Deutsch · Klasse 9 und 10 · Kapitel
Drama und szenisches Spiel
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Eine Figur am Text belegen: Was sie tut, sagt oder denkt, zeigt, wie sie ist.
- ●19Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
- Also: steif und kalt
Ergebnis:steif und kalt - ●20Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Was verrät „Ich drehte mich nicht um.“ über die erzählende Person?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Hinter ihr seufzt jemand ungeduldig. Sie schaut nicht hin und wartet.
- Also: Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
Ergebnis:Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
ÜbenWeißt du das noch?
Rede und Begleitsatz trennen: Was gesagt wird, steht anders da als das, was erzählt wird.
- ●21Wo stehen die Redezeichen richtig?
Lena fragt Wann fährt der BusLösung zeigen
- Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
- Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
- Also: Lena fragt: „Wann fährt der Bus?“
Ergebnis:Lena fragt: „Wann fährt der Bus?“ - ●22Wo stehen die Redezeichen richtig?
Frau Berg erzählt Wir sind fertigLösung zeigen
- Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
- Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
- Also: Frau Berg erzählt: „Wir sind fertig.“
Ergebnis:Frau Berg erzählt: „Wir sind fertig.“
1Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
MerkenEine Szene deuten
Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.
BeispielSzene, Konflikt und Figuren
Schritt für Schritt
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Spricht eine Figur allein mit sich, ist das ein Monolog.
- Also: Monolog
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Spricht eine Figur allein mit sich, ist das ein Monolog.
- Also: Monolog
ÜbenJetzt du
- ○1Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
Du bist ein herzlich guter Mann, /
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //
FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.
Worin liegt der Konflikt dieser Szene?So fängst du an:Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Sie fragt direkt, er redet von Gefühl. Die Wünsche passen nicht zusammen.
- Also: Margarete will eine klare Antwort, Faust weicht aus.
Ergebnis:Margarete will eine klare Antwort, Faust weicht aus. - ●2Vor dem Anruf:
Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //
JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)
Was zeigt der Monolog, was ein Dialog nicht zeigen könnte?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Im Monolog spricht die Figur ihre Gedanken laut aus.
- Also: Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
Ergebnis:Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört - ★3Die Probe:
Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //
BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.
Worin liegt der Streit zwischen Samira und Frau Okafor?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Frau Okafor denkt an Angst, Samira an Müdigkeit. Beide deuten die Figur verschieden.
- Also: wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll
Ergebnis:wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll
2Ich kann Figurenkonstellation darstellen.
MerkenFigurenkonstellation
Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
Die Beziehung zeigt sich an Anrede, Redeanteil und daran, wer das letzte Wort hat.
BeispielFigurenkonstellation: Macht, Nähe und das letzte Wort
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer hat das letzte Wort?
Schritt für Schritt
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Das besprechen wir jetzt zu dritt.“ beendet das Gespräch.
- Also: die Schulleiterin
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Das besprechen wir jetzt zu dritt.“ beendet das Gespräch.
- Also: die Schulleiterin
ÜbenJetzt du
- ○4Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wie redet die Schulleiterin Leo an?So fängst du an:Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Leo, was sagst du?“
- Also: mit du und seinem Vornamen
Ergebnis:mit du und seinem Vornamen - ●5Der neue Song:
Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //
ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
MAX: Lass sie doch, Jonas. /
JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
MAX (leise): Du. /
ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
(Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.
Welche Figur hat in dieser Szene das letzte Wort?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Die letzte Figurenrede lautet „Noch mal von vorn. Mit Gitarre.“
- Also: Jonas
Ergebnis:Jonas - ★6Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer spricht in der Szene am meisten?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Die erste Rede der Mutter ist länger als alle anderen Reden zusammen.
- Also: Leos Mutter
Ergebnis:Leos Mutter
3Ich kann eine Regieanweisung schreiben.
MerkenRegieanweisung
Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.
Sie steht meist in Klammern oder kursiv und sagt genau, was man sieht oder hört.
BeispielRegieanweisung erkennen und schreiben
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Welche Regieanweisung gehört zur Mutter?
Schritt für Schritt
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Die Klammer steht direkt hinter MUTTER. Die beiden anderen gehören zu Tim.
- Also: (schiebt den Schlüssel über den Tisch)
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Die Klammer steht direkt hinter MUTTER. Die beiden anderen gehören zu Tim.
- Also: (schiebt den Schlüssel über den Tisch)
ÜbenJetzt du
- ○7Vor dem Anruf:
Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //
JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)
Was zeigt „(Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.)“?So fängst du an:Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Weglegen und wieder Nehmen: Die Geste zeigt ihren inneren Streit.
- Also: Jana schwankt zwischen Aufgeben und Anrufen.
Ergebnis:Jana schwankt zwischen Aufgeben und Anrufen. - ●8Die Wahl:
Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //
MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
(Die Klingel. Beide bleiben stehen.)
Was zeigt die Regieanweisung „hebt den Kopf“?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Vorher sah sie auf den Boden. Jetzt sieht sie Marc an und sagt die Wahrheit.
- Also: Lina fasst Mut und widerspricht.
Ergebnis:Lina fasst Mut und widerspricht. - ★9Die Wahl:
Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //
MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
(Die Klingel. Beide bleiben stehen.)
Warum sagt Marc „leiser“ den Satz über den gemeinsamen Plan?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Die Anweisung verändert den Ton: Aus dem Vorwurf wird eine Enttäuschung.
- Also: Er ist gekränkt und zeigt, dass es ihm wichtig war.
Ergebnis:Er ist gekränkt und zeigt, dass es ihm wichtig war.
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●10Wie heißt das Verzeichnis aller Figuren am Anfang eines Dramas?
Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Vor dem ersten Auftritt stehen alle Figuren im Personenverzeichnis.
- Also: Personenverzeichnis
Ergebnis:Personenverzeichnis - ●11Nach der Stunde:
Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //
JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
(JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)
Warum gibt Frau Berg Jonas das Handy sofort zurück?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- Sie hält inne, als sie vom Krankenhaus hört, und fragt: „Seit wann?“
- Also: Sie versteht, dass er sich um seine Mutter sorgt.
Ergebnis:Sie versteht, dass er sich um seine Mutter sorgt. - ●12Wie heißt eine Figur, die nur kurz auftritt und den Konflikt nicht antreibt?
Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Sie hat keinen eigenen Konflikt und steht am Rand der Handlung.
- Also: Nebenfigur
Ergebnis:Nebenfigur - ●13Eine Figur sagt „Schön, dass du auch mal kommst.“ und meint es spöttisch. Welche Regieanweisung passt?
Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Spott zeigt sich in Abwehr, nicht in Freude oder Trauer.
- Also: (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
Ergebnis:(verschränkt die Arme, ohne aufzusehen) - ●14Nach der Stunde:
Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //
JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
(JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)
Wie viele Figuren sprechen in der Szene?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Es reden nur die Lehrerin und der Schüler, die Mutter wird bloß erwähnt.
- Also: zwei
Ergebnis:zwei - ●15Das Zeugnis:
Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //
NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
VATER (ohne aufzusehen): Und? /
NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
NOAH (leise): Eine Vier. /
VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.
Was macht der Vater, als Noah hereinkommt?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
- Die erste Regieanweisung zeigt ihn mit der Zeitung.
- Also: Er liest Zeitung.
Ergebnis:Er liest Zeitung.
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Eine Szene deuten
- Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
- Figurenkonstellation
- Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
- Regieanweisung
- Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
16Vor dem Anruf:
Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //
JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)
Was zeigt der Monolog, was ein Dialog nicht zeigen könnte?Lösung zeigen
Ergebnis:Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hörtIch kann Figurenkonstellation darstellen.
17Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wer hat in diesem Gespräch die Macht?Lösung zeigen
Ergebnis:die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortetIch kann eine Regieanweisung schreiben.
18Wo steht im Textbuch der Ort einer Szene?Lösung zeigen
Ergebnis:in der Regieanweisung am Anfang
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Lösungen
- Margarete will eine klare Antwort, Faust weicht aus.
- Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
- wie die Königin die Nachricht aufnehmen soll
- mit du und seinem Vornamen
- Jonas
- Leos Mutter
- Jana schwankt zwischen Aufgeben und Anrufen.
- Lina fasst Mut und widerspricht.
- Er ist gekränkt und zeigt, dass es ihm wichtig war.
- Personenverzeichnis
- Sie versteht, dass er sich um seine Mutter sorgt.
- Nebenfigur
- (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
- zwei
- Er liest Zeitung.
- Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
- die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
- in der Regieanweisung am Anfang
- steif und kalt
- Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
- Lena fragt: „Wann fährt der Bus?“
- Frau Berg erzählt: „Wir sind fertig.“