Chemie · Klasse 12 · Kapitel
Chemische Thermodynamik: Energie, Enthalpie und Spontaneität
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich lese Energiediagramme und unterscheide exotherme und endotherme Reaktionen sowie die Aktivierungsenergie.
MerkenEnergiediagramm
Exotherm: Die Produkte liegen tiefer, Wärme geht an die Umgebung.
Endotherm: Sie liegen höher. Ea ist der Anstieg bis zum Gipfel.
BeispielEnergiediagramm: exotherm, endotherm, Aktivierungsenergie
Schritt für Schritt
- Tiefer liegende Produkte haben weniger Energie als die Edukte.
- Die Differenz wird an die Umgebung abgegeben.
- Das nennt man exotherm.
- Tiefer liegende Produkte haben weniger Energie als die Edukte.
- Die Differenz wird an die Umgebung abgegeben.
- Das nennt man exotherm.
AchtungExotherm und endotherm vertauscht
Exotherm bedeutet, die Reaktion braucht Wärme. Endotherm bedeutet, sie gibt Wärme ab.
Exotherm: Das System gibt Wärme an die Umgebung ab. Endotherm: Es nimmt Wärme aus der Umgebung auf.
Frag dich: Wird die Umgebung wärmer oder kälter? Ordne danach exotherm oder endotherm zu.
ÜbenJetzt du
- ○1In einem Energiediagramm liegen die Edukte bei 0 kJ, der Gipfel bei 200 kJ und die Produkte bei 30 kJ. Bestimme: Wie groß ist die Aktivierungsenergie der Hinreaktion?So fängst du an:Die Hinreaktion beginnt bei den Edukten.
Lösung zeigen
- Die Hinreaktion beginnt bei den Edukten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 0 kJ bis zum Gipfel bei 200 kJ.
- Ea = 200 kJ − 0 kJ = 200 kJ
Ergebnis:200 kJ - ●2In einem Energiediagramm liegen die Edukte bei 0 kJ, der Gipfel bei 150 kJ und die Produkte bei −90 kJ. Bestimme: Wie groß ist die Aktivierungsenergie der Hinreaktion?
Lösung zeigen
- Die Hinreaktion beginnt bei den Edukten.
- Der Anstieg reicht vom Niveau 0 kJ bis zum Gipfel bei 150 kJ.
- Ea = 150 kJ − 0 kJ = 150 kJ
Ergebnis:150 kJ - ★3Eine Sofort-Kältekompresse wird beim Knicken kalt. Was gilt für die Energie des Systems?
Lösung zeigen
- Die Kompresse fühlt sich kalt an: Der Haut wird Wärme entzogen.
- Das System nimmt diese Wärme auf.
- Seine Enthalpie steigt, der Vorgang ist endotherm.
Ergebnis:Das System nimmt Wärme aus der Umgebung auf, die Enthalpie steigt
2Ich nutze den ersten Hauptsatz als Energieerhaltung, unterscheide Systeme und deute Temperatur als Teilchenbewegung.
MerkenErster Hauptsatz und Systeme
Energie geht nie verloren, sie wechselt nur die Form.
Systeme tauschen Stoff und Energie (offen), nur Energie (geschlossen) oder nichts (isoliert) aus.
BeispielHauptsatz, Systeme und Teilchenbewegung
Schritt für Schritt
- Die Energie im Holz ist chemische Energie.
- Beim Brennen entstehen Wärme und Licht.
- Zusammen ist die Energiemenge unverändert.
- Die Energie im Holz ist chemische Energie.
- Beim Brennen entstehen Wärme und Licht.
- Zusammen ist die Energiemenge unverändert.
AchtungEnergie geht verloren
Beim Verbrennen wird Energie verbraucht und ist danach weg.
Die Gesamtenergie bleibt erhalten. Sie liegt nach dem Verbrennen als Wärme und Licht in der Umgebung vor und verteilt sich.
Schreib eine Energiebilanz mit zwei Spalten: vorher und nachher. Trage in beide Spalten alle Energieformen ein.
ÜbenJetzt du
- ○4Welcher Systemtyp liegt bei ein Teller mit heißer Suppe vor?So fängst du an:Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
Lösung zeigen
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Offenes System, Austausch von Stoff und Energie.
Ergebnis:Offenes System, Austausch von Stoff und Energie - ●5Welcher Systemtyp liegt bei eine ideal gedämmte, verschlossene Kühlbox vor?
Lösung zeigen
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Isoliertes System, weder Stoff noch Energie.
Ergebnis:Isoliertes System, weder Stoff noch Energie - ★6Welcher Systemtyp liegt bei ein brennendes Teelicht vor?
Lösung zeigen
- Entscheidend ist, ob Stoff die Grenze passiert.
- Ebenso entscheidend ist, ob Energie als Wärme die Grenze passiert.
- Ergebnis: Offenes System, Austausch von Stoff und Energie.
Ergebnis:Offenes System, Austausch von Materie und Wärmeenergie
3Ich bestimme Wärmemengen mit der Kalorimetergleichung Q = m · c · ΔT.
MerkenKalorimetrie
Das Wasser nimmt Q = m · c · ΔT auf, c = 4,18 J/(g · K). ΔT ist eine Temperaturdifferenz.
BeispielKalorimetrie: Q = m · c · ΔT
Schritt für Schritt
- ΔT = 21,0 − 18,0 = 3,0 K.
- Q = 50 g · 4,18 J/(g · K) · 3,0 K = 627 J.
- Das sind 0,63 kJ.
- ΔT = 21,0 − 18,0 = 3,0 K.
- Q = 50 g · 4,18 J/(g · K) · 3,0 K = 627 J.
- Das sind 0,63 kJ.
AchtungSpezifische Wärmekapazität vergessen
Q = m · ΔT, also 100 g · 3,5 K = 350 J.
Q = m · c · ΔT = 100 g · 4,18 J/(g · K) · 3,5 K = 1463 J. Die Wärmekapazität gehört in die Gleichung.
Prüfe die Einheiten: Joule ergeben sich nur, wenn g, J/(g · K) und K zusammenkommen.
ÜbenJetzt du
- ○7150 g Wasser werden von 21,0 auf 27,0 Grad Celsius erwärmt. Bestimme: Wie viel Wärme nimmt das Wasser auf? c = 4,18 J/(g · K).So fängst du an:ΔT = 27,0 − 21,0 = 6,0 K.
Lösung zeigen
- ΔT = 27,0 − 21,0 = 6,0 K.
- Q = 150 g · 4,18 J/(g · K) · 6,0 K = 3762 J.
- Das sind 3,76 kJ.
Ergebnis:3,76 kJ - ●8150 g Wasser werden von 21,0 auf 23,0 Grad Celsius erwärmt. Bestimme: Wie viel Wärme nimmt das Wasser auf? c = 4,18 J/(g · K).
Lösung zeigen
- ΔT = 23,0 − 21,0 = 2,0 K.
- Q = 150 g · 4,18 J/(g · K) · 2,0 K = 1254 J.
- Das sind 1,25 kJ.
Ergebnis:1,25 kJ - ★9250 g Wasser werden von 21,0 auf 25,0 Grad Celsius erwärmt. Bestimme: Wie viel Wärme nimmt das Wasser auf? c = 4,18 J/(g · K).
Lösung zeigen
- ΔT = 25,0 − 21,0 = 4,0 K.
- Q = 250 g · 4,18 J/(g · K) · 4,0 K = 4180 J.
- Das sind 4,18 kJ.
Ergebnis:4,18 kJ
4Ich berechne molare Reaktionsenthalpien und benenne Bildungs-, Lösungs- und Verbrennungsenthalpie.
MerkenMolare Enthalpien
Molare Reaktionsenthalpie: ΔrH = −Q : n, also Wärme je mol.
Zustände stehen als (s), (l), (g) und (aq) in der Gleichung.
BeispielMolare Enthalpien: Reaktions-, Bildungs-, Lösungs- und Verbrennungsenthalpie
Schritt für Schritt
- n = 60,00 g : 120 g/mol = 0,50 mol.
- ΔLH = Q : n = 45,50 kJ : 0,50 mol.
- = 91 kJ/mol
- n = 60,00 g : 120 g/mol = 0,50 mol.
- ΔLH = Q : n = 45,50 kJ : 0,50 mol.
- = 91 kJ/mol
AchtungWärme nicht durch die Stoffmenge geteilt
Bei 0,50 mol werden 445 kJ frei, die molare Enthalpie ist 445 kJ/mol.
Molar heißt je mol: 445 kJ : 0,50 mol = 890 kJ/mol.
Berechne zuerst die Stoffmenge. Teile dann die Wärme durch diese Stoffmenge.
ÜbenJetzt du
- ○10Beim Lösen von wasserfreies Magnesiumchlorid in Wasser steigt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?So fängst du an:Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
Lösung zeigen
- Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
- Das System gibt Wärme ab.
- Die Enthalpieänderung ist negativ.
Ergebnis:Negativ, die Lösung gibt Wärmeenergie an die Umgebung ab - ●11Beim Lösen von 12,00 g Harnstoff (60 g/mol) in Wasser nimmt die Lösung 3,00 kJ Wärme auf. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der molaren Lösungsenthalpie?
Lösung zeigen
- n = 12,00 g : 60 g/mol = 0,20 mol.
- ΔLH = Q : n = 3,00 kJ : 0,20 mol.
- = 15 kJ/mol
Ergebnis:15 kJ/mol - ★12Beim Lösen von 6,0 g Harnstoff (60 g/mol) nimmt die Lösung 1,54 kJ Wärme auf. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der molaren Lösungsenthalpie?
Lösung zeigen
- n = 6,0 g : 60 g/mol = 0,10 mol.
- ΔLH = Q : n = 1,54 kJ : 0,10 mol.
- = 15,4 kJ/mol
Ergebnis:15,4 kJ/mol
5Ich berechne Reaktionsenthalpien mit dem Satz von Hess und mit Bildungsenthalpien.
MerkenSatz von Hess
Die Reaktionsenthalpie hängt nur von Anfang und Ende ab. ΔrH = Σ ΔfH(P) − Σ ΔfH(E).
BeispielSatz von Hess und Bildungsenthalpien
Schritt für Schritt
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ ΔfH(Produkte) = −986 kJ, Σ ΔfH(Edukte) = −921 kJ.
- ΔrH = −65 kJ, der Betrag ist 65 kJ.
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ ΔfH(Produkte) = −986 kJ, Σ ΔfH(Edukte) = −921 kJ.
- ΔrH = −65 kJ, der Betrag ist 65 kJ.
AchtungProdukte und Edukte addiert statt subtrahiert
ΔrH = (−394 − 572) + (−75) = −1041 kJ/mol.
ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte) = (−394 − 572) − (−75) = −891 kJ/mol.
Rechne Produkte minus Edukte. Prüfe, ob du das Vorzeichen der Eduktsumme beachtet hast.
ÜbenJetzt du
- ○13Bestimme: Mit ΔfH(CH₄) = −75, ΔfH(CO₂) = −394 und ΔfH(H₂O, l) = −286 kJ/mol: Wie viel Wärme je mol Methan wird bei CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O(l) frei?So fängst du an:ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte).
Lösung zeigen
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte).
- ΔrH = (−394 + 2 · (−286)) − (−75) kJ/mol.
- ΔrH = −891 kJ/mol, also werden 891 kJ frei.
Ergebnis:891 kJ - ●14Warum taucht Sauerstoff O₂ in der Hess-Rechnung mit dem Wert 0 auf?
Lösung zeigen
- Bildungsenthalpien beziehen sich auf die Elemente.
- Elemente in stabiler Form sind der Nullpunkt.
- Daher gilt ΔfH(O₂, g) = 0 kJ/mol.
Ergebnis:Als Element hat O₂ per Definition die Bildungsenthalpie Null - ★15Eine Reaktion verläuft in zwei Schritten. Schritt 1 gibt 150 kJ Wärme ab, Schritt 2 nimmt 60 kJ Wärme auf. Bestimme: Wie viel Wärme gibt die Gesamtreaktion insgesamt ab?
Lösung zeigen
- Schritt 1: −150 kJ, Schritt 2: +60 kJ.
- Nach Hess werden die Enthalpien der Teilschritte addiert.
- Summe: −90 kJ, also werden 90 kJ frei.
Ergebnis:90 kJ
6Ich erkläre das Lösen von Salzen mit Ionengitter, Solvatation und Ion-Dipol-Wechselwirkungen.
MerkenLösen von Salzen
Wassermoleküle umlagern die Ionen und lösen sie aus dem Gitter.
Dabei entsteht kein neuer Stoff.
BeispielLösen von Salzen: Ionengitter, Solvatation und Ion-Dipol-Wechselwirkung
Schritt für Schritt
- Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
- Das System gibt Wärme ab.
- Die Enthalpieänderung ist negativ.
- Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
- Das System gibt Wärme ab.
- Die Enthalpieänderung ist negativ.
AchtungVorzeichen der Enthalpieänderung verwechselt
Die Lösung wird warm, also ist die Lösungsenthalpie positiv.
Wird die Umgebung warm, gibt das System Wärme ab. Die Enthalpieänderung des Systems ist negativ.
Frag dich: Gibt das System Wärme ab oder nimmt es welche auf? Setze danach das Vorzeichen.
ÜbenJetzt du
- ○16Beim Lösen von Natriumhydroxid in Wasser steigt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?So fängst du an:Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
Lösung zeigen
- Die Temperatur steigt: Die Lösung gibt Wärme an das Wasser ab.
- Das System gibt Wärme ab.
- Die Enthalpieänderung ist negativ.
Ergebnis:Negativ, die Lösung gibt Wärmeenergie an die Umgebung ab - ●17Beim Lösen von Harnstoff in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?
Lösung zeigen
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf - ★18Beim Lösen von Kaliumiodid in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?
Lösung zeigen
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
7Ich verknüpfe Gitterenthalpie, Hydratationsenthalpie und Lösungsenthalpie (Leistungskurs).
MerkenGitter und Hydratation (Leistungskurs)
ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH. Das Gitter kostet Energie, die Hydratation liefert sie.
Überwiegt die Hydratation, löst sich das Salz exotherm.
BeispielGitter-, Hydratations- und Lösungsenthalpie (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = 18 kJ/mol − 657 kJ/mol.
- ΔHydrH = −639 kJ/mol, der Betrag ist 639 kJ/mol.
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = 18 kJ/mol − 657 kJ/mol.
- ΔHydrH = −639 kJ/mol, der Betrag ist 639 kJ/mol.
AchtungNur einen Anteil der Lösungsenthalpie berücksichtigt
Die Lösungsenthalpie entspricht der Hydratationsenthalpie, das Gitter zählt nicht.
Das Gitter muss zuerst getrennt werden. Beide Anteile gehören zur Summe: ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH.
Nenne die beiden Schritte des Lösens und ordne jedem den Energiebedarf oder die Energieabgabe zu.
ÜbenJetzt du
- ○19Kaliumchlorid: Gitterenthalpie +717 kJ/mol, Lösungsenthalpie +17 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Hydratationsenthalpie?So fängst du an:ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
Lösung zeigen
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = 17 kJ/mol − 717 kJ/mol.
- ΔHydrH = −700 kJ/mol, der Betrag ist 700 kJ/mol.
Ergebnis:700 kJ/mol - ●20Magnesiumchlorid: Gitterenthalpie +2526 kJ/mol, Lösungsenthalpie −155 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Hydratationsenthalpie?
Lösung zeigen
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = −155 kJ/mol − 2526 kJ/mol.
- ΔHydrH = −2681 kJ/mol, der Betrag ist 2681 kJ/mol.
Ergebnis:2681 kJ/mol - ★21Die Gitterenthalpie eines Salzes wird bei gleicher Hydratationsenthalpie größer. Wie ändert sich die Lösungsenthalpie?
Lösung zeigen
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH.
- ΔGitterH steigt, ΔHydrH bleibt gleich.
- Die Summe wird größer, also positiver.
Ergebnis:Sie wird positiver, das Lösen verläuft weniger exotherm
8Ich beschreibe die Entropie und berechne die Entropieänderung einer Reaktion (Leistungskurs).
MerkenEntropie (Leistungskurs)
Entropie misst die Zahl der Anordnungsmöglichkeiten: ΔrS = Σ S(Produkte) − Σ S(Edukte).
Sie steigt, wenn mehr Gasteilchen entstehen.
BeispielEntropie und zweiter Hauptsatz (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- ΔrS = Σ S(Produkte) − Σ S(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ S(Produkte) = 386 J/(mol · K), Σ S(Edukte) = 585 J/(mol · K).
- ΔrS = −199 J/(mol · K), der Betrag ist 199 J/(mol · K).
- ΔrS = Σ S(Produkte) − Σ S(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ S(Produkte) = 386 J/(mol · K), Σ S(Edukte) = 585 J/(mol · K).
- ΔrS = −199 J/(mol · K), der Betrag ist 199 J/(mol · K).
AchtungKoeffizienten der Gleichung nicht berücksichtigt
CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O: ΔrH = −394 − 286 + 75 = −605 kJ/mol.
Jeder Wert wird mit seinem Koeffizienten multipliziert: −394 + 2 · (−286) − (−75) = −891 kJ/mol.
Schreib neben jede Bildungsenthalpie den Koeffizienten und multipliziere, bevor du addierst.
ÜbenJetzt du
- ○22Wie ändert sich bei N₂(g) + 3 H₂(g) → 2 NH₃(g) die Entropie des Systems?So fängst du an:Aus vier Gasteilchen werden zwei.
Lösung zeigen
- Aus vier Gasteilchen werden zwei.
- Weniger Teilchen oder geordnetere Teilchen bedeuten weniger Anordnungsmöglichkeiten.
- Die Entropie nimmt ab.
Ergebnis:Die Entropie nimmt ab, es gibt weniger Möglichkeiten - ●23Wie ändert sich die Entropie bei der Reaktion CaCO₃(s) → CaO(s) + CO₂(g)?
Lösung zeigen
- Auf der Eduktseite gibt es nur Feststoffe.
- Auf der Produktseite entsteht ein Gas.
- Gase haben viel mehr Anordnungsmöglichkeiten, die Entropie nimmt zu.
Ergebnis:Sie nimmt zu, weil ein Gas entsteht - ★24In einem Kühlschrank nimmt die Entropie des Innenraums ab. Ist das ein Widerspruch zum zweiten Hauptsatz?
Lösung zeigen
- Der Innenraum gibt Wärme und Entropie an die Küche ab.
- Dort steigt die Entropie stärker, als sie innen sinkt.
- Die Gesamtentropie wächst, der Hauptsatz gilt.
Ergebnis:Nein, die Gesamtentropie nimmt zu, die Umgebung gewinnt mehr
9Ich beurteile mit der Gibbs-Helmholtz-Gleichung, ob eine Reaktion freiwillig abläuft (Leistungskurs).
MerkenGibbs-Helmholtz-Gleichung (Leistungskurs)
ΔrG = ΔrH − T · ΔrS. Negatives ΔrG heißt freiwillig.
Die Grenztemperatur ist T = ΔrH : ΔrS, mit ΔrS in kJ.
BeispielGibbs-Helmholtz-Gleichung und Spontaneität (Leistungskurs)
Schritt für Schritt
- Grenze bei ΔrG = 0: T = ΔrH : ΔrS.
- T = 176 kJ/mol : 0,285 kJ/(mol · K).
- T = 618 K
- Grenze bei ΔrG = 0: T = ΔrH : ΔrS.
- T = 176 kJ/mol : 0,285 kJ/(mol · K).
- T = 618 K
AchtungGrenztemperatur in Grad Celsius gerechnet
Die Zersetzung läuft ab 833 K freiwillig.
T = ΔH : ΔS = 1106 K. In Grad Celsius sind das 833 Grad Celsius.
Rechne mit Kelvin und gib die Einheit an. Wandle nur am Ende um, wenn Grad Celsius verlangt sind.
ÜbenJetzt du
- ○25Für H₂O(l) → H₂O(g) gilt ΔrH = +44 kJ/mol und ΔrS = +119 J/(mol · K). Bestimme: Wie groß ist ΔrG bei 298 K?So fängst du an:T · ΔrS = 298 K · 0,119 kJ/(mol · K) = 35,5 kJ/mol.
Lösung zeigen
- T · ΔrS = 298 K · 0,119 kJ/(mol · K) = 35,5 kJ/mol.
- ΔrG = 44 kJ/mol − 35,5 kJ/mol.
- ΔrG = 8,5 kJ/mol, positiv, also nicht freiwillig.
Ergebnis:8,5 kJ/mol - ●26N₂ + 3 H₂ → 2 NH₃ hat ΔrH = −92 kJ/mol und ΔrS = −199 J/(mol · K). Bestimme: Bei welcher Grenztemperatur ist ΔrG gleich Null?
Lösung zeigen
- Bei ΔrG = 0 gilt ΔrH = T · ΔrS, also T = ΔrH : ΔrS.
- T = −92 kJ/mol : −0,199 kJ/(mol · K)
- T = 462 K (unterhalb freiwillig)
Ergebnis:462 K - ★27CH₄ + H₂O(g) → CO + 3 H₂ hat ΔrH = 206 kJ/mol und ΔrS = 216 J/(mol · K). Bestimme: Bei welcher Grenztemperatur ist ΔrG gleich Null?
Lösung zeigen
- Bei ΔrG = 0 gilt ΔrH = T · ΔrS, also T = ΔrH : ΔrS.
- T = 206 kJ/mol : 0,216 kJ/(mol · K)
- T = 954 K (oberhalb freiwillig)
Ergebnis:954 K
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●28400 g Wasser werden von 18,0 auf 21,0 Grad Celsius erwärmt. Bestimme: Wie viel Wärme nimmt das Wasser auf? c = 4,18 J/(g · K).
Lösung zeigen
- ΔT = 21,0 − 18,0 = 3,0 K.
- Q = 400 g · 4,18 J/(g · K) · 3,0 K = 5016 J.
- Das sind 5,02 kJ.
Ergebnis:5,02 kJ - ●29Beim Lösen von Kaliumbromid in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?
Lösung zeigen
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf - ●30Gleichung: CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O(l). Bildungsenthalpien: ΔfH(CH₄) = −75 kJ/mol, ΔfH(CO₂) = −394 kJ/mol, ΔfH(H₂O(l)) = −286 kJ/mol; Elemente haben 0 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Reaktionsenthalpie ΔrH in kJ je Formelumsatz?
Lösung zeigen
- ΔrH = Σ ΔfH(Produkte) − Σ ΔfH(Edukte), jeder Wert mit seinem Koeffizienten.
- Σ ΔfH(Produkte) = −966 kJ, Σ ΔfH(Edukte) = −75 kJ.
- ΔrH = −891 kJ, der Betrag ist 891 kJ.
Ergebnis:891 kJ - ●31Beim Lösen von Ammoniumnitrat in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?
Lösung zeigen
- Die Temperatur sinkt: Das Wasser gibt Wärme an die Lösung ab.
- Das System nimmt Wärme auf.
- Die Enthalpieänderung ist positiv.
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf - ●32Lithiumchlorid: Gitterenthalpie +853 kJ/mol, Lösungsenthalpie −37 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Hydratationsenthalpie?
Lösung zeigen
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH, also ΔHydrH = ΔLH − ΔGitterH.
- ΔHydrH = −37 kJ/mol − 853 kJ/mol.
- ΔHydrH = −890 kJ/mol, der Betrag ist 890 kJ/mol.
Ergebnis:890 kJ/mol - ●33Wie ändert sich bei C₁₂H₂₂O₁₁(s) → C₁₂H₂₂O₁₁(aq) die Entropie des Systems?
Lösung zeigen
- Der Zucker verteilt sich als Einzelmoleküle im Wasser.
- Mehr Teilchen oder freiere Teilchen bedeuten mehr Anordnungsmöglichkeiten.
- Die Entropie nimmt zu.
Ergebnis:Die Entropie nimmt zu, es gibt mehr Möglichkeiten
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Energiediagramm
- Exotherm: Die Produkte liegen tiefer, Wärme geht an die Umgebung.
- Erster Hauptsatz und Systeme
- Energie geht nie verloren, sie wechselt nur die Form.
- Kalorimetrie
- Das Wasser nimmt Q = m · c · ΔT auf, c = 4,18 J/(g · K). ΔT ist eine Temperaturdifferenz.
- Molare Enthalpien
- Molare Reaktionsenthalpie: ΔrH = −Q : n, also Wärme je mol.
- Satz von Hess
- Die Reaktionsenthalpie hängt nur von Anfang und Ende ab. ΔrH = Σ ΔfH(P) − Σ ΔfH(E).
- Lösen von Salzen
- Wassermoleküle umlagern die Ionen und lösen sie aus dem Gitter.
- Gitter und Hydratation (Leistungskurs)
- ΔLH = ΔGitterH + ΔHydrH. Das Gitter kostet Energie, die Hydratation liefert sie.
- Entropie (Leistungskurs)
- Entropie misst die Zahl der Anordnungsmöglichkeiten: ΔrS = Σ S(Produkte) − Σ S(Edukte).
- Gibbs-Helmholtz-Gleichung (Leistungskurs)
- ΔrG = ΔrH − T · ΔrS. Negatives ΔrG heißt freiwillig.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich lese Energiediagramme und unterscheide exotherme und endotherme Reaktionen sowie die Aktivierungsenergie.
34In einem Energiediagramm liegen die Edukte bei 0 kJ, der Gipfel bei 150 kJ und die Produkte bei −90 kJ. Bestimme: Wie groß ist die Aktivierungsenergie der Hinreaktion?Lösung zeigen
Ergebnis:150 kJIch nutze den ersten Hauptsatz als Energieerhaltung, unterscheide Systeme und deute Temperatur als Teilchenbewegung.
35Welcher Systemtyp liegt bei ein mit Stopfen verschlossenes Reagenzglas im Wasserbad vor?Lösung zeigen
Ergebnis:Geschlossenes System, nur Energie wird ausgetauschtIch bestimme Wärmemengen mit der Kalorimetergleichung Q = m · c · ΔT.
36Ein Kalorimeter mit 500 g Wasser nimmt 4180 J Wärme auf. Bestimme: Um wie viel Kelvin steigt die Temperatur? c = 4,18 J/(g · K).Lösung zeigen
Ergebnis:2 KIch berechne molare Reaktionsenthalpien und benenne Bildungs-, Lösungs- und Verbrennungsenthalpie.
37Bei der Verbrennung von 0,50 mol Methan werden 445 kJ frei. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der molaren Verbrennungsenthalpie?Lösung zeigen
Ergebnis:890 kJ/molIch berechne Reaktionsenthalpien mit dem Satz von Hess und mit Bildungsenthalpien.
38Eine Reaktion verläuft in zwei Schritten. Schritt 1 gibt 80 kJ Wärme ab, Schritt 2 nimmt 30 kJ Wärme auf. Bestimme: Wie viel Wärme gibt die Gesamtreaktion insgesamt ab?Lösung zeigen
Ergebnis:50 kJIch erkläre das Lösen von Salzen mit Ionengitter, Solvatation und Ion-Dipol-Wechselwirkungen.
39Beim Lösen von Kaliumnitrat in Wasser sinkt die Temperatur. Welche Aussage über die molare Lösungsenthalpie stimmt?Lösung zeigen
Ergebnis:Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung aufIch verknüpfe Gitterenthalpie, Hydratationsenthalpie und Lösungsenthalpie (Leistungskurs).
40Rubidiumchlorid: Gitterenthalpie +680 kJ/mol, Lösungsenthalpie +17 kJ/mol. Bestimme: Wie groß ist der Betrag der Hydratationsenthalpie?Lösung zeigen
Ergebnis:663 kJ/molIch beschreibe die Entropie und berechne die Entropieänderung einer Reaktion (Leistungskurs).
41Wie ändert sich bei 2 NO₂(g) → N₂O₄(g) die Entropie des Systems?Lösung zeigen
Ergebnis:Die Entropie nimmt ab, es gibt weniger MöglichkeitenIch beurteile mit der Gibbs-Helmholtz-Gleichung, ob eine Reaktion freiwillig abläuft (Leistungskurs).
422 SO₂ + O₂ → 2 SO₃ hat ΔrH = −198 kJ/mol und ΔrS = −187 J/(mol · K). Bestimme: Bei welcher Grenztemperatur ist ΔrG gleich Null?Lösung zeigen
Ergebnis:1059 K
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Gleichung
- zwei Rechnungen, die gleich viel wert sind
- Produkt
- was herauskommt, wenn man malnimmt
Lösungen
- 200 kJ
- 150 kJ
- Das System nimmt Wärme aus der Umgebung auf, die Enthalpie steigt
- Offenes System, Austausch von Stoff und Energie
- Isoliertes System, weder Stoff noch Energie
- Offenes System, Austausch von Materie und Wärmeenergie
- 3,76 kJ
- 1,25 kJ
- 4,18 kJ
- Negativ, die Lösung gibt Wärmeenergie an die Umgebung ab
- 15 kJ/mol
- 15,4 kJ/mol
- 891 kJ
- Als Element hat O₂ per Definition die Bildungsenthalpie Null
- 90 kJ
- Negativ, die Lösung gibt Wärmeenergie an die Umgebung ab
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- 700 kJ/mol
- 2681 kJ/mol
- Sie wird positiver, das Lösen verläuft weniger exotherm
- Die Entropie nimmt ab, es gibt weniger Möglichkeiten
- Sie nimmt zu, weil ein Gas entsteht
- Nein, die Gesamtentropie nimmt zu, die Umgebung gewinnt mehr
- 8,5 kJ/mol
- 462 K
- 954 K
- 5,02 kJ
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- 891 kJ
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- 890 kJ/mol
- Die Entropie nimmt zu, es gibt mehr Möglichkeiten
- 150 kJ
- Geschlossenes System, nur Energie wird ausgetauscht
- 2 K
- 890 kJ/mol
- 50 kJ
- Positiv, die Lösung nimmt Wärme aus der Umgebung auf
- 663 kJ/mol
- Die Entropie nimmt ab, es gibt weniger Möglichkeiten
- 1059 K