Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)
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- Klasse:
- Datum:
- 09.10.2026
Mein Ziel: Ich kann Figuren aus dem Text belegen.
Erst entscheiden, dann vergleichen. Wo du falsch lagst: die Probe noch einmal machen und den Satz richtig abschreiben.
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe.
Merken
Figuren belegen: Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle. Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.
Beispiel: Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Wie reagiert der Mann auf die Hilfe?
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- „Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts.“ Geseufzt hat jemand anderes.
- Also: Er nickt und sagt nichts.
Ergebnis: Er nickt und sagt nichts.
Mit Starthilfe
Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.
- ○Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Wie reagiert der Mann auf die Hilfe? Starthilfe: Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
☐ Er bedankt sich laut. ☐ Er seufzt laut. ☐ Er nickt und sagt nichts.So fängst du an: Probe: Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht.
- ○Stillstand:
Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //
Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //
Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //
Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //
Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.
Was gibt die Frau Emre? Starthilfe: Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
☐ eine Orange ☐ ihr Handy ☐ die ganze TüteSo fängst du an: Probe: Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter?
Üben
Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.
- ●Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?
☐ einzeln und langsam, als würde er sie zählen ☐ alle auf einmal, weil er es eilig hat ☐ mit Hilfe der erzählenden Person - ●Der Schal:
Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //
Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //
An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //
Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.
Wer zeigt auf den Schal?
☐ Oma ☐ Jasmin ☐ die Lehrerin - ●Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Wie reagiert Leon auf das Lächeln von Frau Brandt?
☐ Er lächelt erleichtert zurück. ☐ Er fragt sie nach dem Ergebnis. ☐ Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist. - ●Der Schal:
Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //
Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //
An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //
Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.
Warum legt die erzählende Person den Schal zuerst ganz unten in den Schrank?
☐ Sie will nicht mit ihm gesehen werden. ☐ Der Text nennt dafür keinen Grund. ☐ Weil der Schal zu kurz ist. - ●Stillstand:
Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //
Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //
Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //
Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //
Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.
Warum bleibt die Frau ruhig?
☐ Sie hat Orangen dabei. ☐ Sie kennt das schon, der Aufzug hält öfter an. ☐ Der Hausmeister wartet schon vor der Tür.
Weiterdenken
Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.
- ★Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Wie wirken die Wanderer auf die Leserin?
☐ Sie wollen Vater und Sohn nur helfen. ☐ Jeder hat eine andere Regel, und alle klingen sicher. ☐ Alle Wanderer sind schlechte Menschen. - ★Der letzte Karton:
Mila packte den letzten Karton. Oben drauf legte sie das Foto von der Klassenfahrt, alle zwanzig Gesichter, die Hälfte mit geschlossenen Augen. //
„Du kannst ja jedes Wochenende herkommen“, hatte ihr Vater gesagt. Hamburg war vier Stunden entfernt. Mila hatte nicht geantwortet. //
Unten hupte der Umzugswagen. Sie klebte den Karton zu und schrieb mit dickem Stift darauf: ZERBRECHLICH. //
Dann riss sie das Klebeband noch einmal auf, nahm das Foto heraus und steckte es in ihre Jackentasche.
Warum steckt Mila das Foto in die Jackentasche?
☐ Sie will es in Hamburg verkaufen. ☐ Das Foto ist zerbrochen. ☐ Sie will die Klasse nah bei sich haben, nicht im Karton.
Eigene Sätze
- ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.
Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken
- Er nickt und sagt nichts.
- eine Orange
- einzeln und langsam, als würde er sie zählen
- Jasmin
- Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
- Sie will nicht mit ihm gesehen werden.
- Sie kennt das schon, der Aufzug hält öfter an.
- Jeder hat eine andere Regel, und alle klingen sicher.
- Sie will die Klasse nah bei sich haben, nicht im Karton.
Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er nickt und sagt nichts.
- Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → eine Orange
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → einzeln und langsam, als würde er sie zählen
- Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → Jasmin
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er weiß nicht, ob es ein gutes Zeichen ist.
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie will nicht mit ihm gesehen werden.
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie kennt das schon, der Aufzug hält öfter an.
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Jeder hat eine andere Regel, und alle klingen sicher.
- Such für deine Antwort einen Grund im Text. Behauptet sie mehr, als dort steht? → Sie will die Klasse nah bei sich haben, nicht im Karton.