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Deutsch · Blatt · Klasse 8

Lyrik

Deutsch

Lyrik

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Datum:
14.10.2026

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Gedichtvortrag: Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende. Beim Zeilensprung liest du weiter. Tempo und Lautstärke folgen der Stimmung.

Beispiel: Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
Über allen Gipfeln /
Ist Ruh, /
In allen Wipfeln /
Spürest du /
Kaum einen Hauch; /
Die Vögelein schweigen im Walde. /
Warte nur, balde /
Ruhest du auch.

Wo machst du vor den letzten beiden Versen eine lange Pause?

  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Nach Walde endet ein Satz. Danach beginnt „Warte nur“, die Rede an das Du.
  3. Also: nach „Walde“, beim Punkt

Ergebnis: nach „Walde“, beim Punkt

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Ein Gleiches – Johann Wolfgang von Goethe:
    Über allen Gipfeln /
    Ist Ruh, /
    In allen Wipfeln /
    Spürest du /
    Kaum einen Hauch; /
    Die Vögelein schweigen im Walde. /
    Warte nur, balde /
    Ruhest du auch.

    Wo machst du in den ersten beiden Versen keine Pause? Starthilfe: Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    ☐ nach „Ruh“, beim Komma ☐ nach „Hauch“, beim Semikolon ☐ nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter

    So fängst du an: Probe: Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz?

  2. ○Heidenröslein (erste Strophe) – Johann Wolfgang von Goethe:
    Sah ein Knab ein Röslein stehn, /
    Röslein auf der Heiden, /
    War so jung und morgenschön, /
    Lief er schnell, es nah zu sehn, /
    Sah's mit vielen Freuden. /
    Röslein, Röslein, Röslein rot, /
    Röslein auf der Heiden.

    Welches Metrum hat der erste Vers? Starthilfe: Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    ☐ Trochäus ☐ Jambus ☐ Daktylus

    So fängst du an: Probe: Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende.

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Wo machst du im ersten und zweiten Vers keine Pause?
    ☐ nach „Wind“, der Satz läuft weiter ☐ nach „Ball“, beim Komma ☐ nach „beginnt“, beim Punkt
  2. ●Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Welches Reimschema hat die Strophe?
    ☐ Kreuzreim ☐ umarmender Reim ☐ Paarreim
  3. ●Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Wo machst du in der Strophe die erste lange Pause?
    ☐ nach „Hut“, beim Komma ☐ nach „entzwei“, am Versende ☐ nach „Geschrei“, beim Punkt
  4. ●Das Sprungbrett:
    Sonne brennt auf heißen Steinen, /
    Kinder lachen, Kleine weinen. /
    Auf dem Brett, so hoch wie Bäume, /
    steht ein Junge voller Träume. //

    Unten warten seine Leute, /
    rufen: „Spring, du Held von heute!“ /
    Doch er steigt die Leiter nieder. /
    Morgen, sagt er, komm ich wieder.

    Welches Metrum hat „Kinder lachen, Kleine weinen“?
    ☐ Trochäus ☐ Jambus ☐ Daktylus
  5. ●Montag:
    Um sechs Uhr schreit mein kleiner Wächter. /
    Er rüttelt kräftig an der Nacht. /
    Ich hab ihn wieder stumm gemacht, /
    da hör ich schon sein Hohngelächter. //

    Denn fünf Minuten sind vergangen, /
    ich liege wach und bin zu spät. /
    Im Hof hat längst der Hahn gekräht, /
    so hat mein Montag angefangen.

    Hohngelächter: Lautes Lachen, mit dem man über jemanden spottet.

    Wie sind die Reime der zweiten Strophe angeordnet?
    ☐ abab ☐ abba wie in der ersten Strophe ☐ aabb

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Wo machst du im ersten Vers eine deutliche Pause?
    ☐ erst am Versende nach „Wolkenschein“ ☐ nach „Nacht“, beim Punkt ☐ gar nicht, der Vers ist ein Satz
  2. ★Pausenhof:
    Rauschende Blätter im herbstlichen Wind /
    flüstern dem Hof, dass die Pause beginnt. /
    Lachende Stimmen und fliegender Ball, /
    Schritte und Rufe und Echo und Hall.

    Warum passt der Daktylus zum Pausenhof?
    ☐ Er klingt langsam und feierlich. ☐ Er ist das Metrum aller Herbstgedichte. ☐ Er klingt schnell und hüpfend wie ein Ball.

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter
  2. Trochäus
  3. nach „Wind“, der Satz läuft weiter
  4. umarmender Reim
  5. nach „Geschrei“, beim Punkt
  6. Trochäus
  7. abba wie in der ersten Strophe
  8. nach „Nacht“, beim Punkt
  9. Er klingt schnell und hüpfend wie ein Ball.

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Gipfeln“, der Satz läuft weiter
  2. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Trochäus
  3. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Wind“, der Satz läuft weiter
  4. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → umarmender Reim
  5. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Geschrei“, beim Punkt
  6. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Trochäus
  7. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → abba wie in der ersten Strophe
  8. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Nacht“, beim Punkt
  9. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Er klingt schnell und hüpfend wie ein Ball.