Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)
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- Datum:
- 06.11.2026
Mein Ziel: Ich kann Figuren aus dem Text belegen.
Erst entscheiden, dann vergleichen. Wo du falsch lagst: die Probe noch einmal machen und den Satz richtig abschreiben.
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe.
Merken
Figuren belegen: Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle. Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.
Beispiel: Kleine Fabel – Franz Kafka:
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Wie viele Figuren sprechen in der Fabel?
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Es sprechen die Maus und die Katze.
- Also: zwei
Ergebnis: zwei
Mit Starthilfe
Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.
- ○Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Warum wartet Leon, bis der Flur leer ist? Starthilfe: Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
☐ Er darf erst nach den anderen an das Brett. ☐ Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen. ☐ Er hat das Ergebnis schon von Frau Brandt.So fängst du an: Probe: Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht.
- ○Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Warum liest Leon den Speiseplan dreimal? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
☐ Er hat Hunger und sucht die Nudeln. ☐ Frau Brandt hat es ihm aufgetragen. ☐ Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet.So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?
Üben
Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.
- ●Kleine Fabel – Franz Kafka:
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Welche Seite der Katze zeigt der letzte Satz?
☐ Sie ist hilfsbereit und freundlich. ☐ Sie hat selbst Angst vor der Falle. ☐ Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin. - ●Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Warum wechseln Vater und Sohn immer wieder?
☐ Sie tun jedes Mal, was der letzte Wanderer sagt. ☐ Der Esel wird nach jeder Strecke müde. ☐ Der Vater will den Sohn bestrafen. - ●Elf Minuten:
Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //
Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //
Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //
Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //
Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.
Warum wartet Leon, bis der Flur leer ist?
☐ Er darf erst nach den anderen an das Brett. ☐ Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen. ☐ Er hat das Ergebnis schon von Frau Brandt. - ●An der Tafel:
Frau Okafor schrieb die Aufgabe an die Tafel. Dann sah sie in die Klasse. „Wer rechnet sie vor?“ //
Ich wusste die Lösung. Ich hatte sie schon im Heft, sauber unterstrichen. Aber meine Hand blieb auf dem Tisch liegen, als wäre sie festgeklebt. //
Nele meldete sich. Sie ging nach vorn, rechnete, strich durch, rechnete neu. Am Ende stimmte es nicht. Ein paar lachten leise. //
„Danke, Nele“, sagte Frau Okafor. „Der Fehler bringt uns weiter. Wo ist er?“ //
Ich sah auf mein Heft. Dann hob ich die Hand.
Warum meldet sich die erzählende Person am Ende doch?
☐ Frau Okafor ruft sie mit Namen auf. ☐ Sie will Nele auslachen. ☐ Jetzt ist ein Fehler gesucht, und Fehler sind erlaubt. - ●Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Wie schiebt der alte Mann seine Flaschen in den Automaten?
☐ einzeln und langsam, als würde er sie zählen ☐ alle auf einmal, weil er es eilig hat ☐ mit Hilfe der erzählenden Person
Weiterdenken
Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.
- ★Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Was zeigt der letzte Satz?
☐ Die kleine Begegnung beschäftigt die Person mehr als ihr Einkauf. ☐ Die Person ist vergesslich. ☐ Die Person hat ihr Geld verloren. - ★Der Pokal:
Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //
So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //
Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //
Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.
Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.
Was bedeutet der Blick von Kofi?
☐ Er ist wütend und will sich rächen. ☐ Er weiß, wie es war, und wartet ab, was passiert. ☐ Er hat das Tor gar nicht bemerkt.
Eigene Sätze
- ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.
Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken
- Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
- Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet.
- Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
- Sie tun jedes Mal, was der letzte Wanderer sagt.
- Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
- Jetzt ist ein Fehler gesucht, und Fehler sind erlaubt.
- einzeln und langsam, als würde er sie zählen
- Die kleine Begegnung beschäftigt die Person mehr als ihr Einkauf.
- Er weiß, wie es war, und wartet ab, was passiert.
Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Er ist nervös und will nicht zeigen, dass er wartet.
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Sie spielt die Ratgeberin und handelt als Jägerin.
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie tun jedes Mal, was der letzte Wanderer sagt.
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Jetzt ist ein Fehler gesucht, und Fehler sind erlaubt.
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → einzeln und langsam, als würde er sie zählen
- Such für deine Antwort einen Grund im Text. Behauptet sie mehr, als dort steht? → Die kleine Begegnung beschäftigt die Person mehr als ihr Einkauf.
- Such für deine Antwort einen Grund im Text. Behauptet sie mehr, als dort steht? → Er weiß, wie es war, und wartet ab, was passiert.