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Deutsch · Blatt · Klasse 8

Lyrik

Deutsch

Lyrik

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Datum:
06.10.2026

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Gedichtvortrag: Pausen an den Satzzeichen, nicht an jedem Versende. Beim Zeilensprung liest du weiter. Tempo und Lautstärke folgen der Stimmung.

Beispiel: Das ästhetische Wiesel – Christian Morgenstern:
Ein Wiesel /
saß auf einem Kiesel /
inmitten Bachgeriesel. //

Wisst ihr /
weshalb? //

Das Mondkalb /
verriet es mir /
im Stillen: //

Das raffinier- /
te Tier /
tat's um des Reimes willen.

Wie sprichst du die Frage „Wisst ihr / weshalb?“?

  1. Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
  2. Wisst ihr spricht die Zuhörer an. Die Pause macht neugierig auf die Antwort.
  3. Also: an das Publikum gerichtet, mit kurzer Pause danach

Ergebnis: an das Publikum gerichtet, mit kurzer Pause danach

Mit Starthilfe

Die Probe steht schon da. Mach sie und kreuze an.

  1. ○Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
    Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
    Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
    Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
    Die letzten Häuser in das Land verirrn.

    Wo machst du im dritten Vers am Versende keine Pause? Starthilfe: Achte auf die Satzzeichen, nicht auf das Versende.
    ☐ nach „breit“, beim Punkt ☐ nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter ☐ nach „Stirn“, beim Punkt

    So fängst du an: Probe: Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz?

  2. ○Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
    Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
    Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
    Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
    Die letzten Häuser in das Land verirrn.

    Welches Reimschema hat die Strophe? Starthilfe: Sprich die Verse langsam und klopf die betonten Silben mit.
    ☐ Paarreim ☐ umarmender Reim ☐ Kreuzreim

    So fängst du an: Probe: Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende.

Üben

Kreuze an. Sag dir die Probe leise vor, bevor du entscheidest.

  1. ●Weltende (erste Strophe) – Jakob van Hoddis:
    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, /
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei. /
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei /
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

    Wo machst du in der Strophe die erste lange Pause?
    ☐ nach „Hut“, beim Komma ☐ nach „entzwei“, am Versende ☐ nach „Geschrei“, beim Punkt
  2. ●Novembermorgen:
    Der Nebel liegt auf allen Wegen. /
    Die Straße schläft noch grau und stumm. /
    Ein Bus kommt keuchend mir entgegen /
    und dreht sich müde nach mir um. //

    Dann bricht ein Licht durch alle Ritzen, /
    die Tropfen funkeln wie Kristall. /
    Die Spatzen, die im Baume sitzen, /
    begrüßen es mit lautem Schall.

    Welches Metrum hat „Die Straße schläft noch grau und stumm“?
    ☐ Jambus ☐ Trochäus ☐ Daktylus
  3. ●Der Gott der Stadt (erste Strophe) – Georg Heym:
    Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. /
    Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. /
    Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit /
    Die letzten Häuser in das Land verirrn.

    Wo machst du im dritten Vers am Versende keine Pause?
    ☐ nach „breit“, beim Punkt ☐ nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter ☐ nach „Stirn“, beim Punkt
  4. ●Mondnacht – Joseph von Eichendorff:
    Es war, als hätt der Himmel /
    Die Erde still geküsst, /
    Dass sie im Blütenschimmer /
    Von ihm nun träumen müsst. //

    Die Luft ging durch die Felder, /
    Die Ähren wogten sacht, /
    Es rauschten leis die Wälder, /
    So sternklar war die Nacht. //

    Und meine Seele spannte /
    Weit ihre Flügel aus, /
    Flog durch die stillen Lande, /
    Als flöge sie nach Haus.

    Welches Reimschema hat die zweite Strophe?
    ☐ Paarreim ☐ umarmender Reim ☐ Kreuzreim
  5. ●Der Panther (Strophe 1 und 2) – Rainer Maria Rilke:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe /
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält. /
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe /
    und hinter tausend Stäben keine Welt. //

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, /
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht, /
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, /
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Wo machst du nach „der Stäbe“ im ersten Vers eine Pause?
    ☐ keine, der Satz läuft weiter bis „hält“ ☐ eine lange, weil der Vers endet ☐ eine kurze, weil ein Reim kommt

Weiterdenken

Hier hilft nur die Probe, nicht das Gefühl.

  1. ★Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Wo machst du im ersten Vers eine deutliche Pause?
    ☐ nach „Nacht“, beim Punkt ☐ erst am Versende nach „Wolkenschein“ ☐ gar nicht, der Vers ist ein Satz
  2. ★Die Stadt (Strophe 1 und 2) – Georg Heym:
    Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein /
    Zerreißet vor des Mondes Untergang. /
    Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang /
    Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein. //

    Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt, /
    Unzählig Menschen schwemmen aus und ein. /
    Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein /
    Eintönig kommt heraus in Stille matt.

    Welche Gedichtform haben vier Strophen mit zweimal vier und zweimal drei Versen?
    ☐ Ballade ☐ Sonett ☐ Lied

Eigene Sätze

  1. ★Schreibe drei Sätze über deinen Tag. Bestimme darin, was du heute geübt hast, und schreibe die Probe daneben.

Zum Vergleichen – erst entscheiden, dann umknicken

  1. nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
  2. Kreuzreim
  3. nach „Geschrei“, beim Punkt
  4. Jambus
  5. nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
  6. Kreuzreim
  7. keine, der Satz läuft weiter bis „hält“
  8. nach „Nacht“, beim Punkt
  9. Sonett

Lösungen mit Probe – für die Lehrkraft

  1. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
  2. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Kreuzreim
  3. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Geschrei“, beim Punkt
  4. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Jambus
  5. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Einsamkeit“, der Satz läuft weiter
  6. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Kreuzreim
  7. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → keine, der Satz läuft weiter bis „hält“
  8. Lies die Stelle zweimal laut: einmal mit Pause am Versende, einmal ohne. Welche Fassung trägt den Satz? → nach „Nacht“, beim Punkt
  9. Schreib unter jede Silbe x für unbetont und X für betont. Für den Reim: Buchstaben ans Versende. → Sonett