Ohne alles · Jahrgang 5 bis 8
Ein Satz, viele Bedeutungen
Ein Satz, viele Bedeutungen
Jahrgang 5 bis 8 · Deutsch · 45 Minuten
Das brauchst du: Tafel und Kreide.
Am Ende: Die Klasse hat gehört, wie Betonung die Bedeutung eines Satzes vollständig umdreht, und hat einen kurzen Text betont vorgetragen.
Aufrufen, ohne Namen zu kennen:
Nach dem Sitzplatz, nicht nach der Person: „Der Tisch am Fenster in der zweiten Reihe.“
Reihum von einer Ecke aus. Wer nichts sagen will, sagt „weiter“ – das darf jede Person einmal.
Wer spricht, gibt weiter: „Du bestimmst, wer als Nächstes dran ist.“ Zweimal dieselbe Person geht nicht.
0 bis 4 Minute – Ansage und der Satz
Du: Den Satz groß an die Tafel. Dann zweimal vorlesen, jedes Mal ein anderes Wort betont, und nichts dazu sagen.
Vorlesen: „Guten Morgen. Ich vertrete heute. Ich kenne eure Namen noch nicht und weiß auch nicht, wo ihr im Stoff steht. Deshalb machen wir etwas, das keiner von euch verpasst haben kann. Es ist trotzdem nicht einfach. An der Tafel steht ein Satz. Ich lese ihn euch zweimal vor. Sagt mir danach, was sich geändert hat.“
Tafel: Ich habe nicht gesagt, dass er das Geld genommen hat.
4 bis 10 Minute – Reihum, Wort für Wort
Du: Reihum liest je ein Kind den Satz und betont ein anderes Wort. Die Klasse sagt jedes Mal in einem Satz, was das nun bedeutet.
Vorlesen: „Jetzt seid ihr dran. Jeder liest den Satz und betont ein anderes Wort. Die anderen sagen mir, was er damit meint.“
10 bis 13 Minute – Was wir gerade gehört haben
Du: Den Ertrag anschreiben. Zwei Zeilen reichen, mehr wäre eine Regel, und Regeln gehören hier nicht hin.
Tafel: Acht Wörter, acht Bedeutungen.
Tafel: Betonung sagt, worauf es ankommt.
13 bis 16 Minute – Der Dialog an die Tafel
Du: Fünf Zeilen anschreiben. Schnell, sie sind kurz.
Tafel: A: Du warst da.
Tafel: B: War ich nicht.
Tafel: A: Ich habe dich gesehen.
Tafel: B: Dann hast du dich getäuscht.
Tafel: A: Zweimal?
16 bis 26 Minute – Üben in der Gruppe
Du: Dreiergruppen. Jede Gruppe zieht eine Stimmung und übt den Dialog darin. Die Stimmung bleibt geheim.
Vorlesen: „Zu dritt. Jede Gruppe bekommt eine Stimmung von mir und übt den Dialog darin. Verratet sie niemandem. Die Wörter bleiben, wie sie sind.“
– genervt
– ängstlich
– fröhlich
– gelangweilt
– wütend
– traurig
– spöttisch
– freundlich
26 bis 40 Minute – Vorspielen und raten
Du: Vier bis sechs Gruppen spielen. Die Klasse rät die Stimmung und muss sagen, woran sie es gehört hat. Der zweite Teil ist der wichtige.
Vorlesen: „Vier Gruppen spielen vor. Ihr ratet die Stimmung – und sagt dazu, an welcher Stelle ihr es gehört habt.“
40 bis 45 Minute – Abschluss
Du: Den Übertrag herstellen und schließen.
Vorlesen: „Dieselben Wörter, ganz verschiedene Bedeutungen. Wo im Alltag ist euch das schon einmal passiert, dass jemand euch falsch verstanden hat, obwohl die Wörter stimmten?“
Zu schnell fertig: Die Gruppen spielen denselben Dialog ein zweites Mal in einer anderen Stimmung, die die Klasse ihnen zuruft – ohne Übung, sofort. Das ist deutlich schwerer und wird meistens sehr komisch. Danach: Jede Gruppe schreibt zwei eigene Zeilen dazu, die zur Stimmung passen.
Macht nicht mit: Vorspielen vor der Klasse ist für manche Kinder eine echte Hürde, und Zwang macht es schlimmer. Deshalb gilt von Anfang an: Es spielen Gruppen, nicht Einzelne, und wer nicht sprechen will, liest die Regieanweisung vor oder gibt das Zeichen zum Anfangen. Ist die Klasse insgesamt nicht in Stimmung, bleibt es beim ersten Teil: Der Satz an der Tafel trägt allein zwanzig Minuten, wenn man die Bedeutungen mitschreiben lässt.
Beleg: Wiederholtes lautes Lesen verbessert Flüssigkeit und Verstehen: Samuels 1979 (The method of repeated readings). Lesetheater als Form dafür: Young & Rasinski 2009 (Implementing readers theatre as an approach to classroom fluency instruction, The Reading Teacher). Betonung als Anzeichen für verstandenen Sinn: Rasinski 2004.
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