Chemie · Klasse 12 · Kapitel
Umkehrbare Reaktionen – Hin- und Rückreaktion
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich beschreibe die Umkehrbarkeit von Reaktionen und die Merkmale des dynamischen Gleichgewichts.
MerkenDynamisches Gleichgewicht
Im Gleichgewicht laufen Hin- und Rückreaktion gleich schnell weiter.
Die Konzentrationen sind konstant, aber nicht gleich.
BeispielUmkehrbarkeit und dynamisches Gleichgewicht
Schritt für Schritt
- Gleichgewicht bedeutet gleiche Geschwindigkeit beider Reaktionen.
- Die Konzentrationen hängen vom Verhältnis der Geschwindigkeitskonstanten ab.
- Sie bleiben konstant, ohne gleich zu sein.
- Gleichgewicht bedeutet gleiche Geschwindigkeit beider Reaktionen.
- Die Konzentrationen hängen vom Verhältnis der Geschwindigkeitskonstanten ab.
- Sie bleiben konstant, ohne gleich zu sein.
AchtungIm Gleichgewicht sind alle Konzentrationen gleich
Im Gleichgewicht haben Edukte und Produkte die gleiche Konzentration.
Konzentrationen sind konstant, aber meist verschieden. Das Verhältnis legt K fest.
Rechne mit einer Reaktion mit K = 4: Welches Verhältnis der Konzentrationen folgt daraus?
ÜbenJetzt du
- ○1In einem geschlossenen Gefäß stellt sich das Gleichgewicht N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ ein. Was geschieht, nachdem die Konzentrationen konstant geworden sind?So fängst du an:Konstante Konzentrationen zeigen gleiche Geschwindigkeiten an.
Lösung zeigen
- Konstante Konzentrationen zeigen gleiche Geschwindigkeiten an.
- Beide Reaktionen laufen weiter.
- Es wird gleich viel gebildet wie zerlegt.
Ergebnis:Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich - ●2Im chemischen Gleichgewicht sind die Konzentrationen konstant. Was gilt für Hin- und Rückreaktion?
Lösung zeigen
- Im Gleichgewicht bleibt die Konzentration konstant.
- Das geschieht, wenn beide Reaktionen gleich schnell laufen.
- Es wird ständig gebildet und zerlegt.
Ergebnis:Beide laufen weiter und gleich schnell ab - ★3Im Wassermodell werden zwei Messzylinder mit verschieden dicken Röhrchen abwechselnd gefüllt, bis die Pegel konstant sind. Was zeigt das Modell?
Lösung zeigen
- Das dicke Röhrchen überträgt mehr je Runde.
- Der Pegel stabilisiert sich, wenn je Runde gleich viel hin und zurück fließt.
- Die Pegel bleiben konstant, aber verschieden.
Ergebnis:Es fließt weiter in beide Richtungen gleich viel
2Ich formuliere das Massenwirkungsgesetz und deute die Gleichgewichtskonstante K.
MerkenMassenwirkungsgesetz
K = Produkte durch Edukte, Koeffizienten als Exponenten.
K größer als 1: Produkte überwiegen. K sagt nichts über die Geschwindigkeit.
BeispielMassenwirkungsgesetz und Gleichgewichtskonstante
Schritt für Schritt
- K = c(C) · c(D) : (c(A) · c(B)).
- Einsetzen: c(A) = 0,20, c(B) = 0,30, c(C) = 0,20, c(D) = 0,20.
- K = 0,67
- K = c(C) · c(D) : (c(A) · c(B)).
- Einsetzen: c(A) = 0,20, c(B) = 0,30, c(C) = 0,20, c(D) = 0,20.
- K = 0,67
AchtungZähler und Nenner im MWG vertauscht
Wie lautet das Massenwirkungsgesetz für N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ → K = (c(N₂) · c³(H₂)) : c²(NH₃)
Wie lautet das Massenwirkungsgesetz für N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ → K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂))
Schreib zuerst die Produkte in den Zähler. Prüfe, ob ein großes K viele Produkte bedeutet.
ÜbenJetzt du
- ○4Wie lautet das Massenwirkungsgesetz für N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃?So fängst du an:Produkte stehen im Zähler, Edukte im Nenner.
Lösung zeigen
- Produkte stehen im Zähler, Edukte im Nenner.
- Koeffizienten werden zu Exponenten.
- K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂))
Ergebnis:K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)) - ●5Im Gleichgewicht CO + H₂O ⇌ CO₂ + H₂ gilt (in mol/L) c(CO) = 0,20, c(H₂O) = 0,10, c(CO₂) = 0,30, c(H₂) = 0,25. Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = c(CO₂) · c(H₂) : (c(CO) · c(H₂O)).
- Einsetzen: c(CO) = 0,20, c(H₂O) = 0,10, c(CO₂) = 0,30, c(H₂) = 0,25.
- K = 3,75
Ergebnis:3,75 - ★6Im Gleichgewicht A + B ⇌ C + D gilt c(A) = 0,20, c(B) = 0,30, c(C) = 0,60 und c(D) = 0,40 mol/L. Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = c(C) · c(D) : (c(A) · c(B)).
- K = (0,60 · 0,40) : (0,20 · 0,30).
- K = 0,24 : 0,06 = 4,0
Ergebnis:4,0
3Ich berechne Gleichgewichtskonzentrationen mit dem Massenwirkungsgesetz für Reaktionen mit Δν = 0, auch bei der Estersynthese.
MerkenRechnen mit dem MWG
Bei Δν = 0 kürzt sich das Volumen heraus.
Ansatz: Menge gleich Anfang plus oder minus x, dann nach x lösen.
BeispielGleichgewichtskonzentrationen berechnen (Δν = 0) und Estersynthese
Schritt für Schritt
- K = (2 x)² : (1,5 − x)² = 4, Wurzel: 2 x : (1,5 − x) = 2.
- x = 1,5 · 2 : (2 + 2) = 0,75 mol.
- n(HI) = 2 x = 1,50 mol
- K = (2 x)² : (1,5 − x)² = 4, Wurzel: 2 x : (1,5 − x) = 2.
- x = 1,5 · 2 : (2 + 2) = 0,75 mol.
- n(HI) = 2 x = 1,50 mol
AchtungRestmenge statt Produktmenge angegeben
Gefragt ist die Menge Ester, ich gebe die Restmenge der Säure an.
x ist die Menge des Produkts, 1 − x die Restmenge des Edukts. Gefragt war x.
Schreib neben jede Zahl den Stoff. Lies die Frage noch einmal und wähle die passende Menge.
ÜbenJetzt du
- ○7H₂ + I₂ ⇌ 2 HI mit K = 36. Je 1,5 mol H₂ und I₂ werden eingesetzt. Bestimme: Wie viel mol HI liegen im Gleichgewicht vor?So fängst du an:K = (2 x)² : (1,5 − x)² = 36, Wurzel: 2 x : (1,5 − x) = 6.
Lösung zeigen
- K = (2 x)² : (1,5 − x)² = 36, Wurzel: 2 x : (1,5 − x) = 6.
- x = 1,5 · 6 : (2 + 6) = 1,13 mol.
- n(HI) = 2 x = 2,25 mol
Ergebnis:2,25 mol - ●8H₂ + I₂ ⇌ 2 HI mit K = 9. Je 0,5 mol H₂ und I₂ werden eingesetzt. Bestimme: Wie viel mol HI liegen im Gleichgewicht vor?
Lösung zeigen
- K = (2 x)² : (0,5 − x)² = 9, Wurzel: 2 x : (0,5 − x) = 3.
- x = 0,5 · 3 : (2 + 3) = 0,30 mol.
- n(HI) = 2 x = 0,60 mol
Ergebnis:0,60 mol - ★9A + B ⇌ C + D mit K = 9. Anfangs liegen nur A und B vor, je 2,0 mol. Bestimme: Wie viel mol C liegen im Gleichgewicht vor?
Lösung zeigen
- K = x² : (2 − x)² = 9, Wurzel: x : (2 − x) = 3.
- x = 6 − 3 x, also 4 x = 6.
- x = 1,5 mol
Ergebnis:1,5 mol
4Ich beschreibe die Temperaturabhängigkeit von K und ihren Einfluss auf die Gleichgewichtslage.
MerkenTemperatur und K
K hängt nur von der Temperatur ab.
Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung, Abkühlen die exotherme.
BeispielTemperaturabhängigkeit von K und Gleichgewichtslage
Schritt für Schritt
- Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung.
- Die Hinreaktion ist exotherm.
- Zur Eduktseite, K sinkt.
- Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung.
- Die Hinreaktion ist exotherm.
- Zur Eduktseite, K sinkt.
AchtungWirkung der Temperatur falsch vorhergesagt
Erwärmen begünstigt immer die Hinreaktion oder die Reaktion zu den Produkten.
Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung. Ist die Hinreaktion exotherm, ist das die Rückreaktion.
Bestimme erst, ob die Hinreaktion exotherm oder endotherm ist. Nimm dann die Richtung, die Wärme aufnimmt.
ÜbenJetzt du
- ○10Die Hinreaktion von 2 SO₂ + O₂ ⇌ 2 SO₃ ist exotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur erhöht wird?So fängst du an:Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung.
Lösung zeigen
- Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung.
- Die Hinreaktion ist exotherm.
- Zur Eduktseite, K sinkt.
Ergebnis:Zur Eduktseite, K sinkt - ●11Die Hinreaktion von H₂ + I₂ ⇌ 2 HI ist exotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur erhöht wird?
Lösung zeigen
- Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung.
- Die Hinreaktion ist exotherm.
- Zur Eduktseite, K sinkt.
Ergebnis:Zur Eduktseite, K sinkt - ★12Eine Reaktion hat K = 0,5 bei 300 K und K = 5 bei 500 K. Welche Aussage gilt für die Hinreaktion?
Lösung zeigen
- K wächst mit der Temperatur.
- Das passiert bei Begünstigung der Hinreaktion durch Wärme.
- Die Hinreaktion ist endotherm.
Ergebnis:Sie ist endotherm, K steigt mit der Temperatur
5Ich sage mit dem Prinzip von Le Chatelier die Wirkung von Konzentration, Druck und Katalysator voraus.
MerkenPrinzip von Le Chatelier
Das System weicht dem Zwang aus.
Mehr Edukt verschiebt zu den Produkten, mehr Druck zur Seite mit weniger Gasteilchen.
BeispielPrinzip von Le Chatelier: Konzentration, Druck, Katalysator
Schritt für Schritt
- Eduktseite: 3 Gasteilchen, Produktseite: 2 Gasteilchen.
- Höherer Druck begünstigt die Seite mit weniger Teilchen.
- Das Gleichgewicht verschiebt sich zu SO₃.
- Eduktseite: 3 Gasteilchen, Produktseite: 2 Gasteilchen.
- Höherer Druck begünstigt die Seite mit weniger Teilchen.
- Das Gleichgewicht verschiebt sich zu SO₃.
AchtungWirkung des Drucks falsch vorhergesagt
Höherer Druck verschiebt das Gleichgewicht zur Seite mit mehr Gasteilchen oder zu der Seite mit mehr Stoffen.
Höherer Druck begünstigt die Seite mit weniger Gasteilchen. Sind es auf beiden Seiten gleich viele, bleibt die Lage unverändert.
Zähle die Gasteilchen auf beiden Seiten. Gehe zur Seite mit der kleineren Zahl.
ÜbenJetzt du
- ○13Ein Katalysator wird zu einem Gleichgewichtsgemisch gegeben. Was bewirkt er für die Lage?So fängst du an:Der Katalysator senkt die Aktivierungsenergie beider Richtungen.
Lösung zeigen
- Der Katalysator senkt die Aktivierungsenergie beider Richtungen.
- Beide Reaktionen werden gleich stark beschleunigt.
- Die Lage bleibt, das Gleichgewicht ist früher erreicht.
Ergebnis:Die Lage bleibt gleich, nur die Einstellung geht schneller - ●14Wie reagiert das Gleichgewicht 2 NH₃(g) ⇌ N₂(g) + 3 H₂(g), wenn der Druck durch Verkleinern des Volumens erhöht wird?
Lösung zeigen
- Gasteilchen links: 2, rechts: 4.
- Höherer Druck begünstigt die Seite mit weniger Gasteilchen.
- Es verschiebt sich zur Eduktseite.
Ergebnis:Es verschiebt sich zur Eduktseite - ★15Im Gleichgewicht H₂ + I₂ ⇌ 2 HI wird der Druck durch Verkleinern des Volumens erhöht. Was folgt für die Lage?
Lösung zeigen
- Links stehen zwei Gasteilchen: ein H₂ und ein I₂.
- Rechts stehen ebenfalls zwei: 2 HI.
- Ein Druckzwang begünstigt keine Seite.
Ergebnis:Keine Verschiebung, beiderseits gleich viele Teilchen
6Ich leite das Massenwirkungsgesetz aus den Geschwindigkeiten von Hin- und Rückreaktion her (Leistungskurs).
MerkenHerleitung des MWG (Leistungskurs)
Im Gleichgewicht gilt v(hin) = v(rück), daraus folgt K = k(hin) : k(rück).
Gleich sind die Geschwindigkeiten, nicht die Konzentrationen.
BeispielHerleitung des Massenwirkungsgesetzes (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 1,00 : 0,40
- K = 2,50
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 1,00 : 0,40
- K = 2,50
AchtungKonzentrationen addiert statt multipliziert
K = (c(C) + c(D)) : (c(A) + c(B)).
Im MWG werden die Konzentrationen multipliziert: K = c(C) · c(D) : (c(A) · c(B)).
Setze die Werte ein und multipliziere im Zähler und im Nenner getrennt.
ÜbenJetzt du
- ○16Eine Reaktion hat k(hin) = 0,20 und k(rück) = 0,40 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?So fängst du an:K = k(hin) : k(rück).
Lösung zeigen
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 0,20 : 0,40
- K = 0,50
Ergebnis:0,50 - ●17Eine Reaktion hat k(hin) = 0,20 und k(rück) = 2,00 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 0,20 : 2,00
- K = 0,10
Ergebnis:0,10 - ★18Eine Reaktion hat k(hin) = 0,80 und k(rück) = 0,50 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 0,80 : 0,50
- K = 1,60
Ergebnis:1,60
7Ich erkläre die säurekatalysierte Estersynthese mechanistisch und die Rolle des Katalysators (Leistungskurs).
MerkenEstersynthese (Leistungskurs)
Die Säure protoniert die Carbonylgruppe, der Alkohol greift an, Wasser wird abgespalten.
Die Lage ändert sich nicht.
BeispielSäurekatalysierte Estersynthese (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Die Säure Propansäure liefert den Säureteil.
- Der Alkohol Methanol liefert den Rest methyl.
- Der Ester heißt Propansäuremethylester.
- Die Säure Propansäure liefert den Säureteil.
- Der Alkohol Methanol liefert den Rest methyl.
- Der Ester heißt Propansäuremethylester.
AchtungEster falsch benannt
Aus Essigsäure und Ethanol entsteht Essigsäuremethylester.
Der Name besteht aus dem Säurenamen und dem Alkylrest des Alkohols: Essigsäure plus Ethanol ergibt Essigsäureethylester.
Schreib die Namen der Säure und des Alkylrests nebeneinander und setze sie zum Estername zusammen.
ÜbenJetzt du
- ○19Aus Essigsäure und Butan-1-ol entsteht bei der säurekatalysierten Estersynthese ein Ester. Wie heißt er?So fängst du an:Die Säure Essigsäure liefert den Säureteil.
Lösung zeigen
- Die Säure Essigsäure liefert den Säureteil.
- Der Alkohol Butan-1-ol liefert den Rest butyl.
- Der Ester heißt Essigsäurebutylester.
Ergebnis:Essigsäurebutylester - ●20Aus Essigsäure und Ethanol entsteht bei der säurekatalysierten Estersynthese ein Ester. Wie heißt er?
Lösung zeigen
- Die Säure Essigsäure liefert den Säureteil.
- Der Alkohol Ethanol liefert den Rest ethyl.
- Der Ester heißt Essigsäureethylester.
Ergebnis:Essigsäureethylester - ★21Warum nennt man die Estersynthese eine Kondensationsreaktion?
Lösung zeigen
- Säure und Alkohol verbinden sich.
- Dabei wird ein Wassermolekül abgespalten.
- Verbinden unter Abspaltung eines kleinen Moleküls ist eine Kondensationsreaktion.
Ergebnis:Zwei Moleküle verbinden sich unter Wasserabspaltung
8Ich wende das Massenwirkungsgesetz auf das Haber-Bosch-Verfahren an (Leistungskurs).
MerkenHaber-Bosch-Verfahren (Leistungskurs)
Hoher Druck und Entfernen von NH₃ erhöhen die Ausbeute.
Tiefe Temperatur auch, aber der Katalysator braucht etwa 450 Grad Celsius.
BeispielHaber-Bosch-Verfahren und MWG (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- K = c²(NO₂) : (c(N₂O₄)).
- Einsetzen: c(N₂O₄) = 1,0, c(NO₂) = 0,5.
- K = 0,25 mol/L
- K = c²(NO₂) : (c(N₂O₄)).
- Einsetzen: c(N₂O₄) = 1,0, c(NO₂) = 0,5.
- K = 0,25 mol/L
AchtungKoeffizienten nicht als Exponenten geschrieben
K = c(NH₃) : (c(N₂) · c(H₂)).
Die Koeffizienten der Gleichung werden zu Exponenten: K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)).
Schreib die Koeffizienten aus der Gleichung als Hochzahlen an die Konzentrationen.
ÜbenJetzt du
- ○22Im Gleichgewicht N₂O₄ ⇌ 2 NO₂ gilt (in mol/L) c(N₂O₄) = 3,0, c(NO₂) = 4,0. Bestimme: Wie groß ist K?So fängst du an:K = c²(NO₂) : (c(N₂O₄)).
Lösung zeigen
- K = c²(NO₂) : (c(N₂O₄)).
- Einsetzen: c(N₂O₄) = 3,0, c(NO₂) = 4,0.
- K = 5,33 mol/L
Ergebnis:5,33 mol/L - ●23Im Gleichgewicht N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ gilt (in mol/L) c(N₂) = 4,0, c(H₂) = 1,0, c(NH₃) = 4,0. Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)).
- Einsetzen: c(N₂) = 4,0, c(H₂) = 1,0, c(NH₃) = 4,0.
- K = 4,00 L²/mol²
Ergebnis:4,00 L²/mol² - ★24Für N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ gilt c(N₂) = 1,0, c(H₂) = 2,0 und c(NH₃) = 6,0 mol/L. Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂)).
- K = 36 : (1,0 · 8,0).
- K = 4,5 L²/mol²
Ergebnis:4,5 L²/mol²
9Ich beschreibe das Löslichkeitsgleichgewicht mit dem Löslichkeitsprodukt und die konduktometrische Fällungstitration (Leistungskurs).
MerkenLöslichkeitsgleichgewicht (Leistungskurs)
KL ist das Produkt der Ionenkonzentrationen der gesättigten Lösung, ohne Feststoff.
Es fällt aus, wenn das Ionenprodukt KL übersteigt.
BeispielLöslichkeitsprodukt, Fällung und konduktometrische Titration (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Ein Kation (L) und zwei Anionen (2 L): KL = L · (2 L)² = 4 L³.
- L = dritte Wurzel aus KL : 4 = 2,3 µmol/L.
- In Masse: L · M = 0,21 mg/L
- Ein Kation (L) und zwei Anionen (2 L): KL = L · (2 L)² = 4 L³.
- L = dritte Wurzel aus KL : 4 = 2,3 µmol/L.
- In Masse: L · M = 0,21 mg/L
AchtungLöslichkeit aus KL mit falschem Exponenten berechnet
Für AgCl und CaF₂ gilt dieselbe Formel: L ist die Wurzel aus KL.
Bei 1 : 1 gilt KL = L², bei 1 : 2 gilt KL = 4 L³. Zuerst die Formel des Salzes, dann der Ansatz.
Schreib die Gleichgewichtsgleichung des Salzes auf und trage die Konzentrationen der Ionen in L ein. Setze dann in KL ein.
ÜbenJetzt du
- ○25KL(Silberchlorid) = 1,8 · 10⁻¹⁰ mol²/L², M = 143 g/mol. Das Salz hat das Verhältnis 1 : 1. Bestimme: Welche Löslichkeit hat es in Wasser?So fängst du an:Beide Ionen haben die Konzentration L, also KL = L².
Lösung zeigen
- Beide Ionen haben die Konzentration L, also KL = L².
- L = Wurzel aus KL = 13 µmol/L.
- In Masse: L · M = 1,9 mg/L
Ergebnis:1,9 mg/L - ●26Die Löslichkeit von Magnesiumhydroxid in Wasser soll verringert werden. Welche Maßnahme wirkt?
Lösung zeigen
- Gemeinsame Ionen erhöhen eine Konzentration im KL-Ausdruck.
- Das Produkt der Konzentrationen darf KL nicht übersteigen.
- Daher fällt Salz aus, die Löslichkeit sinkt.
Ergebnis:Nach Zugabe von Magnesiumsulfatlösung sinkt die Löslichkeit - ★27KL(Magnesiumhydroxid) = 5,6 · 10⁻¹² mol³/L³, M = 58 g/mol. Das Salz hat das Verhältnis 1 : 2 (ein Kation, zwei Anionen). Bestimme: Welche Löslichkeit hat es in Wasser?
Lösung zeigen
- Ein Kation (L) und zwei Anionen (2 L): KL = L · (2 L)² = 4 L³.
- L = dritte Wurzel aus KL : 4 = 112 µmol/L.
- In Masse: L · M = 6,5 mg/L
Ergebnis:6,5 mg/L
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●28In einem geschlossenen Gefäß stellt sich das Gleichgewicht CO + H₂O ⇌ CO₂ + H₂ ein. Was geschieht, nachdem die Konzentrationen konstant geworden sind?
Lösung zeigen
- Konstante Konzentrationen zeigen gleiche Geschwindigkeiten an.
- Beide Reaktionen laufen weiter.
- Es wird gleich viel gebildet wie zerlegt.
Ergebnis:Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich - ●29Im Gleichgewicht A + B ⇌ C + D gilt (in mol/L) c(A) = 0,80, c(B) = 0,30, c(C) = 0,30, c(D) = 0,50. Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = c(C) · c(D) : (c(A) · c(B)).
- Einsetzen: c(A) = 0,80, c(B) = 0,30, c(C) = 0,30, c(D) = 0,50.
- K = 0,63
Ergebnis:0,63 - ●30H₂ + I₂ ⇌ 2 HI mit K = 9. Je 1,5 mol H₂ und I₂ werden eingesetzt. Bestimme: Wie viel mol HI liegen im Gleichgewicht vor?
Lösung zeigen
- K = (2 x)² : (1,5 − x)² = 9, Wurzel: 2 x : (1,5 − x) = 3.
- x = 1,5 · 3 : (2 + 3) = 0,90 mol.
- n(HI) = 2 x = 1,80 mol
Ergebnis:1,80 mol - ●31Die Hinreaktion von PCl₅ ⇌ PCl₃ + Cl₂ ist endotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur erhöht wird?
Lösung zeigen
- Erwärmen begünstigt die endotherme Richtung.
- Die Hinreaktion ist endotherm.
- Zur Produktseite, K steigt.
Ergebnis:Zur Produktseite, K vergrößert sich - ●32Bei N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ wird zusätzlich H₂ eingeleitet. Was geschieht?
Lösung zeigen
- Mehr H₂ ist ein Zwang.
- Das System verbraucht H₂.
- Es entsteht mehr NH₃.
Ergebnis:Es verschiebt sich zur Produktseite, mehr NH₃ entsteht - ●33Eine Reaktion hat k(hin) = 0,20 und k(rück) = 0,25 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?
Lösung zeigen
- K = k(hin) : k(rück).
- K = 0,20 : 0,25
- K = 0,80
Ergebnis:0,80
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Dynamisches Gleichgewicht
- Im Gleichgewicht laufen Hin- und Rückreaktion gleich schnell weiter.
- Massenwirkungsgesetz
- K = Produkte durch Edukte, Koeffizienten als Exponenten.
- Rechnen mit dem MWG
- Bei Δν = 0 kürzt sich das Volumen heraus.
- Temperatur und K
- K hängt nur von der Temperatur ab.
- Prinzip von Le Chatelier
- Das System weicht dem Zwang aus.
- Herleitung des MWG (Leistungskurs)
- Im Gleichgewicht gilt v(hin) = v(rück), daraus folgt K = k(hin) : k(rück).
- Estersynthese (Leistungskurs)
- Die Säure protoniert die Carbonylgruppe, der Alkohol greift an, Wasser wird abgespalten.
- Haber-Bosch-Verfahren (Leistungskurs)
- Hoher Druck und Entfernen von NH₃ erhöhen die Ausbeute.
- Löslichkeitsgleichgewicht (Leistungskurs)
- KL ist das Produkt der Ionenkonzentrationen der gesättigten Lösung, ohne Feststoff.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich beschreibe die Umkehrbarkeit von Reaktionen und die Merkmale des dynamischen Gleichgewichts.
34In einem geschlossenen Gefäß stellt sich das Gleichgewicht CO₂(g) ⇌ CO₂(aq) in einer verschlossenen Sprudelflasche ein. Was geschieht, nachdem die Konzentrationen konstant geworden sind?Lösung zeigen
Ergebnis:Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleichIch formuliere das Massenwirkungsgesetz und deute die Gleichgewichtskonstante K.
35Im Gleichgewicht 2 HI ⇌ H₂ + I₂ gilt (in mol/L) c(HI) = 0,40, c(H₂) = 0,50, c(I₂) = 0,40. Bestimme: Wie groß ist K?Lösung zeigen
Ergebnis:1,25Ich berechne Gleichgewichtskonzentrationen mit dem Massenwirkungsgesetz für Reaktionen mit Δν = 0, auch bei der Estersynthese.
36A + B ⇌ C + D mit K = 9. Anfangs liegen nur A und B vor, je 2,0 mol. Bestimme: Wie viel mol C liegen im Gleichgewicht vor?Lösung zeigen
Ergebnis:1,50 molIch beschreibe die Temperaturabhängigkeit von K und ihren Einfluss auf die Gleichgewichtslage.
37Die Hinreaktion von CO + 2 H₂ ⇌ CH₃OH ist exotherm. Wie verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Temperatur erhöht wird?Lösung zeigen
Ergebnis:Zur Eduktseite, K sinktIch sage mit dem Prinzip von Le Chatelier die Wirkung von Konzentration, Druck und Katalysator voraus.
38Wie reagiert das Gleichgewicht H₂(g) + I₂(g) ⇌ 2 HI(g), wenn HI zusätzlich zugegeben wird?Lösung zeigen
Ergebnis:Es verschiebt sich Richtung EduktseiteIch leite das Massenwirkungsgesetz aus den Geschwindigkeiten von Hin- und Rückreaktion her (Leistungskurs).
39Eine Reaktion hat k(hin) = 0,40 und k(rück) = 0,25 (gleiche Einheit). Bestimme: Wie groß ist K?Lösung zeigen
Ergebnis:1,60Ich erkläre die säurekatalysierte Estersynthese mechanistisch und die Rolle des Katalysators (Leistungskurs).
40Aus Ameisensäure und Methanol entsteht bei der säurekatalysierten Estersynthese ein Ester. Wie heißt er?Lösung zeigen
Ergebnis:AmeisensäuremethylesterIch wende das Massenwirkungsgesetz auf das Haber-Bosch-Verfahren an (Leistungskurs).
41Im Gleichgewicht N₂ + 3 H₂ ⇌ 2 NH₃ gilt (in mol/L) c(N₂) = 0,5, c(H₂) = 2,0, c(NH₃) = 1,5. Bestimme: Wie groß ist K?Lösung zeigen
Ergebnis:0,56 L²/mol²Ich beschreibe das Löslichkeitsgleichgewicht mit dem Löslichkeitsprodukt und die konduktometrische Fällungstitration (Leistungskurs).
42Die Löslichkeit von Bariumsulfat in Wasser soll verringert werden. Welche Maßnahme wirkt?Lösung zeigen
Ergebnis:Nach Zugabe von Natriumsulfatlösung sinkt die Löslichkeit
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Gleichung
- zwei Rechnungen, die gleich viel wert sind
- Produkt
- was herauskommt, wenn man malnimmt
- Volumen
- wie viel hineinpasst
Lösungen
- Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
- Beide laufen weiter und gleich schnell ab
- Es fließt weiter in beide Richtungen gleich viel
- K = c²(NH₃) : (c(N₂) · c³(H₂))
- 3,75
- 4,0
- 2,25 mol
- 0,60 mol
- 1,5 mol
- Zur Eduktseite, K sinkt
- Zur Eduktseite, K sinkt
- Sie ist endotherm, K steigt mit der Temperatur
- Die Lage bleibt gleich, nur die Einstellung geht schneller
- Es verschiebt sich zur Eduktseite
- Keine Verschiebung, beiderseits gleich viele Teilchen
- 0,50
- 0,10
- 1,60
- Essigsäurebutylester
- Essigsäureethylester
- Zwei Moleküle verbinden sich unter Wasserabspaltung
- 5,33 mol/L
- 4,00 L²/mol²
- 4,5 L²/mol²
- 1,9 mg/L
- Nach Zugabe von Magnesiumsulfatlösung sinkt die Löslichkeit
- 6,5 mg/L
- Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
- 0,63
- 1,80 mol
- Zur Produktseite, K vergrößert sich
- Es verschiebt sich zur Produktseite, mehr NH₃ entsteht
- 0,80
- Hin- und Rückreaktion laufen weiter, die Konzentrationen bleiben gleich
- 1,25
- 1,50 mol
- Zur Eduktseite, K sinkt
- Es verschiebt sich Richtung Eduktseite
- 1,60
- Ameisensäuremethylester
- 0,56 L²/mol²
- Nach Zugabe von Natriumsulfatlösung sinkt die Löslichkeit