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Deutsch · Klasse 11 und 12 und 13 · Kapitel

Literatur um 1800: Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik, Romantik

EntdeckenDie Frage zum Kapitel

Wofür steht die Aufklärung?

Schreib eine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Für die Lehrkraft: Für Vernunft und Mündigkeit: Sapere aude. Man belegt es immer mit einer Stelle aus dem Text. Quelle: Kant (1784), Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, Berlinische Monatsschrift

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○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Sprachbilder benennen und ihre Wirkung deuten. Motive der Romantik zeigen sich in Bildern wie Nacht, Ferne und Wald.

  1. ●15
    Das Sprungbrett:
    Sonne brennt auf heißen Steinen, /
    Kinder lachen, Kleine weinen. /
    Auf dem Brett, so hoch wie Bäume, /
    steht ein Junge voller Träume. //

    Unten warten seine Leute, /
    rufen: „Spring, du Held von heute!“ /
    Doch er steigt die Leiter nieder. /
    Morgen, sagt er, komm ich wieder.

    Was betont das Bild mit den Bäumen?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Es zeigt die Höhe aus der Sicht dessen, der oben steht.
    3. Also: Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
    Ergebnis:
    Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
  2. ●16
    Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Welches Sprachbild steht in „tausend Fenster […] blinzeln mit den Lidern“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Fenster blinzeln wie Menschen mit Augen. Ein Vergleichswort fehlt.
    3. Also: Personifikation
    Ergebnis:
    Personifikation

ÜbenWeißt du das noch?

Eine Figur mit einer Textstelle belegen. Das Menschenbild einer Epoche zeigt sich an dem, was Figuren tun und denken.

  1. ●17
    Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
    3. Also: steif und kalt
    Ergebnis:
    steif und kalt
  2. ●18
    Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Wie reagiert Leon auf das Lächeln von Frau Brandt?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war.“
    3. Also: Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
    Ergebnis:
    Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.

So kannst du es dir vorstellen

EntdeckenEine Epoche hat ein Leitmotiv

Epochen um 1800 antworten aufeinander: Aufklärung (Vernunft), Sturm und Drang (Gefühl), Klassik (Maß, Humanität), Romantik (Sehnsucht, Unendliches). Einen unbekannten Text ordnet man über sein Motiv und seine Sprache zu.

WeiterdenkenDenk nach

Wie ordnest du einen unbekannten Vers über Sehnsucht und Nacht ein, und woran erkennst du, dass er nicht klassisch ist?

1Ich ordne Merkmale und Werke den Epochen um 1800 zu.

EntdeckenFrage

Wofür steht die Aufklärung?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Für Vernunft und Mündigkeit: Sapere aude. Man belegt es immer mit einer Stelle aus dem Text.

MerkenLeitbegriffe um 1800

Jede Epoche hat einen Leitbegriff.

Aufklärung Vernunft, Sturm und Drang Gefühl, Klassik Maß und Humanität, Romantik Sehnsucht nach dem Unendlichen.

BeispielEpochen um 1800 an Merkmalen erkennen

Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
Schönheit als Weg zur Sittlichkeit
Schritt für Schritt
  1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
  2. Hier trägt: Maß und Humanität.
  3. Also: Klassik.
  1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
  2. Hier trägt: Maß und Humanität.
  3. Also: Klassik.
Ergebnis:
Klassik

AchtungForm des Textes verwechselt: Epoche

So nicht
„Ich bin frei, nur das Gefühl zählt!“ – Aufklärung
So richtig
Das Gefühl als Maßstab ist Sturm und Drang. Die Aufklärung setzt auf Vernunft und Mündigkeit.

Erst das Motiv benennen, dann den Leitbegriff: Vernunft, Gefühl, Maß oder Sehnsucht?

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    das Ideal des edlen, maßvollen Menschen
    So fängst du an:
    Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Maß und Humanität.
    3. Also: Klassik.
    Ergebnis:
    Klassik
  2. ●2
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Traum und Wirklichkeit verschwimmen.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Sehnsucht nach dem Unendlichen.
    3. Also: Romantik.
    Ergebnis:
    Romantik
  3. ★3
    Ordnen Sie das Merkmal oder Werk einer Epoche um 1800 zu.
    Die Natur spiegelt das stürmische Herz.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Gefühl und Genie.
    3. Also: Sturm und Drang.
    Ergebnis:
    Sturm und Drang

2Ich ordne einen unbekannten Vers über sein Motiv einer Epoche zu.

EntdeckenFrage

Was prägt den Sturm und Drang?

Was meinst du? Schreib deine Vermutung auf, bevor du weiterliest.

Auflösung

Gefühl, Genie und Aufbegehren gegen Regeln. Man belegt es immer mit einer Stelle aus dem Text.

MerkenVom Motiv zur Epoche

Erst das Motiv benennen, dann den Leitbegriff dazu suchen.

Nacht, Wandern und Ferne deuten auf die Romantik, das stürmische Herz auf den Sturm und Drang.

BeispielVerse und Sätze um 1800 einordnen

Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
„Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren / Sind Schlüssel aller Kreaturen“
Novalis
Schritt für Schritt
  1. Das Motiv des Verses benennen.
  2. Motiv: Poesie statt Berechnung.
  3. Also: Romantik (1802).
  1. Das Motiv des Verses benennen.
  2. Motiv: Poesie statt Berechnung.
  3. Also: Romantik (1802).
Ergebnis:
Romantik

AchtungNoch einmal: Form des Textes verwechselt: Epoche

So nicht
„Ich bin frei, nur das Gefühl zählt!“ – Aufklärung
So richtig
Das Gefühl als Maßstab ist Sturm und Drang. Die Aufklärung setzt auf Vernunft und Mündigkeit.

Erst das Motiv benennen, dann den Leitbegriff: Vernunft, Gefühl, Maß oder Sehnsucht?

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“
    Friedrich Schiller
    So fängst du an:
    Das Motiv des Verses benennen.
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: Harmonie von Vernunft und Sinnlichkeit.
    3. Also: Klassik (1795).
    Ergebnis:
    Klassik
  2. ●5
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „O Täler weit, o Höhen“
    Joseph von Eichendorff
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: der Wald als Heimat der Seele.
    3. Also: Romantik (1810).
    Ergebnis:
    Romantik
  3. ★6
    Ordnen Sie den Vers oder Satz einer Epoche zu – ohne Werkangabe.
    „Hier sitz ich, forme Menschen / Nach meinem Bilde“
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: das schöpferische Genie.
    3. Also: Sturm und Drang (1774).
    Ergebnis:
    Sturm und Drang

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●7
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Der Mensch soll sich zu einem harmonischen Ganzen bilden.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Maß und Humanität.
    3. Also: Klassik.
    Ergebnis:
    Klassik
  2. ●8
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Der Mensch soll seinen Verstand gebrauchen und Vorurteile prüfen.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Vernunft.
    3. Also: Aufklärung.
    Ergebnis:
    Aufklärung
  3. ●9
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „Kein Mensch muss müssen“
    Gotthold Ephraim Lessing
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: Freiheit und Vernunft des Menschen.
    3. Also: Aufklärung (1779).
    Ergebnis:
    Aufklärung
  4. ●10
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Wissen soll alle Menschen bessern.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Vernunft.
    3. Also: Aufklärung.
    Ergebnis:
    Aufklärung
  5. ●11
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „Es war, als hätt’ der Himmel / Die Erde still geküsst“
    Joseph von Eichendorff
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: Einheit von Himmel und Erde in der Nacht.
    3. Also: Romantik (1837).
    Ergebnis:
    Romantik
  6. ●12
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Harmonie von Vernunft und Gefühl
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Maß und Humanität.
    3. Also: Klassik.
    Ergebnis:
    Klassik

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Leitbegriffe um 1800
Jede Epoche hat einen Leitbegriff.
Vom Motiv zur Epoche
Erst das Motiv benennen, dann den Leitbegriff dazu suchen.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich ordne Merkmale und Werke den Epochen um 1800 zu.

    13
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Shakespeare als Vorbild statt strenger Regeln
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Sturm und Drang
  2. Ich ordne einen unbekannten Vers über sein Motiv einer Epoche zu.

    14
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „Es war, als hätt’ der Himmel / Die Erde still geküsst“
    Joseph von Eichendorff
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Romantik

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Die Frage vom Anfang

EntdeckenRückschau

Wofür steht die Aufklärung?

Lies deine Vermutung vom Anfang. Kannst du die Frage jetzt mit dem Kapitel beantworten?

Auflösung

Für Vernunft und Mündigkeit: Sapere aude. Man belegt es immer mit einer Stelle aus dem Text.

Lösungen

  1. Klassik
  2. Romantik
  3. Sturm und Drang
  4. Klassik
  5. Romantik
  6. Sturm und Drang
  7. Klassik
  8. Aufklärung
  9. Aufklärung
  10. Aufklärung
  11. Romantik
  12. Klassik
  13. Sturm und Drang
  14. Romantik
  15. Das Brett wirkt für den Jungen sehr hoch.
  16. Personifikation
  17. steif und kalt
  18. Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.