K = c(H₂) · c(I₂) : c²(HI).
- Einsetzen: c(HI) = 0,30, c(H₂) = 0,40, c(I₂) = 0,40.
- K = 1,78
AchtungKoeffizienten nicht als Exponenten geschrieben
K = c(NH₃) : (c(N₂) · c(H₂)).
Die Koeffizienten der Gleichung werden zu Exponenten: K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)).
Schreib die Koeffizienten aus der Gleichung als Hochzahlen an die Konzentrationen.
ÜbenJetzt du
- ○4Im Gleichgewicht CO + H₂O ⇌ CO₂ + H₂ gilt (in mol/L) c(CO) = 0,80, c(H₂O) = 0,25, c(CO₂) = 0,25, c(H₂) = 0,50. Bestimme: Wie groß ist K?So fängst du an:K = c(CO₂) · c(H₂) : (c(CO) · c(H₂O)).
Lösung zeigen
- K = c(CO₂) · c(H₂) : (c(CO) · c(H₂O)).
- Einsetzen: c(CO) = 0,80, c(H₂O) = 0,25, c(CO₂) = 0,25, c(H₂) = 0,50.
- K = 0,63
Ergebnis:0,63 - ●5Im Gleichgewicht H₂ + I₂ ⇌ 2 HI gilt (in mol/L) c(H₂) = 0,60, c(I₂) = 0,60, c(HI) = 0,25. Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = c²(HI) : (c(H₂) · c(I₂)).
- Einsetzen: c(H₂) = 0,60, c(I₂) = 0,60, c(HI) = 0,25.
- K = 0,17
Ergebnis:0,17 - ★6Im Gleichgewicht A + B ⇌ C + D gilt c(A) = 0,20, c(B) = 0,30, c(C) = 0,60 und c(D) = 0,40 mol/L. Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = c(C) · c(D) : (c(A) · c(B)).
- K = (0,60 · 0,40) : (0,20 · 0,30).
- K = 0,24 : 0,06 = 4,0
Ergebnis:4,0
3Ich berechne Gleichgewichtskonzentrationen mit dem Massenwirkungsgesetz für Reaktionen mit Δν = 0, auch bei der Estersynthese.
MerkenRechnen mit dem MWG
Bei Δν = 0 kürzt sich das Volumen heraus.
Ansatz: Menge gleich Anfang plus oder minus x, dann nach x lösen.
BeispielGleichgewichtskonzentrationen berechnen (Δν = 0) und Estersynthese
Schritt für Schritt
- K = x² : (3,0 − x)² = 9, Wurzel: x : (3,0 − x) = 3.
- x = 3,0 · 3 : (1 + 3)
- x = 2,25 mol
- K = x² : (3,0 − x)² = 9, Wurzel: x : (3,0 − x) = 3.
- x = 3,0 · 3 : (1 + 3)
- x = 2,25 mol
AchtungWurzel beim Ansatz vergessen
Aus x² : (1 − x)² = 4 folgt x : (1 − x) = 4, also x = 0,80.
Wurzel aus beiden Seiten: x : (1 − x) = 2, also x = 0,67.
Nimm die Wurzel auf beiden Seiten und löse danach nach x auf. Setze das Ergebnis zur Probe in das MWG ein.
ÜbenJetzt du
- ○7A + B ⇌ C + D mit K = 16. Anfangs liegen nur A und B vor, je 1,5 mol. Bestimme: Wie viel mol C liegen im Gleichgewicht vor?So fängst du an:K = x² : (1,5 − x)² = 16, Wurzel: x : (1,5 − x) = 4.
Lösung zeigen
- K = x² : (1,5 − x)² = 16, Wurzel: x : (1,5 − x) = 4.
- x = 1,5 · 4 : (1 + 4)
- x = 1,20 mol
Ergebnis:1,20 mol - ●8H₂ + I₂ ⇌ 2 HI mit K = 4. Je 3,0 mol H₂ und I₂ werden eingesetzt. Bestimme: Wie viel mol HI liegen im Gleichgewicht vor?
Lösung zeigen
- K = (2 x)² : (3,0 − x)² = 4, Wurzel: 2 x : (3,0 − x) = 2.
- x = 3,0 · 2 : (2 + 2) = 1,50 mol.
- n(HI) = 2 x = 3,00 mol
Ergebnis:3,00 mol - ★9A + B ⇌ C + D mit K = 9. Anfangs liegen nur A und B vor, je 2,0 mol. Bestimme: Wie viel mol C liegen im Gleichgewicht vor?
Lösung zeigen
- K = x² : (2 − x)² = 9, Wurzel: x : (2 − x) = 3.
- x = 6 − 3 x, also 4 x = 6.
- x = 1,5 mol
Ergebnis:1,5 mol
4Ich beschreibe die Temperaturabhängigkeit von K und ihren Einfluss auf die Gleichgewichtslage.
MerkenTemperatur und K
K hängt nur von der Temperatur ab.
Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung, Abkühlen die exotherme.
BeispielTemperaturabhängigkeit von K und Gleichgewichtslage
Schritt für Schritt
- Abkühlen begünstigt die exotherme Richtung.
- Die Hinreaktion ist exotherm.
- Zur Produktseite, K steigt.
- Abkühlen begünstigt die exotherme Richtung.
- Die Hinreaktion ist exotherm.
- Zur Produktseite, K steigt.
AchtungWirkung der Temperatur falsch vorhergesagt
Erwärmen begünstigt immer die Hinreaktion oder die Reaktion zu den Produkten.
Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung. Ist die Hinreaktion exotherm, ist das die Rückreaktion.
Bestimme erst, ob die Hinreaktion exotherm oder endotherm ist. Nimm dann die Richtung, die Wärme aufnimmt.
ÜbenJetzt du
- ○10Die Hinreaktion von CaCO₃(s) ⇌ CaO(s) + CO₂(g) ist endotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur erhöht wird?So fängst du an:Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung.
Lösung zeigen
- Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung.
- Die Hinreaktion ist endotherm.
- Zur Produktseite, K steigt.
Ergebnis:Zur Produktseite, K steigt - ●11N₂O₄ (farblos) ⇌ 2 NO₂ (braun) ist endotherm. Das Gefäß wird in heißes Wasser gestellt. Was ist zu beobachten?
Lösung zeigen
- Die Hinreaktion nimmt Wärme auf.
- Erwärmen verschiebt das Gleichgewicht zur Seite des NO₂.
- Das braune Gas nimmt zu, die Farbe wird dunkler.
Ergebnis:Die Farbe wird dunkler, es entsteht mehr NO₂ - ★12Die Hinreaktion von 2 NO₂ ⇌ N₂O₄ ist exotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur gesenkt wird?
Lösung zeigen
- Abkühlen begünstigt die exotherme Richtung.
- Die Hinreaktion ist exotherm.
- Zur Produktseite, K steigt.
Ergebnis:Zur Produktseite, K steigt
5Ich sage mit dem Prinzip von Le Chatelier die Wirkung von Konzentration, Druck und Katalysator voraus.
MerkenPrinzip von Le Chatelier
Das System weicht dem Zwang aus.
Mehr Edukt verschiebt zu den Produkten, mehr Druck zur Seite mit weniger Gasteilchen.
BeispielPrinzip von Le Chatelier: Konzentration, Druck, Katalysator
Schritt für Schritt
- Ein Katalysator beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleichermaßen.
- Die Lage ändert sich nicht.
- Es verschiebt sich gar nicht.
- Ein Katalysator beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleichermaßen.
- Die Lage ändert sich nicht.
- Es verschiebt sich gar nicht.
AchtungKatalysator verschiebt das Gleichgewicht
Ein Katalysator erhöht die Ausbeute oder lässt K steigen.
Ein Katalysator beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleich stark. Die Lage und K bleiben unverändert, das Gleichgewicht wird nur früher erreicht.
Zeichne das Energiediagramm mit Katalysator und markiere beide Aktivierungsenergien. Was ändert sich nicht?
ÜbenJetzt du
- ○13Bei 2 SO₂ + O₂ ⇌ 2 SO₃ wird der Druck erhöht. Wohin verschiebt sich das Gleichgewicht?So fängst du an:Eduktseite: 3 Gasteilchen, Produktseite: 2 Gasteilchen.
Lösung zeigen
- Eduktseite: 3 Gasteilchen, Produktseite: 2 Gasteilchen.
- Höherer Druck begünstigt die Seite mit weniger Teilchen.
- Das Gleichgewicht verschiebt sich zu SO₃.
Ergebnis:Zur Produktseite, dort sind weniger Gasteilchen - ●14Wie reagiert das Gleichgewicht 2 NH₃(g) ⇌ N₂(g) + 3 H₂(g), wenn der Druck durch Verkleinern des Volumens erhöht wird?
Lösung zeigen
- Gasteilchen links: 2, rechts: 4.
- Höherer Druck begünstigt die Seite mit weniger Gasteilchen.
- Es verschiebt sich zur Eduktseite.
Ergebnis:Es verschiebt sich Richtung Eduktseite - ★15Wie reagiert das Gleichgewicht 2 NH₃(g) ⇌ N₂(g) + 3 H₂(g), wenn ein Katalysator zugegeben wird?
Lösung zeigen
- Ein Katalysator beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleichermaßen.
- Die Lage ändert sich nicht.
- Es verschiebt sich gar nicht.
Ergebnis:Es verschiebt sich überhaupt nicht
6Ich leite das Massenwirkungsgesetz aus den Geschwindigkeiten von Hin- und Rückreaktion her (Leistungskurs).
MerkenHerleitung des MWG (Leistungskurs)
Im Gleichgewicht gilt v(hin) = v(rück), daraus folgt K = k(hin) : k(rück).
Gleich sind die Geschwindigkeiten, nicht die Konzentrationen.
BeispielHerleitung des Massenwirkungsgesetzes (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 0,40 : 2,00
- K = 0,20
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 0,40 : 2,00
- K = 0,20
AchtungKonzentrationen addiert statt multipliziert
K = (c(C) + c(D)) : (c(A) + c(B)).
Im MWG werden die Konzentrationen multipliziert: K = c(C) · c(D) : (c(A) · c(B)).
Setze die Werte ein und multipliziere im Zähler und im Nenner getrennt.
ÜbenJetzt du
- ○16Eine Reaktion hat k(hin) = 0,20 und k(rück) = 2,00 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?So fängst du an:K = k(hin) : k(rück).
Lösung zeigen
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 0,20 : 2,00
- K = 0,10
Ergebnis:0,10 - ●17Eine Reaktion hat k(hin) = 0,80 und k(rück) = 0,40 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 0,80 : 0,40
- K = 2,00
Ergebnis:2,00 - ★18Eine Reaktion hat k(hin) = 2,00 und k(rück) = 1,00 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 2,00 : 1,00
- K = 2,00
Ergebnis:2,00
7Ich erkläre die säurekatalysierte Estersynthese mechanistisch und die Rolle des Katalysators (Leistungskurs).
MerkenEstersynthese (Leistungskurs)
Die Säure protoniert die Carbonylgruppe, der Alkohol greift an, Wasser wird abgespalten.
Die Lage ändert sich nicht.
BeispielSäurekatalysierte Estersynthese (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Das Proton lagert sich an den Sauerstoff der Carbonylgruppe an.
- Der Carbonylkohlenstoff wird dadurch positiver.
- Der Alkohol kann nun angreifen.
- Das Proton lagert sich an den Sauerstoff der Carbonylgruppe an.
- Der Carbonylkohlenstoff wird dadurch positiver.
- Der Alkohol kann nun angreifen.
AchtungKatalysator wird verbraucht
Der Katalysator wird bei der Reaktion aufgebraucht oder ins Produkt eingebaut.
Der Katalysator liegt am Ende unverändert vor. Er kann wieder verwendet werden.
Prüfe im Versuch, was nach der Reaktion übrig ist: Wiege den Katalysator vorher und nachher.
ÜbenJetzt du
- ○19Die Estersynthese hat K von etwa 4. Wie lässt sich die Ausbeute erhöhen?So fängst du an:Nach Le Chatelier verschiebt ein Überschuss die Lage zu den Produkten.
Lösung zeigen
- Nach Le Chatelier verschiebt ein Überschuss die Lage zu den Produkten.
- Entfernt man Wasser, geschieht dasselbe.
- So steigt die Esterausbeute.
Ergebnis:Alkohol im Überschuss einsetzen oder Wasser entfernen - ●20Aus Essigsäure und Ethanol entsteht bei der säurekatalysierten Estersynthese ein Ester. Wie heißt er?
Lösung zeigen
- Die Säure Essigsäure liefert den Säureteil.
- Der Alkohol Ethanol liefert den Rest ethyl.
- Der Ester heißt Essigsäureethylester.
Ergebnis:Essigsäureethylester - ★21Warum nennt man die Estersynthese eine Kondensationsreaktion?
Lösung zeigen
- Säure und Alkohol verbinden sich.
- Dabei wird ein Wassermolekül abgespalten.
- Verbinden unter Abspaltung eines kleinen Moleküls ist eine Kondensationsreaktion.
Ergebnis:Zwei Moleküle verbinden sich unter Wasserabspaltung
8Ich wende das Massenwirkungsgesetz auf das Haber-Bosch-Verfahren an (Leistungskurs).
MerkenHaber-Bosch-Verfahren (Leistungskurs)
Hoher Druck und Entfernen von NH₃ erhöhen die Ausbeute.
Tiefe Temperatur auch, aber der Katalysator braucht etwa 450 Grad Celsius.
BeispielHaber-Bosch-Verfahren und MWG (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Tiefe Temperatur begünstigt die exotherme Hinreaktion.
- Bei tiefer Temperatur ist die Reaktion aber sehr langsam.
- Die Technik wählt einen Kompromiss.
- Tiefe Temperatur begünstigt die exotherme Hinreaktion.
- Bei tiefer Temperatur ist die Reaktion aber sehr langsam.
- Die Technik wählt einen Kompromiss.
AchtungTechnische Temperatur nur nach der Lage gewählt
Für hohe Ausbeute braucht die Synthese eine hohe Temperatur oder eine tiefe, ohne Kompromiss.
Tiefe Temperatur erhöht bei exothermer Reaktion die Ausbeute, macht aber die Reaktion zu langsam. Etwa 450 Grad Celsius sind ein Kompromiss.
Nenne zwei Fragen: Was verbessert die Lage? Was verbessert die Geschwindigkeit? Wähle dann einen Kompromiss.
ÜbenJetzt du
- ○22Im Gleichgewicht 2 SO₂ + O₂ ⇌ 2 SO₃ gilt (in mol/L) c(SO₂) = 2,0, c(O₂) = 4,0, c(SO₃) = 4,0. Bestimme: Wie groß ist K?So fängst du an:K = c²(SO₃) : (c²(SO₂) · c(O₂)).
Lösung zeigen
- K = c²(SO₃) : (c²(SO₂) · c(O₂)).
- Einsetzen: c(SO₂) = 2,0, c(O₂) = 4,0, c(SO₃) = 4,0.
- K = 1,00 L/mol
Ergebnis:1,00 L/mol - ●23Im Gleichgewicht N₂O₄ ⇌ 2 NO₂ gilt (in mol/L) c(N₂O₄) = 3,0, c(NO₂) = 2,0. Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = c²(NO₂) : (c(N₂O₄)).
- Einsetzen: c(N₂O₄) = 3,0, c(NO₂) = 2,0.
- K = 1,33 mol/L
Ergebnis:1,33 mol/L - ★24Für N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ gilt c(N₂) = 1,0, c(H₂) = 2,0 und c(NH₃) = 6,0 mol/L. Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)).
- K = 36 : (1,0 · 8,0).
- K = 4,5 L²/mol²
Ergebnis:4,5 L²/mol²
9Ich beschreibe das Löslichkeitsgleichgewicht mit dem Löslichkeitsprodukt und die konduktometrische Fällungstitration (Leistungskurs).
MerkenLöslichkeitsgleichgewicht (Leistungskurs)
KL ist das Produkt der Ionenkonzentrationen der gesättigten Lösung, ohne Feststoff.
Es fällt aus, wenn das Ionenprodukt KL übersteigt.
BeispielLöslichkeitsprodukt, Fällung und konduktometrische Titration (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Die gesättigte Lösung enthält Ag⁺ und Cl⁻.
- Der Feststoff geht nicht ein.
- KL = c(Ag⁺) · c(Cl⁻)
- Die gesättigte Lösung enthält Ag⁺ und Cl⁻.
- Der Feststoff geht nicht ein.
- KL = c(Ag⁺) · c(Cl⁻)
AchtungFeststoff im Löslichkeitsprodukt
KL = c(Ag⁺) · c(Cl⁻) : c(AgCl).
Der Feststoff hat eine konstante Dichte und steht nicht im Ausdruck: KL = c(Ag⁺) · c(Cl⁻).
Schreib nur die gelösten Ionen mit ihren Exponenten auf und lasse die Feststoffe weg.
ÜbenJetzt du
- ○25KL(Bariumsulfat) = 1,1 · 10⁻¹⁰ mol²/L², M = 233 g/mol. Das Salz hat das Verhältnis 1 : 1. Bestimme: Welche Löslichkeit hat es in Wasser?So fängst du an:Beide Ionen haben die Konzentration L, also KL = L².
Lösung zeigen
- Beide Ionen haben die Konzentration L, also KL = L².
- L = Wurzel aus KL = 10 µmol/L.
- In Masse: L · M = 2,4 mg/L
Ergebnis:2,4 mg/L - ●26KL(Bariumcarbonat) = 5,1 · 10⁻⁹ mol²/L², M = 197 g/mol. Das Salz hat das Verhältnis 1 : 1. Bestimme: Welche Löslichkeit hat es in Wasser?
Lösung zeigen
- Beide Ionen haben die Konzentration L, also KL = L².
- L = Wurzel aus KL = 71 µmol/L.
- In Masse: L · M = 14 mg/L
Ergebnis:14 mg/L - ★27Natriumchloridlösung wird mit Silbernitratlösung titriert und die Leitfähigkeit gemessen. Wie verläuft sie?
Lösung zeigen
- Bis zum Äquivalenzpunkt wird Cl⁻ durch NO₃⁻ ersetzt.
- Beide leiten ähnlich gut, die Leitfähigkeit ändert sich kaum.
- Danach wachsen die Ionen im Überschuss, sie steigt.
Ergebnis:Erst fast konstant, dann ansteigend
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●28Im Gleichgewicht A + B ⇌ C + D gilt (in mol/L) c(A) = 0,60, c(B) = 0,25, c(C) = 0,60, c(D) = 0,40. Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = c(C) · c(D) : (c(A) · c(B)).
- Einsetzen: c(A) = 0,60, c(B) = 0,25, c(C) = 0,60, c(D) = 0,40.
- K = 1,60
Ergebnis:1,60 - ●29H₂ + I₂ ⇌ 2 HI mit K = 25. Je 3,0 mol H₂ und I₂ werden eingesetzt. Bestimme: Wie viel mol HI liegen im Gleichgewicht vor?
Lösung zeigen
- K = (2 x)² : (3,0 − x)² = 25, Wurzel: 2 x : (3,0 − x) = 5.
- x = 3,0 · 5 : (2 + 5) = 2,14 mol.
- n(HI) = 2 x = 4,29 mol
Ergebnis:4,29 mol - ●30Die Hinreaktion von CH₄ + H₂O ⇌ CO + 3 H₂ ist endotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur erhöht wird?
Lösung zeigen
- Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung.
- Die Hinreaktion ist endotherm.
- Zur Produktseite, K steigt.
Ergebnis:Zur Produktseite, K steigt - ●31Wie reagiert das Gleichgewicht H₂(g) + I₂(g) ⇌ 2 HI(g), wenn HI zusätzlich zugegeben wird?
Lösung zeigen
- Das System weicht dem Zwang aus.
- Es wirkt der Änderung entgegen.
- Es verschiebt sich zur Eduktseite.
Ergebnis:Es verschiebt sich zur Eduktseite - ●32Eine Reaktion hat k(hin) = 4,00 und k(rück) = 0,40 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 4,00 : 0,40
- K = 10,00
Ergebnis:10,00 - ●33Aus Essigsäure und Methanol entsteht bei der säurekatalysierten Estersynthese ein Ester. Wie heißt er?
Lösung zeigen
- Die Säure Essigsäure liefert den Säureteil.
- Der Alkohol Methanol liefert den Rest methyl.
- Der Ester heißt Essigsäuremethylester.
Ergebnis:Essigsäuremethylester
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Dynamisches Gleichgewicht
- Im Gleichgewicht laufen Hin- und Rückreaktion gleich schnell weiter.
- Massenwirkungsgesetz
- K = Produkte durch Edukte, Koeffizienten als Exponenten.
- Rechnen mit dem MWG
- Bei Δν = 0 kürzt sich das Volumen heraus.
- Temperatur und K
- K hängt nur von der Temperatur ab.
- Prinzip von Le Chatelier
- Das System weicht dem Zwang aus.
- Herleitung des MWG (Leistungskurs)
- Im Gleichgewicht gilt v(hin) = v(rück), daraus folgt K = k(hin) : k(rück).
- Estersynthese (Leistungskurs)
- Die Säure protoniert die Carbonylgruppe, der Alkohol greift an, Wasser wird abgespalten.
- Haber-Bosch-Verfahren (Leistungskurs)
- Hoher Druck und Entfernen von NH₃ erhöhen die Ausbeute.
- Löslichkeitsgleichgewicht (Leistungskurs)
- KL ist das Produkt der Ionenkonzentrationen der gesättigten Lösung, ohne Feststoff.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich beschreibe die Umkehrbarkeit von Reaktionen und die Merkmale des dynamischen Gleichgewichts.
34In einem geschlossenen Gefäß stellt sich das Gleichgewicht N₂O₄ ⇌ 2 NO₂ ein. Was geschieht, nachdem die Konzentrationen konstant geworden sind?Lösung zeigen
Ergebnis:Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleichIch formuliere das Massenwirkungsgesetz und deute die Gleichgewichtskonstante K.
35Im Gleichgewicht A + B ⇌ C + D gilt (in mol/L) c(A) = 0,60, c(B) = 0,80, c(C) = 0,60, c(D) = 0,50. Bestimme: Wie groß ist K?Lösung zeigen
Ergebnis:0,63Ich berechne Gleichgewichtskonzentrationen mit dem Massenwirkungsgesetz für Reaktionen mit Δν = 0, auch bei der Estersynthese.
36Estersynthese: CH₃COOH + C₂H₅OH ⇌ CH₃COOC₂H₅ + H₂O mit K = 4. Je 1,0 mol Säure und Alkohol werden gemischt. Bestimme: Wie viel mol Ester liegen im Gleichgewicht vor?Lösung zeigen
Ergebnis:0,67 molIch beschreibe die Temperaturabhängigkeit von K und ihren Einfluss auf die Gleichgewichtslage.
37Die Hinreaktion von C(s) + CO₂ ⇌ 2 CO ist endotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur erhöht wird?Lösung zeigen
Ergebnis:Zur Produktseite, K vergrößert sichIch sage mit dem Prinzip von Le Chatelier die Wirkung von Konzentration, Druck und Katalysator voraus.
38Ein Katalysator wird zu einem Gleichgewichtsgemisch gegeben. Was bewirkt er für die Lage?Lösung zeigen
Ergebnis:Die Lage bleibt gleich, nur die Einstellung geht schnellerIch leite das Massenwirkungsgesetz aus den Geschwindigkeiten von Hin- und Rückreaktion her (Leistungskurs).
39Eine Reaktion hat k(hin) = 0,80 und k(rück) = 0,25 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?Lösung zeigen
Ergebnis:3,20Ich erkläre die säurekatalysierte Estersynthese mechanistisch und die Rolle des Katalysators (Leistungskurs).
40Wie heißt der Teilschritt, in dem das Alkoholmolekül an den protonierten Carbonylkohlenstoff tritt?Lösung zeigen
Ergebnis:Nucleophiler AngriffIch wende das Massenwirkungsgesetz auf das Haber-Bosch-Verfahren an (Leistungskurs).
41Im Gleichgewicht CO + 2 H₂ ⇌ CH₃OH gilt (in mol/L) c(CO) = 3,0, c(H₂) = 1,0, c(CH₃OH) = 2,0. Bestimme: Wie groß ist K?Lösung zeigen
Ergebnis:0,67 L²/mol²Ich beschreibe das Löslichkeitsgleichgewicht mit dem Löslichkeitsprodukt und die konduktometrische Fällungstitration (Leistungskurs).
42KL(AgCl) = 1,8 · 10⁻¹⁰ mol²/L², M = 143 g/mol. Bestimme: Welche Löslichkeit hat AgCl in Wasser?Lösung zeigen
Ergebnis:1,9 mg/L
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Gleichung
- zwei Rechnungen, die gleich viel wert sind
- Produkt
- was herauskommt, wenn man malnimmt
- Volumen
- wie viel hineinpasst
Lösungen
- Sie sind konstant, aber nicht unbedingt gleich groß
- Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
- Es fließt weiter in beide Richtungen gleich viel
- 0,63
- 0,17
- 4,0
- 1,20 mol
- 3,00 mol
- 1,5 mol
- Zur Produktseite, K steigt
- Die Farbe wird dunkler, es entsteht mehr NO₂
- Zur Produktseite, K steigt
- Zur Produktseite, dort sind weniger Gasteilchen
- Es verschiebt sich Richtung Eduktseite
- Es verschiebt sich überhaupt nicht
- 0,10
- 2,00
- 2,00
- Alkohol im Überschuss einsetzen oder Wasser entfernen
- Essigsäureethylester
- Zwei Moleküle verbinden sich unter Wasserabspaltung
- 1,00 L/mol
- 1,33 mol/L
- 4,5 L²/mol²
- 2,4 mg/L
- 14 mg/L
- Erst fast konstant, dann ansteigend
- 1,60
- 4,29 mol
- Zur Produktseite, K steigt
- Es verschiebt sich zur Eduktseite
- 10,00
- Essigsäuremethylester
- Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
- 0,63
- 0,67 mol
- Zur Produktseite, K vergrößert sich
- Die Lage bleibt gleich, nur die Einstellung geht schneller
- 3,20
- Nucleophiler Angriff
- 0,67 L²/mol²
- 1,9 mg/L