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Deutsch · Klasse 8 und 9 und 10 · Kapitel

Lyrik

EntdeckenDie Frage zum Kapitel

Woran erkennt man einen Reim, und wie notiert man ihn?

Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Für die Lehrkraft: Am gleichen Klang am Versende. Das Schema schreibt man mit Buchstaben: abab ist Kreuzreim, aabb Paarreim. Quelle: Burdorf (2015), Einführung in die Gedichtanalyse, 3. Auflage, Metzler

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Einen literarischen Text auf drei Ebenen lesen: was dasteht, was daraus folgt, was er bedeutet.

  1. ●19
    Der Pokal:
    Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //

    So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //

    Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //

    Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.

    Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.

    Wo stand, wer das dritte Tor geschossen hat?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung.“
    3. Also: in der Schülerzeitung
    Ergebnis:
    in der Schülerzeitung
  2. ●20
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Was macht die erzählende Person mit dem Etikett?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    2. „Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein.“
    3. Also: Sie streicht es glatt.
    Ergebnis:
    Sie streicht es glatt.

ÜbenWeißt du das noch?

Satzgrenzen erkennen: Ein Satz kann über das Versende hinausgehen.

  1. ●21
    In diesem Satz fehlt ein Komma. Vor welchem Wort?
    Wir brauchen Mehl Eier, Milch und Zucker.
    Lösung zeigen
    1. Regel: Komma in der Aufzählung.
    2. Zwischen gleichrangige Wörter oder Wortgruppen kommt ein Komma.
    3. Also: Wir brauchen Mehl, Eier, Milch und Zucker.
    Ergebnis:
    vor „Eier“
  2. ●22
    In diesem Satz fehlt ein Komma. Vor welchem Wort?
    Wir wissen nicht ob der Ausflug stattfindet.
    Lösung zeigen
    1. Regel: Komma vor und nach dem Nebensatz.
    2. Steht das Verb am Ende eines Teilsatzes, ist es ein Nebensatz.
    3. Also: Wir wissen nicht, ob der Ausflug stattfindet.
    Ergebnis:
    vor „ob“

So kannst du es dir vorstellen

EntdeckenEin Gedicht wirkt durch Form und Bild

Ein Gedicht verdichtet Sprache. Vers, Strophe, Reim und Rhythmus geben die Form. Bilder wie Vergleich und Metapher tragen Bedeutung. Man beschreibt zuerst, was man sieht und hört, und deutet dann, was die Mittel bewirken.

WeiterdenkenDenk nach

Warum reicht es nicht, „Metapher“ an den Rand zu schreiben, und was gehört dazu?

1Ich kann Reim, Metrum und Bild in einem Gedicht benennen.

EntdeckenFrage

Woran erkennt man einen Reim, und wie notiert man ihn?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Am gleichen Klang am Versende. Das Schema schreibt man mit Buchstaben: abab ist Kreuzreim, aabb Paarreim.

MerkenReim, Metrum, Bild

Reimschema: Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba.

Das Metrum ist die Folge betonter und unbetonter Silben, die sich wiederholt: Jambus xX, Trochäus Xx, Daktylus Xxx.

BeispielMetrum und Reimschema bestimmen

Heidenröslein (erste Strophe) – Johann Wolfgang von Goethe:
Sah ein Knab ein Röslein stehn, /
Röslein auf der Heiden, /
War so jung und morgenschön, /
Lief er schnell, es nah zu sehn, /
Sah's mit vielen Freuden. /
Röslein, Röslein, Röslein rot, /
Röslein auf der Heiden.

Welches Metrum hat der erste Vers?
Schritt für Schritt
  1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
  2. SAH ein KNAB ein RÖS-lein STEHN: betont, unbetont, immer im Wechsel.
  3. Also: Trochäus
  1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
  2. SAH ein KNAB ein RÖS-lein STEHN: betont, unbetont, immer im Wechsel.
  3. Also: Trochäus
Ergebnis:
Trochäus

AchtungGestaltungsmittel ohne Signal bestimmt

So nicht
Der Wind flüstert: Das ist eine Metapher.
So richtig
Das ist eine Personifikation. Erst das Signal nennen (der Wind „flüstert“ wie ein Mensch), dann den Begriff.

Betonte Silben, Endreime, wie oder als: erst das Signal, dann der Name.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Welches Reimschema haben die letzten vier Verse?
    So fängst du an:
    Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Hauch und auch umschließen Walde und balde: cddc.
    3. Also: umarmender Reim
    Ergebnis:
    umarmender Reim
  2. ●2
    Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Welches Reimschema hat die erste Strophe?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Wolkenschein und klein umschließen Untergang und entlang: abba.
    3. Also: umarmender Reim
    Ergebnis:
    umarmender Reim
  3. ★3
    Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Welches Metrum hat „Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe“?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. ihm IST, als OB es TAU-send STÄ-be GÄ-be: unbetont, betont im Wechsel.
    3. Also: Jambus
    Ergebnis:
    Jambus

2Ich kann die Wirkung sprachlicher Bilder deuten.

EntdeckenFrage

Was bewirkt eine Metapher?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Sie überträgt ein Bild auf etwas anderes und macht es anschaulicher oder überraschender. Die Wirkung gehört in die Antwort.

MerkenSprachbilder deuten

Ein Vergleich verbindet zwei Dinge mit wie oder als, die Metapher ohne Vergleichswort.

Bei der Personifikation handelt ein Ding wie ein Mensch. Zur Wirkung gehört immer das Zitat.

BeispielSprachbilder erkennen und begründen

Novembermorgen:
Der Nebel liegt auf allen Wegen. /
Die Straße schläft noch grau und stumm. /
Ein Bus kommt keuchend mir entgegen /
und dreht sich müde nach mir um. //

Dann bricht ein Licht durch alle Ritzen, /
die Tropfen funkeln wie Kristall. /
Die Spatzen, die im Baume sitzen, /
begrüßen es mit lautem Schall.

Welches Signal zeigt in „funkeln wie Kristall“ das Sprachbild?
Schritt für Schritt
  1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
  2. Tropfen und Kristall werden verbunden, das kleine Wort steht dazwischen.
  3. Also: das Vergleichswort wie
  1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
  2. Tropfen und Kristall werden verbunden, das kleine Wort steht dazwischen.
  3. Also: das Vergleichswort wie
Ergebnis:
das Vergleichswort wie

AchtungLesen: Vorwissen statt Text

So nicht
Der Text nennt die Ursache nicht. Antwort: Wegen der Wirtschaftskrise. (aus dem Kopf)
So richtig
Auf die Zeile zeigen. Steht sie nicht da, lautet die Antwort: Das sagt der Text nicht.

Zeig die Zeile. Was nicht im Text steht, zählt bei dieser Frage nicht.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Welches Sprachbild steht in „als hätt der Himmel die Erde still geküsst“?
    So fängst du an:
    Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Als hätt zeigt den Vergleich. Der Himmel küsst wie ein Mensch.
    3. Also: Vergleich mit Personifikation
    Ergebnis:
    Vergleich mit Personifikation
  2. ●5
    Das Sprungbrett:
    Sonne brennt auf heißen Steinen, /
    Kinder lachen, Kleine weinen. /
    Auf dem Brett, so hoch wie Bäume, /
    steht ein Junge voller Träume. //

    Unten warten seine Leute, /
    rufen: „Spring, du Held von heute!“ /
    Doch er steigt die Leiter nieder. /
    Morgen, sagt er, komm ich wieder.

    Was betont das Bild mit den Bäumen?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Es zeigt die Höhe aus der Sicht dessen, der oben steht.
    3. Also: Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
    Ergebnis:
    Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
  3. ★6
    Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Was bewirkt die Wiederholung von „tausend Stäbe“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Tausend ist keine Zahl zum Zählen. Die Wiederholung verstärkt die Enge.
    3. Also: Die Stäbe wirken endlos, als gäbe es nur noch sie.
    Ergebnis:
    Die Stäbe wirken endlos, als gäbe es nur noch sie.

3Ich kann ein Gedicht vortragen.

EntdeckenFrage

Warum liest man ein Gedicht laut?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Rhythmus und Klang sind Teil der Bedeutung. Vortragen deckt Betonung und Pausen auf.

MerkenGedichtvortrag

Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende.

Beim Zeilensprung liest du weiter. Tempo und Lautstärke folgen der Stimmung.

BeispielEin Gedicht vortragen: Pausen und Betonung

Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
Es war, als hätt der Himmel /
Die Erde still geküsst, /
Dass sie im Blütenschimmer /
Von ihm nun träumen müsst. //

Die Luft ging durch die Felder, /
Die Ähren wogten sacht, /
Es rauschten leis die Wälder, /
So sternklar war die Nacht. //

Und meine Seele spannte /
Weit ihre Flügel aus, /
Flog durch die stillen Lande, /
Als flöge sie nach Haus.

Wie heißt es, wenn ein Satz über das Versende hinausläuft?
Schritt für Schritt
  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Von „Himmel“ zu „Die Erde“ läuft der Satz weiter. Das ist ein Zeilensprung.
  3. Also: Zeilensprung
  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Von „Himmel“ zu „Die Erde“ läuft der Satz weiter. Das ist ein Zeilensprung.
  3. Also: Zeilensprung
Ergebnis:
Zeilensprung

AchtungLesen: mehr als der Text sagt

So nicht
Text: Einige Schüler nutzen die Bibliothek. Antwort: Alle Schüler nutzen sie.
So richtig
Einige, nicht alle. Mengenwörter in Text und Antwort vergleichen: Die Antwort darf nicht mehr behaupten als der Text.

Vergleiche die Mengenwörter in Text und Antwort: alle, viele, manche.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
    Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
    Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
    Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
    Die letzten Häuser in das Land verirrn.

    Wo machst du im dritten Vers am Versende keine Pause?
    So fängst du an:
    Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. „wo fern in Einsamkeit / Die letzten Häuser in das Land verirrn“ ist ein Satzteil.
    3. Also: nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
    Ergebnis:
    nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
  2. ●8
    Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Wo machst du im ersten und zweiten Vers keine Pause?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Die Blätter flüstern: Subjekt und Verb stehen in zwei Versen.
    3. Also: nach „Wind“, der Satz läuft weiter
    Ergebnis:
    nach „Wind“, der Satz läuft weiter
  3. ★9
    Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Wie trägst du die Strophe am besten vor?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Die Unglücke stehen nebeneinander wie Meldungen. Der sachliche Ton macht sie unheimlich.
    3. Also: sachlich wie eine Nachrichtenliste
    Ergebnis:
    sachlich wie eine Nachrichtenliste

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●10
    Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Welches Reimschema hat die erste Strophe?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. Stäbe reimt auf gäbe, hält auf Welt: abab.
    3. Also: Kreuzreim
    Ergebnis:
    Kreuzreim
  2. ●11
    Novembermorgen:
    Der Nebel liegt auf allen Wegen. /
    Die Straße schläft noch grau und stumm. /
    Ein Bus kommt keuchend mir entgegen /
    und dreht sich müde nach mir um. //

    Dann bricht ein Licht durch alle Ritzen, /
    die Tropfen funkeln wie Kristall. /
    Die Spatzen, die im Baume sitzen, /
    begrüßen es mit lautem Schall.

    Welches Sprachbild ist „Die Straße schläft“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Die Straße tut etwas, das nur Lebewesen tun, ohne wie oder als.
    3. Also: Personifikation
    Ergebnis:
    Personifikation
  3. ●12
    Das Sprungbrett:
    Sonne brennt auf heißen Steinen, /
    Kinder lachen, Kleine weinen. /
    Auf dem Brett, so hoch wie Bäume, /
    steht ein Junge voller Träume. //

    Unten warten seine Leute, /
    rufen: „Spring, du Held von heute!“ /
    Doch er steigt die Leiter nieder. /
    Morgen, sagt er, komm ich wieder.

    Was sagt der letzte Vers über den Jungen?
    Lösung zeigen
    1. Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    2. Er kündigt an, am nächsten Tag zurückzukommen.
    3. Also: Er gibt nicht auf und will es noch einmal versuchen.
    Ergebnis:
    Er gibt nicht auf und will es noch einmal versuchen.
  4. ●13
    Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Wie sprichst du „– liest man –“?
    Lösung zeigen
    1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    2. Die Gedankenstriche schieben einen Zwischengedanken ein.
    3. Also: leiser und beiläufig, wie eingeschoben
    Ergebnis:
    leiser und beiläufig, wie eingeschoben
  5. ●14
    Montag:
    Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
    Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
    Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
    da hör ich schon sein Hohngelächter. //

    Denn fünf Minuten sind vergangen, /
    ich liege wach und bin zu spät. /
    Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
    so hat mein Montag angefangen.

    Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.

    Wie sind die Reime der zweiten Strophe angeordnet?
    Lösung zeigen
    1. Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    2. vergangen und angefangen außen, spät und gekräht innen.
    3. Also: abba wie in der ersten Strophe
    Ergebnis:
    abba wie in der ersten Strophe
  6. ●15
    Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Welches Sprachbild steht in „tausend Fenster […] blinzeln mit den Lidern“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Fenster blinzeln wie Menschen mit Augen. Ein Vergleichswort fehlt.
    3. Also: Personifikation
    Ergebnis:
    Personifikation

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Reim, Metrum, Bild
Reimschema: Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umarmender Reim abba.
Sprachbilder deuten
Ein Vergleich verbindet zwei Dinge mit wie oder als, die Metapher ohne Vergleichswort.
Gedichtvortrag
Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende.

AchtungLesen: Wörter abgeglichen statt Sinn

So nicht
Frage: Warum wurde das Dorf verlassen? Antwort: Das Dorf wurde verlassen. (Wörter der Frage abgeschrieben)
So richtig
Die Frage in eigenen Worten sagen, dann die Stelle suchen, die einen Grund nennt: … weil die Quelle versiegte.

Sag die Frage mit eigenen Worten, dann such die Stelle.

AchtungLesen: Einzelheit statt Kern

So nicht
Worum geht es im Text? Antwort: Die Hauptfigur trägt einen roten Mantel. (eine Einzelheit)
So richtig
Worum geht es im Text? Antwort: Eine Frau verlässt ihr Dorf und kehrt nach Jahren verändert zurück. (der ganze Text, auch der Schluss)

Passt die Antwort zum ganzen Text, auch zum Schluss?

AchtungLesen: Bezug im Text verwechselt

So nicht
Lena bat Jana um Hilfe. Sie lehnte ab. Wer lehnte ab? Lena.
So richtig
„Sie“ verweist auf die Person, die gefragt wurde: Jana lehnte ab. Das Verweiswort bis zum Nomen zurückverfolgen.

Verfolge das Verweiswort bis zu seinem Nomen: Wer ist gemeint?

AchtungLesen: Ursache und Folge im Text vertauscht

So nicht
Die Ernte fiel aus, weil die Preise stiegen. (Ursache und Folge vertauscht)
So richtig
Die Preise stiegen, weil die Ernte ausfiel. Nach „weil“ steht der Grund, nicht die Folge.

Markiere die kleinen Wörter: weil, deshalb, obwohl, nicht.

AchtungLesen: zwischen den Zeilen nicht gelesen

So nicht
Paul schaut zum dritten Mal auf die Uhr. Wie fühlt er sich? Das steht nicht im Text.
So richtig
Er ist ungeduldig oder nervös: Wer ständig auf die Uhr sieht, wartet. Der Hinweis steht im Text, die Deutung liefert man dazu.

Such das Wort im Text, das es verrät, und lies den Satz davor.

AchtungForm des Textes verwechselt

So nicht
Ein Gedicht mit vier Strophen zu je vier Versen heißt Sonett.
So richtig
Das ist keine Sonettform: Ein Sonett hat zwei Quartette und zwei Terzette, vierzehn Verse. Strophen und Verse zählen, dann benennen.

Zähl Strophen und Verse, bevor du die Gedichtform nennst.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich kann Reim, Metrum und Bild in einem Gedicht benennen.

    16
    Das Sprungbrett:
    Sonne brennt auf heißen Steinen, /
    Kinder lachen, Kleine weinen. /
    Auf dem Brett, so hoch wie Bäume, /
    steht ein Junge voller Träume. //

    Unten warten seine Leute, /
    rufen: „Spring, du Held von heute!“ /
    Doch er steigt die Leiter nieder. /
    Morgen, sagt er, komm ich wieder.

    Welches Reimschema hat die erste Strophe?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Paarreim
  2. Ich kann die Wirkung sprachlicher Bilder deuten.

    17
    Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Welches Sprachbild ist „hallt es wie Geschrei“?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Vergleich
  3. Ich kann ein Gedicht vortragen.

    18
    Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Wo machst du im ersten Vers eine deutliche Pause?
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    nach „Nacht“, beim Punkt

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Die Frage vom Anfang

EntdeckenRückschau

Woran erkennt man einen Reim, und wie notiert man ihn?

Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?

Auflösung

Am gleichen Klang am Versende. Das Schema schreibt man mit Buchstaben: abab ist Kreuzreim, aabb Paarreim.

Lösungen

  1. umarmender Reim
  2. umarmender Reim
  3. Jambus
  4. Vergleich mit Personifikation
  5. Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
  6. Die Stäbe wirken endlos, als gäbe es nur noch sie.
  7. nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
  8. nach „Wind“, der Satz läuft weiter
  9. sachlich wie eine Nachrichtenliste
  10. Kreuzreim
  11. Personifikation
  12. Er gibt nicht auf und will es noch einmal versuchen.
  13. leiser und beiläufig, wie eingeschoben
  14. abba wie in der ersten Strophe
  15. Personifikation
  16. Paarreim
  17. Vergleich
  18. nach „Nacht“, beim Punkt
  19. in der Schülerzeitung
  20. Sie streicht es glatt.
  21. vor „Eier“
  22. vor „ob“