Deutsch · Klasse 9 und 10 · Kapitel
Drama und szenisches Spiel
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Eine Figur am Text belegen: Was sie tut, sagt oder denkt, zeigt, wie sie ist.
- ●19Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Was verrät das Verhalten des Vaters?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Er steigt ab, steigt auf, geht zu Fuß – immer nach dem Wort eines Fremden.
- Also: Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
Ergebnis:Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel. - ●20Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Was verrät „Ich drehte mich nicht um.“ über die erzählende Person?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Hinter ihr seufzt jemand ungeduldig. Sie schaut nicht hin und wartet.
- Also: Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
Ergebnis:Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
ÜbenWeißt du das noch?
Rede und Begleitsatz trennen: Was gesagt wird, steht anders da als das, was erzählt wird.
- ●21Wo stehen die Redezeichen richtig?
Mia erzählt Ich habe den Schlüssel gefundenLösung zeigen
- Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
- Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
- Also: Mia erzählt: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“
Ergebnis:Mia erzählt: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“ - ●22Wo stehen die Redezeichen richtig?
Elif ruft Das Buch ist spannendLösung zeigen
- Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
- Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
- Also: Elif ruft: „Das Buch ist spannend.“
Ergebnis:Elif ruft: „Das Buch ist spannend.“
1Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
MerkenEine Szene deuten
Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.
BeispielSzene, Konflikt und Figuren
Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //
JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
(JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)
Welcher Satz ist der Wendepunkt?
Schritt für Schritt
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Ab hier sieht die Lehrerin ihn an und ändert ihre Antwort.
- Also: „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Ab hier sieht die Lehrerin ihn an und ändert ihre Antwort.
- Also: „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
ÜbenJetzt du
- ○1Das Zeugnis:
Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //
NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
VATER (ohne aufzusehen): Und? /
NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
NOAH (leise): Eine Vier. /
VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.
Was zeigt es, dass der Vater „Eine Vier.“ wiederholt?So fängst du an:Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Er sagt es nach und schweigt, bevor er an das letzte Jahr erinnert.
- Also: Er ist enttäuscht und denkt nach.
Ergebnis:Er ist enttäuscht und denkt nach. - ●2Zwanzig Euro zu viel:
Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //
BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
(Er schließt die Tür ab. Licht aus.)
Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.
Wie heißt die Rede einer Figur, die allein auf der Bühne spricht?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Ben ist allein im Laden und spricht seine Gedanken laut aus.
- Also: Monolog
Ergebnis:Monolog - ★3Der Schlüssel:
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Warum sagt die Mutter nur „Halb elf.“ statt einer Frage?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Zwei Wörter genügen. Die Figur sagt nicht alles, was sie meint.
- Also: Die knappe Feststellung wirkt wie ein Vorwurf.
Ergebnis:Die knappe Feststellung wirkt wie ein Vorwurf.
2Ich kann Figurenkonstellation darstellen.
MerkenFigurenkonstellation
Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
Die Beziehung zeigt sich an Anrede, Redeanteil und daran, wer das letzte Wort hat.
BeispielFigurenkonstellation: Macht, Nähe und das letzte Wort
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer spricht in der Szene am meisten?
Schritt für Schritt
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Die erste Rede der Mutter ist länger als alle anderen Reden zusammen.
- Also: Leos Mutter
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Die erste Rede der Mutter ist länger als alle anderen Reden zusammen.
- Also: Leos Mutter
ÜbenJetzt du
- ○4Wie heißt die Figur, die sich der Hauptfigur in den Weg stellt?So fängst du an:Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Ihre Ziele widersprechen denen der Hauptfigur. Daraus entsteht der Konflikt.
- Also: Gegenspieler
Ergebnis:Gegenspieler - ●5Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer hat das letzte Wort?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Das besprechen wir jetzt zu dritt.“ beendet das Gespräch.
- Also: die Schulleiterin
Ergebnis:die Schulleiterin - ★6Wie heißt ein Schaubild, das zeigt, wie die Figuren zueinander stehen?
Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Kreise für die Figuren, Pfeile für ihre Beziehungen: So sieht man, wer zu wem steht.
- Also: Figurenkonstellation
Ergebnis:Figurenkonstellation
3Ich kann eine Regieanweisung schreiben.
MerkenRegieanweisung
Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.
Sie steht meist in Klammern oder kursiv und sagt genau, was man sieht oder hört.
BeispielRegieanweisung erkennen und schreiben
Schritt für Schritt
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Ort, Zeit und Figuren nennt meist die erste Regieanweisung einer Szene.
- Also: in der Regieanweisung am Anfang
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Ort, Zeit und Figuren nennt meist die erste Regieanweisung einer Szene.
- Also: in der Regieanweisung am Anfang
ÜbenJetzt du
- ○7Eine Figur sagt „Schön, dass du auch mal kommst.“ und meint es spöttisch. Welche Regieanweisung passt?So fängst du an:Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Spott zeigt sich in Abwehr, nicht in Freude oder Trauer.
- Also: (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
Ergebnis:(verschränkt die Arme, ohne aufzusehen) - ●8Die Wahl:
Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //
MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
(Die Klingel. Beide bleiben stehen.)
Was zeigt die Regieanweisung „hebt den Kopf“?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Vorher sah sie auf den Boden. Jetzt sieht sie Marc an und sagt die Wahrheit.
- Also: Lina fasst Mut und widerspricht.
Ergebnis:Lina fasst Mut und widerspricht. - ★9Der Schlüssel:
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Warum steht hier eine „Pause“ als Regieanweisung?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Nach „Die ganze Zeit.“ sagt niemand etwas. Die Pause macht die Lüge hörbar.
- Also: In der Stille wird klar, dass Tims Ausrede nicht hält.
Ergebnis:In der Stille wird klar, dass Tims Ausrede nicht hält.
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●10Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
Du bist ein herzlich guter Mann, /
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //
FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.
Wer spricht in diesem Auszug?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Zwei Figuren sprechen nacheinander. Das ist ein Dialog.
- Also: Margarete und Faust
Ergebnis:Margarete und Faust - ●11Die Einladung:
Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //
IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
IRINA: Ja. Warum? /
HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
(IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)
Warum nimmt Hanna die Karte zuerst nicht?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- Bevor sie zusagt, erwähnt sie den Streit seit dem Ausflug.
- Also: Sie will nicht mit Lotta auf derselben Feier sein.
Ergebnis:Sie will nicht mit Lotta auf derselben Feier sein. - ●12Eine Figur sagt du zu einer anderen, die andere antwortet mit Sie. Was zeigt das?
Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Ungleiche Anrede zeigt ein Gefälle. Wer du sagt und Sie hört, steht oben.
- Also: Die zwei stehen nicht auf gleicher Stufe.
Ergebnis:Die zwei stehen nicht auf gleicher Stufe. - ●13Der Schlüssel:
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Welche Regieanweisung gehört zur Mutter?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Die Klammer steht direkt hinter MUTTER. Die beiden anderen gehören zu Tim.
- Also: (schiebt den Schlüssel über den Tisch)
Ergebnis:(schiebt den Schlüssel über den Tisch) - ●14Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Warum sagt Frau Adebayo: „Ich habe Leo gefragt.“?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- Die Mutter antwortet für Leo: „Er ist noch ganz durcheinander.“
- Also: Leo soll selbst sprechen, nicht seine Mutter.
Ergebnis:Leo soll selbst sprechen, nicht seine Mutter. - ●15Der neue Song:
Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //
ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
MAX: Lass sie doch, Jonas. /
JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
MAX (leise): Du. /
ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
(Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.
Wer hat in der Band die Macht?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Wer hat die Band gegründet, Max?“ erinnert alle an den Rang des Gründers.
- Also: Jonas: Er hat die Band gegründet und bestimmt, was gespielt wird.
Ergebnis:Jonas: Er hat die Band gegründet und bestimmt, was gespielt wird.
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Eine Szene deuten
- Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
- Figurenkonstellation
- Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
- Regieanweisung
- Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
16Der Schlüssel:
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Wo und wann spielt die Szene?Lösung zeigen
Ergebnis:in der Küche, spät am AbendIch kann Figurenkonstellation darstellen.
17Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer spricht in der Szene am meisten?Lösung zeigen
Ergebnis:Leos MutterIch kann eine Regieanweisung schreiben.
18Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
Du bist ein herzlich guter Mann, /
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //
FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.
Welche Regieanweisung passt zu Fausts „Lass das, mein Kind!“?Lösung zeigen
Ergebnis:(weicht ihrem Blick aus)
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Lösungen
- Er ist enttäuscht und denkt nach.
- Monolog
- Die knappe Feststellung wirkt wie ein Vorwurf.
- Gegenspieler
- die Schulleiterin
- Figurenkonstellation
- (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
- Lina fasst Mut und widerspricht.
- In der Stille wird klar, dass Tims Ausrede nicht hält.
- Margarete und Faust
- Sie will nicht mit Lotta auf derselben Feier sein.
- Die zwei stehen nicht auf gleicher Stufe.
- (schiebt den Schlüssel über den Tisch)
- Leo soll selbst sprechen, nicht seine Mutter.
- Jonas: Er hat die Band gegründet und bestimmt, was gespielt wird.
- in der Küche, spät am Abend
- Leos Mutter
- (weicht ihrem Blick aus)
- Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
- Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
- Mia erzählt: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“
- Elif ruft: „Das Buch ist spannend.“