Deutsch · Klasse 8 und 9 · Kapitel
Lyrik
- Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
- Merken kommt ins Heft
- Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
- Üben selbst rechnen
- Achtung typischer Fehler
- Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.
Fit für das Kapitel?
Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.
ÜbenWeißt du das noch?
Einen literarischen Text auf drei Ebenen lesen: was dasteht, was daraus folgt, was er bedeutet.
- ●19Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Was befürchtet Selin, als sie an das umgefallene Glas denkt?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- Sie öffnet den Link nicht. Dann atmet sie aus: Mehmet, nicht sie.
- Also: Dass auf den Fotos sie selbst zu sehen ist.
Ergebnis:Dass auf den Fotos sie selbst zu sehen ist. - ●20Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Warum kommt lange niemand zur Brücke?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- Kein Tourist kam hin, „die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet“.
- Also: Sie liegt unwegsam hoch und steht in keiner Karte.
Ergebnis:Sie liegt unwegsam hoch und steht in keiner Karte.
ÜbenWeißt du das noch?
Satzgrenzen erkennen: Ein Satz kann über das Versende hinausgehen.
- ●21In diesem Satz fehlt ein Komma. Vor welchem Wort?
Wir spielen draußen obwohl es kalt ist.Lösung zeigen
- Regel: Komma vor und nach dem Nebensatz.
- Steht das Verb am Ende eines Teilsatzes, ist es ein Nebensatz.
- Also: Wir spielen draußen, obwohl es kalt ist.
Ergebnis:vor „obwohl“ - ●22In diesem Satz fehlt ein Komma. Vor welchem Wort?
Die Stadt, in der ich wohne liegt am Fluss.Lösung zeigen
- Regel: Komma beim Relativsatz.
- Der, die, das oder welcher bezieht sich auf ein Nomen davor.
- Also: Die Stadt, in der ich wohne, liegt am Fluss.
Ergebnis:vor „liegt“
1Ich kann Reim, Metrum und Bild in einem Gedicht benennen.
MerkenReim, Metrum, Bild
Reimschema: Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba.
Das Metrum ist die Folge betonter und unbetonter Silben, die sich wiederholt: Jambus xX, Trochäus Xx, Daktylus Xxx.
BeispielMetrum und Reimschema bestimmen
Es war, als hätt der Himmel /
Die Erde still geküsst, /
Dass sie im Blütenschimmer /
Von ihm nun träumen müsst. //
Die Luft ging durch die Felder, /
Die Ähren wogten sacht, /
Es rauschten leis die Wälder, /
So sternklar war die Nacht. //
Und meine Seele spannte /
Weit ihre Flügel aus, /
Flog durch die stillen Lande, /
Als flöge sie nach Haus.
Welches Reimschema hat die zweite Strophe?
Schritt für Schritt
- Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
- Felder reimt auf Wälder, sacht auf Nacht: abab.
- Also: Kreuzreim
- Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
- Felder reimt auf Wälder, sacht auf Nacht: abab.
- Also: Kreuzreim
ÜbenJetzt du
- ○1Novembermorgen:
Der Nebel liegt auf allen Wegen. /
Die Straße schläft noch grau und stumm. /
Ein Bus kommt keuchend mir entgegen /
und dreht sich müde nach mir um. //
Dann bricht ein Licht durch alle Ritzen, /
die Tropfen funkeln wie Kristall. /
Die Spatzen, die im Baume sitzen, /
begrüßen es mit lautem Schall.
Welches Reimschema hat die erste Strophe?So fängst du an:Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.Lösung zeigen
- Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
- Wegen reimt auf entgegen, stumm auf um: abab.
- Also: Kreuzreim
Ergebnis:Kreuzreim - ●2Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
Die letzten Häuser in das Land verirrn.
Wie viele betonte Silben hat „Auf einem Häuserblocke sitzt er breit“?Lösung zeigen
- Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
- auf EI-nem HÄU-ser-BLO-cke SITZT er BREIT: fünf Hebungen, Jambus.
- Also: fünf
Ergebnis:fünf - ★3Montag:
Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
da hör ich schon sein Hohngelächter. //
Denn fünf Minuten sind vergangen, /
ich liege wach und bin zu spät. /
Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
so hat mein Montag angefangen.
Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.
Wie sind die Reime der zweiten Strophe angeordnet?Lösung zeigen
- Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
- vergangen und angefangen außen, spät und gekräht innen.
- Also: abba wie in der ersten Strophe
Ergebnis:abba wie in der ersten Strophe
2Ich kann die Wirkung sprachlicher Bilder deuten.
MerkenSprachbilder deuten
Ein Vergleich verbindet zwei Dinge mit wie oder als, die Metapher ohne Vergleichswort.
Bei der Personifikation handelt ein Ding wie ein Mensch. Zur Wirkung gehört immer das Zitat.
BeispielSprachbilder erkennen und begründen
Ein Wiesel /
saß auf einem Kiesel /
inmitten Bachgeriesel. //
Wisst ihr /
weshalb? //
Das Mondkalb /
verriet es mir /
im Stillen: //
Das raffinier- /
te Tier /
tat's um des Reimes willen.
Welches Sprachbild steckt in „Das Mondkalb verriet es mir“?
Schritt für Schritt
- Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
- Ein Mondkalb spricht und verrät etwas wie ein Mensch.
- Also: Personifikation
- Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
- Ein Mondkalb spricht und verrät etwas wie ein Mensch.
- Also: Personifikation
ÜbenJetzt du
- ○4Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
und hinter tausend Stäben keine Welt. //
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
in der betäubt ein großer Wille steht.
Womit wird der Gang des Panthers verglichen?So fängst du an:Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.Lösung zeigen
- Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
- „ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte“ – das wie verbindet Gang und Tanz.
- Also: mit einem Tanz von Kraft um eine Mitte
Ergebnis:mit einem Tanz von Kraft um eine Mitte - ●5Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //
Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
Eintönig kommt heraus in Stille matt.
Welches Sprachbild ist „Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt“?Lösung zeigen
- Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
- Wie ist das Signal: Die Straßen werden mit Adern verglichen.
- Also: Vergleich
Ergebnis:Vergleich - ★6Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
Die letzten Häuser in das Land verirrn.
Welches Sprachbild ist „Die Winde lagern schwarz um seine Stirn“?Lösung zeigen
- Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
- Winde lagern wie Menschen oder Tiere. Ein Vergleichswort fehlt.
- Also: Personifikation
Ergebnis:Personifikation
3Ich kann ein Gedicht vortragen.
MerkenGedichtvortrag
Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende.
Beim Zeilensprung liest du weiter. Tempo und Lautstärke folgen der Stimmung.
BeispielEin Gedicht vortragen: Pausen und Betonung
Über allen Gipfeln /
Ist Ruh, /
In allen Wipfeln /
Spürest du /
Kaum einen Hauch; /
Die Vögelein schweigen im Walde. /
Warte nur, balde /
Ruhest du auch.
In welchem Tempo trägst du das Gedicht vor?
Schritt für Schritt
- Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
- Es geht um Ruhe, Stille und kaum einen Hauch. Das Tempo trägt das.
- Also: langsam und leise, mit Pausen
- Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
- Es geht um Ruhe, Stille und kaum einen Hauch. Das Tempo trägt das.
- Also: langsam und leise, mit Pausen
ÜbenJetzt du
- ○7Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
Wie sprichst du „– liest man –“?So fängst du an:Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.Lösung zeigen
- Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
- Die Gedankenstriche schieben einen Zwischengedanken ein.
- Also: leiser und beiläufig, wie eingeschoben
Ergebnis:leiser und beiläufig, wie eingeschoben - ●8Pausenhof:
Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
Schritte und Rufe und Echo und Hall.
Wo machst du im ersten und zweiten Vers keine Pause?Lösung zeigen
- Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
- Die Blätter flüstern: Subjekt und Verb stehen in zwei Versen.
- Also: nach „Wind“, der Satz läuft weiter
Ergebnis:nach „Wind“, der Satz läuft weiter - ★9Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
Wie trägst du die Strophe am besten vor?Lösung zeigen
- Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
- Die Unglücke stehen nebeneinander wie Meldungen. Der sachliche Ton macht sie unheimlich.
- Also: sachlich wie eine Nachrichtenliste
Ergebnis:sachlich wie eine Nachrichtenliste
Vermischte Übungen
Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?
Üben
- ●10Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
und hinter tausend Stäben keine Welt. //
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
in der betäubt ein großer Wille steht.
Welches Reimschema hat die erste Strophe?Lösung zeigen
- Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
- Stäbe reimt auf gäbe, hält auf Welt: abab.
- Also: Kreuzreim
Ergebnis:Kreuzreim - ●11Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
Es war, als hätt der Himmel /
Die Erde still geküsst, /
Dass sie im Blütenschimmer /
Von ihm nun träumen müsst. //
Die Luft ging durch die Felder, /
Die Ähren wogten sacht, /
Es rauschten leis die Wälder, /
So sternklar war die Nacht. //
Und meine Seele spannte /
Weit ihre Flügel aus, /
Flog durch die stillen Lande, /
Als flöge sie nach Haus.
Was rauscht leise?Lösung zeigen
- Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
- „Es rauschten leis die Wälder.“ Die Ähren wogten.
- Also: die Wälder
Ergebnis:die Wälder - ●12Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
Die letzten Häuser in das Land verirrn.
Wo machst du im dritten Vers am Versende keine Pause?Lösung zeigen
- Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
- „wo fern in Einsamkeit / Die letzten Häuser in das Land verirrn“ ist ein Satzteil.
- Also: nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
Ergebnis:nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter - ●13Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
Welches Reimschema hat die Strophe?Lösung zeigen
- Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
- Hut und Flut umschließen Geschrei und entzwei: abba.
- Also: umarmender Reim
Ergebnis:umarmender Reim - ●14Das Sprungbrett:
Sonne brennt auf heißen Steinen, /
Kinder lachen, Kleine weinen. /
Auf dem Brett, so hoch wie Bäume, /
steht ein Junge voller Träume. //
Unten warten seine Leute, /
rufen: „Spring, du Held von heute!“ /
Doch er steigt die Leiter nieder. /
Morgen, sagt er, komm ich wieder.
Welches Sprachbild steht in „so hoch wie Bäume“?Lösung zeigen
- Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
- Die Höhe des Bretts wird mit etwas anderem verbunden, mit wie dazwischen.
- Also: Vergleich
Ergebnis:Vergleich - ●15Pausenhof:
Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
Schritte und Rufe und Echo und Hall.
Was kündigt die Pause an?Lösung zeigen
- Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
- „Rauschende Blätter […] flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt.“
- Also: die Blätter im Wind
Ergebnis:die Blätter im Wind
Auf einen Blick
MerkenDas Wichtigste
- Reim, Metrum, Bild
- Reimschema: Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba.
- Sprachbilder deuten
- Ein Vergleich verbindet zwei Dinge mit wie oder als, die Metapher ohne Vergleichswort.
- Gedichtvortrag
- Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende.
Kannst du das?
Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.
ÜbenSelbsttest
Ich kann Reim, Metrum und Bild in einem Gedicht benennen.
16Montag:
Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
da hör ich schon sein Hohngelächter. //
Denn fünf Minuten sind vergangen, /
ich liege wach und bin zu spät. /
Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
so hat mein Montag angefangen.
Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.
Wie sind die Reime der zweiten Strophe angeordnet?Lösung zeigen
Ergebnis:abba wie in der ersten StropheIch kann die Wirkung sprachlicher Bilder deuten.
17Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //
Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
Eintönig kommt heraus in Stille matt.
Welches Sprachbild steht in „tausend Fenster […] blinzeln mit den Lidern“?Lösung zeigen
Ergebnis:PersonifikationIch kann ein Gedicht vortragen.
18Pausenhof:
Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
Schritte und Rufe und Echo und Hall.
Wie trägst du den letzten Vers vor?Lösung zeigen
Ergebnis:schneller und lauter werdend
Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.
Lösungen
- Kreuzreim
- fünf
- abba wie in der ersten Strophe
- mit einem Tanz von Kraft um eine Mitte
- Vergleich
- Personifikation
- leiser und beiläufig, wie eingeschoben
- nach „Wind“, der Satz läuft weiter
- sachlich wie eine Nachrichtenliste
- Kreuzreim
- die Wälder
- nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
- umarmender Reim
- Vergleich
- die Blätter im Wind
- abba wie in der ersten Strophe
- Personifikation
- schneller und lauter werdend
- Dass auf den Fotos sie selbst zu sehen ist.
- Sie liegt unwegsam hoch und steht in keiner Karte.
- vor „obwohl“
- vor „liegt“