Ohne alles · Jahrgang 5 bis 8
Zwei Runden gegen dich selbst
Zwei Runden gegen dich selbst
Jahrgang 5 bis 8 · Mathematik · 45 Minuten
Das brauchst du: Tafel und Kreide, Ein Blatt Papier je Kind.
Am Ende: Jedes Kind hat zwanzig Kopfrechenaufgaben zweimal gerechnet, dazwischen drei Rechentricks gelernt, und kennt seinen eigenen Unterschied.
Aufrufen, ohne Namen zu kennen:
Nach dem Sitzplatz, nicht nach der Person: „Der Tisch am Fenster in der zweiten Reihe.“
Reihum von einer Ecke aus. Wer nichts sagen will, sagt „weiter“ – das darf jede Person einmal.
Wer spricht, gibt weiter: „Du bestimmst, wer als Nächstes dran ist.“ Zweimal dieselbe Person geht nicht.
0 bis 3 Minute – Ansage und Spielregel
Du: Die Regel an die Tafel, bevor irgendjemand rechnet. Besonders die letzte Zeile – sie entscheidet, ob die Stunde trägt.
Vorlesen: „Guten Morgen. Ich vertrete heute. Ich kenne eure Namen noch nicht und weiß auch nicht, wo ihr im Stoff steht. Deshalb machen wir etwas, das keiner von euch verpasst haben kann. Es ist trotzdem nicht einfach. Wir rechnen zweimal zwanzig Aufgaben im Kopf. Dazwischen zeige ich euch drei Tricks. Ihr vergleicht euch mit niemandem hier im Raum, nur mit euch selbst vor einer Viertelstunde.“
Tafel: Zwei Runden mit je 20 Aufgaben
Tafel: Nur das Ergebnis aufschreiben
Tafel: Niemand sagt seine Zahl laut
3 bis 8 Minute – Runde 1
Du: Zwanzig Aufgaben vorlesen, etwa alle zwölf Sekunden eine. Nicht wiederholen. Nummer immer mitsagen.
Vorlesen: „Runde 1. Ich lese jede Aufgabe einmal vor. Schreibt nur das Ergebnis hin. Wer eine verpasst, lässt die Zeile frei und bleibt dran.“
– 1. 7 · 8
– 2. 60 − 24
– 3. 25 + 38
– 4. 72 : 8
– 5. 9 · 6
– 6. 100 − 47
– 7. 14 · 5
– 8. 81 : 9
– 9. 48 + 27
– 10. 12 · 12
– 11. 90 − 35
– 12. 6 · 7
– 13. 56 : 7
– 14. 39 + 46
– 15. 11 · 8
– 16. 200 − 85
– 17. 4 · 25
– 18. 96 : 4
– 19. 67 + 19
– 20. 15 · 4
8 bis 12 Minute – Selbst kontrollieren
Du: Die Lösungen vorlesen. Jede Person zählt selbst und schreibt die Zahl klein an den Rand. Nicht einsammeln, nicht abfragen.
Vorlesen: „Ich lese die Lösungen vor. Jeder zählt selbst und schreibt seine Zahl klein an den Rand. Niemand sagt sie laut, auch nicht dem Nachbarn.“
– 1. 56
– 2. 36
– 3. 63
– 4. 9
– 5. 54
– 6. 53
– 7. 70
– 8. 9
– 9. 75
– 10. 144
– 11. 55
– 12. 42
– 13. 8
– 14. 85
– 15. 88
– 16. 115
– 17. 100
– 18. 24
– 19. 86
– 20. 60
12 bis 22 Minute – Drei Tricks
Du: Jeden Trick anschreiben und an der Aufgabe zeigen, die eben vorkam. Danach je ein Kind denselben Trick an einer neuen Zahl vorführen lassen.
Vorlesen: „Drei Tricks. Jeder spart euch Zeit, und jeden davon habt ihr eben gebraucht, ohne es zu merken.“
Tafel: Verdoppeln und halbieren: 14 · 5 rechnest du als 7 · 10. Das Ergebnis bleibt gleich.
Tafel: Über den vollen Zehner: 67 + 19 rechnest du als 67 + 20 und dann eins zurück.
Tafel: Mal 9 über mal 10: 9 · 6 ist 10 · 6 weniger einmal 6.
22 bis 27 Minute – Runde 2
Du: Zwanzig neue Aufgaben derselben Machart, gleiches Tempo. Wichtig: dasselbe Tempo, sonst bedeutet der Vergleich nichts.
Vorlesen: „Runde 2. Gleiche Sorte Aufgaben, gleiches Tempo. Benutzt die Tricks, wo sie passen.“
– 1. 6 · 9
– 2. 70 − 26
– 3. 35 + 48
– 4. 64 : 8
– 5. 8 · 7
– 6. 100 − 38
– 7. 16 · 5
– 8. 63 : 9
– 9. 57 + 28
– 10. 12 · 11
– 11. 80 − 45
– 12. 7 · 7
– 13. 72 : 6
– 14. 44 + 38
– 15. 11 · 7
– 16. 300 − 90
– 17. 4 · 35
– 18. 84 : 4
– 19. 58 + 29
– 20. 15 · 6
27 bis 31 Minute – Selbst kontrollieren und vergleichen
Du: Lösungen vorlesen, jede Person zählt und vergleicht mit ihrer ersten Zahl. Nur nach der Richtung fragen, nie nach der Zahl.
Vorlesen: „Wieder selbst zählen. Und dann vergleicht ihr nur mit eurer eigenen ersten Zahl. Handzeichen: Wer ist besser geworden?“
– 1. 54
– 2. 44
– 3. 83
– 4. 8
– 5. 56
– 6. 62
– 7. 80
– 8. 7
– 9. 85
– 10. 132
– 11. 35
– 12. 49
– 13. 12
– 14. 82
– 15. 77
– 16. 210
– 17. 140
– 18. 21
– 19. 87
– 20. 90
31 bis 40 Minute – Wer einen Trick benutzt hat, zeigt ihn
Du: Drei Kinder rechnen je eine Aufgabe an der Tafel vor und sagen dazu, welchen Trick sie benutzt haben. Das Erklären ist hier der Lernschritt, nicht das Rechnen.
Vorlesen: „Drei von euch rechnen an der Tafel eine Aufgabe vor und sagen dazu, welchen Trick sie benutzt haben. Wer erklärt, behält es besser als wer zuhört.“
40 bis 45 Minute – Abschluss
Du: Einen Trick auswählen lassen und stehen lassen. Die Blätter bleiben bei den Kindern – hier wird nichts eingesammelt und nichts notiert.
Vorlesen: „Welcher der drei Tricks bleibt bei euch hängen? Den nehmt ihr mit. Eure Blätter behaltet ihr, ich schreibe mir nichts auf.“
Zu schnell fertig: Eine dritte Runde gibt es bewusst nicht – nach zwei Runden misst man Ermüdung, nicht Können. Stattdessen: Die Klasse baut selbst zwanzig Aufgaben für eine Runde 3, je vier pro Gruppe, mit Lösung daneben. Die Gruppen tauschen und prüfen die Lösungen der Nachbargruppe. Das Prüfen dauert länger als das Rechnen und ist der schwerere Teil.
Macht nicht mit: Der übliche Grund ist Angst vor der eigenen Zahl. Deshalb gilt die Regel „niemand sagt seine Zahl laut“ ohne Ausnahme, auch für die Lehrkraft, und es wird nichts eingesammelt. Wer trotzdem nicht mitschreibt, bekommt den Auftrag, an der Tafel die Lösungen mitzuschreiben – das ist eine Aufgabe und keine Strafe, und es bringt die Person zurück ins Geschehen. Wird das Tempo zum Problem, die zweite Runde mit fünfzehn statt zwanzig Aufgaben rechnen und das offen ansagen.
Beleg: Abruf schlägt Wiederholen: Roediger & Karpicke 2006 (Test-enhanced learning). Vergleich mit sich selbst statt mit anderen: Ames 1992 (Classrooms: goals, structures, and student motivation) – eine Zielstruktur, die auf Können statt auf Rang zielt, hält auch schwache Rechner im Spiel. Erklären festigt stärker als Zuhören: Chi und andere 1994 (Selbsterklärung).
Diese Seite speichert nichts. Der Spickzettel entsteht bei jedem Aufruf neu aus dem Ablauf der Stunde.