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Chemie · Klasse 12 · Kapitel

Umkehrbare Reaktionen – Hin- und Rückreaktion

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1Ich beschreibe die Umkehrbarkeit von Reaktionen und die Merkmale des dynamischen Gleichgewichts.

MerkenDynamisches Gleichgewicht

Im Gleichgewicht laufen Hin- und Rückreaktion gleich schnell weiter.

Die Konzentrationen sind konstant, aber nicht gleich.

BeispielUmkehrbarkeit und dynamisches Gleichgewicht

In welchem System stellt sich ein Gleichgewicht ein?
Schritt für Schritt
  1. Das Gleichgewicht braucht beide Reaktionsrichtungen.
  2. Die Rückreaktion braucht die Produkte.
  3. Sie dürfen das System nicht verlassen.
  1. Das Gleichgewicht braucht beide Reaktionsrichtungen.
  2. Die Rückreaktion braucht die Produkte.
  3. Sie dürfen das System nicht verlassen.
Ergebnis:
In einem geschlossenen System ohne Stoffaustausch

AchtungOffenes, geschlossenes und isoliertes System verwechselt

So nicht
Eine verschlossene Thermoskanne ist ein geschlossenes System, weil sie zu ist.
So richtig
Offen: Stoff und Energie werden ausgetauscht. Geschlossen: nur Energie. Isoliert: weder Stoff noch Energie. Eine ideale Thermoskanne ist isoliert.

Prüfe zwei Fragen getrennt: Tritt Stoff durch die Grenze? Tritt Wärme durch die Grenze?

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    In einem geschlossenen Gefäß stellt sich das Gleichgewicht CO + H₂O ⇌ CO₂ + H₂ ein. Was geschieht, nachdem die Konzentrationen konstant geworden sind?
    So fängst du an:
    Konstante Konzentrationen zeigen gleiche Geschwindigkeiten an.
    Lösung zeigen
    1. Konstante Konzentrationen zeigen gleiche Geschwindigkeiten an.
    2. Beide Reaktionen laufen weiter.
    3. Es wird gleich viel gebildet wie zerlegt.
    Ergebnis:
    Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
  2. ●2
    In einem geschlossenen Gefäß stellt sich das Gleichgewicht H₂ + I₂ ⇌ 2 HI ein. Was geschieht, nachdem die Konzentrationen konstant geworden sind?
    Lösung zeigen
    1. Konstante Konzentrationen zeigen gleiche Geschwindigkeiten an.
    2. Beide Reaktionen laufen weiter.
    3. Es wird gleich viel gebildet wie zerlegt.
    Ergebnis:
    Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
  3. ★3
    Im Wassermodell werden zwei Messzylinder mit verschieden dicken Röhrchen abwechselnd gefüllt, bis die Pegel konstant sind. Was zeigt das Modell?
    Lösung zeigen
    1. Das dicke Röhrchen überträgt mehr je Runde.
    2. Der Pegel stabilisiert sich, wenn je Runde gleich viel hin und zurück fließt.
    3. Die Pegel bleiben konstant, aber verschieden.
    Ergebnis:
    Es fließt weiter in beide Richtungen gleich viel

2Ich formuliere das Massenwirkungsgesetz und deute die Gleichgewichtskonstante K.

MerkenMassenwirkungsgesetz

K = Produkte durch Edukte, Koeffizienten als Exponenten.

K größer als 1: Produkte überwiegen. K sagt nichts über die Geschwindigkeit.

BeispielMassenwirkungsgesetz und Gleichgewichtskonstante

Im Gleichgewicht H₂ + I₂ ⇌ 2 HI gilt (in mol/L) c(H₂) = 0,40, c(I₂) = 0,20, c(HI) = 0,60. Bestimme: Wie groß ist K?
Schritt für Schritt
  1. K = c²(HI) : (c(H₂) · c(I₂)).
  2. Einsetzen: c(H₂) = 0,40, c(I₂) = 0,20, c(HI) = 0,60.
  3. K = 4,50
  1. K = c²(HI) : (c(H₂) · c(I₂)).
  2. Einsetzen: c(H₂) = 0,40, c(I₂) = 0,20, c(HI) = 0,60.
  3. K = 4,50
Ergebnis:
4,50

AchtungZähler und Nenner im MWG vertauscht

So nicht
K = (c(N₂) · c³(H₂)) : c²(NH₃).
So richtig
Produkte stehen im Zähler, Edukte im Nenner: K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)).

Schreib zuerst die Produkte in den Zähler. Prüfe, ob ein großes K viele Produkte bedeutet.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Im Gleichgewicht CO + H₂O ⇌ CO₂ + H₂ gilt (in mol/L) c(CO) = 0,10, c(H₂O) = 0,80, c(CO₂) = 0,20, c(H₂) = 0,25. Bestimme: Wie groß ist K?
    So fängst du an:
    K = c(CO₂) · c(H₂) : (c(CO) · c(H₂O)).
    Lösung zeigen
    1. K = c(CO₂) · c(H₂) : (c(CO) · c(H₂O)).
    2. Einsetzen: c(CO) = 0,10, c(H₂O) = 0,80, c(CO₂) = 0,20, c(H₂) = 0,25.
    3. K = 0,62
    Ergebnis:
    0,62
  2. ●5
    Im Gleichgewicht 2 HI ⇌ H₂ + I₂ gilt (in mol/L) c(HI) = 0,25, c(H₂) = 0,25, c(I₂) = 0,10. Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    1. K = c(H₂) · c(I₂) : c²(HI).
    2. Einsetzen: c(HI) = 0,25, c(H₂) = 0,25, c(I₂) = 0,10.
    3. K = 0,40
    Ergebnis:
    0,40
  3. ★6
    Im Gleichgewicht A + B ⇌ C + D gilt c(A) = 0,20, c(B) = 0,30, c(C) = 0,60 und c(D) = 0,40 mol/L. Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    1. K = c(C) · c(D) : (c(A) · c(B)).
    2. K = (0,60 · 0,40) : (0,20 · 0,30).
    3. K = 0,24 : 0,06 = 4,0
    Ergebnis:
    4,0

3Ich berechne Gleichgewichtskonzentrationen mit dem Massenwirkungsgesetz für Reaktionen mit Δν = 0, auch bei der Estersynthese.

MerkenRechnen mit dem MWG

Bei Δν = 0 kürzt sich das Volumen heraus.

Ansatz: Menge gleich Anfang plus oder minus x, dann nach x lösen.

BeispielGleichgewichtskonzentrationen berechnen (Δν = 0) und Estersynthese

Was bedeutet Δν = 0 für die Rechnung mit dem Massenwirkungsgesetz?
Schritt für Schritt
  1. Δν = 0: Auf beiden Seiten stehen gleich viele Teilchen.
  2. Im Quotienten kürzt sich das Volumen heraus.
  3. Man kann mit Stoffmengen rechnen.
  1. Δν = 0: Auf beiden Seiten stehen gleich viele Teilchen.
  2. Im Quotienten kürzt sich das Volumen heraus.
  3. Man kann mit Stoffmengen rechnen.
Ergebnis:
Das Volumen kürzt sich heraus, Stoffmengen genügen

AchtungBedeutung von Δν = 0 missverstanden

So nicht
Δν = 0 heißt, K ist nicht definiert oder die Reaktion hat keinen Energieumsatz.
So richtig
Δν = 0 heißt: Es stehen links und rechts gleich viele Teilchen. Das Volumen kürzt sich im MWG heraus, und K hat keine Einheit.

Zähle die Teilchen auf beiden Seiten und bilde die Differenz. Prüfe, ob sich das Volumen kürzt.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    H₂ + I₂ ⇌ 2 HI mit K = 4. Je 3,0 mol H₂ und I₂ werden eingesetzt. Bestimme: Wie viel mol HI liegen im Gleichgewicht vor?
    So fängst du an:
    K = (2 x)² : (3,0 − x)² = 4, Wurzel: 2 x : (3,0 − x) = 2.
    Lösung zeigen
    1. K = (2 x)² : (3,0 − x)² = 4, Wurzel: 2 x : (3,0 − x) = 2.
    2. x = 3,0 · 2 : (2 + 2) = 1,50 mol.
    3. n(HI) = 2 x = 3,00 mol
    Ergebnis:
    3,00 mol
  2. ●8
    H₂ + I₂ ⇌ 2 HI mit K = 49. Je 0,5 mol H₂ und I₂ werden eingesetzt. Bestimme: Wie viel mol HI liegen im Gleichgewicht vor?
    Lösung zeigen
    1. K = (2 x)² : (0,5 − x)² = 49, Wurzel: 2 x : (0,5 − x) = 7.
    2. x = 0,5 · 7 : (2 + 7) = 0,39 mol.
    3. n(HI) = 2 x = 0,78 mol
    Ergebnis:
    0,78 mol
  3. ★9
    H₂ + I₂ ⇌ 2 HI mit K = 36. Je 0,5 mol H₂ und I₂ werden eingesetzt. Bestimme: Wie viel mol HI liegen im Gleichgewicht vor?
    Lösung zeigen
    1. K = (2 x)² : (0,5 − x)² = 36, Wurzel: 2 x : (0,5 − x) = 6.
    2. x = 0,5 · 6 : (2 + 6) = 0,38 mol.
    3. n(HI) = 2 x = 0,75 mol
    Ergebnis:
    0,75 mol

4Ich beschreibe die Temperaturabhängigkeit von K und ihren Einfluss auf die Gleichgewichtslage.

MerkenTemperatur und K

K hängt nur von der Temperatur ab.

Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung, Abkühlen die exotherme.

BeispielTemperaturabhängigkeit von K und Gleichgewichtslage

Die Hinreaktion von 2 NO₂ ⇌ N₂O₄ ist exotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur gesenkt wird?
Schritt für Schritt
  1. Abkühlen begünstigt die exotherme Richtung.
  2. Die Hinreaktion ist exotherm.
  3. Zur Produktseite, K steigt.
  1. Abkühlen begünstigt die exotherme Richtung.
  2. Die Hinreaktion ist exotherm.
  3. Zur Produktseite, K steigt.
Ergebnis:
Zur Produktseite, K steigt

AchtungWirkung der Temperatur falsch vorhergesagt

So nicht
Erwärmen begünstigt immer die Hinreaktion oder die Reaktion zu den Produkten.
So richtig
Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung. Ist die Hinreaktion exotherm, ist das die Rückreaktion.

Bestimme erst, ob die Hinreaktion exotherm oder endotherm ist. Nimm dann die Richtung, die Wärme aufnimmt.

ÜbenJetzt du

  1. ○10
    Warum verschiebt Erwärmung ein Gleichgewicht zur endothermen Seite?
    So fängst du an:
    Erwärmen ist ein Zwang: Wärme wird zugeführt.
    Lösung zeigen
    1. Erwärmen ist ein Zwang: Wärme wird zugeführt.
    2. Das System weicht aus.
    3. Dazu läuft die Wärme verbrauchende, endotherme Richtung stärker.
    Ergebnis:
    Das System weicht aus und nimmt die zugeführte Wärme auf
  2. ●11
    Die Hinreaktion von N₂O₄ ⇌ 2 NO₂ ist endotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur gesenkt wird?
    Lösung zeigen
    1. Abkühlen begünstigt die exotherme Richtung.
    2. Die Hinreaktion ist endotherm.
    3. Zur Eduktseite, K sinkt.
    Ergebnis:
    Zur Eduktseite, K sinkt
  3. ★12
    Eine Reaktion hat K = 0,5 bei 300 K und K = 5 bei 500 K. Welche Aussage gilt für die Hinreaktion?
    Lösung zeigen
    1. K wächst mit der Temperatur.
    2. Das passiert bei Begünstigung der Hinreaktion durch Wärme.
    3. Die Hinreaktion ist endotherm.
    Ergebnis:
    Sie ist endotherm, K steigt mit der Temperatur

5Ich sage mit dem Prinzip von Le Chatelier die Wirkung von Konzentration, Druck und Katalysator voraus.

MerkenPrinzip von Le Chatelier

Das System weicht dem Zwang aus.

Mehr Edukt verschiebt zu den Produkten, mehr Druck zur Seite mit weniger Gasteilchen.

BeispielPrinzip von Le Chatelier: Konzentration, Druck, Katalysator

Wie reagiert das Gleichgewicht 2 CO(g) + O₂(g) ⇌ 2 CO₂(g), wenn ein Katalysator zugegeben wird?
Schritt für Schritt
  1. Ein Katalysator beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleichermaßen.
  2. Die Lage ändert sich nicht.
  3. Es verschiebt sich gar nicht.
  1. Ein Katalysator beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleichermaßen.
  2. Die Lage ändert sich nicht.
  3. Es verschiebt sich gar nicht.
Ergebnis:
Es verschiebt sich überhaupt nicht

AchtungKatalysator verschiebt das Gleichgewicht

So nicht
Ein Katalysator erhöht die Ausbeute oder lässt K steigen.
So richtig
Ein Katalysator beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleich stark. Die Lage und K bleiben unverändert, das Gleichgewicht wird nur früher erreicht.

Zeichne das Energiediagramm mit Katalysator und markiere beide Aktivierungsenergien. Was ändert sich nicht?

ÜbenJetzt du

  1. ○13
    Wie reagiert das Gleichgewicht CO(g) + H₂O(g) ⇌ CO₂(g) + H₂(g), wenn CO zusätzlich zugegeben wird?
    So fängst du an:
    Das System weicht dem Zwang aus.
    Lösung zeigen
    1. Das System weicht dem Zwang aus.
    2. Es wirkt der Änderung entgegen.
    3. Es verschiebt sich zur Produktseite.
    Ergebnis:
    Es verschiebt sich zur Produktseite
  2. ●14
    Wie reagiert das Gleichgewicht CO(g) + 2 H₂(g) ⇌ CH₃OH(g), wenn CH₃OH zusätzlich zugegeben wird?
    Lösung zeigen
    1. Das System weicht dem Zwang aus.
    2. Es wirkt der Änderung entgegen.
    3. Es verschiebt sich zur Eduktseite.
    Ergebnis:
    Es verschiebt sich Richtung Eduktseite
  3. ★15
    Wie reagiert das Gleichgewicht 2 NH₃(g) ⇌ N₂(g) + 3 H₂(g), wenn N₂ zusätzlich zugegeben wird?
    Lösung zeigen
    1. Das System weicht dem Zwang aus.
    2. Es wirkt der Änderung entgegen.
    3. Es verschiebt sich zur Eduktseite.
    Ergebnis:
    Es verschiebt sich zur Eduktseite

6Ich leite das Massenwirkungsgesetz aus den Geschwindigkeiten von Hin- und Rückreaktion her (Leistungskurs).

MerkenHerleitung des MWG (Leistungskurs)

Im Gleichgewicht gilt v(hin) = v(rück), daraus folgt K = k(hin) : k(rück).

Gleich sind die Geschwindigkeiten, nicht die Konzentrationen.

BeispielHerleitung des Massenwirkungsgesetzes (Leistungskurs)

Warum bedeutet v(hin) = v(rück) nicht, dass alle Konzentrationen gleich sind?
Schritt für Schritt
  1. v = k · c.
  2. Bei verschiedenem k braucht gleiches v verschiedenes c.
  3. Die Konzentrationen müssen nicht gleich sein.
  1. v = k · c.
  2. Bei verschiedenem k braucht gleiches v verschiedenes c.
  3. Die Konzentrationen müssen nicht gleich sein.
Ergebnis:
Gleich sind die Geschwindigkeiten, nicht die Konzentrationen

AchtungIm Gleichgewicht sind alle Konzentrationen gleich

So nicht
Im Gleichgewicht haben Edukte und Produkte die gleiche Konzentration.
So richtig
Konzentrationen sind konstant, aber meist verschieden. Das Verhältnis legt K fest.

Rechne mit einer Reaktion mit K = 4: Welches Verhältnis der Konzentrationen folgt daraus?

ÜbenJetzt du

  1. ○16
    Eine Reaktion hat k(hin) = 0,80 und k(rück) = 1,00 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
    So fängst du an:
    K = k(hin) : k(rück).
    Lösung zeigen
    1. K = k(hin) : k(rück).
    2. K = 0,80 : 1,00
    3. K = 0,80
    Ergebnis:
    0,80
  2. ●17
    Eine Reaktion hat k(hin) = 2,00 und k(rück) = 0,40 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    1. K = k(hin) : k(rück).
    2. K = 2,00 : 0,40
    3. K = 5,00
    Ergebnis:
    5,00
  3. ★18
    Eine Reaktion hat k(hin) = 1,00 und k(rück) = 0,50 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    1. K = k(hin) : k(rück).
    2. K = 1,00 : 0,50
    3. K = 2,00
    Ergebnis:
    2,00

7Ich erkläre die säurekatalysierte Estersynthese mechanistisch und die Rolle des Katalysators (Leistungskurs).

MerkenEstersynthese (Leistungskurs)

Die Säure protoniert die Carbonylgruppe, der Alkohol greift an, Wasser wird abgespalten.

Die Lage ändert sich nicht.

BeispielSäurekatalysierte Estersynthese (Leistungskurs)

Aus Propansäure und Propan-1-ol entsteht bei der säurekatalysierten Estersynthese ein Ester. Wie heißt er?
Schritt für Schritt
  1. Die Säure Propansäure liefert den Säureteil.
  2. Der Alkohol Propan-1-ol liefert den Rest propyl.
  3. Der Ester heißt Propansäurepropylester.
  1. Die Säure Propansäure liefert den Säureteil.
  2. Der Alkohol Propan-1-ol liefert den Rest propyl.
  3. Der Ester heißt Propansäurepropylester.
Ergebnis:
Propansäurepropylester

AchtungEster falsch benannt

So nicht
Aus Essigsäure und Ethanol entsteht Essigsäuremethylester.
So richtig
Der Name besteht aus dem Säurenamen und dem Alkylrest des Alkohols: Essigsäure plus Ethanol ergibt Essigsäureethylester.

Schreib die Namen der Säure und des Alkylrests nebeneinander und setze sie zum Estername zusammen.

ÜbenJetzt du

  1. ○19
    Aus Essigsäure und Pentan-1-ol entsteht bei der säurekatalysierten Estersynthese ein Ester. Wie heißt er?
    So fängst du an:
    Die Säure Essigsäure liefert den Säureteil.
    Lösung zeigen
    1. Die Säure Essigsäure liefert den Säureteil.
    2. Der Alkohol Pentan-1-ol liefert den Rest pentyl.
    3. Der Ester heißt Essigsäurepentylester.
    Ergebnis:
    Essigsäurepentylester
  2. ●20
    Welche Rolle spielt die Säure bei der Estersynthese?
    Lösung zeigen
    1. Das Proton lagert sich an den Sauerstoff der Carbonylgruppe an.
    2. Der Carbonylkohlenstoff wird dadurch positiver.
    3. Der Alkohol kann nun angreifen.
    Ergebnis:
    Sie protoniert die Carbonylgruppe und aktiviert sie
  3. ★21
    Aus Propansäure und Methanol entsteht bei der säurekatalysierten Estersynthese ein Ester. Wie heißt er?
    Lösung zeigen
    1. Die Säure Propansäure liefert den Säureteil.
    2. Der Alkohol Methanol liefert den Rest methyl.
    3. Der Ester heißt Propansäuremethylester.
    Ergebnis:
    Propansäuremethylester

8Ich wende das Massenwirkungsgesetz auf das Haber-Bosch-Verfahren an (Leistungskurs).

MerkenHaber-Bosch-Verfahren (Leistungskurs)

Hoher Druck und Entfernen von NH₃ erhöhen die Ausbeute.

Tiefe Temperatur auch, aber der Katalysator braucht etwa 450 Grad Celsius.

BeispielHaber-Bosch-Verfahren und MWG (Leistungskurs)

Im Gleichgewicht CO + 2 H₂ ⇌ CH₃OH gilt (in mol/L) c(CO) = 3,0, c(H₂) = 0,5, c(CH₃OH) = 1,0. Bestimme: Wie groß ist K?
Schritt für Schritt
  1. K = c(CH₃OH) : (c(CO) · c²(H₂)).
  2. Einsetzen: c(CO) = 3,0, c(H₂) = 0,5, c(CH₃OH) = 1,0.
  3. K = 1,33 L²/mol²
  1. K = c(CH₃OH) : (c(CO) · c²(H₂)).
  2. Einsetzen: c(CO) = 3,0, c(H₂) = 0,5, c(CH₃OH) = 1,0.
  3. K = 1,33 L²/mol²
Ergebnis:
1,33 L²/mol²

AchtungKoeffizienten nicht als Exponenten geschrieben

So nicht
K = c(NH₃) : (c(N₂) · c(H₂)).
So richtig
Die Koeffizienten der Gleichung werden zu Exponenten: K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)).

Schreib die Koeffizienten aus der Gleichung als Hochzahlen an die Konzentrationen.

ÜbenJetzt du

  1. ○22
    Im Gleichgewicht N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ gilt (in mol/L) c(N₂) = 1,5, c(H₂) = 0,5, c(NH₃) = 2,0. Bestimme: Wie groß ist K?
    So fängst du an:
    K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)).
    Lösung zeigen
    1. K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)).
    2. Einsetzen: c(N₂) = 1,5, c(H₂) = 0,5, c(NH₃) = 2,0.
    3. K = 21,33 L²/mol²
    Ergebnis:
    21,33 L²/mol²
  2. ●23
    Im Gleichgewicht N₂O₄ ⇌ 2 NO₂ gilt (in mol/L) c(N₂O₄) = 1,0, c(NO₂) = 1,5. Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    1. K = c²(NO₂) : (c(N₂O₄)).
    2. Einsetzen: c(N₂O₄) = 1,0, c(NO₂) = 1,5.
    3. K = 2,25 mol/L
    Ergebnis:
    2,25 mol/L
  3. ★24
    Für N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ gilt c(N₂) = 1,0, c(H₂) = 2,0 und c(NH₃) = 6,0 mol/L. Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    1. K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)).
    2. K = 36 : (1,0 · 8,0).
    3. K = 4,5 L²/mol²
    Ergebnis:
    4,5 L²/mol²

9Ich beschreibe das Löslichkeitsgleichgewicht mit dem Löslichkeitsprodukt und die konduktometrische Fällungstitration (Leistungskurs).

MerkenLöslichkeitsgleichgewicht (Leistungskurs)

KL ist das Produkt der Ionenkonzentrationen der gesättigten Lösung, ohne Feststoff.

Es fällt aus, wenn das Ionenprodukt KL übersteigt.

BeispielLöslichkeitsprodukt, Fällung und konduktometrische Titration (Leistungskurs)

Wie lautet der Ausdruck für das Löslichkeitsprodukt von Silberchlorid, AgCl(s) ⇌ Ag⁺ + Cl⁻?
Schritt für Schritt
  1. Die gesättigte Lösung enthält Ag⁺ und Cl⁻.
  2. Der Feststoff geht nicht ein.
  3. KL = c(Ag⁺) · c(Cl⁻)
  1. Die gesättigte Lösung enthält Ag⁺ und Cl⁻.
  2. Der Feststoff geht nicht ein.
  3. KL = c(Ag⁺) · c(Cl⁻)
Ergebnis:
KL = c(Ag⁺) · c(Cl⁻)

AchtungFeststoff im Löslichkeitsprodukt

So nicht
KL = c(Ag⁺) · c(Cl⁻) : c(AgCl).
So richtig
Der Feststoff hat eine konstante Dichte und steht nicht im Ausdruck: KL = c(Ag⁺) · c(Cl⁻).

Schreib nur die gelösten Ionen mit ihren Exponenten auf und lasse die Feststoffe weg.

ÜbenJetzt du

  1. ○25
    KL(AgCl) = 1,8 · 10⁻¹⁰ mol²/L², M = 143 g/mol. Bestimme: Welche Löslichkeit hat AgCl in Wasser?
    So fängst du an:
    L = c(Ag⁺) = c(Cl⁻), also L² = KL.
    Lösung zeigen
    1. L = c(Ag⁺) = c(Cl⁻), also L² = KL.
    2. L = Wurzel aus 1,8 · 10⁻¹⁰ = 1,3 · 10⁻⁵ mol/L.
    3. In Masse: 1,3 · 10⁻⁵ mol/L · 143 g/mol = 1,9 mg/L
    Ergebnis:
    1,9 mg/L
  2. ●26
    KL(Eisen(II)-hydroxid) = 4,9 · 10⁻¹⁷ mol³/L³, M = 90 g/mol. Das Salz hat das Verhältnis 1 : 2 (ein Kation, zwei Anionen). Bestimme: Welche Löslichkeit hat es in Wasser?
    Lösung zeigen
    1. Ein Kation (L) und zwei Anionen (2 L): KL = L · (2 L)² = 4 L³.
    2. L = dritte Wurzel aus KL : 4 = 2,3 µmol/L.
    3. In Masse: L · M = 0,21 mg/L
    Ergebnis:
    0,21 mg/L
  3. ★27
    Die Löslichkeit von Magnesiumhydroxid in Wasser soll verringert werden. Welche Maßnahme wirkt?
    Lösung zeigen
    1. Gemeinsame Ionen erhöhen eine Konzentration im KL-Ausdruck.
    2. Das Produkt der Konzentrationen darf KL nicht übersteigen.
    3. Daher fällt Salz aus, die Löslichkeit sinkt.
    Ergebnis:
    Nach Zugabe von Magnesiumsulfatlösung sinkt die Löslichkeit

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●28
    In einem geschlossenen Gefäß stellt sich das Gleichgewicht N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ ein. Was geschieht, nachdem die Konzentrationen konstant geworden sind?
    Lösung zeigen
    1. Konstante Konzentrationen zeigen gleiche Geschwindigkeiten an.
    2. Beide Reaktionen laufen weiter.
    3. Es wird gleich viel gebildet wie zerlegt.
    Ergebnis:
    Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
  2. ●29
    Im Gleichgewicht H₂ + I₂ ⇌ 2 HI gilt (in mol/L) c(H₂) = 0,30, c(I₂) = 0,40, c(HI) = 0,25. Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    1. K = c²(HI) : (c(H₂) · c(I₂)).
    2. Einsetzen: c(H₂) = 0,30, c(I₂) = 0,40, c(HI) = 0,25.
    3. K = 0,52
    Ergebnis:
    0,52
  3. ●30
    H₂ + I₂ ⇌ 2 HI mit K = 9. Je 1,5 mol H₂ und I₂ werden eingesetzt. Bestimme: Wie viel mol HI liegen im Gleichgewicht vor?
    Lösung zeigen
    1. K = (2 x)² : (1,5 − x)² = 9, Wurzel: 2 x : (1,5 − x) = 3.
    2. x = 1,5 · 3 : (2 + 3) = 0,90 mol.
    3. n(HI) = 2 x = 1,80 mol
    Ergebnis:
    1,80 mol
  4. ●31
    Die Hinreaktion von CO + 2 H₂ ⇌ CH₃OH ist exotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur gesenkt wird?
    Lösung zeigen
    1. Abkühlen begünstigt die exotherme Richtung.
    2. Die Hinreaktion ist exotherm.
    3. Zur Produktseite, K steigt.
    Ergebnis:
    Zur Produktseite, K vergrößert sich
  5. ●32
    Bei 2 SO₂ + O₂ ⇌ 2 SO₃ wird der Druck erhöht. Wohin verschiebt sich das Gleichgewicht?
    Lösung zeigen
    1. Eduktseite: 3 Gasteilchen, Produktseite: 2 Gasteilchen.
    2. Höherer Druck begünstigt die Seite mit weniger Teilchen.
    3. Das Gleichgewicht verschiebt sich zu SO₃.
    Ergebnis:
    Zur Produktseite, dort sind weniger Gasteilchen
  6. ●33
    Eine Reaktion hat k(hin) = 2,00 und k(rück) = 0,80 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    1. K = k(hin) : k(rück).
    2. K = 2,00 : 0,80
    3. K = 2,50
    Ergebnis:
    2,50

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Dynamisches Gleichgewicht
Im Gleichgewicht laufen Hin- und Rückreaktion gleich schnell weiter.
Massenwirkungsgesetz
K = Produkte durch Edukte, Koeffizienten als Exponenten.
Rechnen mit dem MWG
Bei Δν = 0 kürzt sich das Volumen heraus.
Temperatur und K
K hängt nur von der Temperatur ab.
Prinzip von Le Chatelier
Das System weicht dem Zwang aus.
Herleitung des MWG (Leistungskurs)
Im Gleichgewicht gilt v(hin) = v(rück), daraus folgt K = k(hin) : k(rück).
Estersynthese (Leistungskurs)
Die Säure protoniert die Carbonylgruppe, der Alkohol greift an, Wasser wird abgespalten.
Haber-Bosch-Verfahren (Leistungskurs)
Hoher Druck und Entfernen von NH₃ erhöhen die Ausbeute.
Löslichkeitsgleichgewicht (Leistungskurs)
KL ist das Produkt der Ionenkonzentrationen der gesättigten Lösung, ohne Feststoff.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich beschreibe die Umkehrbarkeit von Reaktionen und die Merkmale des dynamischen Gleichgewichts.

    34
    In einem geschlossenen Gefäß stellt sich das Gleichgewicht 2 SO₂ + O₂ ⇌ 2 SO₃ ein. Was geschieht, nachdem die Konzentrationen konstant geworden sind?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
  2. Ich formuliere das Massenwirkungsgesetz und deute die Gleichgewichtskonstante K.

    35
    Im Gleichgewicht H₂ + I₂ ⇌ 2 HI gilt (in mol/L) c(H₂) = 0,80, c(I₂) = 0,20, c(HI) = 0,50. Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    1,56
  3. Ich berechne Gleichgewichtskonzentrationen mit dem Massenwirkungsgesetz für Reaktionen mit Δν = 0, auch bei der Estersynthese.

    36
    A + B ⇌ C + D mit K = 4. Anfangs liegen nur A und B vor, je 1,5 mol. Bestimme: Wie viel mol C liegen im Gleichgewicht vor?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    1,00 mol
  4. Ich beschreibe die Temperaturabhängigkeit von K und ihren Einfluss auf die Gleichgewichtslage.

    37
    Die Ammoniaksynthese ist exotherm. Was geschieht mit K, wenn die Temperatur steigt?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    K sinkt, das Gleichgewicht verschiebt sich zu den Edukten
  5. Ich sage mit dem Prinzip von Le Chatelier die Wirkung von Konzentration, Druck und Katalysator voraus.

    38
    Wie reagiert das Gleichgewicht N₂O₄(g) ⇌ 2 NO₂(g), wenn NO₂ laufend entfernt wird?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Es verschiebt sich zur Produktseite
  6. Ich leite das Massenwirkungsgesetz aus den Geschwindigkeiten von Hin- und Rückreaktion her (Leistungskurs).

    39
    Eine Reaktion hat k(hin) = 0,40 und k(rück) = 1,00 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    0,40
  7. Ich erkläre die säurekatalysierte Estersynthese mechanistisch und die Rolle des Katalysators (Leistungskurs).

    40
    Aus Propansäure und Methanol entsteht bei der säurekatalysierten Estersynthese ein Ester. Wie heißt er?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Propansäuremethylester
  8. Ich wende das Massenwirkungsgesetz auf das Haber-Bosch-Verfahren an (Leistungskurs).

    41
    Im Gleichgewicht N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ gilt (in mol/L) c(N₂) = 1,5, c(H₂) = 2,0, c(NH₃) = 2,0. Bestimme: Wie groß ist K?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    0,33 L²/mol²
  9. Ich beschreibe das Löslichkeitsgleichgewicht mit dem Löslichkeitsprodukt und die konduktometrische Fällungstitration (Leistungskurs).

    42
    KL(Strontiumsulfat) = 3,4 · 10⁻⁷ mol²/L², M = 184 g/mol. Das Salz hat das Verhältnis 1 : 1. Bestimme: Welche Löslichkeit hat es in Wasser?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    107 mg/L

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Wörter

Gleichung
zwei Rechnungen, die gleich viel wert sind
Produkt
was herauskommt, wenn man malnimmt
Volumen
wie viel hineinpasst

Lösungen

  1. Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
  2. Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
  3. Es fließt weiter in beide Richtungen gleich viel
  4. 0,62
  5. 0,40
  6. 4,0
  7. 3,00 mol
  8. 0,78 mol
  9. 0,75 mol
  10. Das System weicht aus und nimmt die zugeführte Wärme auf
  11. Zur Eduktseite, K sinkt
  12. Sie ist endotherm, K steigt mit der Temperatur
  13. Es verschiebt sich zur Produktseite
  14. Es verschiebt sich Richtung Eduktseite
  15. Es verschiebt sich zur Eduktseite
  16. 0,80
  17. 5,00
  18. 2,00
  19. Essigsäurepentylester
  20. Sie protoniert die Carbonylgruppe und aktiviert sie
  21. Propansäuremethylester
  22. 21,33 L²/mol²
  23. 2,25 mol/L
  24. 4,5 L²/mol²
  25. 1,9 mg/L
  26. 0,21 mg/L
  27. Nach Zugabe von Magnesiumsulfatlösung sinkt die Löslichkeit
  28. Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
  29. 0,52
  30. 1,80 mol
  31. Zur Produktseite, K vergrößert sich
  32. Zur Produktseite, dort sind weniger Gasteilchen
  33. 2,50
  34. Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
  35. 1,56
  36. 1,00 mol
  37. K sinkt, das Gleichgewicht verschiebt sich zu den Edukten
  38. Es verschiebt sich zur Produktseite
  39. 0,40
  40. Propansäuremethylester
  41. 0,33 L²/mol²
  42. 107 mg/L