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Deutsch · Blatt · Klasse 7

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

Deutsch

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

Name:
Klasse:
Datum:
12.10.2026

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Figuren belegen: Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle. Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.

Beispiel: Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //

So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

Was verrät das Verhalten des Vaters?

  1. Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
  2. Er steigt ab, steigt auf, geht zu Fuß – immer nach dem Wort eines Fremden.
  3. Also: Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.

Ergebnis: Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Warum wartet Leon, bis der Flur leer ist? Starthilfe: Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
    ☐ Er darf erst nach den anderen an das Brett. ☐ Er hat das Ergebnis schon von Frau Brandt. ☐ Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.

    So fängst du an: Probe: Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht.

  2. ○Der letzte Karton:
    Mila packte den letzten Karton. Oben drauf legte sie das Foto von der Klassenfahrt, alle zwanzig Gesichter, die Hälfte mit geschlossenen Augen. //

    „Du kannst ja jedes Wochenende herkommen“, hatte ihr Vater gesagt. Hamburg war vier Stunden entfernt. Mila hatte nicht geantwortet. //

    Unten hupte der Umzugswagen. Sie klebte den Karton zu und schrieb mit dickem Stift darauf: ZERBRECHLICH. //

    Dann riss sie das Klebeband noch einmal auf, nahm das Foto heraus und steckte es in ihre Jackentasche.

    Wie steht Mila zum Umzug? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    ☐ Sie geht nicht gern und hängt an ihrer Klasse. ☐ Gut, denn sie packt alles selbst ein. ☐ Sie freut sich auf jedes Wochenende.

    So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    Was verrät „Ich drehte mich nicht um.“ über die erzählende Person?
    ☐ Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben. ☐ Sie hat Angst vor dem alten Mann. ☐ Sie hat es selbst sehr eilig.
  2. ●Die letzte Flasche:
    Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //

    Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //

    Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //

    „Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //

    Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.

    Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.

    „Darf ich mal?“ Worauf bezieht sich die Frage der erzählenden Person?
    ☐ Das steht nicht in dem Satz. ☐ Auf die Flasche, die der Automat nicht nimmt. ☐ Auf den Beutel des alten Mannes.
  3. ●Elf Minuten:
    Die Liste sollte um zwölf Uhr am schwarzen Brett hängen. Um elf Minuten vor zwölf stand Leon schon davor und tat so, als lese er den Speiseplan. //

    Er kannte ihn auswendig. Montag Nudeln, Dienstag Suppe. Er las ihn trotzdem dreimal. //

    Um zwölf kam Frau Brandt mit einem Blatt und zwei Reißzwecken. Sie lächelte ihm zu, und Leon wusste nicht, ob das ein gutes Zeichen war. Sie hängte das Blatt auf und ging. //

    Leon trat nicht näher. Andere drängten sich vor, jubelten, stöhnten, klopften sich auf die Schultern. Leon wartete, bis der Flur leer war. //

    Dann ging er zum Brett, fand die Zeile mit seinem Namen und blieb lange davor stehen.

    Warum wartet Leon, bis der Flur leer ist?
    ☐ Er darf erst nach den anderen an das Brett. ☐ Er hat das Ergebnis schon von Frau Brandt. ☐ Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
  4. ●An der Tafel:
    Frau Okafor schrieb die Aufgabe an die Tafel. Dann sah sie in die Klasse. „Wer rechnet sie vor?“ //

    Ich wusste die Lösung. Ich hatte sie schon im Heft, sauber unterstrichen. Aber meine Hand blieb auf dem Tisch liegen, als wäre sie festgeklebt. //

    Nele meldete sich. Sie ging nach vorn, rechnete, strich durch, rechnete neu. Am Ende stimmte es nicht. Ein paar lachten leise. //

    „Danke, Nele“, sagte Frau Okafor. „Der Fehler bringt uns weiter. Wo ist er?“ //

    Ich sah auf mein Heft. Dann hob ich die Hand.

    Warum meldet sich die erzählende Person am Ende doch?
    ☐ Jetzt ist ein Fehler gesucht, und Fehler sind erlaubt. ☐ Frau Okafor ruft sie mit Namen auf. ☐ Sie will Nele auslachen.
  5. ●Die Nachricht:
    Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //

    Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //

    Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //

    Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //

    Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.

    Welche Stelle zeigt, dass Selin sich Sorgen macht?
    ☐ Sie steckt das Handy weg. ☐ Sie denkt an das Glas, das umgefallen war. ☐ Draußen warten Leute an der Ampel.

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
    Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //

    […] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.

    Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
    ☐ eisig und laut ☐ steif und kalt ☐ stark und sicher
  2. ★Der Schal:
    Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

    Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

    An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

    Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

    Warum ruft sie am Samstag ihre Oma an?
    ☐ Sie will sich über den Schal beschweren. ☐ Oma hat Geburtstag. ☐ Aus der Scham ist Stolz auf das Geschenk geworden.

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
  2. Sie geht nicht gern und hängt an ihrer Klasse.
  3. Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
  4. Auf die Flasche, die der Automat nicht nimmt.
  5. Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
  6. Jetzt ist ein Fehler gesucht, und Fehler sind erlaubt.
  7. Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
  8. steif und kalt
  9. Aus der Scham ist Stolz auf das Geschenk geworden.

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
  2. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie geht nicht gern und hängt an ihrer Klasse.
  3. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
  4. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Auf die Flasche, die der Automat nicht nimmt.
  5. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er will das Ergebnis allein und ohne Zuschauer lesen.
  6. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Jetzt ist ein Fehler gesucht, und Fehler sind erlaubt.
  7. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
  8. Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → steif und kalt
  9. Such für deine Antwort einen Grund im Text. Behauptet sie mehr, als dort steht? → Aus der Scham ist Stolz auf das Geschenk geworden.