Chemie · Klasse 12 · Kapitel
Chemische Thermodynamik: Energie, Enthalpie und Spontaneität
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich lese Energiediagramme und unterscheide exotherme und endotherme Reaktionen sowie die Aktivierungsenergie.
MerkenEnergiediagramm
Exotherm: Die Produkte liegen tiefer, Wärme geht an die Umgebung.
Endotherm: Sie liegen höher. Ea ist der Anstieg bis zum Gipfel.
BeispielEnergiediagramm: exotherm, endotherm, Aktivierungsenergie
Schritt für Schritt
- Die Rückreaktion beginnt bei den Produkten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 90 kJ bis zum Gipfel bei 250 kJ.
- Ea = 250 kJ − (90 kJ) = 160 kJ
- Die Rückreaktion beginnt bei den Produkten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 90 kJ bis zum Gipfel bei 250 kJ.
- Ea = 250 kJ − (90 kJ) = 160 kJ
AchtungHin- und Rückreaktion bei der Aktivierungsenergie verwechselt
Edukte 0 kJ, Gipfel 150 kJ, Produkte bei −90 kJ: Die Aktivierungsenergie der Hinreaktion ist 240 kJ.
Hin: 150 kJ − 0 kJ = 150 kJ. Rück: 150 kJ − (−90 kJ) = 240 kJ. Für die Hinreaktion zählt der Anstieg von den Edukten.
Bestimme zuerst, bei welchem Niveau die gefragte Reaktion beginnt. Miss von dort bis zum Gipfel.
ÜbenJetzt du
- ○1In einem Energiediagramm liegen die Edukte bei 0 kJ, der Gipfel bei 250 kJ und die Produkte bei −120 kJ. Bestimme: Wie groß ist die Aktivierungsenergie der Hinreaktion?So fängst du an:Die Hinreaktion beginnt bei den Edukten.
Lösung zeigen
- Die Hinreaktion beginnt bei den Edukten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 0 kJ bis zum Gipfel bei 250 kJ.
- Ea = 250 kJ − 0 kJ = 250 kJ
Ergebnis:250 kJ - ●2In einem Energiediagramm liegen die Edukte bei 0 kJ, der Gipfel bei 150 kJ und die Produkte bei −60 kJ. Bestimme: Wie groß ist die Aktivierungsenergie der Hinreaktion?
Lösung zeigen
- Die Hinreaktion beginnt bei den Edukten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 0 kJ bis zum Gipfel bei 150 kJ.
- Ea = 150 kJ − 0 kJ = 150 kJ
Ergebnis:150 kJ - ★3In einem Energiediagramm liegen die Edukte bei 0 kJ, der Gipfel bei 150 kJ und die Produkte bei 90 kJ. Bestimme: Wie groß ist die Aktivierungsenergie der Rückreaktion?
Lösung zeigen
- Die Rückreaktion beginnt bei den Produkten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 90 kJ bis zum Gipfel bei 150 kJ.
- Ea = 150 kJ − (90 kJ) = 60 kJ
Ergebnis:60 kJ
2Ich nutze den ersten Hauptsatz als Energieerhaltung, unterscheide Systeme und deute Temperatur als Teilchenbewegung.
MerkenErster Hauptsatz und Systeme
Energie geht nie verloren, sie wechselt nur die Form.
Systeme tauschen Stoff und Energie (offen), nur Energie (geschlossen) oder nichts (isoliert) aus.
BeispielHauptsatz, Systeme und Teilchenbewegung
Schritt für Schritt
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Geschlossenes System, nur Energie wird ausgetauscht.
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Geschlossenes System, nur Energie wird ausgetauscht.
AchtungOffenes, geschlossenes und isoliertes System verwechselt
Eine verschlossene Thermoskanne ist ein geschlossenes System, weil sie zu ist.
Offen: Stoff und Energie werden ausgetauscht. Geschlossen: nur Energie. Isoliert: weder Stoff noch Energie. Eine ideale Thermoskanne ist isoliert.
Prüfe zwei Fragen getrennt: Tritt Stoff durch die Grenze? Tritt Wärme durch die Grenze?
ÜbenJetzt du
- ○4Welcher Systemtyp liegt bei ein Teller mit heißer Suppe vor?So fängst du an:Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
Lösung zeigen
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Offenes System, Austausch von Stoff und Energie.
Ergebnis:Offenes System, Austausch von Materie und Wärmeenergie - ●5Welcher Systemtyp liegt bei ein fest verschlossener Dampfdrucktopf auf dem Herd vor?
Lösung zeigen
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Geschlossenes System, nur Energie wird ausgetauscht.
Ergebnis:Geschlossenes System, nur Energie wird ausgetauscht - ★6Welcher Systemtyp liegt bei ein ideal gedämmtes Kalorimeter mit Deckel vor?
Lösung zeigen
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Isoliertes System, weder Stoff noch Energie.
Ergebnis:Isoliertes System, weder Materie noch Wärmeenergie
3Ich bestimme Wärmemengen mit der Kalorimetergleichung Q = m · c · ΔT.
MerkenKalorimetrie
Das Wasser nimmt Q = m · c · ΔT auf, c = 4,18 J/(g · K). ΔT ist eine Temperaturdifferenz.
BeispielKalorimetrie: Q = m · c · ΔT
Schritt für Schritt
- ΔT = 25,0 − 20,0 = 5,0 K.
- Q = 300 g · 4,18 J/(g · K) · 5,0 K = 6270 J.
- Das sind 6,27 kJ.
- ΔT = 25,0 − 20,0 = 5,0 K.
- Q = 300 g · 4,18 J/(g · K) · 5,0 K = 6270 J.
- Das sind 6,27 kJ.
AchtungEndtemperatur statt Temperaturdifferenz eingesetzt
Q = 250 g · 4,18 J/(g · K) · 28 K, denn das Wasser hat am Ende 28 Grad Celsius.
Gefragt ist die Änderung: ΔT = 28 Grad Celsius − 20 Grad Celsius = 8 K. Q = 250 g · 4,18 J/(g · K) · 8 K.
Berechne zuerst ΔT als Endtemperatur minus Starttemperatur. Setze erst dann in die Gleichung ein.
ÜbenJetzt du
- ○7300 g Wasser werden von 22,0 auf 26,0 Grad Celsius erwärmt. Bestimme: Wie viel Wärme nimmt das Wasser auf? c = 4,18 J/(g · K).So fängst du an:ΔT = 26,0 − 22,0 = 4,0 K.
Lösung zeigen
- ΔT = 26,0 − 22,0 = 4,0 K.
- Q = 300 g · 4,18 J/(g · K) · 4,0 K = 5016 J.
- Das sind 5,02 kJ.
Ergebnis:5,02 kJ - ●8400 g Wasser werden von 20,0 auf 22,5 Grad Celsius erwärmt. Bestimme: Wie viel Wärme nimmt das Wasser auf? c = 4,18 J/(g · K).
Lösung zeigen
- ΔT = 22,5 − 20,0 = 2,5 K.
- Q = 400 g · 4,18 J/(g · K) · 2,5 K = 4180 J.
- Das sind 4,18 kJ.
Ergebnis:4,18 kJ - ★9Ein Metallstück (80 g, 100 Grad Celsius) kommt in 200 g Wasser (20,0 Grad Celsius). Die Mischtemperatur beträgt 24,0 Grad Celsius. Wie groß ist die spezifische Wärmekapazität des Metalls?
Lösung zeigen
- Das Wasser nimmt auf: 200 g · 4,18 J/(g · K) · 4,0 K = 3344 J.
- Das Metall gibt diese Wärme ab: 3344 J = 80 g · c · 76 K.
- c = 3344 J : (80 g · 76 K) = 0,55 J/(g · K)
Ergebnis:0,55 J/(g · K)
4Ich berechne molare Reaktionsenthalpien und benenne Bildungs-, Lösungs- und Verbrennungsenthalpie.
MerkenMolare Enthalpien
Molare Reaktionsenthalpie: ΔrH = −Q : n, also Wärme je mol.
Zustände stehen als (s), (l), (g) und (aq) in der Gleichung.
BeispielMolare Enthalpien: Reaktions-, Bildungs-, Lösungs- und Verbrennungsenthalpie
Schritt für Schritt
- Die Nullstufe liegt bei den Elementen.
- Gemeint ist ihre stabilste Form unter Standardbedingungen.
- Bei Sauerstoff ist das O₂(g).
- Die Nullstufe liegt bei den Elementen.
- Gemeint ist ihre stabilste Form unter Standardbedingungen.
- Bei Sauerstoff ist das O₂(g).
AchtungNullpunkt der Bildungsenthalpie bei einer Verbindung gesucht
Wasser hat die Bildungsenthalpie null, weil es der Bezugsstoff ist.
Null haben nur die Elemente in ihrer stabilen Form. Wasser hat −286 kJ/mol (flüssig).
Suche in der Tabelle alle Stoffe mit dem Wert null. Welche Gemeinsamkeit haben sie?
ÜbenJetzt du
- ○10Beim Lösen von 4,75 g wasserfreies Magnesiumchlorid (95 g/mol) in Wasser gibt die Lösung 7,75 kJ Wärme ab. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der molaren Lösungsenthalpie?So fängst du an:n = 4,75 g : 95 g/mol = 0,05 mol.
Lösung zeigen
- n = 4,75 g : 95 g/mol = 0,05 mol.
- ΔLH = Q : n = 7,75 kJ : 0,05 mol.
- = 155 kJ/mol
Ergebnis:155 kJ/mol - ●11Beim Lösen von 22,20 g wasserfreies Calciumchlorid (111 g/mol) in Wasser gibt die Lösung 16,60 kJ Wärme ab. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der molaren Lösungsenthalpie?
Lösung zeigen
- n = 22,20 g : 111 g/mol = 0,20 mol.
- ΔLH = Q : n = 16,60 kJ : 0,20 mol.
- = 83 kJ/mol
Ergebnis:83 kJ/mol - ★12Beim Lösen von 6,0 g Harnstoff (60 g/mol) nimmt die Lösung 1,54 kJ Wärme auf. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der molaren Lösungsenthalpie?
Lösung zeigen
- n = 6,0 g : 60 g/mol = 0,10 mol.
- ΔLH = Q : n = 1,54 kJ : 0,10 mol.
- = 15,4 kJ/mol
Ergebnis:15,4 kJ/mol
5Ich berechne Reaktionsenthalpien mit dem Satz von Hess und mit Bildungsenthalpien.
MerkenSatz von Hess
Die Reaktionsenthalpie hängt nur von Anfang und Ende ab. ΔrH = Σ ΔfH(P) − Σ ΔfH(E).
BeispielSatz von Hess und Bildungsenthalpien
Schritt für Schritt
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ ΔfH(Produkte) = −1182 kJ, Σ ΔfH(Edukte) = −1157 kJ.
- ΔrH = −25 kJ, der Betrag ist 25 kJ.
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ ΔfH(Produkte) = −1182 kJ, Σ ΔfH(Edukte) = −1157 kJ.
- ΔrH = −25 kJ, der Betrag ist 25 kJ.
AchtungEduktsumme nicht abgezogen
Es genügt der Wert des Produkts: ΔrH = −85 kJ/mol.
Produkte minus Edukte: −85 − 52 = −137 kJ/mol. Die Edukte gehören in die Rechnung.
Schreib die Gleichung mit beiden Summen auf: zuerst die Produktsumme, dann die Eduktsumme.
ÜbenJetzt du
- ○13Eine Reaktion A → C verläuft direkt mit 100 kJ Wärmeabgabe. Auf dem Umweg A → B → C werden im ersten Schritt 60 kJ frei. Bestimme: Wie viel Wärme wird im Schritt B → C frei?So fängst du an:Nach Hess ist die Summe der Teilschritte gleich der Gesamtreaktion.
Lösung zeigen
- Nach Hess ist die Summe der Teilschritte gleich der Gesamtreaktion.
- 100 kJ = 60 kJ + x.
- x = 40 kJ
Ergebnis:40 kJ - ●14Gleichung: CO₂ + H₂ → CO + H₂O(g). Bildungsenthalpien: ΔfH(CO₂) = −394 kJ/mol, ΔfH(CO) = −111 kJ/mol, ΔfH(H₂O(g)) = −242 kJ/mol; Elemente haben 0 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Reaktionsenthalpie ΔrH in kJ je Formelumsatz?
Lösung zeigen
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ ΔfH(Produkte) = −353 kJ, Σ ΔfH(Edukte) = −394 kJ.
- ΔrH = 41 kJ, der Betrag ist 41 kJ.
Ergebnis:41 kJ - ★15ΔfH(CO) = −111 kJ/mol und ΔfH(CO₂) = −394 kJ/mol. Bestimme: Wie viel Wärme je mol wird bei CO + ½ O₂ → CO₂ frei?
Lösung zeigen
- ΔfH(O₂) = 0 kJ/mol, weil O₂ ein Element ist.
- ΔrH = −394 kJ/mol − (−111 kJ/mol).
- ΔrH = −283 kJ/mol, es werden 283 kJ frei.
Ergebnis:283 kJ
6Ich erkläre das Lösen von Salzen mit Ionengitter, Solvatation und Ion-Dipol-Wechselwirkungen.
MerkenLösen von Salzen
Wassermoleküle umlagern die Ionen und lösen sie aus dem Gitter.
Dabei entsteht kein neuer Stoff.
BeispielLösen von Salzen: Ionengitter, Solvatation und Ion-Dipol-Wechselwirkung
Schritt für Schritt
- Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
- Das System gibt Wärme ab.
- Die Enthalpieänderung ist negativ.
- Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
- Das System gibt Wärme ab.
- Die Enthalpieänderung ist negativ.
AchtungVorzeichen der Enthalpieänderung verwechselt
Die Lösung wird warm, also ist die Lösungsenthalpie positiv.
Wird die Umgebung warm, gibt das System Wärme ab. Die Enthalpieänderung des Systems ist negativ.
Frag dich: Gibt das System Wärme ab oder nimmt es welche auf? Setze danach das Vorzeichen.
ÜbenJetzt du
- ○16Beim Lösen von Kaliumnitrat in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?So fängst du an:Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
Lösung zeigen
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf - ●17Beim Lösen von Kaliumiodid in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?
Lösung zeigen
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf - ★18Natriumcarbonat-Decahydrat enthält Kristallwasser. Was bedeutet das?
Lösung zeigen
- Die Formel Na₂CO₃ · 10 H₂O nennt zehn Wassermoleküle je Formeleinheit.
- Sie sind Teil des Gitters.
- Erst starkes Erhitzen treibt sie aus.
Ergebnis:Wassermoleküle sind fest in das Kristallgitter eingebaut
7Ich verknüpfe Gitterenthalpie, Hydratationsenthalpie und Lösungsenthalpie (Leistungskurs).
MerkenGitter und Hydratation (Leistungskurs)
ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH. Das Gitter kostet Energie, die Hydratation liefert sie.
Überwiegt die Hydratation, löst sich das Salz exotherm.
BeispielGitter-, Hydratations- und Lösungsenthalpie (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = 17 kJ/mol − 680 kJ/mol.
- ΔHydrH = −663 kJ/mol, der Betrag ist 663 kJ/mol.
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = 17 kJ/mol − 680 kJ/mol.
- ΔHydrH = −663 kJ/mol, der Betrag ist 663 kJ/mol.
AchtungGitter- und Hydratationsenthalpie falsch verrechnet
ΔLH = 787 kJ/mol + 783 kJ/mol = 1570 kJ/mol, denn beide Werte sind Energien.
Die Hydratationsenthalpie ist negativ: ΔLH = 787 kJ/mol + (−783 kJ/mol) = 4 kJ/mol.
Schreib beide Werte mit Vorzeichen auf und addiere sie. Prüfe, ob das Ergebnis klein bleibt.
ÜbenJetzt du
- ○19Natriumiodid: Gitterenthalpie +704 kJ/mol, Lösungsenthalpie −7 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Hydratationsenthalpie?So fängst du an:ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
Lösung zeigen
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = −7 kJ/mol − 704 kJ/mol.
- ΔHydrH = −711 kJ/mol, der Betrag ist 711 kJ/mol.
Ergebnis:711 kJ/mol - ●20Kaliumfluorid: Gitterenthalpie +829 kJ/mol, Lösungsenthalpie −18 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Hydratationsenthalpie?
Lösung zeigen
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = −18 kJ/mol − 829 kJ/mol.
- ΔHydrH = −847 kJ/mol, der Betrag ist 847 kJ/mol.
Ergebnis:847 kJ/mol - ★21Die Gitterenthalpie eines Salzes wird bei gleicher Hydratationsenthalpie größer. Wie ändert sich die Lösungsenthalpie?
Lösung zeigen
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH.
- ΔGitterH steigt, ΔHydrH bleibt gleich.
- Die Summe wird größer, also positiver.
Ergebnis:Sie wird positiver, das Lösen verläuft weniger exotherm
8Ich beschreibe die Entropie und berechne die Entropieänderung einer Reaktion (Leistungskurs).
MerkenEntropie (Leistungskurs)
Entropie misst die Zahl der Anordnungsmöglichkeiten: ΔrS = Σ S(Produkte) − Σ S(Edukte).
Sie steigt, wenn mehr Gasteilchen entstehen.
BeispielEntropie und zweiter Hauptsatz (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Aus gelösten Ionen wird ein geordneter Feststoff.
- Weniger Teilchen oder geordnetere Teilchen bedeuten weniger Anordnungsmöglichkeiten.
- Die Entropie nimmt ab.
- Aus gelösten Ionen wird ein geordneter Feststoff.
- Weniger Teilchen oder geordnetere Teilchen bedeuten weniger Anordnungsmöglichkeiten.
- Die Entropie nimmt ab.
AchtungVorzeichen der Entropieänderung falsch beurteilt
Bei Kondensation und Kristallisation nimmt die Entropie zu, weil Stoffe sich verbinden.
Mehr Gasteilchen und mehr Beweglichkeit bedeuten mehr Entropie. Kondensieren und Kristallisieren führen zu mehr Ordnung, die Entropie nimmt ab.
Zähle die Gasteilchen vor und nach der Reaktion und schließe auf das Vorzeichen.
ÜbenJetzt du
- ○22Wie ändert sich bei NH₄Cl(s) → NH₃(g) + HCl(g) die Entropie des Systems?So fängst du an:Aus einem Feststoff entstehen zwei Gase.
Lösung zeigen
- Aus einem Feststoff entstehen zwei Gase.
- Mehr Teilchen oder freiere Teilchen bedeuten mehr Anordnungsmöglichkeiten.
- Die Entropie nimmt zu.
Ergebnis:Die Entropie nimmt zu, es gibt mehr Möglichkeiten - ●23Wie groß ist der Betrag von ΔrS für CaCO₃(s) → CaO(s) + CO₂(g)? S° in J/(mol · K): CaCO₃ 93, CaO 40, CO₂ 214.
Lösung zeigen
- ΔrS = Σ S(Produkte) − Σ S(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ S(Produkte) = 254 J/(mol · K), Σ S(Edukte) = 93 J/(mol · K).
- ΔrS = 161 J/(mol · K), der Betrag ist 161 J/(mol · K).
Ergebnis:161 J/(mol · K) - ★24In einem Kühlschrank nimmt die Entropie des Innenraums ab. Ist das ein Widerspruch zum zweiten Hauptsatz?
Lösung zeigen
- Der Innenraum gibt Wärme und Entropie an die Küche ab.
- Dort steigt die Entropie stärker, als sie innen sinkt.
- Die Gesamtentropie wächst, der Hauptsatz gilt.
Ergebnis:Nein, die Gesamtentropie nimmt zu, die Umgebung gewinnt mehr
9Ich beurteile mit der Gibbs-Helmholtz-Gleichung, ob eine Reaktion freiwillig abläuft (Leistungskurs).
MerkenGibbs-Helmholtz-Gleichung (Leistungskurs)
ΔrG = ΔrH − T · ΔrS. Negatives ΔrG heißt freiwillig.
Die Grenztemperatur ist T = ΔrH : ΔrS, mit ΔrS in kJ.
BeispielGibbs-Helmholtz-Gleichung und Spontaneität (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Bei ΔrG = 0 gilt ΔrH = T · ΔrS, also T = ΔrH : ΔrS.
- T = −114 kJ/mol : −0,147 kJ/(mol · K)
- T = 776 K (unterhalb freiwillig)
- Bei ΔrG = 0 gilt ΔrH = T · ΔrS, also T = ΔrH : ΔrS.
- T = −114 kJ/mol : −0,147 kJ/(mol · K)
- T = 776 K (unterhalb freiwillig)
AchtungQuotient der Grenztemperatur umgedreht
T = ΔS : ΔH.
Bei ΔG = 0 gilt ΔH = T · ΔS, also T = ΔH : ΔS.
Löse die Gleichung ΔH − T · ΔS = 0 nach T auf. Schreib jeden Umformungsschritt auf.
ÜbenJetzt du
- ○25Wann läuft eine Reaktion bei konstanter Temperatur freiwillig ab?So fängst du an:ΔrG = ΔrH − T · ΔrS beschreibt die Triebkraft.
Lösung zeigen
- ΔrG = ΔrH − T · ΔrS beschreibt die Triebkraft.
- Negatives ΔrG bedeutet: exergonisch.
- Dann läuft die Reaktion freiwillig ab.
Ergebnis:Wenn die freie Reaktionsenthalpie ΔrG negativ ist - ●26PCl₅ → PCl₃ + Cl₂ hat ΔrH = 88 kJ/mol und ΔrS = 170 J/(mol · K). Bestimme: Bei welcher Grenztemperatur ist ΔrG gleich Null?
Lösung zeigen
- Bei ΔrG = 0 gilt ΔrH = T · ΔrS, also T = ΔrH : ΔrS.
- T = 88 kJ/mol : 0,170 kJ/(mol · K)
- T = 518 K (oberhalb freiwillig)
Ergebnis:518 K - ★27Die Ammoniaksynthese hat ΔrH = −92 kJ/mol und ΔrS = −199 J/(mol · K). Was gilt für die Freiwilligkeit?
Lösung zeigen
- T = ΔrH : ΔrS = 92 kJ/mol : 0,199 kJ/(mol · K) = 462 K.
- ΔrS ist negativ: Der Term −T · ΔrS wird mit steigender Temperatur positiver.
- Unterhalb von 462 K ist ΔrG negativ.
Ergebnis:Sie läuft nur unterhalb von etwa 462 K freiwillig ab
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●28In einem Energiediagramm liegen die Edukte bei 0 kJ, der Gipfel bei 100 kJ und die Produkte bei −60 kJ. Bestimme: Wie groß ist die Aktivierungsenergie der Hinreaktion?
Lösung zeigen
- Die Hinreaktion beginnt bei den Edukten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 0 kJ bis zum Gipfel bei 100 kJ.
- Ea = 100 kJ − 0 kJ = 100 kJ
Ergebnis:100 kJ - ●29Welcher Systemtyp liegt bei ein Lagerfeuer im Freien vor?
Lösung zeigen
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Offenes System, Austausch von Stoff und Energie.
Ergebnis:Offenes System, Austausch von Materie und Wärmeenergie - ●30150 g Wasser werden von 18,0 auf 23,0 Grad Celsius erwärmt. Bestimme: Wie viel Wärme nimmt das Wasser auf? c = 4,18 J/(g · K).
Lösung zeigen
- ΔT = 23,0 − 18,0 = 5,0 K.
- Q = 150 g · 4,18 J/(g · K) · 5,0 K = 3135 J.
- Das sind 3,13 kJ.
Ergebnis:3,13 kJ - ●31Beim Lösen von Kaliumchlorid in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?
Lösung zeigen
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf - ●32Gleichung: CaCO₃ → CaO + CO₂. Bildungsenthalpien: ΔfH(CaCO₃) = −1207 kJ/mol, ΔfH(CaO) = −635 kJ/mol, ΔfH(CO₂) = −394 kJ/mol; Elemente haben 0 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Reaktionsenthalpie ΔrH in kJ je Formelumsatz?
Lösung zeigen
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ ΔfH(Produkte) = −1029 kJ, Σ ΔfH(Edukte) = −1207 kJ.
- ΔrH = 178 kJ, der Betrag ist 178 kJ.
Ergebnis:178 kJ - ●33Beim Lösen von Ammoniumnitrat in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?
Lösung zeigen
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Energiediagramm
- Exotherm: Die Produkte liegen tiefer, Wärme geht an die Umgebung.
- Erster Hauptsatz und Systeme
- Energie geht nie verloren, sie wechselt nur die Form.
- Kalorimetrie
- Das Wasser nimmt Q = m · c · ΔT auf, c = 4,18 J/(g · K). ΔT ist eine Temperaturdifferenz.
- Molare Enthalpien
- Molare Reaktionsenthalpie: ΔrH = −Q : n, also Wärme je mol.
- Satz von Hess
- Die Reaktionsenthalpie hängt nur von Anfang und Ende ab. ΔrH = Σ ΔfH(P) − Σ ΔfH(E).
- Lösen von Salzen
- Wassermoleküle umlagern die Ionen und lösen sie aus dem Gitter.
- Gitter und Hydratation (Leistungskurs)
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH. Das Gitter kostet Energie, die Hydratation liefert sie.
- Entropie (Leistungskurs)
- Entropie misst die Zahl der Anordnungsmöglichkeiten: ΔrS = Σ S(Produkte) − Σ S(Edukte).
- Gibbs-Helmholtz-Gleichung (Leistungskurs)
- ΔrG = ΔrH − T · ΔrS. Negatives ΔrG heißt freiwillig.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich lese Energiediagramme und unterscheide exotherme und endotherme Reaktionen sowie die Aktivierungsenergie.
34Welche Beschreibung gehört zu einer endothermen Reaktion?Lösung zeigen
Ergebnis:Die Produkte liegen höher als die EdukteIch nutze den ersten Hauptsatz als Energieerhaltung, unterscheide Systeme und deute Temperatur als Teilchenbewegung.
35Welcher Systemtyp liegt bei ein offenes Becherglas mit Wasser vor?Lösung zeigen
Ergebnis:Offenes System, Austausch von Stoff und EnergieIch bestimme Wärmemengen mit der Kalorimetergleichung Q = m · c · ΔT.
36400 g Wasser werden von 21,0 auf 25,0 Grad Celsius erwärmt. Bestimme: Wie viel Wärme nimmt das Wasser auf? c = 4,18 J/(g · K).Lösung zeigen
Ergebnis:6,69 kJIch berechne molare Reaktionsenthalpien und benenne Bildungs-, Lösungs- und Verbrennungsenthalpie.
37Beim Lösen von wasserfreies Magnesiumchlorid in Wasser steigt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?Lösung zeigen
Ergebnis:Negativ, die Lösung gibt Wärme an die Umgebung abIch berechne Reaktionsenthalpien mit dem Satz von Hess und mit Bildungsenthalpien.
38Warum taucht Sauerstoff O₂ in der Hess-Rechnung mit dem Wert 0 auf?Lösung zeigen
Ergebnis:Als Element hat O₂ per Definition die Bildungsenthalpie NullIch erkläre das Lösen von Salzen mit Ionengitter, Solvatation und Ion-Dipol-Wechselwirkungen.
39Beim Lösen von Ammoniumnitrat in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?Lösung zeigen
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung aufIch verknüpfe Gitterenthalpie, Hydratationsenthalpie und Lösungsenthalpie (Leistungskurs).
40Lithiumbromid: Gitterenthalpie +807 kJ/mol, Lösungsenthalpie −48 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Hydratationsenthalpie?Lösung zeigen
Ergebnis:855 kJ/molIch beschreibe die Entropie und berechne die Entropieänderung einer Reaktion (Leistungskurs).
41Wie ändert sich bei NH₄Cl(s) → NH₃(g) + HCl(g) die Entropie des Systems?Lösung zeigen
Ergebnis:Die Entropie nimmt zu, es gibt mehr AnordnungsmöglichkeitenIch beurteile mit der Gibbs-Helmholtz-Gleichung, ob eine Reaktion freiwillig abläuft (Leistungskurs).
42NH₄Cl(s) → NH₃(g) + HCl(g) hat ΔrH = +176 kJ/mol und ΔrS = +285 J/(mol · K). Bestimme: Oberhalb welcher Temperatur läuft die Zersetzung freiwillig ab?Lösung zeigen
Ergebnis:618 K
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Gleichung
- zwei Rechnungen, die gleich viel wert sind
- Produkt
- was herauskommt, wenn man malnimmt
Lösungen
- 250 kJ
- 150 kJ
- 60 kJ
- Offenes System, Austausch von Materie und Wärmeenergie
- Geschlossenes System, nur Energie wird ausgetauscht
- Isoliertes System, weder Materie noch Wärmeenergie
- 5,02 kJ
- 4,18 kJ
- 0,55 J/(g · K)
- 155 kJ/mol
- 83 kJ/mol
- 15,4 kJ/mol
- 40 kJ
- 41 kJ
- 283 kJ
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- Wassermoleküle sind fest in das Kristallgitter eingebaut
- 711 kJ/mol
- 847 kJ/mol
- Sie wird positiver, das Lösen verläuft weniger exotherm
- Die Entropie nimmt zu, es gibt mehr Möglichkeiten
- 161 J/(mol · K)
- Nein, die Gesamtentropie nimmt zu, die Umgebung gewinnt mehr
- Wenn die freie Reaktionsenthalpie ΔrG negativ ist
- 518 K
- Sie läuft nur unterhalb von etwa 462 K freiwillig ab
- 100 kJ
- Offenes System, Austausch von Materie und Wärmeenergie
- 3,13 kJ
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- 178 kJ
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- Die Produkte liegen höher als die Edukte
- Offenes System, Austausch von Stoff und Energie
- 6,69 kJ
- Negativ, die Lösung gibt Wärme an die Umgebung ab
- Als Element hat O₂ per Definition die Bildungsenthalpie Null
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- 855 kJ/mol
- Die Entropie nimmt zu, es gibt mehr Anordnungsmöglichkeiten
- 618 K