Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)
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- Klasse:
- Datum:
- 17.10.2026
Mein Ziel: Ich kann Figuren aus dem Text belegen.
Erst entscheiden, dann vergleichen. Wo du falsch lagst: die Probe noch einmal machen und den Satz richtig abschreiben.
○ mit Starthilfe, ● für alle, ★ zum Weiterdenken. Du wählst mindestens eine ★-Aufgabe.
Merken
Figuren belegen: Eine Eigenschaft einer Figur braucht eine Textstelle. Belege sind, was die Figur tut, sagt oder denkt, und was der Erzähler oder andere über sie sagen.
Beispiel: Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Welche Stelle zeigt, dass Selin sich Sorgen macht?
- Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
- Beim Warten erinnert sie sich an die Party und an das umgefallene Glas.
- Also: Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
Ergebnis: Sie denkt an das Glas, das umgefallen war.
Mit Starthilfe
Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.
- ○Seltsamer Spazierritt (Auszug) – Johann Peter Hebel:
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. [Ein Wanderer tadelt den Vater.] Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. [Zwei weitere Wanderer tadeln auch das. Am Ende tragen Vater und Sohn den Esel an einem Pfahl nach Hause.] //
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Was verrät das Verhalten des Vaters? Starthilfe: Such die Stelle, an der die Figur etwas tut oder sagt.
☐ Er ist streng und will immer reiten. ☐ Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel. ☐ Er möchte den Esel schonen.So fängst du an: Probe: Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht.
- ○An der Tafel:
Frau Okafor schrieb die Aufgabe an die Tafel. Dann sah sie in die Klasse. „Wer rechnet sie vor?“ //
Ich wusste die Lösung. Ich hatte sie schon im Heft, sauber unterstrichen. Aber meine Hand blieb auf dem Tisch liegen, als wäre sie festgeklebt. //
Nele meldete sich. Sie ging nach vorn, rechnete, strich durch, rechnete neu. Am Ende stimmte es nicht. Ein paar lachten leise. //
„Danke, Nele“, sagte Frau Okafor. „Der Fehler bringt uns weiter. Wo ist er?“ //
Ich sah auf mein Heft. Dann hob ich die Hand.
„Wo ist er?“ Wonach fragt Frau Okafor? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
☐ Das steht nicht in dem Satz. ☐ Nach dem Heft der erzählenden Person. ☐ Nach dem Fehler in Neles Rechnung.So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?
Üben
Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.
- ●Die Brücke (Auszug) – Franz Kafka:
Ich war steif und kalt, ich war eine Brücke, über einem Abgrund lag ich. Diesseits waren die Fußspitzen, jenseits die Hände eingebohrt, in bröckelndem Lehm habe ich mich festgebissen. Die Schöße meines Rockes wehten zu meinen Seiten. In der Tiefe lärmte der eisige Forellenbach. Kein Tourist verirrte sich zu dieser unwegsamen Höhe, die Brücke war in den Karten noch nicht eingezeichnet. – So lag ich und wartete; ich musste warten. Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören Brücke zu sein. //
[…] Und ich drehte mich um, ihn zu sehen. – Brücke dreht sich um! Ich war noch nicht umgedreht, da stürzte ich schon.
Wie beschreibt sich die Brücke im ersten Satz?
☐ eisig und laut ☐ stark und sicher ☐ steif und kalt - ●Der Schal:
Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //
Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //
An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //
Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.
Wohin legt die erzählende Person den Schal zuerst?
☐ ganz unten in den Schrank ☐ in den Rucksack ☐ an die Garderobe der Schule - ●Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Warum atmet Selin aus?
☐ Der Bus hält endlich an ihrer Haltestelle. ☐ Sie merkt, dass nicht sie auf dem Foto ist. ☐ Jonas hat die Fotos schon gelöscht. - ●Die Nachricht:
Im Bus zog Selin das Handy aus der Jacke. Eine Nachricht von Jonas: „Hast du die Fotos von gestern schon gesehen? Alle lachen darüber.“ Darunter ein Link. //
Selin tippte nicht darauf. Sie sah aus dem Fenster. Draußen warteten Leute an der Ampel, als wäre nichts. Sie dachte an die Party, an den Tisch, an das Glas, das umgefallen war. //
Zwei Haltestellen später vibrierte das Handy wieder. „Das Foto von Mehmet ist das beste“, schrieb Jonas. //
Selin atmete aus. Mehmet. Nicht sie. //
Sie öffnete den Link trotzdem nicht. Sie schrieb: „Lösch das bitte. Für Mehmet.“ Dann steckte sie das Handy weg und stieg eine Haltestelle zu früh aus.
Was verraten die Nachrichten von Jonas über ihn?
☐ Er will Mehmet vor den Fotos schützen. ☐ Er macht sich Sorgen um Selin. ☐ Er lacht mit den anderen über die Fotos. - ●Kleine Fabel – Franz Kafka:
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.
Was sieht die Maus, als sie glücklich ist?
☐ Mauern rechts und links in der Ferne ☐ Die Falle im Winkel des Zimmers ☐ Einen Ausweg aus dem Zimmer
Weiterdenken
Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.
- ★Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Warum sagt die Person „Darf ich mal?“ und nicht mehr?
☐ Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen. ☐ Sie ist unhöflich und hat es eilig. ☐ Sie kennt den Mann von früher. - ★Die letzte Flasche:
Ich stand im Supermarkt am Pfandautomaten, zwei leere Flaschen in der Hand. Vor mir ein alter Mann mit einem Beutel voller Flaschen. Er schob sie einzeln hinein, jede langsam, als würde er sie zählen. //
Hinter mir seufzte jemand laut. Ich drehte mich nicht um. //
Die letzte Flasche nahm der Automat nicht. Der Mann schob sie wieder hinein, einmal, zweimal. Dann hielt er sie in der Hand und sah sie an. //
„Darf ich mal?“, fragte ich und merkte erst dabei, dass ich es laut gesagt hatte. Ich strich das Etikett glatt und schob die Flasche hinein. Diesmal nahm der Automat sie. //
Der Mann nickte mir zu. Er sagte nichts. Ich auch nicht. Aber als ich draußen war, wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich hatte kaufen wollen.
Pfandautomat: Ein Automat im Supermarkt. Man steckt leere Flaschen hinein und bekommt dafür ein paar Cent zurück.
Was verrät „Ich drehte mich nicht um.“ über die erzählende Person?
☐ Sie hat Angst vor dem alten Mann. ☐ Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben. ☐ Sie hat es selbst sehr eilig.
Eigene Sätze
- ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.
Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken
- Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
- Nach dem Fehler in Neles Rechnung.
- steif und kalt
- ganz unten in den Schrank
- Sie merkt, dass nicht sie auf dem Foto ist.
- Er lacht mit den anderen über die Fotos.
- Mauern rechts und links in der Ferne
- Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
- Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.
Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er hat keine eigene Meinung und folgt jedem Tadel.
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Nach dem Fehler in Neles Rechnung.
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → steif und kalt
- Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → ganz unten in den Schrank
- Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie merkt, dass nicht sie auf dem Foto ist.
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Er lacht mit den anderen über die Fotos.
- Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → Mauern rechts und links in der Ferne
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Sie will helfen, ohne den Mann bloßzustellen.
- Zeig für jede Antwort die Zeile. Eine Eigenschaft ohne Zeile zählt nicht. → Sie will mit der Ungeduld hinter ihr nichts zu tun haben.