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Physik · Klasse 12 · Kapitel

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Q2: Elektromagnetische Induktion

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○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe. Du rechnest ins Heft.

1Ich kann den magnetischen Fluss und seine Änderung bestimmen.

MerkenMagnetischer Fluss

Der Fluss Φ = B · A zählt, wie viel Feld senkrecht durch eine Fläche geht, in Wb = T · m².

Er ändert sich, wenn sich B, die Fläche im Feld oder ihre Stellung zum Feld ändert.

BeispielMagnetischer Fluss

Eine rechteckige Leiterschleife mit A = 150 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 400 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.
××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BA = 150 cm²B = 400 mTΦ = ?
Schritt für Schritt
  1. Φ = B · A bei senkrechter Fläche
  2. B = 0,4 T, A = 150 cm² = 0,015 m²
  3. Φ = 0,4 T · 0,015 m² = 6 mWb
  1. Φ = B · A bei senkrechter Fläche
  2. B = 0,4 T, A = 150 cm² = 0,015 m²
  3. Φ = 0,4 T · 0,015 m² = 6 mWb
Ergebnis:
6 mWb

AchtungUmrechnungszahl falsch

So nicht
2,5 km = 250 m
So richtig
2,5 km = 2,5 · 1000 m = 2500 m

Schreib den Vorsatz als Zahl: k heißt 1000, m heißt ein Tausendstel.

ÜbenJetzt du

  1. ○1
    Eine Leiterschleife mit A = 25 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 300 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.
    ××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BA = 25 cm²B = 300 mTΦ = ?
    So fängst du an:
    Φ = B · A bei senkrechter Fläche
    Lösung zeigen
    1. Φ = B · A bei senkrechter Fläche
    2. B = 0,3 T, A = 25 cm² = 0,0025 m²
    3. Φ = 0,3 T · 0,0025 m² = 0,75 mWb
    Ergebnis:
    0,75 mWb
  2. ●2
    Eine Leiterschleife mit A = 20 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 120 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.
    ××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BA = 20 cm²B = 120 mTΦ = ?
    Lösung zeigen
    1. Φ = B · A bei senkrechter Fläche
    2. B = 0,12 T, A = 20 cm² = 0,002 m²
    3. Φ = 0,12 T · 0,002 m² = 0,24 mWb
    Ergebnis:
    0,24 mWb
  3. ★3
    Eine Leiterschleife mit A = 50 cm² steht senkrecht zum Feld. B steigt von 100 mT auf 350 mT. Berechne die Änderung ΔΦ des magnetischen Flusses.
    ××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BA = 50 cm²B: 100 mT → 350 mTΔΦ = ?
    Lösung zeigen
    1. ΔΦ = A · ΔB, denn die Fläche bleibt gleich
    2. A = 0,005 m², ΔB = 250 mT = 0,25 T
    3. ΔΦ = 0,005 m² · 0,25 T = 1,25 mWb
    Ergebnis:
    1,25 mWb

2Ich kann die Induktionsspannung mit dem Induktionsgesetz berechnen.

MerkenInduktionsgesetz

Nicht der Fluss zählt, sondern wie schnell er sich ändert.

Es gilt U_ind = −N · ΔΦ : Δt. Bei fester Fläche ist ΔΦ = A · ΔB, bei festem Feld ΔΦ = B · ΔA.

BeispielInduktionsgesetz bei fester Fläche

Eine Spule mit N = 800 Windungen und A = 16 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 5 ms gleichmäßig um 50 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.
SchalterN = 800, A = 16 cm²ΔB = 50 mT in 5 ms|U_ind| = ?
Schritt für Schritt
  1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
  2. A = 0,0016 m², ΔB = 0,05 T, Δt = 0,005 s
  3. |U_ind| = 800 · 0,0016 m² · 0,05 T : 0,005 s = 12,8 V
  1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
  2. A = 0,0016 m², ΔB = 0,05 T, Δt = 0,005 s
  3. |U_ind| = 800 · 0,0016 m² · 0,05 T : 0,005 s = 12,8 V
Ergebnis:
12,8 V

AchtungWindungszahl vergessen

So nicht
N = 100, ΔΦ = 0,002 Wb in 0,01 s: U = 0,2 V
So richtig
N = 100, ΔΦ = 0,002 Wb in 0,01 s: U = 100 · 0,002 Wb : 0,01 s = 20 V

Nimm am Ende mal N. Jede Windung liefert dieselbe Spannung.

ÜbenJetzt du

  1. ○4
    Eine Spule mit N = 1000 Windungen und A = 10 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 25 ms gleichmäßig um 50 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.
    SchalterN = 1000, A = 10 cm²ΔB = 50 mT in 25 ms|U_ind| = ?
    So fängst du an:
    |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
    2. A = 0,001 m², ΔB = 0,05 T, Δt = 0,025 s
    3. |U_ind| = 1000 · 0,001 m² · 0,05 T : 0,025 s = 2 V
    Ergebnis:
    2 V
  2. ●5
    Eine Spule mit N = 1000 Windungen und A = 12 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 40 ms gleichmäßig um 120 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.
    SchalterN = 1000, A = 12 cm²ΔB = 120 mT in 40 ms|U_ind| = ?
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
    2. A = 0,0012 m², ΔB = 0,12 T, Δt = 0,04 s
    3. |U_ind| = 1000 · 0,0012 m² · 0,12 T : 0,04 s = 3,6 V
    Ergebnis:
    3,6 V
  3. ★6
    Eine Spule mit N = 1000 und A = 4 cm² sitzt im Feld mit 80 mT. Es wird gleichmäßig abgeschaltet, dabei ist |U_ind| = 16 V. Berechne die Dauer.
    SchalterN = 1000, A = 4 cm²B: 80 mT → 0 mT|U| = 16 VΔt = ?
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, umgestellt Δt = N · A · ΔB : |U_ind|
    2. A = 0,0004 m², ΔB = 0,08 T
    3. Δt = 1000 · 0,0004 m² · 0,08 T : 16 V = 2 ms
    Ergebnis:
    2 ms

3Ich kann aus einem Φ(t)-Diagramm die Induktionsspannung und ihren Verlauf bestimmen.

MerkenVom Φ(t)-Diagramm zur Spannung

Die Induktionsspannung ist N mal die Steigung von Φ(t), mit umgekehrtem Vorzeichen.

Waagerecht heißt keine Spannung, steil heißt große Spannung. Steigen und Fallen geben entgegengesetzte Vorzeichen.

BeispielInduktionsspannung aus dem Φ(t)-Diagramm

Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 50 Windungen. Berechne |U_ind| zwischen 40 ms und 60 ms.
102030405060701234567t in msΦ in mWb
Schritt für Schritt
  1. |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
  2. |ΔΦ| = 6 mWb, Δt = 20 ms
  3. |U_ind| = 50 · 6 mWb : 20 ms = 15 V
  1. |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
  2. |ΔΦ| = 6 mWb, Δt = 20 ms
  3. |U_ind| = 50 · 6 mWb : 20 ms = 15 V
Ergebnis:
15 V

AchtungZwischenergebnis als Antwort

So nicht
Gesamtwiderstand gesucht, Antwort: I = 0,5 A
So richtig
erst I = 0,5 A, dann weiter bis zur gesuchten Größe

Lies die Frage noch einmal. Rechne weiter bis zur gesuchten Größe.

ÜbenJetzt du

  1. ○7
    Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 50 Windungen. Berechne |U_ind| zwischen 20 ms und 50 ms.
    1020304050601234t in msΦ in mWb
    So fängst du an:
    |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
    2. |ΔΦ| = 3 mWb, Δt = 30 ms
    3. |U_ind| = 50 · 3 mWb : 30 ms = 5 V
    Ergebnis:
    5 V
  2. ●8
    Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 20 Windungen. Berechne |U_ind| zwischen 40 ms und 70 ms.
    1020304050607080123456t in msΦ in mWb
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · |ΔΦ| : Δt im gefragten Abschnitt
    2. |ΔΦ| = 5 mWb, Δt = 30 ms
    3. |U_ind| = 20 · 5 mWb : 30 ms = 3,33 V
    Ergebnis:
    3,33 V
  3. ★9
    Das Diagramm zeigt den Fluss Φ durch eine Spule mit N = 20 Windungen. Berechne den größten Betrag der Induktionsspannung zwischen 0 ms und 60 ms.
    10203040506012345t in msΦ in mWb
    Lösung zeigen
    1. Die Spannung ist am größten, wo Φ(t) am steilsten ist: |U| = N · |ΔΦ| : Δt
    2. Anstieg: 4 mWb in 20 ms, Abfall: 4 mWb in 10 ms
    3. |U| = 20 · 4 mWb : 10 ms = 8 V
    Ergebnis:
    8 V

4Ich kann Induktionsströme mit der Lenzschen Regel und dem Energieerhaltungssatz begründen.

MerkenLenzsche Regel

Der Induktionsstrom ist so gerichtet, dass sein Magnetfeld seiner Ursache entgegenwirkt.

Er hemmt die Änderung, nicht das Feld. Sonst entstünde Energie aus nichts.

BeispielLenzsche Regel

Ein dünner Kupferring hängt an Fäden. Der Südpol eines Stabmagneten wird schnell auf den Ring zubewegt. Der Ring ist aufgeschnitten. Was macht der Ring? Begründe.
NSnähert sichdünner Kupferring?
Schritt für Schritt
  1. Eine Spannung wird induziert.
  2. Im offenen Ring fließt aber kein Strom, also entsteht kein Magnetfeld.
  3. Der Ring bleibt fast in Ruhe.
  1. Eine Spannung wird induziert.
  2. Im offenen Ring fließt aber kein Strom, also entsteht kein Magnetfeld.
  3. Der Ring bleibt fast in Ruhe.
Ergebnis:
Er bleibt fast in Ruhe: Im offenen Ring kann kein Induktionsstrom fließen.

AchtungGrößen verwechselt

So nicht
Masse = 50 N
So richtig
Masse m = 5 kg, Gewichtskraft F = 50 N

Schreib zuerst auf: gegeben und gesucht, jeweils mit Formelzeichen und Einheit.

ÜbenJetzt du

  1. ○10
    Ein Aluminiumring hängt an Fäden. Der Nordpol eines Stabmagneten wird schnell auf den Ring zubewegt. Der Ring ist aufgeschnitten. Was macht der Ring? Begründe.
    SNnähert sichAluminiumring?
    So fängst du an:
    Eine Spannung wird induziert.
    Lösung zeigen
    1. Eine Spannung wird induziert.
    2. Im offenen Ring fließt aber kein Strom, also entsteht kein Magnetfeld.
    3. Der Ring bleibt fast in Ruhe.
    Ergebnis:
    Er bleibt fast in Ruhe: Im offenen Ring kann kein Induktionsstrom fließen.
  2. ●11
    Ein Aluminiumring hängt an Fäden. Der Südpol eines Stabmagneten wird schnell vom Ring weggezogen. Was macht der Ring? Begründe.
    NSentfernt sichAluminiumring?
    Lösung zeigen
    1. Eine Spannung wird induziert.
    2. Der Induktionsstrom hat ein Magnetfeld, das seine Ursache hemmt.
    3. Die Ursache ist das Entfernen: Der Ring wird mitgezogen.
    Ergebnis:
    Er folgt dem Magneten: Der Induktionsstrom hemmt das Entfernen.
  3. ★12
    Der Südpol eines Magneten wird aus einer geschlossenen Spule mit 1200 Windungen gezogen. Welcher Pol entsteht am Spulenende zum Magneten hin? Begründe.
    NSentfernt sichSpule, N = 1200?
    Lösung zeigen
    1. Der Induktionsstrom hemmt seine Ursache, also die Änderung des Flusses.
    2. Die Ursache ist das Entfernen: Es wird durch Anziehen gehemmt.
    3. Anziehen heißt ungleichnamig: ein Nordpol.
    Ergebnis:
    Ein Nordpol: Er zieht den Magneten an und hemmt das Entfernen.

5Ich kann die Selbstinduktion beim Ein- und Ausschalten einer Spule beschreiben und berechnen.

MerkenSelbstinduktion

Eine Spule induziert in sich selbst eine Spannung, wenn sich ihr Strom ändert.

Es gilt U_ind = −L · ΔI : Δt. Beim Einschalten bremst sie den Anstieg, beim Ausschalten entsteht eine hohe Spannung.

BeispielSelbstinduktionsspannung

In einer Spule mit der Induktivität L = 0,8 H steigt die Stromstärke gleichmäßig um 20 A in jeder Sekunde. Berechne den Betrag der Selbstinduktionsspannung.
SchalterL = 0,8 HΔI : Δt = 20 A/s|U_ind| = ?
Schritt für Schritt
  1. |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
  2. ΔI : Δt = 20 A/s
  3. |U_ind| = 0,8 H · 20 A/s = 16 V
  1. |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
  2. ΔI : Δt = 20 A/s
  3. |U_ind| = 0,8 H · 20 A/s = 16 V
Ergebnis:
16 V

AchtungFormel falsch umgestellt

So nicht
V = ρ · m
So richtig
ρ = m : V   | · V   | : ρ   →   V = m : ρ

Setz einfache Zahlen ein, zum Beispiel 6 = 12 : 2. Stell zuerst mit Zahlen um, dann mit Buchstaben.

ÜbenJetzt du

  1. ○13
    In einer Spule mit der Induktivität L = 0,4 H steigt die Stromstärke gleichmäßig um 40 A in jeder Sekunde. Berechne den Betrag der Selbstinduktionsspannung.
    SchalterL = 0,4 HΔI : Δt = 40 A/s|U_ind| = ?
    So fängst du an:
    |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
    2. ΔI : Δt = 40 A/s
    3. |U_ind| = 0,4 H · 40 A/s = 16 V
    Ergebnis:
    16 V
  2. ●14
    In einer Spule mit der Induktivität L = 0,8 H steigt die Stromstärke gleichmäßig um 10 A in jeder Sekunde. Berechne den Betrag der Selbstinduktionsspannung.
    SchalterL = 0,8 HΔI : Δt = 10 A/s|U_ind| = ?
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = L · ΔI : Δt, und ΔI : Δt ist die Änderung je Sekunde
    2. ΔI : Δt = 10 A/s
    3. |U_ind| = 0,8 H · 10 A/s = 8 V
    Ergebnis:
    8 V
  3. ★15
    Eine Zündspule mit L = 8 mH soll beim Abschalten von 3 A eine Spannung von 400 V induzieren. Berechne, in welcher Zeit der Strom abfallen muss.
    SchalterL = 8 mH, I = 3 A|U| = 400 VΔt = ?
    Lösung zeigen
    1. |U| = L · ΔI : Δt, umgestellt Δt = L · ΔI : |U|
    2. L = 0,008 H, ΔI = 3 A
    3. Δt = 0,008 H · 3 A : 400 V = 0,00006 s = 0,06 ms
    Ergebnis:
    0,06 ms

6Ich kann die Induktivität einer Spule und die Energie ihres Magnetfelds berechnen.

MerkenInduktivität und Energie

Eine lange Spule hat L = µ₀ · µ_r · N² · A : l, gemessen in Henry (1 H = 1 V · s : A).

Ihr Magnetfeld speichert die Energie E = ½ · L · I².

BeispielInduktivität einer Spule

Eine lange Spule ohne Kern hat N = 200 Windungen, 15 cm Länge und 16 cm² Querschnitt. Berechne ihre Induktivität.
SchalterN = 200, l = 15 cmA = 16 cm², ohne KernL = ?
Schritt für Schritt
  1. L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
  2. A = 0,0016 m², l = 0,15 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
  3. L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 200² · 0,0016 m² : 0,15 m = 0,536 mH
  1. L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
  2. A = 0,0016 m², l = 0,15 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
  3. L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 200² · 0,0016 m² : 0,15 m = 0,536 mH
Ergebnis:
0,536 mH

AchtungWindungszahl nicht im Quadrat

So nicht
doppelte Windungszahl, vorher 4 mH: L = 2 · 4 mH = 8 mH
So richtig
doppelte Windungszahl, vorher 4 mH: L = 2² · 4 mH = 16 mH

Schreib die Formel ganz hin, N steht im Quadrat. Rechne den Faktor einmal mit Zahlen nach.

ÜbenJetzt du

  1. ○16
    Eine lange Spule ohne Kern hat N = 500 Windungen, 30 cm Länge und 10 cm² Querschnitt. Berechne ihre Induktivität.
    SchalterN = 500, l = 30 cmA = 10 cm², ohne KernL = ?
    So fängst du an:
    L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
    Lösung zeigen
    1. L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
    2. A = 0,001 m², l = 0,3 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
    3. L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 500² · 0,001 m² : 0,3 m = 1,05 mH
    Ergebnis:
    1,05 mH
  2. ●17
    Eine lange Spule ohne Kern hat N = 200 Windungen, 10 cm Länge und 16 cm² Querschnitt. Berechne ihre Induktivität.
    SchalterN = 200, l = 10 cmA = 16 cm², ohne KernL = ?
    Lösung zeigen
    1. L = µ₀ · N² · A : l, ohne Kern ist µ_r = 1
    2. A = 0,0016 m², l = 0,1 m, µ₀ = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am)
    3. L = 1,257 · 10⁻⁶ Vs/(Am) · 200² · 0,0016 m² : 0,1 m = 0,804 mH
    Ergebnis:
    0,804 mH
  3. ★18
    Eine lange Spule hat L = 10 mH. Sie wird gleich lang mit 2-mal so vielen Windungen neu gewickelt und bekommt einen Kern mit µ_r = 100. Berechne L.
    Schaltervorher L = 10 mH2-mal N, µ_r = 100L = ?
    Lösung zeigen
    1. L = µ₀ · µ_r · N² · A : l, also L wächst mit N² und mit µ_r
    2. N wird 2-mal so groß: L wird 4-mal so groß, der Kern bringt mal 100
    3. L = 10 mH · 4 · 100 = 4000 mH = 4 H
    Ergebnis:
    4 H

7Ich kann sinusförmige Wechselspannungen mit dem Induktionsgesetz in differenzieller Form beschreiben.

MerkenSinusförmige Wechselspannung

Eine gleichmäßig gedrehte Spule im Feld liefert U(t) = U₀ · sin(ω · t).

Dabei ist U₀ = N · B · A · ω und ω = 2π · f. Im Sinus steht der Winkel im Bogenmaß.

BeispielScheitelwert der Wechselspannung

Eine Generatorspule mit N = 200 und A = 25 cm² dreht sich mit f = 10 Hz im Feld B = 50 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.
NSN = 200A = 25 cm²B = 50 mTf = 10 HzU₀ = ?
Schritt für Schritt
  1. U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
  2. ω = 2π · 10 Hz = 62,8 1/s, B = 0,05 T, A = 0,0025 m²
  3. U₀ = 200 · 0,05 T · 0,0025 m² · 62,8 1/s = 1,57 V
  1. U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
  2. ω = 2π · 10 Hz = 62,8 1/s, B = 0,05 T, A = 0,0025 m²
  3. U₀ = 200 · 0,05 T · 0,0025 m² · 62,8 1/s = 1,57 V
Ergebnis:
1,57 V

AchtungFrequenz statt Kreisfrequenz

So nicht
f = 50 Hz: U₀ = N · B · A · 50 1/s
So richtig
f = 50 Hz: ω = 2π · 50 Hz = 314 1/s → U₀ = N · B · A · 314 1/s

Rechne zuerst ω = 2π · f aus. Setz erst dann in die Formel ein.

ÜbenJetzt du

  1. ○19
    Die Spule eines kleinen Windrads mit N = 500 und A = 20 cm² dreht sich mit f = 5 Hz im Feld B = 200 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.
    NSN = 500A = 20 cm²B = 200 mTf = 5 HzU₀ = ?
    So fängst du an:
    U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
    Lösung zeigen
    1. U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
    2. ω = 2π · 5 Hz = 31,4 1/s, B = 0,2 T, A = 0,002 m²
    3. U₀ = 500 · 0,2 T · 0,002 m² · 31,4 1/s = 6,28 V
    Ergebnis:
    6,28 V
  2. ●20
    Eine Generatorspule mit N = 400 und A = 40 cm² dreht sich mit f = 50 Hz im Feld B = 300 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.
    NSN = 400A = 40 cm²B = 300 mTf = 50 HzU₀ = ?
    Lösung zeigen
    1. U₀ = N · B · A · ω mit ω = 2π · f
    2. ω = 2π · 50 Hz = 314 1/s, B = 0,3 T, A = 0,004 m²
    3. U₀ = 400 · 0,3 T · 0,004 m² · 314 1/s = 151 V
    Ergebnis:
    151 V
  3. ★21
    Die Spule eines kleinen Windrads mit N = 500 und A = 20 cm² dreht sich 1800-mal je Minute im Feld B = 150 mT. Berechne den Scheitelwert U₀.
    NSN = 500A = 20 cm²B = 150 mT1800 je MinuteU₀ = ?
    Lösung zeigen
    1. U₀ = N · B · A · ω, und ω = 2π · f mit f in Umdrehungen je Sekunde
    2. f = 1800 : 60 s = 30 Hz, ω = 188 1/s
    3. U₀ = 500 · 0,15 T · 0,002 m² · 188 1/s = 28,3 V
    Ergebnis:
    28,3 V

8Ich kann Einschaltvorgänge mathematisch beschreiben und die Induktivität aus Messdaten bestimmen.

MerkenEinschalten einer Spule

Beim Einschalten wächst der Strom nach I(t) = I_max · (1 − e^(−t : τ)) mit τ = L : R an.

Nach einer Zeitkonstante sind 63 % des Endwerts erreicht. Aus τ oder aus der Anfangssteigung folgt L.

BeispielEinschaltkurve einer Spule

Eine Spule mit L = 300 mH und dem Widerstand R = 5 Ω wird an 9 V geschaltet. Berechne die Zeitkonstante τ des Einschaltvorgangs.
SchalterL = 300 mH, R = 5 ΩU = 9 Vτ = ?
Schritt für Schritt
  1. τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
  2. Mit den Zahlen: 300 : 5 = 60
  3. τ = 300 mH : 5 Ω = 60 ms
  1. τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
  2. Mit den Zahlen: 300 : 5 = 60
  3. τ = 300 mH : 5 Ω = 60 ms
Ergebnis:
60 ms

AchtungEinheiten nicht angeglichen

So nicht
p = 200 N : 50 cm² = 4 Pa
So richtig
50 cm² = 0,005 m², p = 200 N : 0,005 m² = 40 000 Pa

Rechne zuerst alle Angaben in die Einheiten der Formel um.

ÜbenJetzt du

  1. ○22
    Eine Spule mit L = 100 mH und dem Widerstand R = 25 Ω wird an 9 V geschaltet. Berechne die Zeitkonstante τ des Einschaltvorgangs.
    SchalterL = 100 mH, R = 25 ΩU = 9 Vτ = ?
    So fängst du an:
    τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
    Lösung zeigen
    1. τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
    2. Mit den Zahlen: 100 : 25 = 4
    3. τ = 100 mH : 25 Ω = 4 ms
    Ergebnis:
    4 ms
  2. ●23
    Eine Spule mit L = 300 mH und dem Widerstand R = 50 Ω wird an 12 V geschaltet. Berechne die Zeitkonstante τ des Einschaltvorgangs.
    SchalterL = 300 mH, R = 50 ΩU = 12 Vτ = ?
    Lösung zeigen
    1. τ = L : R, und mH geteilt durch Ω ergibt ms
    2. Mit den Zahlen: 300 : 50 = 6
    3. τ = 300 mH : 50 Ω = 6 ms
    Ergebnis:
    6 ms
  3. ★24
    Eine Spule (L = 200 mH, R = 40 Ω) wird an 12 V geschaltet. Berechne die Stromstärke 10 ms nach dem Einschalten.
    5101520250,10,20,3t in msI in AI = ?
    Lösung zeigen
    1. I(t) = I_max · (1 − e^(−t : τ)) mit I_max = U : R und τ = L : R
    2. I_max = 12 V : 40 Ω = 0,3 A, τ = 200 mH : 40 Ω = 5 ms
    3. I = 0,3 A · (1 − e^(−10 : 5)) = 0,259 A
    Ergebnis:
    0,259 A

Vermischte Übungen

Alles durcheinander – wie in der Arbeit. Überleg bei jeder Aufgabe zuerst: Welches Ziel ist das?

Üben

  1. ●25
    Eine Leiterschleife mit A = 100 cm² steht senkrecht zu den Feldlinien eines homogenen Feldes mit B = 50 mT. Berechne den magnetischen Fluss Φ.
    ××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BA = 100 cm²B = 50 mTΦ = ?
    Lösung zeigen
    1. Φ = B · A bei senkrechter Fläche
    2. B = 0,05 T, A = 100 cm² = 0,01 m²
    3. Φ = 0,05 T · 0,01 m² = 0,5 mWb
    Ergebnis:
    0,5 mWb
  2. ●26
    Eine Leiterschleife liegt parallel zu den Feldlinien und wird darin verschoben. Das Feld hat 200 mT, die Schleife 50 cm². Wird eine Spannung induziert?
    ××××××××××××××××××××××××××××××××××××××××Feld BB = 200 mTA = 50 cm²U induziert?
    Lösung zeigen
    1. Induziert wird nur bei Änderung von Φ.
    2. Hier ändert sich der Fluss nicht.
    3. Also wird keine Spannung induziert.
    Ergebnis:
    Nein, denn keine Feldlinie geht durch die Fläche, der Fluss bleibt gleich, der Fluss ändert sich nicht.
  3. ●27
    Eine Spule mit N = 100 Windungen und A = 12 cm² steht senkrecht im Feld. B steigt in 40 ms gleichmäßig um 120 mT. Berechne den Betrag der Induktionsspannung.
    SchalterN = 100, A = 12 cm²ΔB = 120 mT in 40 ms|U_ind| = ?
    Lösung zeigen
    1. |U_ind| = N · A · ΔB : Δt, denn die Fläche bleibt gleich
    2. A = 0,0012 m², ΔB = 0,12 T, Δt = 0,04 s
    3. |U_ind| = 100 · 0,0012 m² · 0,12 T : 0,04 s = 360 mV
    Ergebnis:
    360 mV
  4. ●28
    Ein dünner Kupferring hängt an Fäden. Der Nordpol eines Stabmagneten wird schnell vom Ring weggezogen. Was macht der Ring? Begründe.
    SNentfernt sichdünner Kupferring?
    Lösung zeigen
    1. Eine Spannung wird induziert.
    2. Der Induktionsstrom hat ein Magnetfeld, das seine Ursache hemmt.
    3. Die Ursache ist das Entfernen: Der Ring wird mitgezogen.
    Ergebnis:
    Er folgt dem Magneten: Der Induktionsstrom hemmt das Entfernen.
  5. ●29
    Ein Fahrraddynamo lässt sich schwerer drehen, sobald die Leuchtdiode angeschlossen ist. Erkläre mit der Lenzschen Regel.
    Fahrraddynamomit LeuchtdiodeWarum schwerer?
    Lösung zeigen
    1. Erst mit Verbraucher ist der Kreis geschlossen, es fließt ein Induktionsstrom.
    2. Sein Magnetfeld hemmt nach Lenz die Drehung.
    3. Die Arbeit gegen diese Hemmung kommt als elektrische Energie im Verbraucher an.
    Ergebnis:
    Der Induktionsstrom hemmt die Drehung. Die Arbeit dagegen wird zur Energie im Verbraucher.
  6. ★30
    Eine Spule mit 250 Windungen dreht sich gleichmäßig im homogenen Feld mit 50 mT. In welcher Stellung ist die induzierte Spannung kurz nicht messbar?
    NSN = 250B = 50 mTU = 0: ?
    Lösung zeigen
    1. Es zählt die Änderung des Flusses.
    2. Φ ändert sich am schnellsten bei Φ = 0.
    3. In der Stellung mit dem größten Fluss ändert er sich kurz nicht: keine Spannung.
    Ergebnis:
    Fläche senkrecht zu den Feldlinien: Der Fluss ist am größten, ändert sich aber kurz nicht.

Auf einen Blick

MerkenDas Wichtigste

Magnetischer Fluss
Der Fluss Φ = B · A zählt, wie viel Feld senkrecht durch eine Fläche geht, in Wb = T · m².
Induktionsgesetz
Nicht der Fluss zählt, sondern wie schnell er sich ändert.
Vom Φ(t)-Diagramm zur Spannung
Die Induktionsspannung ist N mal die Steigung von Φ(t), mit umgekehrtem Vorzeichen.
Lenzsche Regel
Der Induktionsstrom ist so gerichtet, dass sein Magnetfeld seiner Ursache entgegenwirkt.
Selbstinduktion
Eine Spule induziert in sich selbst eine Spannung, wenn sich ihr Strom ändert.
Induktivität und Energie
Eine lange Spule hat L = µ₀ · µ_r · N² · A : l, gemessen in Henry (1 H = 1 V · s : A).
Sinusförmige Wechselspannung
Eine gleichmäßig gedrehte Spule im Feld liefert U(t) = U₀ · sin(ω · t).
Einschalten einer Spule
Beim Einschalten wächst der Strom nach I(t) = I_max · (1 − e^(−t : τ)) mit τ = L : R an.

Wörter

Differenz
was übrig bleibt, wenn man abzieht
Steigung
wie stark es nach oben geht, pro Schritt nach rechts

Lösungen

  1. 0,75 mWb
  2. 0,24 mWb
  3. 1,25 mWb
  4. 2 V
  5. 3,6 V
  6. 2 ms
  7. 5 V
  8. 3,33 V
  9. 8 V
  10. Er bleibt fast in Ruhe: Im offenen Ring kann kein Induktionsstrom fließen.
  11. Er folgt dem Magneten: Der Induktionsstrom hemmt das Entfernen.
  12. Ein Nordpol: Er zieht den Magneten an und hemmt das Entfernen.
  13. 16 V
  14. 8 V
  15. 0,06 ms
  16. 1,05 mH
  17. 0,804 mH
  18. 4 H
  19. 6,28 V
  20. 151 V
  21. 28,3 V
  22. 4 ms
  23. 6 ms
  24. 0,259 A
  25. 0,5 mWb
  26. Nein, denn keine Feldlinie geht durch die Fläche, der Fluss bleibt gleich, der Fluss ändert sich nicht.
  27. 360 mV
  28. Er folgt dem Magneten: Der Induktionsstrom hemmt das Entfernen.
  29. Der Induktionsstrom hemmt die Drehung. Die Arbeit dagegen wird zur Energie im Verbraucher.
  30. Fläche senkrecht zu den Feldlinien: Der Fluss ist am größten, ändert sich aber kurz nicht.