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Deutsch · Klasse 9 und 10 · Kapitel

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Drama und szenisches Spiel

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Eine Figur am Text belegen: Was sie tut, sagt oder denkt, zeigt, wie sie ist.

  1. ●19
    Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Was tun Vater und Sohn nach dem Tadel des zweiten Wandersmanns?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Da saßen beide auf und ritten eine Strecke.“ Abgestiegen ist der Vater vorher.
    3. Also: Sie setzen sich beide auf den Esel.
    Ergebnis:
    Sie setzen sich beide auf den Esel.
  2. ●20
    Die Nachricht:
    Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //

    Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //

    Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //

    Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //

    Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.

    Was tut Selin mit dem Link?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Selin tippte nicht darauf.“ Später: „Sie öffnete den Link trotzdem nicht.“
    3. Also: Sie öffnet ihn nicht.
    Ergebnis:
    Sie öffnet ihn nicht.

ÜbenWeißt du das noch?

Rede und Begleitsatz trennen: Was gesagt wird, steht anders da als das, was erzählt wird.

  1. ●21
    Wo stehen die Redezeichen richtig?
    Oma sagt Ich brauche eine Pause
    Lösung zeigen
    1. Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
    2. Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
    3. Also: Oma sagt: „Ich brauche eine Pause.“
    Ergebnis:
    Oma sagt: „Ich brauche eine Pause.“
  2. ●22
    Wo stehen die Redezeichen richtig?
    Elif meint Das Buch ist spannend
    Lösung zeigen
    1. Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
    2. Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
    3. Also: Elif meint: „Das Buch ist spannend.“
    Ergebnis:
    Elif meint: „Das Buch ist spannend.“

1Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.

MerkenEine Szene deuten

Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.

Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.

BeispielSzene, Konflikt und Figuren

Eine Figur spricht zum Publikum, die anderen auf der Bühne hören es nicht. Wie heißt das?
Schritt für Schritt
  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Andere Figuren stehen dabei, hören es aber nicht. Das ist Beiseitesprechen.
  3. Also: Beiseitesprechen
  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Andere Figuren stehen dabei, hören es aber nicht. Das ist Beiseitesprechen.
  3. Also: Beiseitesprechen
Ergebnis:
Beiseitesprechen

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Nach der Stunde:
    Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //

    JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
    FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
    JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
    FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
    JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
    FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
    (JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)

    Welcher Satz ist der Wendepunkt?
    So fängst du an:
    Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Ab hier sieht die Lehrerin ihn an und ändert ihre Antwort.
    3. Also: „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
    Ergebnis:
    „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
  2. ●2
    Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
    MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
    Du bist ein herzlich guter Mann, /
    Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //

    FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
    Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
    Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.

    Wer spricht in diesem Auszug?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Zwei Figuren sprechen nacheinander. Das ist ein Dialog.
    3. Also: Margarete und Faust
    Ergebnis:
    Margarete und Faust
  3. ★3
    Zwanzig Euro zu viel:
    Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //

    BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
    (Er schließt die Tür ab. Licht aus.)

    Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.

    Welche zwei Stimmen streiten in Bens Kopf?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Er zitiert den Onkel, dann denkt er an die Nachbarin.
    3. Also: die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
    Ergebnis:
    die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin

2Ich kann Figurenkonstellation darstellen.

MerkenFigurenkonstellation

Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?

Die Beziehung zeigt sich an Anrede, Redeanteil und daran, wer das letzte Wort hat.

BeispielFigurenkonstellation: Macht, Nähe und das letzte Wort

Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

Wer hat in diesem Gespräch die Macht?
Schritt für Schritt
  1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
  2. „Ich habe Leo gefragt.“ Sie lässt sich das Gespräch nicht aus der Hand nehmen.
  3. Also: die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
  1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
  2. „Ich habe Leo gefragt.“ Sie lässt sich das Gespräch nicht aus der Hand nehmen.
  3. Also: die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
Ergebnis:
die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Der neue Song:
    Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

    ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
    JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
    ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
    MAX: Lass sie doch, Jonas. /
    JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
    MAX (leise): Du. /
    ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
    (Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
    JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

    Wie spricht Jonas am Anfang mit Elif?
    So fängst du an:
    Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Die Klammer hinter seinem Namen: (ohne aufzusehen).
    3. Also: ohne sie anzusehen
    Ergebnis:
    ohne sie anzusehen
  2. ●5
    Wie nennt man den Anteil, den eine Figur am Gespräch hat?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Man zählt die Zeilen, die eine Figur spricht, und vergleicht sie mit den anderen.
    3. Also: Redeanteil
    Ergebnis:
    Redeanteil
  3. ★6
    Die Scheibe:
    Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

    FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
    FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
    FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
    FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
    LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
    FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

    Wer spricht in der Szene am meisten?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Die erste Rede der Mutter ist länger als alle anderen Reden zusammen.
    3. Also: Leos Mutter
    Ergebnis:
    Leos Mutter

3Ich kann eine Regieanweisung schreiben.

MerkenRegieanweisung

Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.

Sie steht meist in Klammern oder kursiv und sagt genau, was man sieht oder hört.

BeispielRegieanweisung erkennen und schreiben

Wo steht im Textbuch der Ort einer Szene?
Schritt für Schritt
  1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
  2. Ort, Zeit und Figuren nennt meist die erste Regieanweisung einer Szene.
  3. Also: in der Regieanweisung am Anfang
  1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
  2. Ort, Zeit und Figuren nennt meist die erste Regieanweisung einer Szene.
  3. Also: in der Regieanweisung am Anfang
Ergebnis:
in der Regieanweisung am Anfang

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Wie nennt man den Text im Drama, der nicht gesprochen wird?
    So fängst du an:
    Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Figurenrede ist Haupttext. Regieanweisungen und Personenverzeichnis sind Nebentext.
    3. Also: Nebentext
    Ergebnis:
    Nebentext
  2. ●8
    Die Einladung:
    Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //

    IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
    HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
    IRINA: Ja. Warum? /
    HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
    IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
    HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
    IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
    (IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)

    Was zeigt die Regieanweisung „legt die Karte auf die Mauer“?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Sie drückt ihr nichts in die Hand, sie lässt es liegen und geht.
    3. Also: Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
    Ergebnis:
    Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
  3. ★9
    Vor dem Anruf:
    Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //

    JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)

    Was zeigt „(Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.)“?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Weglegen und wieder Nehmen: Die Geste zeigt ihren inneren Streit.
    3. Also: Jana schwankt zwischen Aufgeben und Anrufen.
    Ergebnis:
    Jana schwankt zwischen Aufgeben und Anrufen.

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Das Zeugnis:
    Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //

    NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
    VATER (ohne aufzusehen): Und? /
    NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
    VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
    NOAH (leise): Eine Vier. /
    VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
    NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
    VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.

    Was macht der Vater, als Noah hereinkommt?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. Die erste Regieanweisung zeigt ihn mit der Zeitung.
    3. Also: Er liest Zeitung.
    Ergebnis:
    Er liest Zeitung.
  2. ●11
    Die Scheibe:
    Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

    FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
    FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
    FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
    FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
    LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
    FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

    Was zeigt es, dass die Mutter für Leo antwortet?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. „Er ist noch ganz durcheinander.“ Sie spricht über ihn, nicht mit ihm.
    3. Also: Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen.
    Ergebnis:
    Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen.
  3. ●12
    Eine Figur sagt „Schön, dass du auch mal kommst.“ und meint es spöttisch. Welche Regieanweisung passt?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Spott zeigt sich in Abwehr, nicht in Freude oder Trauer.
    3. Also: (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
    Ergebnis:
    (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
  4. ●13
    Nach der Stunde:
    Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //

    JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
    FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
    JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
    FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
    JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
    FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
    (JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)

    Worin besteht der Konflikt zu Beginn?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Die Regel der Schule steht gegen die Sorge um einen Menschen.
    3. Also: Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
    Ergebnis:
    Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
  5. ●14
    Die Wahl:
    Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //

    MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
    LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
    MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
    LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
    MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
    LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
    (Die Klingel. Beide bleiben stehen.)

    Warum hat Lina Marc nicht gewählt?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. „Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt.“
    3. Also: Er hat sie nie gefragt, was sie will.
    Ergebnis:
    Er hat sie nie gefragt, was sie will.
  6. ●15
    Welche Regieanweisung ist für die Bühne zu ungenau?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Eine Regieanweisung sagt, was man sieht oder hört. Irgendwie komisch kann keiner spielen.
    3. Also: (ist irgendwie komisch)
    Ergebnis:
    (ist irgendwie komisch)

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Eine Szene deuten
Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
Figurenkonstellation
Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
Regieanweisung
Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.

    16
    Wie heißt das Selbstgespräch einer Figur, die allein auf der Bühne spricht?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Monolog
  2. Ich kann Figurenkonstellation darstellen.

    17
    Die Scheibe:
    Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

    FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
    FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
    FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
    FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
    LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
    FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

    Wer spricht in der Szene am meisten?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Leos Mutter
  3. Ich kann eine Regieanweisung schreiben.

    18
    Die Wahl:
    Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //

    MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
    LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
    MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
    LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
    MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
    LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
    (Die Klingel. Beide bleiben stehen.)

    Was zeigt die Regieanweisung „hebt den Kopf“?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Lina fasst Mut und widerspricht.

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Lösungen

  1. „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
  2. Margarete und Faust
  3. die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
  4. ohne sie anzusehen
  5. Redeanteil
  6. Leos Mutter
  7. Nebentext
  8. Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
  9. Jana schwankt zwischen Aufgeben und Anrufen.
  10. Er liest Zeitung.
  11. Sie traut ihm nicht zu, selbst zu sprechen.
  12. (verschränkt die Arme, ohne aufzusehen)
  13. Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
  14. Er hat sie nie gefragt, was sie will.
  15. (ist irgendwie komisch)
  16. Monolog
  17. Leos Mutter
  18. Lina fasst Mut und widerspricht.
  19. Sie setzen sich beide auf den Esel.
  20. Sie öffnet ihn nicht.
  21. Oma sagt: „Ich brauche eine Pause.“
  22. Elif meint: „Das Buch ist spannend.“