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Deutsch · Blatt · Klasse 9

Drama und szenisches Spiel

Deutsch

Drama und szenisches Spiel

Name:
Klasse:
Datum:
05.11.2026

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Eine Szene deuten: Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will. Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.

Beispiel: Wie heißt der Text im Drama, den die Figuren sprechen?

  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Was die Figuren sprechen, ist Haupttext. Regieanweisungen sind Nebentext.
  3. Also: Haupttext

Ergebnis: Haupttext

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Das Zeugnis:
    Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //

    NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
    VATER (ohne aufzusehen): Und? /
    NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
    VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
    NOAH (leise): Eine Vier. /
    VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
    NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
    VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.

    Was will Noah in der Szene erreichen? Starthilfe: Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    ☐ Der Vater soll die Vier unterschreiben, ohne zu lesen. ☐ Noah will Taschengeld für die Drei. ☐ Der Vater soll die Verbesserung sehen.

    So fängst du an: Probe: Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt.

  2. ○Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Was gibt Tim mit seinem letzten Satz zu? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    ☐ Dass seine Ausrede nicht stimmt. ☐ Dass er den Bus verpasst hat. ☐ Dass die Mutter nicht zu Hause war.

    So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Zwanzig Euro zu viel:
    Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //

    BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
    (Er schließt die Tür ab. Licht aus.)

    Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.

    Wie heißt die Rede einer Figur, die allein auf der Bühne spricht?
    ☐ Monolog ☐ Dialog ☐ Regieanweisung
  2. ●Die Fundkiste:
    Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //

    SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
    FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
    SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
    FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
    SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
    FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
    (SAMIR holt das Handy heraus.)

    Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.

    Warum zögert Samir bei der Frage nach dem Kragen?
    ☐ Weil er die Jacke noch nicht gefunden hat. ☐ Im Kragen steht nicht sein eigener Name. ☐ Weil er außer Atem ist.
  3. ●Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Worum geht der Konflikt wirklich?
    ☐ um den verlorenen Schlüssel ☐ um den Bus, der nicht kam ☐ um Vertrauen und die Wahrheit über den Abend
  4. ●Vor dem Anruf:
    Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //

    JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)

    Wie oft hat Jana „Tut mir leid“ schon geschrieben?
    ☐ dreimal ☐ einmal ☐ nie
  5. ●Zwanzig Euro zu viel:
    Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //

    BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
    (Er schließt die Tür ab. Licht aus.)

    Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.

    Welcher Satz ist der Wendepunkt?
    ☐ „Zwanzig Euro zu viel.“ ☐ „Aber sie wohnt gegenüber.“ ☐ „Ich bin in fünf Minuten zurück.“

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Die Wahl:
    Flur vor dem Klassenraum. LINA lehnt an der Wand. MARC kommt mit zwei Stimmzetteln in der Hand. //

    MARC: Du hast mich nicht gewählt. /
    LINA (sieht auf den Boden): Es war geheim. /
    MARC: Deine Schrift erkenne ich überall. /
    LINA: Dann weißt du ja, wen ich gewählt habe. /
    MARC (leiser): Wir wollten das zusammen machen. Klassensprecher und Stellvertreterin. /
    LINA (hebt den Kopf): Du wolltest das. Mich hast du nie gefragt. /
    (Die Klingel. Beide bleiben stehen.)

    Was zeigt das offene Ende mit der Klingel?
    ☐ Die Freundschaft ist für immer vorbei. ☐ Der Streit ist nicht gelöst, beide wissen nicht weiter. ☐ Beide gehen versöhnt in die Klasse.
  2. ★Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Warum sagt die Mutter nur „Halb elf.“ statt einer Frage?
    ☐ Sie ist müde und will schlafen. ☐ Sie weiß nicht, wie spät es ist. ☐ Die knappe Feststellung wirkt wie ein Vorwurf.

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. Der Vater soll die Verbesserung sehen.
  2. Dass seine Ausrede nicht stimmt.
  3. Monolog
  4. Im Kragen steht nicht sein eigener Name.
  5. um Vertrauen und die Wahrheit über den Abend
  6. dreimal
  7. „Aber sie wohnt gegenüber.“
  8. Der Streit ist nicht gelöst, beide wissen nicht weiter.
  9. Die knappe Feststellung wirkt wie ein Vorwurf.

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Der Vater soll die Verbesserung sehen.
  2. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Dass seine Ausrede nicht stimmt.
  3. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Monolog
  4. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Im Kragen steht nicht sein eigener Name.
  5. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → um Vertrauen und die Wahrheit über den Abend
  6. Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → dreimal
  7. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → „Aber sie wohnt gegenüber.“
  8. Such für deine Antwort einen Grund im Text. Behauptet sie mehr, als dort steht? → Der Streit ist nicht gelöst, beide wissen nicht weiter.
  9. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Die knappe Feststellung wirkt wie ein Vorwurf.