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Deutsch · Blatt · Klasse 9

Drama und szenisches Spiel

Deutsch

Drama und szenisches Spiel

Name:
Klasse:
Datum:
11.10.2026

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Eine Szene deuten: Klär, wer zu wem spricht und was jede Figur will. Wo die Wünsche sich widersprechen, liegt der Konflikt. Figuren sagen nicht immer, was sie meinen.

Beispiel: Eine Figur spricht zum Publikum, die anderen auf der Bühne hören es nicht. Wie heißt das?

  1. Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
  2. Andere Figuren stehen dabei, hören es aber nicht. Das ist Beiseitesprechen.
  3. Also: Beiseitesprechen

Ergebnis: Beiseitesprechen

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Nach der Stunde:
    Klassenraum nach der Stunde. FRAU BERG packt ihre Tasche. JONAS wartet, bis alle weg sind. //

    JONAS: Frau Berg? Das Handy, das Sie eingesammelt haben … /
    FRAU BERG: Bekommst du nach der sechsten Stunde. /
    JONAS: Meine Mutter ist im Krankenhaus. Sie wollte sich melden. /
    FRAU BERG (hält inne, sieht ihn an): Seit wann? /
    JONAS: Seit gestern. Ich hab es keinem erzählt. /
    FRAU BERG (holt das Handy aus der Tasche und gibt es ihm): Wenn sie anruft, geh raus. Du musst nicht fragen. /
    (JONAS nickt. Er steckt das Handy ein, ohne es anzusehen.)

    Welcher Satz ist der Wendepunkt? Starthilfe: Klär zuerst, wer spricht, zu wem, und was jede Figur will.
    ☐ „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“ ☐ „Frau Berg?“ ☐ „Du musst nicht fragen.“

    So fängst du an: Probe: Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt.

  2. ○Der Schlüssel:
    Küche, spät am Abend. Die MUTTER sitzt am Tisch, vor ihr ein Schlüsselbund. TIM kommt herein, die Jacke noch an. //

    MUTTER: Halb elf. /
    TIM: Der Bus kam nicht. /
    MUTTER (schiebt den Schlüssel über den Tisch): Den hast du heute Morgen liegen lassen. /
    TIM (bleibt stehen): Ich hab geklingelt. Keiner hat aufgemacht. /
    MUTTER: Ich war hier. Die ganze Zeit. /
    (Pause. TIM zieht langsam die Jacke aus.) /
    TIM: Dann hab ich wohl nicht geklingelt.

    Wie spät ist es, als Tim nach Hause kommt? Starthilfe: Such die Stelle, an der die Antwort steht. Lies den Satz davor und danach.
    ☐ halb zehn ☐ halb elf ☐ Morgen

    So fängst du an: Probe: Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter?

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
    MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
    Du bist ein herzlich guter Mann, /
    Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //

    FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
    Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
    Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.

    Wer spricht in diesem Auszug?
    ☐ Faust allein ☐ Margarete und Faust ☐ Margarete und Marthe
  2. ●Die Probe:
    Aula, Probe der Theatergruppe. Auf der Bühne zwei Stühle. SAMIRA spielt die Königin, BEN den Boten. FRAU OKAFOR leitet die Probe von der ersten Reihe aus. //

    BEN (stolpert herein): Majestät, die Feinde stehen vor dem Tor! /
    SAMIRA (gähnt): Dann lass sie rein. /
    FRAU OKAFOR: Halt! Samira, du bist die Königin. Die Stadt ist in Gefahr. /
    SAMIRA: Aber die Königin hat keine Angst. Sie ist müde vom Krieg. /
    FRAU OKAFOR (nach einer Pause): Gut. Dann zeig mir, dass sie müde ist, nicht, dass du es bist. /
    SAMIRA (steht langsam auf, sieht zum Fenster): Dann lass sie rein.

    Welche Rolle spielt Ben?
    ☐ die Königin ☐ den Feind ☐ den Boten
  3. ●Das Zeugnis:
    Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //

    NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
    VATER (ohne aufzusehen): Und? /
    NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
    VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
    NOAH (leise): Eine Vier. /
    VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
    NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
    VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.

    Was zeigt es, dass der Vater „Eine Vier.“ wiederholt?
    ☐ Er ist enttäuscht und denkt nach. ☐ Er hat die Note nicht verstanden. ☐ Er freut sich über die Note.
  4. ●Zwanzig Euro zu viel:
    Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //

    BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
    (Er schließt die Tür ab. Licht aus.)

    Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.

    Wie viel Geld ist zu viel in der Kasse?
    ☐ fünf Euro ☐ zwanzig Euro ☐ gar nichts
  5. ●Zwanzig Euro zu viel:
    Ein Kiosk am Abend. BEN, 15, hilft seinem Onkel aus und steht hinter der Kasse. Eine Kundin hat eben bezahlt und ist gegangen. //

    BEN (zählt die Kasse, hält inne): Zwanzig Euro zu viel. (Er sieht zur Tür.) Die Frau mit dem roten Schal. Sie hat mir zwei Scheine gegeben, die zusammenklebten. (Er hält den Schein ins Licht.) Mein Onkel würde sagen: Was in der Kasse ist, gehört dem Laden. (Pause.) Aber sie wohnt gegenüber. Sie kauft jeden Morgen ihre Zeitung hier. (Er nimmt seine Jacke.) Ich bin in fünf Minuten zurück. /
    (Er schließt die Tür ab. Licht aus.)

    Kiosk: Ein kleiner Laden für Zeitungen, Getränke und Süßigkeiten.

    Welcher Satz ist der Wendepunkt?
    ☐ „Zwanzig Euro zu viel.“ ☐ „Ich bin in fünf Minuten zurück.“ ☐ „Aber sie wohnt gegenüber.“

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Faust. Der Tragödie erster Teil (Marthens Garten, Auszug) – Johann Wolfgang von Goethe:
    MARGARETE: Nun sag, wie hast du's mit der Religion? /
    Du bist ein herzlich guter Mann, /
    Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. //

    FAUST: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut; /
    Für meine Lieben ließ ich Leib und Blut, /
    Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.

    Was zeigt die Anrede „mein Kind“ über die Beziehung?
    ☐ Margarete ist Fausts Tochter. ☐ Faust ist böse auf Margarete. ☐ Faust spricht von oben herab, wie ein Älterer zu einem Mädchen.
  2. ★Das Zeugnis:
    Wohnzimmer. Der VATER liest Zeitung. NOAH steht in der Tür, einen Umschlag in der Hand. //

    NOAH: Ich hab das Zeugnis. /
    VATER (ohne aufzusehen): Und? /
    NOAH: Mathe ist besser geworden. Eine Drei. /
    VATER (legt die Zeitung weg): Und Deutsch? /
    NOAH (leise): Eine Vier. /
    VATER: Eine Vier. (Pause.) Letztes Jahr war es eine Zwei. /
    NOAH: Ich hab in Mathe jeden Tag geübt. Für Deutsch war keine Zeit mehr. /
    VATER (steht auf, nimmt den Umschlag, liest lange. Dann legt er Noah die Hand auf die Schulter): Dann üben wir Deutsch zusammen.

    Wie verändert sich der Vater in der Szene?
    ☐ Erst hört er kaum zu, am Ende will er helfen. ☐ Er wird immer wütender. ☐ Er interessiert sich nur für Deutsch.

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
  2. halb elf
  3. Margarete und Faust
  4. den Boten
  5. Er ist enttäuscht und denkt nach.
  6. zwanzig Euro
  7. „Aber sie wohnt gegenüber.“
  8. Faust spricht von oben herab, wie ein Älterer zu einem Mädchen.
  9. Erst hört er kaum zu, am Ende will er helfen.

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → „Meine Mutter ist im Krankenhaus.“
  2. Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → halb elf
  3. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Margarete und Faust
  4. Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → den Boten
  5. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Er ist enttäuscht und denkt nach.
  6. Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → zwanzig Euro
  7. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → „Aber sie wohnt gegenüber.“
  8. Schreib für jede Figur einen Satz: Sie will … Wo sich die Sätze widersprechen, liegt der Konflikt. → Faust spricht von oben herab, wie ein Älterer zu einem Mädchen.
  9. Such für deine Antwort einen Grund im Text. Behauptet sie mehr, als dort steht? → Erst hört er kaum zu, am Ende will er helfen.