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Physik · Jahrgang 11 · Basiswissen

Physik Einführungsphase: Wurfbewegungen

Das lernst du

  1. Ich kann gleichmäßig beschleunigte Bewegungen mit Anfangsort und Anfangsgeschwindigkeit berechnen.
  2. Ich kann beim senkrechten Wurf Steigzeit und Steighöhe berechnen.
  3. Ich kann beim waagerechten Wurf Fallzeit, Wurfweite und Bahnkurve bestimmen.
  4. Ich kann zwei Bewegungen zu einer Bewegung überlagern und eine Geschwindigkeit in Komponenten zerlegen.
  5. Ich kann beim schiefen Wurf Wurfweite und Scheitelhöhe berechnen.
  6. Ich kann die Kräfte beim Wurf benennen, den Luftwiderstand beschreiben und Sensordaten auswerten.

Merksätze

Bewegung mit Anfangsbedingungen

Mit Anfangsort s₀ und Anfangsgeschwindigkeit v₀ gilt s = s₀ + v₀ · t + ½ · a · t².

Dazu kommt v = v₀ + a · t, beim Bremsen ist a negativ. Bis zum Stillstand ist der Bremsweg v² : (2 · a).

Senkrechter Wurf

Der senkrechte Wurf startet mit v₀ und wird ständig mit g nach unten beschleunigt.

Steigzeit t = v₀ : g, Steighöhe h = v₀² : (2 · g). Ohne Luft dauert das Fallen so lang wie das Steigen.

Waagerechter Wurf

Waagerecht bewegt sich der Körper gleichförmig mit v₀, senkrecht fällt er frei.

Die Fallzeit t = √(2 · h : g) hängt nur von der Höhe ab. Die Bahn ist die Parabel y = g : (2 · v₀²) · x².

Überlagerung und Komponenten

Bewegungen in verschiedene Richtungen laufen unabhängig ab und überlagern sich.

Geschwindigkeiten addiert man als Pfeile: im rechten Winkel mit dem Satz des Pythagoras. Komponenten: v_x = v · cos α, v_y = v · sin α.

Schiefer Wurf

Der schiefe Wurf ist waagerecht gleichförmig und senkrecht ein Wurf nach oben.

Mit v_y = v₀ · sin α ist die Scheitelhöhe h = v_y² : (2 · g). Auf gleicher Höhe ist die Wurfweite w = v₀² · sin(2 · α) : g.

Kräfte, Luft und Messwerte

Nach dem Abwurf wirkt ohne Luft nur die Gewichtskraft, eine Wurfkraft gibt es nicht.

Mit Luftwiderstand wird die Bahn kürzer und unsymmetrisch. Aus Ortsmesswerten erhält man v = Δs : Δt und a = Δv : Δt.

Selbst abfragen

Karte 1 von 6 · Vorderseite
Physik Einführungsphase: WurfbewegungenBewegung mit AnfangsbedingungenWas weißt du dazu? Erst selbst sagen, dann umdrehen.

Tippen dreht um, Wischen blättert.Leertaste dreht um, Pfeiltasten blättern.

So geht es – ein Beispiel je Aufgabenart

Bewegung mit Anfangsbedingungen

Ein Lastwagen fährt mit v₀ = 2 m/s und beschleunigt dann 8 s lang gleichmäßig mit a = 0,5 m/s². Welchen Weg legt das Fahrzeug in dieser Zeit zurück?

v₀ = 2 m/sa = 0,5 m/s²t = 8 s, s = ?
  1. Weg mit Anfangsgeschwindigkeit: s = v₀ · t + ½ · a · t²
  2. s = 2 m/s · 8 s + ½ · 0,5 m/s² · (8 s)²
  3. s = 16 m + 16 m = 32 m

Ergebnis: 32 m

Bremsweg und Anhalteweg

Ein Elektroroller fährt mit 10 m/s. Das Fahrzeug bremst gleichmäßig mit 4 m/s² bis zum Stillstand. Wie lang ist der Bremsweg? Berechne mit Einheit.

v₀ = 10 m/sa = −4 m/s²Bremsweg = ?
  1. Bis zum Stillstand gilt s = v² : (2 · a).
  2. s = (10 m/s)² : (2 · 4 m/s²)
  3. s = 100 m²/s² : 8 m/s² = 12,5 m

Ergebnis: 12,5 m

Senkrechter Wurf: Steigzeit

Ein Ball wird mit v₀ = 5 m/s senkrecht nach oben geworfen. Nach welcher Zeit erreicht er den höchsten Punkt? Rechne mit g = 9,81 m/s².

v₀ = 5 m/st_S = ?höchster Punkt
  1. Oben ist v = 0 m/s, also t_S = v₀ : g.
  2. t_S = 5 m/s : 9,81 m/s²
  3. t_S ≈ 0,51 s

Ergebnis: 0,51 s

Senkrechter Wurf: Steighöhe

Ein Ball wird mit v₀ = 4 m/s senkrecht nach oben geworfen. Wie hoch steigt er über die Abwurfstelle? Rechne mit g = 9,81 m/s².

v₀ = 4 m/sh = ?höchster Punkt
  1. Steighöhe: h = v₀² : (2 · g)
  2. h = (4 m/s)² : (2 · 9,81 m/s²) = 16 m²/s² : 19,62 m/s²
  3. h ≈ 0,815 m

Ergebnis: 0,815 m

Typische Fehler – so sieht es falsch aus, so richtig

Anfangswerte vergessen
s₀ = 20 m, v₀ = 4 m/s, a = 1 m/s², t = 2 s: s = ½ · 1 m/s² · (2 s)² = 2 m
s = 20 m + 4 m/s · 2 s + ½ · 1 m/s² · (2 s)² = 30 m

Der Körper startet nicht im Stand am Nullpunkt. Anfangsort s₀ und Anfangsgeschwindigkeit v₀ gehören mit in das Gesetz.

Vorzeichen der Beschleunigung vergessen
Bremsen mit 3 m/s²: s = 18 m/s · 2 s + ½ · 3 m/s² · (2 s)² = 42 m
a = −3 m/s²: s = 36 m − 6 m = 30 m

Beim Bremsen zeigt die Beschleunigung gegen die Bewegung. Setz sie mit Minuszeichen ein: Das Fahrzeug kommt weniger weit.

Fallzeit hänge von der waagerechten Geschwindigkeit ab
doppelt so schnell waagerecht geworfen → doppelt so lange in der Luft
Fallzeit t = √(2 · h : g) → hängt nur von der Höhe ab

Die Fallzeit hängt nur von der Höhe ab. Waagerechte und senkrechte Bewegung laufen unabhängig voneinander.

Bewegungen nicht überlagert
Das Paket aus dem Flugzeug fällt senkrecht herunter.
Paket: waagerecht v des Flugzeugs + senkrecht freier Fall → bleibt unter dem Flugzeug

Beide Bewegungen bleiben erhalten und überlagern sich. Die waagerechte geht beim Fallen nicht verloren, die senkrechte kommt dazu.

Geschwindigkeiten als Zahlen addiert
3 m/s quer und 4 m/s längs: v = 3 m/s + 4 m/s = 7 m/s
im rechten Winkel: v = √((3 m/s)² + (4 m/s)²) = 5 m/s

Geschwindigkeiten sind Pfeile. Im rechten Winkel zueinander addiert man sie mit dem Satz des Pythagoras, nicht als Zahlen.

Sinus und Kosinus vertauscht
v₀ = 10 m/s, α = 30°: v_x = 10 m/s · sin 30° = 5 m/s
v_x = v₀ · cos α = 8,66 m/s, v_y = v₀ · sin α = 5 m/s

Die Seite am Winkel ist die Ankathete, dazu gehört der Kosinus. Die Seite gegenüber gehört zum Sinus.

Doppelten Winkel vergessen
w = v₀² · sin α : g
w = v₀² · sin(2 · α) : g, größte Weite bei 45°

In der Wurfweite steht sin(2 · α). Er kommt aus 2 · sin α · cos α, also aus Flugzeit mal waagerechter Geschwindigkeit.

Ganze Geschwindigkeit statt Komponente
Scheitelhöhe h = v₀² : (2 · g) beim schiefen Wurf
h = (v₀ · sin α)² : (2 · g), nur die senkrechte Komponente zählt

Für die Höhe zählt nur die senkrechte Komponente, für die Weite nur die waagerechte. Zerlege v₀ zuerst.

Im höchsten Punkt stehe alles still
im höchsten Punkt: v = 0 m/s und a = 0 m/s²
im höchsten Punkt: v_y = 0 m/s, v_x bleibt, a = g nach unten

Im höchsten Punkt ist nur die senkrechte Geschwindigkeit verschwunden. Die waagerechte bleibt, und die Erde zieht dort genauso wie überall.

Bahn mit Luftwiderstand symmetrisch gedacht
mit Luft: dieselbe Parabel, nur kleiner
mit Luft: Weite und Höhe kleiner, Abstieg steiler → Bahn unsymmetrisch

Die Luft bremst den ganzen Flug über. Beim Fallen ist der Ball langsamer als beim Steigen, deshalb wird die Bahn unsymmetrisch.

Luftwiderstand übersehen
Federball nach langem Fall: a = 9,81 m/s²
Luftreibung = Gewichtskraft → a = 0 m/s², gleich schnell

Mit Luft wirkt eine zweite Kraft, die mit der Geschwindigkeit wächst. Dann ist die Beschleunigung nicht mehr g.

Falsche Zeitspanne beim Differenzenquotienten
v₁ und v₂ aus Abschnitten von 0,5 s: a = (v₂ − v₁) : 1 s
Mitten der Abschnitte liegen 0,5 s auseinander: a = (v₂ − v₁) : 0,5 s

Eine mittlere Geschwindigkeit gehört zur Mitte ihres Abschnitts. Zwischen zwei Mitten liegt genau ein Zeitschritt Δt.

Die Wurfkraft steckt im Körper
Im höchsten Punkt wirkt noch die Wurfkraft nach oben.
nach dem Loslassen → nur F = Gewichtskraft nach unten (ohne Luftwiderstand)

Die Hand schiebt nur, solange sie den Ball berührt. Danach zieht nur noch die Erde am Ball – nach unten, auf dem ganzen Weg.

Schwere Körper fallen schneller
Die schwere Kugel kommt zuerst unten an.
1 kg und 5 kg im Vakuum → gleiche Fallzeit

Die schwere Kugel wird stärker gezogen, ist aber auch schwerer in Bewegung zu bringen. Ohne Luft fallen alle Körper gleich schnell.

Differenz vergessen
v = 60 m : 8 s (ab null gerechnet)
v = (60 m − 20 m) : (8 s − 4 s) = 10 m/s

Für die Steigung zählen die Änderungen: um wie viel der Weg in der Zeitspanne zunimmt. Rechne Endwert minus Anfangswert.

Den Faktor ½ vergessen
m = 2 kg, v = 3 m/s: E = 2 kg · (3 m/s)² = 18 J
E = ½ · 2 kg · (3 m/s)² = 9 J

In der Formel für die Bewegungsenergie steht ein halb: E = ½ · m · v². Du musst am Ende die Hälfte nehmen.

Das Quadrat vergessen
m = 2 kg, v = 3 m/s: E = ½ · 2 kg · 3 m/s = 3 J
E = ½ · 2 kg · (3 m/s)² = ½ · 2 kg · 9 m²/s² = 9 J

Die Geschwindigkeit steht im Quadrat: v² heißt v mal v. Rechne v² zuerst aus, dann hast du den Rest schnell.

Die Wurzel vergessen
v² = 2 · 10 N/kg · 5 m = 100, also v = 100 m/s
v² = 100 m²/s², also v = √(100 m²/s²) = 10 m/s

Du hast v² ausgerechnet, nicht v. Zieh am Ende noch die Wurzel.

Zwischenergebnis als Antwort
Gesamtwiderstand gesucht, Antwort: I = 0,5 A
erst I = 0,5 A, dann weiter bis zur gesuchten Größe

Das ist ein richtiger Zwischenschritt. Lies noch einmal, was gesucht ist, und rechne weiter.

Formel falsch umgestellt
V = ρ · m
ρ = m : V   | · V   | : ρ   →   V = m : ρ

Stell die Formel wie eine Gleichung um: Auf beiden Seiten dasselbe tun, bis die gesuchte Größe allein steht.

Größen verwechselt
Masse = 50 N
Masse m = 5 kg, Gewichtskraft F = 50 N

Hier sind zwei Größen vertauscht. Schreib zuerst auf: Gegeben ist …, gesucht ist … – mit Formelzeichen.

Einheiten nicht angeglichen
p = 200 N : 50 cm² = 4 Pa
50 cm² = 0,005 m², p = 200 N : 0,005 m² = 40 000 Pa

Die Angaben passen noch nicht zusammen. Rechne zuerst in die Einheiten der Formel um, dann setz ein.

Einheit vergessen
ρ = 54 : 20 = 2,7
ρ = 54 g : 20 cm³ = 2,7 g/cm³

Deine Zahl stimmt – aber eine Größe ist Zahl und Einheit. Schreib die Einheit dazu.

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