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Physik · Jahrgang 11 · Basiswissen

Einführungsphase: Hypothese, Messung, Messunsicherheit

Das lernst du

  1. Ich kann systematische und zufällige Messabweichungen unterscheiden.
  2. Ich kann absolute und relative Abweichungen berechnen.
  3. Ich kann aus einer Messreihe Mittelwert und Standardabweichung bestimmen.
  4. Ich kann ein Ergebnis mit Unsicherheit angeben und mit einem Vergleichswert vergleichen.
  5. Ich kann Messreihen mit einer Ausgleichsgeraden auswerten und daraus Vorhersagen ableiten.
  6. Ich kann Messreihen linearisieren und Größen aus der Steigung bestimmen.
  7. Ich kann Messwerte mit Sensoren erfassen und ihre Grenzen prüfen.
  8. Ich bereite die Klausur vor.

Merksätze

Zwei Arten von Abweichung

Jede Messung weicht ab, auch eine sorgfältige.

Systematisch heißt: jeder Wert in dieselbe Richtung verschoben, Mitteln hilft nicht. Zufällig heißt: Streuung nach beiden Seiten, Mitteln hilft.

Absolut und relativ

Die absolute Abweichung ist der Unterschied zum Vergleichswert, mit Einheit.

Die relative Abweichung ist dieser Unterschied geteilt durch den Vergleichswert, meist in Prozent.

Mittelwert und Standardabweichung

Der Mittelwert ist die Summe durch die Anzahl.

Die Standardabweichung misst die Streuung: Abweichungen quadrieren, addieren, durch n − 1 teilen, Wurzel ziehen.

Wert und Unsicherheit

Ein Ergebnis hat Wert und Unsicherheit: (9,7 ± 0,3) m/s².

Der Wert endet an derselben Stelle wie die Unsicherheit. Verträglich ist es, wenn der Vergleichswert im Bereich liegt.

Ausgleichsgerade

Die Ausgleichsgerade fasst alle Messpunkte zusammen.

Ihre Steigung ist eine Messgröße, etwa der Widerstand im U-I-Diagramm. Vorhersagen kommen von der Geraden, nicht von einem einzelnen Punkt.

Linearisieren

Mit den richtigen Achsen wird aus einer Kurve eine Gerade.

Beim freien Fall trägt man s über t² auf, beim Pendel T² über l. Aus der Steigung folgt die gesuchte Größe.

Messen mit Sensoren

Ein Sensor misst in festen Abständen: Δt = 1 : f. Er hat Abweichungen wie jedes Messgerät.

Deshalb erst abgleichen und mit einer einfachen Messung vergleichen, dann der Anzeige trauen.

Selbst abfragen

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Einführungsphase: Hypothese, Messung, MessunsicherheitZwei Arten von AbweichungWas weißt du dazu? Erst selbst sagen, dann umdrehen.

Tippen dreht um, Wischen blättert.Leertaste dreht um, Pfeiltasten blättern.

So geht es – ein Beispiel je Aufgabenart

Systematisch oder zufällig?

Messreihe 3: Die Waage zeigt ohne Last schon 2 g an. Welche Art von Abweichung entsteht?

Vergleichswert55,35Beispiel in Einheit
  1. Systematisch: alle verschoben. Zufällig: beidseitig gestreut.
  2. Hier wirkt jedes Mal dieselbe Ursache in dieselbe Richtung.
  3. Also: eine systematische Messabweichung

Ergebnis: eine systematische Messabweichung

Was zeigt die Messreihe?

Gemessen wurde die Fallzeit aus 1,20 m Höhe in s: 0,43; 0,40; 0,39; 0,41; 0,37. Vergleichswert: 0,49 s. Was zeigt die Messreihe vor allem?

Vergleichswert0,370,49Messwerte in s
  1. Vergleiche jeden Wert mit 0,49 s: größer oder kleiner?
  2. Alle Werte liegen auf derselben Seite.
  3. Also: eine systematische Abweichung: Alle Werte liegen auf einer Seite.

Ergebnis: eine systematische Abweichung: Alle Werte liegen auf einer Seite.

Absolute Abweichung

Eine Gruppe misst für die Fallzeit aus 1,20 m Höhe 0,46 s. Der Vergleichswert ist 0,49 s. Bestimme die absolute Abweichung.

Vergleichswert0,460,49Messwert in s
  1. absolute Abweichung = größerer Wert minus kleinerer Wert
  2. 0,49 − 0,46 = 0,03
  3. Die absolute Abweichung beträgt 0,03 s.

Ergebnis: 0,03 s

Relative Abweichung

Gemessen: die Schallgeschwindigkeit in Luft bei 20 °C mit 322 m/s. Vergleichswert 343 m/s. Bestimme die relative Abweichung in Prozent.

Vergleichswert322343Messwert in m/s
  1. absolute Abweichung: |322 − 343| m/s = 21 m/s
  2. relative Abweichung = absolute Abweichung : Vergleichswert
  3. 21 : 343 ≈ 0,061 = 6,1 %

Ergebnis: 6,1 %

Typische Fehler – so sieht es falsch aus, so richtig

Abweichung als Irrtum
f = 10 cm, g = 30 cm → b = 10 cm  (Brennweite als Bildweite)
b = (f · g) : (g − f) = (10 · 30) : 20 = 15 cm

Jede Messung hat eine Unsicherheit. Sie ist kein Fehler, den man vermeiden müsste, sondern eine Angabe zum Ergebnis.

Zu viele Nachkommastellen
G = 4 cm, g = 20 cm, b = 60 cm → B = 4 · 20 : 60 = 1,3 cm
B = G · b : g = 4 · 60 : 20 = 12 cm  (das Bild ist größer)

Die Unsicherheit bestimmt, wie viele Stellen sinnvoll sind – nicht der Taschenrechner.

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