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Deutsch · Klasse 9 und 10 · Kapitel

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Drama und szenisches Spiel

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Eine Figur am Text belegen: Was sie tut, sagt oder denkt, zeigt, wie sie ist.

  1. ●19
    Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
    3. Also: steif und kalt
    Ergebnis:
    steif und kalt
  2. ●20
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Wie reagiert der Mann auf die Hilfe?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts.“ Geseufzt hat jemand anderes.
    3. Also: Er nickt und sagt nichts.
    Ergebnis:
    Er nickt und sagt nichts.

ÜbenWeißt du das noch?

Rede und Begleitsatz trennen: Was gesagt wird, steht anders da als das, was erzählt wird.

  1. ●21
    Wo stehen die Redezeichen richtig?
    Tim flüstert Ich brauche eine Pause
    Lösung zeigen
    1. Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
    2. Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
    3. Also: Tim flüstert: „Ich brauche eine Pause.“
    Ergebnis:
    Tim flüstert: „Ich brauche eine Pause.“
  2. ●22
    Wo stehen die Redezeichen richtig?
    Tim ruft Ich habe den Schlüssel gefunden
    Lösung zeigen
    1. Trenne Begleitsatz und Rede: Wer spricht, und was sagt die Person?
    2. Nach dem Begleitsatz kommt ein Doppelpunkt, dann die Rede in Redezeichen.
    3. Also: Tim ruft: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“
    Ergebnis:
    Tim ruft: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“

1Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.

MerkenEine Szene deuten

Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.

Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.

BeispielSzene, Konflikt und Figuren

Wie heißt das Verzeichnis aller Figuren am Anfang eines Dramas?
Schritt für Schritt
  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Vor dem ersten Auftritt stehen alle Figuren im Personenverzeichnis.
  3. Also: Personenverzeichnis
  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Vor dem ersten Auftritt stehen alle Figuren im Personenverzeichnis.
  3. Also: Personenverzeichnis
Ergebnis:
Personenverzeichnis

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
    MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
    Du bist ein herzlich guter Mann, /
    Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //

    FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
    Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
    Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.

    Wer spricht in diesem Auszug?
    So fängst du an:
    Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Zwei Figuren sprechen nacheinander. Das ist ein Dialog.
    3. Also: Margarete und Faust
    Ergebnis:
    Margarete und Faust
  2. ●2
    Vor dem Anruf:
    Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //

    JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)

    Was zeigt der Monolog, was ein Dialog nicht zeigen könnte?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Im Monolog spricht die Figur ihre Gedanken laut aus.
    3. Also: Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
    Ergebnis:
    Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
  3. ★3
    Zwanzig Euro zu viel:
    Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //

    BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
    (Er schließt die Tür ab. Licht aus.)

    Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.

    Welche zwei Stimmen streiten in Bens Kopf?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Er zitiert den Onkel, dann denkt er an die Nachbarin.
    3. Also: die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
    Ergebnis:
    die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin

2Ich kann Figurenkonstellation darstellen.

MerkenFigurenkonstellation

Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?

Die Beziehung zeigt sich an Anrede, Redeanteil und daran, wer das letzte Wort hat.

BeispielFigurenkonstellation: Macht, Nähe und das letzte Wort

Der neue Song:
Proberaum im Keller. JONAS stimmt seine Gitarre. MAX sitzt am Schlagzeug. ELIF steht mit einem Blatt in der Hand an der Tür. //

ELIF: Ich hab einen Song geschrieben. Können wir den mal spielen? /
JONAS (ohne aufzusehen): Am Samstag spielen wir unsere Liste. Die steht. /
ELIF: Nur einmal durch. Drei Minuten. /
MAX: Lass sie doch, Jonas. /
JONAS (legt die Gitarre weg): Wer hat die Band gegründet, Max? /
MAX (leise): Du. /
ELIF (legt das Blatt auf den Verstärker): Dann sing ich ihn eben allein. /
(Sie singt die erste Zeile. MAX schlägt leise den Takt mit.) /
JONAS (nimmt die Gitarre wieder auf): Noch mal von vorn. Mit Gitarre.

Wie spricht Jonas am Anfang mit Elif?
Schritt für Schritt
  1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
  2. Die Klammer hinter seinem Namen: (ohne aufzusehen).
  3. Also: ohne sie anzusehen
  1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
  2. Die Klammer hinter seinem Namen: (ohne aufzusehen).
  3. Also: ohne sie anzusehen
Ergebnis:
ohne sie anzusehen

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Die Scheibe:
    Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

    FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
    FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
    FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
    FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
    LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
    FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

    Wie redet die Schulleiterin Leo an?
    So fängst du an:
    Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. „Leo, was sagst du?“
    3. Also: mit du und seinem Vornamen
    Ergebnis:
    mit du und seinem Vornamen
  2. ●5
    Wie heißt die Figur, um die sich die Handlung eines Dramas dreht?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Um sie dreht sich der Konflikt. Sie steht am häufigsten auf der Bühne.
    3. Also: Hauptfigur
    Ergebnis:
    Hauptfigur
  3. ★6
    Woran erkennst du Macht in einer Szene, auch wenn niemand laut wird?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Viel reden ist nicht gleich Macht. Wer bestimmt, worüber gesprochen wird, führt.
    3. Also: daran, wer das Gespräch lenkt und das letzte Wort hat
    Ergebnis:
    daran, wer das Gespräch lenkt und das letzte Wort hat

3Ich kann eine Regieanweisung schreiben.

MerkenRegieanweisung

Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.

Sie steht meist in Klammern oder kursiv und sagt genau, was man sieht oder hört.

BeispielRegieanweisung erkennen und schreiben

Die Wahl:
Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //

MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
(Die Klingel. Beide bleiben stehen.)

Welcher Satz ist eine Regieanweisung?
Schritt für Schritt
  1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
  2. Regieanweisungen sagen, was man sieht. Sie stehen in Klammern und werden nicht gesprochen.
  3. Also: (sieht auf den Boden)
  1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
  2. Regieanweisungen sagen, was man sieht. Sie stehen in Klammern und werden nicht gesprochen.
  3. Also: (sieht auf den Boden)
Ergebnis:
(sieht auf den Boden)

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Die Einladung:
    Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //

    IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
    HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
    IRINA: Ja. Warum? /
    HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
    IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
    HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
    IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
    (IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)

    Was zeigt die Regieanweisung „legt die Karte auf die Mauer“?
    So fängst du an:
    Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Sie drückt ihr nichts in die Hand, sie lässt es liegen und geht.
    3. Also: Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
    Ergebnis:
    Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
  2. ●8
    Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Welche Regieanweisung gehört zur Mutter?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Die Klammer steht direkt hinter MUTTER. Die beiden anderen gehören zu Tim.
    3. Also: (schiebt den Schlüssel über den Tisch)
    Ergebnis:
    (schiebt den Schlüssel über den Tisch)
  3. ★9
    Die Probe:
    Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //

    BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
    SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
    FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
    SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
    FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
    SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.

    Was verändert „steht langsam auf, sieht zum Fenster“ am Satz?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Die Worte bleiben gleich. Haltung und Blick geben ihnen einen neuen Sinn.
    3. Also: Aus Langeweile wird eine müde, ernste Entscheidung.
    Ergebnis:
    Aus Langeweile wird eine müde, ernste Entscheidung.

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Das Zeugnis:
    Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //

    NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
    VATER (ohne aufzusehen): Und? /
    NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
    VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
    NOAH (leise): Eine Vier. /
    VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
    NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
    VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.

    Was zeigt es, dass der Vater „Eine Vier.“ wiederholt?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Er sagt es nach und schweigt, bevor er an das letzte Jahr erinnert.
    3. Also: Er ist enttäuscht und denkt nach.
    Ergebnis:
    Er ist enttäuscht und denkt nach.
  2. ●11
    Nach der Stunde:
    Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //

    JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
    FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
    JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
    FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
    JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
    FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
    (JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)

    Wo ist die Mutter von Jonas?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
    3. Also: im Krankenhaus
    Ergebnis:
    im Krankenhaus
  3. ●12
    Wie nennt man den Anteil, den eine Figur am Gespräch hat?
    Lösung zeigen
    1. Zähl zuerst, wer wie viel spricht, wer wen wie anredet und wer das letzte Wort hat.
    2. Man zählt die Zeilen, die eine Figur spricht, und vergleicht sie mit den anderen.
    3. Also: Redeanteil
    Ergebnis:
    Redeanteil
  4. ●13
    Vor dem Anruf:
    Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //

    JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)

    Welche Regieanweisung zeigt, dass Jana ihren Entschluss umsetzt?
    Lösung zeigen
    1. Trenne, was eine Figur sagt, von dem, was gezeigt wird.
    2. Erst tippt sie und hält inne. Nach „dann nie“ wählt sie wirklich.
    3. Also: (Sie wählt.)
    Ergebnis:
    (Sie wählt.)
  5. ●14
    Nach der Stunde:
    Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //

    JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
    FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
    JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
    FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
    JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
    FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
    (JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)

    Worin besteht der Konflikt zu Beginn?
    Lösung zeigen
    1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    2. Die Regel der Schule steht gegen die Sorge um einen Menschen.
    3. Also: Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
    Ergebnis:
    Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
  6. ●15
    Die Einladung:
    Schulhof, große Pause. HANNA sitzt auf einer Mauer und isst einen Apfel. IRINA kommt dazu, eine Karte in der Hand. //

    IRINA: Samstag ist meine Feier. Kommst du? /
    HANNA (nimmt die Karte nicht): Lotta kommt auch, oder? /
    IRINA: Ja. Warum? /
    HANNA: Weil sie über mich redet. Seit der Klassenfahrt. /
    IRINA (setzt sich neben sie): Sie hat mir gesagt, dass es ihr leidtut. Sie traut sich nur nicht, es dir zu sagen. /
    HANNA (legt den Apfel weg): Das hat sie gesagt? /
    IRINA (legt die Karte auf die Mauer): Überleg es dir. /
    (IRINA geht. HANNA sieht auf die Karte.)

    Wer redet laut Hanna über sie?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. Hanna fragt nach Lotta und sagt dann: „Weil sie über mich redet.“
    3. Also: Lotta
    Ergebnis:
    Lotta

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Eine Szene deuten
Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will.
Figurenkonstellation
Wer steht zu wem, wer hat Macht, wer gibt nach?
Regieanweisung
Die Regieanweisung ist Nebentext und wird nicht gesprochen.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.

    16
    Zwanzig Euro zu viel:
    Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //

    BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
    (Er schließt die Tür ab. Licht aus.)

    Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.

    Welche zwei Stimmen streiten in Bens Kopf?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
  2. Ich kann Figurenkonstellation darstellen.

    17
    Die Scheibe:
    Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //

    FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
    FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
    FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
    FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
    LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
    FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.

    Wer hat in diesem Gespräch die Macht?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
  3. Ich kann eine Regieanweisung schreiben.

    18
    Die Fundkiste:
    Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //

    SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
    FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
    SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
    FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
    SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
    FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
    (SAMIR holt das Handy heraus.)

    Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.

    Was zeigt die Regieanweisung „außer Atem“?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Samir ist gerannt und hat es eilig.

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Lösungen

  1. Margarete und Faust
  2. Janas Gedanken und Zweifel, die sonst niemand hört
  3. die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
  4. mit du und seinem Vornamen
  5. Hauptfigur
  6. daran, wer das Gespräch lenkt und das letzte Wort hat
  7. Irina lässt Hanna die Wahl, ohne zu drängen.
  8. (schiebt den Schlüssel über den Tisch)
  9. Aus Langeweile wird eine müde, ernste Entscheidung.
  10. Er ist enttäuscht und denkt nach.
  11. im Krankenhaus
  12. Redeanteil
  13. (Sie wählt.)
  14. Jonas braucht sein Handy, aber es ist eingesammelt.
  15. Lotta
  16. die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
  17. die Schulleiterin, denn sie bestimmt, wer antwortet
  18. Samir ist gerannt und hat es eilig.
  19. steif und kalt
  20. Er nickt und sagt nichts.
  21. Tim flüstert: „Ich brauche eine Pause.“
  22. Tim ruft: „Ich habe den Schlüssel gefunden.“