Zum Inhalt springen
Anmelden
Physik · Jahrgang 7, 8 · Basiswissen

Physik 7/8: Temperatur, Wärme und Ausdehnung

Das lernst du

  1. Ich kann Temperaturen in Grad Celsius und Kelvin angeben und Temperaturunterschiede berechnen.
  2. Ich kann die Längenausdehnung beim Erwärmen berechnen.
  3. Ich kann Wärme und Temperatur unterscheiden und sagen, wohin die Wärme fließt.
  4. Ich kann die Wärme mit Q = c · m · ΔT berechnen.
  5. Ich kann aus der Wärme die Erwärmung oder die Masse berechnen.
  6. Ich kann Wärmeleitung, Wärmeströmung und Wärmestrahlung unterscheiden und Dämmung begründen.
  7. Ich kann Temperatur-Zeit-Diagramme beim Schmelzen und Sieden deuten.

Merksätze

Celsius und Kelvin

Die Kelvin-Skala beginnt am absoluten Nullpunkt.

Er liegt bei −273 °C, also gilt: Kelvin = Grad Celsius + 273. Ein Unterschied von 1 °C ist genau 1 K.

Wärmeausdehnung

Wird ein Stab wärmer, wird er länger.

Es gilt Δl = α · l₀ · ΔT, und α ist die Verlängerung je Meter und Kelvin. Deshalb haben Brücken Dehnungsfugen.

Wärme ist nicht Temperatur

Die Temperatur sagt, wie warm ein Körper ist.

Wärme ist Energie, die vom wärmeren zum kälteren Körper fließt – Kälte fließt nicht. Mehr Masse braucht mehr Wärme.

Wärme berechnen

Die Wärme hängt vom Stoff, der Masse und der Erwärmung ab.

Es gilt Q = c · m · ΔT, die Masse in kg und die Erwärmung in K. Wasser braucht 4,2 kJ je Kilogramm und Kelvin.

Q = c · m · ΔT umstellen

Die Formel ist eine Gleichung: ΔT = Q : (c · m) und m = Q : (c · ΔT).

Q und c müssen beide in kJ oder beide in J stehen.

Drei Wege der Wärme

Wärme fließt durch Leitung, Strömung oder Strahlung.

Bei der Strömung wandert der warme Stoff mit, Strahlung braucht keinen Stoff. Dämmung bremst den Fluss.

Schmelzen und Sieden

Beim Schmelzen und Sieden bleibt die Temperatur gleich.

Die zugeführte Energie löst die Teilchen voneinander. Im Diagramm ist das ein waagerechtes Stück.

Selbst abfragen

Karte 1 von 7 · Vorderseite
Physik 7/8: Temperatur, Wärme und AusdehnungCelsius und KelvinWas weißt du dazu? Erst selbst sagen, dann umdrehen.

Tippen dreht um, Wischen blättert.Leertaste dreht um, Pfeiltasten blättern.

So geht es – ein Beispiel je Aufgabenart

Celsius und Kelvin

Die Luft im Klassenraum hat 18 °C. Gib die Temperatur in Kelvin an.

0 °C273 Kϑ = 18 °CT = ?°CK
  1. Zahl in K = Zahl in °C + 273
  2. 18 + 273 = 291
  3. T = 291 K

Ergebnis: 291 K

Temperaturunterschied in Kelvin

Wasser im Wasserkocher wird von 15 °C auf 95 °C erwärmt. Um wie viel Kelvin steigt die Temperatur? Berechne mit Einheit.

0 °C273 Kvorher 15 °Cnachher 95 °CΔT = ?°CK
  1. ΔT = Endtemperatur − Anfangstemperatur
  2. 95 − 15 = 80
  3. ΔT = 80 K

Ergebnis: 80 K

Längenausdehnung

Eine Stahlschiene ist 15 m lang und wird um 60 K wärmer (α = 0,012 mm/(m·K)). Um wie viele Millimeter wird sie länger? Berechne mit Einheit.

vorherl₀ = 15 m60 K wärmerΔl = ?
  1. Δl = α · l₀ · ΔT
  2. α · l₀ = 0,012 mm/(m·K) · 15 m = 0,18 mm/K
  3. Δl = 0,18 mm/K · 60 K = 10,8 mm

Ergebnis: 10,8 mm

Länge und Erwärmung bei der Ausdehnung

Ein Kupferrohr ist bei 20 °C genau 1 m lang (α = 0,017 mm/(m·K)). Wie viele Millimeter ist es bei 80 °C lang? Berechne mit Einheit.

vorher: 20 °Cl₀ = 1 m bei 20 °Cnachher: 80 °C, l = ?Δl
  1. l = l₀ + Δl
  2. Δl = 0,017 mm/(m·K) · 1 m · 60 K = 1,02 mm
  3. l₀ = 1 m = 1000 mm
  4. l = 1000 mm + 1,02 mm = 1001,02 mm

Ergebnis: 1001,02 mm

Typische Fehler – so sieht es falsch aus, so richtig

Kelvin und Grad Celsius verwechselt
20 °C = 20 K
20 °C = (20 + 273) K = 293 K

Bei einer Temperatur unterscheiden sich die Zahlen um 273. Zahl in Kelvin = Zahl in Grad Celsius + 273.

273 zu einem Temperaturunterschied addiert
von 20 °C auf 50 °C: ΔT = 30 + 273 = 303 K
von 20 °C auf 50 °C: ΔT = 30 K

Für einen Unterschied kommt keine 273 dazu. Ein Unterschied von 1 °C ist genau 1 K.

Wärme und Temperatur gleichgesetzt
0,2 kg und 2 kg Wasser, beide um 20 K erwärmt: gleich viel Wärme
Q = 4,2 kJ/(kg·K) · 2 kg · 20 K = 168 kJ, bei 0,2 kg nur 16,8 kJ

Die Temperatur sagt, wie warm etwas ist. Die Wärme hängt auch davon ab, wie viel Stoff warm wird.

Kälte fließt
Das Eis gibt Kälte an die Limonade ab.
Limonade 20 °C → Eis 0 °C: Die Energie fließt von der Limonade zum Eis.

Kälte ist nichts, was fließt. Energie fließt immer vom wärmeren zum kälteren Körper.

Masse in Gramm statt Kilogramm
Q = 4,2 kJ/(kg·K) · 500 g · 10 K = 21.000 kJ
500 g = 0,5 kg, Q = 4,2 kJ/(kg·K) · 0,5 kg · 10 K = 21 kJ

Die Wärmekapazität gilt je Kilogramm. Rechne die Masse zuerst in Kilogramm um: 1000 g sind 1 kg.

Kilojoule und Joule verwechselt
Q = 4200 J/(kg·K) · 2 kg · 10 K = 84.000 kJ
Q = 84.000 J = 84 kJ

Kilo heißt tausend: 1 kJ sind 1000 J. Schau, ob c in J oder in kJ angegeben ist, und schreib die passende Einheit.

Wärmekapazität des falschen Stoffs
Eisen erwärmen: Q = 4,2 kJ/(kg·K) · 1 kg · 10 K
Eisen erwärmen: Q = 0,45 kJ/(kg·K) · 1 kg · 10 K = 4,5 kJ

Jeder Stoff hat sein eigenes c. Nimm das c des Stoffs, der warm wird, und lass es nicht weg.

Differenz vergessen
v = 60 m : 8 s (ab null gerechnet)
v = (60 m − 20 m) : (8 s − 4 s) = 10 m/s

Für die Steigung zählen die Änderungen: um wie viel der Weg in der Zeitspanne zunimmt. Rechne Endwert minus Anfangswert.

Formel falsch umgestellt
V = ρ · m
ρ = m : V   | · V   | : ρ   →   V = m : ρ

Stell die Formel wie eine Gleichung um: Auf beiden Seiten dasselbe tun, bis die gesuchte Größe allein steht.

Einheit vergessen
ρ = 54 : 20 = 2,7
ρ = 54 g : 20 cm³ = 2,7 g/cm³

Deine Zahl stimmt – aber eine Größe ist Zahl und Einheit. Schreib die Einheit dazu.

Wärmetransport verwechselt
Die Sonne wärmt uns durch Wärmeleitung über die Luft.
Sonne → Erde durch fast leeren Raum: Wärmestrahlung

Leitung geht von Teilchen zu Teilchen, bei der Strömung wandert der warme Stoff selbst, Strahlung braucht gar keinen Stoff.

Dämmung als Wärme- oder Kältequelle
Die Jacke wärmt dich.
Körper 37 °C → Jacke → draußen 0 °C: Die Energie kommt vom Körper, die Jacke bremst nur den Fluss.

Eine Dämmung erzeugt weder Wärme noch Kälte. Sie bremst nur den Fluss der Energie vom Wärmeren zum Kälteren.

Waagerechtes Stück beim Schmelzen und Sieden falsch gedeutet
Beim Sieden steigt die Temperatur weiter, das Thermometer ist nur zu langsam.
Beim Sieden bleibt ϑ = 100 °C, die Energie trennt die Teilchen voneinander.

Beim Schmelzen und Sieden fließt weiter Energie zu, aber die Temperatur bleibt. Die Energie löst die Teilchen voneinander.

Teilchen mit den Eigenschaften des Stoffs
Beim Schmelzen werden die Teilchen weich.
fest → flüssig: Die Teilchen verlassen ihre festen Plätze. Die Teilchen selbst bleiben gleich.

Die Teilchen selbst ändern sich nie. Sie werden nicht weich, nicht größer und nicht nass – es ändern sich nur Abstand und Ordnung.

Weiter lesen und ausprobieren – auf fremden Seiten

Zum Ausdrucken: Drucken-Befehl des Browsers – die Seite ist dafür gebaut. Üben geht am Handy über den Code deiner Klasse, nicht hier.