Drama und szenisches Spiel
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- Datum:
- 07.11.2026
Mein Ziel: Ich kann eine Szene in Rollen lesen und deuten.
Erst entscheiden, dann vergleichen. Wo du falsch lagst: die Probe noch einmal machen und den Satz richtig abschreiben.
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe.
Merken
Eine Szene deuten: Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will. Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.
Beispiel: Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
Du bist ein herzlich guter Mann, /
Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //
FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.
Worin liegt der Konflikt dieser Szene?
- Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
- Sie fragt direkt, er redet von Gefühl. Die Wünsche passen nicht zusammen.
- Also: Margarete will eine klare Antwort, Faust weicht aus.
Ergebnis: Margarete will eine klare Antwort, Faust weicht aus.
Mit Starthilfe
Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.
- ○Zwanzig Euro zu viel:
Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //
BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
(Er schließt die Tür ab. Licht aus.)
Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.
Welche zwei Stimmen streiten in Bens Kopf? Starthilfe: Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
☐ die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin ☐ die Stimme der Kundin und die der Zeitung ☐ zwei Kunden, die sich streitenSo fängst du an: Probe: Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt.
- ○Die Scheibe:
Büro der Schulleitung. FRAU ADEBAYO sitzt am Schreibtisch. Vor ihr stehen LEO und seine Mutter, FRAU KRÜGER. //
FRAU KRÜGER: Frau Adebayo, mein Sohn hat die Scheibe nicht mit Absicht kaputt gemacht. Das war ein Unfall beim Fußball. Er hat noch nie Ärger gemacht, und die anderen haben auch mitgespielt. Das müssen Sie bitte bedenken. /
FRAU ADEBAYO: Leo, was sagst du? /
FRAU KRÜGER: Er ist noch ganz durcheinander. /
FRAU ADEBAYO: Ich habe Leo gefragt. /
LEO (nach einer Pause): Ich hab geschossen. Ich bezahle die Scheibe von meinem Geld. /
FRAU ADEBAYO: Gut. Das besprechen wir jetzt zu dritt.
Warum sagt Frau Adebayo: „Ich habe Leo gefragt.“? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
☐ Weil sie die Mutter nicht gehört hat. ☐ Leo soll selbst sprechen, nicht seine Mutter. ☐ Weil sie Leo bestrafen will.So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?
Üben
Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.
- ●Nach der Stunde:
Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //
JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
(JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)
Welcher Satz ist der Wendepunkt?
☐ „Frau Berg?“ ☐ „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“ ☐ „Du musst nicht fragen.“ - ●Nach der Stunde:
Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //
JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
(JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)
Warum gibt Frau Berg Jonas das Handy sofort zurück?
☐ Weil die sechste Stunde vorbei ist. ☐ Weil Jonas sie laut darum bittet. ☐ Sie versteht, dass er sich um seine Mutter sorgt. - ●Die Fundkiste:
Schulsekretariat. FRAU KERN hinter dem Tresen. SAMIR kommt herein, außer Atem. //
SAMIR: Ist eine blaue Jacke abgegeben worden? /
FRAU KERN (zeigt auf eine Kiste): Da liegen elf blaue Jacken. /
SAMIR (wühlt in der Kiste, zieht eine heraus): Die hier! Da ist mein Schlüssel drin. /
FRAU KERN: Woran erkennst du, dass es deine ist? /
SAMIR (zögert): Im Kragen steht … mein Bruder hat sie mir gegeben. Da steht sein Name. /
FRAU KERN (lächelt): Dann ruf deinen Bruder an. /
(SAMIR holt das Handy heraus.)
Tresen: Ein langer Tisch, an dem man bedient wird, zum Beispiel im Sekretariat.
Wie heißt der gesprochene Text der Figuren im Unterschied zum Nebentext?
☐ Haupttext ☐ Regieanweisung ☐ Monolog - ●Der Schlüssel:
Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //
MUTTER: Halb elf. /
TIM: Der Bus kam nicht. /
MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
(Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.
Wie spät ist es, als Tim nach Hause kommt?
☐ halb zehn ☐ halb elf ☐ Morgen - ●Vor dem Anruf:
Ein Zimmer. JANA allein, das Handy in der Hand. //
JANA: Ich ruf sie an. Jetzt. (Sie tippt, hält inne.) Und was sag ich? „Tut mir leid“? Das hab ich schon dreimal geschrieben. (Sie legt das Handy weg, nimmt es wieder.) Sie hat nicht geantwortet. Vielleicht schläft sie. Vielleicht will sie nicht. (Sie steht auf.) Nein. Wenn ich jetzt nicht anrufe, dann nie. (Sie wählt. Es klingelt. Licht aus.)
Wie nennt man die Rede einer Figur, die allein auf der Bühne spricht?
☐ Dialog ☐ Regieanweisung ☐ Monolog
Weiterdenken
Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.
- ★Eine Figur spricht zum Publikum, die anderen auf der Bühne hören es nicht. Wie heißt das?
☐ Monolog ☐ Dialog ☐ Beiseitesprechen - ★Zwanzig Euro zu viel:
Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //
BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
(Er schließt die Tür ab. Licht aus.)
Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.
Wie kam das Geld zu viel in die Kasse?
☐ Zwei Scheine klebten zusammen. ☐ Ben hat sich beim Rechnen vertan. ☐ Der Onkel hat Geld hineingelegt.
Eigene Sätze
- ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.
Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken
- die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
- Leo soll selbst sprechen, nicht seine Mutter.
- „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
- Sie versteht, dass er sich um seine Mutter sorgt.
- Haupttext
- halb elf
- Monolog
- Beiseitesprechen
- Zwei Scheine klebten zusammen.
Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft
- Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → die Regel des Onkels und die Nähe zur Kundin
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Leo soll selbst sprechen, nicht seine Mutter.
- Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie versteht, dass er sich um seine Mutter sorgt.
- Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Haupttext
- Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → halb elf
- Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Monolog
- Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Beiseitesprechen
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Zwei Scheine klebten zusammen.