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Deutsch · Klasse 11 und 12 und 13 · Kapitel

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Literatur um 1800: Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik, Romantik

  • Entdecken Frage, Vorstellung, Bild
  • Merken kommt ins Heft
  • Beispiel vorgerechnet, Schritt für Schritt
  • Üben selbst rechnen
  • Achtung typischer Fehler
  • Weiterdenken zum Knobeln und Vernetzen

○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

Fit für das Kapitel?

Das brauchst du aus früheren Themen. Klappt es nicht, frag nach, bevor es losgeht.

ÜbenWeißt du das noch?

Sprachbilder benennen und ihre Wirkung deuten. Motive der Romantik zeigen sich in Bildern wie Nacht, Ferne und Wald.

  1. ●15
    Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Welches Sprachbild ist „hallt es wie Geschrei“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Wie ist das Signal eines Vergleichs.
    3. Also: Vergleich
    Ergebnis:
    Vergleich
  2. ●16
    Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
    Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
    Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
    Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
    Die letzten Häuser in das Land verirrn.

    Welches Sprachbild ist „Die Winde lagern schwarz um seine Stirn“?
    Lösung zeigen
    1. Such zuerst das Signal im Vers, bevor du das Sprachbild benennst.
    2. Winde lagern wie Menschen oder Tiere. Ein Vergleichswort fehlt.
    3. Also: Personifikation
    Ergebnis:
    Personifikation

ÜbenWeißt du das noch?

Eine Figur mit einer Textstelle belegen. Das Menschenbild einer Epoche zeigt sich an dem, was Figuren tun und denken.

  1. ●17
    Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Wie reagiert der Mann auf die Hilfe?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts.“ Geseufzt hat jemand anderes.
    3. Also: Er nickt und sagt nichts.
    Ergebnis:
    Er nickt und sagt nichts.
  2. ●18
    Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
    Lösung zeigen
    1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    2. „Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke.“ Eisig ist der Bach.
    3. Also: steif und kalt
    Ergebnis:
    steif und kalt

1Ich ordne Merkmale und Werke den Epochen um 1800 zu.

MerkenLeitbegriffe um 1800

Jede Epoche hat einen Leitbegriff.

Aufklärung Vernunft, Sturm und Drang Gefühl, Klassik Maß und Humanität, Romantik Sehnsucht nach dem Unendlichen.

BeispielEpochen um 1800 an Merkmalen erkennen

Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
Der Erzähler durchbricht spielerisch die Illusion.
Schritt für Schritt
  1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
  2. Hier trägt: Sehnsucht nach dem Unendlichen.
  3. Also: Romantik.
  1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
  2. Hier trägt: Sehnsucht nach dem Unendlichen.
  3. Also: Romantik.
Ergebnis:
Romantik

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Der junge Kraftkerl bricht aus der Ordnung aus.
    So fängst du an:
    Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Gefühl und Genie.
    3. Also: Sturm und Drang.
    Ergebnis:
    Sturm und Drang
  2. ●2
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Vorbild der Antike in Form und Stoff
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Maß und Humanität.
    3. Also: Klassik.
    Ergebnis:
    Klassik
  3. ★3
    Ordnen Sie das Merkmal oder Werk einer Epoche um 1800 zu.
    Traum und Wirklichkeit verschwimmen.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Sehnsucht nach dem Unendlichen.
    3. Also: Romantik.
    Ergebnis:
    Romantik

2Ich ordne einen unbekannten Vers über sein Motiv einer Epoche zu.

MerkenVom Motiv zur Epoche

Erst das Motiv benennen, dann den Leitbegriff dazu suchen.

Nacht, Wandern und Ferne deuten auf die Romantik, das stürmische Herz auf den Sturm und Drang.

BeispielVerse und Sätze um 1800 einordnen

Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
„Das Gesetz hat noch keinen großen Mann gebildet“
Friedrich Schiller
Schritt für Schritt
  1. Das Motiv des Verses benennen.
  2. Motiv: Auflehnung gegen Gesetz und Ordnung.
  3. Also: Sturm und Drang (1781).
  1. Das Motiv des Verses benennen.
  2. Motiv: Auflehnung gegen Gesetz und Ordnung.
  3. Also: Sturm und Drang (1781).
Ergebnis:
Sturm und Drang

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „Das Land der Griechen mit der Seele suchend“
    Johann Wolfgang Goethe
    So fängst du an:
    Das Motiv des Verses benennen.
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: die Antike als Vorbild.
    3. Also: Klassik (1787).
    Ergebnis:
    Klassik
  2. ●5
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „Es war, als hätt’ der Himmel / Die Erde still geküsst“
    Joseph von Eichendorff
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: Einheit von Himmel und Erde in der Nacht.
    3. Also: Romantik (1837).
    Ergebnis:
    Romantik
  3. ★6
    Ordnen Sie den Vers oder Satz einer Epoche zu – ohne Werkangabe.
    „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: der Gebrauch der Vernunft.
    3. Also: Aufklärung (1784).
    Ergebnis:
    Aufklärung

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●7
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Die Kunst soll alle Gattungen mischen.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Sehnsucht nach dem Unendlichen.
    3. Also: Romantik.
    Ergebnis:
    Romantik
  2. ●8
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „Kein Mensch muss müssen“
    Gotthold Ephraim Lessing
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: Freiheit und Vernunft des Menschen.
    3. Also: Aufklärung (1779).
    Ergebnis:
    Aufklärung
  3. ●9
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Traum und Wirklichkeit verschwimmen.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Sehnsucht nach dem Unendlichen.
    3. Also: Romantik.
    Ergebnis:
    Romantik
  4. ●10
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“
    Friedrich Schiller
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: Harmonie von Vernunft und Sinnlichkeit.
    3. Also: Klassik (1795).
    Ergebnis:
    Klassik
  5. ●11
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Wissen soll alle Menschen bessern.
    Lösung zeigen
    1. Den Leitbegriff suchen, der hinter dem Merkmal steht.
    2. Hier trägt: Vernunft.
    3. Also: Aufklärung.
    Ergebnis:
    Aufklärung
  6. ●12
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „Edel sei der Mensch, / Hilfreich und gut!“
    Johann Wolfgang Goethe
    Lösung zeigen
    1. Das Motiv des Verses benennen.
    2. Motiv: Humanität als Ideal.
    3. Also: Klassik (1783).
    Ergebnis:
    Klassik

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Leitbegriffe um 1800
Jede Epoche hat einen Leitbegriff.
Vom Motiv zur Epoche
Erst das Motiv benennen, dann den Leitbegriff dazu suchen.

Kannst du das?

Je Ziel eine Aufgabe. Rechne sie ins Heft, dann kreuz ehrlich an. Keine Punkte, keine Note – der Test ist für dich.

ÜbenSelbsttest

  1. Ich ordne Merkmale und Werke den Epochen um 1800 zu.

    13
    Zu welcher Epoche der Literatur um 1800 passt das?
    Harmonie von Vernunft und Gefühl
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Klassik
  2. Ich ordne einen unbekannten Vers über sein Motiv einer Epoche zu.

    14
    Zu welcher Epoche gehört dieser Vers oder Satz?
    „Schläft ein Lied in allen Dingen, / Die da träumen fort und fort“
    Joseph von Eichendorff
    Lösung zeigen
    Ergebnis:
    Romantik

Bei „unsicher“ oder „noch nicht“: Lies den Abschnitt zum Ziel noch einmal und rechne seine drei Aufgaben.

Lösungen

  1. Sturm und Drang
  2. Klassik
  3. Romantik
  4. Klassik
  5. Romantik
  6. Aufklärung
  7. Romantik
  8. Aufklärung
  9. Romantik
  10. Klassik
  11. Aufklärung
  12. Klassik
  13. Klassik
  14. Romantik
  15. Vergleich
  16. Personifikation
  17. Er nickt und sagt nichts.
  18. steif und kalt