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Physik · Jahrgang 12 · Basiswissen

Physik Oberstufe: Mechanische und elektromagnetische Schwingungen

Das lernst du

  1. Ich kann eine Schwingung mit Amplitude, Periodendauer, Frequenz und Kreisfrequenz beschreiben.
  2. Ich kann die Periodendauer eines Federpendels berechnen und ihre Abhängigkeit von den Parametern begründen.
  3. Ich kann die Auslenkung einer harmonischen Schwingung mit y(t) = ŷ · sin(ω · t) berechnen.
  4. Ich kann Energieumwandlungen und Dämpfung bei Schwingungen beschreiben und berechnen.
  5. Ich kann erzwungene Schwingungen und Resonanz erklären.
  6. Ich kann elektromagnetische Schwingungen im Schwingkreis beschreiben und mit der Thomsonschen Gleichung berechnen.
  7. Ich kann das lineare Kraftgesetz als Bedingung prüfen und Geschwindigkeit und Beschleunigung durch Ableiten bestimmen.
  8. Ich kann erzwungene elektromagnetische Schwingungen, Phasenverschiebung und Rückkopplung erklären.

Merksätze

Kenngrößen einer Schwingung

Die Amplitude ŷ ist der größte Ausschlag, die Periodendauer T die Zeit einer Schwingung.

Es gilt f = 1 : T und ω = 2π · f. Bei einer harmonischen Schwingung hängt T nicht von der Amplitude ab.

Periodendauer des Federpendels

Für das Federpendel gilt T = 2π · √(m : D).

Viermal so schwer heißt doppelt so lange. Beim Fadenpendel gilt T = 2π · √(l : g), die Masse zählt dort nicht.

Zeitgesetz der Schwingung

Startet der Körper in der Ruhelage nach oben, gilt y(t) = ŷ · sin(ω · t).

Dabei ist ω = 2π : T, im Sinus steht ein Winkel im Bogenmaß.

Energie und Dämpfung

Ohne Reibung bleibt die Energie E = ½ · D · ŷ² gleich.

Im Umkehrpunkt ist sie Spannenergie, in der Ruhelage Bewegungsenergie. Dämpfung wandelt sie in innere Energie um, die Amplitude nimmt ab.

Erzwungene Schwingung und Resonanz

Ein Erreger zwingt dem Oszillator seine Frequenz auf.

Trifft die Erregerfrequenz die Eigenfrequenz, wird die Amplitude sehr groß: Resonanz. Dämpfung macht die Resonanzspitze niedriger und breiter.

Elektromagnetischer Schwingkreis

Im Schwingkreis pendelt die Energie zwischen elektrischem Feld und Magnetfeld.

Das eine sitzt im Kondensator, das andere in der Spule, die Eigenfrequenz ist f = 1 : (2π · √(L · C)).

Kraftgesetz und Ableitung

Harmonisch schwingt ein Körper genau dann, wenn F = −D · y gilt.

Aus y(t) = ŷ · sin(ω · t) folgt v(t) = ŷ · ω · cos(ω · t) und a(t) = −ω² · y(t), also ω = √(D : m).

Resonanz im Schwingkreis und Rückkopplung

Abgestimmt ist ein Schwingkreis, wenn seine Eigenfrequenz die Senderfrequenz trifft.

Die Rückkopplung führt im Takt Energie nach. Bei Resonanz hinkt der Oszillator dem Erreger um 90° nach.

Selbst abfragen

Karte 1 von 8 · Vorderseite
Physik Oberstufe: Mechanische und elektromagnetische SchwingungenKenngrößen einer SchwingungWas weißt du dazu? Erst selbst sagen, dann umdrehen.

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So geht es – ein Beispiel je Aufgabenart

Frequenz, Periodendauer und Kreisfrequenz

Ein Federpendel macht in 25 s genau 10 volle Schwingungen. Berechne die Frequenz.

Federpendel10 Schwingungenin 25 sf = ?
  1. f = Zahl der Schwingungen : Zeit
  2. f = 10 : 25 s
  3. f = 0,4 Hz

Ergebnis: 0,4 Hz

Amplitude und Periodendauer

Ein Federpendel (m = 100 g, D = 10 N/m) wird einmal 3 cm und einmal 8 cm weit ausgelenkt. Wie unterscheiden sich die Periodendauern? Begründe.

Ruhelagem = 100 gD = 10 N/mŷ: 3 cm oder 8 cmT gleich?
  1. T = 2π · √m : D enthält die Amplitude nicht.
  2. Größerer Ausschlag: größere Kraft, schnellerer Körper.
  3. Längerer Weg und größere Geschwindigkeit gleichen sich genau aus.

Ergebnis: Gar nicht: T hängt nicht von der Amplitude ab.

Periodendauer des Federpendels

Ein Körper mit m = 50 g hängt an einer Feder mit D = 5 N/m und schwingt. Berechne die Periodendauer.

Ruhelagem = 50 gD = 5 N/mT = ?
  1. T = 2π · √m : D
  2. m = 0,05 kg, m : D = 0,01 kg · m/N
  3. T = 2π · √0,01 s² = 0,628 s

Ergebnis: 0,628 s

Wovon hängt die Periodendauer ab?

Bei einem Fadenpendel mit 100 g wird die Fadenlänge verdoppelt, sonst bleibt alles gleich. Wie ändert sich die Periodendauer? Begründe mit der Formel.

m = 100 gFadenlänge: mal 2T neu?
  1. Fadenpendel: T = 2π · √l : g, ohne Masse.
  2. Die Fadenlänge wird verdoppelt.
  3. T wird √2-mal so groß, etwa 1,41-mal: T wächst mit √l.

Ergebnis: T wird √2-mal so groß, etwa 1,41-mal: T wächst mit √l.

Typische Fehler – so sieht es falsch aus, so richtig

Periodendauer hängt von der Amplitude ab
ŷ = 2 cm: T = 0,6 s; ŷ = 8 cm: T = 1,2 s
ŷ = 2 cm: T = 0,6 s; ŷ = 8 cm: T = 0,6 s

Bei einer harmonischen Schwingung hängt die Periodendauer nicht von der Amplitude ab. Weiter ausgelenkt heißt auch schneller.

Wurzelzusammenhang wie ein Verhältnis gerechnet
Masse mal 4: T = 4 · 0,5 s = 2 s
Masse mal 4: T = √4 · 0,5 s = 1 s

Die Größe steht unter der Wurzel. Viermal so groß heißt nur doppelt so lange, neunmal so groß dreimal so lange.

Resonanz als „schneller anregen heißt stärker“
f₀ = 0,5 Hz, angestoßen mit 1 Hz: schwingt am höchsten
f₀ = 0,5 Hz, angestoßen mit 0,5 Hz → Resonanz, schwingt am höchsten

Am stärksten schwingt ein Oszillator, wenn die Erregerfrequenz seine Eigenfrequenz trifft. Schneller anregen heißt nicht stärker.

Energie im Umkehrpunkt oder im leeren Kondensator verschwunden
Umkehrpunkt: v = 0 m/s, also keine Energie
Umkehrpunkt: E_Bewegung = 0 J, E_Spann = ½ · D · ŷ² → die ganze Energie

Die Energie wechselt nur die Form. Im Umkehrpunkt steckt sie ganz in der Spannenergie oder Lageenergie, in der Ruhelage ganz in der Bewegung.

Spitze bis Spitze als Amplitude
von oben bis unten 8 cm: ŷ = 8 cm
von oben bis unten 8 cm: ŷ = 8 cm : 2 = 4 cm

Die Amplitude misst man von der Mittellinie aus. Der Abstand von ganz oben nach ganz unten ist doppelt so groß.

Jede Rückstellkraft gilt als harmonisch
F wächst mit y: 2 cm und 1 N, 4 cm und 4 N, also harmonisch
F : y = 0,5 N/cm und 1 N/cm → nicht proportional, nicht harmonisch

Harmonisch schwingt ein Körper nur, wenn die Rückstellkraft proportional zur Auslenkung ist: F = −D · y.

Frequenz statt Kreisfrequenz
f = 50 Hz: U₀ = N · B · A · 50 1/s
f = 50 Hz: ω = 2π · 50 Hz = 314 1/s → U₀ = N · B · A · 314 1/s

In den Formeln für Schwingungen steht die Kreisfrequenz ω = 2π · f, nicht die Frequenz f.

Taschenrechner im Gradmaß
sin(0,628) im Gradmaß = 0,011
sin(0,628) im Bogenmaß = 0,588

ω · t ist ein Winkel im Bogenmaß. Stell den Rechner auf Bogenmaß, sonst rechnet er mit Grad.

Schweres Pendel schwingt schneller
doppelt so schwere Kugel: T = 2 s : 2 = 1 s
doppelt so schwere Kugel, gleiche Länge: T = 2 s wie vorher

Die Masse der Kugel ändert die Schwingungsdauer nicht. Beim Fadenpendel zählt nur die Länge des Fadens.

Pendeldauer wie die Länge vervielfacht
viermal so lang: T = 4 · 1 s = 4 s
viermal so lang: T = 2 · 1 s = 2 s

Die Dauer wächst langsamer als die Länge. Viermal so lang heißt nur doppelt so lange, neunmal so lang heißt dreimal so lange.

Halbe Schwingung als ganze genommen
Berg bis Tal = 20 cm, also λ = 20 cm
Berg bis Tal ist eine halbe Welle: λ = 2 · 20 cm = 40 cm

Eine ganze Schwingung geht einmal hoch und einmal runter, bis alles wieder von vorn beginnt. Die Wellenlänge reicht von Berg zu Berg.

Strom wird verbraucht
Vor der Lampe 0,3 A, hinter der Lampe 0,1 A – die Lampe hat Strom verbraucht.
vor der Lampe 0,3 A → hinter der Lampe 0,3 A (die Lampe nimmt Energie, nicht Strom)

Der Strom wird nicht verbraucht. Was hineinfließt, fließt auch wieder heraus. Die Lampe nimmt Energie, nicht Strom.

Energie wird erzeugt
Generator: 500 J hinein, 600 J heraus
500 J hinein = 400 J elektrisch + 100 J Wärme

Energie entsteht nicht und verschwindet nicht. Ein Wandler macht aus einer Energieart eine andere, ein Teil wird Wärme.

Einheiten nicht angeglichen
p = 200 N : 50 cm² = 4 Pa
50 cm² = 0,005 m², p = 200 N : 0,005 m² = 40 000 Pa

Die Angaben passen noch nicht zusammen. Rechne zuerst in die Einheiten der Formel um, dann setz ein.

Einheit vergessen
ρ = 54 : 20 = 2,7
ρ = 54 g : 20 cm³ = 2,7 g/cm³

Deine Zahl stimmt – aber eine Größe ist Zahl und Einheit. Schreib die Einheit dazu.

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