Lyrik
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- Klasse:
- Datum:
- 04.11.2026
Mein Ziel: Ich kann ein Gedicht vortragen.
Erst entscheiden, dann vergleichen. Wo du falsch lagst: die Probe noch einmal machen und den Satz richtig abschreiben.
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe.
Merken
Gedichtvortrag: Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende. Beim Zeilensprung liest du weiter. Tempo und Lautstärke folgen der Stimmung.
Beispiel: Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //
Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
Eintönig kommt heraus in Stille matt.
Wo machst du im ersten Vers eine deutliche Pause?
- Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
- Nach Nacht steht ein Punkt mitten im Vers. Dort endet der Satz.
- Also: nach „Nacht“, beim Punkt
Ergebnis: nach „Nacht“, beim Punkt
Mit Starthilfe
Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.
- ○Pausenhof:
Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
Schritte und Rufe und Echo und Hall.
Wie trägst du den letzten Vers vor? Starthilfe: Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
☐ immer leiser und langsamer ☐ mit langen Pausen nach jedem Wort ☐ schneller und lauter werdendSo fängst du an: Probe: Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz?
- ○Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
Die letzten Häuser in das Land verirrn.
Wie viele betonte Silben hat „Auf einem Häuserblocke sitzt er breit“? Starthilfe: Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
☐ fünf ☐ vier ☐ sechsSo fängst du an: Probe: Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende.
Üben
Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.
- ●Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
und hinter tausend Stäben keine Welt. //
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
in der betäubt ein großer Wille steht.
Wo machst du nach „der Stäbe“ im ersten Vers eine Pause?
☐ keine, der Satz läuft weiter bis „hält“ ☐ eine lange, weil der Vers endet ☐ eine kurze, weil ein Reim kommt - ●Montag:
Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
da hör ich schon sein Hohngelächter. //
Denn fünf Minuten sind vergangen, /
ich liege wach und bin zu spät. /
Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
so hat mein Montag angefangen.
Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.
Welches Reimschema hat die erste Strophe?
☐ Kreuzreim ☐ umarmender Reim ☐ Paarreim - ●Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
Wo machst du in der Strophe die erste lange Pause?
☐ nach „Hut“, beim Komma ☐ nach „entzwei“, am Versende ☐ nach „Geschrei“, beim Punkt - ●Heidenröslein (erste Strophe) – Johann Wolfgang von Goethe:
Sah ein Knab ein Röslein stehn, /
Röslein auf der Heiden, /
War so jung und morgenschön, /
Lief er schnell, es nah zu sehn, /
Sah's mit vielen Freuden. /
Röslein, Röslein, Röslein rot, /
Röslein auf der Heiden.
Welches Metrum hat der erste Vers?
☐ Trochäus ☐ Jambus ☐ Daktylus - ●Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
Es war, als hätt der Himmel /
Die Erde still geküsst, /
Dass sie im Blütenschimmer /
Von ihm nun träumen müsst. //
Die Luft ging durch die Felder, /
Die Ähren wogten sacht, /
Es rauschten leis die Wälder, /
So sternklar war die Nacht. //
Und meine Seele spannte /
Weit ihre Flügel aus, /
Flog durch die stillen Lande, /
Als flöge sie nach Haus.
Wie heißt es, wenn ein Satz über das Versende hinausläuft?
☐ Kreuzreim ☐ Zeilensprung ☐ Refrain
Weiterdenken
Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.
- ★Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
Die letzten Häuser in das Land verirrn.
Wo machst du im dritten Vers am Versende keine Pause?
☐ nach „breit“, beim Punkt ☐ nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter ☐ nach „Stirn“, beim Punkt - ★Heidenröslein (erste Strophe) – Johann Wolfgang von Goethe:
Sah ein Knab ein Röslein stehn, /
Röslein auf der Heiden, /
War so jung und morgenschön, /
Lief er schnell, es nah zu sehn, /
Sah's mit vielen Freuden. /
Röslein, Röslein, Röslein rot, /
Röslein auf der Heiden.
Woran erkennst du hier den Trochäus?
☐ Der Vers beginnt mit einer unbetonten Silbe. ☐ Auf eine Betonung folgen zwei unbetonte Silben. ☐ Der Vers beginnt mit einer betonten Silbe.
Eigene Sätze
- ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.
Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken
- schneller und lauter werdend
- fünf
- keine, der Satz läuft weiter bis „hält“
- umarmender Reim
- nach „Geschrei“, beim Punkt
- Trochäus
- Zeilensprung
- nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
- Der Vers beginnt mit einer betonten Silbe.
Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft
- Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → schneller und lauter werdend
- Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → fünf
- Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → keine, der Satz läuft weiter bis „hält“
- Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → umarmender Reim
- Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Geschrei“, beim Punkt
- Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Trochäus
- Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → Zeilensprung
- Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
- Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Der Vers beginnt mit einer betonten Silbe.