Zum Inhalt springen
Anmelden
Deutsch · Blatt · Klasse 8

Lyrik

Deutsch

Lyrik

Name:
Klasse:
Datum:
04.11.2026

Merken

Gedichtvortrag: Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende. Beim Zeilensprung liest du weiter. Tempo und Lautstärke folgen der Stimmung.

Beispiel: Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
Es war, als hätt der Himmel /
Die Erde still geküsst, /
Dass sie im Blütenschimmer /
Von ihm nun träumen müsst. //

Die Luft ging durch die Felder, /
Die Ähren wogten sacht, /
Es rauschten leis die Wälder, /
So sternklar war die Nacht. //

Und meine Seele spannte /
Weit ihre Flügel aus, /
Flog durch die stillen Lande, /
Als flöge sie nach Haus.

Wie heißt es, wenn ein Satz über das Versende hinausläuft?

  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Von „Himmel“ zu „Die Erde“ läuft der Satz weiter. Das ist ein Zeilensprung.
  3. Also: Zeilensprung

Ergebnis: Zeilensprung

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Wie trägst du den letzten Vers vor? Starthilfe: Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    ☐ immer leiser und langsamer ☐ mit langen Pausen nach jedem Wort ☐ schneller und lauter werdend

    So fängst du an: Probe: Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz?

  2. ○Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Welches Reimschema haben die letzten vier Verse? Starthilfe: Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    ☐ umarmender Reim ☐ Kreuzreim ☐ Paarreim

    So fängst du an: Probe: Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende.

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    In welchem Tempo trägst du das Gedicht vor?
    ☐ langsam und leise, mit Pausen ☐ schnell und laut, ohne Pausen ☐ mit steigender Stimme wie eine Frage
  2. ●Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Welches Metrum hat „Die Luft ging durch die Felder“?
    ☐ Trochäus ☐ Jambus ☐ Daktylus
  3. ●Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Wo machst du in der ersten Strophe die erste Pause?
    ☐ nach „Himmel“, am Ende des ersten Verses ☐ nach „Es war“, vor dem Komma ☐ nach „geküsst“, am Ende des Satzteils
  4. ●Heidenröslein (erste Strophe) – Johann Wolfgang von Goethe:
    Sah ein Knab ein Röslein stehn, /
    Röslein auf der Heiden, /
    War so jung und morgenschön, /
    Lief er schnell, es nah zu sehn, /
    Sah's mit vielen Freuden. /
    Röslein, Röslein, Röslein rot, /
    Röslein auf der Heiden.

    Welches Metrum hat der erste Vers?
    ☐ Trochäus ☐ Jambus ☐ Daktylus
  5. ●Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Wo machst du im ersten Vers eine deutliche Pause?
    ☐ erst am Versende nach „Wolkenschein“ ☐ nach „Nacht“, beim Punkt ☐ gar nicht, der Vers ist ein Satz

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Das ästhetische Wiesel – Christian Morgenstern:
    Ein Wiesel /
    saß auf einem Kiesel /
    inmitten Bachgeriesel. //

    Wisst ihr /
    weshalb? //

    Das Mondkalb /
    verriet es mir /
    im Stillen: //

    Das raffinier- /
    te Tier /
    tat's um des Reimes willen.

    Wie sprichst du die Frage „Wisst ihr / weshalb?“?
    ☐ leise zu dir selbst ☐ an das Publikum gerichtet, mit kurzer Pause danach ☐ ohne Pause, gleich weiter
  2. ★Das ästhetische Wiesel – Christian Morgenstern:
    Ein Wiesel /
    saß auf einem Kiesel /
    inmitten Bachgeriesel. //

    Wisst ihr /
    weshalb? //

    Das Mondkalb /
    verriet es mir /
    im Stillen: //

    Das raffinier- /
    te Tier /
    tat's um des Reimes willen.

    Welche Wörter betonst du, damit der Witz ankommt?
    ☐ Ein, saß, auf ☐ inmitten, einem ☐ Wiesel, Kiesel, Bachgeriesel

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. schneller und lauter werdend
  2. umarmender Reim
  3. langsam und leise, mit Pausen
  4. Jambus
  5. nach „geküsst“, am Ende des Satzteils
  6. Trochäus
  7. nach „Nacht“, beim Punkt
  8. an das Publikum gerichtet, mit kurzer Pause danach
  9. Wiesel, Kiesel, Bachgeriesel

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → schneller und lauter werdend
  2. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → umarmender Reim
  3. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → langsam und leise, mit Pausen
  4. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Jambus
  5. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „geküsst“, am Ende des Satzteils
  6. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Trochäus
  7. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Nacht“, beim Punkt
  8. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → an das Publikum gerichtet, mit kurzer Pause danach
  9. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → Wiesel, Kiesel, Bachgeriesel