Binomialverteilung
Das lernst du
- Ich erkenne Bernoulli-Ketten (n, p) in Sachsituationen.
- Ich berechne P(X = k) mit der Bernoulli-Formel.
- Ich berechne kumulierte Wahrscheinlichkeiten P(X ≤ k) mit Tabelle oder Rechner.
- Ich nutze das Gegenereignis für „mindestens“ und „höchstens“.
- Ich berechne Erwartungswert und Standardabweichung.
- Ich bestimme n oder p aus Bedingungen (Dreimal-Mindestens-Aufgabe).
- Ich deute Histogramme der Binomialverteilung.
- Ich führe einfache Hypothesentests durch (Vertiefung).
- Ich bereite die Klausur vor.
Merksätze
n gleiche, unabhängige Versuche mit Trefferwahrscheinlichkeit p – nur „Treffer“ oder „Niete“.
P(X = k) = (n über k) · pᵏ · (1 − p)ⁿ⁻ᵏ. (n über k) zählt, auf wie viele Arten k Treffer verteilt sein können.
P(X ≤ k) = Summe von P(X = 0) bis P(X = k); Tabelle oder Rechner.
Mindestens einmal heißt: nicht kein einziges Mal.
Deshalb über das Gegenereignis: P(X ≥ 1) = 1 − P(X = 0) = 1 − (1 − p)ⁿ.
Im Mittel erwartet man μ = n · p Treffer; die Streuung darum ist σ = √(n · p · (1 − p)).
Beides folgt aus n und p allein.
1 − (1 − p)ⁿ ≥ 0,9 → nach n auflösen mit Logarithmus.
Bei p = 0,5 symmetrisch, sonst schief; das Maximum liegt nahe μ.
Der Ablehnungsbereich kommt exakt aus der Binomialverteilung unter p₀: rechts das kleinste k mit P(X ≥ k) ≤ α, links das größte k mit P(X ≤ k) ≤ α, zweiseitig α/2 je Seite.
Liegt das Ergebnis darin, wird die Nullhypothese abgelehnt.
Selbst abfragen
Tippen dreht um, Wischen blättert.Leertaste dreht um, Pfeiltasten blättern.
Eselsbrücken
- Bernoulli: „n über k, p hoch k, q hoch Rest“ – P(X = k) = (n k) pᵏ (1−p)ⁿ⁻ᵏ – Erwartungswert μ = n·p, Standardabweichung σ = √(n·p·q).
So geht es – ein Beispiel je Aufgabenart
8-mal wird zufällig eine Karte gezogen und zurückgelegt. Interessiert: Wie oft ist es ein Ass? Entscheide, ob eine Bernoulli-Kette vorliegt. Bestimme gegebenenfalls n und p.
- Bedingungen: nur zwei Ausgänge, immer dieselbe Wahrscheinlichkeit, Versuche unabhängig.
- Alle drei erfüllt – die Versuche sind unabhängig, p bleibt gleich.
- n = 8, p = 452
Ergebnis: ja: n = 8, p = 452
Ein Glücksrad zeigt mit der Wahrscheinlichkeit 0,1 „Treffer“. Es wird dreimal gedreht. Wie groß ist P(Niete, Niete, Treffer) in genau dieser Reihenfolge? Wie viele Pfade haben genau einen Treffer? Berechne P(X = 1).
- Pfadregel: 0,9 · 0,9 · 0,1 = 0,081
- Pfade mit genau einem Treffer: TNN, NTN, NNT – also 3.
- Alle drei haben dieselbe Wahrscheinlichkeit.
- P(X = 1) = 3 · 0,081 = 0,243
Ergebnis: 0,081; 3 Pfade; P(X = 1) = 0,243
Ein Multiple-Choice-Test hat 4 Fragen mit je Trefferwahrscheinlichkeit 0,2 beim Raten. Berechne die Wahrscheinlichkeit für genau 4 richtige.
- Bernoulli-Kette: n = 4, p = 0,2
- P(X = 4) = (4 über 4) · 0,24 · 0,80
- = 1 · 0,0016 · 1 ≈ 0,0016
Ergebnis: ≈ 0,2 %
X ist binomialverteilt mit n = 5 und p = 0,2. Berechne P(X ≤ 3).
- P(X ≤ 3) = P(X = 0) + … + P(X = 3)
- P(X = 0) = C(5;0) · 0,20 · 0,85 = 0,3277
- P(X = 1) = C(5;1) · 0,21 · 0,84 = 0,4096
- P(X = 2) = C(5;2) · 0,22 · 0,83 = 0,2048
- P(X = 3) = C(5;3) · 0,23 · 0,82 = 0,0512
- Summe ≈ 0,9933
Ergebnis: P(X ≤ 3) ≈ 0,9933 (99,3 %)
Typische Fehler – so sieht es falsch aus, so richtig
n = 5, p = 0,3: P(X = 2) = 0,3^2 · 0,7^3 = 0,031
n = 5, p = 0,3: P(X = 2) = (5 über 2) · 0,3^2 · 0,7^3 = 10 · 0,031 = 0,31
pᵏ · (1 − p)ⁿ⁻ᵏ ist nur ein Pfad – mit (n über k) multiplizieren.
P(mindestens 1 Treffer) = P(X = 1)
P(mindestens 1 Treffer) = 1 − P(X = 0)
„Mindestens 1“ = 1 − P(X = 0); „höchstens 2“ = P(X ≤ 2).
Wo brauchst du das?
Wie viele Ausschussteile? Wie oft Sechsen? Beruf: Qualitätskontrolle, Umfragen, Medizin.
Weiter lesen und ausprobieren – auf fremden Seiten
- Serlo: Erklärungen und Aufgaben zu „Wahrscheinlichkeit“ (CC BY-SA 4.0 – nur verlinkt)
- PhET-Simulation (University of Colorado Boulder): Galtonbrett: Zufall und Verteilung (CC BY-NC 4.0 – nur verlinkt)
- Statistisches Bundesamt: Echte Zahlen für Diagramme und Mittelwerte (Datenlizenz Deutschland 2.0 – nur verlinkt)
- Deutscher Wetterdienst, offene Daten: Wetterdaten je Station – für Mittelwert, Spannweite, Diagramm (GeoNutzV / Datenlizenz Deutschland – nur verlinkt)
- Berliner Prüfungsaufgaben (ISQ, MSA und Abitur): Aufgaben vergangener Jahre – MSA, eBBR, Abitur (für Schulen freigegeben – nur verlinkt)
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