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Deutsch · Klasse 8 und 9 und 10 · Kapitel

Lyrik

EntdeckenDie Frage zum Kapitel

Woran erkennt man einen Reim, und wie notiert man ihn?

Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Für die Lehrkraft: Am gleichen Klang am Versende. Das Schema schreibt man mit Buchstaben: abab ist Kreuzreim, aabb Paarreim. Quelle: Burdorf (2015), Einführung in die Gedichtanalyse, 3. Auflage, Metzler

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Einen literarischen Text auf drei Ebenen lesen: was dasteht, was daraus folgt, was er bedeutet.

  1. ●19
    Kleine Fabel – Franz Kafka:
    „Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

    Warum hat die Maus am Anfang Angst?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. „Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte.“ Die Enge kommt erst später.
    3. Also: Die Welt ist ihr zu breit und zu offen.
    Ergebnis:
    Die Welt ist ihr zu breit und zu offen.
  2. ●20
    Der Pokal:
    Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //

    So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //

    Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //

    Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.

    Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.

    Wo stand, wer das dritte Tor geschossen hat?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung.“
    3. Also: in der Schülerzeitung
    Ergebnis:
    in der Schülerzeitung

ÜbenWeißt du das noch?

Satzgrenzen erkennen: Ein Satz kann über das Versende hinausgehen.

  1. ●21
    In diesem Satz fehlt ein Komma. Vor welchem Wort?
    Weil der Zug ausfiel kamen wir zu spät.
    Lösung zeigen
    1. Regel: Komma vor und nach dem Nebensatz.
    2. Steht das Verb am Ende eines Teilsatzes, ist es ein Nebensatz.
    3. Also: Weil der Zug ausfiel, kamen wir zu spät.
    Ergebnis:
    vor „kamen“
  2. ●22
    In diesem Satz fehlt ein Komma. Vor welchem Wort?
    Sie spielt Gitarre Klavier und Flöte.
    Lösung zeigen
    1. Regel: Komma in der Aufzählung.
    2. Zwischen gleichrangige Wörter oder Wortgruppen kommt ein Komma.
    3. Also: Sie spielt Gitarre, Klavier und Flöte.
    Ergebnis:
    vor „Klavier“

So kannst du es dir vorstellen

EntdeckenEin Gedicht wirkt durch Form und Bild

Ein Gedicht verdichtet Sprache. Vers, Strophe, Reim und Rhythmus geben die Form. Bilder wie Vergleich und Metapher tragen Bedeutung. Man beschreibt zuerst, was man sieht und hört, und deutet dann, was die Mittel bewirken.

WeiterdenkenDenk nach

Warum reicht es nicht, „Metapher“ an den Rand zu schreiben, und was gehört dazu?

1Ich kann Reim, Metrum und Bild in einem Gedicht benennen.

EntdeckenFrage

Woran erkennt man einen Reim, und wie notiert man ihn?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Am gleichen Klang am Versende. Das Schema schreibt man mit Buchstaben: abab ist Kreuzreim, aabb Paarreim.

MerkenReim, Metrum, Bild

Reimschema: Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba.

Das Metrum ist die Folge betonter und unbetonter Silben, die sich wiederholt: Jambus xX, Trochäus Xx, Daktylus Xxx.

BeispielMetrum und Reimschema bestimmen

Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
Es war, als hätt der Himmel /
Die Erde still geküsst, /
Dass sie im Blütenschimmer /
Von ihm nun träumen müsst. //

Die Luft ging durch die Felder, /
Die Ähren wogten sacht, /
Es rauschten leis die Wälder, /
So sternklar war die Nacht. //

Und meine Seele spannte /
Weit ihre Flügel aus, /
Flog durch die stillen Lande, /
Als flöge sie nach Haus.

Welches Metrum hat „Die Luft ging durch die Felder“?
Schritt für Schritt
  1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
  2. die LUFT ging DURCH die FEL-der: unbetont, betont im Wechsel.
  3. Also: Jambus
  1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
  2. die LUFT ging DURCH die FEL-der: unbetont, betont im Wechsel.
  3. Also: Jambus
Ergebnis:
Jambus

AchtungGestaltungsmittel ohne Signal bestimmt

So nicht
Der Wind flüstert: Das ist eine Metapher.
So richtig
Das ist eine Personifikation. Erst das Signal nennen (der Wind „flüstert“ wie ein Mensch), dann den Begriff.

Betonte Silben, Endreime, wie oder als: erst das Signal, dann der Name.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Welches Reimschema haben die letzten vier Verse?
    So fängst du an:
    Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Hauch und auch umschließen Walde und balde: cddc.
    3. Also: umarmender Reim
    Ergebnis:
    umarmender Reim
  2. ●2
    Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Welches Reimschema hat das Gedicht?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Wind reimt auf beginnt, Ball auf Hall: aabb.
    3. Also: Paarreim
    Ergebnis:
    Paarreim
  3. ★3
    Novembermorgen:
    Der Nebel liegt auf allen Wegen. /
    Die Straße schläft noch grau und stumm. /
    Ein Bus kommt keuchend mir entgegen /
    und dreht sich müde nach mir um. //

    Dann bricht ein Licht durch alle Ritzen, /
    die Tropfen funkeln wie Kristall. /
    Die Spatzen, die im Baume sitzen, /
    begrüßen es mit lautem Schall.

    Welches Metrum hat „Die Straße schläft noch grau und stumm“?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Die STRA-ße SCHLÄFT noch GRAU und STUMM: unbetont, betont im Wechsel.
    3. Also: Jambus
    Ergebnis:
    Jambus

2Ich kann die Wirkung sprachlicher Bilder deuten.

EntdeckenFrage

Was bewirkt eine Metapher?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Sie überträgt ein Bild auf etwas anderes und macht es anschaulicher oder überraschender. Die Wirkung gehört in die Antwort.

MerkenSprachbilder deuten

Ein Vergleich verbindet zwei Dinge mit wie oder als, die Metapher ohne Vergleichswort.

Bei der Personifikation handelt ein Ding wie ein Mensch. Zur Wirkung gehört immer das Zitat.

BeispielSprachbilder erkennen und begründen

Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Welches Sprachbild ist „hallt es wie Geschrei“?
Schritt für Schritt
  1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
  2. Wie ist das Signal eines Vergleichs.
  3. Also: Vergleich
  1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
  2. Wie ist das Signal eines Vergleichs.
  3. Also: Vergleich
Ergebnis:
Vergleich

AchtungLesen: mehr als der Text sagt

So nicht
Text: Einige Schüler nutzen die Bibliothek. Antwort: Alle Schüler nutzen sie.
So richtig
Einige, nicht alle. Mengenwörter in Text und Antwort vergleichen: Die Antwort darf nicht mehr behaupten als der Text.

Vergleiche die Mengenwörter in Text und Antwort: alle, viele, manche.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Welches Sprachbild steht in „als ob es tausend Stäbe gäbe“?
    So fängst du an:
    Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Als ob ist das Signal eines Vergleichs.
    3. Also: Vergleich
    Ergebnis:
    Vergleich
  2. ●5
    Montag:
    Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
    Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
    Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
    da hör ich schon sein Hohngelächter. //

    Denn fünf Minuten sind vergangen, /
    ich liege wach und bin zu spät. /
    Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
    so hat mein Montag angefangen.

    Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.

    Welches Sprachbild steht in „da hör ich schon sein Hohngelächter“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Ein Gerät spottet über das Ich. So lachen sonst nur Menschen.
    3. Also: Personifikation
    Ergebnis:
    Personifikation
  3. ★6
    Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Was zeigt das Bild der Seele, die ihre Flügel ausspannt?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Die Seele hat keine Flügel. Das Bild überträgt das Gefühl des Fliegens.
    3. Also: Das Ich fühlt sich frei und weit wie im Flug.
    Ergebnis:
    Das Ich fühlt sich frei und weit wie im Flug.

3Ich kann ein Gedicht vortragen.

EntdeckenFrage

Warum liest man ein Gedicht laut?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Rhythmus und Klang sind Teil der Bedeutung. Vortragen deckt Betonung und Pausen auf.

MerkenGedichtvortrag

Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende.

Beim Zeilensprung liest du weiter. Tempo und Lautstärke folgen der Stimmung.

BeispielEin Gedicht vortragen: Pausen und Betonung

Das ästhetische Wiesel – Christian Morgenstern:
Ein Wiesel /
saß auf einem Kiesel /
inmitten Bachgeriesel. //

Wisst ihr /
weshalb? //

Das Mondkalb /
verriet es mir /
im Stillen: //

Das raffinier- /
te Tier /
tat's um des Reimes willen.

Wie sprichst du die Frage „Wisst ihr / weshalb?“?
Schritt für Schritt
  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Wisst ihr spricht die Zuhörer an. Die Pause macht neugierig auf die Antwort.
  3. Also: an das Publikum gerichtet, mit kurzer Pause danach
  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Wisst ihr spricht die Zuhörer an. Die Pause macht neugierig auf die Antwort.
  3. Also: an das Publikum gerichtet, mit kurzer Pause danach
Ergebnis:
an das Publikum gerichtet, mit kurzer Pause danach

AchtungLesen: Bezug im Text verwechselt

So nicht
Lena bat Jana um Hilfe. Sie lehnte ab. Wer lehnte ab? Lena.
So richtig
„Sie“ verweist auf die Person, die gefragt wurde: Jana lehnte ab. Das Verweiswort bis zum Nomen zurückverfolgen.

Verfolge das Verweiswort bis zu seinem Nomen: Wer ist gemeint?

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Wo machst du vor den letzten beiden Versen eine lange Pause?
    So fängst du an:
    Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Nach Walde endet ein Satz. Danach beginnt „Warte nur“, die Rede an das Du.
    3. Also: nach „Walde“, beim Punkt
    Ergebnis:
    nach „Walde“, beim Punkt
  2. ●8
    Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Wo machst du in der Strophe die erste lange Pause?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Nach Hut steht ein Komma, nach Geschrei ein Punkt. Dort endet der erste Satz.
    3. Also: nach „Geschrei“, beim Punkt
    Ergebnis:
    nach „Geschrei“, beim Punkt
  3. ★9
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    In welchem Tempo trägst du das Gedicht vor?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Es geht um Ruhe, Stille und kaum einen Hauch. Das Tempo trägt das.
    3. Also: langsam und leise, mit Pausen
    Ergebnis:
    langsam und leise, mit Pausen

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Welches Signal zeigt in „ist wie ein Tanz von Kraft“ das Sprachbild?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Mit wie wird der Gang mit einem Tanz verglichen.
    3. Also: das Vergleichswort wie
    Ergebnis:
    das Vergleichswort wie
  2. ●11
    Heidenröslein (erste Strophe) – Johann Wolfgang von Goethe:
    Sah ein Knab ein Röslein stehn, /
    Röslein auf der Heiden, /
    War so jung und morgenschön, /
    Lief er schnell, es nah zu sehn, /
    Sah's mit vielen Freuden. /
    Röslein, Röslein, Röslein rot, /
    Röslein auf der Heiden.

    Welcher Vers wiederholt sich wie ein Refrain?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. „Röslein auf der Heiden“ steht in Vers 2 und am Ende.
    3. Also: Röslein auf der Heiden
    Ergebnis:
    Röslein auf der Heiden
  3. ●12
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Welches Reimschema haben die ersten vier Verse?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Gipfeln reimt auf Wipfeln, Ruh auf du: abab.
    3. Also: Kreuzreim
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  4. ●13
    Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Welches Sprachbild steht in „als hätt der Himmel die Erde still geküsst“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Als hätt zeigt den Vergleich. Der Himmel küsst wie ein Mensch.
    3. Also: Vergleich mit Personifikation
    Ergebnis:
    Vergleich mit Personifikation
  5. ●14
    Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Was kündigt die Pause an?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. „Rauschende Blätter […] flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt.“
    3. Also: die Blätter im Wind
    Ergebnis:
    die Blätter im Wind
  6. ●15
    Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Wo machst du im ersten Vers eine deutliche Pause?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Nach Nacht steht ein Punkt mitten im Vers. Dort endet der Satz.
    3. Also: nach „Nacht“, beim Punkt
    Ergebnis:
    nach „Nacht“, beim Punkt

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Reim, Metrum, Bild
Reimschema: Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba.
Sprachbilder deuten
Ein Vergleich verbindet zwei Dinge mit wie oder als, die Metapher ohne Vergleichswort.
Gedichtvortrag
Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende.

AchtungLesen: Wörter abgeglichen statt Sinn

So nicht
Frage: Warum wurde das Dorf verlassen? Antwort: Das Dorf wurde verlassen. (Wörter der Frage abgeschrieben)
So richtig
Die Frage in eigenen Worten sagen, dann die Stelle suchen, die einen Grund nennt: … weil die Quelle versiegte.

Sag die Frage mit eigenen Worten, dann such die Stelle.

AchtungLesen: Vorwissen statt Text

So nicht
Der Text nennt die Ursache nicht. Antwort: Wegen der Wirtschaftskrise. (aus dem Kopf)
So richtig
Auf die Zeile zeigen. Steht sie nicht da, lautet die Antwort: Das sagt der Text nicht.

Zeig die Zeile. Was nicht im Text steht, zählt bei dieser Frage nicht.

AchtungLesen: Einzelheit statt Kern

So nicht
Worum geht es im Text? Antwort: Die Hauptfigur trägt einen roten Mantel. (eine Einzelheit)
So richtig
Worum geht es im Text? Antwort: Eine Frau verlässt ihr Dorf und kehrt nach Jahren verändert zurück. (der ganze Text, auch der Schluss)

Passt die Antwort zum ganzen Text, auch zum Schluss?

AchtungLesen: Ursache und Folge im Text vertauscht

So nicht
Die Ernte fiel aus, weil die Preise stiegen. (Ursache und Folge vertauscht)
So richtig
Die Preise stiegen, weil die Ernte ausfiel. Nach „weil“ steht der Grund, nicht die Folge.

Markiere die kleinen Wörter: weil, deshalb, obwohl, nicht.

AchtungLesen: zwischen den Zeilen nicht gelesen

So nicht
Paul schaut zum dritten Mal auf die Uhr. Wie fühlt er sich? Das steht nicht im Text.
So richtig
Er ist ungeduldig oder nervös: Wer ständig auf die Uhr sieht, wartet. Der Hinweis steht im Text, die Deutung liefert man dazu.

Such das Wort im Text, das es verrät, und lies den Satz davor.

AchtungForm des Textes verwechselt

So nicht
Ein Gedicht mit vier Strophen zu je vier Versen heißt Sonett.
So richtig
Das ist keine Sonettform: Ein Sonett hat zwei Quartette und zwei Terzette, vierzehn Verse. Strophen und Verse zählen, dann benennen.

Zähl Strophen und Verse, bevor du die Gedichtform nennst.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann Reim, Metrum und Bild in einem Gedicht benennen.

    16
    Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
    Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
    Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
    Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
    Die letzten Häuser in das Land verirrn.

    Wie viele betonte Silben hat „Auf einem Häuserblocke sitzt er breit“?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    fünf
  2. Ich kann die Wirkung sprachlicher Bilder deuten.

    17
    Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Womit wird der Gang des Panthers verglichen?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    mit einem Tanz von Kraft um eine Mitte
  3. Ich kann ein Gedicht vortragen.

    18
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Wo machst du in den ersten beiden Versen keine Pause?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Die Frage vom Anfang

EntdeckenRückschau

Woran erkennt man einen Reim, und wie notiert man ihn?

Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?

Auflösung

Am gleichen Klang am Versende. Das Schema schreibt man mit Buchstaben: abab ist Kreuzreim, aabb Paarreim.

Lösungen

  1. umarmender Reim
  2. Paarreim
  3. Jambus
  4. Vergleich
  5. Personifikation
  6. Das Ich fühlt sich frei und weit wie im Flug.
  7. nach „Walde“, beim Punkt
  8. nach „Geschrei“, beim Punkt
  9. langsam und leise, mit Pausen
  10. das Vergleichswort wie
  11. Röslein auf der Heiden
  12. Kreuzreim
  13. Vergleich mit Personifikation
  14. die Blätter im Wind
  15. nach „Nacht“, beim Punkt
  16. fünf
  17. mit einem Tanz von Kraft um eine Mitte
  18. nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter
  19. Die Welt ist ihr zu breit und zu offen.
  20. in der Schülerzeitung
  21. vor „kamen“
  22. vor „Klavier“