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Deutsch · Blatt · Klasse 7

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

Deutsch

Erzähltexte lesen und verstehen (Kurzgeschichte, Novelle)

Name:
Klasse:
Datum:
07.10.2026

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Aufbau der Kurzgeschichte: Eine Kurzgeschichte beginnt unvermittelt, kippt an einem Wendepunkt und endet oft offen. Der Erzähler ist nicht der Autor: Er sagt ich oder erzählt in der Er-Form.

Beispiel: Der Schal:
Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

Warum erzählt der Text den Anruf in nur zwei Sätzen?

  1. Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
  2. Man erfährt nicht, was Oma antwortet. Die Frage genügt.
  3. Also: Das Ende deutet an, statt alles zu erklären.

Ergebnis: Das Ende deutet an, statt alles zu erklären.

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Der Schal:
    Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

    Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

    An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

    Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

    Welcher Satz ist der Wendepunkt? Starthilfe: Such zuerst die Stelle, an der sich etwas ändert, und frag, wer erzählt.
    ☐ „So einen will ich auch.“ ☐ „Ich bedankte mich.“ ☐ Im Januar war es sehr kalt.

    So fängst du an: Probe: Deck den Schluss ab: Was wäre ohne diese Stelle anders? Such ein ich außerhalb der wörtlichen Rede.

  2. ○Stillstand:
    Der Aufzug blieb zwischen dem dritten und dem vierten Stock stehen. Emre drückte auf alle Knöpfe. Nichts. //

    Neben ihm stand die Frau aus dem fünften Stock, die er nur vom Sehen kannte. Sie hielt eine Tüte mit Orangen. „Das passiert öfter“, sagte sie. „Zehn Minuten, dann kommt der Hausmeister.“ //

    Emre setzte sich auf den Boden. Sein Handy hatte keinen Empfang. Die Frau setzte sich neben ihn und gab ihm eine Orange. //

    Sie redeten über den Hausmeister, über den Lärm im Hof, über ihre Enkelin, die so alt war wie er. Als der Aufzug ruckte und weiterfuhr, stand Emre langsamer auf als nötig. //

    Im vierten Stock hielt er ihr die Tür auf. „Bis morgen“, sagte sie. Er wusste nicht, warum er nickte.

    Warum bleibt die Frau ruhig? Starthilfe: Verbinde zwei Stellen im Text. Was folgt aus beiden zusammen?
    ☐ Sie hat Orangen dabei. ☐ Sie kennt das schon, der Aufzug hält öfter an. ☐ Der Hausmeister wartet schon vor der Tür.

    So fängst du an: Probe: Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss?

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Der letzte Karton:
    Mila packte den letzten Karton. Oben drauf legte sie das Foto von der Klassenfahrt, alle zwanzig Gesichter, die Hälfte mit geschlossenen Augen. //

    „Du kannst ja jedes Wochenende herkommen“, hatte ihr Vater gesagt. Hamburg war vier Stunden entfernt. Mila hatte nicht geantwortet. //

    Unten hupte der Umzugswagen. Sie klebte den Karton zu und schrieb mit dickem Stift darauf: ZERBRECHLICH. //

    Dann riss sie das Klebeband noch einmal auf, nahm das Foto heraus und steckte es in ihre Jackentasche.

    Wie heißt der Blick zurück auf den Satz des Vaters?
    ☐ Wendepunkt ☐ Rückblende ☐ Vorausdeutung
  2. ●Der Schal:
    Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

    Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

    An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

    Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

    Welche Farben hat der Schal?
    ☐ rot und blau ☐ ganz gelb ☐ gelb und grün gestreift
  3. ●Kleine Fabel – Franz Kafka:
    „Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

    Wo liegt der Wendepunkt der Fabel?
    ☐ Im letzten Satz, als die Katze spricht und die Maus frisst ☐ Als die Maus in der Ferne die Mauern sieht ☐ Am Anfang, als die Maus über die Welt klagt
  4. ●Der Pokal:
    Der Pokal stand seit Freitag in der Vitrine im Flur. Unsere Mannschaft hatte das Finale gewonnen, drei zu zwei, und ich hatte das dritte Tor geschossen. //

    So stand es jedenfalls in der Schülerzeitung. In Wahrheit war der Ball von Kofis Knie abgeprallt, bevor er ins Netz ging. Kofi hatte nichts gesagt. Er hatte mich nur angesehen. //

    Jeden Morgen ging ich an der Vitrine vorbei. Jeden Morgen stand dort mein Name. //

    Am Mittwoch klopfte ich an die Tür der Redaktion. „Ich hab eine Korrektur“, sagte ich. Die Redakteurin sah mich über den Rand ihrer Brille an. Dann nahm sie einen Stift.

    Redaktion: Die Gruppe, die eine Zeitung schreibt, und ihr Raum. Vitrine: Ein Schrank mit Glastür, in dem man etwas ausstellt.

    Warum geht die erzählende Person zur Redaktion?
    ☐ Sie will einen eigenen Artikel über das Finale schreiben. ☐ Das Tor gehört eigentlich Kofi, und das soll richtig dastehen. ☐ Die Redakteurin hat sie darum gebeten.
  5. ●Der Schal:
    Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

    Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

    An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

    Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

    Wie nennt man einen Anfang ohne Vorstellung von Ort, Zeit und Figuren?
    ☐ ausführlich ☐ zeitlich ☐ unvermittelt

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Kleine Fabel – Franz Kafka:
    „Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du musst nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

    Warum passt der Schluss zu einer Parabel und nicht zu einem Märchen?
    ☐ Weil darin Tiere sprechen wie im Märchen. ☐ Weil am Ende alles gut ausgeht. ☐ Er endet ohne Rettung und lässt die Leserin nachdenken.
  2. ★Der Schal:
    Oma hatte mir einen Schal gestrickt. Er war gelb und grün gestreift und lang genug für zwei. Ich bedankte mich und legte ihn ganz unten in den Schrank. //

    Im Januar war es so kalt, dass mir morgens die Ohren wehtaten. Ich nahm den Schal nur für den Weg zur Bushaltestelle und stopfte ihn in den Rucksack, bevor der Bus kam. //

    An einem Freitag vergaß ich es. Ich stand schon im Klassenraum, als Jasmin auf meinen Hals zeigte. „Wo hast du den her?“, fragte sie. „So einen will ich auch.“ //

    Am Samstag rief ich Oma an. Ich fragte, ob sie mir zeigt, wie man strickt.

    Warum stopft sie den Schal in den Rucksack, bevor der Bus kommt?
    ☐ Niemand aus der Klasse soll ihn sehen. ☐ Im Bus ist es zu warm. ☐ Er ist zu lang für den Sitz.

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. „So einen will ich auch.“
  2. Sie kennt das schon, der Aufzug hält öfter an.
  3. Rückblende
  4. gelb und grün gestreift
  5. Im letzten Satz, als die Katze spricht und die Maus frisst
  6. Das Tor gehört eigentlich Kofi, und das soll richtig dastehen.
  7. unvermittelt
  8. Er endet ohne Rettung und lässt die Leserin nachdenken.
  9. Niemand aus der Klasse soll ihn sehen.

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Deck den Schluss ab: Was wäre ohne diese Stelle anders? Such ein ich außerhalb der wörtlichen Rede. → „So einen will ich auch.“
  2. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Sie kennt das schon, der Aufzug hält öfter an.
  3. Deck den Schluss ab: Was wäre ohne diese Stelle anders? Such ein ich außerhalb der wörtlichen Rede. → Rückblende
  4. Zeig die Zeile. Steht dort genau das, wonach gefragt ist, oder nur dieselben Wörter? → gelb und grün gestreift
  5. Deck den Schluss ab: Was wäre ohne diese Stelle anders? Such ein ich außerhalb der wörtlichen Rede. → Im letzten Satz, als die Katze spricht und die Maus frisst
  6. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Das Tor gehört eigentlich Kofi, und das soll richtig dastehen.
  7. Deck den Schluss ab: Was wäre ohne diese Stelle anders? Such ein ich außerhalb der wörtlichen Rede. → unvermittelt
  8. Deck den Schluss ab: Was wäre ohne diese Stelle anders? Such ein ich außerhalb der wörtlichen Rede. → Er endet ohne Rettung und lässt die Leserin nachdenken.
  9. Such zwei Zeilen, die zusammen deine Antwort tragen. Passt sie auch zum Schluss? → Niemand aus der Klasse soll ihn sehen.