Chemie · Klasse 13 · Kapitel
Säure-Base-Reaktionen: Protolyse, pH-Wert und Titration
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
1Ich beschreibe Säure-Base-Reaktionen nach Brønsted als Protonenübergang und finde korrespondierende Säure-Base-Paare.
MerkenProtolyse
Eine Säure gibt ein Proton ab, eine Base nimmt es auf.
Beide bilden ein korrespondierendes Paar, die Reaktion ist umkehrbar.
BeispielProtolyse: Protonenübergang und korrespondierende Paare
Schritt für Schritt
- Eine Säure gibt ein Proton ab, eine Base nimmt eines auf.
- OH⁻ wird vor und nach der Reaktion verglichen.
- OH⁻ gewinnt ein Proton: Base.
- Eine Säure gibt ein Proton ab, eine Base nimmt eines auf.
- OH⁻ wird vor und nach der Reaktion verglichen.
- OH⁻ gewinnt ein Proton: Base.
AchtungProtonendonator und Protonenakzeptor vertauscht
Das Teilchen, das ein Proton aufnimmt, ist die Säure.
Die Säure gibt ein Proton ab (Donator), die Base nimmt es auf (Akzeptor).
Zeichne einen Pfeil für das Proton und markiere seinen Start und sein Ziel.
ÜbenJetzt du
- ○1In der Protolyse NH₄⁺ + OH⁻ → NH₃ + H₂O gibt es zwei Teilchen mit je einer Rolle. Welche Rolle hat NH₄⁺?So fängst du an:Eine Säure gibt ein Proton ab, eine Base nimmt eines auf.
Lösung zeigen
- Eine Säure gibt ein Proton ab, eine Base nimmt eines auf.
- NH₄⁺ wird vor und nach der Reaktion verglichen.
- NH₄⁺ verliert ein Proton: Säure.
Ergebnis:Säure, es gibt ein Proton ab - ●2In der Protolyse CH₃COOH + H₂O ⇌ CH₃COO⁻ + H₃O⁺ gibt es zwei Teilchen mit je einer Rolle. Welche Rolle hat CH₃COOH?
Lösung zeigen
- Eine Säure gibt ein Proton ab, eine Base nimmt eines auf.
- CH₃COOH wird vor und nach der Reaktion verglichen.
- CH₃COOH verliert ein Proton: Säure.
Ergebnis:Säure, es gibt ein Proton ab - ★3In der Protolyse HSO₄⁻ + H₂O ⇌ SO₄²⁻ + H₃O⁺ gibt es zwei Teilchen mit je einer Rolle. Welche Rolle hat H₂O?
Lösung zeigen
- Eine Säure gibt ein Proton ab, eine Base nimmt eines auf.
- H₂O wird vor und nach der Reaktion verglichen.
- H₂O gewinnt ein Proton: Base.
Ergebnis:Base, es nimmt ein Proton auf
2Ich leite aus dem Bau eines Teilchens ab, ob es als Säure, als Base oder amphoter wirkt.
MerkenBau und Funktion
Eine Säure hat ein polar gebundenes Wasserstoffatom, eine Base ein freies Elektronenpaar.
Ampholyte haben beides.
BeispielBau von Säure- und Base-Teilchen, Ampholyte
Schritt für Schritt
- Ein abspaltbares Wasserstoffatom: ja.
- Ein freies Elektronenpaar zur Protonenaufnahme: ja.
- Beides vorhanden: Ampholyt.
- Ein abspaltbares Wasserstoffatom: ja.
- Ein freies Elektronenpaar zur Protonenaufnahme: ja.
- Beides vorhanden: Ampholyt.
AchtungNur ein Strukturmerkmal beachtet
NH₄⁺ besitzt ein Wasserstoffatom und ist deshalb ein Ampholyt.
Ein Ampholyt braucht beides: ein abspaltbares Wasserstoffatom und ein freies Elektronenpaar.
Prüfe beide Merkmale nacheinander und schreibe zu jedem ja oder nein.
ÜbenJetzt du
- ○4Warum ist Ammoniak eine Base, obwohl das Molekül keine Hydroxidgruppe enthält?So fängst du an:Eine Base ist ein Protonenakzeptor.
Lösung zeigen
- Eine Base ist ein Protonenakzeptor.
- Dafür braucht sie ein freies Elektronenpaar.
- Das Stickstoffatom im Ammoniak hat eines.
Ergebnis:Das Stickstoffatom hat ein freies Elektronenpaar und nimmt ein Proton auf - ●5Das Teilchen HCO₃⁻ besitzt ein polar gebundenes Wasserstoffatom und ein freies Elektronenpaar, mit dem ein Proton gebunden werden kann. Welche Funktion kann es nach Brønsted übernehmen?
Lösung zeigen
- Ein abspaltbares Wasserstoffatom: ja.
- Ein freies Elektronenpaar zur Protonenaufnahme: ja.
- Beides vorhanden: Ampholyt.
Ergebnis:Ampholyt, es kann Protonen abgeben und zugleich aufnehmen - ★6Das Teilchen PO₄³⁻ besitzt kein polar gebundenes Wasserstoffatom und ein freies Elektronenpaar, mit dem ein Proton gebunden werden kann. Welche Funktion kann es nach Brønsted übernehmen?
Lösung zeigen
- Ein abspaltbares Wasserstoffatom: nein.
- Ein freies Elektronenpaar zur Protonenaufnahme: ja.
- Nur das zweite Merkmal: Base.
Ergebnis:Nur Base, es kann Protonen aufnehmen, aber nicht abgeben
3Ich weise Chlorid-, Bromid-, Carbonat-, Hydroxid-, Oxonium- und Ammonium-Ionen nach.
MerkenNachweise
Silbernitrat fällt Chlorid weiß und Bromid gelblich.
Carbonat gibt mit Säure Gas, Ammonium mit Lauge Ammoniak.
BeispielNachweisreaktionen für Ionen
Schritt für Schritt
- Eine Base nimmt dem Ammonium-Ion ein Proton ab.
- Es entsteht gasförmiges Ammoniak.
- Ammoniak färbt feuchtes Indikatorpapier blau.
- Eine Base nimmt dem Ammonium-Ion ein Proton ab.
- Es entsteht gasförmiges Ammoniak.
- Ammoniak färbt feuchtes Indikatorpapier blau.
AchtungReagenz und Probe verwechselt
Salzsäure zugeben und im Ergebnis Chlorid nachweisen.
Das Reagenz bringt eigene Ionen mit. Wer Chlorid nachweisen will, setzt kein Chlorid zu.
Nenne zu jeder Beobachtung, ob das Ion aus der Probe oder aus dem Reagenz stammt.
ÜbenJetzt du
- ○7Welches Ion zeigt die folgende Beobachtung an? Nach Zugabe von Silbernitratlösung fällt ein weißer Niederschlag aus, der in Salpetersäure unlöslich ist.So fängst du an:Die Beobachtung wird den Nachweisreaktionen zugeordnet.
Lösung zeigen
- Die Beobachtung wird den Nachweisreaktionen zugeordnet.
- Niederschlagsfarbe und Löslichkeit entscheiden.
- Das gehört zu Chlorid-Ionen.
Ergebnis:Chlorid-Ionen - ●8Welche Beobachtung gehört zum Nachweis von Carbonat-Ionen?
Lösung zeigen
- Zuerst wird das Reagenz für Carbonat-Ionen gesucht.
- Dann folgt die kennzeichnende Beobachtung.
- Beim Ansäuern sprudelt es, und das Gas lässt Kalkwasser milchig werden.
Ergebnis:Beim Ansäuern sprudelt es, und das Gas lässt Kalkwasser milchig werden - ★9Eine Probe enthält Chlorid- und Carbonat-Ionen. Wie lässt sich Chlorid sicher nachweisen?
Lösung zeigen
- Carbonat stört, weil Silbercarbonat ebenfalls weiß ist.
- Salpetersäure entfernt das Carbonat als Gas.
- Danach fällt nur noch Silberchlorid aus.
Ergebnis:Erst mit Salpetersäure ansäuern, bis kein Gas mehr entweicht, dann Silbernitrat zugeben
4Ich wende das Massenwirkungsgesetz auf Protolysen an und deute Säurekonstante und pKs-Wert.
MerkenSäurekonstante
Ks = c(H₃O⁺) · c(A⁻) : c(HA), Wasser steht nicht im Bruch.
Je kleiner pKs, desto stärker die Säure.
BeispielMassenwirkungsgesetz, Säurekonstante und pKs-Wert
Schritt für Schritt
- Ks = 10 hoch minus pKs.
- Ks = 10 hoch minus 4,76.
- Ks = 1,7 · 10⁻⁵ mol/L
- Ks = 10 hoch minus pKs.
- Ks = 10 hoch minus 4,76.
- Ks = 1,7 · 10⁻⁵ mol/L
AchtungKs, pKs und pKB falsch umgerechnet
Aus Ks = 10⁻⁴ mol/L folgt pKs = 10.
pKs = −lg Ks, also pKs = 4. Für ein korrespondierendes Paar gilt pKs + pKB = 14.
Schreib die Definition pKs = −lg Ks auf und setze Ks mit Einheit ein.
ÜbenJetzt du
- ○10Für Flusssäure gilt pKs = 3,14. Welche Säurekonstante Ks ergibt sich daraus?So fängst du an:Ks = 10 hoch minus pKs.
Lösung zeigen
- Ks = 10 hoch minus pKs.
- Ks = 10 hoch minus 3,14.
- Ks = 7,2 · 10⁻⁴ mol/L
Ergebnis:7,2 · 10⁻⁴ mol/L - ●11Für das Hydrogencarbonat-Ion gilt pKs = 10,33. Welche Säurekonstante Ks ergibt sich daraus?
Lösung zeigen
- Ks = 10 hoch minus pKs.
- Ks = 10 hoch minus 10,33.
- Ks = 4,7 · 10⁻¹¹ mol/L
Ergebnis:4,7 · 10⁻¹¹ mol/L - ★12Eine Essigsäurelösung wird bei gleicher Temperatur auf das Zehnfache verdünnt. Wie ändert sich der Wert der Säurekonstante Ks?
Lösung zeigen
- Ks hängt nur von der Temperatur ab.
- Beim Verdünnen sinken alle Konzentrationen.
- Das Gleichgewicht verschiebt sich zur Seite der Ionen, Ks bleibt gleich.
Ergebnis:Er bleibt gleich, nur der Anteil protolysierter Säure wächst
5Ich leite das Ionenprodukt des Wassers her und berechne den pH-Wert starker Säuren.
MerkenpH-Wert
pH = −lg c(H₃O⁺). Eine pH-Stufe ist der Faktor 10. Bei 25 Grad Celsius gilt Kw = 10⁻¹⁴.
BeispielIonenprodukt des Wassers und pH-Wert starker Säuren
Schritt für Schritt
- Vollständige Protolyse: c(H₃O⁺) = 0,01 mol/L.
- pH = −lg 0,01.
- pH = 2
- Vollständige Protolyse: c(H₃O⁺) = 0,01 mol/L.
- pH = −lg 0,01.
- pH = 2
AchtungpH-Wert ohne Logarithmus bestimmt
c(H₃O⁺) = 0,01 mol/L, also pH = 0,01.
pH = −lg 0,01 = 2.
Schreib c(H₃O⁺) als Zehnerpotenz und lies den Exponenten ohne Minuszeichen ab.
ÜbenJetzt du
- ○13Salzsäure hat die Konzentration c(HCl) = 0,25 mol/L und protolysiert vollständig. Bestimme: Wie groß ist der pH-Wert, auf zwei Nachkommastellen gerundet?So fängst du an:Vollständige Protolyse: c(H₃O⁺) = 0,25 mol/L.
Lösung zeigen
- Vollständige Protolyse: c(H₃O⁺) = 0,25 mol/L.
- pH = −lg 0,25.
- pH = 0,60
Ergebnis:0,60 - ●14Salpetersäure hat die Konzentration c(HNO₃) = 0,0005 mol/L und protolysiert vollständig. Bestimme: Wie groß ist der pH-Wert, auf zwei Nachkommastellen gerundet?
Lösung zeigen
- Vollständige Protolyse: c(H₃O⁺) = 0,0005 mol/L.
- pH = −lg 0,0005.
- pH = 3,30
Ergebnis:3,30 - ★15Eine Salzsäure mit pH = 3 wird auf das Hundertfache verdünnt. Bestimme: Wie groß ist der pH-Wert danach?
Lösung zeigen
- Hundertfach verdünnt heißt: zwei Zehnerpotenzen.
- c(H₃O⁺) sinkt von 10⁻³ mol/L auf 10⁻⁵ mol/L.
- pH = 5
Ergebnis:5
6Ich bestimme mit einer Säure-Base-Titration die Konzentration einer Säure oder Lauge.
MerkenTitration
Am Äquivalenzpunkt gilt n(H₃O⁺) = n(OH⁻).
Daraus folgt c(Säure) = c(Lauge) · V(Lauge) : V(Säure).
BeispielSäure-Base-Titration
Schritt für Schritt
- n(KOH) = 0,20 mol/L · 0,0050 L.
- Am Äquivalenzpunkt gilt n(HNO₃) · 1 = n(KOH) · 1.
- c(HNO₃) = n(HNO₃) : 0,0200 L = 0,050 mol/L
- n(KOH) = 0,20 mol/L · 0,0050 L.
- Am Äquivalenzpunkt gilt n(HNO₃) · 1 = n(KOH) · 1.
- c(HNO₃) = n(HNO₃) : 0,0200 L = 0,050 mol/L
AchtungVolumen oder Stoffmengenverhältnis in der Titration falsch verrechnet
10 mL Schwefelsäure verbrauchen 20 mL Natronlauge gleicher Stärke, also gilt 1 : 1.
Am Äquivalenzpunkt gilt n(Säure) mal Zahl der Protonen gleich n(Lauge). Erst Stoffmengen vergleichen, dann durch das Volumen teilen.
Schreib die Reaktionsgleichung auf und lies das Stoffmengenverhältnis ab.
ÜbenJetzt du
- ○1620,0 mL Salzsäure werden bis zum Äquivalenzpunkt mit Bariumhydroxid-Lösung der Konzentration c = 0,10 mol/L titriert. Verbraucht werden 15,0 mL. Jede Formeleinheit liefert zwei Hydroxid-Ionen. Bestimme: Wie groß ist c(HCl)?So fängst du an:n(Ba(OH)₂) = 0,10 mol/L · 0,0150 L.
Lösung zeigen
- n(Ba(OH)₂) = 0,10 mol/L · 0,0150 L.
- Am Äquivalenzpunkt gilt n(HCl) · 1 = n(Ba(OH)₂) · 2.
- c(HCl) = n(HCl) : 0,0200 L = 0,15 mol/L
Ergebnis:0,15 mol/L - ●1725,0 mL Salzsäure werden bis zum Äquivalenzpunkt mit Bariumhydroxid-Lösung der Konzentration c = 0,20 mol/L titriert. Verbraucht werden 6,3 mL. Jede Formeleinheit liefert zwei Hydroxid-Ionen. Bestimme: Wie groß ist c(HCl)?
Lösung zeigen
- n(Ba(OH)₂) = 0,20 mol/L · 0,0063 L.
- Am Äquivalenzpunkt gilt n(HCl) · 1 = n(Ba(OH)₂) · 2.
- c(HCl) = n(HCl) : 0,0250 L = 0,10 mol/L
Ergebnis:0,10 mol/L - ★1825,0 mL Essigsäure in Speiseessig werden bis zum Äquivalenzpunkt mit Natronlauge der Konzentration c = 0,20 mol/L titriert. Verbraucht werden 18,8 mL. Bestimme: Wie groß ist c(CH₃COOH)?
Lösung zeigen
- n(NaOH) = 0,20 mol/L · 0,0188 L.
- Am Äquivalenzpunkt gilt n(CH₃COOH) · 1 = n(NaOH) · 1.
- c(CH₃COOH) = n(CH₃COOH) : 0,0250 L = 0,15 mol/L
Ergebnis:0,15 mol/L
7Ich berechne pOH-Wert, pKB-Wert und den pH-Wert schwacher Säuren und Basen (Leistungskurs).
MerkenSchwache Säuren und Basen
Es gilt pH + pOH = 14. Für schwache Säuren gilt die Näherung pH = ½ · (pKs − lg c₀).
BeispielpOH, pKB und pH-Wert schwacher Säuren und Basen
Schritt für Schritt
- Näherung für schwache Säuren: pH = ½ · (pKs − lg c₀).
- pH = ½ · (3,75 − lg 0,1) = ½ · (3,75 + 1,00).
- pH ≈ 2,4
- Näherung für schwache Säuren: pH = ½ · (pKs − lg c₀).
- pH = ½ · (3,75 − lg 0,1) = ½ · (3,75 + 1,00).
- pH ≈ 2,4
AchtungSchwache Säure wie eine starke gerechnet
Essigsäure mit 0,1 mol/L hat pH 1, weil pH = −lg 0,1.
Essigsäure protolysiert nur zu einem kleinen Teil: pH = ½ · (4,76 − lg 0,1) = 2,88.
Vergleiche gemessene pH-Werte von Essigsäure und Salzsäure gleicher Konzentration.
ÜbenJetzt du
- ○19Eine Lösung der Flusssäure (pKs = 3,14) hat die Anfangskonzentration c₀ = 0,2 mol/L. Bestimme: Wie groß ist der pH-Wert nach der Näherung für schwache Säuren, auf eine Nachkommastelle gerundet?So fängst du an:Näherung für schwache Säuren: pH = ½ · (pKs − lg c₀).
Lösung zeigen
- Näherung für schwache Säuren: pH = ½ · (pKs − lg c₀).
- pH = ½ · (3,14 − lg 0,2) = ½ · (3,14 + 0,70).
- pH ≈ 1,9
Ergebnis:1,9 - ●20Eine Lösung der Propansäure (pKs = 4,87) hat die Anfangskonzentration c₀ = 0,1 mol/L. Bestimme: Wie groß ist der pH-Wert nach der Näherung für schwache Säuren, auf eine Nachkommastelle gerundet?
Lösung zeigen
- Näherung für schwache Säuren: pH = ½ · (pKs − lg c₀).
- pH = ½ · (4,87 − lg 0,1) = ½ · (4,87 + 1,00).
- pH ≈ 2,9
Ergebnis:2,9 - ★21Eine Ammoniaklösung mit c₀ = 0,10 mol/L hat den pKB-Wert 4,75. Bestimme: Wie groß ist ihr pH-Wert nach der Näherung für schwache Basen (eine Nachkommastelle)?
Lösung zeigen
- Näherung: pOH = ½ · (pKB − lg c₀) = ½ · (4,75 + 1,00) = 2,875.
- pH = 14 − pOH.
- pH = 14 − 2,875 ≈ 11,1
Ergebnis:11,1
8Ich deute Titrationskurven und erkläre Puffersysteme (Leistungskurs).
MerkenKurve und Puffer
Am Halbäquivalenzpunkt gilt pH = pKs.
Ein Puffer aus schwacher Säure und ihrer Base fängt Säure und Lauge ab.
BeispielTitrationskurven und Puffersysteme
Schritt für Schritt
- Ein Puffer enthält eine schwache Säure und ihre korrespondierende Base.
- Das Paar unterscheidet sich um ein Proton.
- NH₄⁺ und NH₃
- Ein Puffer enthält eine schwache Säure und ihre korrespondierende Base.
- Das Paar unterscheidet sich um ein Proton.
- NH₄⁺ und NH₃
AchtungReaktionspartner als korrespondierendes Paar gedeutet
Welches Paar bildet ein Puffersystem → HF und HCO₃⁻
Welches Paar bildet ein Puffersystem → NH₄⁺ und NH₃
Schreib zu jedem Teilchen auf, welches Teilchen entsteht, wenn es ein Proton abgibt oder aufnimmt.
ÜbenJetzt du
- ○22Eine schwache Säure wird mit Natronlauge titriert. Was gilt am Halbäquivalenzpunkt?So fängst du an:Die Hälfte der Säure ist zu A⁻ geworden.
Lösung zeigen
- Die Hälfte der Säure ist zu A⁻ geworden.
- Also gilt c(HA) = c(A⁻).
- Im Ks-Ausdruck kürzt sich der Bruch: pH = pKs.
Ergebnis:Es gilt pH = pKs, weil c(HA) = c(A⁻) ist - ●23Warum liegt der Äquivalenzpunkt bei der Titration von Essigsäure mit Natronlauge im basischen Bereich?
Lösung zeigen
- Am Äquivalenzpunkt liegt Natriumacetat vor.
- Das Acetat-Ion ist die korrespondierende Base der schwachen Säure.
- CH₃COO⁻ + H₂O ⇌ CH₃COOH + OH⁻ macht die Lösung basisch.
Ergebnis:Das Acetat-Ion ist eine Base und reagiert mit Wasser zu Hydroxid-Ionen - ★24Ein Puffer enthält Essigsäure und Acetat im Stoffmengenverhältnis 1 : 1. Auf welchen Wert stellt sich der pH-Wert ein?
Lösung zeigen
- Bei c(HA) = c(A⁻) kürzt sich der Bruch im Ks-Ausdruck.
- Es bleibt c(H₃O⁺) = Ks.
- Also gilt pH = pKs = 4,76.
Ergebnis:Auf den pKs-Wert der Essigsäure, also etwa 4,8
9Ich erkläre mehrstufige Protolyse, den induktiven Effekt und den pH-Wert von Salzlösungen (Leistungskurs).
MerkenStufen, Substituenten, Salze
Jede Protolysestufe ist schwächer als die vorige.
Hydratisierte Metall-Ionen sind Säuren, Anionen schwacher Säuren Basen.
BeispielMehrstufige Protolyse, induktiver Effekt und Salzlösungen
Schritt für Schritt
- Jede weitere Stufe ist schwächer als die vorige.
- Der pKs-Wert wächst von Stufe zu Stufe.
- Die letzte Stufe hat den größten Wert: 5,69.
- Jede weitere Stufe ist schwächer als die vorige.
- Der pKs-Wert wächst von Stufe zu Stufe.
- Die letzte Stufe hat den größten Wert: 5,69.
AchtungStärke der Protolysestufen falsch begründet
Die zweite Stufe der Phosphorsäure ist so stark wie die erste.
Mit jeder Stufe steigt der pKs-Wert: Das Proton muss aus einem stärker negativ geladenen Teilchen abgegeben werden.
Lies die pKs-Werte der drei Stufen der Phosphorsäure ab und ordne sie.
ÜbenJetzt du
- ○25Wie reagiert eine wässrige Lösung von Kaliumchlorid (KCl)?So fängst du an:Kation und Anion werden getrennt betrachtet, ob sie mit Wasser reagieren.
Lösung zeigen
- Kation und Anion werden getrennt betrachtet, ob sie mit Wasser reagieren.
- Kalium-Ionen und Chlorid-Ionen reagieren nicht mit Wasser.
- Also: neutral.
Ergebnis:Neutral, kein Ion reagiert mit Wasser - ●26Wie reagiert eine wässrige Lösung von Natriumcarbonat (Na₂CO₃)?
Lösung zeigen
- Kation und Anion werden getrennt betrachtet, ob sie mit Wasser reagieren.
- Das Carbonat-Ion ist eine Base und nimmt Protonen auf, das Natrium-Ion reagiert nicht.
- Also: basisch.
Ergebnis:Basisch, das Anion nimmt Protonen auf - ★27Wie kommt die Bindung zwischen einem Aluminium-Ion und einem Wassermolekül im Komplex [Al(H₂O)₆]³⁺ zustande?
Lösung zeigen
- Das Wassermolekül hat freie Elektronenpaare am Sauerstoffatom.
- Das Aluminium-Ion hat leere Plätze.
- Das Paar des Liganden bildet die koordinative Bindung.
Ergebnis:Das Sauerstoffatom stellt das bindende Elektronenpaar bereit
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●28Welches Teilchen bildet mit dem Ammonium-Ion NH₄⁺ ein korrespondierendes Säure-Base-Paar?
Lösung zeigen
- Ein korrespondierendes Paar unterscheidet sich um genau ein Proton.
- NH₄⁺ gibt ein Proton ab.
- Es bleibt NH₃.
Ergebnis:NH₃, das Ammoniak - ●29Das Teilchen HCOO⁻ besitzt kein polar gebundenes Wasserstoffatom und ein freies Elektronenpaar, mit dem ein Proton gebunden werden kann. Welche Funktion kann es nach Brønsted übernehmen?
Lösung zeigen
- Ein abspaltbares Wasserstoffatom: nein.
- Ein freies Elektronenpaar zur Protonenaufnahme: ja.
- Nur das zweite Merkmal: Base.
Ergebnis:Nur Base, es kann Protonen aufnehmen, aber nicht abgeben - ●30Welche Beobachtung gehört zum Nachweis von Ammonium-Ionen?
Lösung zeigen
- Zuerst wird das Reagenz für Ammonium-Ionen gesucht.
- Dann folgt die kennzeichnende Beobachtung.
- Mit Natronlauge entweicht ein Gas, das feuchtes Indikatorpapier blau färbt.
Ergebnis:Mit Natronlauge entweicht ein Gas, das feuchtes Indikatorpapier blau färbt - ●31Für Milchsäure gilt pKs = 3,86. Welche Säurekonstante Ks ergibt sich daraus?
Lösung zeigen
- Ks = 10 hoch minus pKs.
- Ks = 10 hoch minus 3,86.
- Ks = 1,4 · 10⁻⁴ mol/L
Ergebnis:1,4 · 10⁻⁴ mol/L - ●32Salzsäure hat die Konzentration c(HCl) = 0,0001 mol/L und protolysiert vollständig. Bestimme: Wie groß ist der pH-Wert, auf zwei Nachkommastellen gerundet?
Lösung zeigen
- Vollständige Protolyse: c(H₃O⁺) = 0,0001 mol/L.
- pH = −lg 0,0001.
- pH = 4,00
Ergebnis:4,00 - ●3325,0 mL Salzsäure werden bis zum Äquivalenzpunkt mit Natronlauge der Konzentration c = 0,20 mol/L titriert. Verbraucht werden 12,5 mL. Bestimme: Wie groß ist c(HCl)?
Lösung zeigen
- n(NaOH) = 0,20 mol/L · 0,0125 L.
- Am Äquivalenzpunkt gilt n(HCl) · 1 = n(NaOH) · 1.
- c(HCl) = n(HCl) : 0,0250 L = 0,10 mol/L
Ergebnis:0,10 mol/L
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Protolyse
- Eine Säure gibt ein Proton ab, eine Base nimmt es auf.
- Bau und Funktion
- Eine Säure hat ein polar gebundenes Wasserstoffatom, eine Base ein freies Elektronenpaar.
- Nachweise
- Silbernitrat fällt Chlorid weiß und Bromid gelblich.
- Säurekonstante
- Ks = c(H₃O⁺) · c(A⁻) : c(HA), Wasser steht nicht im Bruch.
- pH-Wert
- pH = −lg c(H₃O⁺). Eine pH-Stufe ist der Faktor 10. Bei 25 Grad Celsius gilt Kw = 10⁻¹⁴.
- Titration
- Am Äquivalenzpunkt gilt n(H₃O⁺) = n(OH⁻).
- Schwache Säuren und Basen
- Es gilt pH + pOH = 14. Für schwache Säuren gilt die Näherung pH = ½ · (pKs − lg c₀).
- Kurve und Puffer
- Am Halbäquivalenzpunkt gilt pH = pKs.
- Stufen, Substituenten, Salze
- Jede Protolysestufe ist schwächer als die vorige.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich beschreibe Säure-Base-Reaktionen nach Brønsted als Protonenübergang und finde korrespondierende Säure-Base-Paare.
34In der Protolyse CH₃COOH + H₂O ⇌ CH₃COO⁻ + H₃O⁺ gibt es zwei Teilchen mit je einer Rolle. Welche Rolle hat CH₃COOH?Lösung zeigen
Ergebnis:Säure, es gibt ein Proton abIch leite aus dem Bau eines Teilchens ab, ob es als Säure, als Base oder amphoter wirkt.
35Das Teilchen HS⁻ besitzt ein polar gebundenes Wasserstoffatom und ein freies Elektronenpaar, mit dem ein Proton gebunden werden kann. Welche Funktion kann es nach Brønsted übernehmen?Lösung zeigen
Ergebnis:Ampholyt, es kann Protonen abgeben und zugleich aufnehmenIch weise Chlorid-, Bromid-, Carbonat-, Hydroxid-, Oxonium- und Ammonium-Ionen nach.
36Zu einer farblosen Lösung wird Silbernitratlösung gegeben. Es fällt ein weißer Niederschlag, der sich in verdünnter Salpetersäure nicht löst. Welches Ion enthält die Lösung?Lösung zeigen
Ergebnis:Chlorid-IonenIch wende das Massenwirkungsgesetz auf Protolysen an und deute Säurekonstante und pKs-Wert.
37Wie lautet der Ausdruck für die Säurekonstante Ks der Protolyse HA + H₂O ⇌ A⁻ + H₃O⁺?Lösung zeigen
Ergebnis:Ks = c(H₃O⁺) · c(A⁻) : c(HA)Ich leite das Ionenprodukt des Wassers her und berechne den pH-Wert starker Säuren.
38Salzsäure hat die Konzentration c(HCl) = 0,002 mol/L und protolysiert vollständig. Bestimme: Wie groß ist der pH-Wert, auf zwei Nachkommastellen gerundet?Lösung zeigen
Ergebnis:2,70Ich bestimme mit einer Säure-Base-Titration die Konzentration einer Säure oder Lauge.
3925,0 mL Essigsäure in Speiseessig werden bis zum Äquivalenzpunkt mit Natronlauge der Konzentration c = 0,20 mol/L titriert. Verbraucht werden 15,0 mL. Bestimme: Wie groß ist c(CH₃COOH)?Lösung zeigen
Ergebnis:0,12 mol/LIch berechne pOH-Wert, pKB-Wert und den pH-Wert schwacher Säuren und Basen (Leistungskurs).
40Eine Lösung der Essigsäure (pKs = 4,76) hat die Anfangskonzentration c₀ = 0,1 mol/L. Bestimme: Wie groß ist der pH-Wert nach der Näherung für schwache Säuren, auf eine Nachkommastelle gerundet?Lösung zeigen
Ergebnis:2,9Ich deute Titrationskurven und erkläre Puffersysteme (Leistungskurs).
41Essigsäure (pKs = 4,76) wird mit Natronlauge titriert. Bestimme: Wie groß ist der pH-Wert am Halbäquivalenzpunkt?Lösung zeigen
Ergebnis:4,76Ich erkläre mehrstufige Protolyse, den induktiven Effekt und den pH-Wert von Salzlösungen (Leistungskurs).
42Wie reagiert eine wässrige Lösung von Natriumnitrit (NaNO₂)?Lösung zeigen
Ergebnis:Basisch, das Anion nimmt Protonen auf
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Wörter
- Bruch
- ein Teil von einem Ganzen, als Zahl geschrieben
- Funktion
- eine Regel, die aus einer Zahl eine andere macht
Lösungen
- Säure, es gibt ein Proton ab
- Säure, es gibt ein Proton ab
- Base, es nimmt ein Proton auf
- Das Stickstoffatom hat ein freies Elektronenpaar und nimmt ein Proton auf
- Ampholyt, es kann Protonen abgeben und zugleich aufnehmen
- Nur Base, es kann Protonen aufnehmen, aber nicht abgeben
- Chlorid-Ionen
- Beim Ansäuern sprudelt es, und das Gas lässt Kalkwasser milchig werden
- Erst mit Salpetersäure ansäuern, bis kein Gas mehr entweicht, dann Silbernitrat zugeben
- 7,2 · 10⁻⁴ mol/L
- 4,7 · 10⁻¹¹ mol/L
- Er bleibt gleich, nur der Anteil protolysierter Säure wächst
- 0,60
- 3,30
- 5
- 0,15 mol/L
- 0,10 mol/L
- 0,15 mol/L
- 1,9
- 2,9
- 11,1
- Es gilt pH = pKs, weil c(HA) = c(A⁻) ist
- Das Acetat-Ion ist eine Base und reagiert mit Wasser zu Hydroxid-Ionen
- Auf den pKs-Wert der Essigsäure, also etwa 4,8
- Neutral, kein Ion reagiert mit Wasser
- Basisch, das Anion nimmt Protonen auf
- Das Sauerstoffatom stellt das bindende Elektronenpaar bereit
- NH₃, das Ammoniak
- Nur Base, es kann Protonen aufnehmen, aber nicht abgeben
- Mit Natronlauge entweicht ein Gas, das feuchtes Indikatorpapier blau färbt
- 1,4 · 10⁻⁴ mol/L
- 4,00
- 0,10 mol/L
- Säure, es gibt ein Proton ab
- Ampholyt, es kann Protonen abgeben und zugleich aufnehmen
- Chlorid-Ionen
- Ks = c(H₃O⁺) · c(A⁻) : c(HA)
- 2,70
- 0,12 mol/L
- 2,9
- 4,76
- Basisch, das Anion nimmt Protonen auf