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Deutsch · Klasse 8 und 9 · Kapitel

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Lyrik

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Einen literarischen Text auf drei Ebenen lesen: was dasteht, was daraus folgt, was er bedeutet.

  1. ●19
    Der Schal:
    Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

    Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

    An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

    Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

    Warum stopft sie den Schal in den Rucksack, bevor der Bus kommt?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. Sie trägt ihn nur dort, wo keiner zusieht, und versteckt ihn danach.
    3. Also: Niemand aus der Klasse soll ihn sehen.
    Ergebnis:
    Niemand aus der Klasse soll ihn sehen.
  2. ●20
    Der Pokal:
    Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //

    So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //

    Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //

    Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.

    Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.

    „Er hatte mich nur angesehen.“ Wer sieht hier wen an?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. „Er“ zeigt auf Kofi im Satz davor, „mich“ auf die Person, die erzählt.
    3. Also: Kofi sieht die erzählende Person an.
    Ergebnis:
    Kofi sieht die erzählende Person an.

ÜbenWeißt du das noch?

Satzgrenzen erkennen: Ein Satz kann über das Versende hinausgehen.

  1. ●21
    In diesem Satz fehlt ein Komma. Vor welchem Wort?
    Weil es schneite fiel das Training aus.
    Lösung zeigen
    1. Regel: Komma vor und nach dem Nebensatz.
    2. Steht das Verb am Ende eines Teilsatzes, ist es ein Nebensatz.
    3. Also: Weil es schneite, fiel das Training aus.
    Ergebnis:
    vor „fiel“
  2. ●22
    In diesem Satz fehlt ein Komma. Vor welchem Wort?
    Ich frage mich ob der Film gut ist.
    Lösung zeigen
    1. Regel: Komma vor und nach dem Nebensatz.
    2. Steht das Verb am Ende eines Teilsatzes, ist es ein Nebensatz.
    3. Also: Ich frage mich, ob der Film gut ist.
    Ergebnis:
    vor „ob“

1Ich kann Reim, Metrum und Bild in einem Gedicht benennen.

MerkenReim, Metrum, Bild

Reimschema: Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba.

Das Metrum ist die Folge betonter und unbetonter Silben, die sich wiederholt: Jambus xX, Trochäus Xx, Daktylus Xxx.

BeispielMetrum und Reimschema bestimmen

Montag:
Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
da hör ich schon sein Hohngelächter. //

Denn fünf Minuten sind vergangen, /
ich liege wach und bin zu spät. /
Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
so hat mein Montag angefangen.

Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.

Welches Reimschema hat die erste Strophe?
Schritt für Schritt
  1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
  2. Wächter und Hohngelächter stehen außen, Nacht und gemacht innen: abba.
  3. Also: umarmender Reim
  1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
  2. Wächter und Hohngelächter stehen außen, Nacht und gemacht innen: abba.
  3. Also: umarmender Reim
Ergebnis:
umarmender Reim

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Welches Reimschema haben die ersten vier Verse?
    So fängst du an:
    Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Gipfeln reimt auf Wipfeln, Ruh auf du: abab.
    3. Also: Kreuzreim
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  2. ●2
    Heidenröslein (erste Strophe) – Johann Wolfgang von Goethe:
    Sah ein Knab ein Röslein stehn, /
    Röslein auf der Heiden, /
    War so jung und morgenschön, /
    Lief er schnell, es nah zu sehn, /
    Sah's mit vielen Freuden. /
    Röslein, Röslein, Röslein rot, /
    Röslein auf der Heiden.

    Welches Metrum hat der erste Vers?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. SAH ein KNAB ein RÖS-lein STEHN: betont, unbetont, immer im Wechsel.
    3. Also: Trochäus
    Ergebnis:
    Trochäus
  3. ★3
    Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Welches Metrum hat „Rauschende Blätter im herbstlichen Wind“?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. RAU-schen-de BLÄT-ter im HERBST-li-chen WIND: eine betonte, zwei unbetonte Silben.
    3. Also: Daktylus
    Ergebnis:
    Daktylus

2Ich kann die Wirkung sprachlicher Bilder deuten.

MerkenSprachbilder deuten

Ein Vergleich verbindet zwei Dinge mit wie oder als, die Metapher ohne Vergleichswort.

Bei der Personifikation handelt ein Ding wie ein Mensch. Zur Wirkung gehört immer das Zitat.

BeispielSprachbilder erkennen und begründen

Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
Eintönig kommt heraus in Stille matt.

Welches Sprachbild ist „Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt“?
Schritt für Schritt
  1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
  2. Wie ist das Signal: Die Straßen werden mit Adern verglichen.
  3. Also: Vergleich
  1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
  2. Wie ist das Signal: Die Straßen werden mit Adern verglichen.
  3. Also: Vergleich
Ergebnis:
Vergleich

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Das Sprungbrett:
    Sonne brennt auf heißen Steinen, /
    Kinder lachen, Kleine weinen. /
    Auf dem Brett, so hoch wie Bäume, /
    steht ein Junge voller Träume. //

    Unten warten seine Leute, /
    rufen: „Spring, du Held von heute!“ /
    Doch er steigt die Leiter nieder. /
    Morgen, sagt er, komm ich wieder.

    Was betont das Bild mit den Bäumen?
    So fängst du an:
    Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Es zeigt die Höhe aus der Sicht dessen, der oben steht.
    3. Also: Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
    Ergebnis:
    Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
  2. ●5
    Novembermorgen:
    Der Nebel liegt auf allen Wegen. /
    Die Straße schläft noch grau und stumm. /
    Ein Bus kommt keuchend mir entgegen /
    und dreht sich müde nach mir um. //

    Dann bricht ein Licht durch alle Ritzen, /
    die Tropfen funkeln wie Kristall. /
    Die Spatzen, die im Baume sitzen, /
    begrüßen es mit lautem Schall.

    Welches Signal zeigt in „funkeln wie Kristall“ das Sprachbild?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Tropfen und Kristall werden verbunden, das kleine Wort steht dazwischen.
    3. Also: das Vergleichswort wie
    Ergebnis:
    das Vergleichswort wie
  3. ★6
    Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Welches Sprachbild steht in „als hätt der Himmel die Erde still geküsst“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Als hätt zeigt den Vergleich. Der Himmel küsst wie ein Mensch.
    3. Also: Vergleich mit Personifikation
    Ergebnis:
    Vergleich mit Personifikation

3Ich kann ein Gedicht vortragen.

MerkenGedichtvortrag

Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende.

Beim Zeilensprung liest du weiter. Tempo und Lautstärke folgen der Stimmung.

BeispielEin Gedicht vortragen: Pausen und Betonung

Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Wo machst du in der Strophe die erste lange Pause?
Schritt für Schritt
  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Nach Hut steht ein Komma, nach Geschrei ein Punkt. Dort endet der erste Satz.
  3. Also: nach „Geschrei“, beim Punkt
  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Nach Hut steht ein Komma, nach Geschrei ein Punkt. Dort endet der erste Satz.
  3. Also: nach „Geschrei“, beim Punkt
Ergebnis:
nach „Geschrei“, beim Punkt

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Wie sprichst du „– liest man –“?
    So fängst du an:
    Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Die Gedankenstriche schieben einen Zwischengedanken ein.
    3. Also: leiser und beiläufig, wie eingeschoben
    Ergebnis:
    leiser und beiläufig, wie eingeschoben
  2. ●8
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Wo machst du vor den letzten beiden Versen eine lange Pause?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Nach Walde endet ein Satz. Danach beginnt „Warte nur“, die Rede an das Du.
    3. Also: nach „Walde“, beim Punkt
    Ergebnis:
    nach „Walde“, beim Punkt
  3. ★9
    Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Wo machst du im ersten Vers eine deutliche Pause?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Nach Nacht steht ein Punkt mitten im Vers. Dort endet der Satz.
    3. Also: nach „Nacht“, beim Punkt
    Ergebnis:
    nach „Nacht“, beim Punkt

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Welches Reimschema hat die erste Strophe?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Stäbe reimt auf gäbe, hält auf Welt: abab.
    3. Also: Kreuzreim
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  2. ●11
    Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Welches Sprachbild steht in „als ob es tausend Stäbe gäbe“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Als ob ist das Signal eines Vergleichs.
    3. Also: Vergleich
    Ergebnis:
    Vergleich
  3. ●12
    Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
    Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
    Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
    Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
    Die letzten Häuser in das Land verirrn.

    Wo sitzt der Gott?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.“
    3. Also: auf einem Häuserblocke
    Ergebnis:
    auf einem Häuserblocke
  4. ●13
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Wo machst du in den ersten beiden Versen keine Pause?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. „Über allen Gipfeln / Ist Ruh“ gehört zusammen. Das erste Komma steht nach Ruh.
    3. Also: nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter
    Ergebnis:
    nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter
  5. ●14
    Novembermorgen:
    Der Nebel liegt auf allen Wegen. /
    Die Straße schläft noch grau und stumm. /
    Ein Bus kommt keuchend mir entgegen /
    und dreht sich müde nach mir um. //

    Dann bricht ein Licht durch alle Ritzen, /
    die Tropfen funkeln wie Kristall. /
    Die Spatzen, die im Baume sitzen, /
    begrüßen es mit lautem Schall.

    Wie viele Verse hat jede Strophe?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Zähl die Zeilen bis zur Leerzeile. Beide Strophen sind gleich lang.
    3. Also: vier
    Ergebnis:
    vier
  6. ●15
    Montag:
    Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
    Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
    Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
    da hör ich schon sein Hohngelächter. //

    Denn fünf Minuten sind vergangen, /
    ich liege wach und bin zu spät. /
    Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
    so hat mein Montag angefangen.

    Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.

    Welches Sprachbild steht in „da hör ich schon sein Hohngelächter“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Ein Gerät spottet über das Ich. So lachen sonst nur Menschen.
    3. Also: Personifikation
    Ergebnis:
    Personifikation

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Reim, Metrum, Bild
Reimschema: Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba.
Sprachbilder deuten
Ein Vergleich verbindet zwei Dinge mit wie oder als, die Metapher ohne Vergleichswort.
Gedichtvortrag
Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann Reim, Metrum und Bild in einem Gedicht benennen.

    16
    Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Welches Reimschema hat die erste Strophe?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  2. Ich kann die Wirkung sprachlicher Bilder deuten.

    17
    Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Welches Sprachbild ist „Blätter flüstern dem Hof“?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Personifikation
  3. Ich kann ein Gedicht vortragen.

    18
    Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Wie heißt es, wenn ein Satz über das Versende hinausläuft?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Zeilensprung

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Lösungen

  1. Kreuzreim
  2. Trochäus
  3. Daktylus
  4. Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
  5. das Vergleichswort wie
  6. Vergleich mit Personifikation
  7. leiser und beiläufig, wie eingeschoben
  8. nach „Walde“, beim Punkt
  9. nach „Nacht“, beim Punkt
  10. Kreuzreim
  11. Vergleich
  12. auf einem Häuserblocke
  13. nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter
  14. vier
  15. Personifikation
  16. Kreuzreim
  17. Personifikation
  18. Zeilensprung
  19. Niemand aus der Klasse soll ihn sehen.
  20. Kofi sieht die erzählende Person an.
  21. vor „fiel“
  22. vor „ob“