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Deutsch · Klasse 8 und 9 · Kapitel

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Lyrik

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Einen literarischen Text auf drei Ebenen lesen: was dasteht, was daraus folgt, was er bedeutet.

  1. ●19
    Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Was lärmt in der Tiefe unter der Brücke?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach.“ Im Lehm stecken Hände und Füße.
    3. Also: der eisige Forellenbach
    Ergebnis:
    der eisige Forellenbach
  2. ●20
    Der Schal:
    Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

    Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

    An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

    Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

    Warum legt die erzählende Person den Schal zuerst ganz unten in den Schrank?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. Später stopft sie ihn vor dem Bus in den Rucksack. Niemand soll ihn sehen.
    3. Also: Sie will nicht mit ihm gesehen werden.
    Ergebnis:
    Sie will nicht mit ihm gesehen werden.

ÜbenWeißt du das noch?

Satzgrenzen erkennen: Ein Satz kann über das Versende hinausgehen.

  1. ●21
    In diesem Satz fehlt ein Komma. Vor welchem Wort?
    Die Frau mit der ich sprach, ist Ärztin.
    Lösung zeigen
    1. Regel: Komma beim Relativsatz.
    2. Der, die, das oder welcher bezieht sich auf ein Nomen davor.
    3. Also: Die Frau, mit der ich sprach, ist Ärztin.
    Ergebnis:
    vor „mit“
  2. ●22
    In diesem Satz fehlt ein Komma. Vor welchem Wort?
    Ich rufe dich an wenn ich zu Hause bin.
    Lösung zeigen
    1. Regel: Komma vor und nach dem Nebensatz.
    2. Steht das Verb am Ende eines Teilsatzes, ist es ein Nebensatz.
    3. Also: Ich rufe dich an, wenn ich zu Hause bin.
    Ergebnis:
    vor „wenn“

1Ich kann Reim, Metrum und Bild in einem Gedicht benennen.

MerkenReim, Metrum, Bild

Reimschema: Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba.

Das Metrum ist die Folge betonter und unbetonter Silben, die sich wiederholt: Jambus xX, Trochäus Xx, Daktylus Xxx.

BeispielMetrum und Reimschema bestimmen

Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
Die letzten Häuser in das Land verirrn.

Wie viele betonte Silben hat „Auf einem Häuserblocke sitzt er breit“?
Schritt für Schritt
  1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
  2. auf EI-nem HÄU-ser-BLO-cke SITZT er BREIT: fünf Hebungen, Jambus.
  3. Also: fünf
  1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
  2. auf EI-nem HÄU-ser-BLO-cke SITZT er BREIT: fünf Hebungen, Jambus.
  3. Also: fünf
Ergebnis:
fünf

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Welches Reimschema haben die letzten vier Verse?
    So fängst du an:
    Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Hauch und auch umschließen Walde und balde: cddc.
    3. Also: umarmender Reim
    Ergebnis:
    umarmender Reim
  2. ●2
    Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Welches Reimschema hat die Strophe?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Hut und Flut umschließen Geschrei und entzwei: abba.
    3. Also: umarmender Reim
    Ergebnis:
    umarmender Reim
  3. ★3
    Montag:
    Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
    Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
    Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
    da hör ich schon sein Hohngelächter. //

    Denn fünf Minuten sind vergangen, /
    ich liege wach und bin zu spät. /
    Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
    so hat mein Montag angefangen.

    Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.

    Welches Metrum hat „Er rüttelt kräftig an der Nacht“?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Er RÜT-telt KRÄF-tig AN der NACHT: unbetont, betont im Wechsel.
    3. Also: Jambus
    Ergebnis:
    Jambus

2Ich kann die Wirkung sprachlicher Bilder deuten.

MerkenSprachbilder deuten

Ein Vergleich verbindet zwei Dinge mit wie oder als, die Metapher ohne Vergleichswort.

Bei der Personifikation handelt ein Ding wie ein Mensch. Zur Wirkung gehört immer das Zitat.

BeispielSprachbilder erkennen und begründen

Das Sprungbrett:
Sonne brennt auf heißen Steinen, /
Kinder lachen, Kleine weinen. /
Auf dem Brett, so hoch wie Bäume, /
steht ein Junge voller Träume. //

Unten warten seine Leute, /
rufen: „Spring, du Held von heute!“ /
Doch er steigt die Leiter nieder. /
Morgen, sagt er, komm ich wieder.

Welches Sprachbild steht in „so hoch wie Bäume“?
Schritt für Schritt
  1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
  2. Die Höhe des Bretts wird mit etwas anderem verbunden, mit wie dazwischen.
  3. Also: Vergleich
  1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
  2. Die Höhe des Bretts wird mit etwas anderem verbunden, mit wie dazwischen.
  3. Also: Vergleich
Ergebnis:
Vergleich

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Welches Sprachbild ist „Und meine Seele spannte / Weit ihre Flügel aus“?
    So fängst du an:
    Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Die Seele bekommt Flügel wie ein Vogel, ohne wie oder als. Das ist eine Metapher.
    3. Also: Metapher
    Ergebnis:
    Metapher
  2. ●5
    Novembermorgen:
    Der Nebel liegt auf allen Wegen. /
    Die Straße schläft noch grau und stumm. /
    Ein Bus kommt keuchend mir entgegen /
    und dreht sich müde nach mir um. //

    Dann bricht ein Licht durch alle Ritzen, /
    die Tropfen funkeln wie Kristall. /
    Die Spatzen, die im Baume sitzen, /
    begrüßen es mit lautem Schall.

    Welches Sprachbild ist „Die Straße schläft“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Die Straße tut etwas, das nur Lebewesen tun, ohne wie oder als.
    3. Also: Personifikation
    Ergebnis:
    Personifikation
  3. ★6
    Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Welches Sprachbild ist „hallt es wie Geschrei“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Wie ist das Signal eines Vergleichs.
    3. Also: Vergleich
    Ergebnis:
    Vergleich

3Ich kann ein Gedicht vortragen.

MerkenGedichtvortrag

Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende.

Beim Zeilensprung liest du weiter. Tempo und Lautstärke folgen der Stimmung.

BeispielEin Gedicht vortragen: Pausen und Betonung

Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Wie sprichst du „– liest man –“?
Schritt für Schritt
  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Die Gedankenstriche schieben einen Zwischengedanken ein.
  3. Also: leiser und beiläufig, wie eingeschoben
  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Die Gedankenstriche schieben einen Zwischengedanken ein.
  3. Also: leiser und beiläufig, wie eingeschoben
Ergebnis:
leiser und beiläufig, wie eingeschoben

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Wo machst du vor den letzten beiden Versen eine lange Pause?
    So fängst du an:
    Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Nach Walde endet ein Satz. Danach beginnt „Warte nur“, die Rede an das Du.
    3. Also: nach „Walde“, beim Punkt
    Ergebnis:
    nach „Walde“, beim Punkt
  2. ●8
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Wo machst du in den ersten beiden Versen keine Pause?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. „Über allen Gipfeln / Ist Ruh“ gehört zusammen. Das erste Komma steht nach Ruh.
    3. Also: nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter
    Ergebnis:
    nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter
  3. ★9
    Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Wo machst du nach „der Stäbe“ im ersten Vers eine Pause?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Sein Blick ist so müd geworden – der Satz läuft über das Versende.
    3. Also: keine, der Satz läuft weiter bis „hält“
    Ergebnis:
    keine, der Satz läuft weiter bis „hält“

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Montag:
    Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
    Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
    Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
    da hör ich schon sein Hohngelächter. //

    Denn fünf Minuten sind vergangen, /
    ich liege wach und bin zu spät. /
    Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
    so hat mein Montag angefangen.

    Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.

    Welches Sprachbild steht in „da hör ich schon sein Hohngelächter“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Ein Gerät spottet über das Ich. So lachen sonst nur Menschen.
    3. Also: Personifikation
    Ergebnis:
    Personifikation
  2. ●11
    Novembermorgen:
    Der Nebel liegt auf allen Wegen. /
    Die Straße schläft noch grau und stumm. /
    Ein Bus kommt keuchend mir entgegen /
    und dreht sich müde nach mir um. //

    Dann bricht ein Licht durch alle Ritzen, /
    die Tropfen funkeln wie Kristall. /
    Die Spatzen, die im Baume sitzen, /
    begrüßen es mit lautem Schall.

    Wie verändert sich die Stimmung von der ersten zur zweiten Strophe?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. Erst Nebel und Stille, dann Licht, Funkeln und Vogelstimmen.
    3. Also: von grau und still zu hell und laut
    Ergebnis:
    von grau und still zu hell und laut
  3. ●12
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    In welchem Tempo trägst du das Gedicht vor?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Es geht um Ruhe, Stille und kaum einen Hauch. Das Tempo trägt das.
    3. Also: langsam und leise, mit Pausen
    Ergebnis:
    langsam und leise, mit Pausen
  4. ●13
    Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Welches Reimschema hat das Gedicht?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Wind reimt auf beginnt, Ball auf Hall: aabb.
    3. Also: Paarreim
    Ergebnis:
    Paarreim
  5. ●14
    Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Welches Sprachbild ist „Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Wie ist das Signal: Die Straßen werden mit Adern verglichen.
    3. Also: Vergleich
    Ergebnis:
    Vergleich
  6. ●15
    Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Was blinzelt mit den Lidern?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang / Und blinzeln mit den Lidern.“
    3. Also: tausend Fenster
    Ergebnis:
    tausend Fenster

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Reim, Metrum, Bild
Reimschema: Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba.
Sprachbilder deuten
Ein Vergleich verbindet zwei Dinge mit wie oder als, die Metapher ohne Vergleichswort.
Gedichtvortrag
Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann Reim, Metrum und Bild in einem Gedicht benennen.

    16
    Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
    Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
    Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
    Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
    Die letzten Häuser in das Land verirrn.

    Wie viele betonte Silben hat „Auf einem Häuserblocke sitzt er breit“?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    fünf
  2. Ich kann die Wirkung sprachlicher Bilder deuten.

    17
    Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Welches Signal zeigt in „Als flöge sie nach Haus“ das Sprachbild?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    das Vergleichswort als
  3. Ich kann ein Gedicht vortragen.

    18
    Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Wie trägst du den letzten Vers vor?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    schneller und lauter werdend

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Lösungen

  1. umarmender Reim
  2. umarmender Reim
  3. Jambus
  4. Metapher
  5. Personifikation
  6. Vergleich
  7. nach „Walde“, beim Punkt
  8. nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter
  9. keine, der Satz läuft weiter bis „hält“
  10. Personifikation
  11. von grau und still zu hell und laut
  12. langsam und leise, mit Pausen
  13. Paarreim
  14. Vergleich
  15. tausend Fenster
  16. fünf
  17. das Vergleichswort als
  18. schneller und lauter werdend
  19. der eisige Forellenbach
  20. Sie will nicht mit ihm gesehen werden.
  21. vor „mit“
  22. vor „wenn“