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Deutsch · Blatt · Klasse 7

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

Deutsch

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

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Klasse:
Datum:
05.11.2026

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Figuren belegen: Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle. Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.

Beispiel: Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

Wie reagiert der Mann auf die Hilfe?

  1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
  2. „Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts.“ Geseufzt hat jemand anderes.
  3. Also: Er nickt und sagt nichts.

Ergebnis: Er nickt und sagt nichts.

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz? Starthilfe: Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    ☐ steif und kalt ☐ eisig und laut ☐ stark und sicher

    So fängst du an: Probe: Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht.

  2. ○Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Warum wechseln Vater und Sohn immer wieder? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    ☐ Der Esel wird nach jeder Strecke müde. ☐ Sie tun jedes Mal, was der letzte Wanderer sagt. ☐ Der Vater will den Sohn bestrafen.

    So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Kleine Fabel – Franz Kafka:
    „Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

    Wie viele Figuren sprechen in der Fabel?
    ☐ eine ☐ zwei ☐ drei
  2. ●An der Tafel:
    Frau Okafor schrieb die Aufgabe an die Tafel. Dann sah sie in die Klasse. „Wer rechnet sie vor?“ //

    Ich wusste die Lösung. Ich hatte sie schon im Heft, sauber unterstrichen. Aber meine Hand blieb auf dem Tisch liegen, als wäre sie festgeklebt. //

    Nele meldete sich. Sie ging nach vorn, rechnete, strich durch, rechnete neu. Am Ende stimmte es nicht. Ein paar lachten leise. //

    „Danke, Nele“, sagte Frau Okafor. „Der Fehler bringt uns weiter. Wo ist er?“ //

    Ich sah auf mein Heft. Dann hob ich die Hand.

    Was tun einige, als Neles Ergebnis nicht stimmt?
    ☐ Sie klatschen. ☐ Sie melden sich. ☐ Sie lachen leise.
  3. ●Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
    Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

    So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

    Warum wechseln Vater und Sohn immer wieder?
    ☐ Sie tun jedes Mal, was der letzte Wanderer sagt. ☐ Der Esel wird nach jeder Strecke müde. ☐ Der Vater will den Sohn bestrafen.
  4. ●Die Nachricht:
    Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //

    Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //

    Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //

    Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //

    Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.

    Welche Stelle zeigt, dass Selin sich Sorgen macht?
    ☐ Sie steckt das Handy weg. ☐ Sie denkt an das Glas, das umgefallen war. ☐ Draußen warten Leute an der Ampel.
  5. ●Stillstand:
    Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //

    Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //

    Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //

    Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //

    Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.

    Warum bleibt die Frau ruhig?
    ☐ Sie hat Orangen dabei. ☐ Der Hausmeister wartet schon vor der Tür. ☐ Sie kennt das schon, der Aufzug hält öfter an.

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Die Nachricht:
    Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //

    Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //

    Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //

    Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //

    Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.

    Was verraten die Nachrichten von Jonas über ihn?
    ☐ Er will Mehmet vor den Fotos schützen. ☐ Er macht sich Sorgen um Selin. ☐ Er lacht mit den anderen über die Fotos.
  2. ★Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Warum hilft die erzählende Person dem Mann?
    ☐ Der Automat nimmt seine letzte Flasche nicht an. ☐ Hinter ihr seufzt jemand und drängelt. ☐ Der Mann bittet sie um Hilfe.

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. steif und kalt
  2. Sie tun jedes Mal, was der letzte Wanderer sagt.
  3. zwei
  4. Sie lachen leise.
  5. Sie tun jedes Mal, was der letzte Wanderer sagt.
  6. Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
  7. Sie kennt das schon, der Aufzug hält öfter an.
  8. Er lacht mit den anderen über die Fotos.
  9. Der Automat nimmt seine letzte Flasche nicht an.

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → steif und kalt
  2. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie tun jedes Mal, was der letzte Wanderer sagt.
  3. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → zwei
  4. Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → Sie lachen leise.
  5. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie tun jedes Mal, was der letzte Wanderer sagt.
  6. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
  7. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie kennt das schon, der Aufzug hält öfter an.
  8. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er lacht mit den anderen über die Fotos.
  9. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Der Automat nimmt seine letzte Flasche nicht an.