Deutsch · Klasse 9 und 10 · Kapitel
Drama und szenisches Spiel
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Eine Figur am Text belegen: Was sie tut, sagt oder denkt, zeigt, wie sie ist.
- ●19Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
- Also: steif und kalt
Ergebnis:steif und kalt - ●20Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Welche Stelle zeigt, dass Selin sich Sorgen macht?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Beim Warten erinnert sie sich an die Party und an das umgefallene Glas.
- Also: Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
Ergebnis:Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
ÜbenWeißt du das noch?
Rede und Begleitsatz trennen: Was gesagt wird, steht anders da als das, was erzählt wird.
- ●21Wo stehen die Redezeichen richtig?
Mia fragt Wann fährt der BusLösung zeigen
- Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
- Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
- Also: Mia fragt: „Wann fährt der Bus?“
Ergebnis:Mia fragt: „Wann fährt der Bus?“ - ●22Wo stehen die Redezeichen richtig?
Elif flüstert Ich brauche eine PauseLösung zeigen
- Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
- Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
- Also: Elif flüstert: „Ich brauche eine Pause.“
Ergebnis:Elif flüstert: „Ich brauche eine Pause.“
1Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
MerkenEine Szene deuten
Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.
BeispielSzene, Konflikt und Figuren
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Worum geht der Konflikt wirklich?
Schritt für Schritt
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Der Schlüssel beweist, dass Tim lügt. Es geht darum, ob sie ihm glauben kann.
- Also: um Vertrauen und die Wahrheit über den Abend
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Der Schlüssel beweist, dass Tim lügt. Es geht darum, ob sie ihm glauben kann.
- Also: um Vertrauen und die Wahrheit über den Abend
ÜbenJetzt du
- ○1Das Zeugnis:
Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //
NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
VATER (ohne aufzusehen): Und? /
NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
NOAH (leise): Eine Vier. /
VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.
Was will Noah in der Szene erreichen?So fängst du an:Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Noch bevor er gefragt wird, nennt er das Fach, das besser geworden ist.
- Also: Der Vater soll die Verbesserung sehen.
Ergebnis:Der Vater soll die Verbesserung sehen. - ●2Zwanzig Euro zu viel:
Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //
BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
(Er schließt die Tür ab. Licht aus.)
Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.
Welche zwei Stimmen streiten in Bens Kopf?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Er zitiert den Onkel, dann denkt er an die Nachbarin.
- Also: die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
Ergebnis:die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin - ★3Nach der Stunde:
Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //
JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
(JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)
Worin besteht der Konflikt zu Beginn?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Die Regel der Schule steht gegen die Sorge um einen Menschen.
- Also: Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
Ergebnis:Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
2Ich kann Figurenkonstellation darstellen.
MerkenFigurenkonstellation
Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
Die Beziehung zeigt sich an Anrede, Redeanteil und daran, wer das letzte Wort hat.
BeispielFigurenkonstellation: Macht, Nähe und das letzte Wort
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Was zeigt es, dass die Mutter für Leo antwortet?
Schritt für Schritt
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Er ist noch ganz durcheinander.“ Sie spricht über ihn, nicht mit ihm.
- Also: Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen.
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- „Er ist noch ganz durcheinander.“ Sie spricht über ihn, nicht mit ihm.
- Also: Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen.
ÜbenJetzt du
- ○4Der neue Song:
Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //
ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
MAX: Lass sie doch, Jonas. /
JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
MAX (leise): Du. /
ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
(Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.
Woran zeigt sich, dass Max vor Jonas nachgibt?So fängst du an:Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Auf die Frage nach dem Gründer sagt er nur „Du.“
- Also: Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.
Ergebnis:Er antwortet leise mit einem einzigen Wort. - ●5Eine Figur sagt du zu einer anderen, die andere antwortet mit Sie. Was zeigt das?
Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Ungleiche Anrede zeigt ein Gefälle. Wer du sagt und Sie hört, steht oben.
- Also: Die zwei stehen nicht auf gleicher Stufe.
Ergebnis:Die zwei stehen nicht auf gleicher Stufe. - ★6Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Wie verändert sich Leos Stellung in der Szene?Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Nach einer Pause gibt er den Schuss zu und will zahlen.
- Also: Er schweigt erst und übernimmt dann selbst die Verantwortung.
Ergebnis:Er schweigt erst und übernimmt dann selbst die Verantwortung.
3Ich kann eine Regieanweisung schreiben.
MerkenRegieanweisung
Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.
Sie steht meist in Klammern oder kursiv und sagt genau, was man sieht oder hört.
BeispielRegieanweisung erkennen und schreiben
Schritt für Schritt
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Spott zeigt sich in Abwehr, nicht in Freude oder Trauer.
- Also: (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Spott zeigt sich in Abwehr, nicht in Freude oder Trauer.
- Also: (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
ÜbenJetzt du
- ○7Die Einladung:
Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //
IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
IRINA: Ja. Warum? /
HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
(IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)
Was zeigt die Regieanweisung „legt die Karte auf die Mauer“?So fängst du an:Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Sie drückt ihr nichts in die Hand, sie lässt es liegen und geht.
- Also: Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
Ergebnis:Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen. - ●8Vor dem Anruf:
Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //
JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)
Welche Regieanweisung beendet die Szene?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Die letzte Klammer beendet die Szene mit Dunkelheit.
- Also: (Licht aus.)
Ergebnis:(Licht aus.) - ★9Der Schlüssel:
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Welche Regieanweisung zeigt, dass Tim nachgibt?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Mit der Jacke legt Tim auch den Widerstand ab. Er bleibt.
- Also: (TIM zieht langsam die Jacke aus.)
Ergebnis:(TIM zieht langsam die Jacke aus.)
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●10Die Fundkiste:
Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //
SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
(SAMIR holt das Handy heraus.)
Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.
Wo spielt die Szene?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Die erste Regieanweisung nennt den Ort, bevor jemand spricht.
- Also: im Schulsekretariat
Ergebnis:im Schulsekretariat - ●11Vor dem Anruf:
Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //
JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)
Warum ruft Jana am Ende doch an?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- „Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie.“ Danach wählt sie.
- Also: Sie merkt, dass sie es sonst nie tun wird.
Ergebnis:Sie merkt, dass sie es sonst nie tun wird. - ●12Wie heißt die Figur, die sich der Hauptfigur in den Weg stellt?
Lösung zeigen
- Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
- Ihre Ziele widersprechen denen der Hauptfigur. Daraus entsteht der Konflikt.
- Also: Gegenspieler
Ergebnis:Gegenspieler - ●13Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
Du bist ein herzlich guter Mann, /
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //
FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.
Welche Regieanweisung passt zu Fausts „Lass das, mein Kind!“?Lösung zeigen
- Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
- Faust will der Frage ausweichen. Eine ausweichende Geste passt dazu.
- Also: (weicht ihrem Blick aus)
Ergebnis:(weicht ihrem Blick aus) - ●14Die Fundkiste:
Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //
SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
(SAMIR holt das Handy heraus.)
Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.
Wie heißt der gesprochene Text der Figuren im Unterschied zum Nebentext?Lösung zeigen
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Was Samir und Frau Kern sagen, ist der Teil, den man auf der Bühne hört.
- Also: Haupttext
Ergebnis:Haupttext - ●15Zwanzig Euro zu viel:
Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //
BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
(Er schließt die Tür ab. Licht aus.)
Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.
Wie viel Geld ist zu viel in der Kasse?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
- „Zwanzig Euro zu viel.“
- Also: zwanzig Euro
Ergebnis:zwanzig Euro
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Eine Szene deuten
- Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
- Figurenkonstellation
- Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
- Regieanweisung
- Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
16Das Zeugnis:
Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //
NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
VATER (ohne aufzusehen): Und? /
NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
NOAH (leise): Eine Vier. /
VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.
Welche Figur spricht als Erste?Lösung zeigen
Ergebnis:NoahIch kann Figurenkonstellation darstellen.
17Der neue Song:
Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //
ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
MAX: Lass sie doch, Jonas. /
JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
MAX (leise): Du. /
ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
(Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.
Auf wessen Seite steht Max zuerst?Lösung zeigen
Ergebnis:auf Elifs SeiteIch kann eine Regieanweisung schreiben.
18Der Schlüssel:
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Welche Regieanweisung gehört zur Mutter?Lösung zeigen
Ergebnis:(schiebt den Schlüssel über den Tisch)
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Lösungen
- Der Vater soll die Verbesserung sehen.
- die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
- Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
- Er antwortet leise mit einem einzigen Wort.
- Die zwei stehen nicht auf gleicher Stufe.
- Er schweigt erst und übernimmt dann selbst die Verantwortung.
- Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
- (Licht aus.)
- (TIM zieht langsam die Jacke aus.)
- im Schulsekretariat
- Sie merkt, dass sie es sonst nie tun wird.
- Gegenspieler
- (weicht ihrem Blick aus)
- Haupttext
- zwanzig Euro
- Noah
- auf Elifs Seite
- (schiebt den Schlüssel über den Tisch)
- steif und kalt
- Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
- Mia fragt: „Wann fährt der Bus?“
- Elif flüstert: „Ich brauche eine Pause.“