Chemie · Klasse 12 · Kapitel
Chemische Thermodynamik: Energie, Enthalpie und Spontaneität
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich lese Energiediagramme und unterscheide exotherme und endotherme Reaktionen sowie die Aktivierungsenergie.
MerkenEnergiediagramm
Exotherm: Die Produkte liegen tiefer, Wärme geht an die Umgebung.
Endotherm: Sie liegen höher. Ea ist der Anstieg bis zum Gipfel.
BeispielEnergiediagramm: exotherm, endotherm, Aktivierungsenergie
Schritt für Schritt
- Die Hinreaktion beginnt bei den Edukten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 0 kJ bis zum Gipfel bei 100 kJ.
- Ea = 100 kJ − 0 kJ = 100 kJ
- Die Hinreaktion beginnt bei den Edukten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 0 kJ bis zum Gipfel bei 100 kJ.
- Ea = 100 kJ − 0 kJ = 100 kJ
AchtungAktivierungsenergie und Reaktionsenthalpie gleichgesetzt
Die Aktivierungsenergie ist der Höhenunterschied zwischen Edukten und Produkten.
Die Aktivierungsenergie reicht von den Edukten bis zum Gipfel. Der Höhenunterschied von Edukten zu Produkten ist die Reaktionsenthalpie.
Markiere im Diagramm in zwei Farben: den Anstieg bis zum Gipfel und den Höhenunterschied von Start zu Ziel.
ÜbenJetzt du
- ○1In einem Energiediagramm liegen die Edukte bei 0 kJ, der Gipfel bei 180 kJ und die Produkte bei −120 kJ. Bestimme: Wie groß ist die Aktivierungsenergie der Rückreaktion?So fängst du an:Die Rückreaktion beginnt bei den Produkten.
Lösung zeigen
- Die Rückreaktion beginnt bei den Produkten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau −120 kJ bis zum Gipfel bei 180 kJ.
- Ea = 180 kJ − (−120 kJ) = 300 kJ
Ergebnis:300 kJ - ●2In einem Energiediagramm liegen die Edukte bei 0 kJ, der Gipfel bei 250 kJ und die Produkte bei 50 kJ. Bestimme: Wie groß ist die Aktivierungsenergie der Rückreaktion?
Lösung zeigen
- Die Rückreaktion beginnt bei den Produkten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 50 kJ bis zum Gipfel bei 250 kJ.
- Ea = 250 kJ − (50 kJ) = 200 kJ
Ergebnis:200 kJ - ★3Eine Sofort-Kältekompresse wird beim Knicken kalt. Was gilt für die Energie des Systems?
Lösung zeigen
- Die Kompresse fühlt sich kalt an: Der Haut wird Wärme entzogen.
- Das System nimmt diese Wärme auf.
- Seine Enthalpie steigt, der Vorgang ist endotherm.
Ergebnis:Das System nimmt Wärme aus der Umgebung auf, die Enthalpie steigt
2Ich nutze den ersten Hauptsatz als Energieerhaltung, unterscheide Systeme und deute Temperatur als Teilchenbewegung.
MerkenErster Hauptsatz und Systeme
Energie geht nie verloren, sie wechselt nur die Form.
Systeme tauschen Stoff und Energie (offen), nur Energie (geschlossen) oder nichts (isoliert) aus.
BeispielHauptsatz, Systeme und Teilchenbewegung
Schritt für Schritt
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Offenes System, Austausch von Stoff und Energie.
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Offenes System, Austausch von Stoff und Energie.
AchtungOffenes, geschlossenes und isoliertes System verwechselt
Eine verschlossene Thermoskanne ist ein geschlossenes System, weil sie zu ist.
Offen: Stoff und Energie werden ausgetauscht. Geschlossen: nur Energie. Isoliert: weder Stoff noch Energie. Eine ideale Thermoskanne ist isoliert.
Prüfe zwei Fragen getrennt: Tritt Stoff durch die Grenze? Tritt Wärme durch die Grenze?
ÜbenJetzt du
- ○4Welcher Systemtyp liegt bei ein mit Stopfen verschlossenes Reagenzglas im Wasserbad vor?So fängst du an:Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
Lösung zeigen
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Geschlossenes System, nur Energie wird ausgetauscht.
Ergebnis:Geschlossenes System, nur Energie wird ausgetauscht - ●5Wasser wird von 20 auf 60 Grad Celsius erwärmt. Was geschieht auf der Teilchenebene?
Lösung zeigen
- Erwärmen heißt, Energie zuzuführen.
- Die Teilchen bewegen sich im Mittel schneller.
- Die Temperatur misst diese mittlere kinetische Energie.
Ergebnis:Die mittlere kinetische Energie der Teilchen steigt - ★6Becher A: 100 g Wasser mit 80 Grad Celsius. Becher B: 1000 g Wasser mit 40 Grad Celsius. Wo steckt mehr thermische Energie?
Lösung zeigen
- Thermische Energie wächst mit Masse und Temperaturunterschied.
- A: 100 g · 4,18 J/(g · K) · 80 K ist etwa 33 kJ.
- B: 1000 g · 4,18 J/(g · K) · 40 K ist etwa 167 kJ.
Ergebnis:In Becher B, weil dort zehnmal so viel Wasser ist
3Ich bestimme Wärmemengen mit der Kalorimetergleichung Q = m · c · ΔT.
MerkenKalorimetrie
Das Wasser nimmt Q = m · c · ΔT auf, c = 4,18 J/(g · K). ΔT ist eine Temperaturdifferenz.
BeispielKalorimetrie: Q = m · c · ΔT
Schritt für Schritt
- ΔT = Q : (m · c).
- ΔT = 6688 J : (400 g · 4,18 J/(g · K))
- ΔT = 4 K
- ΔT = Q : (m · c).
- ΔT = 6688 J : (400 g · 4,18 J/(g · K))
- ΔT = 4 K
AchtungMassen von Wasser und Probe vertauscht
Das Wasser hat 80 g, das Metall 200 g, deshalb setze ich es so ein.
Die Masse in der Gleichung gehört zum Körper, der Wärme aufnimmt oder abgibt. Wasser: 200 g, Metall: 80 g.
Schreib die Gleichung für jeden Körper getrennt auf, mit seiner eigenen Masse und seinem eigenen c.
ÜbenJetzt du
- ○7100 g Wasser werden von 22,0 auf 25,0 Grad Celsius erwärmt. Bestimme: Wie viel Wärme nimmt das Wasser auf? c = 4,18 J/(g · K).So fängst du an:ΔT = 25,0 − 22,0 = 3,0 K.
Lösung zeigen
- ΔT = 25,0 − 22,0 = 3,0 K.
- Q = 100 g · 4,18 J/(g · K) · 3,0 K = 1254 J.
- Das sind 1,25 kJ.
Ergebnis:1,25 kJ - ●850 g Wasser werden von 22,0 auf 25,0 Grad Celsius erwärmt. Bestimme: Wie viel Wärme nimmt das Wasser auf? c = 4,18 J/(g · K).
Lösung zeigen
- ΔT = 25,0 − 22,0 = 3,0 K.
- Q = 50 g · 4,18 J/(g · K) · 3,0 K = 627 J.
- Das sind 0,63 kJ.
Ergebnis:0,63 kJ - ★9Ein Kalorimeter mit 200 g Wasser nimmt 4180 J Wärme auf. Bestimme: Um wie viel Kelvin steigt die Temperatur? c = 4,18 J/(g · K).
Lösung zeigen
- ΔT = Q : (m · c).
- ΔT = 4180 J : (200 g · 4,18 J/(g · K))
- ΔT = 5 K
Ergebnis:5 K
4Ich berechne molare Reaktionsenthalpien und benenne Bildungs-, Lösungs- und Verbrennungsenthalpie.
MerkenMolare Enthalpien
Molare Reaktionsenthalpie: ΔrH = −Q : n, also Wärme je mol.
Zustände stehen als (s), (l), (g) und (aq) in der Gleichung.
BeispielMolare Enthalpien: Reaktions-, Bildungs-, Lösungs- und Verbrennungsenthalpie
Schritt für Schritt
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
AchtungVorzeichen der Enthalpieänderung verwechselt
Die Lösung wird warm, also ist die Lösungsenthalpie positiv.
Wird die Umgebung warm, gibt das System Wärme ab. Die Enthalpieänderung des Systems ist negativ.
Frag dich: Gibt das System Wärme ab oder nimmt es welche auf? Setze danach das Vorzeichen.
ÜbenJetzt du
- ○10Beim Lösen von wasserfreies Natriumcarbonat in Wasser steigt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?So fängst du an:Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
Lösung zeigen
- Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
- Das System gibt Wärme ab.
- Die Enthalpieänderung ist negativ.
Ergebnis:Negativ, die Lösung gibt Wärmeenergie an die Umgebung ab - ●11Beim Lösen von 23,75 g wasserfreies Magnesiumchlorid (95 g/mol) in Wasser gibt die Lösung 38,75 kJ Wärme ab. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der molaren Lösungsenthalpie?
Lösung zeigen
- n = 23,75 g : 95 g/mol = 0,25 mol.
- ΔLH = Q : n = 38,75 kJ : 0,25 mol.
- = 155 kJ/mol
Ergebnis:155 kJ/mol - ★12Beim Lösen von 6,0 g Harnstoff (60 g/mol) nimmt die Lösung 1,54 kJ Wärme auf. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der molaren Lösungsenthalpie?
Lösung zeigen
- n = 6,0 g : 60 g/mol = 0,10 mol.
- ΔLH = Q : n = 1,54 kJ : 0,10 mol.
- = 15,4 kJ/mol
Ergebnis:15,4 kJ/mol
5Ich berechne Reaktionsenthalpien mit dem Satz von Hess und mit Bildungsenthalpien.
MerkenSatz von Hess
Die Reaktionsenthalpie hängt nur von Anfang und Ende ab. ΔrH = Σ ΔfH(P) − Σ ΔfH(E).
BeispielSatz von Hess und Bildungsenthalpien
Schritt für Schritt
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ ΔfH(Produkte) = −353 kJ, Σ ΔfH(Edukte) = −394 kJ.
- ΔrH = 41 kJ, der Betrag ist 41 kJ.
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ ΔfH(Produkte) = −353 kJ, Σ ΔfH(Edukte) = −394 kJ.
- ΔrH = 41 kJ, der Betrag ist 41 kJ.
AchtungProdukte und Edukte addiert statt subtrahiert
ΔrH = (−394 − 572) + (−75) = −1041 kJ/mol.
ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte) = (−394 − 572) − (−75) = −891 kJ/mol.
Rechne Produkte minus Edukte. Prüfe, ob du das Vorzeichen der Eduktsumme beachtet hast.
ÜbenJetzt du
- ○13Warum taucht Sauerstoff O₂ in der Hess-Rechnung mit dem Wert 0 auf?So fängst du an:Bildungsenthalpien beziehen sich auf die Elemente.
Lösung zeigen
- Bildungsenthalpien beziehen sich auf die Elemente.
- Elemente in stabiler Form sind der Nullpunkt.
- Daher gilt ΔfH(O₂, g) = 0 kJ/mol.
Ergebnis:Als Element hat O₂ per Definition die Bildungsenthalpie Null - ●14Eine Reaktion verläuft in zwei Schritten. Schritt 1 gibt 120 kJ Wärme ab, Schritt 2 nimmt 30 kJ Wärme auf. Bestimme: Wie viel Wärme gibt die Gesamtreaktion insgesamt ab?
Lösung zeigen
- Schritt 1: −120 kJ, Schritt 2: +30 kJ.
- Nach Hess werden die Enthalpien der Teilschritte addiert.
- Summe: −90 kJ, also werden 90 kJ frei.
Ergebnis:90 kJ - ★15Eine Reaktion verläuft in zwei Schritten. Schritt 1 gibt 80 kJ Wärme ab, Schritt 2 nimmt 30 kJ Wärme auf. Bestimme: Wie viel Wärme gibt die Gesamtreaktion insgesamt ab?
Lösung zeigen
- Schritt 1: −80 kJ, Schritt 2: +30 kJ.
- Nach Hess werden die Enthalpien der Teilschritte addiert.
- Summe: −50 kJ, also werden 50 kJ frei.
Ergebnis:50 kJ
6Ich erkläre das Lösen von Salzen mit Ionengitter, Solvatation und Ion-Dipol-Wechselwirkungen.
MerkenLösen von Salzen
Wassermoleküle umlagern die Ionen und lösen sie aus dem Gitter.
Dabei entsteht kein neuer Stoff.
BeispielLösen von Salzen: Ionengitter, Solvatation und Ion-Dipol-Wechselwirkung
Schritt für Schritt
- Wassermoleküle sind Dipole.
- Sie lagern sich mit ihren Polen an die Ionen an der Oberfläche.
- So lösen sie die Ionen einzeln aus dem Gitter.
- Wassermoleküle sind Dipole.
- Sie lagern sich mit ihren Polen an die Ionen an der Oberfläche.
- So lösen sie die Ionen einzeln aus dem Gitter.
AchtungLösen als chemische Reaktion mit neuem Stoff gedacht
Beim Lösen reagiert das Salz mit Wasser zu einem neuen Stoff.
Beim Lösen bleiben die Ionen erhalten. Beim Verdampfen des Wassers kehrt das Salz zurück.
Beschreibe, was nach dem Verdampfen des Wassers zurückbleibt, und schließe daraus, ob ein neuer Stoff entstand.
ÜbenJetzt du
- ○16Beim Lösen von Lithiumchlorid in Wasser steigt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?So fängst du an:Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
Lösung zeigen
- Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
- Das System gibt Wärme ab.
- Die Enthalpieänderung ist negativ.
Ergebnis:Negativ, die Lösung gibt Wärmeenergie an die Umgebung ab - ●17Beim Lösen von Harnstoff in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?
Lösung zeigen
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf - ★18Natriumcarbonat-Decahydrat enthält Kristallwasser. Was bedeutet das?
Lösung zeigen
- Die Formel Na₂CO₃ · 10 H₂O nennt zehn Wassermoleküle je Formeleinheit.
- Sie sind Teil des Gitters.
- Erst starkes Erhitzen treibt sie aus.
Ergebnis:Wassermoleküle sind fest in das Kristallgitter eingebaut
7Ich verknüpfe Gitterenthalpie, Hydratationsenthalpie und Lösungsenthalpie (Leistungskurs).
MerkenGitter und Hydratation (Leistungskurs)
ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH. Das Gitter kostet Energie, die Hydratation liefert sie.
Überwiegt die Hydratation, löst sich das Salz exotherm.
BeispielGitter-, Hydratations- und Lösungsenthalpie (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = −37 kJ/mol − 853 kJ/mol.
- ΔHydrH = −890 kJ/mol, der Betrag ist 890 kJ/mol.
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = −37 kJ/mol − 853 kJ/mol.
- ΔHydrH = −890 kJ/mol, der Betrag ist 890 kJ/mol.
AchtungGitter- und Hydratationsenthalpie falsch verrechnet
ΔLH = 787 kJ/mol + 783 kJ/mol = 1570 kJ/mol, denn beide Werte sind Energien.
Die Hydratationsenthalpie ist negativ: ΔLH = 787 kJ/mol + (−783 kJ/mol) = 4 kJ/mol.
Schreib beide Werte mit Vorzeichen auf und addiere sie. Prüfe, ob das Ergebnis klein bleibt.
ÜbenJetzt du
- ○19Natriumchlorid: Gitterenthalpie +787 kJ/mol, Lösungsenthalpie +4 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Hydratationsenthalpie?So fängst du an:ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
Lösung zeigen
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = 4 kJ/mol − 787 kJ/mol.
- ΔHydrH = −783 kJ/mol, der Betrag ist 783 kJ/mol.
Ergebnis:783 kJ/mol - ●20Rubidiumchlorid: Gitterenthalpie +680 kJ/mol, Lösungsenthalpie +17 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Hydratationsenthalpie?
Lösung zeigen
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = 17 kJ/mol − 680 kJ/mol.
- ΔHydrH = −663 kJ/mol, der Betrag ist 663 kJ/mol.
Ergebnis:663 kJ/mol - ★21Die Gitterenthalpie eines Salzes wird bei gleicher Hydratationsenthalpie größer. Wie ändert sich die Lösungsenthalpie?
Lösung zeigen
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH.
- ΔGitterH steigt, ΔHydrH bleibt gleich.
- Die Summe wird größer, also positiver.
Ergebnis:Sie wird positiver, das Lösen verläuft weniger exotherm
8Ich beschreibe die Entropie und berechne die Entropieänderung einer Reaktion (Leistungskurs).
MerkenEntropie (Leistungskurs)
Entropie misst die Zahl der Anordnungsmöglichkeiten: ΔrS = Σ S(Produkte) − Σ S(Edukte).
Sie steigt, wenn mehr Gasteilchen entstehen.
BeispielEntropie und zweiter Hauptsatz (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Aus gelösten Ionen wird ein geordneter Feststoff.
- Weniger Teilchen oder geordnetere Teilchen bedeuten weniger Anordnungsmöglichkeiten.
- Die Entropie nimmt ab.
- Aus gelösten Ionen wird ein geordneter Feststoff.
- Weniger Teilchen oder geordnetere Teilchen bedeuten weniger Anordnungsmöglichkeiten.
- Die Entropie nimmt ab.
AchtungVorzeichen der Entropieänderung falsch beurteilt
Bei Kondensation und Kristallisation nimmt die Entropie zu, weil Stoffe sich verbinden.
Mehr Gasteilchen und mehr Beweglichkeit bedeuten mehr Entropie. Kondensieren und Kristallisieren führen zu mehr Ordnung, die Entropie nimmt ab.
Zähle die Gasteilchen vor und nach der Reaktion und schließe auf das Vorzeichen.
ÜbenJetzt du
- ○22Wie ändert sich bei NH₄Cl(s) → NH₃(g) + HCl(g) die Entropie des Systems?So fängst du an:Aus einem Feststoff entstehen zwei Gase.
Lösung zeigen
- Aus einem Feststoff entstehen zwei Gase.
- Mehr Teilchen oder freiere Teilchen bedeuten mehr Anordnungsmöglichkeiten.
- Die Entropie nimmt zu.
Ergebnis:Die Entropie nimmt zu, es gibt mehr Möglichkeiten - ●23Wie ändert sich bei Ag⁺(aq) + Cl⁻(aq) → AgCl(s) die Entropie des Systems?
Lösung zeigen
- Aus gelösten Ionen wird ein geordneter Feststoff.
- Weniger Teilchen oder geordnetere Teilchen bedeuten weniger Anordnungsmöglichkeiten.
- Die Entropie nimmt ab.
Ergebnis:Die Entropie nimmt ab, es gibt weniger Anordnungsmöglichkeiten - ★24Wie groß ist der Betrag von ΔrS für CH₄(g) + 2 O₂(g) → CO₂(g) + 2 H₂O(l)? S° in J/(mol · K): CH₄ 186, O₂ 205, CO₂ 214, H₂O(l) 70.
Lösung zeigen
- ΔrS = Σ S(Produkte) − Σ S(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ S(Produkte) = 354 J/(mol · K), Σ S(Edukte) = 596 J/(mol · K).
- ΔrS = −242 J/(mol · K), der Betrag ist 242 J/(mol · K).
Ergebnis:242 J/(mol · K)
9Ich beurteile mit der Gibbs-Helmholtz-Gleichung, ob eine Reaktion freiwillig abläuft (Leistungskurs).
MerkenGibbs-Helmholtz-Gleichung (Leistungskurs)
ΔrG = ΔrH − T · ΔrS. Negatives ΔrG heißt freiwillig.
Die Grenztemperatur ist T = ΔrH : ΔrS, mit ΔrS in kJ.
BeispielGibbs-Helmholtz-Gleichung und Spontaneität (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Bei ΔrG = 0 gilt ΔrH = T · ΔrS, also T = ΔrH : ΔrS.
- T = 206 kJ/mol : 0,216 kJ/(mol · K)
- T = 954 K (oberhalb freiwillig)
- Bei ΔrG = 0 gilt ΔrH = T · ΔrS, also T = ΔrH : ΔrS.
- T = 206 kJ/mol : 0,216 kJ/(mol · K)
- T = 954 K (oberhalb freiwillig)
AchtungQuotient der Grenztemperatur umgedreht
T = ΔS : ΔH.
Bei ΔG = 0 gilt ΔH = T · ΔS, also T = ΔH : ΔS.
Löse die Gleichung ΔH − T · ΔS = 0 nach T auf. Schreib jeden Umformungsschritt auf.
ÜbenJetzt du
- ○25CO₂ + H₂ → CO + H₂O(g) hat ΔrH = 41 kJ/mol und ΔrS = 42 J/(mol · K). Bestimme: Bei welcher Grenztemperatur ist ΔrG gleich Null?So fängst du an:Bei ΔrG = 0 gilt ΔrH = T · ΔrS, also T = ΔrH : ΔrS.
Lösung zeigen
- Bei ΔrG = 0 gilt ΔrH = T · ΔrS, also T = ΔrH : ΔrS.
- T = 41 kJ/mol : 0,042 kJ/(mol · K)
- T = 976 K (oberhalb freiwillig)
Ergebnis:976 K - ●26N₂ + 3 H₂ → 2 NH₃ hat ΔrH = −92 kJ/mol und ΔrS = −199 J/(mol · K). Bestimme: Bei welcher Grenztemperatur ist ΔrG gleich Null?
Lösung zeigen
- Bei ΔrG = 0 gilt ΔrH = T · ΔrS, also T = ΔrH : ΔrS.
- T = −92 kJ/mol : −0,199 kJ/(mol · K)
- T = 462 K (unterhalb freiwillig)
Ergebnis:462 K - ★27Die Ammoniaksynthese hat ΔrH = −92 kJ/mol und ΔrS = −199 J/(mol · K). Was gilt für die Freiwilligkeit?
Lösung zeigen
- T = ΔrH : ΔrS = 92 kJ/mol : 0,199 kJ/(mol · K) = 462 K.
- ΔrS ist negativ: Der Term −T · ΔrS wird mit steigender Temperatur positiver.
- Unterhalb von 462 K ist ΔrG negativ.
Ergebnis:Sie läuft nur unterhalb von etwa 462 K freiwillig ab
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●28In einem Energiediagramm liegen die Edukte bei 0 kJ, der Gipfel bei 120 kJ und die Produkte bei 90 kJ. Bestimme: Wie groß ist die Aktivierungsenergie der Hinreaktion?
Lösung zeigen
- Die Hinreaktion beginnt bei den Edukten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 0 kJ bis zum Gipfel bei 120 kJ.
- Ea = 120 kJ − 0 kJ = 120 kJ
Ergebnis:120 kJ - ●29Welcher Systemtyp liegt bei eine ideal gedämmte, verschlossene Kühlbox vor?
Lösung zeigen
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Isoliertes System, weder Stoff noch Energie.
Ergebnis:Isoliertes System, weder Materie noch Wärmeenergie - ●30Ein Kalorimeter mit 100 g Wasser nimmt 2090 J Wärme auf. Bestimme: Um wie viel Kelvin steigt die Temperatur? c = 4,18 J/(g · K).
Lösung zeigen
- ΔT = Q : (m · c).
- ΔT = 2090 J : (100 g · 4,18 J/(g · K))
- ΔT = 5 K
Ergebnis:5 K - ●31Beim Lösen von 18,63 g Kaliumchlorid (74,5 g/mol) in Wasser nimmt die Lösung 4,25 kJ Wärme auf. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der molaren Lösungsenthalpie?
Lösung zeigen
- n = 18,63 g : 74,5 g/mol = 0,25 mol.
- ΔLH = Q : n = 4,25 kJ : 0,25 mol.
- = 17 kJ/mol
Ergebnis:17 kJ/mol - ●32Gleichung: 2 H₂O₂(l) → 2 H₂O(l) + O₂. Bildungsenthalpien: ΔfH(H₂O₂) = −188 kJ/mol, ΔfH(H₂O(l)) = −286 kJ/mol; Elemente haben 0 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Reaktionsenthalpie ΔrH in kJ je Formelumsatz?
Lösung zeigen
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ ΔfH(Produkte) = −572 kJ, Σ ΔfH(Edukte) = −376 kJ.
- ΔrH = −196 kJ, der Betrag ist 196 kJ.
Ergebnis:196 kJ - ●33Beim Lösen von Kaliumiodid in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?
Lösung zeigen
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Energiediagramm
- Exotherm: Die Produkte liegen tiefer, Wärme geht an die Umgebung.
- Erster Hauptsatz und Systeme
- Energie geht nie verloren, sie wechselt nur die Form.
- Kalorimetrie
- Das Wasser nimmt Q = m · c · ΔT auf, c = 4,18 J/(g · K). ΔT ist eine Temperaturdifferenz.
- Molare Enthalpien
- Molare Reaktionsenthalpie: ΔrH = −Q : n, also Wärme je mol.
- Satz von Hess
- Die Reaktionsenthalpie hängt nur von Anfang und Ende ab. ΔrH = Σ ΔfH(P) − Σ ΔfH(E).
- Lösen von Salzen
- Wassermoleküle umlagern die Ionen und lösen sie aus dem Gitter.
- Gitter und Hydratation (Leistungskurs)
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH. Das Gitter kostet Energie, die Hydratation liefert sie.
- Entropie (Leistungskurs)
- Entropie misst die Zahl der Anordnungsmöglichkeiten: ΔrS = Σ S(Produkte) − Σ S(Edukte).
- Gibbs-Helmholtz-Gleichung (Leistungskurs)
- ΔrG = ΔrH − T · ΔrS. Negatives ΔrG heißt freiwillig.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich lese Energiediagramme und unterscheide exotherme und endotherme Reaktionen sowie die Aktivierungsenergie.
34In einem Energiediagramm liegen die Produkte tiefer als die Edukte. Was folgt daraus?Lösung zeigen
Ergebnis:Die Reaktion ist exotherm, Energie geht an die UmgebungIch nutze den ersten Hauptsatz als Energieerhaltung, unterscheide Systeme und deute Temperatur als Teilchenbewegung.
35Welcher Systemtyp liegt bei ein offenes Becherglas mit Wasser vor?Lösung zeigen
Ergebnis:Offenes System, Austausch von Materie und WärmeenergieIch bestimme Wärmemengen mit der Kalorimetergleichung Q = m · c · ΔT.
36Ein Kalorimeter mit 100 g Wasser nimmt 2090 J Wärme auf. Bestimme: Um wie viel Kelvin steigt die Temperatur? c = 4,18 J/(g · K).Lösung zeigen
Ergebnis:5 KIch berechne molare Reaktionsenthalpien und benenne Bildungs-, Lösungs- und Verbrennungsenthalpie.
37Beim Lösen von 19,00 g wasserfreies Magnesiumchlorid (95 g/mol) in Wasser gibt die Lösung 31,00 kJ Wärme ab. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der molaren Lösungsenthalpie?Lösung zeigen
Ergebnis:155 kJ/molIch berechne Reaktionsenthalpien mit dem Satz von Hess und mit Bildungsenthalpien.
38Eine Reaktion verläuft in zwei Schritten. Schritt 1 gibt 150 kJ Wärme ab, Schritt 2 nimmt 70 kJ Wärme auf. Bestimme: Wie viel Wärme gibt die Gesamtreaktion insgesamt ab?Lösung zeigen
Ergebnis:80 kJIch erkläre das Lösen von Salzen mit Ionengitter, Solvatation und Ion-Dipol-Wechselwirkungen.
39Beim Lösen von wasserfreies Magnesiumsulfat in Wasser steigt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?Lösung zeigen
Ergebnis:Negativ, die Lösung gibt Wärmeenergie an die Umgebung abIch verknüpfe Gitterenthalpie, Hydratationsenthalpie und Lösungsenthalpie (Leistungskurs).
40Lithiumchlorid: Gitterenthalpie +853 kJ/mol, Lösungsenthalpie −37 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Hydratationsenthalpie?Lösung zeigen
Ergebnis:890 kJ/molIch beschreibe die Entropie und berechne die Entropieänderung einer Reaktion (Leistungskurs).
41Wie groß ist der Betrag von ΔrS für 2 NO(g) + O₂(g) → 2 NO₂(g)? S° in J/(mol · K): NO 211, O₂ 205, NO₂ 240.Lösung zeigen
Ergebnis:147 J/(mol · K)Ich beurteile mit der Gibbs-Helmholtz-Gleichung, ob eine Reaktion freiwillig abläuft (Leistungskurs).
42CH₄ + H₂O(g) → CO + 3 H₂ hat ΔrH = 206 kJ/mol und ΔrS = 216 J/(mol · K). Bestimme: Bei welcher Grenztemperatur ist ΔrG gleich Null?Lösung zeigen
Ergebnis:954 K
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Gleichung
- zwei Rechnungen, die gleich viel wert sind
- Produkt
- was herauskommt, wenn man malnimmt
Lösungen
- 300 kJ
- 200 kJ
- Das System nimmt Wärme aus der Umgebung auf, die Enthalpie steigt
- Geschlossenes System, nur Energie wird ausgetauscht
- Die mittlere kinetische Energie der Teilchen steigt
- In Becher B, weil dort zehnmal so viel Wasser ist
- 1,25 kJ
- 0,63 kJ
- 5 K
- Negativ, die Lösung gibt Wärmeenergie an die Umgebung ab
- 155 kJ/mol
- 15,4 kJ/mol
- Als Element hat O₂ per Definition die Bildungsenthalpie Null
- 90 kJ
- 50 kJ
- Negativ, die Lösung gibt Wärmeenergie an die Umgebung ab
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- Wassermoleküle sind fest in das Kristallgitter eingebaut
- 783 kJ/mol
- 663 kJ/mol
- Sie wird positiver, das Lösen verläuft weniger exotherm
- Die Entropie nimmt zu, es gibt mehr Möglichkeiten
- Die Entropie nimmt ab, es gibt weniger Anordnungsmöglichkeiten
- 242 J/(mol · K)
- 976 K
- 462 K
- Sie läuft nur unterhalb von etwa 462 K freiwillig ab
- 120 kJ
- Isoliertes System, weder Materie noch Wärmeenergie
- 5 K
- 17 kJ/mol
- 196 kJ
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- Die Reaktion ist exotherm, Energie geht an die Umgebung
- Offenes System, Austausch von Materie und Wärmeenergie
- 5 K
- 155 kJ/mol
- 80 kJ
- Negativ, die Lösung gibt Wärmeenergie an die Umgebung ab
- 890 kJ/mol
- 147 J/(mol · K)
- 954 K